Ergonomie am
Behandlungsplatz

ZA. M. Rezazadeh
Ergonomie

Der Begriff "Ergonomie" setzt sich aus 2 griechischen Wörtern
(Sprachwurzeln) zusammen:

ergon = Arbeit , Werk
...
Spezielle Problematik in der zahnärztlichen Praxis

Die Arbeitsweise des Zahnarztes ist gekennzeichnet durch:
• Knappe, au...
Die Folge

Die beruflichen Arbeitsabläufe in ihrer täglichen, jahrelangen Wiederholung
führen zu Beschwerden an verschiede...
Beschwerden nach Körperregion

Hauptbeschwerden bei der zahnärztlichen Tätigkeit liegen im Stütz- und
Bewegungsapparat. Be...
Abhängigkeit von der Behandlungsdauer

Beschwerden im Nacken und Schulterbereich nicht abhängig von der
Behandlungsdauer, ...
Art der Einsichtnahme

Indirekte Sicht hatte bezüglich der Beschwerdehäufigkeit im Nacken- und
Schulterbereich eindeutige ...
Die Problematik des Sitzens

 Stehen: vor ca. 1,75 Millionen Jahren aufrechte
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Sitzposition - Unruheherde des Rückgrates

konkave Krümmung
im Lendenbereich
verringert 
vordere Ränder der
Wirbelkörper ...
Die ideale Sitzhaltung

Merkmale einer idealen Sitzposition
 Winkel in den Hüftgelenken ca. 45°: Muskeln der Körpervorder...
Sitzhaltung des Behandlers - Idealposition

Die Idealposition (Referenzlage) des Zahnarztes wird von der
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Sitzhaltung des Behandlers - Idealposition

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Idealposition - Beinstellung

Die Oberschenkel liegen
zu etwa 2/3 auf der
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Idealposition - Beinstellung

Der Winkel zwischen Oberund Unterschenkel soll etwa
105° betragen

Richtig

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Stellung der Füße

Bei der
Patientenbehandlung stehen
beide Füße flach auf dem
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Die Armhaltung

Oberarme und Ellbogen
folgen der Schwerkraft und
hängen locker herab, die
Ellbogen stehen nicht ab und
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Die Position der Hände
Die Hände werden etwa vor der Spitze des Sternums gehalten, noch
besser etwas drunter
Augen-Objekta...
Behandlungsposition zu zweit

 Behandlerposition variiert zwischen 9:00
und 12:00 Uhr

 Assistenz zwischen 2:00 und 3:00...
Erhaltung der stabilen Referenzlage

Die fünf wesentlichen Bewegungen zur Erhaltung der
stabilen Referenzhaltung

1. Änder...
Lagerung des Patienten

Die oberste Maxime bei der Behandlung ist immer die gesunde
Körperhaltung des Praxisteams
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Aufrechte Sitzposition

 Beim Gespräch mit dem Patienten wird dieser so positioniert, dass er
mindestens gleichauf, mögli...
Arbeiten am Oberkiefer

Bei einer Behandlung im OK gilt:
 Körperlagerung: Verbindungslinie zwischen Kopf und Füßen des
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Arbeiten am Unterkiefer

Bei einer Behandlung im UK gilt:
 Patient halb liegend lagern

 Füße etwas tiefer als der Kopf
...
Ausrüstungskonzept - Basiskonzept

Merkmale des Basiskonzeptes 1
(„Split Unit“) nach Kimmel:
• Zahnarztelement rechts vom
...
Sitz- und Arbeitshaltung korrekt?

Bild: http://www.morita.com/europe/cms/website.php?id=/de/news.htm
Fotos: Mo. Rezazadeh
Sitz- und Arbeitshaltung korrekt?

Bild: http://www.morita.com/europe/cms/website.php?id=/de/news.htm
Fotos: Mo. Rezazadeh
Sitz- und Arbeitshaltung korrekt?

Fotos: Mo. Rezazadeh
Sitz- und Arbeitshaltung korrekt?

Fotos: Mo. Rezazadeh
Ausgleich für die Belastung
 Selbst bei optimaler Arbeitshaltung und Patientenlagerung erfordert die
zahnärztliche Tätigk...
Was bringt die Zukunft?

Bilder: http://www.kavo.de/Aktuelles/
http://www.xo-care.com/de/produkte
https://www.ukb.uni-bonn...
Noch Fragen?

Bitte zögern sie nicht uns zu kontaktieren falls irgendwelche Fragen bestehen.
Mohammad Rezazadeh
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Ergonomie in der Zahnmedizin

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Ergonomisches Arbeiten in der Zahnmedizin und als Zahnarzt ist essenziell um lange genug Spass und Freude an der Arbeit zu haben und um körperliche Beschwerden zu vermeiden oder zumindest hinauszuzögern.

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Ergonomie in der Zahnmedizin

  1. 1. Ergonomie am Behandlungsplatz ZA. M. Rezazadeh
  2. 2. Ergonomie Der Begriff "Ergonomie" setzt sich aus 2 griechischen Wörtern (Sprachwurzeln) zusammen: ergon = Arbeit , Werk nomos = Gesetz, Ordnung Die Ergonomie befasst sich also mit den Gesetzmäßigkeiten zur Gestaltung menschlicher Arbeit Foto: Kavo
  3. 3. Spezielle Problematik in der zahnärztlichen Praxis Die Arbeitsweise des Zahnarztes ist gekennzeichnet durch: • Knappe, automatische Kurzbewegungen, die die verschiedenen Arbeitshaltungen verbinden ; statische Arbeitsweise mit Zwangshaltungen • Eingeschränkter Bewegungsraum am Patientenstuhl • Arbeitsfeld im Patientenmund ist schlecht zugänglich und, besonders bei ungünstiger Patientenlagerung, oft nur begrenzt einsehbar • Oft schlechte Beleuchtungsverhältnisse Grafik: Kavo
  4. 4. Die Folge Die beruflichen Arbeitsabläufe in ihrer täglichen, jahrelangen Wiederholung führen zu Beschwerden an verschiedenen Organen und Organsystemen: Körperliche Leiden • Stütz- und Bewegungsapparat (Rückenschmerzen, Epicondylitis [Tennisarm], Verspannungen in der Muskulatur, Kopfschmerzen usw.) • Herz-Kreislauf-System, Atemorgane (Komprimierung der rechten Lungenflügel), Sinnesorgane, Zentralnervensystem und Haut Seelische Leiden • Stress • Psychische Sättigung • Geistige Ermüdung • Monotonie später Wirkungseintritt, jedoch dann irreversibel
  5. 5. Beschwerden nach Körperregion Hauptbeschwerden bei der zahnärztlichen Tätigkeit liegen im Stütz- und Bewegungsapparat. Besonders Rücken-, Nacken- und Schulterbereich sind betroffen. Grafik: Kerschbaum, Hilgers,2000 „Ergonomie heute - eine Umfrage“
  6. 6. Abhängigkeit von der Behandlungsdauer Beschwerden im Nacken und Schulterbereich nicht abhängig von der Behandlungsdauer, Wirbelsäulenbeschwerden jedoch schon. Grafik: Kerschbaum, Hilgers,2000 „Ergonomie heute - eine Umfrage“
  7. 7. Art der Einsichtnahme Indirekte Sicht hatte bezüglich der Beschwerdehäufigkeit im Nacken- und Schulterbereich eindeutige Vorteile gegenüber der direkten Sicht Grafik: Kerschbaum, Hilgers,2000 „Ergonomie heute - eine Umfrage“
  8. 8. Die Problematik des Sitzens  Stehen: vor ca. 1,75 Millionen Jahren aufrechte Körperhaltung  Wirbelsäule charakteristische Sförmige Krümmung mit konkaver Biegung im Lendenbereich  Liegen: Hüftgelenke 45°-Winkel angebeugt  vordere u. hintere Oberschenkelmuskulatur im Gleichgewicht.  Sitzen: Hüfte um 90° gebeugt (60° Hüftbeugung, die übrigen 30° nach hinten gekipptes Becken)  Streckung der Krümmung der Lendenwirbelsäule: angespannte Haltung u. Belastung der Lendenwirbelsäule Grafik: Raab, Kursskript Präventivzahnmedizin Poliklinik für Zahnerhaltung und Präventive Zahnheilkunde
  9. 9. Sitzposition - Unruheherde des Rückgrates konkave Krümmung im Lendenbereich verringert  vordere Ränder der Wirbelkörper werden zusammengedrückt Belastung erhöht sich von 140 kg auf 170-300 kg Bild: http://www.kavo.de/Aktuelles/
  10. 10. Die ideale Sitzhaltung Merkmale einer idealen Sitzposition  Winkel in den Hüftgelenken ca. 45°: Muskeln der Körpervorder- und hinterseite im Gleichgewicht und der Körperschwerpunkt eher oberhalb der stützenden Grundlage als dahinter  natürliche S-Form der Wirbelsäule wird aufrecht erhalten  freies Gleichgewichthalten und einfacher Gebrauch von Armen, Oberkörper und Kopf ist gewährleistet Grafik: Mandal, A. C., „The Seated Man“ in: Applied Ergonomics, 19-26 (1991)
  11. 11. Sitzhaltung des Behandlers - Idealposition Die Idealposition (Referenzlage) des Zahnarztes wird von der Weltzahnärztegesellschaft, der Fédération Dentaire Internationale (FDI), wie folgt definiert:  Die Armhaltung soll locker, hängend und dicht am Körper sein  angewinkelte Unterarme aufstützen  Fingerspitzen befinden sich am Behandlungspunkt in der mittleren Sagittalebene, in der Höhe des Herzens  Handgelenke sollen nicht angespannt sein  die Hände und nicht arbeitenden Finger sollen abgestützt sein Grafik: Morita, Das ergonomische Konzept von Dr. Beach
  12. 12. Sitzhaltung des Behandlers - Idealposition Die Idealposition des Zahnarztes wird von der Weltzahnärztegesellschaft, der Fédération Dentaire Internationale (FDI), wie folgt definiert:  aufrecht und nicht verdreht sitzen  Füße flach auf den Boden stellen  Unterschenkel sind in einer vertikalen Position  Oberschenkel sind leicht geneigt und bilden einen Winkel von ca. 30°  Kopf nur leicht beugen, die Interpupillar-Linie ist horizontal ausgerichtet Grafik: Morita, Das ergonomische Konzept von Dr. Beach
  13. 13. Idealposition - Beinstellung Die Oberschenkel liegen zu etwa 2/3 auf der Sitzfläche. Die knienahen Drittel beider Beine bleiben ohne Unterstützung Richtig Falsch
  14. 14. Idealposition - Beinstellung Der Winkel zwischen Oberund Unterschenkel soll etwa 105° betragen Richtig Falsch
  15. 15. Stellung der Füße Bei der Patientenbehandlung stehen beide Füße flach auf dem Boden Richtig Falsch
  16. 16. Die Armhaltung Oberarme und Ellbogen folgen der Schwerkraft und hängen locker herab, die Ellbogen stehen nicht ab und der Unterarm ist vor dem Körper
  17. 17. Die Position der Hände Die Hände werden etwa vor der Spitze des Sternums gehalten, noch besser etwas drunter Augen-Objektabstand (Abstand Augen zum Arbeitsfeld Patientenmund) ca. 33-38 cm! (optimal durch den Gebrauch einer Lupenbrille möglich da Abstand für das Präzisionssehen 25-30 cm beträgt!) Diese Arbeitshaltung ermöglicht die beste Kraftentfaltung bei gleichzeitig minimaler statischer Muskelanspannung Grafik: www.Morita.com Foto: http://www.zahnarztpraxiseicher.de/zahn_behandlung/parodontalbehandlung.htm 33-38 cm 10°-25°
  18. 18. Behandlungsposition zu zweit  Behandlerposition variiert zwischen 9:00 und 12:00 Uhr  Assistenz zwischen 2:00 und 3:00 Uhr  Beine verzahnt wie ein Reißverschluss  Fußhebel bedienbar, evtl. mit dem äußeren (=rechten) Fuß.
  19. 19. Erhaltung der stabilen Referenzlage Die fünf wesentlichen Bewegungen zur Erhaltung der stabilen Referenzhaltung 1. Änderung der Position des Zahnarztes 2. Rechts-links-Drehung des Kopfes des Patienten 3. Veränderung des Winkels der maxillaren Okklusalebene 4. Änderung der Mundöffnung 5. Änderung der Höhe des Patienten Grafik: Morita, Das ergonomische Konzept von Dr. Beach
  20. 20. Lagerung des Patienten Die oberste Maxime bei der Behandlung ist immer die gesunde Körperhaltung des Praxisteams Bei der Patientenpositionierung gibt es 3 Grundpositionen: a) Aufrecht sitzend bei Anamnese u. Besprechung der Behandlung, beim Spülen, eventuell Chirurgie und Abdrucknahme. b) Halb liegend bei Arbeiten im UK. c) Liegend mit überstreckten Kopf bei Arbeiten im OK. Bild: http://www.kavo.de/Aktuelles/
  21. 21. Aufrechte Sitzposition  Beim Gespräch mit dem Patienten wird dieser so positioniert, dass er mindestens gleichauf, möglichst aber höher sitzt als Behandler, weil sich dies als für den Kommunikationsprozess günstig herausgestellt hat.  Weitere Behandlungen in der aufrechten Position sind: • Extraktion • Abdrucknahme • Okklusionskontrolle • Gesichtsbogenregistrierung Bild: http://planmeca.com
  22. 22. Arbeiten am Oberkiefer Bei einer Behandlung im OK gilt:  Körperlagerung: Verbindungslinie zwischen Kopf und Füßen des Patienten parallel zum Boden  Patientenkopf möglichst weit überstrecken! Besonders gute Sicht in der 12 Uhr Position! Grafik: Reitmeier et al. 2012,, Arbeitshaltung des Zahnarztes, Thieme Verlag Morita, Das ergonomische Konzept von Dr. Beach
  23. 23. Arbeiten am Unterkiefer Bei einer Behandlung im UK gilt:  Patient halb liegend lagern  Füße etwas tiefer als der Kopf  Neigung des Patientenkopfes je nach Betrachtungsfläche / Zahn Grafik: Reitmeier et al. 2012,, Arbeitshaltung des Zahnarztes, Thieme Verlag Morita, Das ergonomische Konzept von Dr. Beach
  24. 24. Ausrüstungskonzept - Basiskonzept Merkmale des Basiskonzeptes 1 („Split Unit“) nach Kimmel: • Zahnarztelement rechts vom Patienten • Sitzposition Zahnarzt zwischen 9 und 10 Uhr • Mitarbeiterinnenelement links vom Patienten • Sitzposition Helferin zwischen 1 und 3 Uhr • Zweckmäßige und kreuzungsfreie Abläufe und Greifwege Grafik: Kimmel K. Basiskonzepte. DS2002; 22: 51–53
  25. 25. Sitz- und Arbeitshaltung korrekt? Bild: http://www.morita.com/europe/cms/website.php?id=/de/news.htm Fotos: Mo. Rezazadeh
  26. 26. Sitz- und Arbeitshaltung korrekt? Bild: http://www.morita.com/europe/cms/website.php?id=/de/news.htm Fotos: Mo. Rezazadeh
  27. 27. Sitz- und Arbeitshaltung korrekt? Fotos: Mo. Rezazadeh
  28. 28. Sitz- und Arbeitshaltung korrekt? Fotos: Mo. Rezazadeh
  29. 29. Ausgleich für die Belastung  Selbst bei optimaler Arbeitshaltung und Patientenlagerung erfordert die zahnärztliche Tätigkeit viel statische Haltearbeit der Muskulatur. Um Dadurch: Bewegungsdefizite und einseitige muskuläre Überlastung  Sport ist eine gute Ausgleichsmöglichkeit.  Trainingsdauer und Intensität: Wirkungsvoller Trainingseffekt zeigt sich erst ab drei Stunden Sport pro Woche. Bei Abständen der Trainingszeiten von mehr als zehn Tagen ist der Trainingseffekt völlig wirkungslos  Gymnastik während eines Arbeitstages oder nach Feierabend Bilder: http://www.kavo.de/Aktuelles/ http://www.xo-care.com/de/produkte https://www.ukb.uni-bonn.de Studenten beim „Kontaktküpfen“ Bild: Mo
  30. 30. Was bringt die Zukunft? Bilder: http://www.kavo.de/Aktuelles/ http://www.xo-care.com/de/produkte https://www.ukb.uni-bonn.de
  31. 31. Noch Fragen? Bitte zögern sie nicht uns zu kontaktieren falls irgendwelche Fragen bestehen. Mohammad Rezazadeh Kontaktadresse: mrezazadeh@ukachen .de

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