SlideShare ist ein Scribd-Unternehmen logo
1 von 2
Downloaden Sie, um offline zu lesen
42_43_PS_SA1_WK_zeit      15.02.2013          15:06 Uhr         Seite 42




           Werte & Kompetenzen



           Selbstmanagement

           Aufgeschoben ist nicht aufgehoben
           Unser Alltag wird zunehmend von Zeitdruck bestimmt. Selbstmanagement wird dadurch zu einer
           Schlüsselkompetenz, denn wer Prioritäten richtig setzen und Nein sagen kann, gewinnt mehr
           Zeit für das Wesentliche.

           Von Heike Eberle



          D     ie Komplexität und die Dynamik des
                Alltags überfordern uns mehr und
           mehr. Die Aufgaben werden komplexer,
                                                                  Das Wichtige vor dem Dringenden

                                                                  Eines der wichtigsten Prinzipien beim
                                                                                                                         Seminartipp

                                                                                                                   Selbst- und Zeitmanagement
           das Arbeitspensum wird höher und das                   Selbstmanagement ist die Regel «first            Möchten Sie Ihr Selbst- und Zeitmanage-
           Arbeitstempo schneller. Unter diesen Rah-              things first», also immer das Wichtige zu-       ment verbessern? An diesem Seminar
           menbedingungen ist es eine enorme He-                  erst. Die Krux dabei ist, dass das Drin-         analysieren Sie Ihren Arbeitsstil und opti-
           rausforderung, sich selbst klug zu führen              gendste nicht automatisch auch das               mieren Ihre Arbeitsmethodik. Sie erfahren,
                                                                                                                   wie Sie besser mit Störfaktoren umgehen,
           und den Balanceakt zwischen Arbeit und                 Wichtigste ist. Vielmehr sind die wichtigs-
                                                                                                                   und lernen diverse Zeitplanungstechniken
           Freizeit hinzubekommen. Der Manage-                    ten Aufgaben in der Regel eben gerade            kennen.
           ment-Guru Peter F. Drucker konstatierte                nicht dringend. Dringende Aufgaben zu-
           bereits vor Jahren, dass Selbstmanage-                 gunsten von wichtigen Aufgaben zurück-           Termine:
           ment zu einer Schlüsselqualifikation des               zustellen, ist kein Leichtes, denn die ärgs-     10.4. / 29.8. / 5.11. 2013
                                                                                                                   Ort: Zentrum für Weiterbildung der
           21.Jahrhunderts werden wird.                           ten Feinde der Hauptsachen sind be-
                                                                                                                   Universität Zürich
                                                                  kanntlich die Nebensachen. Zudem ist es
           Selbstmanagement beginnt wortwörtlich                  nicht immer einfach, herauszufinden, was         Anmeldung und weitere Informationen:
           mit einem guten Umgang mit sich selbst                 für uns wichtig und wesentlich ist. Wich-        www.praxisseminare.ch
           und äussert sich in einem souveränen Um-               tige Aufgaben betreffen Dinge, die Sie per-
           gang mit der Zeit. Es geht darum, Prioritä-            sönlich voranbringen, z.B. Ihre Gesundheit     frontiert. Interessant dabei ist, dass sich
           ten zu setzen und zwischen «wichtig»                   zu pflegen, eine Sprache zu lernen oder Ihr    Prioritäten im Laufe des Lebens verschie-
           und «unwichtig» sowie zwischen «drin-                  Netzwerk auszubauen. Wichtige Aufga-           ben. Es gibt bestimmt Dinge, die für Sie frü-
           gend» und «weniger dringend» unter-                    ben, die Sie vernachlässigen, schlagen ir-     her einmal relevant waren, die Sie heute
           scheiden zu können. Eng verzahnt mit                   gendwann als dringende Aufgaben durch.         aber nur noch aus Gewohnheit mitschlep-
           dem Selbstmanagement sind Begriffe wie                 Vernachlässigen Sie beispielsweise Ihre Er-    pen. Überprüfen Sie deshalb regelmässig,
           Zeitmanagement, Stressmanagement und                   nährung, dann werden Sie früher oder spä-      welche Aufgaben für Sie wichtig und wel-
           Work-Life-Balance.                                     ter mit gesundheitlichen Problemen kon-        che nicht mehr relevant sind.

                                                                                                                 Die Kunst des Neinsagens

                                                                                                                 Sich selbst klug zu führen, verlangt zu-
                                                                                                                 nächst die klare Erkenntnis seines Selbst. In
                                                                                                                 einem ersten Schritt geht es darum, stö-
                                                                                                                 rende Abläufe und Einstellungen zu er-
                                                                                                                 kennen, um in einem zweiten Schritt sein
                                                                                                                 Leben danach auszurichten. Jedes neue
                                                                                                                 Verhalten muss erst einmal wie das Rad-
                                                                                                                 oder das Autofahren antrainiert werden.
                                                                                                                 Erfahrungsgemäss greifen Verhaltensän-
                                                                                                                 derungen erst nach 21 Tagen des kontinu-
                                                                                                                 ierlichen Anwendens. Um effektiver arbei-
                                                                                                                 ten zu können, gilt es, alte Muster loszu-
                                                                                                                 lassen und Nein sagen zu lernen. Nein zum
                                                                                                                 Beeilen, Nein zum Aufschieben, Nein zum
                                                                                                                 übertriebenen Perfektionismus, Nein zu ei-
           «First things first» – Selbstmanagement beginnt mit dem konsequenten Setzen von Prioritäten.          ner herangetragenen Bitte. Das Neinsagen



   42      personalSCHWEIZ   Sonderausgabe „Zeitmanagement“ März 2013
42_43_PS_SA1_WK_zeit        15.02.2013          15:06 Uhr         Seite 43




                                                                                                                              Werte & Kompetenzen



        ist für viele Menschen etwas Unangeneh-
        mes, da sie befürchten, mit einer Absage                    Strategien gegen                    Zeitdiebe
        ihr Gegenüber zu verletzen. Das muss aber
        nicht sein. Auch für notorische Jasager gibt                • Räumen Sie den Aufgaben Ihrer Tagesplanung höchste Priorität ein.
        es sympathische und diplomatische Wege,                     • Lassen Sie Ihr Arbeitsverhalten nicht durch Dringlichkeiten anderer Menschen beeinflussen.
        das «Nein» an den Mann zu bringen.                          • Bitten Sie den Bittsteller darum, das an Sie gerichtete Anliegen vorzuformulieren und Ihnen eine
                                                                      E-Mail zu schicken.
        Was du heute kannst besorgen…                               • Verlegen Sie ungelegene Anrufe auf einen verbindlichen Ausweichtermin.
                                                                    • Schalten Sie den Anrufbeantworter oder die Mailbox Ihres Handys ein, wenn Sie absolute Ruhe
        Zugegeben, das sofortige Erledigen von un-                    für andere Aufgaben benötigen.
        angenehmen Aufgaben erfordert enorm
                                                                    • Sorgen Sie für eine «stille/goldene Stunde», in der Sie ungestört Ihre Aufgaben erledigen können.
        viel Selbstdisziplin und ein gutes Selbst-                    Bitten Sie einen Kollegen oder eine Kollegin, Ihr Telefon für eine gewisse Zeit zu übernehmen,
        management. Doch wo ein Wille ist, ist                        oder weichen Sie in einen anderen Raum aus, um ungestört zu arbeiten. Übertreiben Sie die Ab-
        auch ein Weg. Überwinden Sie Ihren in-                        schottungsstrategien jedoch nicht. Sich ständig abzuschirmen verärgert Mitarbeiter und Kunden.
        neren Schweinehund und greifen Sie zu
        Sofortmassnahmen. Handeln Sie proaktiv
        und erledigen Sie wichtige Dinge sofort,                gang des erneuten «Anfassens» viel Zeit                  hat festgestellt, dass ein Büromitarbeiter
        anstatt sie hinauszuschieben. «Just do it»              verschlingt, binden unerledigte Aufgaben                 durchschnittlich nur etwa elf Minuten mit
        – der Nike-Werbespruch ist dafür ein gu-                Energie, die man besser in andere Dinge in-              einer Sache beschäftigt ist, bevor er wieder
        ter Aufhänger!                                          vestieren würde. Warum also eine Aufga-                  unterbrochen wird. Dabei lenkt jede Unter-
                                                                be nicht nur einmal in die Hand nehmen?                  brechung dermassen ab, dass oftmals zwei
        Unliebsame Aufgaben anzugehen, fällt                    Wenn man die Sache aus der Hand legt,                    andere Aufgaben in Angriff genommen
        leichter, wenn man grosse Arbeitseinheiten              sollte sie entschieden und erledigt sein –               werden und weitere acht Minuten verge-
        in kleine Teilschritte unterteilt. Sorgen Sie           auch wenn es Zeit kostet, das Angebot zu                 hen, bis man die Konzentration für die erst-
        dafür, dass Sie ungestört arbeiten können,              lesen oder die Anfrage auszuarbeiten. Das                begonnene Aufgabe wieder findet. Ein Teu-
        arbeiten Sie mit To-do-Listen und loben Sie             ist ressourcenschonender, als zigmal die                 felskreis: Die anstehenden wichtigen Auf-
        sich für Erreichtes. Gönnen Sie sich einen              gleiche Aufgabe von Neuem anzupacken.                    gaben geraten immer wieder ins Stocken
        Kaffee oder eine kleine Pause, wenn Sie ei-                                                                      und werden nicht zu Ende gebracht.
        nen To-do-Punkt streichen können.                       Unliebsame Unterbrechungen
                                                                                                                                  HR-Tool online
        Es gibt Vorgänge und Probleme, die fasst                Die ständige Erreichbarkeit via Smartphone
        man mehrmals an, legt sie auf die andere                und E-Mail macht es immer schwieriger,                      Übersicht
        Seite und schiebt sie auf diese Weise vor               sich auf eine Aufgabe zu konzentrieren. Die                 Zeitmanagement-Methoden
                                                                                                                            Möchten Sie weitere Zeitmanagement-
        sich her. Abgesehen davon, dass dieser Vor-             Computerwissenschaftlerin Gloria Markt
                                                                                                                            Methoden kennenlernen? In dieser prak-
                                                                                                                            tischen Übersicht finden Sie alle wesent-
                                                                                                                            lichen Informationen zu Pareto-Prinzip,
                                                                                                                            ALPEN-Methode und Eisenhower-Regel.
           5 Wege                         zu einem diplomatischen «Nein»                                                    Download: www.personal-schweiz.ch

           1. «Ich melde mich später noch einmal.»
              Setzen Sie auf den Faktor Zeit, um eine Anfrage nicht gleich abzuschmettern. Fragen Sie z.B.:
              «Darf ich Sie zurückrufen? Ich melde mich heute im Laufe des Nachmittags.» Sagen Sie höflich
              Nein und rufen Sie verlässlich zurück.
           2. «Beim nächsten Mal klappt es bestimmt.»
              Wenn Sie eine Anfrage nicht bearbeiten können, dann sagen Sie unverblümt, dass Sie im Augen-
              blick keine Kapazitäten frei haben, Sie sich aber freuen würden, wenn es zu einem späteren Zeit-
              punkt klappt.
           3. «So etwas mache ich grundsätzlich nicht.»
              Menschen verkraften ein «Nein» leichter, wenn sie wissen, dass die Absage keine persönlichen
              Gründe hat. Berufen Sie sich deshalb auf bestimmte Grundsätze, wie z.B. «Am Telefon mache ich
              grundsätzlich keine Verkaufsabschlüsse».
           4. «Da habe ich leider keine Zeit.»
              Diese Leerformel stellt manche Fragesteller erst einmal zufrieden. Auf eine Bitte sagen Sie be-
              stimmt: «Tut mir leid, an jenem Termin geht es leider nicht», anstatt offen einzugestehen, dass Sie
              keine Lust haben. Das kommt freundlicher an und schmettert die Bitte nicht so unverschämt ab.
           5. «Wenn ich Nein sage, dann meine ich auch Nein.»
              Halten Sie konsequent an einer Absage fest, auch wenn Ihnen das anfänglich nicht leichtfällt.              Heike Eberle ist Unternehmerin, Trainerin
              Atmen Sie durch, nehmen Sie Ihren ganzen Mut zusammen und bleiben Sie hart. Das selbstbe-                  und Autorin. Was sie als Geschäftsführerin
              stimmte Abgrenzen stärkt auf Dauer Ihr Selbstwertgefühl.                                                   im familieneigenen Baubetrieb lebt, gibt sie
                                                                                                                         in Form von Trainings und Beratungen weiter.



                                                                                                                    personalSCHWEIZ   Sonderausgabe „Zeitmanagement“ März 2013   43

Weitere ähnliche Inhalte

Andere mochten auch (14)

Tabla de evaluacion
Tabla de evaluacionTabla de evaluacion
Tabla de evaluacion
 
Class Description - Web Series Distribution and Marketing
Class Description - Web Series Distribution and MarketingClass Description - Web Series Distribution and Marketing
Class Description - Web Series Distribution and Marketing
 
Proposta de dobres titulacións
Proposta de dobres titulaciónsProposta de dobres titulacións
Proposta de dobres titulacións
 
Ponte estaca 61+03 layout1 (1)
Ponte estaca 61+03 layout1 (1)Ponte estaca 61+03 layout1 (1)
Ponte estaca 61+03 layout1 (1)
 
Informacion seminario tradicional
Informacion seminario tradicionalInformacion seminario tradicional
Informacion seminario tradicional
 
Aluminium Electrolytic Cell
Aluminium Electrolytic CellAluminium Electrolytic Cell
Aluminium Electrolytic Cell
 
Rashid 's pan pal
Rashid 's pan palRashid 's pan pal
Rashid 's pan pal
 
Zala Group Of Product... List..1docx...
Zala Group Of Product... List..1docx...Zala Group Of Product... List..1docx...
Zala Group Of Product... List..1docx...
 
Kasus korupsi di indonesia
Kasus korupsi di indonesiaKasus korupsi di indonesia
Kasus korupsi di indonesia
 
Perekonnaseadus
PerekonnaseadusPerekonnaseadus
Perekonnaseadus
 
03 sistemas
03 sistemas03 sistemas
03 sistemas
 
Sanpo
SanpoSanpo
Sanpo
 
Bring back life to your outdoors
Bring back life to your outdoorsBring back life to your outdoors
Bring back life to your outdoors
 
Question 7
Question 7Question 7
Question 7
 

Ähnlich wie Nein sagen

DIGITAL CROSSROADS - Module 4 de.pptx
DIGITAL CROSSROADS - Module 4 de.pptxDIGITAL CROSSROADS - Module 4 de.pptx
DIGITAL CROSSROADS - Module 4 de.pptx
Aine42
 
Was machen, wenn die Führer weg sind?
Was machen, wenn die Führer weg sind?Was machen, wenn die Führer weg sind?
Was machen, wenn die Führer weg sind?
Learning Factory
 
Prinzipien Meister-Kurs
Prinzipien Meister-KursPrinzipien Meister-Kurs
Prinzipien Meister-Kurs
Gebhard Borck
 

Ähnlich wie Nein sagen (20)

DIGITAL CROSSROADS - Module 4 de.pptx
DIGITAL CROSSROADS - Module 4 de.pptxDIGITAL CROSSROADS - Module 4 de.pptx
DIGITAL CROSSROADS - Module 4 de.pptx
 
Mini-Training - Einführungsvortrag
Mini-Training - EinführungsvortragMini-Training - Einführungsvortrag
Mini-Training - Einführungsvortrag
 
Mini-Training - Video 2: VERHÄLTNISSE
Mini-Training - Video 2: VERHÄLTNISSEMini-Training - Video 2: VERHÄLTNISSE
Mini-Training - Video 2: VERHÄLTNISSE
 
Was machen, wenn die Führer weg sind?
Was machen, wenn die Führer weg sind?Was machen, wenn die Führer weg sind?
Was machen, wenn die Führer weg sind?
 
Mini-Training - Video 3: VERHALTEN
Mini-Training - Video 3: VERHALTENMini-Training - Video 3: VERHALTEN
Mini-Training - Video 3: VERHALTEN
 
Die Führungskraft als Coach
Die Führungskraft als CoachDie Führungskraft als Coach
Die Führungskraft als Coach
 
Drei Zukunftsqualifikationen | Selbstmanagement
Drei Zukunftsqualifikationen | SelbstmanagementDrei Zukunftsqualifikationen | Selbstmanagement
Drei Zukunftsqualifikationen | Selbstmanagement
 
Statt der Psyche lieber die Struktur in den Fokus nehmen
Statt der Psyche lieber die Struktur in den Fokus nehmenStatt der Psyche lieber die Struktur in den Fokus nehmen
Statt der Psyche lieber die Struktur in den Fokus nehmen
 
FüHrungsinstrumente
FüHrungsinstrumenteFüHrungsinstrumente
FüHrungsinstrumente
 
Führungsinstrumente
FührungsinstrumenteFührungsinstrumente
Führungsinstrumente
 
13 fehlende karriereziele_cmi
13 fehlende karriereziele_cmi13 fehlende karriereziele_cmi
13 fehlende karriereziele_cmi
 
USP-D Führungskräfteentwicklung für Advanced Manager
USP-D Führungskräfteentwicklung für Advanced ManagerUSP-D Führungskräfteentwicklung für Advanced Manager
USP-D Führungskräfteentwicklung für Advanced Manager
 
Mini-Training - Video 1: HALTUNG
Mini-Training - Video 1: HALTUNGMini-Training - Video 1: HALTUNG
Mini-Training - Video 1: HALTUNG
 
Werte sind das neue wissen
Werte sind das neue wissenWerte sind das neue wissen
Werte sind das neue wissen
 
Performancesysteme und Relative Ziele (BetaCodex 10)
Performancesysteme und Relative Ziele (BetaCodex 10)Performancesysteme und Relative Ziele (BetaCodex 10)
Performancesysteme und Relative Ziele (BetaCodex 10)
 
Bpkmu 05 07_management4
Bpkmu 05 07_management4Bpkmu 05 07_management4
Bpkmu 05 07_management4
 
Bpkmu 03 07 Management2
Bpkmu 03 07 Management2Bpkmu 03 07 Management2
Bpkmu 03 07 Management2
 
Soft Skills Teil 2 von 2
Soft Skills Teil 2 von 2Soft Skills Teil 2 von 2
Soft Skills Teil 2 von 2
 
Next Generation Leadership – Welchen Weg gehen wir?
Next Generation Leadership – Welchen Weg gehen wir?Next Generation Leadership – Welchen Weg gehen wir?
Next Generation Leadership – Welchen Weg gehen wir?
 
Prinzipien Meister-Kurs
Prinzipien Meister-KursPrinzipien Meister-Kurs
Prinzipien Meister-Kurs
 

Mehr von Eberle Bau

Schimmelratgeber
SchimmelratgeberSchimmelratgeber
Schimmelratgeber
Eberle Bau
 

Mehr von Eberle Bau (18)

Handwerksbetriebe auf dem Weg in die Arbeitswelt 4.0
Handwerksbetriebe auf dem Weg in die Arbeitswelt 4.0Handwerksbetriebe auf dem Weg in die Arbeitswelt 4.0
Handwerksbetriebe auf dem Weg in die Arbeitswelt 4.0
 
Vereinbarkeit von Beruf und Weiterbildung
Vereinbarkeit von Beruf und WeiterbildungVereinbarkeit von Beruf und Weiterbildung
Vereinbarkeit von Beruf und Weiterbildung
 
Arbeitswelt 3.0
Arbeitswelt 3.0Arbeitswelt 3.0
Arbeitswelt 3.0
 
Die besten Blogartikel von Eberle bau
Die besten Blogartikel von Eberle bauDie besten Blogartikel von Eberle bau
Die besten Blogartikel von Eberle bau
 
Die mutmacherinnen
Die mutmacherinnenDie mutmacherinnen
Die mutmacherinnen
 
Dominoeffekt durch mehrdimensionales Marketing
Dominoeffekt durch mehrdimensionales MarketingDominoeffekt durch mehrdimensionales Marketing
Dominoeffekt durch mehrdimensionales Marketing
 
Social media kontakte
Social media kontakteSocial media kontakte
Social media kontakte
 
Charaktergerecht führen
Charaktergerecht führenCharaktergerecht führen
Charaktergerecht führen
 
Frühjahrsceck fürs haus
Frühjahrsceck fürs hausFrühjahrsceck fürs haus
Frühjahrsceck fürs haus
 
13 Gewinner/Verliererstrategien
13 Gewinner/Verliererstrategien13 Gewinner/Verliererstrategien
13 Gewinner/Verliererstrategien
 
Schwerpunkt generation 50-plus-interview
Schwerpunkt generation 50-plus-interviewSchwerpunkt generation 50-plus-interview
Schwerpunkt generation 50-plus-interview
 
Mentale Stärke
Mentale StärkeMentale Stärke
Mentale Stärke
 
Götz werner dm gründer
Götz werner dm gründerGötz werner dm gründer
Götz werner dm gründer
 
Social media im Mittelstand
Social media im MittelstandSocial media im Mittelstand
Social media im Mittelstand
 
Braucht ein Handwerker ein Weblog?
Braucht ein Handwerker ein Weblog?Braucht ein Handwerker ein Weblog?
Braucht ein Handwerker ein Weblog?
 
Barrierefrei wohnen
Barrierefrei wohnenBarrierefrei wohnen
Barrierefrei wohnen
 
Frühjahrsceck fürs Haus
Frühjahrsceck fürs HausFrühjahrsceck fürs Haus
Frühjahrsceck fürs Haus
 
Schimmelratgeber
SchimmelratgeberSchimmelratgeber
Schimmelratgeber
 

Nein sagen

  • 1. 42_43_PS_SA1_WK_zeit 15.02.2013 15:06 Uhr Seite 42 Werte & Kompetenzen Selbstmanagement Aufgeschoben ist nicht aufgehoben Unser Alltag wird zunehmend von Zeitdruck bestimmt. Selbstmanagement wird dadurch zu einer Schlüsselkompetenz, denn wer Prioritäten richtig setzen und Nein sagen kann, gewinnt mehr Zeit für das Wesentliche. Von Heike Eberle D ie Komplexität und die Dynamik des Alltags überfordern uns mehr und mehr. Die Aufgaben werden komplexer, Das Wichtige vor dem Dringenden Eines der wichtigsten Prinzipien beim Seminartipp Selbst- und Zeitmanagement das Arbeitspensum wird höher und das Selbstmanagement ist die Regel «first Möchten Sie Ihr Selbst- und Zeitmanage- Arbeitstempo schneller. Unter diesen Rah- things first», also immer das Wichtige zu- ment verbessern? An diesem Seminar menbedingungen ist es eine enorme He- erst. Die Krux dabei ist, dass das Drin- analysieren Sie Ihren Arbeitsstil und opti- rausforderung, sich selbst klug zu führen gendste nicht automatisch auch das mieren Ihre Arbeitsmethodik. Sie erfahren, wie Sie besser mit Störfaktoren umgehen, und den Balanceakt zwischen Arbeit und Wichtigste ist. Vielmehr sind die wichtigs- und lernen diverse Zeitplanungstechniken Freizeit hinzubekommen. Der Manage- ten Aufgaben in der Regel eben gerade kennen. ment-Guru Peter F. Drucker konstatierte nicht dringend. Dringende Aufgaben zu- bereits vor Jahren, dass Selbstmanage- gunsten von wichtigen Aufgaben zurück- Termine: ment zu einer Schlüsselqualifikation des zustellen, ist kein Leichtes, denn die ärgs- 10.4. / 29.8. / 5.11. 2013 Ort: Zentrum für Weiterbildung der 21.Jahrhunderts werden wird. ten Feinde der Hauptsachen sind be- Universität Zürich kanntlich die Nebensachen. Zudem ist es Selbstmanagement beginnt wortwörtlich nicht immer einfach, herauszufinden, was Anmeldung und weitere Informationen: mit einem guten Umgang mit sich selbst für uns wichtig und wesentlich ist. Wich- www.praxisseminare.ch und äussert sich in einem souveränen Um- tige Aufgaben betreffen Dinge, die Sie per- gang mit der Zeit. Es geht darum, Prioritä- sönlich voranbringen, z.B. Ihre Gesundheit frontiert. Interessant dabei ist, dass sich ten zu setzen und zwischen «wichtig» zu pflegen, eine Sprache zu lernen oder Ihr Prioritäten im Laufe des Lebens verschie- und «unwichtig» sowie zwischen «drin- Netzwerk auszubauen. Wichtige Aufga- ben. Es gibt bestimmt Dinge, die für Sie frü- gend» und «weniger dringend» unter- ben, die Sie vernachlässigen, schlagen ir- her einmal relevant waren, die Sie heute scheiden zu können. Eng verzahnt mit gendwann als dringende Aufgaben durch. aber nur noch aus Gewohnheit mitschlep- dem Selbstmanagement sind Begriffe wie Vernachlässigen Sie beispielsweise Ihre Er- pen. Überprüfen Sie deshalb regelmässig, Zeitmanagement, Stressmanagement und nährung, dann werden Sie früher oder spä- welche Aufgaben für Sie wichtig und wel- Work-Life-Balance. ter mit gesundheitlichen Problemen kon- che nicht mehr relevant sind. Die Kunst des Neinsagens Sich selbst klug zu führen, verlangt zu- nächst die klare Erkenntnis seines Selbst. In einem ersten Schritt geht es darum, stö- rende Abläufe und Einstellungen zu er- kennen, um in einem zweiten Schritt sein Leben danach auszurichten. Jedes neue Verhalten muss erst einmal wie das Rad- oder das Autofahren antrainiert werden. Erfahrungsgemäss greifen Verhaltensän- derungen erst nach 21 Tagen des kontinu- ierlichen Anwendens. Um effektiver arbei- ten zu können, gilt es, alte Muster loszu- lassen und Nein sagen zu lernen. Nein zum Beeilen, Nein zum Aufschieben, Nein zum übertriebenen Perfektionismus, Nein zu ei- «First things first» – Selbstmanagement beginnt mit dem konsequenten Setzen von Prioritäten. ner herangetragenen Bitte. Das Neinsagen 42 personalSCHWEIZ Sonderausgabe „Zeitmanagement“ März 2013
  • 2. 42_43_PS_SA1_WK_zeit 15.02.2013 15:06 Uhr Seite 43 Werte & Kompetenzen ist für viele Menschen etwas Unangeneh- mes, da sie befürchten, mit einer Absage Strategien gegen Zeitdiebe ihr Gegenüber zu verletzen. Das muss aber nicht sein. Auch für notorische Jasager gibt • Räumen Sie den Aufgaben Ihrer Tagesplanung höchste Priorität ein. es sympathische und diplomatische Wege, • Lassen Sie Ihr Arbeitsverhalten nicht durch Dringlichkeiten anderer Menschen beeinflussen. das «Nein» an den Mann zu bringen. • Bitten Sie den Bittsteller darum, das an Sie gerichtete Anliegen vorzuformulieren und Ihnen eine E-Mail zu schicken. Was du heute kannst besorgen… • Verlegen Sie ungelegene Anrufe auf einen verbindlichen Ausweichtermin. • Schalten Sie den Anrufbeantworter oder die Mailbox Ihres Handys ein, wenn Sie absolute Ruhe Zugegeben, das sofortige Erledigen von un- für andere Aufgaben benötigen. angenehmen Aufgaben erfordert enorm • Sorgen Sie für eine «stille/goldene Stunde», in der Sie ungestört Ihre Aufgaben erledigen können. viel Selbstdisziplin und ein gutes Selbst- Bitten Sie einen Kollegen oder eine Kollegin, Ihr Telefon für eine gewisse Zeit zu übernehmen, management. Doch wo ein Wille ist, ist oder weichen Sie in einen anderen Raum aus, um ungestört zu arbeiten. Übertreiben Sie die Ab- auch ein Weg. Überwinden Sie Ihren in- schottungsstrategien jedoch nicht. Sich ständig abzuschirmen verärgert Mitarbeiter und Kunden. neren Schweinehund und greifen Sie zu Sofortmassnahmen. Handeln Sie proaktiv und erledigen Sie wichtige Dinge sofort, gang des erneuten «Anfassens» viel Zeit hat festgestellt, dass ein Büromitarbeiter anstatt sie hinauszuschieben. «Just do it» verschlingt, binden unerledigte Aufgaben durchschnittlich nur etwa elf Minuten mit – der Nike-Werbespruch ist dafür ein gu- Energie, die man besser in andere Dinge in- einer Sache beschäftigt ist, bevor er wieder ter Aufhänger! vestieren würde. Warum also eine Aufga- unterbrochen wird. Dabei lenkt jede Unter- be nicht nur einmal in die Hand nehmen? brechung dermassen ab, dass oftmals zwei Unliebsame Aufgaben anzugehen, fällt Wenn man die Sache aus der Hand legt, andere Aufgaben in Angriff genommen leichter, wenn man grosse Arbeitseinheiten sollte sie entschieden und erledigt sein – werden und weitere acht Minuten verge- in kleine Teilschritte unterteilt. Sorgen Sie auch wenn es Zeit kostet, das Angebot zu hen, bis man die Konzentration für die erst- dafür, dass Sie ungestört arbeiten können, lesen oder die Anfrage auszuarbeiten. Das begonnene Aufgabe wieder findet. Ein Teu- arbeiten Sie mit To-do-Listen und loben Sie ist ressourcenschonender, als zigmal die felskreis: Die anstehenden wichtigen Auf- sich für Erreichtes. Gönnen Sie sich einen gleiche Aufgabe von Neuem anzupacken. gaben geraten immer wieder ins Stocken Kaffee oder eine kleine Pause, wenn Sie ei- und werden nicht zu Ende gebracht. nen To-do-Punkt streichen können. Unliebsame Unterbrechungen HR-Tool online Es gibt Vorgänge und Probleme, die fasst Die ständige Erreichbarkeit via Smartphone man mehrmals an, legt sie auf die andere und E-Mail macht es immer schwieriger, Übersicht Seite und schiebt sie auf diese Weise vor sich auf eine Aufgabe zu konzentrieren. Die Zeitmanagement-Methoden Möchten Sie weitere Zeitmanagement- sich her. Abgesehen davon, dass dieser Vor- Computerwissenschaftlerin Gloria Markt Methoden kennenlernen? In dieser prak- tischen Übersicht finden Sie alle wesent- lichen Informationen zu Pareto-Prinzip, ALPEN-Methode und Eisenhower-Regel. 5 Wege zu einem diplomatischen «Nein» Download: www.personal-schweiz.ch 1. «Ich melde mich später noch einmal.» Setzen Sie auf den Faktor Zeit, um eine Anfrage nicht gleich abzuschmettern. Fragen Sie z.B.: «Darf ich Sie zurückrufen? Ich melde mich heute im Laufe des Nachmittags.» Sagen Sie höflich Nein und rufen Sie verlässlich zurück. 2. «Beim nächsten Mal klappt es bestimmt.» Wenn Sie eine Anfrage nicht bearbeiten können, dann sagen Sie unverblümt, dass Sie im Augen- blick keine Kapazitäten frei haben, Sie sich aber freuen würden, wenn es zu einem späteren Zeit- punkt klappt. 3. «So etwas mache ich grundsätzlich nicht.» Menschen verkraften ein «Nein» leichter, wenn sie wissen, dass die Absage keine persönlichen Gründe hat. Berufen Sie sich deshalb auf bestimmte Grundsätze, wie z.B. «Am Telefon mache ich grundsätzlich keine Verkaufsabschlüsse». 4. «Da habe ich leider keine Zeit.» Diese Leerformel stellt manche Fragesteller erst einmal zufrieden. Auf eine Bitte sagen Sie be- stimmt: «Tut mir leid, an jenem Termin geht es leider nicht», anstatt offen einzugestehen, dass Sie keine Lust haben. Das kommt freundlicher an und schmettert die Bitte nicht so unverschämt ab. 5. «Wenn ich Nein sage, dann meine ich auch Nein.» Halten Sie konsequent an einer Absage fest, auch wenn Ihnen das anfänglich nicht leichtfällt. Heike Eberle ist Unternehmerin, Trainerin Atmen Sie durch, nehmen Sie Ihren ganzen Mut zusammen und bleiben Sie hart. Das selbstbe- und Autorin. Was sie als Geschäftsführerin stimmte Abgrenzen stärkt auf Dauer Ihr Selbstwertgefühl. im familieneigenen Baubetrieb lebt, gibt sie in Form von Trainings und Beratungen weiter. personalSCHWEIZ Sonderausgabe „Zeitmanagement“ März 2013 43