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Peer-Review und Entscheidungen
      der Journalredaktion
Peer-Review und Entscheidungen der Journalredaktion

               Der Peer-Review Prozess ist ein Mechanismus zur Qualitäts-
               sicherung wissenschaftlicher Arbeiten. Im Peer-Review
               begutachten wissenschaftliche Experten die Paper und
               Manuskripte anderer Wissenschaftler, um eine hohe Qualität
               wissenschaftlicher Publikationen zu gewährleisten.

               Peer-Reviewer entscheiden jedoch nicht über die Annahme oder
               Ablehnung eines Papers, sondern sprechen lediglich
               Empfehlungen aus.

               In Journals mit Peer-Review wird die Entscheidung über die
               Annahme eines Manuskripts durch die Herausgeber/Redaktion
               des Journals getroffen.

               In der Tat ist die Redaktion des Journals der zentrale
               Entscheidungsträger.1
Peer-Review und Entscheidungen der Journalredaktion

               Entscheidungsprozesse bei Journals

               Nachdem ein Paper eingereicht wurde, wird dieses i.d.R. von
               der Redaktion des Journals begutachtet, um zu entscheiden, ob
               es zum Peer-Review eingereicht wird, oder nicht. Erst wenn die
               Entscheidung nach dieser ersten Begutachtung positiv
               verlaufen ist, wird es an einen oder mehrere Peer-Reviewer
               übergeben.

               Schlussendlich entscheidet die Redaktion des Journals über die
               Annahme oder Ablehnung des Manuskripts zur Publikation auf
               Basis der Berichte der Peer-Reviewer.
Peer-Review und Entscheidungen der Journalredaktion




                                               Entscheidung
                 Paper wird                                     Autor wird
                                                 über die
 Autor reicht   durch Journal    Peer-Review                     über die
                                                Annahme
  Paper ein       Redaktion       des Papers                   Entscheidung
                                               durch Journal
                 begutachtet                                    informiert
                                                Redaktion



                 Einige Paper
                werden bereits
                   vor dem
                 Peer-Review
                  abgelehnt.
Peer-Review und Entscheidungen der Journalredaktion

Erste Durchsicht
Jährlich werden ca. 3 Millionen Manuskripte bei wissenschaftlichen Journals eingereicht. 1
Aufgrund der großen Menge an Einreichungen, begutachten viele Journals die Paper bereits
vor der Weiterreichung zum Peer-Review. Die folgenden Punkte werden insbesondere
während dieser ersten Durchsicht überprüft.


                 Passt das Paper zu den thematischen
              Schwerpunkten des Journals und wird es von
                  Interesse für die Leserschaft sein?

             Erfüllt das Manuskript mindestens die minimalen
        Qualitätsanforderungen und ist es gut genug geschrieben,
              um zum Peer-Review eingereicht zu werden?

               Wurden die Vorgaben des Journals von den
                         Autoren eingehalten?
Peer-Review und Entscheidungen der Journalredaktion

Journal Redakteure durchsichten hunderte von Manuskripten pro Jahr. Eines der ersten
Dinge, was von den Redakteuren angeschaut wird, ist das Anschreiben. Oftmals wird der
weitere Prozess bereits hier abgebrochen, wenn die Studie nicht interessant genug erscheint.

Deshalb ist es wichtig, dass Autoren ein gut aufgesetztes Anschreiben verfassen, welches die
Bedeutung und Stärken der Forschung betont. Zudem sollte auch eine gute Begründung
geliefert werden, weshalb das Manuskript für das Journal passend ist. Die Redakteure/
Lektoren schauen sich dann das Abstract an und überfliegen die Einleitung und einige der
Darstellungen und Tabellen, um die Qualität abzuschätzen.

Vorteile der Erstdurchsicht:
6. Wenn ein Manuskript deutlich ausserhalb des Themenbereichs des Journals liegt,
   ermöglicht eine schnelle Ablehung die baldige Einreichung bei einem anderen Journal.

7. Es wird keine Zeit der Peer-Reviewer verschwendet, indem sie Manuskripte begutachten,
   die deutlich unterhalb der Qualitätsanforderungen liegen.
Peer-Review und Entscheidungen der Journalredaktion



                 Wussten Sie   ?
                 Zwischen 6% und 60% der eingereichten Manuskripte
                 werden bereits nach der ersten Durchsicht abgelehnt.2

                 Eine andere Studie hat gezeigt, dass 21% der Einreichungen
                 aller Disziplinen bereits bei der ersten Durchsicht von der
                 Redaktion des Journals abgelehnt werden.3
Peer-Review und Entscheidungen der Journalredaktion

Peer-Review

I.d.R. werden 2 Peer-Reviewer (und bis zu 6) für das Peer-Review ausgesucht. Idealerweise
sind die Peer-Reviewer Experten auf dem entsprechenden Gebiet.

Journals haben oftmals bereits eine Anzahl von Peer-Reviewern mit einem guten Track-
Record für hohe Qualität engagiert, oder sie durchsichten Bibliographien oder kontaktieren
Forscher auf Konferenzen und Seminaren, um passende Reviewer zu finden.1 Die meisten
Journals fragen erst einmal bei den Reviewern an, befor sie sie engagieren.

Journals müssen dabei darauf achten, dass sie Reviewer auswählen, die genügend Expertise
besitzen, um das Manuskript zu beurteilen. Aus diesem Grund kann es länger dauern, bis
sehr technische Papers oder solche aus sehr spezifischen Fachgebieten begutachtet
werden, da es länger dauert, einen geeigneten Peer-Reviewer zu finden.
Peer-Review und Entscheidungen der Journalredaktion

Einige Journals bieten Autoren die Möglichkeit, bevorzugte
und weniger bevorzugte Reviewer zu nennen. Autoren              Gängige Formen des
sollten diese Möglichkeit nutzen, wenn sie zur Verfügung        Peer-Review
steht, da hierdurch die Zeit der Suche nach Reviewern           Einfachblind: Autoren
eingespart werden kann.                                         haben keine Kenntnis
                                                                über die Namen der
Zudem haben Studien gezeigt, dass Paper, die von Reviewern      Reviewer.
begutachtet wurden, welche von den Autoren vorgeschlagen
wurden, höhere Publikationschancen haben, als soclche, die      Doppelblind: Die Namen
von Journal-gewählten Reviewern begutachtet wurden.4,5          der Autoren sowie der
                                                                Reviewer werden
Das Peer-Review ist beendet, wenn alle Reviewer ihre Gut-       einander nicht bekannt
achten mit Kommentaren zum Manuskript and das Journal           gegeben.
gesendet haben. I.d.R. geben Journals den Reviewern 3 bis 4
Wochen Zeit für ihre Arbeit.6 Jedoch verfolgen nur wenige       Offenes Peer-Review:
Journals strikte Vorgaben zur Einhaltung der Fristen, weshalb   Die Namen der Autoren
es schwer ist, die genaue Dauer des Peer-Review Prozesses       und reviewer sind
vorherzusagen.6                                                 beiden Seiten bekannt.
Peer-Review und Entscheidungen der Journalredaktion

Endgültige Entscheidung

Die Redaktion des Journals betrachtet das Feedback der Peer-Reviewer und trifft die
endgültige Entscheidung über die Annahme oder Ablehnung des Papers. Im Folgenden
finden Sie einige der häufigsten Entscheidungen, die getroffen werden:

• Annahme ohne weitere Änderungen (Annahme):
  Das Journal wird das Paper in seiner Originaform veröffentlichen.
• Annahme nach geringfügiger Überarbeitung (Annahme):
  Das Journal wird das Paper publizieren, fordert jedoch geringfügige Verbesserungen.
• Annahme nach extensiver Überarbeitung (Annahme):
  Das Journal wird das Paper publizieren, fordert jedoch extensive Verbesserungen.
• Revidieren und Neueinreichung (bedingte Ablehnung):
  Das Journal ist gewillt, eine Neueinreichung in Erwägung zu ziehen, wenn der Autor
  weitreichende Änderungen vornimmt.
• Ablehnung (endgültige Ablehnung):
  Das Journal wird das Paper nicht veröffentlichen, auch wenn der Autor weitreichende
   Veränderungen vornehmen würde.
Peer-Review und Entscheidungen der Journalredaktion

Endgültige Entscheidung

Die 1. Option: Annahme ohne Änderungen ist sehr selten.

Die 2. Option: Annahme nach geringfügiger Überarbeitung ist das beste Resultat,
               das Autoren erhoffen können.

Wenn das Paper endgültig abgelehnt wird, macht es wenig Sinn, es im selben Journal
nochmals zu versuchen.

Wenn das Journal die Publikation ledigich mit vorbehalt abgelehnt (bedingte Ablehnung)
hätte, wäre es in dieser Form mitgeteilt worden. Eine endgültige Ablehnung bedeutet,
dass das Paper nicht den Qualitätsstandards oder den Fachgebieten des Journals
entspricht und auch nach gründlicher Überarbeitung nicht in Erwägung gezogen würde.
Peer-Review und Entscheidungen der Journalredaktion


  Die Redaktion spricht
  Im Allgemeinen kann ich Manuskripte in drei Gruppen zuordnen:

  1) Beiträge mit exzellenter Qualität, die einen Beitrag leisten.
  2) Arbeiten mit zufriendenstellender Qualität, die einen Beitrag leisten können und
  3) Beiträge in schlechter Qualität, die keinen Beitrag leisten.

  Die Kategorien 1 und 3 sind schnell zu bearbeiten, während die meisten Beiträge
  Kategorie 2 zuzuordnen sind. Diese Manuskripte erfordern einige Zeit, bevor eine
  Entscheidung getroffen werden kann. 7

                                              - Ehemaliger Journal Redakteur
Peer-Review und Entscheidungen der Journalredaktion
               Stimmen Peer-Reviewer und die Journal-Redaktion mit ihren
               Ansichten über das Mansukript immer überein?

               Die Entscheidungsmethoden der Journal-Redaktion können
               unterschiedlich sein: manche lehnen das Manuskript ab, wenn
               lediglich einer der Peer-Reviewer eine Ablehnung vorgeschlagen
               hat, während sich andere für eine Ablehnung entscheiden,
               wenn sich die Mehrheit für eine Ablehnung ausgesprochen hat,
               oder sich alle Reviewer einstimmig für die Ablehnung
               ausgesprochen haben. Es kommt jedoch häufig vor, dass Peer-
               Reviewer über dasselbe Manuskript unterschiedlicher Meinung
               sind.8,9 Ein Journal Redakteur ist sogar der Meinung, dass
               “Einstimmigkeit zwischen Reviewern eine Seltenheit ist.”10

               In Fällen mit widersprüchlichem Feedback kann sich die Journal-
               Redaktion entscheiden, das Paper an einen 3. Reviewer zu
               senden, bevor eine endgültige Entscheidung getroffen wird. In
               solchen Fällen dauert der Peer-Review Prozess für die Autoren
               noch länger.
Peer-Review und Entscheidungen der Journalredaktion
               Stimmen Peer-Reviewer und die Journal-Redaktion mit ihren
               Ansichten über die Publikation überein?

               In Wirklichkeit tendieren Reviewer eher dazu, eine Annahme
               als eine Ablehnung vorzuschlagen.10 Somit enstcheidet sich die
               Journal Redaktion oftmals dazu, ein Paper ebzulehnen, obwohl
               es von den Peer-Reviewern eigentlich zur Publikation
               vorgeschlagen wurde.

               Das Peer-Review Verfahren ist eigentlich dazu gedacht, Autoren
               bei der Verbesserung ihrer Manuskripte zu helfen, und eher
               weniger um eine Publikationsentscheidung zu treffen, was die
               Aufgabe der Redaktion des Journals ist.
Peer-Review und Entscheidungen der Journalredaktion


                     Kommentar vom Journal

  Der Hauptgrund des Peer-Reviews liegt darin, Redakteuren von
    Journals die notwendigen Informationen zu liefern, um die
           richtige Publikationsetscheidung zu treffen.

   Das Peer-Review soll auch den Autoren dabei helfen, ihr Paper
   auf ein hinreichendes Niveau für die Publikation zu bringen. 11

                                                        - Nature
Peer-Review und Entscheidungen der Journalredaktion

               SCHLUSSFOLGERUNGEN

               Aufgrund der vielen Anfragen zur Publikation müssen Top-
               Journals oftmals sogar Manuskripte hoher Qualität ablehnen.
               Einige der Gründe liegen in zu vielen Einreichungen,
               Platzbegrenzungen oder einem thematischen Fokus, der nicht
               dem des Journals entspricht.2

               Während Peer-Reviewer und die Journal Redaktion klar und
               schnell entscheiden können, welche Manuskripte definitiv
               abgelehnt werden, ist die Entscheidung für viele Manuskripte
               jedoch eine Herausforderung.12

               Letztendlich trifft die Journal Redaktion die endgültige
               Entscheidung über die Annahme oder Ablehnung eines Papers,
               basierend auf eigenen Entscheidungen über die Qualität und den
               Wert des Beitrags sowie die Kommentare der Peer-Reviewer.10
Peer-Review und Entscheidungen der Journalredaktion

Quellen:

• House of Commons Science and Technology Committee (2011).
Peer review in scientific publications Vol 1. House of Commons: London, UK.
• Schultz DM (2010). Rejection rates for journals publishing in the atmospheric sciences.
   Bulletin of the American Meteorological Society, 91(2): 231-243. doi:
   10.1175/2009BAMS2908.1.]
• Thomson Reuters (2011). Increasing the quality and timeliness of peer review: A report for
   scholarly publishers [white paper]. Available
   at: http://scholarone.com/media/pdf/peerreviewwhitepaper.pdf
• Hutchings A (2006).
Differences in review quality and recommendations for publication between peer reviewers su
. JAMA, 295(3): 314-317.
• Wager E, Parkin EC, Tamber PS (2006).
Are reviewers suggested by authors as good as those chosen by editors? Results of a rater-bli
. BMC Medicine,
    4: 13. doi: 0.1186/1741-7015-4-13.
• Association of Learned and Professional Society (2000).
Current practice in peer review. Results of a survey conducted during Oct/Nov 2000.
Association of Learned and
Peer-Review und Entscheidungen der Journalredaktion

Quellen:

3. Samet JM (1999). Dear author-advice from a retiring editor. American Journal of
    Epidemiology, 150(5): 433-436.
4. Rothwell PM & Martyn CN (2000).
Reproducibility of peer review in clinical neuroscience:     Is agreement between reviewers any
Brain, 123(9): 1964–9.
5. Ray JG (2002). Judging the judges: The role of journal editors (editorial). Quarterly Journal
    of Medicine, 95: 769-74.
6. Coronel R (1999). The role of the reviewer in editorial decision-making. Cardiovascular
    Research, 43(2): 261-64. doi: 10.1016/S0008-6363(99)00177-7.
7. Nature. Peer-review policy. Last accessed August 4, 2011. Available at:
    http://www.nature.com/authors/policies/peer_review.html
8. Howard L & Wilkinson G (1999). Peer review and editorial decision-making.
    Neuroendocrinology Letters, 20(5): 256-260.
Vielen Dank für Ihr Interesse
            www.editage.de

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Peer Review und Redaktionsprozesse

  • 1. Peer-Review und Entscheidungen der Journalredaktion
  • 2. Peer-Review und Entscheidungen der Journalredaktion Der Peer-Review Prozess ist ein Mechanismus zur Qualitäts- sicherung wissenschaftlicher Arbeiten. Im Peer-Review begutachten wissenschaftliche Experten die Paper und Manuskripte anderer Wissenschaftler, um eine hohe Qualität wissenschaftlicher Publikationen zu gewährleisten. Peer-Reviewer entscheiden jedoch nicht über die Annahme oder Ablehnung eines Papers, sondern sprechen lediglich Empfehlungen aus. In Journals mit Peer-Review wird die Entscheidung über die Annahme eines Manuskripts durch die Herausgeber/Redaktion des Journals getroffen. In der Tat ist die Redaktion des Journals der zentrale Entscheidungsträger.1
  • 3. Peer-Review und Entscheidungen der Journalredaktion Entscheidungsprozesse bei Journals Nachdem ein Paper eingereicht wurde, wird dieses i.d.R. von der Redaktion des Journals begutachtet, um zu entscheiden, ob es zum Peer-Review eingereicht wird, oder nicht. Erst wenn die Entscheidung nach dieser ersten Begutachtung positiv verlaufen ist, wird es an einen oder mehrere Peer-Reviewer übergeben. Schlussendlich entscheidet die Redaktion des Journals über die Annahme oder Ablehnung des Manuskripts zur Publikation auf Basis der Berichte der Peer-Reviewer.
  • 4. Peer-Review und Entscheidungen der Journalredaktion Entscheidung Paper wird Autor wird über die Autor reicht durch Journal Peer-Review über die Annahme Paper ein Redaktion des Papers Entscheidung durch Journal begutachtet informiert Redaktion Einige Paper werden bereits vor dem Peer-Review abgelehnt.
  • 5. Peer-Review und Entscheidungen der Journalredaktion Erste Durchsicht Jährlich werden ca. 3 Millionen Manuskripte bei wissenschaftlichen Journals eingereicht. 1 Aufgrund der großen Menge an Einreichungen, begutachten viele Journals die Paper bereits vor der Weiterreichung zum Peer-Review. Die folgenden Punkte werden insbesondere während dieser ersten Durchsicht überprüft. Passt das Paper zu den thematischen Schwerpunkten des Journals und wird es von Interesse für die Leserschaft sein? Erfüllt das Manuskript mindestens die minimalen Qualitätsanforderungen und ist es gut genug geschrieben, um zum Peer-Review eingereicht zu werden? Wurden die Vorgaben des Journals von den Autoren eingehalten?
  • 6. Peer-Review und Entscheidungen der Journalredaktion Journal Redakteure durchsichten hunderte von Manuskripten pro Jahr. Eines der ersten Dinge, was von den Redakteuren angeschaut wird, ist das Anschreiben. Oftmals wird der weitere Prozess bereits hier abgebrochen, wenn die Studie nicht interessant genug erscheint. Deshalb ist es wichtig, dass Autoren ein gut aufgesetztes Anschreiben verfassen, welches die Bedeutung und Stärken der Forschung betont. Zudem sollte auch eine gute Begründung geliefert werden, weshalb das Manuskript für das Journal passend ist. Die Redakteure/ Lektoren schauen sich dann das Abstract an und überfliegen die Einleitung und einige der Darstellungen und Tabellen, um die Qualität abzuschätzen. Vorteile der Erstdurchsicht: 6. Wenn ein Manuskript deutlich ausserhalb des Themenbereichs des Journals liegt, ermöglicht eine schnelle Ablehung die baldige Einreichung bei einem anderen Journal. 7. Es wird keine Zeit der Peer-Reviewer verschwendet, indem sie Manuskripte begutachten, die deutlich unterhalb der Qualitätsanforderungen liegen.
  • 7. Peer-Review und Entscheidungen der Journalredaktion Wussten Sie ? Zwischen 6% und 60% der eingereichten Manuskripte werden bereits nach der ersten Durchsicht abgelehnt.2 Eine andere Studie hat gezeigt, dass 21% der Einreichungen aller Disziplinen bereits bei der ersten Durchsicht von der Redaktion des Journals abgelehnt werden.3
  • 8. Peer-Review und Entscheidungen der Journalredaktion Peer-Review I.d.R. werden 2 Peer-Reviewer (und bis zu 6) für das Peer-Review ausgesucht. Idealerweise sind die Peer-Reviewer Experten auf dem entsprechenden Gebiet. Journals haben oftmals bereits eine Anzahl von Peer-Reviewern mit einem guten Track- Record für hohe Qualität engagiert, oder sie durchsichten Bibliographien oder kontaktieren Forscher auf Konferenzen und Seminaren, um passende Reviewer zu finden.1 Die meisten Journals fragen erst einmal bei den Reviewern an, befor sie sie engagieren. Journals müssen dabei darauf achten, dass sie Reviewer auswählen, die genügend Expertise besitzen, um das Manuskript zu beurteilen. Aus diesem Grund kann es länger dauern, bis sehr technische Papers oder solche aus sehr spezifischen Fachgebieten begutachtet werden, da es länger dauert, einen geeigneten Peer-Reviewer zu finden.
  • 9. Peer-Review und Entscheidungen der Journalredaktion Einige Journals bieten Autoren die Möglichkeit, bevorzugte und weniger bevorzugte Reviewer zu nennen. Autoren Gängige Formen des sollten diese Möglichkeit nutzen, wenn sie zur Verfügung Peer-Review steht, da hierdurch die Zeit der Suche nach Reviewern Einfachblind: Autoren eingespart werden kann. haben keine Kenntnis über die Namen der Zudem haben Studien gezeigt, dass Paper, die von Reviewern Reviewer. begutachtet wurden, welche von den Autoren vorgeschlagen wurden, höhere Publikationschancen haben, als soclche, die Doppelblind: Die Namen von Journal-gewählten Reviewern begutachtet wurden.4,5 der Autoren sowie der Reviewer werden Das Peer-Review ist beendet, wenn alle Reviewer ihre Gut- einander nicht bekannt achten mit Kommentaren zum Manuskript and das Journal gegeben. gesendet haben. I.d.R. geben Journals den Reviewern 3 bis 4 Wochen Zeit für ihre Arbeit.6 Jedoch verfolgen nur wenige Offenes Peer-Review: Journals strikte Vorgaben zur Einhaltung der Fristen, weshalb Die Namen der Autoren es schwer ist, die genaue Dauer des Peer-Review Prozesses und reviewer sind vorherzusagen.6 beiden Seiten bekannt.
  • 10. Peer-Review und Entscheidungen der Journalredaktion Endgültige Entscheidung Die Redaktion des Journals betrachtet das Feedback der Peer-Reviewer und trifft die endgültige Entscheidung über die Annahme oder Ablehnung des Papers. Im Folgenden finden Sie einige der häufigsten Entscheidungen, die getroffen werden: • Annahme ohne weitere Änderungen (Annahme): Das Journal wird das Paper in seiner Originaform veröffentlichen. • Annahme nach geringfügiger Überarbeitung (Annahme): Das Journal wird das Paper publizieren, fordert jedoch geringfügige Verbesserungen. • Annahme nach extensiver Überarbeitung (Annahme): Das Journal wird das Paper publizieren, fordert jedoch extensive Verbesserungen. • Revidieren und Neueinreichung (bedingte Ablehnung): Das Journal ist gewillt, eine Neueinreichung in Erwägung zu ziehen, wenn der Autor weitreichende Änderungen vornimmt. • Ablehnung (endgültige Ablehnung): Das Journal wird das Paper nicht veröffentlichen, auch wenn der Autor weitreichende Veränderungen vornehmen würde.
  • 11. Peer-Review und Entscheidungen der Journalredaktion Endgültige Entscheidung Die 1. Option: Annahme ohne Änderungen ist sehr selten. Die 2. Option: Annahme nach geringfügiger Überarbeitung ist das beste Resultat, das Autoren erhoffen können. Wenn das Paper endgültig abgelehnt wird, macht es wenig Sinn, es im selben Journal nochmals zu versuchen. Wenn das Journal die Publikation ledigich mit vorbehalt abgelehnt (bedingte Ablehnung) hätte, wäre es in dieser Form mitgeteilt worden. Eine endgültige Ablehnung bedeutet, dass das Paper nicht den Qualitätsstandards oder den Fachgebieten des Journals entspricht und auch nach gründlicher Überarbeitung nicht in Erwägung gezogen würde.
  • 12. Peer-Review und Entscheidungen der Journalredaktion Die Redaktion spricht Im Allgemeinen kann ich Manuskripte in drei Gruppen zuordnen: 1) Beiträge mit exzellenter Qualität, die einen Beitrag leisten. 2) Arbeiten mit zufriendenstellender Qualität, die einen Beitrag leisten können und 3) Beiträge in schlechter Qualität, die keinen Beitrag leisten. Die Kategorien 1 und 3 sind schnell zu bearbeiten, während die meisten Beiträge Kategorie 2 zuzuordnen sind. Diese Manuskripte erfordern einige Zeit, bevor eine Entscheidung getroffen werden kann. 7 - Ehemaliger Journal Redakteur
  • 13. Peer-Review und Entscheidungen der Journalredaktion Stimmen Peer-Reviewer und die Journal-Redaktion mit ihren Ansichten über das Mansukript immer überein? Die Entscheidungsmethoden der Journal-Redaktion können unterschiedlich sein: manche lehnen das Manuskript ab, wenn lediglich einer der Peer-Reviewer eine Ablehnung vorgeschlagen hat, während sich andere für eine Ablehnung entscheiden, wenn sich die Mehrheit für eine Ablehnung ausgesprochen hat, oder sich alle Reviewer einstimmig für die Ablehnung ausgesprochen haben. Es kommt jedoch häufig vor, dass Peer- Reviewer über dasselbe Manuskript unterschiedlicher Meinung sind.8,9 Ein Journal Redakteur ist sogar der Meinung, dass “Einstimmigkeit zwischen Reviewern eine Seltenheit ist.”10 In Fällen mit widersprüchlichem Feedback kann sich die Journal- Redaktion entscheiden, das Paper an einen 3. Reviewer zu senden, bevor eine endgültige Entscheidung getroffen wird. In solchen Fällen dauert der Peer-Review Prozess für die Autoren noch länger.
  • 14. Peer-Review und Entscheidungen der Journalredaktion Stimmen Peer-Reviewer und die Journal-Redaktion mit ihren Ansichten über die Publikation überein? In Wirklichkeit tendieren Reviewer eher dazu, eine Annahme als eine Ablehnung vorzuschlagen.10 Somit enstcheidet sich die Journal Redaktion oftmals dazu, ein Paper ebzulehnen, obwohl es von den Peer-Reviewern eigentlich zur Publikation vorgeschlagen wurde. Das Peer-Review Verfahren ist eigentlich dazu gedacht, Autoren bei der Verbesserung ihrer Manuskripte zu helfen, und eher weniger um eine Publikationsentscheidung zu treffen, was die Aufgabe der Redaktion des Journals ist.
  • 15. Peer-Review und Entscheidungen der Journalredaktion Kommentar vom Journal Der Hauptgrund des Peer-Reviews liegt darin, Redakteuren von Journals die notwendigen Informationen zu liefern, um die richtige Publikationsetscheidung zu treffen. Das Peer-Review soll auch den Autoren dabei helfen, ihr Paper auf ein hinreichendes Niveau für die Publikation zu bringen. 11 - Nature
  • 16. Peer-Review und Entscheidungen der Journalredaktion SCHLUSSFOLGERUNGEN Aufgrund der vielen Anfragen zur Publikation müssen Top- Journals oftmals sogar Manuskripte hoher Qualität ablehnen. Einige der Gründe liegen in zu vielen Einreichungen, Platzbegrenzungen oder einem thematischen Fokus, der nicht dem des Journals entspricht.2 Während Peer-Reviewer und die Journal Redaktion klar und schnell entscheiden können, welche Manuskripte definitiv abgelehnt werden, ist die Entscheidung für viele Manuskripte jedoch eine Herausforderung.12 Letztendlich trifft die Journal Redaktion die endgültige Entscheidung über die Annahme oder Ablehnung eines Papers, basierend auf eigenen Entscheidungen über die Qualität und den Wert des Beitrags sowie die Kommentare der Peer-Reviewer.10
  • 17. Peer-Review und Entscheidungen der Journalredaktion Quellen: • House of Commons Science and Technology Committee (2011). Peer review in scientific publications Vol 1. House of Commons: London, UK. • Schultz DM (2010). Rejection rates for journals publishing in the atmospheric sciences. Bulletin of the American Meteorological Society, 91(2): 231-243. doi: 10.1175/2009BAMS2908.1.] • Thomson Reuters (2011). Increasing the quality and timeliness of peer review: A report for scholarly publishers [white paper]. Available at: http://scholarone.com/media/pdf/peerreviewwhitepaper.pdf • Hutchings A (2006). Differences in review quality and recommendations for publication between peer reviewers su . JAMA, 295(3): 314-317. • Wager E, Parkin EC, Tamber PS (2006). Are reviewers suggested by authors as good as those chosen by editors? Results of a rater-bli . BMC Medicine, 4: 13. doi: 0.1186/1741-7015-4-13. • Association of Learned and Professional Society (2000). Current practice in peer review. Results of a survey conducted during Oct/Nov 2000. Association of Learned and
  • 18. Peer-Review und Entscheidungen der Journalredaktion Quellen: 3. Samet JM (1999). Dear author-advice from a retiring editor. American Journal of Epidemiology, 150(5): 433-436. 4. Rothwell PM & Martyn CN (2000). Reproducibility of peer review in clinical neuroscience: Is agreement between reviewers any Brain, 123(9): 1964–9. 5. Ray JG (2002). Judging the judges: The role of journal editors (editorial). Quarterly Journal of Medicine, 95: 769-74. 6. Coronel R (1999). The role of the reviewer in editorial decision-making. Cardiovascular Research, 43(2): 261-64. doi: 10.1016/S0008-6363(99)00177-7. 7. Nature. Peer-review policy. Last accessed August 4, 2011. Available at: http://www.nature.com/authors/policies/peer_review.html 8. Howard L & Wilkinson G (1999). Peer review and editorial decision-making. Neuroendocrinology Letters, 20(5): 256-260.
  • 19. Vielen Dank für Ihr Interesse www.editage.de https://twitter.com/EditageGermany http://www.linkedin.com/company/cactus-communications