Der Wunsch nach einem (noch) niedrigeren ZinsChancen für Anleger bei Falschberatung über FremdwährungskrediteDas Angebot k...
   Durch den Wertverlust des Euro gegenüber der Finanzierungswährung steigt zudem der        Betrag, der in Euro zur Ablö...
Nittel | Kanzlei für Bank- und KapitalmarktrechtIhr AnsprechpartnerTino Ebermann, Rechtsanwalt | Fachanwalt für Bank- und ...
Nächste SlideShare
Wird geladen in …5
×

Chancen für Anleger bei Falschberatung über Fremdwährungskredite

571 Aufrufe

Veröffentlicht am

Das Angebot klang zumeist verlockend: Zinsen, die bis zu 3% unter dem allgemeinen Niveau der Hypothekenbanken für einen "Euro-Kredit" liegen. Da können bei einem Immobilienkredit schnell ein paar zehntausend Euro an Ersparnis zusammen kommen. So lässt sich die monatliche Belastung auf ein erträgliches Maß reduzieren; im Extremfall kann erst durch die fremde Währung - meist in Schweizer Franken oder Japanische Yen - die Finanzierungsrechnung so dargestellt werden, dass jungen Bauherren mit Kindern oder Geringverdienern neben den Aufwendungen für die Baufinanzierung noch genug zu Leben bleibt.
In Fremdwährungskrediten verstecken sich enorme Risiken, weiß Rechtsanwalt Tino Ebermann von Nittel | Kanzlei für Bank- und Kapitalmarktrecht, die sich auf die Vertretung geschädigter Kapitalanleger und Bankkunden spezialisiert hat.

Veröffentlicht in: Wirtschaft & Finanzen
0 Kommentare
0 Gefällt mir
Statistik
Notizen
  • Als Erste(r) kommentieren

  • Gehören Sie zu den Ersten, denen das gefällt!

Keine Downloads
Aufrufe
Aufrufe insgesamt
571
Auf SlideShare
0
Aus Einbettungen
0
Anzahl an Einbettungen
2
Aktionen
Geteilt
0
Downloads
1
Kommentare
0
Gefällt mir
0
Einbettungen 0
Keine Einbettungen

Keine Notizen für die Folie

Chancen für Anleger bei Falschberatung über Fremdwährungskredite

  1. 1. Der Wunsch nach einem (noch) niedrigeren ZinsChancen für Anleger bei Falschberatung über FremdwährungskrediteDas Angebot klang zumeist verlockend: Zinsen, die bis zu 3 % unter dem allgemeinen Niveau derHypothekenbanken für einen „Euro-Kredit“ liegen. Da können bei einem Immobilienkredit schnell einpaar zehntausend Euro an Ersparnis zusammen kommen. So lässt sich die monatliche Belastung aufein erträgliches Maß reduzieren; im Extremfall kann erst durch die fremde Währung – meist inSchweizer Franken oder Japanische Yen – die Finanzierungsrechnung so dargestellt werden, dassjungen Bauherren mit Kindern oder Geringverdienern neben den Aufwendungen für dieBaufinanzierung noch genug zu Leben bleibt.Dabei verstecken sich in den Fremdwährungskrediten enorme Risiken, weiß Rechtsanwalt TinoEbermann von Nittel | Kanzlei für Bank- und Kapitalmarktrecht, die sich auf die Vertretunggeschädigter Kapitalanleger und Bankkunden spezialisiert hat. Besonders bedenklich für denFachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht ist, dass Fremdwährungskredite zumeist nur alsendfällige Darlehen mit kurzer Zinsfestschreibung angeboten werden. „Das Darlehen wird dannwährend der Laufzeit nicht nach und nach abbezahlt, sondern muss am Ende mit einem Schlag getilgtwerden. Dabei ist völlig offen, ob dann das benötigte Kapital zur Verfügung steht.“Wechselkursschwankungen und die FolgenEin besonderes Risiko stellt die Wechselkursentwicklung dar. Zwar gab es in der Vergangenheit Zeiten,in denen die Kurse der Darlehenswährungen zum Euro einigermaßen stabil waren, doch es kam auchimmer wieder zu starken Wechselkursschwankungen. So sank der Kurs des Euro in im Jahr 2008 alleingegenüber dem Yen um fast 30 %, gegenüber dem Schweizer Franken waren es immerhin noch 10 %.Beim Franken war die Talfahrt dafür dann umso länger; auch hier sind inzwischen Kursverluste von 30% eingetreten – der auf 1,20 € gestützte Franken bereits einberechnet.Für die Kreditnehmer hat diese Entwicklung unter verschiedenen Gesichtspunkten fatale Folgen:  Nur allzu oft sehen die Darlehensverträge ein Nachbesicherungsrecht der Bank für den Fall vor, dass der in Euro umgerechnete Darlehensstand einen bestimmten Anteil des Immobilienwertes übersteigt. Steigt der Kurs der fremden Währung gegenüber dem Euro und wird diese vereinbarte Schwelle überschritten, verlangen die Geldhäuser weitere Sicherheiten. Sind diese nicht mehr vorhanden, und kann sich der Darlehensnehmer mit der Bank nicht einigen, droht die Kündigung des Darlehens und die Zwangsversteigerung. Zudem müssen die Bauherren dann noch erheblich höhere Zinsen zahlen. Der erhoffte Zinsvorteil ist dann schnell hin. Die Finanzierung wird zum Alptraum.
  2. 2.  Durch den Wertverlust des Euro gegenüber der Finanzierungswährung steigt zudem der Betrag, der in Euro zur Ablösung des Darlehens aufgewandt werden muss. Statt der beispielsweise aufgenommenen 100.000 € muss man dann plötzlich 130.000 € an die Bank zurückzahlen. Für nicht wenige insbesondere junge Bauherren, die ihr Eigenheim knapp kalkuliert haben, ein fast aussichtsloses Unterfangen.  Damit zur Tilgung das nötige Kapital zur Verfügung steht, wurde in der Finanzierungsberatung häufig empfohlen, vorhandenes Eigenkapital nicht in die Immobilienfinanzierung einfließen zu lassen sondern in ein sogenanntes Tilgungsinstrument, etwa einer Lebensversicherung oder einen Aktienfonds einzuzahlen oder anzusparen. Gleichzeitig wurde der Darlehensbetrag erhöht. Aus Sicht der Finanzierungsberater ein auf die Optimierung der Provisionseinnahmen ausgerichtetes Modell. Für die Bauherren ein Fiasko: Zum einen haben sie durch die höhere Verschuldung mehr Zinsen zu zahlen, zum anderen sind die als „Tilgungsinstrument“ empfohlenen Anlagen zumeist sehr riskant, so dass das vorhandene und anzusparende Eigenkapital auch verloren gehen kann.Diese Umstände trieben die Mehrheit der Darlehensnehmer bis an die Grenze ihrer wirtschaftlichenLeistungsfähigkeit. Viele von ihnen zogen die Notbremse und stellten die Darlehen um, fortan in Euround mit annuitätischer Tilgung. Hierbei mussten die Darlehensnehmer Ausgleichszahlungen inschmerzlicher Höhe oder eine empfindliche Erhöhung der Darlehensvaluta hinnehmen.In Deutschland dürften nach Einschätzung von Fachanwalt Ebermann weit über 50.000Darlehensnehmer ihr Eigenheim zumindest teilweise mit einem Fremdwährungskredit finanzierthaben. Noch stärker als in Deutschland ist die Finanzierungsvariante mit Fremdwährungskrediten beiunseren Nachbarn in Österreich oder etwa in Ungarn verbreitet. Über 1,3 Millionen Magyaren – etwa13 % der gesamten Bevölkerung - haben vornehmlich bei Österreichischen Banken zumeist Kredite inSchweizer Franken auch zur Finanzierung eines Autos oder für sonstige Anschaffungenaufgenommen. Nachdem die ungarische Währung, der Forint, dann gegenüber dem Frankennachgab, konnten die meisten Darlehensnehmer ihren Verpflichtungen gegenüber den Banken nichtmehr nachkommen.Dabei dürften vielen Darlehensnehmern gegenüber den finanzierenden Banken oder denFinanzierungsberatern Schadenersatzansprüche wegen Pflichtverletzungen im Rahmen derKreditberatung zustehen. Zwar beinhalten die allermeisten Fremdwährungskreditverträge eineentsprechende Risikobelehrung der Darlehensnehmer. Allerdings sind diese Belehrungen häufigunzureichend. Fachanwalt Ebermann: „In Abhängigkeit von der Person der Darlehensnehmer undderen Vorerfahrungen mit Bankprodukten ist es in der Regel unzureichend, lediglich auf das abstrakteFremdwährungsrisiko hinzuweisen. Vielmehr muss einem Darlehensinteressenten klipp und klargesagt werden, wie sich dieses Risiko wirtschaftlich für ihn auswirken kann. Erst hiernach ist einDarlehensnehmer in der Lage zu entscheiden, ob dieses Risiko für ihn tragbar ist oder nicht.“Dabei kann sich Bankrechtsspezialist Ebermann auf eine Reihe von Gerichtsentscheidungen stützen,die zu den Fremdwährungsfinanzierungen ergangen sind: „Streitentscheidend ist in der Regel nichteine etwaige Risikobelehrung, sondern der tatsächliche Ablauf des Kreditberatungsgesprächs. Nurallzu oft haben die Berater hierbei die bestehenden Risiken geradezu heruntergespielt oderentsprechende Fremdwährungsdarlehen angeboten, obwohl es bereits eindeutige Hinweise derSpitzenverbände der Bankwirtschaft gab, die Kursbewegungen zu Lasten der Darlehensnehmervoraussagten und von bestimmten Währungen abrieten.“
  3. 3. Nittel | Kanzlei für Bank- und KapitalmarktrechtIhr AnsprechpartnerTino Ebermann, Rechtsanwalt | Fachanwalt für Bank- und KapitalmarktrechtHeidelberg:Hans-Böckler-Straße 2 A, 69115 HeidelbergTel.: 06221 - 915770 | Fax: 06221 – 9157729München:Residenzstraße 25, 80333 MünchenTel.: 089 – 25549850 | Fax: 089 – 25549855Hamburg:Dörpfeldstraße 6, 22609 HamburgTel.: 040 - 53799042 | Fax: 040 - 53799043Berlin:Rotherstraße 19, 10245 BerlinTel.: 030 - 95999280 | Fax: 030 - 95999279Leipzig:Rosa-Luxemburg-Straße 27 (Listhaus)04103 LeipzigTel.: 0341 – 21 8296 00 | Fax: 0341 – 21 8296 01www.nittel.coinfo@nittel.coArtikellink: http://www.nittel.co/kanzlei/aktuell/chancen-fuer-anleger-bei-falschberatung-ueber-fremdwaehrungskredite.htmlMehr Informationen zu Nittel | Kanzlei für Bank- und Kapitalmarktrecht finden Sie im Internet unterwww.nittel.co oder www.schiffsfonds-anleger.de.

×