Grundlagen der Pressearbeit

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Grundlagen der Pressearbeit im Verband
Warum ist Presse- und Öffentlichkeitsarbeit so wichtig für meinen Verband? Wie verfasse ich gute Pressemitteilungen bringe sie zur Veröffentlichung? Wie arbeite ich als Haupt- oder Ehrenamtlicher effizient, ohne einen zu großen Zeitaufwand zu haben und welche Besonderheiten sind gerade im Saarland zu beachten? Im Medienseminar des Landesjugendrings Saar am 28.3.2015 erhielten die TeilnehmerInnen einen umfassenden Einblick in die Grundlagen der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit von Verbänden. Ein besonderer Schwerpunkt lag an diesem Tag auf dem Schreiben eigener Pressemitteilungen, der Erstellung von Pressemappen und der optimalen Betreuung von Pressevertretern z. B. bei Veranstaltungen. Geleitet wurde das Seminar von LJR-Vorstandsmitglied Tobias Wolfanger, der als PR-Referent arbeitet und auch im Ehrenamt Öffentlichkeitsarbeit betreibt.
Die Präsentation fasst das Seminar zusammen.

Veröffentlicht in: Bildung
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Grundlagen der Pressearbeit

  1. 1. Grundlagen der Pressearbeit REFERENT: TOBIAS WOLFANGER
  2. 2. Vorstellungsrunde
  3. 3. Ablauf • Pressearbeit allgemein • Die Pressemitteilung • Instrumente der Pressearbeit
  4. 4. Pressearbeit allgemein
  5. 5. Pressearbeit allgemein • „Tue gutes und berichte darüber“ • Pressearbeit sollte aus einer Feder stammen (eigenes Amt) • Alle Veröffentlichungen mit PR-Verantwortlichem abstimmen • Planung ist alles • Pressearbeit dient als Lobby-Instrument (Kritik an Politik, Unterstützung durch Gesellschaft)
  6. 6. Die Pressemitteilung
  7. 7. Schreibwerkstatt
  8. 8. Gemeinsame Besprechung
  9. 9. Beispiele
  10. 10. Die optimale Pressemitteilung
  11. 11. Die optimale Pressemitteilung • Aktualität • Zielgruppe • Überschrift • Einleitung • Die 7 W-Fragen • Fakten & Statements • Hintergrundinformationen • Bilder
  12. 12. Die optimale Pressemitteilung • Schreibe kurz, und sie werden es lesen. • Schreibe klar, und sie werden es verstehen. • Schreibe bildhaft, und sie werden es im Gedächtnis behalten. - Joseph Pulitzer
  13. 13. Aktualität • Bezug zu aktuellen Themen ◦ Politik (z. B. Kürzungen im Haushalt) ◦ Gesellschaft (z. B. Inklusion) ◦ Studien (z. B. Jugendarbeitslosigkeit) ◦ Eigene Veranstaltungen/Ankündigungen (z. B. Tag d. off. Tür) ◦ Reaktion auf Berichte in Medien ◦ (Feier-)tage (z. B. Weltjugendtag, Weltfrauentag, …)
  14. 14. Zielgruppe • An wen ist die Pressemitteilung gerichtet? • Alle Sachverhalte erklären • Fachausdrücke vermeiden/erläutern • Abkürzungen vermeiden (z. B. i.d.R., u.U. usw.) • Funktionen von Personen klar definieren (z. B. Georg Vogel, Geschäftsführer des Landesjugendring Saar) • Motto: „Jeder muss es verstehen können.“
  15. 15. Überschrift • Erst am Ende schreiben • So kurz wie möglich • Kräftige Schlagwörter, bildhaft • Besonderes Zitat • Sollte vor allem auch Redaktionen neugierig machen
  16. 16. Einleitung • Die wichtigste, interessanteste Aussage nach vorne • Kurzer, prägnanter Hauptsatz ohne Kommas • Quelle bzw. Urheber nennen • Zeitliche Einordnung • Bei Kürzung des Textes alle Informationen am Anfang
  17. 17. Die 7 W-Fragen • Wer? (Organisation) • Was? (Veranstaltung) • Wann? (Zeitpunkt) • Wo? (Ort) • Wie? (Details, Einzelheiten) • Warum? (Motive, Einstellung) • Woher? (Hintergründe)
  18. 18. Fakten und Statements/Zitate • Sachlich bleiben (keine Werbeveranstaltung) • Übertreibungen vermeiden (super, hervorragend,…) • Aktuelle, belegbare Zahlen nennen (Destatis) • Zitate von Personen einfügen (freigegebene)
  19. 19. Hintergrundinformationen • Am Ende des Textes • Allgemeine Informationen zur Veranstaltung • Informationen zur Organisation (evtl. Standardtext) • Kontakt für Presse
  20. 20. Bilder • Passendes Bild zum Anlass (Veranstaltung) • Größe/Qualität beachten (ca. 1MB reicht) • Viele Menschen bzw. wichtigste Protagonisten (z. B. Minister, Bürgermeister, Vorsitzende, Promis)
  21. 21. Schreibwerkstatt II NEUE ERKENNTNIS – NEUER VERSUCH
  22. 22. Nachbesprechung
  23. 23. Instrumente der Pressearbeit
  24. 24. Instrumente der Pressearbeit • Problematik Ehrenamt • Jahresplanung • Standardtexte • Pressecenter • Bilder • Kontaktliste/Verteilerliste • Mit Medienvertretern in Kontakt treten • Pressemappe (allgemein/Veranstaltung) • Pressegespräch • Pressespiegel (Dokumentation/Kontrolle)
  25. 25. Problematik Ehrenamt • Wenig Zeit zur Verfügung • Auch Hauptamt ist nicht als PR-Verantwortlicher eingestellt • Eine reine PR-Stelle sinnvoll • PR-Stelle muss alles über den Verein/Verband wissen Effiziente, zielgerichtete Arbeit wichtig Jahresplanung machen
  26. 26. Jahresplanung • Keine Veranstaltung kommt unverhofft • PR-Kalender mit wichtigen Terminen anlegen • Deadlines für Presseversendungen/Nachkontakte eintragen • Z. B. 2-3 Wochen vor Veranstaltung PM versenden • 1 Woche vor PM bei der Presse anrufen • Nachbericht einplanen (am besten am selben Tag versenden)
  27. 27. Standardtexte • Erleichterung im Alltag, einmal da, immer da • Jeder PR-Verantwortliche sollte seinen Verband in wenigen Sätzen beschreiben können • Standardtext kann überall eingesetzt werden (Website/Facebook/PMs/Pressemappen usw.)
  28. 28. Schreibwerkstatt III ÜBER UNS
  29. 29. Pressecenter • Allgemeine Infos zentral aufbereiten • Pressebereich auf Website anlegen • Texte zum Download anbieten Letzte PMs Standardtext 1-2 verwendbare PR-Bilder Kontakt zum Ansprechpartner bzw. presse@verband.de Das Pressecenter kann als „digitale Pressemappe“ dienen
  30. 30. Bilder • Veranstaltungen, Sitzungen immer mit Bildern festhalten • Optimal: Bilder mit hoher Auflösung • Dient für interne Zwecke (Arbeitsbericht) • Dient für PR-Zwecke (Bild zu PM, Bildergalerien) • Mut gehört dazu  erhöht Abdruckchancen • Viele Menschen, besonderes Motiv • Veröffentlichte PMs mit Bild sind die Königsdisziplin
  31. 31. Kontaktliste/Verteilerliste • Verteilerliste erleichtert Versandarbeit • Selbst recherchieren und in Kontakt treten • Bekannte Medien (SR, SZ, Wochenspiegel, Salue, bigFM) • Unbekanntere Medien finden (z. B. über Google) • Mediadaten schauen, ob Zielgruppe passt • Versuchen, persönliche Ansprechpartner zu finden (Mail+Durchwahl) • „Man kennt jemanden, der jemanden kennt…“ • Alles in einer Tabelle zusammenfassen
  32. 32. Mit Medienvertretern in Kontakt treten KURZER EXKURS LETZTES SEMINAR
  33. 33. Die richtige Ansprache • E-Mail-Betreff wichtig ◦ Pressemitteilung: Jugendverbände im Saarland spitze • Kurze Ansprache an Pressevertreter (wenn bekannt) • Bitte um Veröffentlichung • Angabe von Kontaktdaten für Rückfragen • Von Vorteil: Jedes Medium extra anschreiben
  34. 34. Versand-Format • So einfach wie möglich • Text in Mail kopieren (kaum Formatprobleme) • Evtl. zusätzlich Word (Red.-Systeme), kein PDF • Optimales Format bei Redaktion nachfragen
  35. 35. Nachkontaktieren • Persönlicher Kontakt zu Redakteur • Chance für regelmäßige Berichte • Nachfragen hilft für Veröffentlichung • Im Anschluss: Danke sagen, Kontakt halten
  36. 36. Der perfekte Zeitpunkt • Bei Vorankündigungen in Tageszeitungen (SZ)  2-3 Wochen vor Termin (je nach Termin) • Bei Wochen-/Monatsausgaben vorher Deadlines und Erscheinungsdatum abklären (Wochenspiegel) • Nach Veranstaltung so schnell wie möglich (bei Gelegenheit Meldung schon vorschreiben)
  37. 37. Betreuung bei Veranstaltung • Vertreter zu Veranstaltung einladen (Mail + Telefon) • Pressemappe vorbereiten(PM, Randinfos, Kontakt) • Betreuung vor Ort (Getränk, guter Platz) • Mit Personen für Statements zusammenbringen
  38. 38. Pressemappe
  39. 39. Pressemappe allgemein • Gebündelte Infos über den Verband • Die Ziele des Verbands • Die Aufgaben des Verbands • Die Struktur (Mitglieder, Vorstand, regionale Abdeckung usw.) • Besondere Schulungen, Veranstaltungen, Mitgliedschaften… Auf normalem A4-Papier als Text Als Flyer?
  40. 40. Pressemappe für Veranstaltung • Infos aus allgemeiner Pressemappe integrieren • Infos zur Veranstaltung Zuschauerzahl Ausrichter (falls abweichend) Umfassendes Programm mit Nennung der Akteure Potenziell Infos zu jedem Akteur Kontakt für Rückfragen Evtl. Statement von z. B. Vorstand einbauen
  41. 41. Pressespiegel • Dokumentation von Veröffentlichungen • Extrem wichtig für interne und externe Zwecke • Belegt die gute Arbeit • Aber: Clipping ist zeitaufwendig. Unternehmen haben eigene Abteilungen… Schnelle Hilfe
  42. 42. Archive von Zeitungen  www.saarbruecker-zeitung.de/archiv • Nach bestimmten Wörtern suchen, Datenbank bis in die 90er • Sehr gute Auswertung Andere Zeitungen im Archiv schwächer http://www.wochenspiegelonline.de/content/nachrichten/archiv/
  43. 43. Google Alert • Immer über die neuesten Internet-Veröffentlichungen auf dem Laufenden • Sehr aktuell und sehr schnell • Verschiedene Einstellungen möglich • Auch in Unternehmen genutzt • Suche nach bestimmten Keywords
  44. 44. Pressegespräch • Gelingt nur mit größerem Thema • Verschiedene Möglichkeiten Presse einladen zu sich Presse einladen im Rahmen einer Veranstaltung (Effekte) Presse anbieten, vorbei zu kommen (Red.Gespräch) • Allgemeine Pressemappe mitbringen • Der Presse den eigenen Verband schmackhaft machen • Zeigen, was man kann
  45. 45. Eine PR-Stelle schaffen
  46. 46. Nächstes Seminar am 14.11.2015 • Themenvorschläge? Marketing Aufbau, Positionierung des Verbandes, abgestimmte Produkte z. B. Flyer in einem gemeinsamen Design Interne Kommunikation Wie informiere ich meine Mitglieder richtig und lasse sie teilhaben, Mitgliederbindung und -gewinnung
  47. 47. Fragen?
  48. 48. Zum Abschluss • Gute Arbeit braucht Öffentlichkeit! • In Pressearbeit investierte Zeit lohnt sich! • Pressekontakte unbedingt pflegen! • Es gibt immer etwas zu berichten, das WIE entscheidet!

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