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Interessenvertretung und Social Media
TU Berlin, Masterstudiengang Wissenschaftsmarketing,
Modul Public Affairs
Dr. Hans Bellstedt/Loretta v. Plettenberg, hbpa GmbH
Berlin, 29.09.2016
Digital Public Affairs
Agenda
Seite 2
I. Digitalisierung und Social Media – wo stehen wir?
II. Digitaler Auftritt: Unternehmen, Verbände, Politiker
III. Case Study „Die Raumfahrt“
IV. Fazit
Digitalisierung: Wo stehen wir?
Digitalisierung und Social Media – wo stehen wir?
Seite 3
▪ Digitale Technologien dringen in nahezu jeden Lebensbereich vor:
„Alles, was digitalisierbar ist, wird digitalisiert“.
▪ Moore‘s Law entfaltet (erst jetzt) seine ganze Wucht
▪ Disruptive Geschäftsmodelle hebeln etablierte Industrien aus (z.B.
FinTechs im Bankenbereich, Netflix statt Videothek)
▪ Allmacht der Plattformökonomie: Uber, AirBnB, Delivery Hero
▪ Internet of things: Vernetzung von Dingen, Prozessen, Daten und
Menschen (z.B. Smart Home, Smart City, Smart Factory)
▪ Industrie 4.0 (Roboter, Sensoren): Deutschlands Chance?
Sowie:
▪ Digitalisierung der Kommunikation: u.a. exponentielle Verbreitung der
Social Media…
Social Media Nutzung in Deutschland
Digitalisierung und Social Media – wo stehen wir?
Seite 4
Social Media Nutzung weltweit…
Digitalisierung und Social Media – wo stehen wir?
Seite 5 Quelle: Statista, 2016
1,712
1,000
1,000
555
500
313
300
200
106
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FACEBOOK
WHATSAPP
FACEBOOK MESSENGER
TUMBLER
INSTAGRAM
TWITTER
SKYPE
SNAPCHAT
LINKEDIN
PINTEREST
Aktive Nutzeraccounts in Millionen
Was heißt das für den Einzelnen?
Digitalisierung und Social Media – wo stehen wir?
g
Seite 6
▪ Nahezu unbegrenzte Möglichkeiten, eigene Botschaften abzusenden
-> Demokratisierung/Popularisierung der Kommunikation
▪ Nahezu unbegrenzte Erreichbarkeit (lokal, zeitlich…) und Auffindbarkeit
(digitaler Fußabdruck/digitale Identität)
▪ Neue „Gleichzeitigkeit“ des Erlebens im globalen Kontext (twitter, periscope…)
▪ Sammlung und kommerzielle Verwertung von Nutzerdaten
▪ Targeted Marketing: Anbieter von Produkten und Dienstleistungen adressieren
potentielle Kunden immer präziser
▪ Zunehmende Fernsteuerung durch Algorithmen („…könnte Dich auch
interessieren“)
 Fast alles im Netz ist umsonst – aber wir zahlen mit unseren Daten..!
Und was heißt es für Public Affairs?
Digitalisierung und Social Media – wo stehen wir?
Seite 7
▪ Handeln der Politik wird zunehmend transparent (v.a. durch twitter, u.a.
Regierungssprecher, Ministerien, immer mehr MdBs, führende EU-Politiker)
▪ Politik erhält zusätzliche Erklär- und Werbekanäle; Treffen mit der Wirtschaft
werden zunehmend über SoMe öffentlich gemacht
▪ PA-Akteure erhalten neuartige Möglichkeiten, Themen zu setzen, Botschaften
abzusenden oder über eigene Events und Aktivitäten zu berichten
▪ PA-Akteur kann Stakeholder über SoMe zusätzlich mobilisieren, aktivieren
▪ Mehr direkte Interaktion zwischen Politik und Public Affairs-Akteur (insbes.
über Retweets und Antwortfunktion bei twitter)  öffentlicher, transparenter
Dialog entsteht, mit der Möglichkeit für Dritte, daran zu partizipieren
 Social Media hat das Potential, die (vormals oft intransparente, im
„Hinterzimmer“ agierende) Public Affairs-Szene zu revolutionieren.
Agenda
Seite 8
I. Digitalisierung und Social Media – wo stehen wir
II. Digitaler Auftritt: Unternehmen, Verbände, Politiker
III. Case Study „Die Raumfahrt“
IV. Fazit
Mit „UdL digital“ fing alles an…
Seite 9
▪ Mit dem Digital PA-blog „UdL digital“ hat E-plus
(jetzt: Telefonica) den Standard gesetzt:
 Versteht sich als „Plattform für aktuelle Themen
der Digitalisierung“ und steht „für den Austausch
mit und über Politik“.
 Veranstaltungsberichte („UdL Digital Talk“) als
Bewegtbild (youtube, facebook)
 Gastbeiträge zu Einzelaspekten der
Digitalisierung
 Darstellung und Kommentierung der laufenden,
die Digitalwirtschaft betreffenden Gesetzgebung
 Kritische Begleitung der „Digitalen Agenda“ der
Bundesregierung
 Mit 2 713 Followern auf twitter und über 5 500
„gefällt mir“ auf facebook kann UdL digital sich auf
eine solide Verbreitung stützen.
Digitaler Auftritt: Unternehmen, Verbände, Politiker
Wenige Wochen vor der Wahl zum
Berliner AGH diskutierte M. Müller
(SPD) bei UdL Digital über Start-up-
Förderung in Berlin.
METRO – Digitales Hauptstadtbüro
Seite 10
▪ Mit dem Digitalen Hauptstadtbüro will der
Lebensmittelgroßhändler METRO seinen Beitrag zu mehr
Transparenz in der Interessenvertretung leisten:
 Digitales Hauptstadtbüro zeigt, „welche Positionen die
METRO Group hat und wie wir diese Interessen im
politischen Prozess vertreten“.
 „…Veröffentlichen wir auch, in welchen Ausschüssen
und Verbänden wir welche Mandate für das
Unternehmen wahrnehmen“.
 Berichte über Veranstaltungen, insbes.
„Mittwochsgesellschaft des Handels“; Möglichkeit,
Thesen des jew. Redners (zuletzt BM Heiko Maas, SPD)
vorab zu diskutieren: Interaktion mit Usern gewollt
 Monatsberichte (retrospektiv) über polit. Geschehen in
Berlin
 Rubrik „Nachgefragt“ lädt zur direkten User
Kommunikation ein.
Digitaler Auftritt: Unternehmen, Verbände, Politiker
Laut METRO Group sind Unternehmen
„Teil der Gesellschaft“
Die TUI Politik Lounge
Seite 11
▪ Mit der digitalen Politik Lounge will der Reisedienstleister
TUI Group Akzente in Sachen Transparenz setzen:
 „Demokratie lebt von transparenter und vielfältiger
Meinungsbildung“
 „Digitale und soziale Medien bieten eine ideale
Plattform…, um eine Vielzahl von Akteuren in
politische Entscheidungsprozesse einzubinden“.
 Positionspapiere, thematische Blogeinträge,
Veranstaltungshinweise und –berichte
 Bewegtbildformat „PolitikCLIP“
 Themen u.a.: Pauschalreiserichtlinie, Sonntagsverbot
für Online-Reiseberatung, Brexit (TUI = FTSE100-
notiert)
 Verbreitung über twitter (612 Follower)
 Profilierung der Tourismusindustrie als politischer
Akteur und Stakeholder
Digitaler Auftritt: Unternehmen, Verbände, Politiker
Die TUI Group ist seit 2015 mit ihren
politischen Themen im Internet
präsent.
Industrie pro TTIP
Seite 12
▪ Mit einer SoMe-Offensive versucht die Deutsche
Industrie, TTIP zu retten:
 Medienberichte, Fakten und Zahlen,
Argumentationshilfen, Interviews, Kurzfilme
 Maximale Vernetzung mit befreundeten Verbänden
(u.a. Familienunternehmer)
 Hauptziel ist es, „Argumente“ der TTIP-Gegner sachlich
zu entkräften.
 Auf twitter seit Juni 2015, derzeit > 1 900 Follower, 1
750 Gefällt mir“ auf facebook, zusätzlich auf Tumblr
(Blog)
 Offline-Aktivitäten, insbes. Plakatmotive („We want
TTIP“), Veranstaltungen, Infoscreens
 „Mit unseren Aktivitäten wollen wir die Diskussion
erden, denn es werden viele Sachen behauptet, die
inhaltlich so nicht haltbar sind“ (Holger Lösch, BDI-
Hauptgeschäftsführung)
Digitaler Auftritt: Unternehmen, Verbände, Politiker
Die deutsche Industrie sieht sich einer
massiven TTIP-Gegnerschaft gegenüber.
Peter Tauber, always online
Seite 13
▪ Der CDU-Generalsekretär zählt zu den aktivsten SoMe-
Nutzern im Deutschen Bundestag:
 100 000 Follower auf twitter, rd. 27 000 Gefällt mir auf
facebook
 Statements, Interviews, Fakten z.B. zur Lage am
Arbeitsmarkt, Fotos zu Treffen mit div. Stakeholdern,
Auftritte bei der Wirtschaft… alles wird geteilt.
 Regelmäßige Nadelstiche gegen S. Gabriel
 Runtastic-Meldungen über seine Jogging-Aktivitäten
 Anwürfe von Kritikern (z.B. T. Mönninghoff am 17.9.:
„…ihre heroische und selbstverliebte Art und Weise,
und das für dumm verkaufen des Wählers. Sie merken
es nicht einmal. Sie werden immer weiter abgestraft,
und das hat mit der verdammten Arroganz zu tun“)
veröffentlicht Tauber unzensiert.
 Aber: Einem Dauerpöbler auf seiner Facebook-Seite
beschied T.: "Sie sind ein A…loch" – Smiley.
Digitaler Auftritt: Unternehmen, Verbände, Politiker
Der CDU-Generalsekretär bedankte sich
im Sept. 2016 für 100 000 Follower mit
diesem Foto.
Wer sonst alles „zwitschert“…
Seite 14
▪ Regierungssprecher Steffen Seibert: „His Chancellor‘s
voice“, oder: Social Media als Regierungs-PR
▪ CSU-Verkehrs- und Digitalpolitikerin Dorothee Bär:
Gewitztes Wording, Dauer-Sticheleien gegen SPD,
unerschütterlicher Rückhalt für den FC Bayern
▪ SPD-Vize Ralf Stegner: Morgen-Grüße aus Bordesholm,
verlässliches CSU-Bashing, Musik-Tipps aus den 1980ern…
▪ FDP-Chef Christian Lindner: Reden im Landtag NRW,
Dauerattacken gegen GroKo, Grüne und LINKE, Fokus auf
Gründungen/Digitales
▪ Grünen-Politikerin K. Göring-Eckart: Eher präsidial-
staatstragend, klarer Fokus auf Bundestagswahl 2017
 Das „Gezwitscher“ im digitalpolitischen Raum ist
unüberschaubar geworden. Wer nicht selektiert, hat schon
verloren…
Digitaler Auftritt: Unternehmen, Verbände, Politiker
Fast schon Kult: Tweets der
Parlamentarischen Staatssekretärin
Dorothee Bär
Agenda
Seite 15
I. Digitalisierung und Social Media – wo stehen wir
II. Digitaler Auftritt: Unternehmen, Verbände, Politiker
III. Case Study „Die Raumfahrt“
IV. Fazit
Kampagne „Die Raumfahrt –
allumfassend“
Seite 16
▪ Deutsche Raumfahrtindustrie beschäftigt ca. 8 500
Menschen und erwirtschaftet einen Umsatz von 2,5 Mrd.
EUR pro Jahr
▪ Wichtige europäische Raumfahrt- Projekte sind u.a.:
Columbus (ISS-Forschungslabor), Galileo
(Satellitennavigation), Copernicus
(Erdbeobachtungssatelliten), Ariane-Trägerrakete
▪ Mit der Kampagne „Die Raumfahrt – allumfassend“ soll auf
den Nutzen der Raumfahrt aufmerksam gemacht werden.
▪ Mittel: Plakate, Factsheet, Microsite, Social Media,
Imagefilm, GIFs, Postkarten, Sticker
▪ Einbindung von Alexander Gerst, deutscher Astronaut und
angehender Commander der ISS auf der Microsite
 Kampagnenstart am Vorabend der ILA, 31.5.2016 in Berlin
Case-Study „Die Raumfahrt“
„Raumfahrt – allumfassend“,
Kampagne des Bundesverbandes
der Deutschen Luft- und
Raumfahrtindustrie e.V.
Raumfahrt: Kernbotschaften
Seite 17
▪ Raumfahrt nützt in vielen Bereichen den Menschen
auf der Erde:
▪ Satellitennavigation (Google Maps)
▪ Wetterbeobachtung
▪ Telekommunikation (Live-Übertragung)
▪ Forschung in der Schwerelosigkeit (Material, Gesundheit,
etc…)
▪ Erdbeobachtung (Klimaveränderungen aufspüren,
Hilfskräfte in Katastrophengebieten koordinieren)
▪ Raumfahrtunternehmen schaffen Arbeitsplätze und
stärken den Wirtschaftsstandort Deutschland
 Social Media hilft, diese Inhalte zu verbreiten:
▪ Facebook: https://www.facebook.com/Die-Raumfahrt-
1551064235194657/
▪ Twitter: https://twitter.com/Die_Raumfahrt
Case-Study „Die Raumfahrt“
2 Plakate der
Raumfahrtkampagne
Social Media (1): Twitter
Case Study „Die Raumfahrt“
Seite 18
Social Media (2): Facebook
Case Study „Die Raumfahrt“
Seite 19
Die Raumfahrt digital: Zwischenbilanz
Case Study „Die Raumfahrt“
Seite 20
▪ Mit 780 Followern auf Twitter und 1 730 "Gefällt mir"-Angaben auf Facebook hat "Die
Raumfahrt" nach 4 Monaten eine angemessene digitale Sichtbarkeit erreicht.
▪ Relevante Politiker folgen dem twitter-Kanal "Die Raumfahrt" und "liken“ einzelne
Tweets.
▪ Retweets durch relevante Politiker, bspw. die Wirtschaftsministerin von Baden-
Württemberg, sorgen für zusätzliche Verbreitung:
▪ Reaktion bzw. Interaktion der adressierten Politiker erfolgt v.a. dann, wenn ein
thematischer (z.B. MdB ist Berichterstatter) oder Wahlkreis-Bezug (z.B.
Mitgliedsunternehmen hat Standort im WK) gegeben ist.
Agenda
Seite 21
I. Digitalisierung und Social Media – wo stehen wir
II. Digitaler Auftritt: Unternehmen, Verbände, Politiker
III. Case Study „Die Raumfahrt“
IV. Fazit
Digital PA als „ergänzender Verstärker“
Fazit
Seite 22
▪ Tourismus (TUI), TTIP, Die Raumfahrt… die Möglichkeiten für den PA-Akteur,
sich und seinen Anliegen Gehör zu verschaffen, nehmen durch SoMe
signifikant zu.
▪ Durch Online-Plattformen, SoMe-Kanäle, Kurzfilme und Grafikanimationen
verschaffen Stakeholder ihren Themen eine Sichtbarkeit, die sie vorher nicht
hatten.
▪ Public Affairs und PR sind kaum mehr auseinanderzuhalten – aus Lobbying
wird „politische PR“.
▪ Jedoch ersetzen die digitalen Aktivitäten das konzentrierte 1:1-Gespräch
(Wirtschaft – Politik) nicht.
▪ Digital PA kann eher als verstärkende Ergänzung bzw. als „ergänzender
Verstärker“ gesehen werden.
 Allerdings: Wer PA nicht auch digital betreibt, der riskiert, übersehen zu
werden!
Vielen Dank!
Seite 23
▪ Rückfragen:
Dr. Hans Bellstedt, hb@hbpa.eu
Loretta von Plettenberg, lvp@hbpa.eu

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Interessenvertretung und Social Media

  • 1. Interessenvertretung und Social Media TU Berlin, Masterstudiengang Wissenschaftsmarketing, Modul Public Affairs Dr. Hans Bellstedt/Loretta v. Plettenberg, hbpa GmbH Berlin, 29.09.2016 Digital Public Affairs
  • 2. Agenda Seite 2 I. Digitalisierung und Social Media – wo stehen wir? II. Digitaler Auftritt: Unternehmen, Verbände, Politiker III. Case Study „Die Raumfahrt“ IV. Fazit
  • 3. Digitalisierung: Wo stehen wir? Digitalisierung und Social Media – wo stehen wir? Seite 3 ▪ Digitale Technologien dringen in nahezu jeden Lebensbereich vor: „Alles, was digitalisierbar ist, wird digitalisiert“. ▪ Moore‘s Law entfaltet (erst jetzt) seine ganze Wucht ▪ Disruptive Geschäftsmodelle hebeln etablierte Industrien aus (z.B. FinTechs im Bankenbereich, Netflix statt Videothek) ▪ Allmacht der Plattformökonomie: Uber, AirBnB, Delivery Hero ▪ Internet of things: Vernetzung von Dingen, Prozessen, Daten und Menschen (z.B. Smart Home, Smart City, Smart Factory) ▪ Industrie 4.0 (Roboter, Sensoren): Deutschlands Chance? Sowie: ▪ Digitalisierung der Kommunikation: u.a. exponentielle Verbreitung der Social Media…
  • 4. Social Media Nutzung in Deutschland Digitalisierung und Social Media – wo stehen wir? Seite 4
  • 5. Social Media Nutzung weltweit… Digitalisierung und Social Media – wo stehen wir? Seite 5 Quelle: Statista, 2016 1,712 1,000 1,000 555 500 313 300 200 106 100 FACEBOOK WHATSAPP FACEBOOK MESSENGER TUMBLER INSTAGRAM TWITTER SKYPE SNAPCHAT LINKEDIN PINTEREST Aktive Nutzeraccounts in Millionen
  • 6. Was heißt das für den Einzelnen? Digitalisierung und Social Media – wo stehen wir? g Seite 6 ▪ Nahezu unbegrenzte Möglichkeiten, eigene Botschaften abzusenden -> Demokratisierung/Popularisierung der Kommunikation ▪ Nahezu unbegrenzte Erreichbarkeit (lokal, zeitlich…) und Auffindbarkeit (digitaler Fußabdruck/digitale Identität) ▪ Neue „Gleichzeitigkeit“ des Erlebens im globalen Kontext (twitter, periscope…) ▪ Sammlung und kommerzielle Verwertung von Nutzerdaten ▪ Targeted Marketing: Anbieter von Produkten und Dienstleistungen adressieren potentielle Kunden immer präziser ▪ Zunehmende Fernsteuerung durch Algorithmen („…könnte Dich auch interessieren“)  Fast alles im Netz ist umsonst – aber wir zahlen mit unseren Daten..!
  • 7. Und was heißt es für Public Affairs? Digitalisierung und Social Media – wo stehen wir? Seite 7 ▪ Handeln der Politik wird zunehmend transparent (v.a. durch twitter, u.a. Regierungssprecher, Ministerien, immer mehr MdBs, führende EU-Politiker) ▪ Politik erhält zusätzliche Erklär- und Werbekanäle; Treffen mit der Wirtschaft werden zunehmend über SoMe öffentlich gemacht ▪ PA-Akteure erhalten neuartige Möglichkeiten, Themen zu setzen, Botschaften abzusenden oder über eigene Events und Aktivitäten zu berichten ▪ PA-Akteur kann Stakeholder über SoMe zusätzlich mobilisieren, aktivieren ▪ Mehr direkte Interaktion zwischen Politik und Public Affairs-Akteur (insbes. über Retweets und Antwortfunktion bei twitter)  öffentlicher, transparenter Dialog entsteht, mit der Möglichkeit für Dritte, daran zu partizipieren  Social Media hat das Potential, die (vormals oft intransparente, im „Hinterzimmer“ agierende) Public Affairs-Szene zu revolutionieren.
  • 8. Agenda Seite 8 I. Digitalisierung und Social Media – wo stehen wir II. Digitaler Auftritt: Unternehmen, Verbände, Politiker III. Case Study „Die Raumfahrt“ IV. Fazit
  • 9. Mit „UdL digital“ fing alles an… Seite 9 ▪ Mit dem Digital PA-blog „UdL digital“ hat E-plus (jetzt: Telefonica) den Standard gesetzt:  Versteht sich als „Plattform für aktuelle Themen der Digitalisierung“ und steht „für den Austausch mit und über Politik“.  Veranstaltungsberichte („UdL Digital Talk“) als Bewegtbild (youtube, facebook)  Gastbeiträge zu Einzelaspekten der Digitalisierung  Darstellung und Kommentierung der laufenden, die Digitalwirtschaft betreffenden Gesetzgebung  Kritische Begleitung der „Digitalen Agenda“ der Bundesregierung  Mit 2 713 Followern auf twitter und über 5 500 „gefällt mir“ auf facebook kann UdL digital sich auf eine solide Verbreitung stützen. Digitaler Auftritt: Unternehmen, Verbände, Politiker Wenige Wochen vor der Wahl zum Berliner AGH diskutierte M. Müller (SPD) bei UdL Digital über Start-up- Förderung in Berlin.
  • 10. METRO – Digitales Hauptstadtbüro Seite 10 ▪ Mit dem Digitalen Hauptstadtbüro will der Lebensmittelgroßhändler METRO seinen Beitrag zu mehr Transparenz in der Interessenvertretung leisten:  Digitales Hauptstadtbüro zeigt, „welche Positionen die METRO Group hat und wie wir diese Interessen im politischen Prozess vertreten“.  „…Veröffentlichen wir auch, in welchen Ausschüssen und Verbänden wir welche Mandate für das Unternehmen wahrnehmen“.  Berichte über Veranstaltungen, insbes. „Mittwochsgesellschaft des Handels“; Möglichkeit, Thesen des jew. Redners (zuletzt BM Heiko Maas, SPD) vorab zu diskutieren: Interaktion mit Usern gewollt  Monatsberichte (retrospektiv) über polit. Geschehen in Berlin  Rubrik „Nachgefragt“ lädt zur direkten User Kommunikation ein. Digitaler Auftritt: Unternehmen, Verbände, Politiker Laut METRO Group sind Unternehmen „Teil der Gesellschaft“
  • 11. Die TUI Politik Lounge Seite 11 ▪ Mit der digitalen Politik Lounge will der Reisedienstleister TUI Group Akzente in Sachen Transparenz setzen:  „Demokratie lebt von transparenter und vielfältiger Meinungsbildung“  „Digitale und soziale Medien bieten eine ideale Plattform…, um eine Vielzahl von Akteuren in politische Entscheidungsprozesse einzubinden“.  Positionspapiere, thematische Blogeinträge, Veranstaltungshinweise und –berichte  Bewegtbildformat „PolitikCLIP“  Themen u.a.: Pauschalreiserichtlinie, Sonntagsverbot für Online-Reiseberatung, Brexit (TUI = FTSE100- notiert)  Verbreitung über twitter (612 Follower)  Profilierung der Tourismusindustrie als politischer Akteur und Stakeholder Digitaler Auftritt: Unternehmen, Verbände, Politiker Die TUI Group ist seit 2015 mit ihren politischen Themen im Internet präsent.
  • 12. Industrie pro TTIP Seite 12 ▪ Mit einer SoMe-Offensive versucht die Deutsche Industrie, TTIP zu retten:  Medienberichte, Fakten und Zahlen, Argumentationshilfen, Interviews, Kurzfilme  Maximale Vernetzung mit befreundeten Verbänden (u.a. Familienunternehmer)  Hauptziel ist es, „Argumente“ der TTIP-Gegner sachlich zu entkräften.  Auf twitter seit Juni 2015, derzeit > 1 900 Follower, 1 750 Gefällt mir“ auf facebook, zusätzlich auf Tumblr (Blog)  Offline-Aktivitäten, insbes. Plakatmotive („We want TTIP“), Veranstaltungen, Infoscreens  „Mit unseren Aktivitäten wollen wir die Diskussion erden, denn es werden viele Sachen behauptet, die inhaltlich so nicht haltbar sind“ (Holger Lösch, BDI- Hauptgeschäftsführung) Digitaler Auftritt: Unternehmen, Verbände, Politiker Die deutsche Industrie sieht sich einer massiven TTIP-Gegnerschaft gegenüber.
  • 13. Peter Tauber, always online Seite 13 ▪ Der CDU-Generalsekretär zählt zu den aktivsten SoMe- Nutzern im Deutschen Bundestag:  100 000 Follower auf twitter, rd. 27 000 Gefällt mir auf facebook  Statements, Interviews, Fakten z.B. zur Lage am Arbeitsmarkt, Fotos zu Treffen mit div. Stakeholdern, Auftritte bei der Wirtschaft… alles wird geteilt.  Regelmäßige Nadelstiche gegen S. Gabriel  Runtastic-Meldungen über seine Jogging-Aktivitäten  Anwürfe von Kritikern (z.B. T. Mönninghoff am 17.9.: „…ihre heroische und selbstverliebte Art und Weise, und das für dumm verkaufen des Wählers. Sie merken es nicht einmal. Sie werden immer weiter abgestraft, und das hat mit der verdammten Arroganz zu tun“) veröffentlicht Tauber unzensiert.  Aber: Einem Dauerpöbler auf seiner Facebook-Seite beschied T.: "Sie sind ein A…loch" – Smiley. Digitaler Auftritt: Unternehmen, Verbände, Politiker Der CDU-Generalsekretär bedankte sich im Sept. 2016 für 100 000 Follower mit diesem Foto.
  • 14. Wer sonst alles „zwitschert“… Seite 14 ▪ Regierungssprecher Steffen Seibert: „His Chancellor‘s voice“, oder: Social Media als Regierungs-PR ▪ CSU-Verkehrs- und Digitalpolitikerin Dorothee Bär: Gewitztes Wording, Dauer-Sticheleien gegen SPD, unerschütterlicher Rückhalt für den FC Bayern ▪ SPD-Vize Ralf Stegner: Morgen-Grüße aus Bordesholm, verlässliches CSU-Bashing, Musik-Tipps aus den 1980ern… ▪ FDP-Chef Christian Lindner: Reden im Landtag NRW, Dauerattacken gegen GroKo, Grüne und LINKE, Fokus auf Gründungen/Digitales ▪ Grünen-Politikerin K. Göring-Eckart: Eher präsidial- staatstragend, klarer Fokus auf Bundestagswahl 2017  Das „Gezwitscher“ im digitalpolitischen Raum ist unüberschaubar geworden. Wer nicht selektiert, hat schon verloren… Digitaler Auftritt: Unternehmen, Verbände, Politiker Fast schon Kult: Tweets der Parlamentarischen Staatssekretärin Dorothee Bär
  • 15. Agenda Seite 15 I. Digitalisierung und Social Media – wo stehen wir II. Digitaler Auftritt: Unternehmen, Verbände, Politiker III. Case Study „Die Raumfahrt“ IV. Fazit
  • 16. Kampagne „Die Raumfahrt – allumfassend“ Seite 16 ▪ Deutsche Raumfahrtindustrie beschäftigt ca. 8 500 Menschen und erwirtschaftet einen Umsatz von 2,5 Mrd. EUR pro Jahr ▪ Wichtige europäische Raumfahrt- Projekte sind u.a.: Columbus (ISS-Forschungslabor), Galileo (Satellitennavigation), Copernicus (Erdbeobachtungssatelliten), Ariane-Trägerrakete ▪ Mit der Kampagne „Die Raumfahrt – allumfassend“ soll auf den Nutzen der Raumfahrt aufmerksam gemacht werden. ▪ Mittel: Plakate, Factsheet, Microsite, Social Media, Imagefilm, GIFs, Postkarten, Sticker ▪ Einbindung von Alexander Gerst, deutscher Astronaut und angehender Commander der ISS auf der Microsite  Kampagnenstart am Vorabend der ILA, 31.5.2016 in Berlin Case-Study „Die Raumfahrt“ „Raumfahrt – allumfassend“, Kampagne des Bundesverbandes der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie e.V.
  • 17. Raumfahrt: Kernbotschaften Seite 17 ▪ Raumfahrt nützt in vielen Bereichen den Menschen auf der Erde: ▪ Satellitennavigation (Google Maps) ▪ Wetterbeobachtung ▪ Telekommunikation (Live-Übertragung) ▪ Forschung in der Schwerelosigkeit (Material, Gesundheit, etc…) ▪ Erdbeobachtung (Klimaveränderungen aufspüren, Hilfskräfte in Katastrophengebieten koordinieren) ▪ Raumfahrtunternehmen schaffen Arbeitsplätze und stärken den Wirtschaftsstandort Deutschland  Social Media hilft, diese Inhalte zu verbreiten: ▪ Facebook: https://www.facebook.com/Die-Raumfahrt- 1551064235194657/ ▪ Twitter: https://twitter.com/Die_Raumfahrt Case-Study „Die Raumfahrt“ 2 Plakate der Raumfahrtkampagne
  • 18. Social Media (1): Twitter Case Study „Die Raumfahrt“ Seite 18
  • 19. Social Media (2): Facebook Case Study „Die Raumfahrt“ Seite 19
  • 20. Die Raumfahrt digital: Zwischenbilanz Case Study „Die Raumfahrt“ Seite 20 ▪ Mit 780 Followern auf Twitter und 1 730 "Gefällt mir"-Angaben auf Facebook hat "Die Raumfahrt" nach 4 Monaten eine angemessene digitale Sichtbarkeit erreicht. ▪ Relevante Politiker folgen dem twitter-Kanal "Die Raumfahrt" und "liken“ einzelne Tweets. ▪ Retweets durch relevante Politiker, bspw. die Wirtschaftsministerin von Baden- Württemberg, sorgen für zusätzliche Verbreitung: ▪ Reaktion bzw. Interaktion der adressierten Politiker erfolgt v.a. dann, wenn ein thematischer (z.B. MdB ist Berichterstatter) oder Wahlkreis-Bezug (z.B. Mitgliedsunternehmen hat Standort im WK) gegeben ist.
  • 21. Agenda Seite 21 I. Digitalisierung und Social Media – wo stehen wir II. Digitaler Auftritt: Unternehmen, Verbände, Politiker III. Case Study „Die Raumfahrt“ IV. Fazit
  • 22. Digital PA als „ergänzender Verstärker“ Fazit Seite 22 ▪ Tourismus (TUI), TTIP, Die Raumfahrt… die Möglichkeiten für den PA-Akteur, sich und seinen Anliegen Gehör zu verschaffen, nehmen durch SoMe signifikant zu. ▪ Durch Online-Plattformen, SoMe-Kanäle, Kurzfilme und Grafikanimationen verschaffen Stakeholder ihren Themen eine Sichtbarkeit, die sie vorher nicht hatten. ▪ Public Affairs und PR sind kaum mehr auseinanderzuhalten – aus Lobbying wird „politische PR“. ▪ Jedoch ersetzen die digitalen Aktivitäten das konzentrierte 1:1-Gespräch (Wirtschaft – Politik) nicht. ▪ Digital PA kann eher als verstärkende Ergänzung bzw. als „ergänzender Verstärker“ gesehen werden.  Allerdings: Wer PA nicht auch digital betreibt, der riskiert, übersehen zu werden!
  • 23. Vielen Dank! Seite 23 ▪ Rückfragen: Dr. Hans Bellstedt, hb@hbpa.eu Loretta von Plettenberg, lvp@hbpa.eu