FZS Gorilla Magazine 02/13

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FZS Gorilla Magazine 02/13

  1. 1. Wir sind Preisträger!Die ZGF ist die erste Preisträgerin desKfW-Bernhard-Grzimek-PreisesHerzlichen GlückwunschDer Manú Nationalpark wird40 Jahre alt.MITGLIEDERMAGAZIN DERZOOLOGISCHEN GESELLSCHAFT FRANKFURT VON 1858 E. V.ISSN 1863-1789GORILLAIm Osten Perus schützt die ZGFeinzigartige RegenwälderNo022013
  2. 2. 24 ZGF DIALOG24 Leserbriefe25 Dank an die SpenderHerausgeberZoologische Gesellschaft Frankfurt von 1858 e.V.Bernhard-Grzimek-Allee 1, 60316 FrankfurtT: (069) 94 34 46 0 Fax (069) 43 93 48E: info@zgf.deI: www.zgf.deRedaktionDipl.-Biol. Dagmar Andres-Brümmer,Zoologische Gesellschaft FrankfurtT: (069) 94 34 46 11F: (069) 43 93 48E: andres-bruemmer@zgf.deMit Beiträgen vonDr. Christof Schenck, Dagmar Andres-Brümmer, Katharina Hensen,Dr. Stefan Stadler, Dr. Peter Pratje, Claudia Carda-Döring, MichaelBrombacher, Christine Kurrle sowie namentlich gekennzeichnetenAutorinnen und Autoren.Fotos: alle Bilder ZGF, sofern nicht anders angegeben.Titelfoto: André BärtschiGestaltung: atelier himmelbraun, Frankfurt am MainLektorat: Maria UllmannErscheinungsweise: vierteljährlichAuflage: 5.500 ExemplareDruck: Druck- und Verlagshaus Zarbock GmbH & Co. KG,Frankfurt, gedruckt auf 100 % RecyclingpapierISSN: 1863-1789ZGF GORILLA ist die Mitgliederzeitschrift der ZoologischenGesellschaft Frankfurt von 1858 e. V. Der Bezugspreis istim Mitgliedsbeitrag enthalten.©ZGF 2013, Nachdruck nur mit Genehmigung gestattetIMPRESSUM DANKEWir danken unseren Freunden, Spendern und Sponsoren, ohnedie wir unsere Naturschutzarbeit nicht in dem Maße umsetzenkönnten, wie wir es heute tun.1015 18www.facebook.com/Frankfurt.Zoological.SocietyWWW.ZGF.DE03 EDITORIAL10 SCHWERPUNKT:PERU10 Eine Schönheit wird 40:der Manú Nationalpark im Südosten Perus14 Die Veteranen des Manú15 Natur verstehenUmweltbildung ist ein wichtiger Faktorbeim Naturschutz18 Die unglaubliche Reise von Diablo IIÜberraschung bei der Ottersuche20 Entdeckung und Wiederentdeckungin Pampas del Heath22 Hüter des Waldes04 AKTUELLES WELTWEITNeues aus unseren Projekten, von unserenPartnern und rund um die ZGF-Projektgebiete26 AUS DEM ZOO FRANKFURT26 Aktuelles27 Veränderungen im Tierbestand 222 ZGF GORILLA | AUSGABE 2/2013INHALT 02 / 2013
  3. 3. artenreichsten Parks der Erde konnte all die Jahrzehnte erfolgreich vorPlünderung, Wilderei, Ferntrassen, Dämmen oder dem Abbau vonBodenschätzen bewahrt werden. Damit entging Manú nicht nur demSchicksal so vieler anderer Schutzgebiete, sondern es entstanden imdirekten Umfeld noch weitere riesige Schutzgebiete, wie der Purús-Nationalpark, das Santuario Nacional Megan-toni oder die Schutzgebiete indigener Völkerim Osten und Westen des Parks.Bereits 1969, also noch vier Jahre vor Grün-dung des Parks, erbaute der deutsche For-scher Prof. Rudolf Hofmann mit Mitteln derZGF eine erste einfache Forschungsstationam Oberlauf des Manú-Flusses. Wenige Jahrespäter nutzte der ZGF-Mitarbeiter Kai Ottedie Station Cocha Cashu bei seinen For-schungsarbeiten zu den Mohrenkaimanen. Ich selbst hatte eben-falls das Privileg, im Auftrag der ZGF vor mehr als zwanzig Jahrenim Manú Park zu arbeiten. Drei meiner anstrengendsten und in-tensivsten Jahre habe ich im Zelt an den Ufern des Manú-Flusseszugebracht. Der langjährige Ansatz ist ein Markenzeichen der Natur-schutzarbeit der ZGF, aber auch die flexible Anpassung an wech-selnde Herausforderungen. Wie es heute, fast ein halbes Jahrhundertnach den ersten Anfängen, in unserem Peru-Programm aussieht, daserfahren Sie in diesem Heft.Der Manú Nationalpark ist eine Erfolgsgeschichte, an der vieleAkteure mitgeschrieben haben. Und die Auszeichnung des KfW-Bernhard-Grzimek-Preises geht ebenso an so viele Menschen, diedie Naturschutzarbeit, die jetzt mit dem Preis gewürdigt wurde, erstermöglicht haben. Dazu gehören auch ganz besonders alle unsereSpender, Förderer und Mitglieder. So fällt das Licht des Preises auchauf Sie.„And the Oscar goes to …“Fast sohaben wir uns gefühlt, als am 10. April unser Präsident, HerrKittscher, für die Zoologische Gesellschaft Frankfurt den erstenKfW-Bernhard-Grzimek-Preis in Empfang nehmen konnte. Dieneu gegründete KfW Stiftung als Preisgeber würdigte damit denjahrzehntelangenweltweitenEinsatzderZGFfürdieErhaltungvonArtensowiedenSchutzgroßer Wildnisgebiete. Die Redner, allenvoran Bundesentwicklungsminister DirkNiebel, waren voll des Lobes für die ZGF.Doch es wurde auch deutlich: Die Welt hatsich geändert seit Grzimeks Zeiten: Die Welt-bevölkerunghatsichverdoppeltunddiesiebenMilliarden überschritten, der Klimawandelhat sich verschärft und der Verlust der biolo-gischen Vielfalt hat erschreckende Ausmaßeangenommen. Bereits vor mehr als 30 Jahren sah Bernhard Grzimekdie Wilderei auf Elefanten und Nashörner als großes Problem undversuchte die Behörden in Afrika beim Schutz der bedrohten Tiereund der Nationalparks nach Kräften zu unterstützen. Nach Jahr-zehnten positiver Entwicklung, auch das wurde bei den Reden undGesprächen an diesem Abend deutlich, stehen wir heute erneutvor einer riesigen Wildereiwelle, die in ihren Ausmaßen aufgrundder verfügbaren Technik der Wilderer und der enormen Preise fürElfenbein und Nasenhorn in Asien, alles Dagewesene bei Weitemübertrifft. In diesem Kontext ist klar, dass so ein Preis Lob undMotivation bedeutet, aber auch Verpflichtung und Ansporn. OhneZweifel wird der 10. April 2013 in die Chronik der ZGF als beson-deres Datum eingehen.Ein weiteres wichtiges Datum zu einer einzigartigen Erfolgsgeschichtesteht auf der anderen Seite des Planeten an: Im Südosten Perusfeiert der Manú Nationalpark sein 40-jähriges Bestehen. Einer derDr. Christof Schenck, Geschäftsführer derZoologischen Gesellschaft FrankfurtLiebe Leserinnen undLeser, liebe Mitgliederund Freunde,Im Südosten Perus feiertder Manú Nationalpark,einer der artenreichs-ten Parks der Erde, sein40-jähriges Bestehen.3ZGF GORILLA | AUSGABE 2/2013EDITORIAL
  4. 4. FRANKFURTKfW Bernhard-Grzimek-Preis für die ZGFKaum ein anderes Datum wäre passendergewesen als der 10. April. Der Tag, an demdie erst wenige Monate alte KfW Stiftungerstmals den KfW Bernhard-Grzimek-Preisverlieh, wäre der 104. Geburtstag von Bern-hard Grzimek gewesen. Erster Preisträgerder neuen Auszeichnung ist die ZoologischeGesellschaft Frankfurt, die den Preis alsEhrenpreis erhielt.Fast 300 Gäste waren der Einladung derKfW Stiftung zur feierlichen Preisverleihungin den Festsaal des Frankfurter Palmengar-tens gefolgt und durften sich mit ZGF-Präsi-dent Gerhard Kittscher freuen, der den Preisvon Dr. Norbert Kloppenburg, Mitglied desVorstands der KfW Bankengruppe, entge-gennahm. Die KfW Stiftung würdigte damitden jahrzehntelangen weltweiten Einsatzder ZGF für die Erhaltung von Arten sowieden Schutz großer Wildnisgebiete. „Uns be-deutet dieser Preis sehr viel“, sagte PräsidentKittscher in seinen Dankesworten, denn erzeige, dass unser Engagement gesehen undanerkannt werde, vor allem auch von poli-tischer Seite.Dass dem so ist, betonte der Bundesministerfür wirtschaftliche Zusammenarbeit undEntwicklung, Dirk Niebel, in seiner Lauda-tio mehrfach. Die ZGF sei für sein Mini-sterium mittlerweile in vielen Ländern zueinem wichtigen und verlässlichen Partnergeworden, nicht nur in der Serengeti, son-dern auch in Kasachstan und in Guyana, wodie ZGF gemeinsam mit dem Bundesmi-nisterium für wirtschaftliche Zusammen-arbeit und Entwicklung (BMZ) Projektevorantreibe, bei denen Naturschutz mit Ent-wicklungsvorhaben Hand in Hand geht. Ins-gesamt eine halbe Milliarde Euro will dieBundesregierung ab 2013 jährlich für dieErhaltung von Biodiversität ausgeben. „Daskönnen wir nicht alleine, dazu brauchen wirverlässliche Partner vor Ort“, sagte Niebel.In seiner Laudatio erinnerte der Ministeraber auch an den unermüdlichen Einsatzvon Bernhard Grzimek für den Natur-schutz: „Bernhard Grzimek hat durch seineFilme Menschen inspiriert und so denErhalt wichtiger Ökosysteme und Schutz-gebiete gesichert. Sein Film ‘Serengeti darfnicht sterben’ ist Legende. Die Persönlich-keit Bernhard Grzimeks führte den Men-schen vor Augen, dass gesellschaftlichesEngagement über die eigene Disziplinhinaus große Dinge bewegen und verän-dern kann. Für dieses Engagement steht derKfW Bernhard-Grzimek-Preis.“ Er freuesich daher, dass mit der ZGF eine Orga-nisation den Preis erhalte, die wie keineFoto:NorbertGuthierÜBERRASCHUNGSBESUCHOhne große Voranmeldung besuchteVietnams ehemaliger Präsident Tran DucLuong das Endangered Primate Rescue Cen-ter EPRC im Cuc Phuong Nationalpark. „Erinformierte sich ausgiebig über die Affenund die Station“, berichtet Projektleiter TiloNadler. Das EPRC, in dem gefährdete Pri-matenarten versorgt und wieder ausgesie-delt werden, wird seit einiger Zeit vom ZooLeipzig mitgetragen, der die Trägerschaft desZentrums zukünftig ganz übernehmen wird.Foto:LuongVanHienBundesentwicklungsminister Dirk Niebel hält die Laudatio auf die ZGF.Ex-Präsident Tran Duc Luong besucht dasEndangered Primate Rescue Center EPRC.4 ZGF GORILLA | AUSGABE 2/2013AKTUELLES WELTWEIT
  5. 5. andere mit dem Wirken von BernhardGrzimek verbunden sei. Der Namensgeberdes Preises, Prof. Dr. Bernhard Grzimek(1909–1987), war langjähriger FrankfurterZoodirektor sowie Präsident der Zoolo-gischen Gesellschaft Frankfurt.In Grzimeks Tradition will die ZGF auch die50.000 Euro Preisgeld einsetzen, wie Präsi-dent Gerhard Kittscher betonte: „TANAPA,die Nationalparkbehörde von Tansania, stehtvor der enormen Herausforderung, die im-mer professioneller werdende Wilderei aufFoto:NorbertGuthierNACHWUCHS IN SAMBIATolle Neuigkeiten aus Sambia! Mitte Aprilwurde die elfjährige Nashornkuh Twashuka(zu Deutsch „Dankbarkeit“) zum erstenMal mit einem neugeborenen Kalb gesehen.Twashuka wurde 2006 von Südafrika nachSambia gebracht und lebt bereits seit sie-ben Jahren im North Luangwa National-park. ZGF-Projektleiter Ed Sayer freut sichüber die Geburt: „Twashuka hat ein bisschengebraucht, sich an die neue Umgebung zugewöhnen. Aber die Tatsache, dass sie nunNachwuchs bekommen hat, beweist, dasssie sich hier gut eingelebt hat!“ Die ZGF hatzwischen 2003 und 2010 insgesamt 20 Spitz-maulnashörner im North Luangwa National-park wieder angesiedelt, nachdem die Artseit 1998 in Sambia ausgestorben war.Elefanten und Nashörner einzudämmen.Wir wollen unseren Partner TANAPA hier-bei noch stärker unterstützen und werdendaher die 50.000 Euro Preisgeld in eine wei-tere zusätzliche Anti-Wilderei-Maßnahmeinvestieren. Vonseiten TANAPAs wurdeder Wunsch an uns herangetragen, einenneuen Kontrollraum zu errichten – also einGebäude, in dem die Fäden der Wilderei-bekämpfung durch die Ranger zusammen-laufen und koordiniert werden. Das haltenwir für extrem wichtig und sind deswegenfroh, mit dem Preisgeld zusätzliche Mittelhierfür zur Verfügung zu haben. Zudemist das ein Engagement, das ganz im SinneBernhard Grzimeks wäre.“Ú Den Film zur Veranstaltung finden Sie hier:www.youtube.com/watch?v=MTeVjTbpAx4oder Sie scannen den QR-CodeTwashuka kam vor 7 Jahren aus Südafrika inden North Luangwa Nationalpark in Sambia.ZGF-Präsident Gerhard Kittscher (li.) freut sich mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der ZGF-Geschäftsstelle in Frankfurt über denBernhard-Grzimek-Preis.5ZGF GORILLA | AUSGABE 2/2013AKTUELLES WELTWEIT
  6. 6. SUMATRATrauriges Ende eines packenden ExperimentsDas Leben im Dschungel ist gefährlich. Nach17 Monaten Freiheit im Regenwald starb derim Zoo von Perth (Australien) geborene Orang-Utan-Mann Semeru vor wenigen Wochen aneinem hochgiftigen Schlangenbiss.Semeru war im Oktober 2011, damals gutsechs Jahre alt, in die von der ZGF geleiteteAuswilderungsstation in Bukit Tigapuluhauf Sumatra gekommen. Gut einen Monatspäter konnte er bereits ausgewildert werdenund lebte seit November 2011 in Freiheit imNationalpark, zwischen anderen ebenfallsausgewilderten Orang-Utans.„Semeru war schon am ersten Tag seinerAuswilderung kaum an Kontakt mit Men-schen interessiert, blieb den ganzen Tag aufBäumen und suchte und fand Nahrung ohnedie Hilfe der Pfleger. Alles sehr gute Voraus-setzungen für eine erfolgreiche Auswilde-rung“, berichtet ZGF-Programmleiter PeterPratje. Semerus unerwarteter Tod durcheinen Schlangenbiss in seinem Schlafnestsei tragisch, so Pratje, gehöre aber zumLeben im Regenwald: „So etwas lässt sichnicht vermeiden und hätte jeden wildenOrang-Utan auch treffen können.“Die Vorbereitungen für Semerus Auswilde-rung hatten im Perth Zoo bereits zwei Jahrevor seiner Reise nach Sumatra begonnen.Das Personal der Primatenabteilung hattesich täglich um Semerus Training geküm-mert, um von der fruchtdominierten Nah-rung im Zoo auf eine urwaldähnlichereMischnahrung aus Früchten (vor allemFeigen), Blättern und innerer Baumrindeumzustellen. Auch bekam Semeru Zugangzu Bäumen im Zoo, um den Nestbau übenzu können.Als sich Semeru nun am Abend des 24. Märzin sein selbstgebautes Schlafnest hoch obenin den Bäumen von Bukit Tigapuluh legenwollte, nahm das Unglück seinen Lauf. SeineBetreuer am Boden hörten ein lang anhal-tendes Wimmern. Da Semeru aus einemZoo stammt, stand er unter besondererBeobachtung, denn die Frage, wie die Aus-wilderung eines solchen Tieres verläuft, istauch wissenschaftlich interessant. Er wurdesomit trotz seiner Freiheit noch kontinuier-lich überwacht.Foto:BerndJonkmannsNEUE NATURSCHUTZBOTSCHAFTERZwischen November 2012 und Januar 2013wurden zehn Personen zu neuen Naturschutz-botschaftern ausgebildet. Sie verstärken nundie Gruppe Ehrenamtlicher, die für den Zoound die ZGF tätig sind und den Zoobesu-chern Themen rund um den Naturschutznäherbringen. Projektleiterin Lena Schmidtfreut sich über die Erweiterung ihres Teamsund auf die Zusammenarbeit mit den neuenEhrenamtlichen.Ú www.naturschutz-botschafter.deJede Auswilderung birgt gewisse Gefahren, das lässt sich nicht vermeiden. Aber es ist das Risikowert, denn bei den Sumatra-Orang-Utans zählt jedes Individuum, das zurück in den Wald kommt unddie freilebende Population vergrößert.Projektleiterin Lena Schmidt (3. v. r.) und diefrischgebackenen Naturschutzbotschafter.6 ZGF GORILLA | AUSGABE 2/2013AKTUELLES WELTWEIT
  7. 7. ZGF-Finanzchef Florian Becker-Gitschel(vorne) bildete die Buchhalterinnen und Buchhalterunserer Projekte in Afrika weiter.Am kommenden Morgen bewegte sichSemeru nicht mehr. Sein lebloser Körperwurde aus dem Baum geborgen und in derStation obduziert. Zwei Einstiche unterhalbdes linken Schulterblatts und dunkle Verfär-bungen der Haut rund um die Bisswundeidentifizierten den Täter: höchstwahrschein-lich eine Viper. Offenbar hatte es sich auchdie Schlange in dem Schlafnest gemütlichmachen wollen.„Semerus Tod war zwar weder vorherzusehennoch zu vermeiden, trotzdem ist er ein Rück-schlag für unsere Bemühungen“, sagt PeterPratje. In Sumatras Wäldern leben heute nurnoch ca. 6.000 Orang-Utans. Ihr Bestand istdurch dramatische Entwaldung stark gefähr-det. Im Kampf ums Überleben dieser Men-schenaffen ist jedes Individuum wichtig.STUTTGARTAuszeichnung für Michaela SkubanDie Biologin Michaela Skuban lebt seit 2006in der Slowakei und setzt sich dort für denSchutz des Braunbären und seines Lebens-raums ein.Ende Februar wurde Skubans Engage-ment mit dem „Trophée de Femmes“, demUmweltpreis der Fondation Yves Rocher,gewürdigt. Der Preis würdigt ein außer-gewöhnliches Engagement von Frauen fürdie Umwelt. Michaela konnte sich unter 40Bewerberinnen für den deutschen „Tro-phée de Femmes“ durchsetzen und erhieltden mit 5.000 Euro dotierten 2. Preis. Beider feierlichen Preisverleihung in der Stutt-garter Staatsgalerie durfte sie den Preis vomStiftungsgründer Jacques Rocher persön-lich in Empfang nehmen.Eins der Hauptziele von Michaelas Arbeit inder Slowakei ist die Schaffung von Rückzugs-räumen und Wanderwegen für die Bären,denn durch den Bau von Straßen und Sied-lungen, aber auch durch den anwachsendenTourismus, werden die Tiere immer stärkerisoliert. Meist sind die verbleibenden Räumezu klein, um einen gesunden Bärenbestandaufrechtzuerhalten. Michaela und ihr Teamhaben als erste Wissenschaftler Braunbärenin der Slowakei besendert, um dadurchüberhaupt erst zuverlässige Daten über dieWanderung der Tiere und über die Popula-tionsgröße zu bekommen. Die Erkenntnissedes Projektes fließen in die länderübergrei-fende Naturschutzkooperation „Transeuro-päische Wildtiernetze im Karpatenraum“(TEWN) ein. Diese hat zum Ziel, die Zer-schneidung der Landschaften in Kroatien,Polen, der Slowakei, Bulgarien und Rumä-nien einzudämmen, um sie als Lebensraumzu erhalten. Michaelas Arbeit wurde von derZGF mitfinanziert, daher freuen wir uns mitMichaela Skuban über ihre Auszeichnung.ZAHLENSPIELEDie Weiterbildung der Projektbuchhalterüberall in unseren Projekten draußen in derWelt ist für uns wichtig, um unsere Quali-tätsansprüche an die Finanzadministrationund die Einhaltung der finanzorientiertenProzesse sicherzustellen. Länderübergrei-fende Projekte und internationale Geld-geber erfordern eine gute Kommunikation.Die ZGF führt daher regelmäßig regionaleSchulungen für die Buchhalter durch, dennder persönliche Austausch in einem Work-shop hilft uns, Probleme oder Missverständ-nisse schnell zu entdecken und auszuräumenund somit noch effizienter zu arbeiten. DasBild zeigt unsere Projektbuchhalterinnen und-buchhalter aus verschiedenen Projekten inTanzania, Sambia und Äthiopien.Die Gewinnerinnen des „Trophée deFemmes“ 2013: Gülcan Nitsch (1. Preis),Dr. Brigitte Dahlbender (3. Preis) und MichaelaSkuban (2. Preis) zusammen mit StiftungsgründerJacques Rocher.Die beiden punktförmigen Einstiche weisenauf den „Mörder“ von Semeru hin: eine hoch-giftige Viper.7ZGF GORILLA | AUSGABE 2/2013AKTUELLES WELTWEIT
  8. 8. RHÖNAbschiedsgala für das WildkatzenprojektMit einer feierlichen Abschluss-Gala ging am21. März 2013 das Projekt „Die Wildkatze inder Rhön – auf leisen Pfoten in eine sichereZukunft“ offiziell zu Ende.Mehr als 150 Gäste aus Politik, Wirtschaft,Medien, Naturschutz und Forst sowie BürgerausderRhönwarenderEinladungdesVereinsRhönNatur e. V., der Allianz Umweltstiftungund der Zoologischen Gesellschaft Frank-furt gefolgt. Fünf Jahre lang hatten sich dieProjektpartner dafür eingesetzt, die Lebens-bedingungen der Wildkatze im Biosphären-reservat Rhön zu verbessern. Während derGala gaben sie nun Einblick in die Erfolgedes Projektes – mit Bildershows zum natur-nahen Wildkatzenwald, Talkrunden undeinem beeindruckenden Film über das Lebender Wildkatze.Für Michael Brombacher, den Vorsitzendendes Vereins RhönNatur und ZGF-Referats-leiter geht zwar ein Projekt zu Ende, nichtaberdasEngagementfürdieWildkatze:„DasWildkatzenprojekt ist abgeschlossen, aber esfindet eine Übergabe des Staffelstabes statt:an die Forstverwaltungen, die Verwaltungs-stellen des Biosphärenreservates und dieNaturparkverwaltung, die die Untersu-chungen zur Wildkatze sowie die Infor-mationsarbeit mit eigenen Mitteln undEngagement weiterführen.“Seit 2007 waren im Rahmen des Projektesdie Wildkatzen der Rhön erforscht worden.Mithilfe von DNA-Proben konnten 26 Kat-zen identifiziert und nachgewiesen werden.Die Ergebnisse deuten auf vier verschiedeneWildkatzen-Teilpopulationen in der Rhönhin. Das wiederum lässt vermuten, dassdie Wildkatzen bei ihren Wanderungen aufHindernisse stoßen. Deshalb entstand mit-hilfe eines Computerprogramms ein soge-nanntes „Korridor-Modell“. Dabei wurdeerfasst, wo für Wildkatzen geeignete Wäldervorhanden sind. Das sind u. a. der Truppen-übungsplatz Wildflecken, die Osthänge derLangen Rhön, die Schwarzen Berge und dieKuppige Rhön. Dann wurde untersucht,wo die Katzen durch strukturreiche Wälder,entlang von Hecken und Gebüschen und überextensiv genutzte Landwirtschaftsflächenmöglichst ungestört wandern können.Ein weiterer Schwerpunkt des Wildkatzen-projektes war die aktive Verbesserung desLebensraums der Wildkatze sowie die Auf-klärung und Information über Felis silvestris,unsere scheue Europäische Wildkatze.NATIONALPARKS WELTWEITWie wild und natürlich sind Nationalparkswirklich? In der neuen Ausgabe der ZeitschriftNationalpark vergleicht ZGF-GeschäftsführerDr. Christof Schenck Nationalparks in Ame-rika, Afrika und Europa. Er kommt zu dem Er-gebnis, dass die Nationalparks in Nord- undSüdamerika am ehesten dem Anspruch gerechtwerden, großräumig natürliche Abläufe zu si-chern, während in europäischen Nationalparksnicht selten stark eingegriffen wird.Ú www.oekom.de/zeitschriften/nationalpark/aktuelles-heftFoto:CarstenBraunDie Europäische Wildkatze (Felis silvestris) ist in der Rhön zuhause. Das Projekt zu ihrem Schutzliegt nun u. a. in der Hand der Forstverwaltungen, der Verwaltungsstellen des Biosphärenreservatesund der Naturparkverwaltung.WiewirkNatiDr. Crika,gebnSüdawerdh8 ZGF GORILLA | AUSGABE 2/2013AKTUELLES WELTWEIT
  9. 9. WEISSRUSSLANDIn der Tschernobyl-Sperrzone: Schön und unheimlich zugleichDer Zutritt in das eingezäunte Gebiet der30-km-Sperrzone um den Atomreaktor vonTschernobyl ist verboten. Nur ausgewählteForscher und die Mitarbeiter des Schutzge-bietes bekommen eine Erlaubnis. MichaelBrombacher, Leiter des ZGF-Europapro-gramms, hatte Mitte April die Gelegenheit, ge-meinsam mit weißrussischen und englischenForschern in die Sperrzone zu reisen.Herr Brombacher, warum fährt jemandfreiwillig in die Sperrzone von Tschernobyl?Michael Brombacher: Weil ich sehen wollte,wie echte Wildnis in Europa aussieht. Odervielmehr, wie sich die Natur entwickelt,wenn der Mensch nicht eingreift. VerstehenSie mich nicht falsch, so tragisch die Situa-tion rund um den Katastrophen-Reaktor ist,so faszinierend ist sie für uns Biologen. Denn1986 ist hier gewissermaßen unfreiwillig einriesiges Freilandlabor entstanden – einegigantische Referenzfläche, wie sich dieNatur in unseren Breitengraden verhaltenwürde, wenn wir Menschen nicht Felderoder Wälder nutzen oder gar Lebensräumepflegen würden.Ist es dort nicht unheimlich? Zumal man jaweiß, dass man die Gefahr durch die nochimmer vorhandene Strahlung nicht sehen,nicht spüren kann?Doch, es ist schon unheimlich. Überall gibt esWarnzeichen und Schilder mit der aktuellenStrahlenbelastung. Man kann sich nur sehrkurz im Gebiet aufhalten. In den Dörfern istdie Tragödie noch immer sichtbar. Da liegtSpielzeug vor den Häusern herum und manspürt förmlich, wie die Menschen Hals überKopf ihre Heimat verlassen mussten.Heißt das, alles ist geisterhaft leer?Was die Menschen anbelangt, ja. Aber wasdie Tiere betrifft, vergisst man das schnell,da fühlt man sich fast wie auf einer Safari.Wir haben in kürzester Zeit Elche gesehen,balzende Birkhühner, viele Schreiadler. Undsogar einen Wolf konnten wir tagsüber be-obachten.Die Natur hat sich also die verlasseneRegion zurückerobert?Ja. Und wie gesagt, das ist auch das spannendean der Region und der Grund, warum sie unsinteressiert. Zum einen ist es erstaunlich, wieschnell sich die Natur regeneriert hat undzum anderen ist es spannend, die Prozesse zubeobachten. Denn hier laufen natürliche Pro-zesse ab, die es bei uns in Mitteleuropa schonlange nicht mehr gibt. Beispielsweise wissenwir nichts darüber, wie es sich auf die Wald-entwicklung auswirkt, wenn große Beständevon Raubtieren, wie z.B. Wölfe, da sind. Ver-teilt sich das Rotwild anders? Wie ändert sichder Verbiss? Oder: Was passiert bei großenBeständen an Grasfressern wie Rothirsch,Wisent oder Wildpferd? Halten sie den Waldoffen? Welche Dynamik entsteht? Wie ver-schiebt sich das Spektrum der Arten, von ei-ner genutzten Offenlandschaft hin zu einerLandschaft, die sich in weiten Teilen zu einemstrukturreichen Wald, zu großen wiederver-nässten Niedermooren und weiten Auen-bereichen entwickelt.Wie wird sich die ZGF denn zukünftigdort einbringen?Wissenschaftler aus Weißrussland arbeitenschon länger in der Region und haben dieEntwicklung über die letzten Jahrzehnte gutdokumentiert. Aber die Daten sind bislangweder publiziert worden, noch liegen sie aufEnglisch vor. Wir wollen nun dabei helfen,diese ausgesprochen spannenden Informati-onen verfügbar zu machen.Die Anzeige gibt tagesaktuell die Strahlenbelastung in Tschernobyl an. Am 17. April warenes 0,56 Mikrosievert pro Stunde. In Deutschland liegen die Mittelwerte der Gamma-Dosisleistungzwischen 0,04 und 0,2 Mikrosievert pro Stunde.Michael Brombacher,Leiter des ZGF-Europaprogramms9ZGF GORILLA | AUSGABE 2/2013AKTUELLES WELTWEIT
  10. 10. EINESCHÖNHEITWIRDTHEMAS chwe r punkt4010 ZGF GORILLA | AUSGABE 2/2013SCHWERPUNKTTHEMA | PERU
  11. 11. Im Südosten Perus, wo die Anden von mehr als 4.000 Meter Höheabfallen in die tropische Amazonasebene auf etwa 365 Meter,am Oberlauf des Flusssystems des Madre de Dios, dort liegtManú. Der Park wurde gegründet, um eine Region zu schützen, inder die beiden vielfältigsten Biome der Erde zusammentreffen: dieOstanden und die Tiefebenen des westlichen Amazonasbeckens.Die Zoologische Gesellschaft Frankfurt (ZGF) war von Beginn andabei und ist seit den 1990er-Jahren dauerhaft hier aktiv. Sie unter-stützt die peruanische Regierung dabei, diese einzigartige Wildnis-region zu erhalten.Dieses Gebiet ist auch bekannt als tropischer Anden-Biodiversi-täts-Hotspot, denn nirgends sonst auf der Erde findet man einenvergleichbaren Artenreichtum – und zwar in allen taxonomischenGruppen. Mehr als 5.000 Pflanzenarten – ein Sechstel der weltwei-ten Flora – wurden hier nachgewiesen. Allein im Gebiet um dieForschungsstation Cocha Cashu kommen unglaubliche 1.437 Pflan-zenarten vor.Bei den Tieren sind es vor allem die Wirbeltiere, die besonders guterforscht sind: 221 Säugetierarten (5% aller Säugerarten der Erde),1.025 Vogelarten (10% aller Arten), 150 Amphibien- und 100 Rep-tilienarten wurden bisher hier nachgewiesen. Die Flüsse und Seendes Parks beherbergen 210 Fischarten. In den letzten Jahren wurdedie Liste neu beschriebener Arten immer länger und zweifelloswarten noch viele Tiere auf ihre Entdeckung. Bei den Wirbellosenwurden 1.307 Schmetterlingsarten (15% der weltweit bekanntenArten), 136 Libellen- und mehr als 300 Ameisenarten nachge-wiesen. Bisher. Experten schätzen, dass es im Manú NationalparkVon Dr. Robert WilliamsFoto:AndréBärtschiAm 29. Mai 2013 feiert der ManúNationalpark im Südosten Perusseinen 40. Geburtstag. In denletzten vier Jahrzehnten ist vielpassiert, um diesen Park, derinzwischen eines der berühmtes-ten Schutzgebiete Südamerikasist, zu bewahren.11ZGF GORILLA | AUSGABE 2/2013ZGF GORILLA | AUSGABE 2/2013SCHWERPUNKTTHEMA | PERU
  12. 12. insgesamt mehr als 500.000 Arten gibt. Das macht den Park zum bio-diversitätsreichsten Schutzgebiet in Peru und wahrscheinlich sogarauf der ganzen Erde.Schon als Manú offiziell noch kein Nationalpark war, war die ZGFhier engagiert. Sie unterstützte beispielsweise Dr. Kai Otte undseine Kollegen bei ihren Forschungen zum Mohrenkaiman, wasschließlich zur Gründung einer kleinen Forschungsstation beiCocha Cashu geführt hat. Ein kleines Häuschen war der beschei-dene Anfang der inzwischen zweitwichtigsten biologischen For-schungsstation im Amazonasbecken. Hier entstanden im Laufe derZeit 730 wissenschaftliche Publikationen. Viele Jahre lang wurdesie geleitet von John Terborgh, Professor für Umweltwissenschaf-ten an der Duke University in Durham, USA. Seit einigen Jahrengehört die Forschungsstation nun schon zu San Diego Zoo Global,einer internationalen Naturschutzorganisation ähnlich der ZGF,und ist weiterhin ein Magnet für Studenten und Forscher aus derganzen Welt.1990 kamen der heutige ZGF-Geschäftsführer Dr. Christof SchenckundseineFrau,Dr.ElkeStaib,nachManúundbegannenForschungs-arbeiten zu den Riesenottern, die bis heute andauern – die längsteRiesenotter-Studie, die es jemals gab. Zunächst ging es vor allemum die Ökologie der Art, heute liegt der Schwerpunkt beim Otter-Monitoring, also der Überwachung der Bestände durch Zählungen.Inzwischen wurde das Projektgebiet weit über die Parkgrenzen desManú Nationalparks hinaus erweitert und auch Populationen inanderen Schutzgebieten sowie in nicht geschützten Zonen im Süd-osten Perus werden erfasst und versucht zu erhalten.2002 ging es offiziell los mit dem ZGF-Projekt zur Unterstützung desParks – heute ist dies der Schwerpunkt unserer Arbeit in Manú undin sechs weiteren Schutzgebieten in Peru. Im Laufe der Jahre wurdedas ZGF-Projekt immer größer, die Tätigkeiten wurden immer viel-fältiger, die Vernetzung immer komplexer und unser Aufgabengebietimmer umfangreicher.In speziellen Aus- und Weiterbildungsprogrammen haben wir imLaufe der Jahre unzählige Park-Mitarbeiter weitergebildet. In Manúhat die ZGF mehrere Kontrollposten gebaut, Mitarbeiter ausgebildetund biologisches Monitoring betrieben; wir haben Ausrüstung be-reitgestellt und dafür gesorgt, dass sie instand gehalten wird. In denletzten beiden Jahren hat die ZGF auch dazu beigetragen, dass dietouristische Infrastruktur des Parks verbessert wird, um auf dieseWeise ein nachhaltiges Einkommen für das Parkmanagement zu ge-nerieren.Die ZGF arbeitet eng mit der Parkverwaltung zusammen. Deren An-strengungen zu unterstützen, ist eine Ehre für uns. So wollen wirgemeinsam die langfristige Sicherung dieser großartigen Region si-cherstellen. Das neue BMU finanzierte Projekt „Waldschutz und Ma-nagement der natürlichen Ressourcen im Manú Biosphärenreservat,Peru“ ist ein bedeutender Schritt in diese Richtung und unterstreichtdas große Engagement der ZGF im Südosten Perus.14 Affenarten leben im Manú Nationalpark, eine von ihnen ist der Kaiser-schnurrbarttamarin (Saguinus imperator), benannt nach Kaiser Wilhelm II.Foto:AndréBärtschiFoto:AndréBärtschiDünnschlangen (Leptophis ahaetulla) können gut zwei Meter langwerden und sind hervorragende Kletterer. Sie ernähren sich überwiegendvon Fröschen und kleinen Vögeln.12 ZGF GORILLA | AUSGABE 2/2013SCHWERPUNKTTHEMA | PERU
  13. 13. waltung zusammen. Deren An-Ehre für uns. So wollen wirdieser großartigen Region si-rte Projekt ...................xxx....chtung und unterstreicht dasten Perus.ALBE SEITE ÜBERSICHTSKARP e ruBrasilienBolivienP e r uB r a s i l i e nAlto PurúsNationalparkManúNationalparkBahuaja SoneneNationalparkNationalreservatTambopataKommunalreservatAmarakaeriNaturschutzgebietMegantoniTerritorialreservatMaschco-PiroTerritorialreservatKugapakoriNahua NantiTerritorialreservatMadre de DiosNaturschutzgebieteTerritorialreservateDAS ARBEITSGEBIET DER ZGF IN PERUKarten:himmelbraun/ZGFDie ZGF-Peru wird zur wichtigen Schnittstelle zwischen den Um-weltministerien Perus und Deutschlands. Die Internationale Klima-schutzinitiative IKI des deutschen Bundesministeriums für Umwelt,Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) finanziert ein neues Groß-projekt, das das Team der ZGF-Peru in Zusammenarbeit mit der pe-ruanischen Schutzgebietsbehörde SERNANP (Servicio Nacional deÁreas naturales Protegidas por el Estado) durchführen wird.„Waldschutz und Management der natürlichen Ressourcen im ManúBiosphärenreservat, Peru“ heißt das 5-Jahres-Projekt offiziell, das dieZGF-Peru gerade aufbaut. Das Gebiet, um das es geht, erstreckt sichüber mehr als 2,5 Millionen Hektar und enthält vielfältige Lebens-räume, vom eisigen Andenhochland bis zum amazonischen Tief-landregenwald. In den Tieflandregenwäldern leben indigene Völker,im Hochland bäuerliche Gemeinden, und obwohl die Bevölkerungs-dichte nicht sehr hoch ist, gefährden seit etwa zehn Jahren immermodernere, nicht nachhaltige Wirtschaftspraktiken die Artenvielfaltdes Biosphärenreservats.Für Carlos Nieto, den Leiter des Manú Nationalparks, ist das Projektvon großer Bedeutung: „Wir können Probleme angehen, die wirwegen mangelnder Finanzierung jahrelang nicht haben lösenkönnen. Wir hoffen, dass sich durch das Projekt unsere Beziehungzu den Menschen, die um den Park herum leben, sowie zu dendörflichen Anden-Gemeinden verbessern wird.“Ein übergeordnetes Ziel des Projektes ist es, die Menschen vor Ortstärker in Managemententscheidungen einzubeziehen. Sie sollenaußerdem dabei unterstützt werden, die vorhandenen Ressourcenumweltschonender zu nutzen. In mehreren Gesprächen zwischender Leitung des Manú Nationalparks und der ZGF-Peru wurdendie Wünsche und Anliegen der Bewohner des Hochlandes auf denTisch gebracht, Lösungsvorschläge für potenzielle Konflikte erar-beitet und letztendlich ein Aktionsplan aufgestellt. In einem land-und forstwirtschaftlichen Projektteil beispielsweise wird es um dasErlernen von nachhaltigen Anbautechniken gehen. Auf diese Weisesoll Brandrodungen verhindert werden. Darüber hinaus werdenFlora und Fauna erforscht.Unter dem Motto „Mensch und Park“ werden die indigenen Ge-meinden des Tieflands und die Nationalparkbehörden zusammen-gebracht, damit sie gemeinsam eine Nutzungsstrategie entwickeln,beispielsweise naturverträglichen Tourismus. Bei den Anden-bewohnern im Hochland wird ein Arbeitsschwerpunkt auf demKonflikt zwischen Mensch und Bär liegen. Die illegale Jagd auf An-denbären, die die Felder der Menschen plündern, hat dazu geführt,dass diese Art in vielen Regionen Perus vom Aussterben bedrohtist. Hier wird es umweltpädagogische Trainings geben, um bei denMenschen vor Ort mehr Verständnis für den Andenbär und seineLebensweise zu wecken.Drittes Projektziel ist es, die Nationalparkleitung besser mit ihrenPartnern zu vernetzen. Managementpläne und gezielte Weiterbil-dung der Parkmitarbeiter sollen hierbei helfen.Bislang fand der Regenwald in Manú mehr Beachtung als die An-denregion. Mit dem neuen BMU-IKI-Projekt der ZGF erfährt nunjeder Bereich des Nationalparks die verdiente Aufmerksamkeit undUnterstützung.STARKES BÜNDNIS ZWISCHEN PERU UND DEUTSCHLAND13ZGF GORILLA | AUSGABE 2/2013 13SCHWERPUNKTTHEMA | PERU
  14. 14. Sie leben im und mit dem Manú und kennen ihn wie kaum jemandsonst: die Ranger des Manú Nationalparks. Luis Huanca ist seit 1986Parkranger, sein Kollege Emilio Aparicio seit 1994.Lius, seit wann sind Sie „guarda parque“, also Parkranger?Luis Huanca: Das war eine frühe Entscheidung. Ich habe direkt, nach-dem ich die Schule verlassen habe, als Parkranger angefangen.Was war Ihr eindrücklichstes Erlebnis in all der Zeit?Luis Huanca: 1986 war ich mit meinen Freunden in einem Ranger-posten. Um 5 Uhr morgens erschien eine Gruppe von Eingebore-nen an der Tür. Als wir raus auf den Balkon traten, sahen wir, dasssie nackt und mit Pfeilen auf uns zukamen. Die einzige Möglichkeit,mit ihnen zu kommunizieren, war mit Gesten. Wir fragten sie alsomit Händen und Füßen, was sie wollten und sie machten uns aufdem gleichen Weg verständlich, dass ihre Kinder krank waren. Wirzeigten ihnen unsere Flaschen und Pillen und daraufhin befahl derChef der Gruppe den anderen, ihre Waffen niederzulegen. Sie hat-ten fünf Frauen mit Babys dabei, alle krank. Ich weiß nicht, wie vieleTage sie gegangen oder mit dem Boot gefahren waren, um hierherzu gelangen. Sie waren an Grippe erkrankt. Wir konnten ihnen hel-fen und von diesem Moment an wurden wir Freunde.Haben Sie sie wieder gesehen?Luis Huanca: Ein paar Jahre später ging ich mit ihnen zu Jagd. Als siedie Guanganas (Wildschweine) hörten, wurde es unmöglich, ihnenzu folgen. Ich konnte nicht mehr Schritt halten. Ich war ohne jedeOrientierung – und sie ließen mich allein bis zum Abend, dann ka-men sie, um mich abzuholen. Ich war zwar am Leben, aber völlig amEnde wegen der Mücken.Emilio, wo im Park arbeiten Sie am liebsten?Emilio Aparicio: Ich habe in allen Rangerposten gearbeitet, habe aberkeine Favoriten. Sie haben alle ihre Vor- und Nachteile. Ich interes-siere mich besonders für Pflanzen und Vögel, mein Hobby aber sinddie Orchideen. Wir identifizieren uns mit der Natur, den Park zu be-wachen ist eine Ehre.Muss man den Park richtig bewachen?Emilio Aparicio: Ja. Bis 1993 trugen die Parkranger wirklich Waffen.Vor allem aber wegen der Terroristen. Heute ist unsere Waffe die Er-haltung und die Wiederaufforstung. Und wir kämpfen mit psycho-logischen Instrumenten, denn wir haben ja mit Menschen zu tun,d.h. alles muss in Bezug zu deren täglichem Leben stehen, wir kön-nen nicht einfach auf Konfrontation gehen.Aus den Gemeinden wird ja durchaus auch im kleineren Stil illegalHolz geschmuggelt. Wie gehen Sie da vor?Emilio Aparicio: Einmal sind wir vom Checkpoint Tono zum Dorf ge-laufen, um einzukaufen. Über die gleiche Straße wurde auch Holzabtransportiert, das illegal aus der Gegend kam. Die Leute habenuns höhnisch empfangen mit der Bemerkung „Achtung, da kom-men die Ranger. Jeder kostet einen Kasten Bier!“ Ich aber antwor-tete: „Wenn ich einen Kasten Bier will, kaufe ich ihn mir.“ Das hatuns Respekt verschafft und Zugang. Nach einer Weile konnte ich siesogar überreden, mit águanos (eine Baumart) in die Wiederauffor-stung mit einzusteigen.Luis Huanca ist seit 1986 Parkranger im Manú.DieVeteranendesManúSeit 1994 arbeitet Emilio Aparicio für den Nationalpark.14SCHWERPUNKTTHEMA | PERUZGF GORILLA | AUSGABE 2/2013
  15. 15. Natur verstehen––––––––Umweltbildung ist einwichtiger Faktor beim Naturschutz––––––––Im Naturschutz ist eine gehörige Portion anpersönlichem Einsatz gefragt, wenn man etwasbewirken will. In der Umwelterziehung ist darüberhinaus Kreativität und Beharrlichkeit vonnöten.Von Ingrid Chalán15ZGF GORILLA | AUSGABE 2/2013SCHWERPUNKTTHEMA | PERU
  16. 16. In Peru führt die ZGF im Rahmen ihrer Programme verschiedeneAktivitäten in der Umweltbildung durch, um die peruanische Na-turschutzbehörde SERNANP (Servicio Nacional de Áreas Natu-rales Protegidas por el Estado) zu unterstützen. Hauptsächlich findendie Aktionen in Gebieten statt, die im Nationalreservat Tambopata,im Nationalpark Manú und in dessen Pufferzonen von der ama-zonischen Bevölkerung bewohnt sind. Zudem werden über dasBMU-Projekt (siehe Artikel Seite 13) in diesem Jahr auch die An-denbewohner in die Bildungsprogramme miteinbezogen. 2002 be-gann die ZGF mit Umweltbildung in Tambopata, seit 2006 läuft dasProgramm auch in Manú. Seitdem haben sich unzählige Freiwilligein unser Team eingebracht und sich dafür engagiert, den Kindernund Erwachsenen in ihrer Region Natur als Erlebnis nahezubrin-gen. Ende 2012 waren es mehr als 3.000 Menschen, Schüler, Stu-dierende jeden Alters, Lehrer, Parkranger oder ganz normale Leute,die an den Aktionen teilnahmen. In Workshops, Führungen undVorträgen geht es um die nachhaltige Nutzung der natürlichen Res-sourcen und um Artenvielfalt.Der erste Schritt ist, die Schüler zu erreichen. Und das geht am besten,indem wir versuchen, die Lehrer entsprechend fortzubilden, ihnenMaterial an die Hand zu geben und sie für Naturschutzthemen zusensibilisieren. Gerade in den sehr entlegenen, schwer zugänglichenGebieten sind die Lehrer unser bester Zugang zu den Menschen.Eines unserer erfolgreichsten Programme heißt „Camino al LagoSandoval“, bei dem die Kinder und Jugendlichen Erlebnisunterrichtdirekt im Nationalpark haben. Das Lieblingsprogramm der Kindervon 7 bis 12 Jahren heißt „Pepe, el Lobo de Río“ (Pepe, der Riesen-otter) und beinhaltet Gruppenübungen mit Pepe sowie ein Puppen-theater zu verschiedenen Naturschutzthemen. Mehr als 1.000 Kinderhaben bislang mit Pepe oder seinem Freund Pedro, dem Blaukopfara(Pedro, el Guacamayo de Cabeza Azul), in Tambopata und im Nati-onalpark Manú die Arten ihres Gebiets kennengelernt und viel Spaßdabei gehabt. Sehr beliebt sind auch die „Clubes Ambientalistas“, dieClubs der kleinen Umweltschützer und der „Club de Miniguías“, alsoder Club der „Miniführer“. Das sind außerschulische Workshops, indenen die Kinder und Jugendlichen unter anderem etwas über Kom-munikation, Rhetorik, Biologie, aber auch den Umgang mit Abfällenlernen. Hier werden künftige Umweltschützer ausgebildet, die dannals Multiplikatoren an ihren Schulen aktiv werden.Der zweite Weg in der Umweltbildung führt über die offiziellen Stel-len, z. B. die Gemeindeverwaltungen oder die Schulämter (DirecciónRegional Educativa). Er ist mühsam, aber lohnend, denn so findendie Themen Einzug in die offiziellen Lehrpläne an den Schulen.Die größte Stärke unseres Programms jedoch sind die vielen frei-willigen Mitarbeiter, in der Regel Studierende, die sich an denUmweltbildungsaktivitäten der Schutzgebiete oder an den Leh-rerweiterbildungen beteiligen. Für uns als ZGF ist das zudem einehervorragende Möglichkeit, qualifizierte Nachwuchskräfte zu be-kommen. Fast 40 Prozent unserer festen Mitarbeiter in Cusco undPuerto Maldonado haben einmal als freiwillige Helfer angefangen.Forschen, Malen, Basteln oder Tiergeschichten erzählen – auf derganzen Welt lieben Kinder den spielerischen Zugang zu Naturthemen.Vertieft in die Arbeit.16 ZGF GORILLA | AUSGABE 2/2013SCHWERPUNKTTHEMA | PERU
  17. 17. ZGF-GORILLA: Ana, was bedeutet Umweltbildung für dich?Ana Fernández: Hier geht es um Sensibilisierung. Anstatt von Bil-dung sollten wir lieber von Erlebnisunterricht sprechen. In derSchule werden Sachverhalte theoretisch oder wissenschaftlich dar-gestellt, wenn man jedoch den Kindern Dinge in ihrer eigenen Um-gebung erklärt, so können sie das viel besser verstehen.Wo lebst du selbst und wie kommst du zu deinen Schülern?Ich lebe in Salvación, einem Ort, der zum Manú Nationalparkgehört. Hier lebe ich zusammen mit drei Parkrangern in einemHaus. Von hier aus fahre ich zu den verschiedenen Gemeinden.Manchmal muss ich den Fluss überqueren und zu Fuß weiter. Inder Trockenzeit geht das, doch das Wasser reicht einem immer nochbis an die Knie! Das ist schon ein kleines Abenteuer, schließlichhabe ich ja noch meinen Computer und mein UnterrichtsmaterialAna Fernández (25) leitet das Umweltbildungsprogramm der ZGFin Manú seit 2011. Immer wenn sie von ihrer Arbeit und künftigenProjekten spricht, geht ein Strahlen über ihr Gesicht. Mit 17, kurzvor ihrem Schulabschluss, hat Ana Fernández begonnen, freiwilligin Projekten mitzuarbeiten, nachdem ihr Lehrer Jorge Lezama,Leiter des Umweltbildungsprogramms der ZGF-Peru, im Unterrichtdafür Werbung gemacht hatte. Nach ihrem Abschluss verpflichtetesie sich als „Voluntario“ und so kam sie zum Naturschutz. Seither istAna fasziniert vom Thema Umweltbildung und gehört mittlerweilezu unserem festen Team.„Wenn nur jedeszehnte Kind aufmich hört, ist dasschon ein Erfolg.“dabei. Im Bus bin ich zwei bis vier Stunden unterwegs, doch imBoot kann es sogar acht bis zehn Stunden dauern! Das ist nichteinfach und gleichzeitig doch sehr schön, weil ich zu Kindernkomme, die nicht viel Abwechslung haben und da diese Gebieteauch sonst wenig Unterstützung erfahren, freuen sich die Kinderimmer riesig, mich zu sehen.Veränderungen im Verhalten zu erwirken ist ein langer Prozess.Wo setzt ihr an?Zunächst zeigen wir den Kindern, welches Verhalten der Umweltschadet. Nach einigen Jahren werden sie selbst etwas für die Um-welt tun wollen oder ein entsprechendes Studium ergreifen. Oder siehaben selbst Kinder und geben das Wissen weiter. Eigentlich ist esschon ein Superergebnis, wenn nur zehn von hundert Kindern, dieich unterrichte, wirklich auf mich hören.Aber erreicht ihr denn auch die Erwachsenen?Die Erwachsenen zu erreichen ist viel schwieriger. Daher unter-richten wir die Erwachsenen stets über die Kinder. Wenn ich einemErwachsenen sage, er soll seinen Müll nicht einfach wegwerfen,wird er nicht auf mich hören. Wenn jedoch sein Kind ihm das sagt,wird es ihm schon eher peinlich sein, weil er als Vater ja mit gutemBeispiel vorangehen sollte.Kommst du gut an die Menschen in den indigenenGemeinden heran?Die Arbeit mit indigenen Gemeinden macht mir viel Spaß, weil sieviel enger mit der Natur verbunden sind. Und dank des vermitteltenWissens lieben die Kinder ihre Umwelt dann noch mehr. Außerdembewahrt man mit dieser Arbeit etwas, das ansonsten nach und nachverloren geht: ihre Glaubensvorstellungen. Die Mythen und Legen-den von Tambopata haben wir sogar in einem Buch zusammenge-tragen. Diese Arbeit dient somit auch der Rettung kultureller Werteund verstärkt die Liebe zur Natur. Denn nur wenn man etwas kenntund liebt, möchte man es beschützen.Bekommst du mit, ob deine Arbeit Früchte trägt?Neulich traf ich einen Jungen, der gerade den Schulabschluss macht.Er sagte zu mir: „Fräulein, können Sie sich noch erinnern, wie wirdiesen Baum gepflanzt haben? Schauen Sie mal, wie groß er jetztist!“ Das war fünf Jahre her und er hatte recht: Der Baum ist gewach-sen und der kleine Junge groß geworden. Und er fühlt sich als Teilseiner Umwelt und weiß, dass es wichtig ist, sie zu erhalten und zuschützen. Oder nehmen wir die Mädchen der indigenen GemeindeInfierno, die jetzt studieren, um einmal Touristenführer zu werden.Das finde ich am schönsten, weil ich sehe, dass sich mein Einsatzgelohnt hat. Wir merken, wie die Kinder groß werden, wie ihreBäume wachsen und wie ihre Schulen besser werden.Vielen Dank für das Gespräch.17ZGF GORILLA | AUSGABE 2/2013SCHWERPUNKTTHEMA | PERU
  18. 18. 001_003Seit mehr als 20 Jahren zeichnet die ZGF Beobachtungsdaten der Rie-senotter des Manú auf. Ein Blick in alte Daten brachte nun eine Über-raschung zutage.Mit der Beobachtung von Riesenottern hat alles angefangen. Anfangder 1990er-Jahre erforschten zwei junge deutsche Biologen diese bisdahin recht unbekannten Tiere. Christof Schenck und Elke Staibverbrachten gut drei Jahre in Peru, um auf den Altarmen und Seenentlang des Manú-Flusses nach Pteronura brasiliensis, den großenOttern des Amazonasgebietes, Ausschau zu halten. Finanziert wurdenihre Forschungen von der ZGF und damit legten die beiden denGrundstein für das heutige umfangreiche Naturschutzprogramm derZGF in Manú und seinen angrenzenden Gebieten. Seit mehr als 20Jahren gibt es also kontinuierliche Beobachtungsdaten von den Rie-senottern, denn die ZGF führt auch weiterhin regelmäßige Bestand-serfassungen der Tiere durch. Und diese Daten sorgten nun für eineechte Überraschung.Im Gegensatz zu manch anderer Art machen es Riesenotter ihrenBeobachtern vergleichsweise leicht, ein Individuum eindeutig zuidentifizieren. Sie halten ihren Ausweis gewissermaßen selbst hoch.Das weiße Muster auf der Kehle jedes Tieres ist sein höchstpersön-liches Erkennungsmerkmal, wie ZGF-Programmleiter Rob Williamserklärt: „Unter Umständen brauchen die Tiere es, um sich gegen-seitig zu erkennen. Sie strecken ihren Hals hoch und halten somit ihreErkennungsmarke kurz über Wasser. Das ist sehr praktisch für unsVon Ingrid Chalán und Joel Espinoza Biologen, denn wir können das für unsere Fotoidentifikation eben-falls nutzen.“ Auf diese Weise ist ein großer Katalog aus Kehlmusternentstanden, in dem die Daten zu jedem Individuum hinterlegt sind.Wann wurde es wo gesehen, wer hat Nachkommen mit wem und soweiter. In den Anfangstagen bekam jedes Tier einen Namen, heutehaben die Otter Nummern, die sich zusammensetzen aus zwei Buch-staben für den See, in dem sie geboren sind und einer fortlaufendenNummerierung.OTTERSUCHE AM LOS AMIGOSIm September 2012 suchten ZGF-Mitarbeiter in Peru am Fluss LosAmigos nach Riesenottern. Das Gebiet außerhalb des Manú National-parks ist eine sogenannte private Naturschutzkonzession, die ver-waltet wird von der peruanischen Naturschutzorganisation ACCA(Asociación para la Conservación de la Cuenca Amazónica). Im LosAmigos-Flusssystem mit seinen zahlreichen Altarmen lebten immerviele Riesenotter, doch in den letzten Jahren nahm die Anzahl kon-tinuierlich ab und seit einiger Zeit waren überhaupt keine Tieremehr gesehen worden. Ziel unserer Mission war herauszufinden,warum das so ist.Wie jedes Jahr in der ersten Septemberhälfte waren wir also zuunserer Zählung aufgebrochen. An den beiden Flüssen Manú undHeath hatten wir erfolgreich Otterfamilien sowie neue Gruppenregistrieren können. Dabei hatten wir auch die eine oder andereBegegnung mit einem etwas zu neugierigen Otter oder gar einemKaiman, der unter unserem Schlauchboot hindurchtauchte und unsDie unglaubliche Reisevon Diablo II18 ZGF GORILLA | AUSGABE 2/2013SCHWERPUNKTTHEMA | PERU
  19. 19. 1112A33BC44Los AmigosLos AmigosLos AmiguillosManúMadre de DiosMadre de DiosManúNationalparkConservationConcessionLos Amigos RiverSalvador-SeeLagune H0 5 10 20 30 40kmOWNS232123demonstrierte, wie leicht wir doch zu seiner Beute werden könnten.Doch am Los Amigos blieben wir erfolglos. Wir konnten hier zwareine Vielzahl von Wasserschweinen, Tapiren, weiteren Säugetierensowie verschiedene Vogelarten beobachten. Doch auch nach sieb-zehn Tagen Suchen und Beobachten in den zahlreichen Seen undAltarmen hatten wir keinen einzigen Riesenotter gesichtet.Einer der möglichen Gründe dafür, dass die Riesenotter aus LosAmigos verschwunden sind, könnte in einer Übernutzung der Res-sourcen in den Seen und Altarmen des Flusssystems liegen. Möglichist aber auch, dass dieses Gebiet für die am Fluss Madre de Dioslebenden Ottergruppen ohnehin nur ein Durchgangsgebiet war.ÜBERRASCHUNG AUS DER DATENBANKNach der Rückkehr in unsere Büros begannen wir mit der Analyseder gesammelten Informationen unserer Expedition. Um der Fragenach dem Verbleib der Los Amigos-Otter näher auf den Grund zugehen, nahmen wir uns auch die alten Daten der Zählungen der Jahre2000 und 2004 noch mal genau vor und beim Durchschauen derFotos stolperten wir ungeahnt über einen alten Bekannten und da-mit über eine echte Sensation. „Hey, Moment, das ist doch Diablo II“,rief Rob plötzlich. Konnte das sein? Diablo II auf den Bildern aus LosAmigos? Diesen Otter kannten wir aus dem Salvador-See im ManúNationalpark. Er ist dort das männliche Elternteil des größten Famili-enverbandes. Jetzt hatten wir plötzlich ein Bild von 2004 vor uns, dasMögliche Routen von Diablo II von der Lagune H in den Salvador-See1. Er durchschwamm den Los Amigos bis er zum Madre de Dios und danach in den Manú gelangte.2. Er durchschwamm den Los Amigos und den Los Amiguillos, querte an Punkt A und schwamm durch den Madre de Dios bis zum Manú.3. Er durchschwamm den Los Amigos zum Fluss Los Amiguillos, querte an Punkt B, weiter durch den Fluss Romero, bis er zum Manú gelangte.4. Er durchschwamm den Los Amigos, querte an Punkt C und schwamm durch den Fluss Pachija, bis er zum Manú gelangte.anhand des Kehlflecks ganz eindeutig und unzweifelhaft Diablo II alsjungen Otter in der „Lagune H“ am Los Amigos zeigte.Diablo II hatte folglich eine Reise von etwa 290 Kilometern hintersich gebracht, um von der Lagune H in den Salvador-See zu gelan-gen. Abhängig von der Route, die er genommen hatte, wahrschein-lich sogar noch mehr. Aus den Untersuchungen von Frank Hajek undJessica Groenendijk wussten wir, dass die Otter bis zu 80 Kilometerüber Land zurücklegen können. Aber dass ein Riesenotter mehr alsdie dreifache Distanz überwinden kann, ist neu. Diablos Reise ist dielängste Wanderung, die je für einen Riesenotter dokumentiert wurde.Seine genaue Route ist natürlich nicht bekannt, doch da sich Riesen-otter nur äußerst ungern längere Zeit außerhalb des Wassers bewegen,konnten wir die potenziellen Routen auf vier mögliche Wasserwegeeingrenzen (siehe Karte). Nicht nur die Distanz von Diablos Wande-rung ist eine Sensation, sondern auch die Tatsache, dass er von einemFlusssystem (Los Amigos) in ein anderes (Manú) gewandert ist. DassRiesenotter so etwas tun, war bislang nicht bekannt. Und somit wirftDiablos Marathon auch auf die Verhaltensbiologie und auf den Schutzseiner Art ein neues Licht, denn die sogenannten Korridore, über dieRiesenotter sich ausbreiten und Populationen sich verbinden könnten,sind wohl sehr viel größer, als wir bislang gedacht haben.Ingrid Chalán ist bei der ZGF in Peru für die Kommunikationzuständig, Joel Espinoza leitete die Expedition zum Los Amigos.MÖGLICHE ROUTEN VON DER LAGUNE H IN DEN SALVADOR-SEEKarten:himmelbraun/ZGF19ZGF GORILLA | AUSGABE 2/2013SCHWERPUNKTTHEMA | PERU
  20. 20. Die „Pampas del Heath“ sind eine tropisch-feuchte Savanne, die einzige in ganz Peru.Die Pampas del Heath liegen innerhalb desmehr als 1 Mio. Hektar großen BahuajaSonene Nationalparks im östlichsten Teildes Amazonasgebiets von Madre de Diosund nahe der Grenze zwischen Peru undBolivien. Trotz der vergleichsweise gerin-gen räumlichen Ausdehnung beherbergtdiese Savanne eine überraschend vielfältigeFauna mit einer Vielzahl endemischer Artenvon Vögeln, Säugetieren, Amphibien, Rep-tilien und Wirbellosen. Auch eine Reihe eheraußergewöhnlicher Arten lebt hier, bei-spielsweise der Sumpfhirsch (Blastocerusdichotomus) oder der Mähnenwolf (Chryso-cyon brachyurus), und darüber hinaus gibt esoffenbar noch neue Arten zu entdecken.Biologen der ZGF-Peru arbeiten seit 2009Hand in Hand mit der für den Bahuaja So-nene Nationalpark zuständigen Behörde unduntersuchen die Fauna in einem Gebiet mitdem Namen Pampa Juliaca. 2012 wurde vonder ZGF und der Naturschutzbehörde SER-NANP (Servicio Nacional de Áreas NaturalesProtegidas por el Estado) ein Programm zurÜberwachung verschiedener taxonomischerGruppen ins Leben gerufen. Überwacht wer-den darin beispielsweise höhere Säugetierewie Mähnenwolf, Sumpfhirsch, Tapir undJaguar, 30 auf dieses Habitat beschränkteVogelarten sowie eine ausgewählte Gruppevon Spinnen, Käfern und Libellen. Auch dieVegetation wird untersucht. In markiertenVegetationsparzellen wird erforscht, wie sichdie in diesem Gebiet häufig vorkommendenBrände auswirken, wie sie die Vegetationverändern und wie die natürliche Regenera-tion dieser Savanne abläuft.Diese wissenschaftliche Arbeit hat bereitsdazu geführt, dass vier bis dato in Perunoch nicht registrierte Vogelarten entdecktwurden; und sicherlich wird es noch wei-tere Überraschungen geben.DER MÄHNENWOLF IST NACHPERU ZURÜCKGEKEHRTMähnenwölfe, die rotbraunen, langbeinigen,eher an Füchse erinnernden Wölfe Südame-rikas, lieben die offene Landschaft, Gras-land oder Wald mit lichtem Baumbestand.Der Verbreitungsschwerpunkt von Chry-socyon brachyurus liegt in Brasilien, aberauch in Bolivien, Argentinien und Para-guay kommt er vor. In Uruguay gilt er alsausgestorben und in Peru liegt gerade derletzte westliche Zipfel seines Verbreitungs-gebietes.Im Jahr 1976 wurde der Mähnenwolf erst-malig in Peru nachgewiesen, von R. K. Hoff-mann und seinen Mitarbeitern in den Pampasdel Heath. Die Anwesenheit des Mähnen-wolfes war einer der Hauptgründe, warumdieses Gebiet 1983 zum Schutzgebiet erklärtund 1996 dann in den Nationalpark BahuajaSonene eingebunden wurde. Die letzten va-gen Hinweise auf die Art gab es anhand vonlokalen Berichten aus den Jahren 1992 und1996, danach blieb die weitere Suche nachdem Mähnenwolf in Peru ergebnislos.Erst 2009 und 2010 gab es wieder ein klaresLebenszeichen des langbeinigen Wolfes. DasTeam der ZGF führte unter der Leitung vonRob Williams eine Evaluierung in Pampa Ju-liaca durch und entdeckte zunächst Spurenund Exkremente, die belegten, dass Mähnen-Entdeckung undWiederentdeckungin Pampas del HeathNach 34 Jahren konnte der Mähnenwolf in Peru wieder nachgewiesenwerden und auch eine neue Skorpionart ist aufgetaucht.Von José Antonio Ochoa20 ZGF GORILLA | AUSGABE 2/2013SCHWERPUNKTTHEMA | PERU
  21. 21. wölfe in der Gegend sein mussten. Schließ-lich gelang es mithilfe einer Kamerafalle,den eindeutigen Fotonachweis für die Prä-senz der Art zu liefern. 34 Jahre nach seinerersten Beobachtung war damit die Anwesen-heit des Mähnenwolfs wieder zweifelsfreibelegt worden.NEUE SKORPIONARTWährend der Untersuchungen im Juli undNovember 2012 entdeckte das Team derZGF-Peru eine neue Skorpionart, deren Le-bensraum die offenen Grasländer in den Be-reichen von Pampas del Heath sind, die nichtüberschwemmt werden. Die Skorpione sindknapp 20 mm lang, nachtaktiv und verste-cken sich tagsüber in der Vegetation. Umsie nachts zu beobachten, setzten wir UV-Lampen ein, denn dank der Fluoreszenz ih-rer Cuticula kann man die Skorpione dannwunderbar sehen: Ihre Haut leuchtet, wennsie mit UV-Licht bestrahlt wird.Wir brachten einige Exemplare dieser neuentdeckten Art ins Naturhistorische Mu-seum der Universidad del Cusco und nacheiner genaueren Analyse der morpholo-gischen Eigenschaften der Tiere und einemVergleich mit den Museumsexemplaren zo-gen wir den Schluss, dass es sich um eineneue Art handelt, die zur Gattung Anante-ris (Familie Buthidae) gehört. Diese Gruppevon Skorpionen ist in Süd- und Mittelame-rika verbreitet, aber es ist das erste Mal, dassein Exemplar dieser Gattung in Peru be-schrieben wird. Und wie soll diese neue Spe-zies nun heißen? In dieser Frage müssen wiruns gedulden, bis der Name in dem entspre-chenden wissenschaftlichen Artikel bekanntgegeben wird, in dem die sogenannte Erst-beschreibung veröffentlicht wird. Doch kön-nen wir schon einmal vorwegnehmen, dassmit dem Namen jemand geehrt wird, der derZGF sehr am Herzen liegt.Der Peruaner José Antonio Ochoa istEntomologe und Fachmann für süd-amerikanische Skorpione.Er hat für die Naturschutzbehörden vonPeru gearbeitet und ist nun Projektkoor-dinator der ZGF in ihrem Büro in Cusco.07-19-2012 08:37:18Der erste Fotonachweis seit 34 Jahren: In Pampas del Heath ist dieser Mähnenwolf(Chrysocyon brachyurus) in unsere Kamerafalle getappt.Der Sumpfhirsch (Blastocerus dichotomus) ist der größte Hirsch Südamerikas.Vorerst noch namenlos: der neu entdeckte Skorpion aus der Gattung Ananteris.21ZGF GORILLA | AUSGABE 2/2013SCHWERPUNKTTHEMA | PERU
  22. 22. Die Rangerposten an strategisch wichtigen Zugangsstellen zuNationalparks und Schutzgebieten sollen deren Schutz sicherstellen.Der Posten im Tahuamanu-Wald muss auch gewährleisten, dasskeine Fremden in das Gebiet der Indigenen in freiwilliger Isolationeindringen.Um nach Tahuamanu zu gelangen, benötigt man in der Regen-zeit mindestens anderthalb und in der Trockenzeit bis zu fünfTage. Für unsere Projekte stellt diese Provinz im RegierungsbezirkMadre de Dios eine echte Herausforderung dar. Die Entfernungensind das eine. Das andere ist die Tatsache, dass es sich um eine derwenigen Gegenden auf unserem Planeten handelt, in denen indi-gene Gemeinschaften leben, die entweder noch keinen Kontakt zurZivilisation hatten oder ihn nicht haben wollen, das heißt, die insogenannter freiwilliger Isolation leben. Die ZGF-Peru arbeitet inder Region Purús und unterstützt die Regierung bei der Über-wachungundbeimSchutzdieserunzugänglichenRegion.Denndieseist ein entscheidender Baustein bei der Vernetzung von wichtigenNaturschutzgebieten wie beispielsweise dem Nationalpark AltoVon Ingrid Chalán und Juvenal SilvaPurús, dem Gemeindereservat Purús sowie vier Reservaten fürIndigene in freiwilliger Isolation. Eines davon ist die ReservaTerritorial Madre de Dios.Aus biologischer Sicht ist der Nationalpark Alto Purús eines derwichtigsten Quellgebiete des Amazonas und im Park liegen die größ-ten Waldflächen Perus und damit wichtige Reserven an Holz undanderen biologischen Ressourcen. Zudem stellt er die zentrale Kom-ponente des größten Korridors von Schutzgebieten in ganz Ama-zonien dar: den „Corredor de Conservación Vilcabamba-Amboró“,der insgesamt 16 Schutzgebiete zwischen Peru und Bolivien umfasst.ILLEGALE HOLZFÄLLEREISeit den 1990er-Jahren siedelten sich in den Flussgebieten von LasPiedras und Tahuamanu immer mehr illegale Holzfäller an, die na-hezu alle Arten von Mahagoni-Bäumen des Gebiets abgeholzt haben.2006 begann der Staat Peru sukzessive mit der „Rückeroberung“ derFlussgebiete, indem er den Nationalpark Alto Purús gründete und mitZGF GORILLA | AUSGABE 2/201322SCHWERPUNKTTHEMA | PERU
  23. 23. P e r uAlto PurúsNationalparkTerritorialreservatMurunahuaTerritorialreservatMadres de DiosTerritorial-reservatKugapakoriNahua NantiManúNationalparkManúLos AmigosLas PiedrasTahuamanuCujarSepahuaInuyaapanyoPiuriEnviraCuriujaAlto Puruspolizeilichen Aktionen durchgriff, was von den Gemeinden vor Ortauch unterstützt wurde. Zwei Jahre später wurde an der Grenze desReservats ein Kontrollposten mit dem Namen Gosha Girukota Chinegeschaffen, was in der Sprache der Volksgruppe der Yine „Hüter desWaldes“ bedeutet. Dieser Posten, der seinem Namen alle Ehre macht,sorgt dafür, dass keine Fremden illegal in die Reserva TerritorialMadre de Dios eindringen, die allein für indigene Stämme in frei-williger Isolation bestimmt ist. Darüber hinaus hindern die „Hüterdes Waldes“ Fischer am Durchqueren bzw. Holzfäller am Betreten derSchutzgebiete.Die ZGF-Peru unterstützt die Verwaltung des Nationalparks seit 2008bei grundlegenden Aktionen zum Schutz des Gebiets, beispielsweiseÜberflügen zur Kontrolle aus der Luft oder Sonderpatrouillen aufden Flüssen oder an Land. Eine Inspektion der 42 Kilometer vomKontrollpunkt bis zum Flussgebiet Acre an der Grenze zu Brasilienbedeutet hin und zurück einen fünf- bis sechstägigen Fußmarsch.Sinn der Patrouillen ist es unter anderem, illegale Aktivitäten wieetwa Holzfällerei aufzudecken. Doch häufig finden die Ranger aufihren Touren auch Spuren indigener Völker in freiwilliger Isolation.Zu den interessantesten Funden gehören Wegzeichen, die aus gebro-chenen Ästen sowie in der Mitte des Flusses errichtet werden und diefür unser ungeübtes Auge unsichtbar wären. Den Rangern entgehensie jedoch nicht. Diese Zeichen dienen der Warnung und könntenschlichtweg mit „Durchgang verboten“ übersetzt werden, wie im ver-gangenen Jahr eine Sonderpatrouille feststellen konnte, an der auchMitarbeiter der ZGF beteiligt waren. Die Gruppe fand auf dem Weg,der von der Grenze eines Gebiets, für das Waldkonzessionen beste-hen, bis zur Grenze des Reservats führt, eine Reihe von überkreuz-ten Ästen und hörte später Laute von Menschen, die kräftig gegenStämme schlugen. Daraufhin trat die Gruppe einvernehmlich denRückzug an.Von einem weiteren Beispiel erzählen Ernesto, einer der Ranger,und seine Frau, die 2010 eine große Gruppe von Indigenen bei derÜberquerung des Flusses in Richtung ihres Kontrollpostens beo-bachteten. Ernesto wollte sie filmen, konnte jedoch vor lauter Auf-regung weder die Kamera einschalten noch das Boot anwerfen. Alser sah, dass sie sich näherten, gelang es ihm schließlich, sein Boot inGang zu bringen und zu entkommen.Das Bild, das um die Welt ging, entstand jedoch im September 2007während eines Kontrollflugs von ZGF-Mitarbeitern. Während derSuche nach illegalen Holzfällern fotografierten sie aus dem Flugzeugheraus eine Gruppe von Indigenen am Strand einer Flussbiegung desRio Las Piedras. In diesem Gebiet schlagen indigene Gruppen imSommer häufig ihr Lager am Flussufer auf, um die Eier der Fluss-schildkröte zu sammeln und zu essen.Am Rio Tahuamanu greift der Naturschutz mittlerweile. Im Südenjedoch, am Rio Las Piedras, ist die Lage schwieriger. Zum einen wirdnoch immer heimlich Holz gefällt, zum anderen ist ein neues Pro-blem entstanden, das es dringend zu lösen gilt: Schmuggler durch-queren das Schutzgebiet. Früher kam dies nur sehr vereinzelt vor,heute durchqueren mindestens drei Gruppen pro Woche das Gebiet.Außerdem werden Hölzer durchgeschleust, von denen niemand ge-nau weiß, woher sie stammen. Dieses Flussgebiet ist noch immernicht optimal geschützt.Die ZGF-Peru unterstützt den Schutz der Region, indem sie praxis-nahe Schulungen für die Ranger der Kontrollposten durchführt,etwa in Erster Hilfe. Zudem gibt es ein neues kleines Büro der ZGFin der Provinz Tahuamanu, das als eine Art technischer Untereinheitfungieren wird beim Engagement zum Erhalt von Schutzgebietenwie Purús, dessen kulturelle und biologische Vielfalt von unschätz-barem Wert sind.ALTO PURÚSPurús gehört zu den wenigen Regionen auf unserem Planeten, indenen indigene Gemeinschaften leben, die entweder noch keinen Kontaktzur Zivilisation hatten oder ihn nicht haben wollen, das heißt, die insogenannter freiwilliger Isolation leben.Karten:himmelbraun/ZGF23ZGF GORILLA | AUSGABE 2/2013SCHWERPUNKTTHEMA | PERU
  24. 24. Tauchen Sie ein in eine Welt voll faszinierender Tiereund Pflanzen und unterstützen Sie die Arbeit der ZGF.240 Seiten | 286 Farb- und 16 s/w-Fotos | 11 Karten | geb. mit SU | 24,5 x 28,5 cmHaben Sie noch Fragen?Monika Lennig, 069-943446-0 | info@zgf.deuTauTTAls langjähriges ZGF-Mitglied und somitregelmäßiger Gorilla-Leser greife ich ganzspontan zur Feder, um Ihnen besonderesLob für die Ausgabe 01/2013 zu zollen.Dies aus zweierlei Gründen: Zum einenfinde ich Inhalt wie Layout hervorragend.Zum anderen eignet sich der Beitrag „Im155. Jahr …“ von Dr. Schenck ganz ausge-zeichnet dazu, potenzielle Mitglieder überArbeit und Ziele der ZGF zu informierenund womöglich zum Beitritt zu bewegen,denn das Editorial beschreibt präzise undkompakt, wo Sie vorrangigen Handlungs-bedarf sehen und wofür primär Spenden-gelder eingesetzt werden, wie breit gefä-chert Ihre Aktivitäten sind.Das musste ich einfach mal loswerden undverbleibe mit freundlichen Grüßen.Malte Retiet, RösrathGROSSES LOBGORILLA 1/2013Im Gorilla 01/2013 habe ich mit großemInteresse den Bericht von Cheryl Lyn Dybasüber Canis aureus lupaster gelesen. Dabeifiel mir ein Reisebericht ein, den ich vorJahren gelesen hatte. Im Jahr 1926 hat SeineKönigliche Hoheit Ernst Heinrich vonSachsen Ägypten bereist und einen Wolfgesehen. Die Beschreibung des Tieres istdem im erwähnten Bericht sehr ähnlich undauf jeden Fall ein Hinweis auf die Existenzdieses Wolfs im Wissen der Menschen derdamaligen Zeit. Der Reisebericht steht inseinem Buch „Mein Lebensweg vom Königs-schloss zum Bauernhof“.Bernd Krug, SchauenburgNOCH EIN WOLF IM SCHAKALSPELZGORILLA 1/2013Zoologische Gesellschaft FrankfurtBernhard-Grzimek-Allee 160316 Frankfurt am MainE-Mail: presse@zgf.deBitte geben Sie Ihren Namen und Ihre Adressemit an, denn anonyme Zuschriften werden vonuns nicht veröffentlicht. Auch behalten wir unsvor, lange Zuschriften sinngemäß zu kürzen.Möchten Sie Kritik, Lob oder Anregungen zumZGF-Gorilla loswerden? Scheiben Sie uns:LESERBRIEFEZGF-BUCH IM ATTRAKTIVEN ANGEBOT:Sie zahlen 19,90 €, davon fließen 10,00 € direkt in unsere Naturschutzprojekte*.Das gibt es nur bei uns!* Das Angebot gilt nur, wenn Sie über www.amazon.de bestellen und die ZGF als Verkäufer auswählen.NEUbei AMAZONwww.amazon.deKeine VersandkostenJederzeit über das Internet bestellbar unter www.amazon.deWichtig bei der Bestellung:Wählen Sie bei Zustand neu und als Verkäufer die ZGF aus.Andere Anbieter unterstützen die Arbeit der ZGF nicht.Einfach QR-Codescannen unddirekt bestellen24 ZGF GORILLA | AUSGABE 2/2013ZGF DIALOG
  25. 25. HENRI, DER SPENDENSAMMLERKUNST & NATURSCHUTZ SERENGETI-KALENDERDANKE!Viele Mitglieder und Freunde der ZGF tragen mit ihren ganz persönlichenSpendenaktionen zu unserer Naturschutzarbeit bei. An dieser Stelle stellenwir Ihnen regelmäßig ausgewählte private Spendenaktionen vor.Einen ganz besonderen Lebensraum hatFlusspferd „Henri“. Seit mehr als dreißig Jah-ren lebt er neben der Kasse der Vogelsang-Apotheke in Esslingen. Hier sammelt er fürWildtiere und große Wildnisgebiete und hilftso jedes Jahr aufs Neue den weltweiten Pro-jektgebieten der ZGF. Dabei wird Henri vonden Inhabern Brigitte und Dr. Erich Lutz un-terstützt, die seit mehr als 40 Jahren Mitgliedder ZGF und große Naturschutz-Liebhabersind und bereits 1973 ihre erste gemeinsameAfrika-Reise unternommen haben. Dr. ErichLutz: „Auch in Esslingen gibt es allerdingsWilderer. Ein Ladendieb hatte sich einmalHenri geschnappt und war aus der Apothekegestürmt. Eine Mitarbeiterin nahm die Ver-folgung auf und konnte Henri befreien. ZumGlück war alles gut ausgegangen. Das zeigt,dass auch hier ein mutiger Einsatz für denNaturschutz passiert!“Familie Hoof aus Dresden war nachhaltigvon ihrer Reise nach Tansania im Sommer2012 beeindruckt. „Es hat uns sehr berührt,wie mühevoll es ist, Tiere – in diesem Falldie Nashörner – wieder anzusiedeln“, berich-tet Mirka Hoof. „Die Natur und die Vielfaltsind wunderschön und es ist wichtig, dass siemöglichst erhalten werden. Es sollen auchunsere Kinder und Enkelkinder diese Na-tur in Zukunft erleben können.“ Und um et-was zum Schutz der Serengeti beizutragen,bastelte die Familie aus den vielen schönenFotos einen Fotokalender. Die Anregungdazu kam von ihrem Safari-Guide Elly. DochFamilie Hoof beließ es nicht beim Basteln.Der Kalender wurde dann im Freundes- undGeschäftskreis als Weihnachtsgruß versen-det. In einem Begleitschreiben baten die kre-ativen Serengetireisenden um Spenden. Eineausgefallene und wie wir finden tolle Idee.Matthias und Ursula Mangold sind Fans derBilder, die der Künstler Andreas Völlingererschafft. Darum haben sie gleich drei Bil-der erstanden. Obwohl, kaufen kann mansie nicht. Man kann sie nur im Gegenzug füreine Spende an eine gemeinnützige Organi-sation geschenkt bekommen. Nun hängenzwei Gemälde im Haus des Ehepaars Man-gold. Ein drittes – das Nashorn – ziert denEingangsbereich des Unternehmens „genuss-tur“ von Matthias Mangold. Hier werdenWeinseminare und Kochkurse angeboten undnun können sich auch die Gäste an diesemBild erfreuen. „Mich persönlich fasziniertan dem Gemälde die Direktheit, diese Ba-lance zwischen Urgewalt und Gelassenheit“,sagt Matthias Mangold. Mit dem Künstlerist das Ehepaar befreundet und ihnen im-poniert, wie er sein kreatives Schaffen nutzt,um damit einen selbstlosen Beitrag zu leisten.Weitere Gemälde Ú www.paina.deMatthias Mangold mit seiner Neuerwerbung:ein Bild des Künstlers Andreas VöllingerBrigitte und Dr. Erich Lutz2.495 €aus Ihren Anlass-Spendenzusammen.Ganz herzlichen Dankallen Engagierten!Im Jahr 2013kamen bis zum 31. MärzHenri, der SpendensammlerFamilie Hoof auf ihrer Serengetireise im Sommer 201225ZGF GORILLA | AUSGABE 2/2013ZGF DIALOG
  26. 26. 40 JAHRE WASHINGTONER ARTENSCHUTZÜBEREINKOMMEN:Ein internationaler Erfolgfür den NaturschutzSeit 40 Jahren reguliert das WashingtonerArtenschutzübereinkommen CITES den in-ternationalen Handel mit bedrohten Tier- undPflanzenarten und trägt so zum Schutz vonca. 34.000 Arten bei. Auch Zoos unterstützendiesen Prozess maßgeblich,sei es durch Auf-klärung oder durch gezielte und koordinierteZuchtprogramme. Durch die Zusammenar-beit mit dem Zoll kommt der Frankfurter Zooaber auch häufig in unmittelbaren Kontaktmit illegal gehandelten Tieren.Am 3. März 1973 wurde das internationaleÜbereinkommen CITES (Convention onInternational Trade in Endangered Species ofWild Fauna and Flora) in Washington unter-zeichnet und trat im Juli 1975 in Kraft. Derbereits 1976 von der Bundesrepublik undbis heute von insgesamt 177 Staaten ratifi-zierte Vertrag trägt Früchte: Der internatio-nale Handel mit stark bedrohten Tierartenkonnte weitgehend eingedämmt werden.Dem Zoll kommt bei der Sicherstellung ille-gal gehandelter Arten eine Schlüsselrolle zu.Frankfurt ist eine der größten Drehschei-ben für den illegalen Handel. Ob scheinbarharmlose Souvenirs oder seltene Tiere undPflanzen, die Zollbeamtinnen und -beamtenkommen immer wieder Verstößen gegendas internationale Artenschutzübereinkom-men auf die Spur. Um geschützte Tierartenbesser zu erkennen, steht dem Zoll ein vomBundesumweltministerium entwickeltesErkennungshandbuch zur Verfügung, dasZoodirektor Professor Dr. Manfred Nie-kisch seinerzeit maßgeblich überarbeitethatte. Vom Zoll beschlagnahmte Tiere wer-den oft in den Zoo Frankfurt gebracht. Hierwerden die Tiere, die meist nicht artgerechttransportiert wurden, medizinisch betreutund aufgepäppelt.Zusammen mit dem Handel ist das Haupt-problem des Biodiversitätsschutzes dieZerstörung der Lebensräume. Allerdings:„Gerade dort, wo die Lebensräume nochintakt sind, werden Arten für den Handelgefangen und dann illegal in Verkehr ge-bracht. Der internationale Handel mit be-drohten Tier- und Pflanzenarten ist leiderbestens organisiert und äußerst lukrativ“,beklagt Niekisch. Er stellt auch eine Ver-schiebung im Handel fest: „Da der Zoll beiFracht und Handgepäck per Flugzeug im-mer erfolgreicher im Aufgreifen von ille-galen Sendungen ist, weichen immer mehrillegale Importeure auf Postpakete aus. Diesesind unauffälliger und die Erfolgsquote derSchmuggler damit größer.“Besonders bei Arten mit zahlenmäßig starkdezimierten Beständen sind Erhaltungs-zuchten in Zoos ein Mittel, um den Gen-pool zu erhalten. Wesentliches Ziel derErhaltungszuchten ist der Aufbau demo-grafisch und genetisch ausbalancierter Po-pulationen, die auch als Grundlage zurAufstockung schwindender Wildtierbe-stände in der Zukunft dienen können. Fürsechs Tierarten koordinieren Wissenschaft-ler des Zoos Frankfurt die Zuchtprogramme:Rostkatze, Gorilla, Nashornleguan, Sonnen-ralle, Socorrotaube und Schlanklori.Christine KurrleFoto:ZooFrankfurtVerbotene Souvenirs: Nicht alles, was gefälltist erlaubt.KINDERSTUBE IM KATZENDSCHUNGEL:Nachwuchs beiTigerin MALEAMitten in der Nacht zum 3. April hat diezwölfjährige Sumatra-Tigerin MALEA einJungtier geboren. Die Geburt verlief un-problematisch und das Kleine ist wohlauf.Vater IBAN (13) ist derzeit von MALEA undseinem Nachwuchs getrennt.„Zur Geburt hat sich MALEA in ihre Wurf-box zurückgezogen. Diese ist vom Besu-cherbereich aus nicht einsehbar“, erklärtZoodirektor Professor Dr. Manfred Niekisch.„Wir müssen uns also noch etwas gedulden,bevor wir den kleinen Tiger so richtig gut zusehen bekommen. Allerdings sieht bislangalles prima aus. Besonders wichtig: MALEAkümmert sich gut um ihr Junges.“Jetzt ist es erst mal wichtig, dass Mutterund Kind eine feste Bindung zueinanderaufbauen. In einigen Tagen oder Wochenwird MALEA dann mit dem Kleinen in dasSchaugehege umziehen. Im Alter von achtWochen wird das Jungtier von den Tierärz-tinnen untersucht. Spätestens dann kannauch das Geschlecht des kleinen Tigers be-stimmt werden. Sumatratiger gehören zuden hoch bedrohten Tierarten. Nachzuchtenin Zoos sind daher besonders wertvoll.Liebevolle Mutter: MALEA umsorgt ihrNeugeborenes.Foto:HessischerRundfunk26 ZGF GORILLA | AUSGABE 2/2013AUS DEM ZOO FRANKFURT
  27. 27. ZOO FRANKFURTVERÄNDERUNGENIM TIERBESTAND(01.01.2013 BIS 15.03.2013)GEBOREN0,0,4 Australische Zwergscharbe,0,0,3 Blauohr-Honigfresser,0,0,2 Blaukopf-Schmetterlingsfink,0,0,1 Braunborsten-Gürteltier,0,0,2 Kaiserschnurrbarttamarin,0,0,1 Nachtaffe, 0,0,2 Tibesti-Stachelmaus,1,0 Netzgiraffe JENGO, 0,0,2 GundiZUGÄNGE0,1 Schopftinamu (privat), 1,0 Kongopfau (ZooAntwerpen/BL), 0,1 Hammerkopf (Zoo Köln),1,0 Senegaltrappe (Wilhelma Stuttgart),0,1 Kurzohr-Rüsselspringer (Tiergarten Bernburg),0,1 Grevy-Zebra LIEKE (Beekse Bergen/NL)ABGÄNGE0,1 Fischerturako (Zoo Duisburg), 0,1 Furchen-schnabel-Bartvogel (Zoo Leipzig), 1,0 Kowari(Zoo Leipzig), 1,4 Klippschliefer (Zoo Dresden),0,1 Votsotsa (Lisieux/F)GESTORBEN1,0 Senegaltrappe, 0,0,1 Blauohr-Honigfresser,0,0,1 Siedelweber, 0,1 Goldbrüstchen,1,0 Japanisches Mövchen, 0,0,2 Blaukopf-Schmetterlingsfink, 0,1 Ultramarinbischof,0,1 Purpurtangare, 2,0 Zwerggleitbeutler,0,0,1 Braunborsten-Gürteltier, 0,0,1 Kaiser-schnurrbarttamarin, 1,0 Weißkopfsaki,0,1 Tibesti-Stachelmaus, 1,2 Streifengrasmaus,0,0,1 Mara, 0,0,17 BrillenblattnaseErläuterungMit den Zahlen vor den Artnamen bezeich-nen Tiergärtner die Anzahl männlicher(vor dem Komma) und weiblicher (nachdem Komma) Individuen. Die dritte Zahlgibt die Anzahl von Tieren unbekanntenGeschlechts an.UMZUG IN DIE VOGELHALLEN:Flamingo-Jungvögel in denFaust-VogelhallenNachdem es im letzten Jahr zum erstenMal nach 13 Jahren gelungen war, Chile-Flamingos im Frankfurter Zoo zu züchten,haben die Jungvögel bereits ihren erstenUmzug hinter sich – man findet sie gegen-wärtig in den Vogelhallen im ehemaligenSchuhschnabel-Gehege.Der Umzug hat zwei große Vorteile: Zumeinen waren die Jungvögel in den Vogel-Foto:DominikOpalka,ZooFrankfurtNeues Quartier: Flamingo-Nachwuchs in den Faust-Vogelhallen.hallen vor der kalten Witterung geschützt,zum anderen ist die schöne Anlage wie-der mit attraktiven Tieren besetzt undsteht nach dem Tod von SchuhschnabelMAUSI nicht länger leer. Der Flamingo-Nachwuchs, der im Juli 2012 das Licht derWelt erblickte, fühlt sich jedenfalls in derAnlage pudelwohl. Im Sommer geht’s aberwieder zurück zur Gruppe in den Außen-bereich.NACHWUCHS AM KIOSK:ZOO.F, das neue Magazin ausdem Zoo Frankfurt, ist da!Das schön gestaltete Magazin vermittelt span-nende Einblicke in die Vielfalt der Tiere undihre Besonderheiten, in die Welt des Zoos undwie er funktioniert, aber auch in so wichtigeThemen wie Natur- und Artenschutz – unddies für alle Altersgruppen. Das Besondere:ZOO.F ist mit einem Wende-Cover ausge-stattet. Die eine Hälfte des Heftes richtet sichan Erwachsene, die andere an Kinder undJugendliche mit vielen Mitmach- und Bastel-angeboten. ZOO.F ist zum Preis von 3,50 €im Zoo Frankfurt und im Zeitschriften-handel im Rhein-Main-Gebiet erhältlich.Das neue ZOO.F Magazin bietet spannendeZoo-Infos für Groß und Klein.27ZGF GORILLA | AUSGABE 2/2013AUS DEM ZOO FRANKFURT
  28. 28. Die Zoologische Gesellschaft Frankfurt hilft, den Lebensraum vonwilden Tieren zu bewahren. Helfen Sie mit.Unterstützen Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende oder werden Sie Mitgliedim Kreis unserer Freunde und tragen Sie dazu bei, die Heimat von Löwen undNashörnern, von Orang-Utans und Tigern, von Wölfen und Bären zu erhalten.Spendenkonto: 80002Frankfurter SparkasseBLZ: 500 502 01Zoologische Gesellschaft Frankfurt von 1858 e. V.Bernhard-Grzimek-Allee 1 | 60316 FrankfurtTelefon: 069 94 34 46 - 0 | E-Mail: info@zgf.deWWW.ZGF.DE©NorbertGuthierHINTERM ZOOGEHT’S WEITER

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