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Konjunkturumfrage 2014
Entwicklungen und Trends im deutschen Au-pair-Wesen
Vorwort
Die Au-pair-Landschaft in Deutschland wandelt sich. Veränderung ist eine gute Gelegen-
heit, Fragen zu stellen: Wie viele junge Menschen sind eigentlich als Au-pair in Deutsch-
land tätig? Wie viele deutsche Jugendliche möchten als Au-pair ins Ausland? Wie finden
Au-pair und Gastfamilie zueinander? Gibt es Probleme bei den Au-pair-Aufenthalten?
Welche Rolle spielen Vermittlungsagenturen? Was sind die neusten Trends und Entwick-
lungen?
Zuverlässige Zahlen zum Au-pair-Wesen in Deutschland sind schwer zu ermitteln. Die
Bundesagentur für Arbeit verfügt über keine Statistik, da Au-pair-Beschäftigungen nicht
sozialversicherungspflichtig sind. Das Auswärtige Amt erhebt zwar Zahlen, allerdings nur
zur Einreise von Au-pairs aus visumspflichtigen Ländern. EU-Angehörige benötigen kein
Visum und werden daher nicht erfasst.
Deshalb erscheint die Konjunkturumfrage„Au-pair in Deutschland und weltweit“ in
diesem Jahr bereits zum achten Mal. Sie liefert fundierte Zahlen und Fakten, berichtet
über Entwicklungen und Trends und stellt seit Jahren eine der wenigen Quellen für
die Beurteilung des Au-pair-Wesens in Deutschland dar.
Die Umfrageergebnisse der Kapitel zwei bis vier beruhen auf den Angaben der Au-pair-
Agenturen. Im Anschluss finden Sie fünf Autorenbeiträge ausgewiesener Experten der
Branche: Nicht nur die Vorsitzenden der Gütegemeinschaft Au pair und der Au-pair
Society bereichern die diesjährige Konjunkturumfrage mit einem Beitrag. Auch eine
traditionelle Full-Service-Agentur sowie Deutschlands größte Matching-Agentur geben
ihre Einschätzung zur Vermittlung und Betreuung von Au-pairs und Gastfamilien ab.
Weiterhin kommt mit Dr. Walter, dem Auftraggeber dieser Studie, ein erfahrener
Au-pair-Versicherer zu Wort.
Mit diesen Beiträgen wollen wir zukünftigen Au-pairs und Gastfamilien gerecht werden
und umfassend über alle Möglichkeiten des vielseitigen Au-pair-Programms informieren.
Unser besonderer Dank gilt den 68 Au-pair-Agenturen, die in diesem Jahr an der Um­
frage teilgenommen haben. Wir freuen uns, dass sie sich die Zeit genommen haben,
den Katalog von insgesamt 54 Fragen zu beantworten.
Wir hoffen, wir konnten interessante Informationen für Sie zusammentragen, wünschen
Ihnen eine anregende Lektüre und sind gespannt auf Ihr Feedback an info@au-pair-
agenturen.de bzw. auf facebook unter www.facebook.com/aupairagenturen.de.
Ihr Team von www.au-pair-agenturen.de
Au-pairs in Deutschland und weltweit
Au-pairs in Deutschland und weltweitAu-pairs in Deutschland und weltweit
Inhalt	
	 Vorwort	
	Begriffserklärung	5
1.	 Die wichtigsten Ergebnisse in Kurzform	 7
2.	 Entwicklungen und Trends im Bereich Au-pair-Incoming	 8
	 2.1	 Entwicklung der Vermittlungszahlen 	 8
	 2.2	 Die beliebtesten Partnerländer deutscher Au-pair-Agenturen	 9
	 2.3	 Die am häufigsten genannten Herkunftsländer 	 10
	 2.4	Umvermittlung	 11
	 2.5	 Männliche Au-pairs in Deutschland	 12
	 2.6	 Informationen zur wirtschaftlichen Situation von Incoming-Agenturen	 12
3.	 Entwicklungen und Trends im Bereich Au-pair-Outgoing	 13
	 3.1	 Entwicklung der Vermittlungszahlen	 13
	 3.2	 Die beliebtesten Partnerländer deutscher Au-pair-Agenturen	 13
	 3.3	 Angaben zu Partneragenturen im Ausland	 14
	 3.4	 Informationen zur wirtschaftlichen Situation von Outgoing-Agenturen	 15
4.	 Die Bedeutung weiterer Marktteilnehmer	 15
	 4.1	 Der Stellenwert der Au-pair-Verbände	 15
	 4.2	 Beurteilung der Au-pair-Versicherungsanbieter	 16
	 4.3	 Die Bewertung der Serviceseite www.au-pair-agenturen.de	17
5.	Gastbeiträge	 18
	 5.1	 Gabriele Halasy: Muss es ein EU-Au-pair sein?	 18
	 5.2	Heike Fischer: Wandel und Wachstum:
Das Au-pair-Wesen in Deutschland und weltweit	 20
	 5.3	Reinhard Bellinghausen: Haftungsfalle für deutsche Gasteltern –
auch Au-pairs aus Europa brauchen eine passende Versicherung	 23
	 5.4	Judith Liehr: Qualitätssicherung im Au-pair-Bereich –
Ist das noch nötig und zeitgemäß?	 26
	 5.5	Christoph Hambloch: 10 Jahre Gütesicherung im Au-pair-Wesen	 28
4 Eine Studie der Dr. Walter GmbH
Au-pairs in Deutschland und weltweit
6.	 Die Antworten der Au-pair-Agenturen im Detail	31
7.	 Ergänzende Informationen	43
	 7.1	 Zur Durchführung und Auswertung der Umfrage	 43
	 7.2	 Informationen zu den Au-pair-Verbänden	 44
	 7.3	 Merkblätter der Bundesagentur für Arbeit	 47
	 7.4	 Notrufnummer für Au-pairs	 58
	 7.5	Impressum	 60
5Eine Studie der Dr. Walter GmbH
Au-pairs in Deutschland und weltweit
Begriffsklärung
Au-pair
Der Begriff„Au-pair“ entstammt dem Französischen und bedeutet„auf Gegenseitigkeit“.
Das heißt, dass bei einem Au-pair-Aufenthalt sowohl Au-pair als auch Gastfamilie im
gegenseitigen Geben und Nehmen voneinander profitieren.
Ein Au-pair hilft bei der Kinderbetreuung und bei der Hausarbeit, lernt im Gegenzug
Land und Leute kennen und vertieft seine Sprachkenntnisse. Die Gastfamilie erhält
Einblick in eine andere Kultur sowie Unterstützung in täglichen Haushaltsdingen.
Welche Rechte und Pflichten Au-pairs besitzen, hängt vom jeweiligen Land ab. Die
verschiedenen Länder bieten unterschiedliche Au-pair-Programme.
EU-Au-pairs und Nicht-EU-Au-pairs
Innerhalb der Europäischen Union wird häufig zwischen EU- und Nicht-EU-Au-pairs
unterschieden. Während Nicht-EU-Au-pairs aus einem Land außerhalb der EU kommen
und ein Visum sowie eine Arbeitsgenehmigung für die Einreise beantragen müssen,
genießen Au-pairs aus der EU (EU-Au-pairs) volle Freizügigkeit innerhalb der Euro­
päischen Union.
Incoming-Au-pairs
Incoming-Au-pairs sind Au-pairs, die aus dem Ausland kommen, um ihre Au-pair-Zeit
in Deutschland zu verbringen.
Outgoing-Au-pairs
Outgoing-Au-pairs sind Au-pairs aus Deutschland, die ihre Au-pair-Zeit außerhalb von
Deutschland verbringen.
Echtes Au-pair Verhältnis
Bei einem echten Au-pair-Verhältnis sind alle rechtlichen Voraussetzungen erfüllt, d. h.
es gibt einen Vertrag, in dem das Au-pair-Verhältnis geregelt ist – z. B. Arbeits- und
Freizeit, Dauer der Beschäftigung, Bezahlung etc. Diese Bestimmungen unterscheiden
sich in einzelnen Ländern. Für Deutschland finden sich die Bestimmungen im Merkblatt
„Au-pair bei deutschen Familien“ der Bundesagentur für Arbeit.
6 Eine Studie der Dr. Walter GmbH
Au-pairs in Deutschland und weltweit
Unechtes Au-pair Verhältnis
Bei einem unechten Au-pair-Verhältnis sind nicht alle rechtlichen Voraussetzungen
erfüllt. Es liegt vor, wenn beispielsweise ein ausländischer Gast oder Sprachschüler
im Haushalt lebt, der gelegentlich auf die Kinder der Familie aufpasst.
Freie Vermittlung
Bei der freien Vermittlung finden sich Gasteltern und Au-pair über Beziehungen,
­Bekannte oder andere Wege. Alles wird ohne die Einschaltung einer Au-pair-Agentur
eigenständig geregelt.
Full-Service-Agentur
Full-Service-Agenturen unterstützen und betreuen Au-pair und Gastfamilie rundum
während der gesamten Au-pair-Zeit. Von der Vorbereitung des Au-pair-Aufenthaltes bis
zu dessen Ende können Au-pair und Gastfamilie auf den Service der Agentur zählen.
Matching-Agentur
Matching-Agenturen sind hauptsächlich im Internet aktiv. Auf ihren Portalen können
sowohl Au-pairs als auch Gastfamilien ihre Profile einstellen, um eine Gastfamilie res­
pektive ein Au-pair zu finden. Im Vergleich zu Full-Service-Agenturen bieten Matching-
Agenturen nur einen eingeschränkten Service: Er endet in der Regel mit der erfolg­
reichen Zusammenführung von Au-pair und Gastfamilie und damit noch vor Beginn
des Au-pair-Aufenthaltes.
7Eine Studie der Dr. Walter GmbH
Au-pairs in Deutschland und weltweit
1.	 Die wichtigsten Ergebnisse in Kurzform
Konjunkturumfrage 2014:
Die Konjunkturumfrage beruht auf Umfrageergebnissen und Interviews, die von März
bis April des Jahres 2014 erhoben bzw. durchgeführt wurden. Im Folgenden die wich­
tigsten Ergebnisse:
Deutschland ist bei Au-pairs beliebt
Die Anzahl der Incoming-Au-pairs ist gegenüber dem Vorjahr erneut angestiegen.
Auf Grund unserer Zahlen und Recherchen gehen wir für das Jahr 2013 von rund
10.000 Au-pairs in Deutschland aus. 2012 kamen rund 8.500 Au-pair-Verhältnisse zu-
stande. Ein Großteil des Zuwachses mag an vielen EU-Au-pairs liegen, die meist den
Weg über Online-Portale gehen: Matching-Agenturen berichten von deutlich steigen-
dem Interesse und einem positiven Trend bei Vermittlungen. Die Full-Service-Agenturen
vermelden dagegen eher gleichbleibende oder leicht rückgängige Vermittlungszahlen.
Anzahl der Au-pair-Bewerber übersteigt die der Gastfamilien
10.000 Au-pair-Verhältnisse im vergangenen Jahr untermauern einen deutlichen An-
stieg sowohl unter den Au-pair-Bewerbern als auch den Gastfamilien. Die Grenze des
Wachstums wird durch die Gastfamilien markiert: Es gibt mehr Au-pair-Bewerber als
deutsche Familien, die ein Au-pair aufnehmen möchten. Leicht rückläufig ist die Zahl
der Au-pairs, die nicht aus der Europäischen Union kommen. Grund hierfür dürfte die
restriktive Visumsvergabe vieler Botschaften und Konsulate sein.
Besonders beliebt: Großbritannien, Frankreich, Neuseeland
Neben den beiden europäischen Ländern Großbritannien und Frankreich war Neu­
seeland im vergangenen Jahr unter den drei beliebtesten Partnerländern deutscher
Au-pair-Agenturen im Bereich Outgoing. Die beliebtesten Partnerländer im Bereich
Incoming waren Georgien, die Ukraine und Russland.
Marktanteil von Matching-Agenturen steigt, Full-Service-Agenturen stagnieren
Matching-Agenturen berichten von stark steigenden Zahlen. Die Anzahl der Vermitt­
lungen vieler Full-Service-Agenturen ist dagegen im letzten Jahr gleich geblieben
oder zurückgegangen.
Welche Themen bewegen den Markt? Lesen Sie dazu bitte auch die Gastbeiträge in
dieser Ausgabe.
8 Eine Studie der Dr. Walter GmbH
Au-pairs in Deutschland und weltweit
2.	 Entwicklungen und Trends im Bereich Au-pair-Incoming
2.1	 Entwicklung der Vermittlungszahlen
Es gibt einen positiven Trend bei den Vermittlungen: Die Zahl ausländischer Au-pairs
in Deutschland ist 2013 angestiegen. Allerdings kamen erneut etwas weniger Au-pairs
aus Ländern, die nicht der EU angehören. Nicht-EU-Au-pairs benötigen ein Visum für
ihre Einreise nach Deutschland. Nach der Statistik des Auswärtigen Amtes wurden im
vergangenen Jahr 4.488 Visa vergeben, etwas weniger als 2012. Die Gründe für diesen
Rückgang liegen nicht nur in der Ausdehnung des EU-Raumes, sondern auch in der
restriktiven Visums-Vergabe einiger deutscher Botschaften in den Herkunftsländern
der Au-pairs. Die ausländischen Au-pair-Bewerber müssen Deutschkenntnisse auf
A1-Niveau vorweisen. Oft ist das Schaltergespräch in den Konsulaten ausschlaggebend
für die Erteilung des Visums. Vor allem in Russland und Kirgisistan haben Botschaften
und Konsulate 2013 deutlich weniger Au-pair-Visa vergeben als im Jahr zuvor.
Für Jugendliche aus der Europäischen Union ist Deutschland wieder attraktiv: Aufgrund
der hohen Jugendarbeitslosigkeit in Südeuropa interessieren sich viele junge Menschen
aus Spanien, Italien und anderen EU-Ländern für einen Au-pair-Aufenthalt. Viele möch-
ten gutes Deutsch lernen und im Anschluss an die Au-pair-Zeit hierzulande Arbeit
finden. Deutsche Gastfamilien freuen sich über dieses Interesse und entscheiden sich
gern für ein Au-pair aus der EU. In den Statistiken tauchen EU-Au-pairs allerdings kaum
auf, denn sie organisieren ihren Aufenthalt meist selbst. Selten nehmen sie eine Full-
Service-Agentur in Anspruch und finden ihre Gastfamilie stattdessen über eine kosten-
günstige Matching-Agentur.
Auf Grund unserer Zahlen und Recherchen gehen wir für das Jahr 2013 von etwa
10.000 Au-pairs in Deutschland aus. Das bedeutet einen Anstieg von etwa 20 Prozent
gegenüber dem Vorjahr. Diese Zahl setzt sich wie folgt zusammen:
Aus Ländern außerhalb der EU kamen, wie oben erwähnt, knapp 4.500 Au-pairs. Davon
wurden ca. 4.000 von Full-Service-Agenturen vermittelt und geschätzte 500 von Mat-
ching-Agenturen. Hinzu kamen etwa 5.500 Au-pairs aus der Europäischen Union.
1.000 wurden durch Full-Service-Agenturen vermittelt, etwa 4.000 wählten den Weg
über Matching-Agenturen und ca. 500 weitere Au-pairs kamen über Kontakt in sozialen
Netzwerken und persönliche Beziehungen.
9Eine Studie der Dr. Walter GmbH
Au-pairs in Deutschland und weltweit
Bei Deutschlands größter Matching-Agentur AuPairWorld meldeten sich im vergange-
nen Jahr 8.000 Gastfamilien an. Unklar ist, wie viele davon tatsächlich ein Au-pair auf­
genommen haben. Wenn man davon ausgeht, dass jede dritte Gastfamilie fündig
geworden ist und weiter berücksichtigt, dass mehrere Internet-Agenturen im Markt
aktiv sind, sind die von uns angesetzten 4.000 EU-Au-pairs, die 2013 über Matching-
Agenturen nach Deutschland vermittelt wurden, ein eher vorsichtig angesetzter Wert.
Die meisten der befragten Agenturen (50 Prozent) haben mehr ausländische Au-pair-
Bewerbungen vorliegen als freie Plätze bei deutschen Gastfamilien. Im Vorjahr berichte-
ten das nur knapp 40 Prozent der Agenturen. Die Grenze des Wachstums wird durch die
Gastfamilien markiert: Ihre Anzahl wächst nicht so stark wie die der Au-pairs.
2.2. 	 Die beliebtesten Partnerländer deutscher Au-pair-Agenturen
Full-Service-Agenturen arbeiten bei der Vermittlung in der Regel mit Agenturen im
Ausland zusammen. Diese Partner rekrutieren Interessenten in den Herkunftsländern
und bereiten sie auf ihre Au-pair-Zeit in Deutschland und mögliche kulturelle Unter-
schiede vor. Sie klären die jungen Menschen über Rechte und Pflichten auf und
weisen auf Problemfelder und mögliche Lösungswege hin.
Im Jahr 2013 waren die beliebtesten Partnerländer deutscher Au-pair-Agenturen im
Bereich Incoming Georgien, die Ukraine und Russland. Anders als im Vorjahr liegt
­Russland damit wieder unter den Top-3-Staaten.
Deutsche Full-Service-Agenturen arbeiteten auch 2013 mit mehreren Partnerländern
zusammen. Die meisten Umfrageteilnehmer kooperieren mit bis zu zehn Partner­
agenturen, fast jede dritte Agentur arbeitete mit mehr als zehn Partnern.
500 Au-pairs über
persönliche Kontakte
und soziale Netzwerke
4500 Nicht-EU-Au-pairs
5500 EU-Au-pairs
4000 über klassische Agenturen
1000 über
klassische Agenturen
500 über Matching-Agenturen
4000 über Matching-Agenturen
2013: 10.000 Au-pairs in Deutschland
10 Eine Studie der Dr. Walter GmbH
Au-pairs in Deutschland und weltweit
Zum Angebot vieler Full-Service-Agenturen gehört auch die Organisation von Veran­
staltungen, um die Zeit für Au-pairs in Deutschland interessanter zu gestalten. So ver­
anstalten viele Agenturen regelmäßig Au-pair-Treffen und helfen bei der Organisation
von Au-pair-Reisen. Über 70 Prozent der Umfrageteilnehmer richten Veranstaltungen
aus und organisieren Treffen für ausländische Au-pairs.
2.3 	 Die am häufigsten genannten Herkunftsländer
Für Nicht-EU-Au-pairs gibt die Statistik über erteilte Au-pair-Visa Auskunft. Sie wird vom
Auswärtigen Amt herausgegeben und erfasst die Vermittlungszahlen nach Herkunfts-
ländern. 2013 kamen erneut weniger Nicht-EU-Au-pairs nach Deutschland. Seit 2005
ist diese Zahl rückläufig. Allerdings kamen im vergangenen Jahr mehr Au-pairs aus
bisher wenig genannten Herkunftsländern wie Tansania und Indonesien.
Georgien (17,0 %)
weitere (17,0 %)
Ukraine (15,4 %)
Russland (10,1 %)
China (9,0 %)
Nepal (6,9 %)
Kolumbien (4,3 %)
Kirgisistan (3,7%)
Armenien (2,7 %)
Madagaskar (2,7 %)
Turkmenistan (1,6 %)
Mexiko (1,6 %)
Mongolei (1,6 %)
Kenia (1,6 %)
Schweiz (1,6 %)
Spanien (1,6 %)
Italien (1,6 %)
Ukraine (18,5 %)
Weitere (15,1 %)
Georgien (13,2 %)
Russland (10,5 %)
Andere (7,5 %)
China (7,1 %)
Kolumbien (5,6 %)
Nepal (5,3 %)
Tansania (3,5 %)
Kirgisistan (3,3 %)
Mexiko (2,5 %)
Brasilien (2,3 %)
Weißrussland (2,3 %)
Indonesien (3,3 %)
11Eine Studie der Dr. Walter GmbH
Au-pairs in Deutschland und weltweit
Für die Herkunft von EU-Au-pairs liegen keine zuverlässigen Angaben vor. Anhaltspunkte
geben die Zahlen der größten deutschen Matching-Agentur AuPairWorld. Bei ihrer
Registrierung auf der Online-Plattform gaben im vergangenen Jahr 46.040 potenzielle
Au-pairs an, dass sie neben anderen Ländern auch an einem Aufenthalt in Deutschland
interessiert seien. Die wichtigsten Herkunftsländer dort waren wie in den Jahren zuvor
Spanien, Italien, Frankreich, USA und Großbritannien. Der Anteil der Nicht-EU-Au-pairs
lag bei lediglich 35 Prozent.
2.4 	 Umvermittlung
Hin und wieder kommt es vor, dass sich Au-pair und Gastfamilie nicht verstehen. Unter-
schiedliche Erwartungen und Missverständnisse können Konflikte zwischen Familie und
Gast verursachen. Anstatt den Au-pair-Aufenthalt abzubrechen, ist eine Umvermittlung
in eine andere Familie oft die bessere Alternative.
Auch im Jahr 2013 war die Umvermittlungsquote von Au-pairs in Deutschland gering.
Als Umvermittlungsquote bezeichnet man das Verhältnis von Umvermittlungen bezo-
gen auf die Gesamtzahl der Vermittlungen einer Agentur. Bei zwei Drittel der Befragten
lag die Quote bei fünf Prozent oder darunter. Ein Fünftel berichtet von bis zu 15 Prozent
Umvermittlungen und begründet die hohe Zahl mit einer Zunahme von„gestrandeten
Au-pairs“, die zunächst auf eigene Faust nach Deutschland kommen und dann bei
schlechten Erfahrungen Agenturen um Hilfe bitten. Im Durchschnitt ist davon auszuge-
hen, dass etwa jedes 20. Au-pair mit Hilfe einer Agentur die Gastfamilie wechselt.
Agenturen helfen den von ihnen vermittelten jungen Menschen, wenn es zu Problemen
mit der Gastfamilie kommt. Deswegen sollten sich Au-pairs im Konfliktfall zunächst an
die Agentur wenden, über die sie nach Deutschland kamen. Sie vermittelt zwischen den
Parteien, erklärt kulturelle Unterschiede und ungewohnte Verhaltensweisen und verhin-
dert so oft eine Trennung.
Auch Au-pairs, die ohne Agenturbetreuung nach Deutschland gekommen sind, können
im Konfliktfall versuchen, Unterstützung durch eine Au-pair-Agentur zu erhalten. Zwar
sind diese nicht zur Hilfestellung verpflichtet, doch häufig können sie Hinweise und
Ratschläge geben, wie man eine neue Gastfamilie findet.
Sollte es zu schwerwiegenden akuten Problemen in der Familie kommen, steht auch
die Telefonseelsorge (siehe Seite 58) zur Verfügung.
12 Eine Studie der Dr. Walter GmbH
Au-pairs in Deutschland und weltweit
Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer eines Au-pairs in Deutschland lag nach Auskunft
von über 90 Prozent der Agenturen bei zehn bis zwölf Monaten.
Im Incoming-Bereich ist „Au-pair“ also weiterhin ein Langzeitprogramm und wird kaum
für kurze Überbrückungszeiten genutzt. Für die Familien bedeutet dies eine zuverlässige
Betreuungssituation, in der Kinder und Au-pair eine vertrauensvolle Beziehung aufbau-
en können.
2.5	 Männliche Au-pairs in Deutschland
Das Au-pair-Programm ist eindeutig weiblich geprägt. Die meisten Agenturen vermit-
teln keine oder nur sehr wenige männliche Au-pair-Bewerber. Auch wenn einzelne
Gastfamilien gerne männliche Au-pairs einstellen: Der Anteil der männlichen Bewerber
aus dem Ausland war auch 2013 gering. Bei drei Fünftel der Agenturen gab es weniger
als drei Prozent männliche Interessenten. Selbst bei diesen geringen Bewerberzahlen
fällt es vielen Agenturen schwer, junge Männer zu vermitteln.
2.6	Informationen zur wirtschaftlichen Entwicklung von
Incoming-Agenturen
Die Anzahl der Incoming-Agenturen hat sich von 2012 auf 2013 kaum verändert, es gab
einige wenige Schließungen und Neugründungen. Bei der Hälfte der Agenturen ist die
Anzahl der Vermittlungen gleich geblieben, bei einem Viertel ist sie zurückgegangen.
Ein Fünftel berichtet allerdings auch von einem deutlichen Anstieg der Zahlen, hier
dürfte es sich in erster Linie um die großen Full-Service- und die Matching-Agenturen
handeln.
Die meisten Agenturen gehen auch in diesem Jahr von keinen großen Gewinnsteige-
rungen aus, denn die Vermittlungsgebühren sind bei den meisten in etwa gleich ge­
blieben. Sie lagen bei einem Großteil der Agenturen im vergangenen Jahr zwischen
300 und 500 Euro. Jede fünfte Agentur berechnete für eine Vermittlung weniger als
300 Euro. Die Vermittlungsgebühren haben sich bei den meisten Agenturen kaum
gerändert.
Ihre wirtschaftliche Entwicklung beurteilen 80 Prozent der Agenturen als gleichbleibend
oder eher rückläufig. Ein Fünftel der Befragten sieht die wirtschaftliche Lage eher positiv.
13Eine Studie der Dr. Walter GmbH
Au-pairs in Deutschland und weltweit
3.	 Entwicklungen und Trends im Bereich Au-pair-Outgoing
Mit dem Schulabschluss in der Tasche wollen viele junge Leute Erfahrungen im Ausland
sammeln. Au-pair-Aufenthalte gehören neben Freiwilligenarbeit und Work-and-Travel
zu den beliebtesten Möglichkeiten, andere Länder und Kulturen kennenzulernen. Als
Au-pair hat man den Vorteil, in einer Gastfamilie zu leben. Das erleichtert die Eingewöh-
nung in der neuen Umgebung, vermittelt soziale Kontakte und fördert damit auch die
Sprachkenntnisse. Au-pairs brechen ihren Auslandsaufenthalt selten ab. 2013 lag die
von den meisten Full-Service-Agenturen gemeldete Abbruchquote bei fünf Prozent
oder darunter.
Etwa die Hälfte der deutschen Au-pairs bleibt vier bis neun Monate im Ausland, die
andere Hälfte bleibt bis zu einem Jahr. Das Thema Au-pair ist nach wie vor deutlich
weiblich dominiert, höchstens jeder 30. Bewerber ist männlich.
3.1	 Entwicklung der Vermittlungszahlen
Die Hälfte aller Umfrageteilnehmer meldet gleichbleibende Vermittlungszahlen, ein
Viertel vermeldet einen Rückgang der Vermittlungen. Gleichzeitig berichten vor allem
Matching-Agenturen von steigenden Zahlen: Allein bei der Online-Agentur AuPairWorld
registrierten sich im vergangenen Jahr 26.790 deutsche Au-pair-Bewerber, ein Zuwachs
von 16 Prozent gegenüber 2012. Wie viele dieser Bewerber tatsächlich ins Ausland
gingen, lässt sich nicht sagen, da darüber von der Agentur keine Daten erhoben wur-
den. So lässt sich auch für 2013 nicht ermitteln, wie viele Deutsche als Au-pair im
­Ausland waren.
3.2	 Die beliebtesten Partnerländer deutscher Au-pair-Agenturen
Full-Service-Agenturen arbeiten in der Regel mit ausländischen Au-pair-Agenturen
zusammen, die deutsche Au-pairs betreuen und sie bei Problemen unterstützen.
Die beliebtesten Partnerländer im Bereich Outgoing waren 2013 Großbritannien,
­Frankreich und Neuseeland.
14 Eine Studie der Dr. Walter GmbH
Au-pairs in Deutschland und weltweit
Dass die USA nach wie vor zu den Top-Ländern im Bereich Outgoing gehören, kann die
Konjunkturumfrage nicht abbilden. Die Vermittlung in die Vereinigten Staaten ist stark
reglementiert und wird deshalb nur von wenigen Agenturen in Zusammenarbeit mit
US-Partnerorganisationen durchgeführt. Wenn gerade diese Akteure nicht an der Um-
frage teilgenommen haben, ergibt sich ein verzerrtes Bild.
Offensichtlich sind die Auswirkungen der Wirtschafts- und Finanzkrise in Irland spürbar
zurückgegangen: Nachdem die„Grüne Insel“ 2012 von nur sechs Prozent der Agenturen
als Hauptzielland genannt wurde, lag es im vergangenen Jahr wieder gleichauf mit
Spanien und wurde von über elf Prozent der Umfrageteilnehmer als wichtiges Zielland
genannt.
3.3	 Angaben zu Partneragenturen im Ausland
Partneragenturen im Ausland können die Vermittlung unterstützen, die Abbruchquote
senken und die Zufriedenheit der Teilnehmer steigern. Einige Agenturen bieten auch
Vorbereitungsseminare im jeweiligen Gastland an. Fast alle befragten Agenturen arbei-
ten mit ausländischen Partnern zusammen, über ein Viertel mit mehr als zehn Partnern.
Ein zuverlässiges Netz von Partneragenturen im Ausland ist eine wichtige Arbeitsgrund-
lage von Full-Service-Agenturen und ein entscheidender Unterschied zu Matching-
Agenturen, die auf Partner verzichten. Damit lässt sich die geringe Abbruchquote der
Full-Service-Agenturen von null bis fünf Prozent erklären. Für den Bereich der Matching-
Agenturen liegen keine Angaben dazu vor.
Spanien (11,3 %)
Frankreich (13,4 %)
Großbritannien (23,9 %)
Irland (11,3 %)
Australien (9,9 %)
Neuseeland (12 %) Schweiz (1,4 %)
Italien (2,1 %)
Schweden (2,1 %)
Kanada (2,1 %)
Südafrika (0,7 %)
Niederlande (0,7 %)
China (0,7 %)
USA (7,7 %)
Belgien (0,7 %)
15Eine Studie der Dr. Walter GmbH
Au-pairs in Deutschland und weltweit
3.4	Informationen zur wirtschaftlichen Situation von
Outgoing-Agenturen
Die Anzahl der Outgoing-Agenturen hat sich kaum verändert, es gab einige wenige
Schließungen und auch Neugründungen. Bei der Beurteilung der wirtschaftlichen
Situation geht die Tendenz in zwei Richtungen: Auf der einen Seite stehen die Agen­
turen mit sinkenden oder stagnierenden Zahlen – mehr als zwei Drittel aller Agenturen
melden abnehmende oder gleichgebliebene Vermittlungszahlen. Auf der anderen Seite
stehen Agenturen mit steigenden Zahlen: Ein Drittel der Agenturen meldet eine ver­
besserte wirtschaftliche Situation.
Für die Vermittlung deutscher Au-pairs ins Ausland hat die Bundesagentur für Arbeit
eine Gebührenobergrenze von 150 Euro festgesetzt, die für den Aufwand von Vermitt-
lung und Betreuung kaum mehr angemessen ist.
Die meisten der befragten Agenturen konzentrieren sich auf die Au-pair-Vermittlung.
Für einige große Anbieter ist jedoch der Au-pair-Bereich nur ein Teil Ihres Programm­
angebotes. Diese Agenturen vermitteln neben Au-pair-Aufenthalten auch Work-and-­
Travel, High-School-Aufenthalte, Praktika und Freiwilligenarbeit.
4	 Die Bedeutung weiterer Marktteilnehmer
4.1	 Der Stellenwert der Au-pair-Verbände
Die Mitgliedschaft in einem Au-pair-Verband war den an der Umfrage teilnehmenden
Agenturen auch im vergangenen Jahr wichtig. Jede dritte Agentur ist Mitglied der
Au-pair Society, jede vierte ist Mitglied bei IN VIA oder vij. Unabhängig davon hat sich
ein Drittel der Teilnehmer der RAL Gütegemeinschaft Au pair angeschlossen, um die
Güte ihrer Vermittlungsarbeit von einer unabhängigen Stelle prüfen zu lassen. Jede
fünfte Agentur ist Mitglied des internationalen Au-pair-Verbandes IAPA.
Welche Erwartungen knüpfen die Agenturen an die Arbeit eines Verbands? Als wichtigs-
tes Kriterium nannte fast jeder dritte Umfrageteilnehmer die Lobbyarbeit. Als bedeut-
sam erachtet wurden auch die Verbesserung der Außenwirkung der eigenen Agentur
und der Austausch mit Kollegen. Weitere Gründe für eine Mitgliedschaft sind die inter-
nationale Vernetzung und Unterstützung bei Problemfällen.
16 Eine Studie der Dr. Walter GmbH
Au-pairs in Deutschland und weltweit
Die Erwartungen der Agenturen sind 2013 weitgehend erfüllt worden: Nach der Zufrie-
denheit mit der Arbeit der Verbände gefragt, fielen die Ergebnisse für die nationalen
Au-pair-Verbände durchweg positiv aus. Lediglich bezüglich der Gütegemeinschaft
gibt es kritische Stimmen: Seitdem das Bundesfamilienministerium im letzten Jahr
seine Förderung eingestellt hat, müssen Au-pair-Agenturen ihre Zertifizierung mit dem
RAL-Gütezeichen und den Betrieb der Geschäftsstelle selbst finanzieren. Die gestiege-
nen Kosten für die Zertifizierung stoßen auf wenig Gegenliebe und werden bemängelt.
4.2	 Beurteilung der Versicherungsanbieter
Während der Zeit im Ausland müssen die wichtigsten Risiken des Au-pair-Aufenthaltes
abgesichert sein. Spezielle Au-pair-Versicherungen kombinieren alle notwendigen
Versicherungsarten und berücksichtigen die besonderen Gegebenheiten eines Au-pair-
Aufenthaltes. Au-pair-Versicherungen bestehen in der Regel aus einer Auslandskran­
kenversicherung, einer kombinierten Privat- und Berufshaftpflichtversicherung, einer
privaten Unfallversicherung sowie einer Abschiebekostenversicherung.
Der Leistungsumfang von Au-pair-Versicherungen unterscheidet sich von Anbieter zu
Anbieter. In der Regel sind diese Angebote aber immer besser als reine Reisekrankenver-
sicherungen für Urlaubsreisen. Denn diese leisten häufig nicht bei Erkrankungen, die
bereits vor Versicherungsbeginn bestanden haben. Die Kostenübernahme für Zahnbe-
handlungen und psychische Erkrankungen sind weitere wichtige Leistungsunterschiede.
In der Regel gelten die meisten Reisekrankenversicherungen auch nur für Reisen bis zu
acht Wochen. Gastfamilien in Deutschland sind für das Au-pair verantwortlich, dazu
gehört auch, das Familienmitglied auf Zeit ausreichend zu versichern. Der Gesetzgeber
schreibt vor, dass alle Au-pairs eine Kranken- und eine Unfallversicherung benötigen.
Die Krankenversicherung muss auch Schwangerschaft und Geburt abdecken. Nicht
gesetzlich vorgeschrieben, aber sinnvoll ist eine Privat- und Berufshaftpflicht. Sie schützt
Au-pair und Gastfamilie, wenn Dritte zu Schaden kommen und Schadensersatzan­
sprüche erfüllt werden müssen. In Deutschland unterschreiben die Gasteltern oft eine
Verpflichtungserklärung. Damit verpflichten sie sich, für alle Kosten aufzukommen,
die an das Au-pair gestellt werden. Ohne Au-pair-Versicherung können der Gastfamilie
erhebliche, mit­unter existenzgefährdende Zahlungsverpflichtungen entstehen.
Au-pair-Agenturen sind dafür verantwortlich, Au-pair und Gastfamilie auf die Notwen-
digkeit einer passenden Versicherung hinzuweisen. Im Rahmen der Qualitätssicherung
17Eine Studie der Dr. Walter GmbH
Au-pairs in Deutschland und weltweit
lassen sich Agenturen mit Gütezeichen den Abschluss einer Versicherung durch das
Au-pair oder die Gastfamilie nachweisen.
Fast alle befragten Agenturen arbeiten mit dem Auftraggeber dieser Studie, dem Ver­
sicherungsmakler Dr. Walter, zusammen. Ein Drittel der Agenturen empfiehlt ausschließ-
lich Produkte von Dr. Walter, die anderen bieten auch Alternativen an. Die meisten
Agenturen bezeichnen die Zusammenarbeit mit Dr. Walter als„gut“ oder„sehr gut“.
Im Incoming-Bereich liegt die Zufriedenheitsquote (Note eins oder zwei) bei 95 Prozent.
Im Outgoing-Bereich bewerten 93 Prozent der Agenturen die Versicherungslösungen
für deutsche Au-pairs als„gut“ bis„sehr gut“.
Leistungsumfang und Qualität der Versicherungsprodukte haben für die Agenturen eine
hohe Bedeutung. Am meisten schätzen sie Produkte, bei denen in der Krankenversiche-
rung kein Selbstbehalt besteht. Wichtig ist Au-pair-Agenturen außerdem, dass Versiche-
rungsschutz unabhängig vom Au-pair-Status besteht. Sollte es also zur Trennung von
Gast und Familie kommen, stehen in der Trennungsphase Gasteltern und Au-pair nicht
ohne Absicherung da.
Neben den Versicherungsleistungen beurteilten die Agenturen auch den Versicherungs-
Anbieter. Für die meisten Umfrageteilnehmer hat eine schnelle und unkomplizierte
Bearbeitung höchste Priorität. Weiterhin wurden kulantes Verhalten in Grenzfällen und
ein einfacher Online-Abschluss als besonders bedeutsam eingestuft.
4.3	 Die Bewertung der Serviceseite www.au-pair-agenturen.de
www.au-pair-agenturen.de ist eine Serviceseite für Au-pairs und Gastfamilien und bietet
das größte Verzeichnis von Vermittlungsstellen für Au-pairs in Deutschland. So gut wie
alle deutschen Agenturen sind mit einem Eintrag gelistet. Weiterhin bietet die Seite eine
Vielzahl an Informationen über Voraussetzungen, Rechte und Pflichten, Herkunfts- und
Zielländer, Verbände und Organisationen, Bücher, News etc. zum Thema Au-pair. Über
einen Newsletter können sich alle am Au-pair-Wesen Interessierten auf dem Laufenden
halten.
Das Angebot auf www.au-pair-agenturen.de wird von Agenturen sehr geschätzt.
Ein Adresseintrag ist über 80 Prozent der befragten Agenturen wichtig oder sehr
­wichtig.
18 Eine Studie der Dr. Walter GmbH
Au-pairs in Deutschland und weltweit
www.au-pair-agenturen.de ist eine wichtige Informations- und Anlaufstelle, wenn es um
das Au-pair-Wesen in Deutschland geht. Das belegen auch die Zugriffszahlen: Mit mehr
als 87.000 Besuchen im Jahr 2013 hat die Nutzung der Seite gegenüber dem Vorjahr um
13 Prozent zugenommen.
5. 	 Gastbeiträge
5.1	 Gabriele Halasy: Muss es ein EU-Au-pair sein?
Warum Gastfamilien über ein Au-pair, das nicht aus der Europäischen Union stammt,
nachdenken sollten
Wer kennt das nicht im Agenturbetrieb? Ein neuer, Au-pair-unerfahrener Kunde ruft an
und möchte ein Au-pair aus einem EU-Land vermittelt bekommen. „Da können dann
meine Kinder gleich nebenbei ein wenig Englisch, Französisch, vielleicht auch Spanisch
lernen.“ Was bleibt da oft anderes übrig, als die Augenbraue hochzuziehen oder die Stirn
zu runzeln?
EU-Au-pairs sind rar, aber was rar ist, muss nicht unbedingt besser sein! Die „lieben
Kleinen“ haben oft noch Probleme mit der Muttersprache und meist wenig Lust darauf,
eine Fremdsprache zu erlernen. Die Mehrzahl der EU-Bewerber macht sich leider nicht
die Mühe, Deutschkenntnisse zu erwerben, hat sie doch trotzdem sehr gute Chancen,
eine Gastfamilie zu finden. Sie benötigt kein Visum und steht somit schnell zur Ver­
fügung – alles scheint so easy.
Doch der erste Eindruck täuscht, denn sehr oft haben sich diese Mädchen und Jungen
nicht ausreichend informiert, was es bedeutet, Au-pair zu sein und sind genauso schnell
wieder weg, wie sie kamen. Wenige von ihnen nehmen im Heimatland eine Agentur in
Anspruch, die sie auf ihre Au-pair-Zeit vorbereitet. Die Kosten kann man sparen und
sich stattdessen in Internet-Au-pair-Plattformen eintragen. Die Anreisekosten schlagen
ebenso nicht sehr zu Buche. Wen wundert es da, wenn eine Idee genauso schnell wieder
verworfen wird, wie sie gefasst wurde?
Auf einmal kommt dann doch die Zusage zum Studienplatz oder das Au-pair bemerkt,
dass kleine trotzige Kinder ganz schön anstrengend sein können. Eigentlich hatte man
zu Hause schon recht wenig Lust, den Geschirrspüler auszuräumen, zu staubsaugen
oder auch einmal den Müll zur Tonne zu tragen. Ich habe diese Situation, den kleinen
19Eine Studie der Dr. Walter GmbH
Au-pairs in Deutschland und weltweit
täglichen„Kampf“ seit Jahren mit meinen drei heranwachsenden Kindern, die teilweise
inzwischen schon junge Erwachsene sind. Zu verwöhnt? Ja – mag sein. Ich weiß jeden-
falls nicht, ob ich sie als Au-pair empfehlen würde…
Die Abbrecherquote bei EU-Au-pairs ist leider recht hoch. Die Familien stehen dann
fast von einem Tag auf den anderen ohne Kinderbetreuung da (die üblichen zwei
Wochen Kündigungsfrist sind recht kurz). Nach meiner Erfahrung ist die volle Auf­
enthaltsdauer von zwölf Monaten ohnehin eher die Ausnahme und oft werden schon
zu Beginn nur fünf bis sechs Monate anvisiert. Für die Kinder der Gastfamilie bedeutet
dies einen ständigen Wechsel der Betreuungsperson. Sie haben Schwierigkeiten,
sich immer wieder auf eine neue Person einzustellen und soziale Bindungen auf­­
zubauen.
Anders sieht es dagegen bei Au-pairs aus visumspflichtigen Ländern aus: Sie haben
einen erheblichen Aufwand, um nach Deutschland zu kommen. Meist nehmen
sie Agenturen im Heimatland in Anspruch, die natürlich für ihre Hilfe bezahlt werden
müssen. Dort bekommen sie Informationen über kulturelle Unterschiede, werden
über ihre Rechte und Pflichten aufgeklärt, müssen Nachweise über Sprachkenntnisse
und ein Gesundheitsattest vorlegen. Manche Agenturen veranstalten sogar kleine
Seminare (in China zum Beispiel) und verlangen ein polizeiliches Führungszeugnis.
Die deutsche Sprache zu erlernen, all diese Dokumente zu besorgen und die oft recht
aufwendige Reise nach Deutschland kostet sehr viel Zeit und Geld. Besonders, wenn
man es im Verhältnis zum jeweiligen durchschnittlichen Monatsverdienst sieht. Der
Wunsch nach Deutschland zu kommen, ist somit recht groß. Das Bemühen, die Gast­
familien zufrieden zu stellen, einen Draht zu den Kindern zu finden, sich in die oft sehr
fremde Kultur zu integrieren, dementsprechend auch.
Diese hohe Motivation und die Investitionen an Zeit und Geld verhindern ein vorschnel-
les Abbrechen des Auslandsaufenthaltes bei geringfügigen Problemen. Mit Hilfe der
betreuenden deutschen Agentur können diese meist schnell gelöst werden.
Sicherlich hört sich das alles sehr pauschalisiert an und es mag Ausnahmen geben,
sowohl bei den EU-Au-pairs als auch bei Bewerbern aus visumspflichtigen Ländern.
Das hier Geschilderte spiegelt meine persönlichen Erfahrungen in meiner Agentur
wider. Ich rate nicht grundsätzlich von EU-Au-pairs ab, sondern möchte auf mögliche
Probleme hinweisen.
20 Eine Studie der Dr. Walter GmbH
Au-pairs in Deutschland und weltweit
Wenn es nach reiflicher Überlegung doch eine EU-Kandidatin sein soll, dann sollten
Gasteltern dafür eine erfahrene Agentur beauftragen: Eine solche Agentur hat im Laufe
der Jahre viel Menschenkenntnis erworben, klärt das Au-pair ausführlich auf und ver-
sucht mit geschickten Fragen während mehrerer Interviews herauszufinden, ob die
Bewerberin oder der Bewerber geeignet erscheint. Gute Agenturen haben zuverlässige
Partner im Ausland, die diese Aufgabe oft auch für sie übernehmen.
Aber warum nicht einmal von einem Au-pair Interessantes über die Kultur und die
­Schönheit des Landes Nepal erfahren? Oder sich ab und zu chinesisch bekochen lassen?
Fotos gezeigt bekommen von der schönen ukrainischen Heimatstadt? Es gibt so vieles
aus fernen, außereuropäischen Ländern, das uns und unsere Kinder enorm bereichern
kann!
Gabriele Halasy ist Inhaberin der Agentur AUPAIR2000.
Namentlich gekennzeichnete Beiträge werden von den Autoren selbst verantwortet
und geben nicht die Meinung der Redaktion wieder.
5.2	 Heike Fischer: Wandel und Wachstum: Das Au-pair-Wesen in
Deutschland und weltweit
Die vielen Vorteile eines Au-pair-Aufenthaltes für Gastfamilien und Au-pairs sind
hinlänglich bekannt: Familien mit Kindern erhalten flexible Kinderbetreuung und haben
darüber hinaus die Möglichkeit zum kulturellen Austausch. Junge Menschen, die als
Au-pair ins Ausland gehen, haben die Gelegenheit, ihre Sprachkenntnisse und ihre inter-
kulturelle Kompetenz zu verbessern und können so die Weichen für ihre berufliche
Zukunft stellen – Faktoren, die in einer globalisierten Welt weiter an Bedeutung gewin-
nen werden.
Dennoch berichten viele traditionelle Agenturen von einer rückläufigen Anzahl an
Au-pair-Aufenthalten. Doch wenn wir unseren Blickwinkel erweitern und auch internet-
basierte Agenturen (häufig auch als„Matching-Agenturen“ bezeichnet) mit in unsere
Betrachtungen einbeziehen, entsteht ein komplett anderes Bild: Nicht das Au-pair-
Modell wird unattraktiver, sondern die Mehrzahl der Au-pair-Aufenthalte kommt heute
nicht mehr über die traditionellen Vermittlungsagenturen zustande. Das Au-pair-Wesen
erfreut sich weltweit wachsender Beliebtheit und das auch in Ländern, in denen das
Thema vor wenigen Jahren noch weitgehend unbekannt war, wie z. B. in Spanien und
Australien.
21Eine Studie der Dr. Walter GmbH
Au-pairs in Deutschland und weltweit
Dies wird deutlich anhand der Entwicklung von AuPairWorld, der weltweit führenden
Au-pair-Agentur im Internet. Seit 1999, dem Gründungsjahr, haben sich ca. zwei Millio-
nen Au-pairs und Gastfamilien registriert; das Unternehmen verzeichnete in den letzten
Jahren kontinuierlich zweistellige Wachstumsraten.
2013 registrierten sich bei AuPairWorld weltweit mehr als 375.000 neue Nutzer: 299.680
Au-pairs (ein Plus von 45 Prozent gegenüber dem Vorjahr) und 75.600 Gastfamilien (ein
Plus von 33 Prozent gegenüber dem Vorjahr).1
Wachstum in Deutschland
Erfreulicherweise lässt sich dieser Trend auch für Deutschland, den Heimatmarkt von
AuPairWorld, beobachten. Die Registrierungen deutscher Gastfamilien stiegen in den
letzten drei Jahren um 36 Prozent auf 8.000 in 2013, ein Zuwachs von mehr als 21 Pro-
zent zum Vorjahr. Bei den deutschen Au-pairs lässt sich eine ähnliche Entwicklung beob-
achten: hier stiegen die Registrierungen bei AuPairWorld in den letzten drei Jahren um
mehr als 30 Prozent auf 26.790 in 2013, was einem Zuwachs von mehr als 16 Prozent
zum Vorjahr entspricht.
Darüber hinaus bleibt Deutschland ein beliebtes Gastland bei den Au-pairs. Mehr als
46.000 Au-pairs gaben Deutschland als eines von fünf möglichen Wunschländern an.
Damit ist Deutschland bei AuPairWorld unter den Top 10 der von Au-pairs ausgewählten
Gastländer. Die wichtigsten Herkunftsländer der Au-pairs, die nach Deutschland kom-
men möchten, sind Spanien, Italien, Frankreich und Großbritannen sowie die USA.
Ein grundlegender Wandel
Es wäre wünschenswert, dass die Branche erkennt und akzeptiert, dass sich mittlerweile
ein grundlegender Wandel vollzogen hat, wie Au-pair-Aufenthalte zustande kommen.
Aus den regelmäßigen Marktbeobachtungen und -analysen von AuPairWorld ergibt
sich, dass mittlerweile vermutlich 60 Prozent aller Au-pair-Aufenthalte weltweit über das
Internet zustande kommen. Ursache für diesen Wandel sind nicht nur die geringeren
Kosten, sondern auch, dass die Au-pairs und Gastfamilien die Option wählen, die ihren
Bedürfnissen am besten entspricht. Die Kunden haben die langjährige Erfahrung ge-
macht, dass sie bei AuPairWorld genau das bekommen, was sie suchen. Das spiegelt
1 Alle genannten Zahlen beziehen sich auf akzeptierte Registrierungen. Ca. 20 Prozent der Registrierungen von Au-Pairs und 8 Prozent
der Registrierungen von Gastfamilien können von AuPairWorld nicht akzeptiert werden, da sie dem Grundgedanken Au-Pair und den
Richtlinien nicht entsprechen.
22 Eine Studie der Dr. Walter GmbH
Au-pairs in Deutschland und weltweit
sich wider in dem kontinuierlichen Wachstum, welches das internetbasierte Modell von
AuPairWorld erfährt, sowie in den Ergebnissen einer Nutzerumfrage, laut der 95 Prozent
der Nutzer AuPairWorld auch anderen weiterempfehlen würden.2
Darüber hinaus sind
50 Prozent der von AuPairWorld vermittelten Gastfamilien wiederkehrende Kunden.
Was genau wollen Au-pairs und Gastfamilien?
Es gibt in der Au-pair-Branche die Tendenz, die Aktivitäten von internetbasierten Agen-
turen wie AuPairWorld kleinzureden, indem sie als„Matching-Agenturen“ bezeichnet
werden. Diese Bezeichnung erweckt den Eindruck, als ginge es bei einer erfolgreichen
Au-pair-Agentur im Internet lediglich darum, einen bestimmten Algorithmus anzuwen-
den, der Au-pairs und Gastfamilien ihr jeweiliges Gegenstück anzeigt.
Zumindest im Fall von AuPairWorld ist dies jedoch nicht zutreffend. Bei AuPairWorld
steht ganz klar der Au-pair-Gedanke im Fokus. Daher wird jedes Profil geprüft. Länder-
spezifische Informationen und allgemeine Tipps helfen den Au-pairs und Gastfamilien
bei der Vorbereitung ihres Au-pair-Aufenthaltes. Zehn Mitarbeiter im Kundensupport
beantworten in sechs Sprachen die Fragen von Au-pairs und Gastfamilien. Diese Maß-
nahmen ermöglichen den Kunden, ihren Au-pair-Aufenthalt einfach, sicher und direkt
in die Tat umzusetzen. Das ist es wohl auch, was Gastfamilien immer wieder zu AuPair-
World führt, und warum Au-pairs die Website ihren Freunden weiterempfehlen:
AuPairWorld erfüllt ihre Bedürfnisse.
Mit einem Marktanteil online von 65 Prozent zeigt sich hierin nicht nur der Erfolg einer
einzelnen Firma, sondern der Erfolg des Au-pair-Modells in einer neuen Ära des Infoma-
tionsaustausches. Es sollte ebenfalls nicht unerwähnt bleiben, dass langfristiger Erfolg
und Wachstum bei einer Dienstleistung immer auf Qualität basiert – ob es sich um eine
traditionelle oder eine internetbasierte Au-pair-Agentur handelt.
Eine Branche – ein Ziel: die Vorteile des Au-pair-Aufenthaltes weltweit zu verbreiten
Kunden haben unterschiedliche Bedürfnisse und es ist offensichtlich, dass ein einziges
Modell – ob traditionelle Agentur oder internetbasierte Agentur – nicht alle Bedürfnisse
erfüllen kann. Jeder Marktteilnehmer trifft seine eigenen Entscheidungen, wie er seine
Kunden am besten zufrieden stellt. Wir bei AuPairWorld sind froh darüber, dass viele der
Entscheidungen, die wir treffen, und viele der Services, die wir anbieten, unseren Kun-
den genau das geben, was sie brauchen, um die Vorteile eines Au-pair-Aufenthaltes
2 Ergebnis einer Nutzerumfrage aus dem März 2013 unter 2.868 Nutzern von AuPairWorld.
23Eine Studie der Dr. Walter GmbH
Au-pairs in Deutschland und weltweit
genießen zu können. Wir freuen uns, unabhängig vom Geschäftsmodell und gemein-
sam mit unseren Kollegen der traditionellen Agenturen, die herausragenden Vorteile
eines Au-pair-Aufenthaltes in Deutschland und der Welt weiter verbreiten zu können.
Heike Fischer ist Geschäftsführerin bei AuPairWorld.
Namentlich gekennzeichnete Beiträge werden von den Autoren selbst verantwortet
und geben nicht die Meinung der Redaktion wieder.
5.3	 Reinhard Bellinghausen: Haftungsfalle für deutsche Gasteltern –
auch Au-pairs aus Europa brauchen eine passende Versicherung
Sie suchen ein Au-pair aus Spanien oder Italien? Kein Problem. Aufgrund der hohen
Jugendarbeitslosigkeit in vielen EU-Mitgliedsstaaten zieht es immer mehr Jugendliche
nach Deutschland, um dort eine Stelle als Au-pair anzutreten. Im Folgenden einige
Punkte, die potenzielle Gastfamilien in Deutschland beachten sollten:
Wer ein Au-pair aus der Europäischen Union bei sich aufnimmt, hat es in vielen Dingen
leichter: EU-Au-pairs benötigen – anders als Nicht-EU-Au-pairs – kein Visum und keine
Arbeitsgenehmigung. Es entfallen viele Anmeldeformalitäten und kulturelle Unterschie-
de sind oft geringer. Zu leicht sollten es sich Gasteltern aber nicht machen: Unabhängig
davon, ob sie einen schriftlichen Au-pair-Vertrag mit ihrem ausländischen Gast abge-
schlossen haben oder nicht: Rechte und Pflichten, die sich aus einem Au-pair-Verhältnis
ergeben, müssen auf jeden Fall beachtet werden.
Auch wenn Sie einen ausländischen Gast als Sprachschüler oder aus anderen Gründen
bei sich aufnehmen, sollten Sie prüfen, ob nicht eine Art von Au-pair-Verhältnis vorliegt
(unechtes Au-pair-Verhältnis). Wenn es zu Streitigkeiten oder Auseinandersetzungen
kommt, zählen die äußeren Umstände. Wohnt Ihr Gast bei Ihnen und hat er auch schon
einmal auf Ihre Kinder aufgepasst, ist schnell ein Au-pair-Verhältnis konstruiert und alle
Rechte und Pflichten gelten. Am besten sorgen Sie vor und beachten von Anfang an
die rechtlichen Regelungen.
Rechte und Pflichten für Au-pairs und Gastfamilien werden in den Merkblättern der
Bundesagentur für Arbeit ausführlich beschrieben. Sie finden diese Merkblätter im
Anhang dieses Heftes. Ich werde an dieser Stelle nur auf den Punkt der Au-pair-Versiche-
24 Eine Studie der Dr. Walter GmbH
Au-pairs in Deutschland und weltweit
rung weiter eingehen und Ihnen Gründe dafür nennen, warum Gasteltern auch für
Au-pairs aus EU-Ländern dringend eine Au-pair-Versicherung abschließen sollten.
Im Merkblatt„Au-pair bei deutschen Familien“ der Bundesagentur für Arbeit heißt es
zum Punkt Versicherung:
„Für das Au-pair muss in Deutschland eine Versicherung für den Fall der Krankheit, Schwan-
gerschaft und Geburt sowie eines Unfalls abgeschlossen werden. Alle Versicherungsbeiträge
gehen zu Lasten der Familie.“
Viele Gasteltern gehen bei Au-pairs aus dem europäischen Ausland davon aus, dass
diese ihren Versicherungsschutz aus dem Heimatland mitbringen und deswegen kein
Handlungsbedarf besteht. Das ist leider oft zu kurz gedacht. Für gesetzlich Versicherte
besteht durch ein Sozialversicherungsabkommen zwischen den EU-Ländern ein An-
spruch auf Behandlung innerhalb der Europäischen Union. Aber wissen Sie, ob Ihr
Au-pair für die gesamte Dauer des Deutschlandaufenthaltes in der Heimat gesetzlich
abgesichert ist? Ist das Au-pair selbst versichert oder besteht Schutz über die eigene
Familie? Wie sind die gesetzlichen Regelungen im jeweiligen Land für längerfristige
Auslandsaufenthalte? Ist eine Abmeldung möglich? Was passiert, wenn Beiträge nicht
gezahlt werden?
Als Indiz für Versicherungsschutz kann sich die Gastfamilie zu Beginn des Au-pair-Auf-
enthaltes die Europäische Krankenversicherungskarte (EHIC) des Au-pairs zeigen lassen.
Liegt diese Karte vor, hat zumindest zum Zeitpunkt der Kartenausgabe Versicherungs-
schutz bestanden. Eine Garantie, dass für die gesamte Dauer des Aufenthaltes Schutz
besteht, ist die Karte allerdings nicht.
Ganz sicher, dass für die gesamte Dauer des Au-pair-Aufenthaltes eine Versicherung
für den Fall der Krankheit, Schwangerschaft und Geburt sowie eines Unfalls besteht,
können Sie als Gasteltern nur sein, wenn Sie Einsicht in den bestehenden Vertrag
haben. Und das geht am einfachsten, indem Sie eine Au-pair Versicherung abschließen.
Ab 39 Euro pro Monat sind Gastfamilie und Au-pair umfassend abgesichert.
(Beispiel AU-PAIR24 von Dr. Walter).
Neben der Erfüllung der rechtlichen Verpflichtungen sprechen weitere Gründe für den
Abschluss einer Versicherung für EU-Au-pairs:
25Eine Studie der Dr. Walter GmbH
Au-pairs in Deutschland und weltweit
1. Rundumschutz
Eine Au-pair-Versicherung bietet viel mehr Leistungen als eine reine Krankenversiche-
rung. Die Au-pair-Versicherung ist eine Kombination aus verschiedenen Versicherungs-
arten und besteht in der Regel aus
 Auslandskrankenversicherung inklusive medizinischem Rücktransport
 Unfallversicherung
 Berufs- und Privathaftpflichtversicherung
 Abschiebekostenversicherung
2.  Medizinisch notwendiger Rücktransport gewährleistet
Was auf keinen Fall von der gesetzlichen Versicherung übernommen wird, ist ein Rück-
transport in die Heimat. Doch ist eine Rückkehr nach Hause in die eigene Familie für alle
Beteiligten wichtig, wenn das Au-pair schwer erkranken sollte.
3.  Schutz auf Urlaubsreisen
Eine Au-pair-Versicherung gilt weltweit, auch wenn Sie mit Ihrem Au-pair ins Ausland
fahren.
4.  Berufs- und Privathaftpflichtrisiko abgesichert
Junge Menschen aus dem Ausland besitzen oft keine eigene Haftpflichtversicherung.
Sollte Ihr Gast Dritten gegenüber einen Schaden verursachen, können Regressforderun-
gen auf Sie zukommen.
In manchen Familienhaftpflichtversicherungen sind Hausangestellte und Au-pairs
mitversichert. Das vorgenannte Risiko gegenüber Dritten könnte also auf diese Weise
abgedeckt sein. Allerdings sehen diese Verträge keine Leistungen vor, wenn das Au-pair
einen Schaden dem Versicherungsnehmer (Gastfamilie) gegenüber verursacht.
Fazit: Als Gasteltern sollten Sie auch für EU-Au-pairs eine Versicherung abschließen.
Eine gute Au-pair-Versicherung ist nicht teuer und lässt Sie nachts ruhiger schlafen.
Reinhard Bellinghausen ist Geschäftsführer der Dr. Walter GmbH.
Namentlich gekennzeichnete Beiträge werden von den Autoren selbst verantwortet
und geben nicht die Meinung der Redaktion wieder.
26 Eine Studie der Dr. Walter GmbH
Au-pairs in Deutschland und weltweit
5.4	 Judith Liehr: Qualitätssicherung im Au-pair-Bereich –
Ist das noch nötig und zeitgemäß?
Der Deutsche Bundesverband für Au-Pair-Vermittler (APSeV) steht für hohe Qualitätsan-
sprüche bei Vermittlungen von Au-pairs sowohl ins Ausland als auch aus dem Ausland
nach Deutschland. Sämtliche Mitgliedsagenturen des Verbandes unterscheiden sich von
anderen Vermittlungsagenturen dadurch, dass sie sich freiwillig verpflichten, diese
Standards einzuhalten. Oberste Priorität haben für alle Beteiligten folgende Punkte:
 Schutz der überwiegend sehr jungen Au-pairs; meist junge Frauen, die die erste
Auslandserfahrung ihres Lebens machen
 Sicherheit für Gastfamilien und Au-pairs durch Aufklärung, Vorbereitung, Prüfung
und Begleitung sowie gewissenhafte Rekrutierung
Das Au-pair-Programm ist weltweit das älteste, erfolgreichste und beliebteste Kulturaus-
tauschprogramm überhaupt und bietet nach wie vor eine ganz besondere und einzigar-
tige interkulturelle Lernerfahrung. Junge Menschen haben durch dieses Programm die
Möglichkeit, mit geringem finanziellem Aufwand einen authentischen und lebensnahen
Aufenthalt im Ausland zu verbringen. Auf der anderen Seite bietet es Gastfamilien
flexible Hilfe bei der Kinderbetreuung und eröffnet gleichzeitig deren Kindern frühzeitig
Einblicke in andere Kulturen und Lebensweisen.
Warum Qualitätsstandards wichtig sind
Man kann heute sehr schnell und unkompliziert bei einer der zahlreichen Selbstvermitt-
lungsplattformen ein eigenes Profil erstellen, unabhängig davon, ob man Au-pair oder
Gastfamilie ist. Warum also ein aufwändigeres und kostenintensiveres Bewerbungsver-
fahren bei einer professionellen Vermittlungsagentur starten? Ganz einfach: Ebenso
wie man selbst kann auch die andere Seite ein Profil erstellen, ohne dass dies tatsächlich
der Realität entspricht. Eine Prüfung oder Kontrolle durch Dritte existiert nicht. An
dieser Stelle sollte sich jeder fragen, ob man tatsächlich das Risiko eingehen möchte,
die eigenen Kinder von einer Person betreuen zu lassen, bei der keinerlei„Background-
Check“ stattgefunden hat. Möchte man sich als Au-pair darauf einlassen, bei einer
unbekannten Gastfamilie im Ausland zu leben, mit der vorherige Absprachen hinsicht-
lich des Au-pair-Verhältnisses unverbindlich und ohne Rückhalt durch einen Dritten
getroffen wurden?
27Eine Studie der Dr. Walter GmbH
Au-pairs in Deutschland und weltweit
Ein Blick in die Zukunft des Au-pair-Programms
Es bestand und besteht bei allen Beteiligten im Bereich Au-pair, seien es politische
Entscheidungsträger oder entsprechende Verbände und Organisationen, Einigkeit
darüber, dass verantwortungsbewusste Vermittlung und Betreuung oberste Priorität
haben müssen. Nur so ist gewährleistet, dass junge Menschen durch dieses Austausch-
programm positive und bereichernde Erfahrungen sammeln können. Es ist allerdings
bis heute nicht gelungen, das Au-pair-Programm, ähnlich wie andere Jugendaustausch-
programme, unter einen besonderen Schutz zu stellen – und zwar nicht nur in Deutsch-
land, sondern europaweit (bislang einzige Ausnahme: die Niederlande). Dies hat zur
Folge, dass vor allem in Europa immer mehr Au-pairs und Gastfamilien den vermeintlich
schnelleren und kostengünstigeren Weg über ein Selbstvermittlungsportal wählen.
Als Folge ist festzustellen, dass zunehmend auch professionelle, qualifizierte Agenturen,
die viele Jahre mit großem Engagement Au-pairs ins Ausland oder aus dem Ausland
nach Deutschland vermittelt haben, aufgeben. Der Bundesverband beobachtet diese
Entwicklung mit großer Sorge, denn wer wird am Ende beispielsweise all den Au-pairs,
die auf diesem Wege im Ausland gelandet sind und deren Selbstvermittlung dann eben
doch nicht funktioniert hat, zur Verfügung stehen? Stellen wir doch nach wie vor fest,
dass über 90 Prozent aller„Hilferufe“ die uns über unsere Notfallhotline erreichen, von
solchen Au-pairs kommen.
Vertreter der nationalen Verbände anderer Staaten Europas, mit denen über ECAPS
(European Committee of Au Pair Standards) zu diesem Thema ein reger Austausch
besteht, berichten von ähnlichen Zuständen in Ländern wie Italien, Spanien, Frankreich,
England und Irland. Der Bundesverband wird sich daher auch in Zukunft aktiv dafür
einsetzen, dass das Au-Pair-Programm in Deutschland unter besonderen Schutz gestellt
wird und den Status als Jugendaustauschprogramm erhält.
Judith Liehr ist Vorsitzende der Au-pair Society e. V.
Namentlich gekennzeichnete Beiträge werden von den Autoren selbst verantwortet
und geben nicht die Meinung der Redaktion wieder.
28 Eine Studie der Dr. Walter GmbH
Au-pairs in Deutschland und weltweit
5.5	 Christoph Hambloch: 10 Jahre Gütesicherung im Au-pair-Wesen
Das RAL-Gütezeichen dokumentiert, dass eine Au-pair-Agentur oder -Organisation bei
der Vermittlung von Au-pairs, bei der Vor- und Nachbereitung sowie in der Zusammen-
arbeit mit Entsende- und Empfangsorganisationen und Gastfamilien anerkannte Quali-
tätsstandards einhält. So trägt das RAL-Gütezeichen zu einer sicheren internationalen
Mobilität junger Menschen bei.
Im November 2004 verständigten sich unter der Begleitung vom Bundesministerium
für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) 110 Au-pair-Agenturen auf Standards
für die Gütesicherung im Au-pair-Wesen und gründeten sodann die Gütegemeinschaft
Au pair e. V. Unter deren Dach werden seit 2005 Au-pair-Vermittlungen neutral auf Ein­
haltung von Prüfkriterien für die Vorbereitung, Vermittlung und Betreuung von Au-pairs
kontrolliert. Heute sind 38 Agenturen, die Au-pairs an Familien in Deutschland vermit-
teln, mit dem RAL-Gütezeichen„Au-pair Incoming“ und 17 Agenturen, die Au-pairs aus
Deutschland ins Ausland vermitteln, mit dem RAL-Gütezeichen„Au-pair Outgoing“ zer­
tifiziert.
Das Jahr 2013 war für die Gütegemeinschaft ein Jahr des Umbruchs. Bis dahin wurde
im Rahmen einer Projektförderung insbesondere eine Geschäftsstelle bei IJAB Fachstelle
für Internationale Jugendarbeit vom BMFSFJ gefördert. Bis 2012 hat die Politik im Sinne
der Qualitätssicherung, die sie aufgrund eines Parlamentsbeschusses auf den Weg
bringen musste, sogar für ein kostenloses Prüfwesen gesorgt. Nachdem 2011 der Pro-
zess der Entwicklung des RAL-Gütezeichens„Au-pair Outgoing“ abgeschlossen wurde,
musste die Gütegemeinschaft nach und nach auf eigene Beine gestellt werden. Dieser
Prozess wurde Ende 2013 vollständig abgeschlossen. Heute finanzieren die Mitglieder
der Gütegemeinschaft Au pair e. V. ihre eigene Geschäftsstelle, die in den Räumen des
Calypso-Verlag untergebracht ist, und kommen auch für die Prüfkosten auf.
Den richtigen Zeitpunkt für den Übergang in die Selbstständigkeit zu finden war
schwierig. Die ersten Jahre der Gütegemeinschaft Au pair e. V. folgten auf eine Boomzeit
des Au-pair-Wesens mit ständig neuen Agenturen und guten Erlösen. In den vergange-
nen Jahren gingen die Vermittlungszahlen jedoch immer weiter zurück. Einen ersten
Einbruch gab es mit der EU-Osterweiterung 2004. Plötzlich schien der Zustrom von
Au-pairs aus Polen, aus dem Baltikum oder aus Südosteuropa zu versiegen. Aber auch
aus Drittländern gab es immer weniger Kandidatinnen und Kandidaten. Wurden 2005
29Eine Studie der Dr. Walter GmbH
Au-pairs in Deutschland und weltweit
noch fast 7.000 Visa an Au-pairs ausgegeben, waren es 2013 nur noch rund 4.500.
Besonders in Mittel- und Osteuropa hat Deutschland im zurückliegenden Jahrzehnt
massiv an Attraktivität für Au-pairs verloren.
Au-pair Aufenthalte in Deutschland attraktiver zu gestalten, war von Anfang an ein Anlie-
gen der Gütegemeinschaft Au pair. Mit der Erhöhung vom Taschengeld und Zuschüssen
zu den Sprachschulkosten ist es aber wohl noch nicht getan. Auch Vereinfachungen im
Visaverfahren sind nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Die Anhebung der Altersgrenze
führt keine jungen Menschen in hiesige Familien. Die Gütegemeinschaft hat zusammen
mit dem BMFSFJ über weitere Möglichkeiten der Attraktivitätssteigerung nachgedacht.
Das Thema wurde sogar im Koalitionsvertrag der Vorgängerregierung aufgegriffen. Nach
der Entlassung der Gütegemeinschaft in die Selbstständigkeit gibt es zunächst keine
weiteren Projekte mit dem BMFSFJ, die das Au-pair-Wesen unterstützen und fördern
würden.
Die meisten Au-pair-Vermittlungen sehen den Vorteil der Gütegemeinschaft – abgese-
hen vom Benefit für Gastfamilien und Au-pairs – für sich inzwischen in der wirtschaft­
lichen Bedeutung für ihre Unternehmung.
Das RAL-Gütezeichen ist das einzig anerkannte Sicherungssystem für Au-pairs und
Gastfamilien. Es signalisiert besondere Qualitäts- und Kundenorientierung und macht
nach außen hin deutlich, dass seinen Trägern die gesetzlichen Mindeststandards nicht
genügen. Die‚Werbemarke’ist ein Alleinstellungsmerkmal. Aufgrund der Abgrenzung
durch das RAL Gütezeichen gewinnen Agenturen und Organisationen einen Wettbe-
werbsvorteil auch bei sinkenden Vermittlungszahlen. Das Gütezeichen ist zudem lauter
im Wettbewerb, da die Einhaltung seiner Versprechen neutral und regelmäßig von
unabhängigen Dritten überprüft wird. Die meisten Gütezeichenträger sind heute davon
überzeugt, dass das Gütezeichen einen wesentlichen Anteil an ihrem wirtschaftlichen
Erfolg hat. So wundert es nicht, dass im ersten Jahr der Finanzierung des Vereins über
Mitgliedsbeiträge alle bei der Stange geblieben sind. Sicherlich half dabei auch, dass die
Möglichkeit geschaffen wurde, die Prüfkosten für langjährige Zeichenträger deutlich zu
reduzieren und den Mitgliedsbeitrag entsprechend der finanziellen Möglichkeiten der
Mitglieder zu staffeln.
30 Eine Studie der Dr. Walter GmbH
Au-pairs in Deutschland und weltweit
Darüber hinaus bietet die Gütegemeinschaft noch weitere Vorteile:
 Sie hat direkte Ansprechpartner in den zuständigen Bundesressorts – BMFSFJ, Minis-
terium für Arbeit und Soziales, Innenministerium und Auswärtiges Amt. Sie alle waren
am Prozess der Qualitätsentwicklung beteiligt.
 Sie bekommt ideelle Unterstützung auf politischer und behördlicher Ebene, beispiels-
weise durch Hinweise in den Merkblättern der Agentur für Arbeit oder bei den Bot-
schaften.
 Sie ist bei Fragen zum Au-pair-Wesen Ansprechpartner für Behörden. So leitet die ZAV
sämtliche Anfragen zum Thema Au-pair an die Geschäftsstelle der Gütegemeinschaft
weiter.
 Vertreter der gesamten Au-pair-Landschaft (konfessionelle und private Vermittler,
Au-pair-Verbände, Versicherer) sind in der Gütegemeinschaft Au pair vertreten, womit
die Gütegemeinschaft im Feld der Qualitätssicherung und darüber hinaus die Interes-
sen aller bündelt und vertritt. In diesem Zusammenhang wichtige Fragestellungen
waren 2013 die Motivationsschreiben von Au-pairs, die Aufenthaltsverordnung mit
Visaverfahren, der ZAV-Mustervertrag oder der Zuschuss zum Sprachkurs.
Christoph Hambloch ist Vorsitzender der Gütegemeinschaft Au pair e. V.
Namentlich gekennzeichnete Beiträge werden von den Autoren selbst verantwortet
und geben nicht die Meinung der Redaktion wieder.
31Eine Studie der Dr. Walter GmbH
Au-pairs in Deutschland und weltweit
6	 Die Antworten der Au-pair-Agenturen im Detail
A. Incoming
Wie hat sich die Anzahl Ihrer Vermittlungen im Vorjahr entwickelt?
	18,6 % 	  deutlich gestiegen
	54,3 %	  gleich geblieben
	27,1 %	  deutlich gesunken
Wie war das Verhältnis der Anfragen von deutschen Gastfamilien zu denen ausländi-
scher Au-pairs?
	14,3 % 	  mehr Gastfamilien als Au-pairs
	35,7 %	  ausgeglichen
	50,0 %	  mehr Au-pairs als Gastfamilien
Wie hoch war Ihre Vermittlungsgebühr 2013?
	19,6 % 	  unter 300 €
	66,1 %	  301–500 €
	14,3 %	  501–700 €
	 0,0 %	  701–900 €
	 0,0 %	  Über 900 €
Wie hat sich Ihre Vermittlungsgebühr im Vorjahr entwickelt?
	 3,5 % 	  deutlich gestiegen
	93,0 %	  gleich geblieben
	 3,5 %	  deutlich gesunken
32 Eine Studie der Dr. Walter GmbH
Au-pairs in Deutschland und weltweit
Wie schätzen Sie die allgemeine wirtschaftliche Entwicklung Ihrer Au-pair-Agentur ein?
	21,0 % 	  eher positiv
	38,6 %	  gleichbleibend
	40,4 %	  eher rückläufig
Mit wie vielen ausländischen Partneragenturen arbeiten Sie zusammen?
	 0,0 % 	  0
	62,3 %	  1–10
	37,7 %	  mehr als 10
Woher kamen die meisten ausländischen Au-pairs, die Sie 2013 vermittelt haben?
(Top 5-Länder)
weitere (17,0 %)
Georgien (17,0 %)
Ukraine (15,4 %)
Russland (10,1 %)
China (9,0 %)
Nepal (6,9 %)
Kolumbien (4,3 %)
Kirgisistan (3,7 %)
Armenien (2,7 %)
Madagaskar (2,7 %)
Turkmenistan (1,6 %)
Mexiko (1,6 %)
Mongolei (1,6 %)
Kenia (1,6 %)
Schweiz (1,6 %)
Spanien (1,6 %)
Italien (1,6 %)
33Eine Studie der Dr. Walter GmbH
Au-pairs in Deutschland und weltweit
Wie hoch ist der Anteil der Au-pairs, die eine EU-Staatsbürgerschaft haben?
	91,3 % 	  0 – 25 %
	 1,7 %	  26 – 50 %
	 0,0 %	  51 – 75 %
	 6,9 %	  76 – 100 %
Wie lange blieben die Au-pairs in der Regel?
	 0,0 % 	  1 – 3 Monate
	 8,6 %	  4 – 9 Monate
	91,4 %	  10 –12 Monate
Wie hoch war der Anteil der Au-pairs, die zum Zeitpunkt der Vermittlung bereits in
Deutschland waren (umvermittelte Au-pairs)?
	65,5 % 	  0 – 5 %
	21,8 %	  6 –15 %
	12,7 %	  über 15 %
Wie hoch war der Anteil der Au-pairs, die Sie aufgrund des Bewerbungsbogens auf
au-pair-agenturen.de vermittelt haben?
	83,0 % 	  0 – 5 %
	 7,5 %	  6 – 15 %
	 9,4 %	  über 15 %
Wie hoch war der Anteil der Au-pairs, die Sie über Ihr eigenes Online-Portal vermittelt
haben (Direktvermittlung)?
	29,6 % 	  0 – 25 %
	22,2 %	  26 – 50 %
	48,1 %	  51 – 100 %
34 Eine Studie der Dr. Walter GmbH
Au-pairs in Deutschland und weltweit
Wie hoch war der Anteil männlicher Au-pair-Bewerber?
	61,4 % 	  kleiner als 3 %
	17,5 %	  3 – 5 %
	19,3 %	  6 – 10 %
	 1,8 %	  größer als 10 %
Organisieren Sie für Ihre Au-pairs Veranstaltungen (Au-pair-Treffen, Au-pair-Reisen)?
	71,9 % 	  ja
	28,1 %	  nein
	
B. Outgoing
Wie hat sich die Anzahl Ihrer Vermittlungen im Vorjahr entwickelt?
	21,4 % 	  deutlich gestiegen
	50,0 %	  gleich geblieben
	28,6 %	  deutlich gesunken
Wie war das Verhältnis der Anfragen deutscher Au-pair-Bewerber zu Stellenangeboten
im Ausland?
	17,9 % 	  mehr Au-Pairs als Stellen
	48,7 %	  ausgeglichen
	33,4 %	  mehr Stellen als Au-pairs
Wie schätzen Sie die allgemeine wirtschaftliche Entwicklung Ihrer Au-pair-Agentur ein?
	28,2 % 	  eher positiv
	35,9 %	  gleichbleibend
	35,9 %	  eher rückläufig
35Eine Studie der Dr. Walter GmbH
Au-pairs in Deutschland und weltweit
Mit wie vielen Partneragenturen im Ausland arbeiten Sie zusammen?
	 0,0 % 	  0
	71,1 %	  1–10
	28,9 %	  mehr als 10
Für welche Länder interessierten sich die meisten deutschen Au-pair-Bewerber
im Jahr 2013 (Top 5-Länder)?
Spanien (11,3 %)
Frankreich (13,4 %)
Großbritannien (23,9 %)
Irland (11,3 %)
Australien (9,9 %)
Neuseeland (12 %)
Schweiz (1,4 %)
Italien (2,1 %)
Schweden (2,1 %)
Kanada (2,1 %)
Südafrika (0,7 %)
Niederlande (0,7 %)
China (0,7 %)
USA (7,7 %)
Belgien (0,7 %)
Wie lange bleiben die Au-pairs in der Regel?
	 0,0 % 	  1 – 3 Monate
	52,5 %	  4 – 9 Monate
	47,5 %	  10 –12 Monate
Wie viel Prozent der durch Sie vermittelten Au-pairs kamen vorzeitig wieder zurück?
	71,8 % 	  0 – 5 %
	20,5 %	  6 –10 %
	 7,7 %	  mehr als 10 %
36 Eine Studie der Dr. Walter GmbH
Au-pairs in Deutschland und weltweit
Wie hoch war der Anteil männlicher deutscher Au-pair-Bewerber?
	77,5 % 	  kleiner als 3 %
	17,5 %	  3 – 5 %
	 5,0 %	  6 – 10 %
	 0,0 %	  größer als 10 %
Bieten Sie andere Programme an?
	66,7 % 	  nein
	 5,1 %	  High School
	12,8 %	  Work and Travel
	 0,0 %	  Praktika
	15,4 %	  andere
Nur für Anbieter anderer Programme: Wie hoch ist der Anteil des Au-pair-Geschäftes?
	42,9 % 	  0 – 25 %
	35,7 %	  26 – 50 %
	 0,0 %	  51 – 75 %
	21,4 %	  76 – 100 %
C. Kooperation mit Versicherern, Verbänden etc.
Kooperieren Sie mit dem Au-pair-Versicherungsanbieter Dr. Walter?
	38,1 % 	  ja, ausschließlich
	49,2 %	  ja, auch
	 6,3 %	  nein, mit einem anderen Anbieter
	 6,3 %	  keine Kooperation
37Eine Studie der Dr. Walter GmbH
Au-pairs in Deutschland und weltweit
Wenn Sie im Bereich Incoming mit Dr. Walter kooperieren: Wie zufrieden waren Sie mit
der Zusammenarbeit im Vorjahr?
	65,4 % 	  sehr zufrieden
	28,8 %	  zufrieden
	 5,8 %	  unentschieden
	 0,0 %	  unzufrieden
	 0,0 %	  sehr unzufrieden
Wenn Sie im Bereich Incoming mit anderen Versicherern kooperieren: Wie zufrieden
waren Sie mit der Zusammenarbeit im Vorjahr?
	37,1 % 	  sehr zufrieden
	48,6 %	  zufrieden
	14,3 %	  unentschieden
	 0,0 %	  unzufrieden
	 0,0 %	  sehr unzufrieden
Wenn Sie im Bereich Outgoing mit Dr. Walter kooperieren: Wie zufrieden waren Sie mit
der Zusammenarbeit im Vorjahr?
	63,3 % 	  sehr zufrieden
	30,0 %	  zufrieden
	 6,7 %	  unentschieden
	 0,0 %	  unzufrieden
	 0,0 %	  sehr unzufrieden
Wenn Sie im Bereich Outgoing mit anderen Versicherern kooperieren: Wie zufrieden
waren Sie mit der Zusammenarbeit im Vorjahr?
	37,5 % 	  sehr zufrieden
	41,7 %	  zufrieden
	20,8 %	  unentschieden
	 0,0 %	  unzufrieden
	 0,0 %	  sehr unzufrieden
38 Eine Studie der Dr. Walter GmbH
Au-pairs in Deutschland und weltweit
Was ist Ihnen bei einer Au-pair-Versicherung am wichtigsten?
	36,8 % 	  kein Selbstbehalt
	14,0 %	  Berufshaftpflicht für
Au-pair-Tätigkeit
	24,6 %	  Versicherungsschutz
unabhängig von Au-pair-Status
14,0 %		  Hin- und Rückreise mitversichert
	10,5 %	  geringer Beitrag
Was ist Ihnen bei einem Au-pair-Versicherungsanbieter am wichtigsten?
	18,6 % 	  einfacher Online-Abschluss
	 6,8 %	  Kopie der ­Versicherungsbestäti­­gung
bei Online-Abschluss
	 0,0 %	  hohe Provision
27,1 %		  kulantes Verhalten bei Grenzfällen
	 0,0 %	  persönliche Beratung vor Ort
	47,5 %	  schnelle und unkomplizierte
Bearbeitung
Sind Sie Mitglied in der Au-pair Society e. V.?
	34,4 % 	  ja
	65,6 %	  nein
	
Nur für Mitglieder: Wie zufrieden waren Sie mit der Arbeit der Au-pair Society e. V.?
	 9,1 % 	  sehr zufrieden
	31,8 %	  zufrieden
	40,9 %	  unentschieden
	13,6 %	  unzufrieden
	 4,5 %	  sehr unzufrieden
39Eine Studie der Dr. Walter GmbH
Au-pairs in Deutschland und weltweit
Sind Sie IN VIA-Agentur?
	13,8 % 	  ja
	86,2 %	  nein
	
Nur für Mitglieder: Wie zufrieden waren Sie mit der Arbeit der IN VIA?
	57,1 % 	  sehr zufrieden
	28,6 %	  zufrieden
	14,3 %	  unentschieden
	 0,0 %	  unzufrieden
	 0,0 %	  sehr unzufrieden
Sind Sie vij-Agentur?
	10,3 % 	  ja
	89,7 %	  nein
	
Nur für Mitglieder: Wie zufrieden waren Sie mit der Arbeit des vij?
	 0,0 % 	  sehr zufrieden
	40,0 %	  zufrieden
	40,0 %	  unentschieden
	20,0 %	  unzufrieden
	 0,0 %	  sehr unzufrieden
Sind Sie Mitglied in der Gütegemeinschaft Au pair e. V.?
	33,9 % 	  ja
	66,1 %	  nein
40 Eine Studie der Dr. Walter GmbH
Au-pairs in Deutschland und weltweit
Nur für Mitglieder: Wie zufrieden waren Sie mit der Arbeit der Gütegemeinschaft
Au pair e. V.?
	15,0 % 	  sehr zufrieden
	25,0 %	  zufrieden
	15,0 %	  unentschieden
	30,0 %	  unzufrieden
	15,0 %	  sehr unzufrieden
Sind Sie Mitglied in der International Au Pair Association (IAPA)?
	19,0 % 	  ja
	81,0 %	  nein
	
Nur für Mitglieder: Wie zufrieden waren Sie mit der Arbeit der International Au Pair
Association (IAPA)?
	20,0 % 	  sehr zufrieden
	50,0 %	  zufrieden
	20,0 %	  unentschieden
	 0,0 %	  unzufrieden
	10,0 %	  sehr unzufrieden
Was erwarten Sie in erster Linie von der Mitgliedschaft in einem Verband?
	28,6 % 	  Lobbyarbeit
	16,3 %	  Verbesserung der Außenwirkung
der eigenen Agentur
	14,3 %	  Austausch mit Kollegen/-innen
16,3 %		  Unterstützung bei Problemfällen
	14,3 %	  Internationale Vernetzung
	10,2 %	  Verbesserung der eigenen Arbeit
41Eine Studie der Dr. Walter GmbH
Au-pairs in Deutschland und weltweit
Wie wichtig war Ihnen die Listung Ihrer Agentur auf au-pair-agenturen.de?
	46,2 % 	  sehr wichtig
	38,5 %	  wichtig
	15,4 %	  eher unwichtig
Wie hilfreich war Ihnen der Service der Zusendung von Gastfamilien-Bewerbungsbögen?
Wie hilfreich war Ihnen der Service der Zusendung von Au-pair-Bewerbungsbögen?
	15,3 % 	  sehr hilfreich
	33,9 %	  hilfreich
	50,8 %	  weniger hilfreich
D. Statistische Angaben
Wie viele Vermittlungen/Matchings von deutschen Au-pairs ins Ausland haben Sie
durchgeführt/fanden über Sie im Jahr 2013 statt?
	78,0 % 	  0 – 49
	10,0 %	  50 – 99
	 8,0 %	  100 – 299
	 4,0 %	  über 300
	28,1 % 	  sehr hilfreich
	31,6 %	  hilfreich
	40,3 %	  weniger hilfreich
42 Eine Studie der Dr. Walter GmbH
Au-pairs in Deutschland und weltweit
Wie viele Vermittlungen/Matchings von ausländischen Au-pairs nach Deutschland
haben Sie durchgeführt/fanden über Sie im Jahr 2013 statt?
	62,1 % 	  0 – 49
	24,2 %	  50 – 99
	10,3 %	  100 – 299
	 3,4 %	  über 300
Wie hoch war Ihr Jahresumsatz im Jahr 2013?
	73,2 % 	  bis 20.000 €
	19,6 %	  20.000–50.000 €
	 5,4 %	  50.000–100.000 €
	 1,8 %	  über 100.000 €
Wie viele Stunden arbeiten Sie wöchentlich für Ihre Agentur?
	21,5 % 	  bis 10 Stunden
	38,5 %	  11 – 24 Stunden
	26,2 %	  25 – 40 Stunden
	13,8 %	  über 40 Stunden
Vermitteln Sie im Incoming- oder im Outgoing-Bereich?
	38,8 % 	  nur Incoming
	14,9 %	  nur Outgoing
	46,3 %	  Incoming und Outgoing
Seit wann besteht Ihre Agentur?
	16,9 % 	  2007 – heute
	36,9 %	  2002 – 2006
	29,3 %	  1995 – 2001
	16,9 %	  länger als 1994
43Eine Studie der Dr. Walter GmbH
Au-pairs in Deutschland und weltweit
7.	 Ergänzende Informationen
7.1	 Zur Durchführung und Auswertung der Umfrage
Umfang und Inhalt der Umfrage
Deutsche Au-pair-Agenturen wurden gebeten, einen Online-Fragebogen mit 54 Fragen
zur Entwicklung des Au-pair-Wesens in Deutschland zu beantworten und sollten ihre
Einschätzung zur aktuellen Situation des Vermittlungsmarktes abgeben.
Auswahl der befragten Agenturen
Zum Umfragezeitpunkt (März/April 2014) gibt es etwa 210 aktive Au-pair-Agenturen mit
Sitz in Deutschland. Befragt wurden sowohl Full-Service-Agenturen als auch Matching-
Agenturen.
Von den 210 in der Datenbank von www.au-pair-agenturen.de eingetragen Agenturen
haben 184 der Zusendung von E-Mails zugestimmt und wurden per E-Mail zur Konjunk-
turumfrage eingeladen.
Befragungszeitraum und Rücklaufquote
Die Online-Befragung startete am 5. März 2014 und endete am 4. April 2014. Insgesamt
beteiligten sich 68 Au-pair-Agenturen an der Umfrage – das entspricht einer Rücklauf­
quote von 37 Prozent. Bezogen auf die Gesamtzahl der Agenturen am deutschen Markt
liegt die Teilnehmer-Quote bei 32 Prozent. Damit ist die Umfrage nach den Grundlagen
der Statistik für den gesamten deutschen Markt repräsentativ.
Zusammensetzung der Teilnehmergruppe
Die Gruppe der Umfrageteilnehmer besteht zu 79 Prozent aus privatwirtschaftlichen
Au-pair-Agenturen. 21 Prozent der Teilnehmer sind Vertreter kirchlicher bzw. gemein-
nütziger Vermittlungsstellen.
Die meisten Au-pair-Vermittlungen sind kleine Agenturen. Nur jede vierte Agentur
hat 2013 mehr als 50 Vermittlungen von deutschen Au-pairs ins Ausland begleitet.
Im Incoming-Bereich vermitteln zwei von drei Agenturen weniger als 50 Au-pairs pro
Jahr. Im Bereich der Matching-Agenturen lässt sich die Zahl der tatsächlich zustande
gekommenen Au-pair-Verhältnisse nicht nachweisen.
44 Eine Studie der Dr. Walter GmbH
Au-pairs in Deutschland und weltweit
Die meisten der befragten Agenturen wurden in den Jahren 1995 bis 2006 gegründet.
Die Mehrzahl der Agenturen wird in Teilzeit betrieben und ist sowohl in der Incoming-
als auch in der Outgoing-Vermittlung tätig. 60 Prozent der Inhaber arbeiten bis zu 24
Stunden pro Woche in der Au-pair-Vermittlung. Damit erwirtschaften drei Viertel Agen-
turen einen Umsatz von weniger als 20.000 Euro pro Jahr. Nur einige wenige haben
einen Jahresumsatz von mehr als 50.000 Euro.
Art der Datenerfassung und Auswertung
Die Rückläufer der Umfrage wurden mit Hilfe der Software au-pair pollTicketing 1.0 elek-
tronisch und automatisch statistisch geordnet. Die Ergebnisse dieser Statistik bilden die
Grundlage der Studie.
7.2	 Informationen zu den Au-pair-Verbänden
Die Au-pair Society e. V. ist der Bundesverband für Au-pair-Agenturen, Gastfamilien und
Au-pairs in Deutschland. Die Au-pair Society e. V. ist ein vom Bundestag akkreditierter,
gemeinnütziger Verein, der die Verbesserung und Förderung des Au-pair-Wesens in
Deutschland, aber auch innerhalb der EU und in Zusammenarbeit mit Partnern weltweit
zum Ziel hat.
Kontakt:
Die Gütegemeinschaft Au-pair e. V. hat den Zweck, die Güte von Vorbereitung, Vermitt-
lung und Betreuung von Au-pair-Aufenthalten zu sichern und Agenturen, deren Güte
gesichert ist, mit dem RAL-Gütezeichen Au pair zu kennzeichnen. Derzeit sind 38 Agen-
turen zertifiziert und berechtigt, das qualifizierte Gütezeichen Incoming zu tragen.
Das Gütezeichen Outgoing besitzen 17 Agenturen.
Au-pair Society e. V. Weisshausstraße 7
50939 Köln
Tel. 0 18 05 98 30 00
info@apsev.de
www.apsev.de
45Eine Studie der Dr. Walter GmbH
Au-pairs in Deutschland und weltweit
Kontakt:
Der Verein für Internationale Jugendarbeit, Bundesverein e. V. (vij) zählt als Fachver-
band zu den Mitgliedern im Diakonischen Werk der Evangelischen Kirche in Deutsch-
land (EKD). Der vij vermittelt ausländische Au-pairs in deutsche Gastfamilien und deut-
sche Au-pairs ins Ausland. Er verfügt über enge Verbindungen zu ausländischen
Vermittlungsagenturen, Bildungseinrichtungen, Universitäten, Schulen und pflegt
Kontakte zu Botschaften, Behörden und öffentlichen Stellen.
Kontakt:
Die Au-pair-Bundesarbeitsgemeinschaft IN VIA ist ein Zusammenschluss der katholi-
schen Au-pair-Beratungsstellen Deutschlands. Sie vermittelt Au-pair-Aufenthalte inner-
halb Europas (Großbritannien, Irland, Frankreich, Spanien, Belgien, Italien etc.) und ist
Ansprechpartner für Au-pairs und Gastfamilien.
Kontakt:
Gütegemeinschaft
Aupair e. V.
Eisenerzstraße 34
53819 Neunkirchen-Seelscheid
Tel. 0 22 47-9 19 49 42
info@guetegemeinschaft-aupair.de
www.guetegemeinschaft-aupair.de
Verein für Inter­natio­
nale Jugendarbeit
Bundesgeschäftsstelle
Urbanstraße 44
70182 Stuttgart
Tel. 07 11-51 88 58-75
office@vij.de
www.vij.de
www.au-pair-vij.org
IN VIA Katholischer
Verband für
Mädchen- und
Frauensozial­arbeit –
Deutschland e. V.
Karlstraße 40
79104 Freiburg
Tel. 07 61-20 02 06
invia@caritas.de
www.aupair-invia.de
46 Eine Studie der Dr. Walter GmbH
Au-pairs in Deutschland und weltweit
Die International Au Pair Association (IAPA) setzt sich weltweit für die Entwicklung des
Au-pair-Wesens ein. Derzeit gehören 170 Agenturen aus 45 Ländern zu ihren Mitglie-
dern. Die Mitgliedsagenturen verpflichten sich zur Einhaltung einheitlicher Mindestan-
forderungen. Der Verband ermöglicht den Agenturen die Herstellung von Kontakten
auf internationaler Ebene.
Kontakt:
The European Committee for Au pair Standards (ECAPS) hat sich zum Ziel gesetzt,
Regeln und Richtlinien für Au-pairs, Gastfamilien und Vermittlungsstellen in Europa
festzulegen. Derzeit gehören AEPA (Spanien), APAGO (Österreich), Au-pair Society e. V.
(Deutschland), BAPAA (Großbritannien), LAPA (Lettland), NAPO (Niederlande) und
UFAAP (Frankreich) zu den Mitgliedern.
http://iapa.org/national-associations/ecaps/
International Au Pair
Association
WYSE Travel
Confederation
174 Keizersgracht
1016 DW, Amsterdam
The Netherlands
Tel. +31 (0) 204 21 28 10
inquiry@iapa.org
www.iapa.org
47Eine Studie der Dr. Walter GmbH
Au-pairs in Deutschland und weltweit
7.3 	 Merkblätter der Bundesagentur für Arbeit
Au-pair-Beschäftigung − Information für deutsche Gastfamilien
1.	Allgemeines
Au-pairs sind junge Menschen, die als Gegenleistung für eine begrenzte Mitwirkung
an den laufenden familiären Aufgaben (leichte Haushaltsarbeiten, Kinderbetreuung)
in Familien aufgenommen werden, um insbesondere ihre Sprachkenntnisse zu vervoll-
ständigen und ihre Allgemeinbildung durch eine bessere Kenntnis des Gastlandes
zu erweitern.
Das vom Europarat 1969 verabschiedete„Europäische Abkommen über die Au-pair-
Beschäftigung“ ist von der Bundesrepublik Deutschland nicht bestätigt worden und
hat somit hier keinen Rechtscharakter angenommen. Die wesentlichen Kriterien dieses
Abkommens sind aber auch in der Bundesrepublik Deutschland als maßgeblich aner-
kannt. Diese Kriterien und die bestehenden Gepflogenheiten lassen sich wie folgt kurz
zusammenfassen (siehe dazu das Merkblatt„Au-pair bei deutschen Familien“):
 Mindestalter bei Beginn der Beschäftigung grundsätzlich 18 Jahre, bei Staatsangehö-
rigen der EU-/EWR-Staaten und der Schweiz 17 Jahre; Minderjährige benötigen eine
schriftliche Einverständniserklärung der gesetzlichen Vertreter,
 Die Altersgrenze bei Au-pairs beträgt 27 Jahre. Diese darf bei Beantragung des Auf-
enthaltstitels/Arbeitserlaubnis-EU noch nicht erreicht sein.
 Integration in die Gastfamilie,
 Mitwirkung insbesondere bei leichten Haushaltsarbeiten und bei der Kinderbetreu-
ung einschließlich Babysitting (insgesamt grundsätzlich nicht mehr als 6 Stunden
täglich und 30 Stunden wöchentlich),
48 Eine Studie der Dr. Walter GmbH
Au-pairs in Deutschland und weltweit
 Gewährung von mindestens einem freien Tag pro Woche (der mindestens einmal
monatlich auf einen Sonntag fällt) und von mindestens vier freien Abenden pro
Woche,
 Freistellung für Sprachkurse, Religionsausübung, kulturelle Veranstaltungen und
Exkursionen,
 finanzielle Beteiligung der Gastfamilie von 50 Euro monatlich für die Teilnahme
an Deutschsprachkursen,
 bezahlter Erholungsurlaub von 4 Wochen (bei kürzerer Tätigkeit als ein Jahr:
2 Werktage pro vollem Monat),
 Versicherung durch die Gastfamilie für den Fall der Krankheit, Schwangerschaft und
Geburt sowie eines Unfalls,
 Zahlung eines bestimmten Betrages als Taschengeld unabhängig von der Dauer der
Hausarbeitszeit (zurzeit 260 Euro monatlich),
 Au-pair-Beschäftigte unterliegen nicht der Sozialversicherungspflicht (einschl. Unfall-
versicherung). Die Beantragung einer Betriebsnummer ist für die Gastfamilie nicht
erforderlich.
 angemessene Unterkunft (grundsätzlich eigenes Zimmer in der Familienwohnung)
und Verpflegung durch die Gastfamilie,
 Abschluss eines schriftlichen Vertrages über die gegenseitigen Rechte und Pflichten.
2.	 Anwerbung und Vermittlung
Die angehende Gastfamilie darf Au-pairs selbst suchen bzw. anwerben. Es wird jedoch
empfohlen, eine Au-pair-Vermittlungsagentur in Anspruch zu nehmen.
Auch angehende Au-pairs dürfen sich eine Gastfamilie selbst suchen. Auch hier wird
empfohlen, eine Au-pair-Vermittlungsagentur in Anspruch zu nehmen. Dies auch vor
49Eine Studie der Dr. Walter GmbH
Au-pairs in Deutschland und weltweit
dem Hintergrund, dass Au-pair-Vermittler im Allgemeinen sowohl den von ihnen ver-
mittelten Au-pairs als auch den Gastfamilien bei Problemen persönlich zur Seite stehen.
Die Au-pair-Vermittlung wird in der Bundesrepublik Deutschland von konfessionellen
Au-pair-Beratungs- und Vermittlungsorganisationen und von gewerblichen Vermitt-
lungsagenturen durchgeführt. Unter dem Dach der „Gütegemeinschaft Au-pair e. V.“
haben sich Au-pair-Vermittlungsagenturen zusammengeschlossen, deren Vermittlungs-
tätigkeit laufend kontrolliert wird. Es können auch Vermittler mit Sitz im Ausland in
Anspruch genommen werden.
3.	 Vergütung für die Vermittlung
Ein privater Au-pair-Vermittler darf von den Beteiligten für die Vermittlung eine Vergü-
tung verlangen oder entgegennehmen. Verlangt er eine Vergütung vom Au-pair, darf
diese höchstens 150 Euro betragen (einschließlich der gesetzlichen Umsatzsteuer).
Vorschüsse auf diese Vergütung dürfen nicht erhoben werden. Die Vergütung wird erst
dann geschuldet, wenn der Au-pair-Vertrag rechtswirksam zustande gekommen ist. Bei
Au-pairs aus Nicht-EU-/EWR-Staaten (mit Ausnahme der Schweiz) sowie aus den neuen
EU-Mitgliedstaaten Bulgarien, Rumänien und Kroatien ist dies erst dann der Fall, wenn
die erforderliche Arbeitsgenehmigung-EU erteilt wurde. Verlangt der Vermittler nur
oder zusätzlich von der Gastfamilie eine Vergütung, kann deren Höhe und Fälligkeit etc.
frei vereinbart werden.
4.	Zustimmungs-/Arbeitsgenehmigungsverfahren
4.1. 	Zustimmungsverfahren für Staatsangehörige aus Staaten, die nicht der Euro-
päischen Union (EU), dem Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) oder der
Schweiz angehören (sogenannte Drittstaaten)
Au-pairs aus Drittstaaten benötigen für die Einreise und den Aufenthalt einen Aufent-
haltstitel, der die Ausübung der Beschäftigung im Bundesgebiet ausdrücklich erlaubt
(Visum/Aufenthaltserlaubnis).
Das Visum für die Einreise ist bei der zuständigen deutschen Auslandsvertretung im
Herkunftsland (Botschaft, Konsulat) zu beantragen. Hiervon sind Angehörige bestimm-
ter Staaten ( z. B. Australien, Israel, Japan, Kanada, Neuseeland, den Vereinigten Staaten
von Amerika) ausgenommen. Sie können ohne Visum einreisen.
50 Eine Studie der Dr. Walter GmbH
Au-pairs in Deutschland und weltweit
Die Auslandsvertretung schaltet die Zentrale Auslands- und Fachvermittlung (ZAV)
wegen der erforderlichen Zustimmung zum Aufenthaltstitel ein. Das Visum sollte daher
möglichst frühzeitig vor der beabsichtigten Arbeitsaufnahme beantragt werden, da die
Bearbeitungszeit oftmals einen längeren Zeitraum in Anspruch nimmt.
Das Visum berechtigt nach der Einreise unmittelbar zu der im Visum vorgesehenen
Beschäftigung. Vor Ablauf des Visums, das in der Regel für drei Monate erteilt wird, muss
bei einem längeren Aufenthalt eine Aufenthaltserlaubnis zum Zweck der Beschäftigung
(§18AufenthG) beantragt werden.
Eine Aufenthaltserlaubnis ist ein Aufenthaltstitel, der grundsätzlich befristet zu den im
Aufenthaltsgesetz genannten Zwecken erteilt wird; hier der Beschäftigung. Auch hier ist
für die Erteilung des Aufenthaltstitels eine Zustimmung der ZAV erforderlich. In der
Regel gilt die bereits erteilte Zustimmung der ZAV zum Visum für die Erteilung der
Aufenthaltserlaubnis fort.
Zuständig für die Erteilung des Aufenthaltstitels sind die örtlichen Ausländerbehörden,
die zugleich auch Ansprechpartner in Fragen zum Aufenthalt und zur Beschäftigungs-
aufnahme sind.
4.2.	 Au-pair aus den neuen EU-Mitgliedstaaten Bulgarien, Rumänien und Kroatien
Für Au-pairs, die Unionsbürger der neuen EU-Mitgliedstaaten Bulgarien, Rumänien und
Kroatien sind, gelten andere Regelungen.
Als freizügigkeitsberechtigte Unionsbürger benötigen sie weder für die Einreise noch
für den Aufenthalt in Deutschland ein Visum bzw. eine Aufenthaltserlaubnis. Sie halten
sich berechtigt in Deutschland auf, wenn sie sich durch einen Pass oder amtlichen
Personalausweis ausweisen. Eine“Bescheinigung über das gemeinschaftliche Aufent-
haltsrecht“ stellt die Ausländerbehörde von Amts wegen aus.
In der Übergangszeit benötigen Au-pairs aus diesen Staaten für die Aufnahme der
Beschäftigung weiterhin eine Arbeitsgenehmigung-EU. […] Für kroatische Staatsange-
hörige gelten vorerst zwei Jahre Übergangszeit. Die Arbeitsgenehmigung-EU muss bei
Beschäftigungsaufnahme vorliegen. Ansprechpartner ist das für Ihren Wohnort zustän-
dige Arbeitserlaubnis-Team der ZAV: www.zav.de Arbeitsmarktzulassung. Informatio-
nen für Arbeitgeber
51Eine Studie der Dr. Walter GmbH
Au-pairs in Deutschland und weltweit
5.	 Weitere Hinweise
 Die Zustimmung/Arbeitserlaubnis-EU kann nur bis zu einer Geltungsdauer von einem
Jahr erteilt werden.
 Die Beschäftigung darf grundsätzlich nur in einer Familie erfolgen, in der Deutsch als
Muttersprache gesprochen wird und ein erwachsenes Familienmitglied die deutsche
Staatsangehörigkeit bzw. die Staatsangehörigkeit eines EU-/EWR-Staates oder der
Schweiz hat. Wird in der Familie Deutsch als Familiensprache gesprochen, kann die
Zustimmung erteilt werden, wenn der oder die Beschäftigte nicht aus einem Heimat-
land der Gasteltern stammt.
 Als Familie zählen Ehepaare, unverheiratete Paare, eingetragene gleichgeschlechtli-
che Lebenspartner sowie Alleinerziehende. Voraussetzung ist in allen Fällen, dass sie
mit mindestens einem Kind unter 18 Jahren im gemeinsamen Haushalt leben.
 Soweit sich aus dem Freizügigkeits- oder Niederlassungsrecht der Europäischen
Gemeinschaft für das Au-pair oder die in Deutschland lebenden Gasteltern aus EU-
Mitgliedstaaten, eines EWR-Staates oder der Schweiz günstigere Regelungen erge-
ben, sind diese zu beachten.
 Es soll keine Au-pair-Beschäftigung zugelassen werden, wenn zwischen der Gastfami-
lie und dem Au-pair ein Verwandtschaftsverhältnis besteht.
 Verheiratete Au-pairs können zugelassen werden.
 Die gleichzeitige Beschäftigung von zwei Au-pairs kann zugelassen werden, wenn
vier oder mehr Kinder unter 18 Jahren im gemeinsamen Haushalt leben.
 Das Au-pair-Verhältnis muss mindestens sechs Monate dauern und kann maximal ein
Jahr umfassen. Eine erneute Zulassung als Au-pair ist nicht möglich, auch dann nicht,
wenn die Höchstdauer von einem Jahr nicht ausgeschöpft wurde.
Stand Juli 2013
52 Eine Studie der Dr. Walter GmbH
Au-pairs in Deutschland und weltweit
Merkblatt„Au-pair“ bei deutschen Familien
Aufgaben eines Au-pairs
Die täglichen Aufgaben eines Au-pairs sind sehr unterschiedlich. Sie hängen ganz von der
Eigenart und dem Lebensstil der Familie ab, die das Au-pair bei sich aufgenommen hat.
Zum Alltag eines Au-pairs gehört im Allgemeinen:
Leichte Hausarbeiten zu verrichten, also mitzuhelfen, die Wohnung sauber und in
Ordnung zu halten, sowie die Wäsche zu waschen und zu bügeln; das Frühstück
und einfache Mahlzeiten zuzubereiten; die jüngeren Kinder zu betreuen, das heißt,
sie zu beaufsichtigen und auf dem Weg in den Kindergarten oder in die Schule oder
zu bestimmten Veranstaltungen zu begleiten, mit ihnen spazieren zu gehen oder zu
spielen; das Haus bzw. die Wohnung zu hüten und die Haustiere zu betreuen.
Nicht zu den Aufgaben eines Au-pairs gehören die Kranken- und Altenpflege (Betreu-
ung pflegebedürftiger Familienangehöriger).
Rechte und Pflichten
Das„Europäische Abkommen über die Au-pair-Beschäftigung“ enthält Rahmenvor-
schriften über die Lebens- und Arbeitsbedingungen, den Sprachunterricht, die soziale
Sicherung sowie über die Rechte und Pflichten der Gastfamilie und des Au-pairs. Dieses
Abkommen wurde zwar von der Bundesrepublik Deutschland nicht bestätigt, es wird
jedoch im Allgemeinen danach verfahren. Dazu kommen, da man das Au-pair-Verhältnis
in Deutschland schon seit vielen Jahren kennt, gewisse Gepflogenheiten:
 Dauer des Au-pair-Verhältnisses
Das Au-pair-Verhältnis muss mindestens 6 Monate dauern und kann maximal ein Jahr
umfassen. Eine erneute Beschäftigung als Au-pair ist nicht möglich, auch wenn die
Höchstdauer von einem Jahr nicht ausgeschöpft wurde.
 Arbeit und Freizeit
Die Aufgaben im Haushalt (einschließlich Babysitting) dürfen das Au-pair grundsätzlich
nicht mehr als 6 Stunden täglich und 30 Stunden wöchentlich in Anspruch nehmen.
53Eine Studie der Dr. Walter GmbH
Au-pairs in Deutschland und weltweit
Soll diese Zeitdauer aus besonderem Anlass überschritten werden, so bedarf dies einer
vorherigen Absprache. Die Überstunden müssen zeitlich ausgeglichen werden.
Von der Familie kann verlangt werden, dass das Au-pair die übertragenen Aufgaben in
angemessener Zeit erledigt. Die Erledigung privater Angelegenheiten (z. B. das Sauber-
halten und Aufräumen des eigenen Zimmers) zählt nicht als Hausarbeitszeit.
Die Einteilung der Hausarbeitszeit richtet sich nach den häuslichen Gewohnheiten und
Bedürfnissen der Familie. Eine gewisse Regelmäßigkeit im Tagesablauf kann jedoch
erwartet werden. Dem Au-pair steht mindestens ein voller Ruhetag in der Woche zu
(nicht notwendigerweise am Wochenende, mindestens ein Sonntag im Monat muss
jedoch frei sein). Außerdem sind mindestens 4 freie Abende pro Woche zu gewähren.
 Erholungsurlaub
Wird ein Au-pair für ein volles Jahr in die Familie aufgenommen, steht ihm ein bezahlter
Erholungsurlaub von 4 Wochen zu. Ansonsten für jeden vollen Monat ein Urlaub von
2 Werktagen.
Fährt die Familie selbst in den Urlaub, nimmt sie häufig das Au-pair mit. In diesem Fall
muss das Au-pair dann jedoch auch gewisse Aufgaben und Verpflichtungen übernehmen
(z. B. Betreuung der Kinder usw.). Ein Familienurlaub zählt aber für ein Au-pair nur dann als
eigener Urlaub, wenn lediglich unwesentliche Aufgaben übernommen werden müssen
und keine Anwesenheitspflicht besteht. Fährt das Au-pair nicht mit in den Familienurlaub,
ist eine Beschäftigung bei einer anderen Familie (Nachbarn, Bekannte etc.) nicht zulässig.
 Sprachkurs
Jedem Au-pair ist die Möglichkeit zu geben, in seiner Freizeit an einem Deutsch-Sprach-
kurs teilzunehmen sowie kulturelle und geistig anregende Veranstaltungen zu besu-
chen. Die Gastfamilie ist verpflichtet sich an den Kosten des Sprachkurses mit 50 Euro
monatlich zu beteiligen. Die Kosten für andere Veranstaltungen muss das Au-pair
jedoch selbst tragen.
 Unterkunft und Verpflegung
Unterkunft und Verpflegung werden von der Familie unentgeltlich gestellt. Grundsätz-
lich steht dem Au-pair ein eigenes Zimmer innerhalb der Familienwohnung zur Verfü-
gung. Es nimmt an den gemeinsamen Mahlzeiten teil und erhält dasselbe Essen wie die
54 Eine Studie der Dr. Walter GmbH
Au-pairs in Deutschland und weltweit
Familienangehörigen. Wird eine bestimmte Ernährungsform gewünscht, sollte dies in
der Bewerbung angegeben werden.
 Taschengeld und Reisekosten
Ziel und Zweck eines Au-pair-Verhältnisses ist die Vervollständigung der Sprachkennt-
nisse (ggf. der Berufserfahrung) sowie die Erweiterung des Allgemeinwissens durch eine
bessere Kenntnis des Gastlandes. Ein Au-pair erhält daher keinen Arbeitslohn im übli-
chen Sinne, sondern lediglich ein sogenanntes Taschengeld. Es beträgt zurzeit 260 Euro
im Monat, unabhängig von der Dauer der Hausarbeitszeit. Die Kosten für die An- und
Rückreise trägt in der Regel das Au-pair.
 Kranken- und Unfallversicherung, Schwangerschaft
Für das Au-pair muss in Deutschland eine Versicherung für den Fall der Krankheit,
Schwangerschaft und Geburt sowie eines Unfalls abgeschlossen werden. Alle Versiche-
rungsbeiträge gehen zu Lasten der Familie.
 Auflösung des Au-pair-Verhältnisses
Das Au-pair-Verhältnis endet nach Ablauf der vereinbarten Zeit. Sofern keine Kündigungs-
frist vereinbart wurde, kann das Vertragsverhältnis vor Ablauf dieser Zeit grundsätzlich
nur im gegenseitigen Einvernehmen gelöst werden (Auflösungsvertrag). In den meisten
Fällen einigen sich beide Seiten darauf, dass das Au-pair solange bleibt, bis es eine andere
Gastfamilie gefunden hat. Liegt ein schwerwiegender Grund vor, kann das Au-pair-Ver-
hältnis fristlos gekündigt werden. Abgesehen von diesem Fall dürfte es selbstverständlich
sein, dass man sich nicht schon in den ersten Tagen des Zusammenlebens trennt; der erste
„Kulturschock“ (z. B. aufgrund der andersartigen Lebens- und Essensgewohnheiten) wird
bei gutem Willen erfahrungsgemäß nach kurzer Zeit überwunden. Sollte jedoch ein
harmonisches Zusammenleben nicht möglich sein, sollte die Au-pair-Agentur hierüber
sobald wie möglich informiert werden. Sie wird versuchen, sich ein möglichst objektives
Bild zu verschaffen und eine für beide Seiten annehmbare Lösung zu finden.
Bewerbung, Vermittlung und Beschäftigung
Das Mindestalter für Au-pairs beträgt 18 Jahre, bei Au-pairs aus den EU-/EWR-Staaten
und aus der Schweiz 17 Jahre. Maßgebend hierfür ist der Beschäftigungsbeginn. Bei
Minderjährigen ist eine schriftliche Einverständniserklärung der gesetzlichen Vertreter
erforderlich. Auch verheiratete Au-pairs können zugelassen werden.
55Eine Studie der Dr. Walter GmbH
Au-pairs in Deutschland und weltweit
Es wird erwartet, dass das Au-pair über Grundkenntnisse der deutschen Sprache ver-
fügt. Verlangt werden Sprachkenntnisse, die mindestens dem Level A1 des Gemeinsa-
men Europäischen Referenzrahmens entsprechen.
Bewerberinnen und Bewerber sollten ihre Bewerbungsunterlagen (Bewerbungsschrei-
ben, Lebenslauf) sorgfältig und genau in deutscher Sprache abfassen und ein anspre-
chendes Passbild beifügen (bitte auf dem Lebenslauf befestigen). Viele Au-pair-Agentu-
ren verlangen darüber hinaus das Ausfüllen eines Fragebogens. Alle Angaben müssen
wahrheitsgemäß sein.
Besteht zwischen der Gastfamilie und dem Au-pair ein Verwandtschaftsverhältnis, soll
keine Au-pair-Beschäftigung zugelassen werden. Bei der Vermittlung wird die Au-pair-
Agentur die Vorstellungen der Familie und der Bewerberin bzw. des Bewerbers soweit
wie möglich berücksichtigen. Das Angebot an interessierten Familien ist in der Bundes-
republik Deutschland im Allgemeinen groß.
Bei Au-pairs aus Staaten, die nicht der Europäischen Union (EU), dem Europäischen
Wirtschaftsraum (EWR) oder der Schweiz angehören (sogenannte Drittstaaten), sowie
aus den neuen EU-Mitgliedstaaten Rumänien, Bulgarien und Kroatien, müssen folgende
Bedingungen erfüllt sein:
Die Beschäftigung von Au-pairs darf grundsätzlich nur in Gastfamilien erfolgen, in
denen Deutsch als Muttersprache gesprochen wird. Wenigstens ein erwachsenes Fami­
lienmitglied muss die deutsche Staatsangehörigkeit bzw. die Staatsangehörigkeit eines
EU-/EWR-Staates oder der Schweiz besitzen.
Soweit sich aus dem Freizügigkeits- oder Niederlassungsrecht der Europäischen Ge-
meinschaft für das Au-pair oder die in Deutschland lebenden Gasteltern aus EU-Mit-
gliedstaaten, eines EWR-Staates oder der Schweiz günstigere Regelungen ergeben,
sind diese zu beachten.
Au-pair-Agenturen mit Sitz in Deutschland dürfen von Au-pairs für die Vermittlung eine
Vergütung von höchstens 150 Euro verlangen (einschließlich der gesetzlichen Umsatz-
steuer). Vorschüsse auf diese Vergütung dürfen nicht erhoben werden. Die Vergütung
wird erst dann geschuldet, wenn der Au-pair-Vertrag rechtswirksam zustande gekom-
men ist. Bei Au-pairs aus Nicht-EU-/EWR-Staaten (mit Ausnahme der Schweiz) sowie
56 Eine Studie der Dr. Walter GmbH
Au-pairs in Deutschland und weltweit
aus den neuen EU-Mitgliedstaaten Bulgarien, Rumänien und Kroatien ist dies erst dann
der Fall, wenn der erforderliche Aufenthaltstitel bzw. die erforderliche Arbeitserlaubnis-
EU erteilt wurde.
Einreise-, Aufenthalts- und Arbeitsgenehmigungsbestimmungen
 Au-pairs aus Drittstaaten
Au-pairs aus den sogenannten Drittstaaten benötigen einen Aufenthaltstitel (Visum/
Aufenthaltserlaubnis). Der Aufenthaltstitel muss vor der Einreise bei der zuständigen
deutschen Auslandsvertretung (das ist die Botschaft der Bundesrepublik Deutschland
oder ein regional zuständiges Konsulat) in Form eines Visums beantragt werden.
(Angehörige bestimmter Staaten ( z. B. Australien, Israel, Japan, Kanada, Neuseeland, den
Vereinigten Staaten von Amerika) können ohne Visum einreisen. Bitte erkundigen Sie sich
bei der Deutschen Botschaft bzw. dem Deutschen Konsulat.)
Voraussetzung für die Erteilung des Visums ist die vorherige Zustimmung der für den
Wohnort der Gastfamilie zuständigen Ausländerbehörde und der ZAV. Das Visum muss
vor Vollendung des 27. Lebensjahres und sollte – zur Vermeidung von Schwierigkeiten –
so rechtzeitig beantragt werden, dass diese Altersgrenze bis zur Entscheidung der
Ausländerbehörde nicht überschritten wird.
Nach Einreise wird die Aufenthaltserlaubnis auf Antrag von der örtlich zuständigen
Ausländerbehörde erteilt. Sie muss vor Ablauf des Visums bei der zuständigen Auslän-
derbehörde eingeholt werden. Die Au-pair-Beschäftigung darf erst nach der Erteilung
des Aufenthaltstitels (Visum/Aufenthaltserlaubnis), der ausdrücklich die Aufnahme einer
Au-pair-Beschäftigung erlaubt, aufgenommen werden.
Für die Einreise und für die Dauer des vorgesehenen Aufenthalts ist ein gültiger Reise-
pass des Herkunftslandes erforderlich.
 Au-pairs aus den neuen EU-Mitgliedstaaten Bulgarien, Rumänien und Kroatien
Unionsbürger der neuen EU-Mitgliedstaaten benötigen kein Visum und keinen Aufent-
haltstitel. Für die Einreise ist nur ein gültiger Personalausweis erforderlich. Es empfiehlt
sich jedoch (für den Fall eines Verlustes des Personalausweises), auch den Reisepass
mitzunehmen. Nach der Einreise und vor Vollendung des 27. Lebensjahres muss bei
dem zuständigen Arbeitserlaubnis-Team der ZAV eine Arbeitserlaubnis-EU beantragt
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  • 1. Konjunkturumfrage 2014 Entwicklungen und Trends im deutschen Au-pair-Wesen Vorwort Die Au-pair-Landschaft in Deutschland wandelt sich. Veränderung ist eine gute Gelegen- heit, Fragen zu stellen: Wie viele junge Menschen sind eigentlich als Au-pair in Deutsch- land tätig? Wie viele deutsche Jugendliche möchten als Au-pair ins Ausland? Wie finden Au-pair und Gastfamilie zueinander? Gibt es Probleme bei den Au-pair-Aufenthalten? Welche Rolle spielen Vermittlungsagenturen? Was sind die neusten Trends und Entwick- lungen? Zuverlässige Zahlen zum Au-pair-Wesen in Deutschland sind schwer zu ermitteln. Die Bundesagentur für Arbeit verfügt über keine Statistik, da Au-pair-Beschäftigungen nicht sozialversicherungspflichtig sind. Das Auswärtige Amt erhebt zwar Zahlen, allerdings nur zur Einreise von Au-pairs aus visumspflichtigen Ländern. EU-Angehörige benötigen kein Visum und werden daher nicht erfasst.
  • 2. Deshalb erscheint die Konjunkturumfrage„Au-pair in Deutschland und weltweit“ in diesem Jahr bereits zum achten Mal. Sie liefert fundierte Zahlen und Fakten, berichtet über Entwicklungen und Trends und stellt seit Jahren eine der wenigen Quellen für die Beurteilung des Au-pair-Wesens in Deutschland dar. Die Umfrageergebnisse der Kapitel zwei bis vier beruhen auf den Angaben der Au-pair- Agenturen. Im Anschluss finden Sie fünf Autorenbeiträge ausgewiesener Experten der Branche: Nicht nur die Vorsitzenden der Gütegemeinschaft Au pair und der Au-pair Society bereichern die diesjährige Konjunkturumfrage mit einem Beitrag. Auch eine traditionelle Full-Service-Agentur sowie Deutschlands größte Matching-Agentur geben ihre Einschätzung zur Vermittlung und Betreuung von Au-pairs und Gastfamilien ab. Weiterhin kommt mit Dr. Walter, dem Auftraggeber dieser Studie, ein erfahrener Au-pair-Versicherer zu Wort. Mit diesen Beiträgen wollen wir zukünftigen Au-pairs und Gastfamilien gerecht werden und umfassend über alle Möglichkeiten des vielseitigen Au-pair-Programms informieren. Unser besonderer Dank gilt den 68 Au-pair-Agenturen, die in diesem Jahr an der Um­ frage teilgenommen haben. Wir freuen uns, dass sie sich die Zeit genommen haben, den Katalog von insgesamt 54 Fragen zu beantworten. Wir hoffen, wir konnten interessante Informationen für Sie zusammentragen, wünschen Ihnen eine anregende Lektüre und sind gespannt auf Ihr Feedback an info@au-pair- agenturen.de bzw. auf facebook unter www.facebook.com/aupairagenturen.de. Ihr Team von www.au-pair-agenturen.de Au-pairs in Deutschland und weltweit
  • 3. Au-pairs in Deutschland und weltweitAu-pairs in Deutschland und weltweit Inhalt Vorwort Begriffserklärung 5 1. Die wichtigsten Ergebnisse in Kurzform 7 2. Entwicklungen und Trends im Bereich Au-pair-Incoming 8 2.1 Entwicklung der Vermittlungszahlen 8 2.2 Die beliebtesten Partnerländer deutscher Au-pair-Agenturen 9 2.3 Die am häufigsten genannten Herkunftsländer 10 2.4 Umvermittlung 11 2.5 Männliche Au-pairs in Deutschland 12 2.6 Informationen zur wirtschaftlichen Situation von Incoming-Agenturen 12 3. Entwicklungen und Trends im Bereich Au-pair-Outgoing 13 3.1 Entwicklung der Vermittlungszahlen 13 3.2 Die beliebtesten Partnerländer deutscher Au-pair-Agenturen 13 3.3 Angaben zu Partneragenturen im Ausland 14 3.4 Informationen zur wirtschaftlichen Situation von Outgoing-Agenturen 15 4. Die Bedeutung weiterer Marktteilnehmer 15 4.1 Der Stellenwert der Au-pair-Verbände 15 4.2 Beurteilung der Au-pair-Versicherungsanbieter 16 4.3 Die Bewertung der Serviceseite www.au-pair-agenturen.de 17 5. Gastbeiträge 18 5.1 Gabriele Halasy: Muss es ein EU-Au-pair sein? 18 5.2 Heike Fischer: Wandel und Wachstum: Das Au-pair-Wesen in Deutschland und weltweit 20 5.3 Reinhard Bellinghausen: Haftungsfalle für deutsche Gasteltern – auch Au-pairs aus Europa brauchen eine passende Versicherung 23 5.4 Judith Liehr: Qualitätssicherung im Au-pair-Bereich – Ist das noch nötig und zeitgemäß? 26 5.5 Christoph Hambloch: 10 Jahre Gütesicherung im Au-pair-Wesen 28
  • 4. 4 Eine Studie der Dr. Walter GmbH Au-pairs in Deutschland und weltweit 6. Die Antworten der Au-pair-Agenturen im Detail 31 7. Ergänzende Informationen 43 7.1 Zur Durchführung und Auswertung der Umfrage 43 7.2 Informationen zu den Au-pair-Verbänden 44 7.3 Merkblätter der Bundesagentur für Arbeit 47 7.4 Notrufnummer für Au-pairs 58 7.5 Impressum 60
  • 5. 5Eine Studie der Dr. Walter GmbH Au-pairs in Deutschland und weltweit Begriffsklärung Au-pair Der Begriff„Au-pair“ entstammt dem Französischen und bedeutet„auf Gegenseitigkeit“. Das heißt, dass bei einem Au-pair-Aufenthalt sowohl Au-pair als auch Gastfamilie im gegenseitigen Geben und Nehmen voneinander profitieren. Ein Au-pair hilft bei der Kinderbetreuung und bei der Hausarbeit, lernt im Gegenzug Land und Leute kennen und vertieft seine Sprachkenntnisse. Die Gastfamilie erhält Einblick in eine andere Kultur sowie Unterstützung in täglichen Haushaltsdingen. Welche Rechte und Pflichten Au-pairs besitzen, hängt vom jeweiligen Land ab. Die verschiedenen Länder bieten unterschiedliche Au-pair-Programme. EU-Au-pairs und Nicht-EU-Au-pairs Innerhalb der Europäischen Union wird häufig zwischen EU- und Nicht-EU-Au-pairs unterschieden. Während Nicht-EU-Au-pairs aus einem Land außerhalb der EU kommen und ein Visum sowie eine Arbeitsgenehmigung für die Einreise beantragen müssen, genießen Au-pairs aus der EU (EU-Au-pairs) volle Freizügigkeit innerhalb der Euro­ päischen Union. Incoming-Au-pairs Incoming-Au-pairs sind Au-pairs, die aus dem Ausland kommen, um ihre Au-pair-Zeit in Deutschland zu verbringen. Outgoing-Au-pairs Outgoing-Au-pairs sind Au-pairs aus Deutschland, die ihre Au-pair-Zeit außerhalb von Deutschland verbringen. Echtes Au-pair Verhältnis Bei einem echten Au-pair-Verhältnis sind alle rechtlichen Voraussetzungen erfüllt, d. h. es gibt einen Vertrag, in dem das Au-pair-Verhältnis geregelt ist – z. B. Arbeits- und Freizeit, Dauer der Beschäftigung, Bezahlung etc. Diese Bestimmungen unterscheiden sich in einzelnen Ländern. Für Deutschland finden sich die Bestimmungen im Merkblatt „Au-pair bei deutschen Familien“ der Bundesagentur für Arbeit.
  • 6. 6 Eine Studie der Dr. Walter GmbH Au-pairs in Deutschland und weltweit Unechtes Au-pair Verhältnis Bei einem unechten Au-pair-Verhältnis sind nicht alle rechtlichen Voraussetzungen erfüllt. Es liegt vor, wenn beispielsweise ein ausländischer Gast oder Sprachschüler im Haushalt lebt, der gelegentlich auf die Kinder der Familie aufpasst. Freie Vermittlung Bei der freien Vermittlung finden sich Gasteltern und Au-pair über Beziehungen, ­Bekannte oder andere Wege. Alles wird ohne die Einschaltung einer Au-pair-Agentur eigenständig geregelt. Full-Service-Agentur Full-Service-Agenturen unterstützen und betreuen Au-pair und Gastfamilie rundum während der gesamten Au-pair-Zeit. Von der Vorbereitung des Au-pair-Aufenthaltes bis zu dessen Ende können Au-pair und Gastfamilie auf den Service der Agentur zählen. Matching-Agentur Matching-Agenturen sind hauptsächlich im Internet aktiv. Auf ihren Portalen können sowohl Au-pairs als auch Gastfamilien ihre Profile einstellen, um eine Gastfamilie res­ pektive ein Au-pair zu finden. Im Vergleich zu Full-Service-Agenturen bieten Matching- Agenturen nur einen eingeschränkten Service: Er endet in der Regel mit der erfolg­ reichen Zusammenführung von Au-pair und Gastfamilie und damit noch vor Beginn des Au-pair-Aufenthaltes.
  • 7. 7Eine Studie der Dr. Walter GmbH Au-pairs in Deutschland und weltweit 1. Die wichtigsten Ergebnisse in Kurzform Konjunkturumfrage 2014: Die Konjunkturumfrage beruht auf Umfrageergebnissen und Interviews, die von März bis April des Jahres 2014 erhoben bzw. durchgeführt wurden. Im Folgenden die wich­ tigsten Ergebnisse: Deutschland ist bei Au-pairs beliebt Die Anzahl der Incoming-Au-pairs ist gegenüber dem Vorjahr erneut angestiegen. Auf Grund unserer Zahlen und Recherchen gehen wir für das Jahr 2013 von rund 10.000 Au-pairs in Deutschland aus. 2012 kamen rund 8.500 Au-pair-Verhältnisse zu- stande. Ein Großteil des Zuwachses mag an vielen EU-Au-pairs liegen, die meist den Weg über Online-Portale gehen: Matching-Agenturen berichten von deutlich steigen- dem Interesse und einem positiven Trend bei Vermittlungen. Die Full-Service-Agenturen vermelden dagegen eher gleichbleibende oder leicht rückgängige Vermittlungszahlen. Anzahl der Au-pair-Bewerber übersteigt die der Gastfamilien 10.000 Au-pair-Verhältnisse im vergangenen Jahr untermauern einen deutlichen An- stieg sowohl unter den Au-pair-Bewerbern als auch den Gastfamilien. Die Grenze des Wachstums wird durch die Gastfamilien markiert: Es gibt mehr Au-pair-Bewerber als deutsche Familien, die ein Au-pair aufnehmen möchten. Leicht rückläufig ist die Zahl der Au-pairs, die nicht aus der Europäischen Union kommen. Grund hierfür dürfte die restriktive Visumsvergabe vieler Botschaften und Konsulate sein. Besonders beliebt: Großbritannien, Frankreich, Neuseeland Neben den beiden europäischen Ländern Großbritannien und Frankreich war Neu­ seeland im vergangenen Jahr unter den drei beliebtesten Partnerländern deutscher Au-pair-Agenturen im Bereich Outgoing. Die beliebtesten Partnerländer im Bereich Incoming waren Georgien, die Ukraine und Russland. Marktanteil von Matching-Agenturen steigt, Full-Service-Agenturen stagnieren Matching-Agenturen berichten von stark steigenden Zahlen. Die Anzahl der Vermitt­ lungen vieler Full-Service-Agenturen ist dagegen im letzten Jahr gleich geblieben oder zurückgegangen. Welche Themen bewegen den Markt? Lesen Sie dazu bitte auch die Gastbeiträge in dieser Ausgabe.
  • 8. 8 Eine Studie der Dr. Walter GmbH Au-pairs in Deutschland und weltweit 2. Entwicklungen und Trends im Bereich Au-pair-Incoming 2.1 Entwicklung der Vermittlungszahlen Es gibt einen positiven Trend bei den Vermittlungen: Die Zahl ausländischer Au-pairs in Deutschland ist 2013 angestiegen. Allerdings kamen erneut etwas weniger Au-pairs aus Ländern, die nicht der EU angehören. Nicht-EU-Au-pairs benötigen ein Visum für ihre Einreise nach Deutschland. Nach der Statistik des Auswärtigen Amtes wurden im vergangenen Jahr 4.488 Visa vergeben, etwas weniger als 2012. Die Gründe für diesen Rückgang liegen nicht nur in der Ausdehnung des EU-Raumes, sondern auch in der restriktiven Visums-Vergabe einiger deutscher Botschaften in den Herkunftsländern der Au-pairs. Die ausländischen Au-pair-Bewerber müssen Deutschkenntnisse auf A1-Niveau vorweisen. Oft ist das Schaltergespräch in den Konsulaten ausschlaggebend für die Erteilung des Visums. Vor allem in Russland und Kirgisistan haben Botschaften und Konsulate 2013 deutlich weniger Au-pair-Visa vergeben als im Jahr zuvor. Für Jugendliche aus der Europäischen Union ist Deutschland wieder attraktiv: Aufgrund der hohen Jugendarbeitslosigkeit in Südeuropa interessieren sich viele junge Menschen aus Spanien, Italien und anderen EU-Ländern für einen Au-pair-Aufenthalt. Viele möch- ten gutes Deutsch lernen und im Anschluss an die Au-pair-Zeit hierzulande Arbeit finden. Deutsche Gastfamilien freuen sich über dieses Interesse und entscheiden sich gern für ein Au-pair aus der EU. In den Statistiken tauchen EU-Au-pairs allerdings kaum auf, denn sie organisieren ihren Aufenthalt meist selbst. Selten nehmen sie eine Full- Service-Agentur in Anspruch und finden ihre Gastfamilie stattdessen über eine kosten- günstige Matching-Agentur. Auf Grund unserer Zahlen und Recherchen gehen wir für das Jahr 2013 von etwa 10.000 Au-pairs in Deutschland aus. Das bedeutet einen Anstieg von etwa 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Diese Zahl setzt sich wie folgt zusammen: Aus Ländern außerhalb der EU kamen, wie oben erwähnt, knapp 4.500 Au-pairs. Davon wurden ca. 4.000 von Full-Service-Agenturen vermittelt und geschätzte 500 von Mat- ching-Agenturen. Hinzu kamen etwa 5.500 Au-pairs aus der Europäischen Union. 1.000 wurden durch Full-Service-Agenturen vermittelt, etwa 4.000 wählten den Weg über Matching-Agenturen und ca. 500 weitere Au-pairs kamen über Kontakt in sozialen Netzwerken und persönliche Beziehungen.
  • 9. 9Eine Studie der Dr. Walter GmbH Au-pairs in Deutschland und weltweit Bei Deutschlands größter Matching-Agentur AuPairWorld meldeten sich im vergange- nen Jahr 8.000 Gastfamilien an. Unklar ist, wie viele davon tatsächlich ein Au-pair auf­ genommen haben. Wenn man davon ausgeht, dass jede dritte Gastfamilie fündig geworden ist und weiter berücksichtigt, dass mehrere Internet-Agenturen im Markt aktiv sind, sind die von uns angesetzten 4.000 EU-Au-pairs, die 2013 über Matching- Agenturen nach Deutschland vermittelt wurden, ein eher vorsichtig angesetzter Wert. Die meisten der befragten Agenturen (50 Prozent) haben mehr ausländische Au-pair- Bewerbungen vorliegen als freie Plätze bei deutschen Gastfamilien. Im Vorjahr berichte- ten das nur knapp 40 Prozent der Agenturen. Die Grenze des Wachstums wird durch die Gastfamilien markiert: Ihre Anzahl wächst nicht so stark wie die der Au-pairs. 2.2. Die beliebtesten Partnerländer deutscher Au-pair-Agenturen Full-Service-Agenturen arbeiten bei der Vermittlung in der Regel mit Agenturen im Ausland zusammen. Diese Partner rekrutieren Interessenten in den Herkunftsländern und bereiten sie auf ihre Au-pair-Zeit in Deutschland und mögliche kulturelle Unter- schiede vor. Sie klären die jungen Menschen über Rechte und Pflichten auf und weisen auf Problemfelder und mögliche Lösungswege hin. Im Jahr 2013 waren die beliebtesten Partnerländer deutscher Au-pair-Agenturen im Bereich Incoming Georgien, die Ukraine und Russland. Anders als im Vorjahr liegt ­Russland damit wieder unter den Top-3-Staaten. Deutsche Full-Service-Agenturen arbeiteten auch 2013 mit mehreren Partnerländern zusammen. Die meisten Umfrageteilnehmer kooperieren mit bis zu zehn Partner­ agenturen, fast jede dritte Agentur arbeitete mit mehr als zehn Partnern. 500 Au-pairs über persönliche Kontakte und soziale Netzwerke 4500 Nicht-EU-Au-pairs 5500 EU-Au-pairs 4000 über klassische Agenturen 1000 über klassische Agenturen 500 über Matching-Agenturen 4000 über Matching-Agenturen 2013: 10.000 Au-pairs in Deutschland
  • 10. 10 Eine Studie der Dr. Walter GmbH Au-pairs in Deutschland und weltweit Zum Angebot vieler Full-Service-Agenturen gehört auch die Organisation von Veran­ staltungen, um die Zeit für Au-pairs in Deutschland interessanter zu gestalten. So ver­ anstalten viele Agenturen regelmäßig Au-pair-Treffen und helfen bei der Organisation von Au-pair-Reisen. Über 70 Prozent der Umfrageteilnehmer richten Veranstaltungen aus und organisieren Treffen für ausländische Au-pairs. 2.3 Die am häufigsten genannten Herkunftsländer Für Nicht-EU-Au-pairs gibt die Statistik über erteilte Au-pair-Visa Auskunft. Sie wird vom Auswärtigen Amt herausgegeben und erfasst die Vermittlungszahlen nach Herkunfts- ländern. 2013 kamen erneut weniger Nicht-EU-Au-pairs nach Deutschland. Seit 2005 ist diese Zahl rückläufig. Allerdings kamen im vergangenen Jahr mehr Au-pairs aus bisher wenig genannten Herkunftsländern wie Tansania und Indonesien. Georgien (17,0 %) weitere (17,0 %) Ukraine (15,4 %) Russland (10,1 %) China (9,0 %) Nepal (6,9 %) Kolumbien (4,3 %) Kirgisistan (3,7%) Armenien (2,7 %) Madagaskar (2,7 %) Turkmenistan (1,6 %) Mexiko (1,6 %) Mongolei (1,6 %) Kenia (1,6 %) Schweiz (1,6 %) Spanien (1,6 %) Italien (1,6 %) Ukraine (18,5 %) Weitere (15,1 %) Georgien (13,2 %) Russland (10,5 %) Andere (7,5 %) China (7,1 %) Kolumbien (5,6 %) Nepal (5,3 %) Tansania (3,5 %) Kirgisistan (3,3 %) Mexiko (2,5 %) Brasilien (2,3 %) Weißrussland (2,3 %) Indonesien (3,3 %)
  • 11. 11Eine Studie der Dr. Walter GmbH Au-pairs in Deutschland und weltweit Für die Herkunft von EU-Au-pairs liegen keine zuverlässigen Angaben vor. Anhaltspunkte geben die Zahlen der größten deutschen Matching-Agentur AuPairWorld. Bei ihrer Registrierung auf der Online-Plattform gaben im vergangenen Jahr 46.040 potenzielle Au-pairs an, dass sie neben anderen Ländern auch an einem Aufenthalt in Deutschland interessiert seien. Die wichtigsten Herkunftsländer dort waren wie in den Jahren zuvor Spanien, Italien, Frankreich, USA und Großbritannien. Der Anteil der Nicht-EU-Au-pairs lag bei lediglich 35 Prozent. 2.4 Umvermittlung Hin und wieder kommt es vor, dass sich Au-pair und Gastfamilie nicht verstehen. Unter- schiedliche Erwartungen und Missverständnisse können Konflikte zwischen Familie und Gast verursachen. Anstatt den Au-pair-Aufenthalt abzubrechen, ist eine Umvermittlung in eine andere Familie oft die bessere Alternative. Auch im Jahr 2013 war die Umvermittlungsquote von Au-pairs in Deutschland gering. Als Umvermittlungsquote bezeichnet man das Verhältnis von Umvermittlungen bezo- gen auf die Gesamtzahl der Vermittlungen einer Agentur. Bei zwei Drittel der Befragten lag die Quote bei fünf Prozent oder darunter. Ein Fünftel berichtet von bis zu 15 Prozent Umvermittlungen und begründet die hohe Zahl mit einer Zunahme von„gestrandeten Au-pairs“, die zunächst auf eigene Faust nach Deutschland kommen und dann bei schlechten Erfahrungen Agenturen um Hilfe bitten. Im Durchschnitt ist davon auszuge- hen, dass etwa jedes 20. Au-pair mit Hilfe einer Agentur die Gastfamilie wechselt. Agenturen helfen den von ihnen vermittelten jungen Menschen, wenn es zu Problemen mit der Gastfamilie kommt. Deswegen sollten sich Au-pairs im Konfliktfall zunächst an die Agentur wenden, über die sie nach Deutschland kamen. Sie vermittelt zwischen den Parteien, erklärt kulturelle Unterschiede und ungewohnte Verhaltensweisen und verhin- dert so oft eine Trennung. Auch Au-pairs, die ohne Agenturbetreuung nach Deutschland gekommen sind, können im Konfliktfall versuchen, Unterstützung durch eine Au-pair-Agentur zu erhalten. Zwar sind diese nicht zur Hilfestellung verpflichtet, doch häufig können sie Hinweise und Ratschläge geben, wie man eine neue Gastfamilie findet. Sollte es zu schwerwiegenden akuten Problemen in der Familie kommen, steht auch die Telefonseelsorge (siehe Seite 58) zur Verfügung.
  • 12. 12 Eine Studie der Dr. Walter GmbH Au-pairs in Deutschland und weltweit Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer eines Au-pairs in Deutschland lag nach Auskunft von über 90 Prozent der Agenturen bei zehn bis zwölf Monaten. Im Incoming-Bereich ist „Au-pair“ also weiterhin ein Langzeitprogramm und wird kaum für kurze Überbrückungszeiten genutzt. Für die Familien bedeutet dies eine zuverlässige Betreuungssituation, in der Kinder und Au-pair eine vertrauensvolle Beziehung aufbau- en können. 2.5 Männliche Au-pairs in Deutschland Das Au-pair-Programm ist eindeutig weiblich geprägt. Die meisten Agenturen vermit- teln keine oder nur sehr wenige männliche Au-pair-Bewerber. Auch wenn einzelne Gastfamilien gerne männliche Au-pairs einstellen: Der Anteil der männlichen Bewerber aus dem Ausland war auch 2013 gering. Bei drei Fünftel der Agenturen gab es weniger als drei Prozent männliche Interessenten. Selbst bei diesen geringen Bewerberzahlen fällt es vielen Agenturen schwer, junge Männer zu vermitteln. 2.6 Informationen zur wirtschaftlichen Entwicklung von Incoming-Agenturen Die Anzahl der Incoming-Agenturen hat sich von 2012 auf 2013 kaum verändert, es gab einige wenige Schließungen und Neugründungen. Bei der Hälfte der Agenturen ist die Anzahl der Vermittlungen gleich geblieben, bei einem Viertel ist sie zurückgegangen. Ein Fünftel berichtet allerdings auch von einem deutlichen Anstieg der Zahlen, hier dürfte es sich in erster Linie um die großen Full-Service- und die Matching-Agenturen handeln. Die meisten Agenturen gehen auch in diesem Jahr von keinen großen Gewinnsteige- rungen aus, denn die Vermittlungsgebühren sind bei den meisten in etwa gleich ge­ blieben. Sie lagen bei einem Großteil der Agenturen im vergangenen Jahr zwischen 300 und 500 Euro. Jede fünfte Agentur berechnete für eine Vermittlung weniger als 300 Euro. Die Vermittlungsgebühren haben sich bei den meisten Agenturen kaum gerändert. Ihre wirtschaftliche Entwicklung beurteilen 80 Prozent der Agenturen als gleichbleibend oder eher rückläufig. Ein Fünftel der Befragten sieht die wirtschaftliche Lage eher positiv.
  • 13. 13Eine Studie der Dr. Walter GmbH Au-pairs in Deutschland und weltweit 3. Entwicklungen und Trends im Bereich Au-pair-Outgoing Mit dem Schulabschluss in der Tasche wollen viele junge Leute Erfahrungen im Ausland sammeln. Au-pair-Aufenthalte gehören neben Freiwilligenarbeit und Work-and-Travel zu den beliebtesten Möglichkeiten, andere Länder und Kulturen kennenzulernen. Als Au-pair hat man den Vorteil, in einer Gastfamilie zu leben. Das erleichtert die Eingewöh- nung in der neuen Umgebung, vermittelt soziale Kontakte und fördert damit auch die Sprachkenntnisse. Au-pairs brechen ihren Auslandsaufenthalt selten ab. 2013 lag die von den meisten Full-Service-Agenturen gemeldete Abbruchquote bei fünf Prozent oder darunter. Etwa die Hälfte der deutschen Au-pairs bleibt vier bis neun Monate im Ausland, die andere Hälfte bleibt bis zu einem Jahr. Das Thema Au-pair ist nach wie vor deutlich weiblich dominiert, höchstens jeder 30. Bewerber ist männlich. 3.1 Entwicklung der Vermittlungszahlen Die Hälfte aller Umfrageteilnehmer meldet gleichbleibende Vermittlungszahlen, ein Viertel vermeldet einen Rückgang der Vermittlungen. Gleichzeitig berichten vor allem Matching-Agenturen von steigenden Zahlen: Allein bei der Online-Agentur AuPairWorld registrierten sich im vergangenen Jahr 26.790 deutsche Au-pair-Bewerber, ein Zuwachs von 16 Prozent gegenüber 2012. Wie viele dieser Bewerber tatsächlich ins Ausland gingen, lässt sich nicht sagen, da darüber von der Agentur keine Daten erhoben wur- den. So lässt sich auch für 2013 nicht ermitteln, wie viele Deutsche als Au-pair im ­Ausland waren. 3.2 Die beliebtesten Partnerländer deutscher Au-pair-Agenturen Full-Service-Agenturen arbeiten in der Regel mit ausländischen Au-pair-Agenturen zusammen, die deutsche Au-pairs betreuen und sie bei Problemen unterstützen. Die beliebtesten Partnerländer im Bereich Outgoing waren 2013 Großbritannien, ­Frankreich und Neuseeland.
  • 14. 14 Eine Studie der Dr. Walter GmbH Au-pairs in Deutschland und weltweit Dass die USA nach wie vor zu den Top-Ländern im Bereich Outgoing gehören, kann die Konjunkturumfrage nicht abbilden. Die Vermittlung in die Vereinigten Staaten ist stark reglementiert und wird deshalb nur von wenigen Agenturen in Zusammenarbeit mit US-Partnerorganisationen durchgeführt. Wenn gerade diese Akteure nicht an der Um- frage teilgenommen haben, ergibt sich ein verzerrtes Bild. Offensichtlich sind die Auswirkungen der Wirtschafts- und Finanzkrise in Irland spürbar zurückgegangen: Nachdem die„Grüne Insel“ 2012 von nur sechs Prozent der Agenturen als Hauptzielland genannt wurde, lag es im vergangenen Jahr wieder gleichauf mit Spanien und wurde von über elf Prozent der Umfrageteilnehmer als wichtiges Zielland genannt. 3.3 Angaben zu Partneragenturen im Ausland Partneragenturen im Ausland können die Vermittlung unterstützen, die Abbruchquote senken und die Zufriedenheit der Teilnehmer steigern. Einige Agenturen bieten auch Vorbereitungsseminare im jeweiligen Gastland an. Fast alle befragten Agenturen arbei- ten mit ausländischen Partnern zusammen, über ein Viertel mit mehr als zehn Partnern. Ein zuverlässiges Netz von Partneragenturen im Ausland ist eine wichtige Arbeitsgrund- lage von Full-Service-Agenturen und ein entscheidender Unterschied zu Matching- Agenturen, die auf Partner verzichten. Damit lässt sich die geringe Abbruchquote der Full-Service-Agenturen von null bis fünf Prozent erklären. Für den Bereich der Matching- Agenturen liegen keine Angaben dazu vor. Spanien (11,3 %) Frankreich (13,4 %) Großbritannien (23,9 %) Irland (11,3 %) Australien (9,9 %) Neuseeland (12 %) Schweiz (1,4 %) Italien (2,1 %) Schweden (2,1 %) Kanada (2,1 %) Südafrika (0,7 %) Niederlande (0,7 %) China (0,7 %) USA (7,7 %) Belgien (0,7 %)
  • 15. 15Eine Studie der Dr. Walter GmbH Au-pairs in Deutschland und weltweit 3.4 Informationen zur wirtschaftlichen Situation von Outgoing-Agenturen Die Anzahl der Outgoing-Agenturen hat sich kaum verändert, es gab einige wenige Schließungen und auch Neugründungen. Bei der Beurteilung der wirtschaftlichen Situation geht die Tendenz in zwei Richtungen: Auf der einen Seite stehen die Agen­ turen mit sinkenden oder stagnierenden Zahlen – mehr als zwei Drittel aller Agenturen melden abnehmende oder gleichgebliebene Vermittlungszahlen. Auf der anderen Seite stehen Agenturen mit steigenden Zahlen: Ein Drittel der Agenturen meldet eine ver­ besserte wirtschaftliche Situation. Für die Vermittlung deutscher Au-pairs ins Ausland hat die Bundesagentur für Arbeit eine Gebührenobergrenze von 150 Euro festgesetzt, die für den Aufwand von Vermitt- lung und Betreuung kaum mehr angemessen ist. Die meisten der befragten Agenturen konzentrieren sich auf die Au-pair-Vermittlung. Für einige große Anbieter ist jedoch der Au-pair-Bereich nur ein Teil Ihres Programm­ angebotes. Diese Agenturen vermitteln neben Au-pair-Aufenthalten auch Work-and-­ Travel, High-School-Aufenthalte, Praktika und Freiwilligenarbeit. 4 Die Bedeutung weiterer Marktteilnehmer 4.1 Der Stellenwert der Au-pair-Verbände Die Mitgliedschaft in einem Au-pair-Verband war den an der Umfrage teilnehmenden Agenturen auch im vergangenen Jahr wichtig. Jede dritte Agentur ist Mitglied der Au-pair Society, jede vierte ist Mitglied bei IN VIA oder vij. Unabhängig davon hat sich ein Drittel der Teilnehmer der RAL Gütegemeinschaft Au pair angeschlossen, um die Güte ihrer Vermittlungsarbeit von einer unabhängigen Stelle prüfen zu lassen. Jede fünfte Agentur ist Mitglied des internationalen Au-pair-Verbandes IAPA. Welche Erwartungen knüpfen die Agenturen an die Arbeit eines Verbands? Als wichtigs- tes Kriterium nannte fast jeder dritte Umfrageteilnehmer die Lobbyarbeit. Als bedeut- sam erachtet wurden auch die Verbesserung der Außenwirkung der eigenen Agentur und der Austausch mit Kollegen. Weitere Gründe für eine Mitgliedschaft sind die inter- nationale Vernetzung und Unterstützung bei Problemfällen.
  • 16. 16 Eine Studie der Dr. Walter GmbH Au-pairs in Deutschland und weltweit Die Erwartungen der Agenturen sind 2013 weitgehend erfüllt worden: Nach der Zufrie- denheit mit der Arbeit der Verbände gefragt, fielen die Ergebnisse für die nationalen Au-pair-Verbände durchweg positiv aus. Lediglich bezüglich der Gütegemeinschaft gibt es kritische Stimmen: Seitdem das Bundesfamilienministerium im letzten Jahr seine Förderung eingestellt hat, müssen Au-pair-Agenturen ihre Zertifizierung mit dem RAL-Gütezeichen und den Betrieb der Geschäftsstelle selbst finanzieren. Die gestiege- nen Kosten für die Zertifizierung stoßen auf wenig Gegenliebe und werden bemängelt. 4.2 Beurteilung der Versicherungsanbieter Während der Zeit im Ausland müssen die wichtigsten Risiken des Au-pair-Aufenthaltes abgesichert sein. Spezielle Au-pair-Versicherungen kombinieren alle notwendigen Versicherungsarten und berücksichtigen die besonderen Gegebenheiten eines Au-pair- Aufenthaltes. Au-pair-Versicherungen bestehen in der Regel aus einer Auslandskran­ kenversicherung, einer kombinierten Privat- und Berufshaftpflichtversicherung, einer privaten Unfallversicherung sowie einer Abschiebekostenversicherung. Der Leistungsumfang von Au-pair-Versicherungen unterscheidet sich von Anbieter zu Anbieter. In der Regel sind diese Angebote aber immer besser als reine Reisekrankenver- sicherungen für Urlaubsreisen. Denn diese leisten häufig nicht bei Erkrankungen, die bereits vor Versicherungsbeginn bestanden haben. Die Kostenübernahme für Zahnbe- handlungen und psychische Erkrankungen sind weitere wichtige Leistungsunterschiede. In der Regel gelten die meisten Reisekrankenversicherungen auch nur für Reisen bis zu acht Wochen. Gastfamilien in Deutschland sind für das Au-pair verantwortlich, dazu gehört auch, das Familienmitglied auf Zeit ausreichend zu versichern. Der Gesetzgeber schreibt vor, dass alle Au-pairs eine Kranken- und eine Unfallversicherung benötigen. Die Krankenversicherung muss auch Schwangerschaft und Geburt abdecken. Nicht gesetzlich vorgeschrieben, aber sinnvoll ist eine Privat- und Berufshaftpflicht. Sie schützt Au-pair und Gastfamilie, wenn Dritte zu Schaden kommen und Schadensersatzan­ sprüche erfüllt werden müssen. In Deutschland unterschreiben die Gasteltern oft eine Verpflichtungserklärung. Damit verpflichten sie sich, für alle Kosten aufzukommen, die an das Au-pair gestellt werden. Ohne Au-pair-Versicherung können der Gastfamilie erhebliche, mit­unter existenzgefährdende Zahlungsverpflichtungen entstehen. Au-pair-Agenturen sind dafür verantwortlich, Au-pair und Gastfamilie auf die Notwen- digkeit einer passenden Versicherung hinzuweisen. Im Rahmen der Qualitätssicherung
  • 17. 17Eine Studie der Dr. Walter GmbH Au-pairs in Deutschland und weltweit lassen sich Agenturen mit Gütezeichen den Abschluss einer Versicherung durch das Au-pair oder die Gastfamilie nachweisen. Fast alle befragten Agenturen arbeiten mit dem Auftraggeber dieser Studie, dem Ver­ sicherungsmakler Dr. Walter, zusammen. Ein Drittel der Agenturen empfiehlt ausschließ- lich Produkte von Dr. Walter, die anderen bieten auch Alternativen an. Die meisten Agenturen bezeichnen die Zusammenarbeit mit Dr. Walter als„gut“ oder„sehr gut“. Im Incoming-Bereich liegt die Zufriedenheitsquote (Note eins oder zwei) bei 95 Prozent. Im Outgoing-Bereich bewerten 93 Prozent der Agenturen die Versicherungslösungen für deutsche Au-pairs als„gut“ bis„sehr gut“. Leistungsumfang und Qualität der Versicherungsprodukte haben für die Agenturen eine hohe Bedeutung. Am meisten schätzen sie Produkte, bei denen in der Krankenversiche- rung kein Selbstbehalt besteht. Wichtig ist Au-pair-Agenturen außerdem, dass Versiche- rungsschutz unabhängig vom Au-pair-Status besteht. Sollte es also zur Trennung von Gast und Familie kommen, stehen in der Trennungsphase Gasteltern und Au-pair nicht ohne Absicherung da. Neben den Versicherungsleistungen beurteilten die Agenturen auch den Versicherungs- Anbieter. Für die meisten Umfrageteilnehmer hat eine schnelle und unkomplizierte Bearbeitung höchste Priorität. Weiterhin wurden kulantes Verhalten in Grenzfällen und ein einfacher Online-Abschluss als besonders bedeutsam eingestuft. 4.3 Die Bewertung der Serviceseite www.au-pair-agenturen.de www.au-pair-agenturen.de ist eine Serviceseite für Au-pairs und Gastfamilien und bietet das größte Verzeichnis von Vermittlungsstellen für Au-pairs in Deutschland. So gut wie alle deutschen Agenturen sind mit einem Eintrag gelistet. Weiterhin bietet die Seite eine Vielzahl an Informationen über Voraussetzungen, Rechte und Pflichten, Herkunfts- und Zielländer, Verbände und Organisationen, Bücher, News etc. zum Thema Au-pair. Über einen Newsletter können sich alle am Au-pair-Wesen Interessierten auf dem Laufenden halten. Das Angebot auf www.au-pair-agenturen.de wird von Agenturen sehr geschätzt. Ein Adresseintrag ist über 80 Prozent der befragten Agenturen wichtig oder sehr ­wichtig.
  • 18. 18 Eine Studie der Dr. Walter GmbH Au-pairs in Deutschland und weltweit www.au-pair-agenturen.de ist eine wichtige Informations- und Anlaufstelle, wenn es um das Au-pair-Wesen in Deutschland geht. Das belegen auch die Zugriffszahlen: Mit mehr als 87.000 Besuchen im Jahr 2013 hat die Nutzung der Seite gegenüber dem Vorjahr um 13 Prozent zugenommen. 5. Gastbeiträge 5.1 Gabriele Halasy: Muss es ein EU-Au-pair sein? Warum Gastfamilien über ein Au-pair, das nicht aus der Europäischen Union stammt, nachdenken sollten Wer kennt das nicht im Agenturbetrieb? Ein neuer, Au-pair-unerfahrener Kunde ruft an und möchte ein Au-pair aus einem EU-Land vermittelt bekommen. „Da können dann meine Kinder gleich nebenbei ein wenig Englisch, Französisch, vielleicht auch Spanisch lernen.“ Was bleibt da oft anderes übrig, als die Augenbraue hochzuziehen oder die Stirn zu runzeln? EU-Au-pairs sind rar, aber was rar ist, muss nicht unbedingt besser sein! Die „lieben Kleinen“ haben oft noch Probleme mit der Muttersprache und meist wenig Lust darauf, eine Fremdsprache zu erlernen. Die Mehrzahl der EU-Bewerber macht sich leider nicht die Mühe, Deutschkenntnisse zu erwerben, hat sie doch trotzdem sehr gute Chancen, eine Gastfamilie zu finden. Sie benötigt kein Visum und steht somit schnell zur Ver­ fügung – alles scheint so easy. Doch der erste Eindruck täuscht, denn sehr oft haben sich diese Mädchen und Jungen nicht ausreichend informiert, was es bedeutet, Au-pair zu sein und sind genauso schnell wieder weg, wie sie kamen. Wenige von ihnen nehmen im Heimatland eine Agentur in Anspruch, die sie auf ihre Au-pair-Zeit vorbereitet. Die Kosten kann man sparen und sich stattdessen in Internet-Au-pair-Plattformen eintragen. Die Anreisekosten schlagen ebenso nicht sehr zu Buche. Wen wundert es da, wenn eine Idee genauso schnell wieder verworfen wird, wie sie gefasst wurde? Auf einmal kommt dann doch die Zusage zum Studienplatz oder das Au-pair bemerkt, dass kleine trotzige Kinder ganz schön anstrengend sein können. Eigentlich hatte man zu Hause schon recht wenig Lust, den Geschirrspüler auszuräumen, zu staubsaugen oder auch einmal den Müll zur Tonne zu tragen. Ich habe diese Situation, den kleinen
  • 19. 19Eine Studie der Dr. Walter GmbH Au-pairs in Deutschland und weltweit täglichen„Kampf“ seit Jahren mit meinen drei heranwachsenden Kindern, die teilweise inzwischen schon junge Erwachsene sind. Zu verwöhnt? Ja – mag sein. Ich weiß jeden- falls nicht, ob ich sie als Au-pair empfehlen würde… Die Abbrecherquote bei EU-Au-pairs ist leider recht hoch. Die Familien stehen dann fast von einem Tag auf den anderen ohne Kinderbetreuung da (die üblichen zwei Wochen Kündigungsfrist sind recht kurz). Nach meiner Erfahrung ist die volle Auf­ enthaltsdauer von zwölf Monaten ohnehin eher die Ausnahme und oft werden schon zu Beginn nur fünf bis sechs Monate anvisiert. Für die Kinder der Gastfamilie bedeutet dies einen ständigen Wechsel der Betreuungsperson. Sie haben Schwierigkeiten, sich immer wieder auf eine neue Person einzustellen und soziale Bindungen auf­­ zubauen. Anders sieht es dagegen bei Au-pairs aus visumspflichtigen Ländern aus: Sie haben einen erheblichen Aufwand, um nach Deutschland zu kommen. Meist nehmen sie Agenturen im Heimatland in Anspruch, die natürlich für ihre Hilfe bezahlt werden müssen. Dort bekommen sie Informationen über kulturelle Unterschiede, werden über ihre Rechte und Pflichten aufgeklärt, müssen Nachweise über Sprachkenntnisse und ein Gesundheitsattest vorlegen. Manche Agenturen veranstalten sogar kleine Seminare (in China zum Beispiel) und verlangen ein polizeiliches Führungszeugnis. Die deutsche Sprache zu erlernen, all diese Dokumente zu besorgen und die oft recht aufwendige Reise nach Deutschland kostet sehr viel Zeit und Geld. Besonders, wenn man es im Verhältnis zum jeweiligen durchschnittlichen Monatsverdienst sieht. Der Wunsch nach Deutschland zu kommen, ist somit recht groß. Das Bemühen, die Gast­ familien zufrieden zu stellen, einen Draht zu den Kindern zu finden, sich in die oft sehr fremde Kultur zu integrieren, dementsprechend auch. Diese hohe Motivation und die Investitionen an Zeit und Geld verhindern ein vorschnel- les Abbrechen des Auslandsaufenthaltes bei geringfügigen Problemen. Mit Hilfe der betreuenden deutschen Agentur können diese meist schnell gelöst werden. Sicherlich hört sich das alles sehr pauschalisiert an und es mag Ausnahmen geben, sowohl bei den EU-Au-pairs als auch bei Bewerbern aus visumspflichtigen Ländern. Das hier Geschilderte spiegelt meine persönlichen Erfahrungen in meiner Agentur wider. Ich rate nicht grundsätzlich von EU-Au-pairs ab, sondern möchte auf mögliche Probleme hinweisen.
  • 20. 20 Eine Studie der Dr. Walter GmbH Au-pairs in Deutschland und weltweit Wenn es nach reiflicher Überlegung doch eine EU-Kandidatin sein soll, dann sollten Gasteltern dafür eine erfahrene Agentur beauftragen: Eine solche Agentur hat im Laufe der Jahre viel Menschenkenntnis erworben, klärt das Au-pair ausführlich auf und ver- sucht mit geschickten Fragen während mehrerer Interviews herauszufinden, ob die Bewerberin oder der Bewerber geeignet erscheint. Gute Agenturen haben zuverlässige Partner im Ausland, die diese Aufgabe oft auch für sie übernehmen. Aber warum nicht einmal von einem Au-pair Interessantes über die Kultur und die ­Schönheit des Landes Nepal erfahren? Oder sich ab und zu chinesisch bekochen lassen? Fotos gezeigt bekommen von der schönen ukrainischen Heimatstadt? Es gibt so vieles aus fernen, außereuropäischen Ländern, das uns und unsere Kinder enorm bereichern kann! Gabriele Halasy ist Inhaberin der Agentur AUPAIR2000. Namentlich gekennzeichnete Beiträge werden von den Autoren selbst verantwortet und geben nicht die Meinung der Redaktion wieder. 5.2 Heike Fischer: Wandel und Wachstum: Das Au-pair-Wesen in Deutschland und weltweit Die vielen Vorteile eines Au-pair-Aufenthaltes für Gastfamilien und Au-pairs sind hinlänglich bekannt: Familien mit Kindern erhalten flexible Kinderbetreuung und haben darüber hinaus die Möglichkeit zum kulturellen Austausch. Junge Menschen, die als Au-pair ins Ausland gehen, haben die Gelegenheit, ihre Sprachkenntnisse und ihre inter- kulturelle Kompetenz zu verbessern und können so die Weichen für ihre berufliche Zukunft stellen – Faktoren, die in einer globalisierten Welt weiter an Bedeutung gewin- nen werden. Dennoch berichten viele traditionelle Agenturen von einer rückläufigen Anzahl an Au-pair-Aufenthalten. Doch wenn wir unseren Blickwinkel erweitern und auch internet- basierte Agenturen (häufig auch als„Matching-Agenturen“ bezeichnet) mit in unsere Betrachtungen einbeziehen, entsteht ein komplett anderes Bild: Nicht das Au-pair- Modell wird unattraktiver, sondern die Mehrzahl der Au-pair-Aufenthalte kommt heute nicht mehr über die traditionellen Vermittlungsagenturen zustande. Das Au-pair-Wesen erfreut sich weltweit wachsender Beliebtheit und das auch in Ländern, in denen das Thema vor wenigen Jahren noch weitgehend unbekannt war, wie z. B. in Spanien und Australien.
  • 21. 21Eine Studie der Dr. Walter GmbH Au-pairs in Deutschland und weltweit Dies wird deutlich anhand der Entwicklung von AuPairWorld, der weltweit führenden Au-pair-Agentur im Internet. Seit 1999, dem Gründungsjahr, haben sich ca. zwei Millio- nen Au-pairs und Gastfamilien registriert; das Unternehmen verzeichnete in den letzten Jahren kontinuierlich zweistellige Wachstumsraten. 2013 registrierten sich bei AuPairWorld weltweit mehr als 375.000 neue Nutzer: 299.680 Au-pairs (ein Plus von 45 Prozent gegenüber dem Vorjahr) und 75.600 Gastfamilien (ein Plus von 33 Prozent gegenüber dem Vorjahr).1 Wachstum in Deutschland Erfreulicherweise lässt sich dieser Trend auch für Deutschland, den Heimatmarkt von AuPairWorld, beobachten. Die Registrierungen deutscher Gastfamilien stiegen in den letzten drei Jahren um 36 Prozent auf 8.000 in 2013, ein Zuwachs von mehr als 21 Pro- zent zum Vorjahr. Bei den deutschen Au-pairs lässt sich eine ähnliche Entwicklung beob- achten: hier stiegen die Registrierungen bei AuPairWorld in den letzten drei Jahren um mehr als 30 Prozent auf 26.790 in 2013, was einem Zuwachs von mehr als 16 Prozent zum Vorjahr entspricht. Darüber hinaus bleibt Deutschland ein beliebtes Gastland bei den Au-pairs. Mehr als 46.000 Au-pairs gaben Deutschland als eines von fünf möglichen Wunschländern an. Damit ist Deutschland bei AuPairWorld unter den Top 10 der von Au-pairs ausgewählten Gastländer. Die wichtigsten Herkunftsländer der Au-pairs, die nach Deutschland kom- men möchten, sind Spanien, Italien, Frankreich und Großbritannen sowie die USA. Ein grundlegender Wandel Es wäre wünschenswert, dass die Branche erkennt und akzeptiert, dass sich mittlerweile ein grundlegender Wandel vollzogen hat, wie Au-pair-Aufenthalte zustande kommen. Aus den regelmäßigen Marktbeobachtungen und -analysen von AuPairWorld ergibt sich, dass mittlerweile vermutlich 60 Prozent aller Au-pair-Aufenthalte weltweit über das Internet zustande kommen. Ursache für diesen Wandel sind nicht nur die geringeren Kosten, sondern auch, dass die Au-pairs und Gastfamilien die Option wählen, die ihren Bedürfnissen am besten entspricht. Die Kunden haben die langjährige Erfahrung ge- macht, dass sie bei AuPairWorld genau das bekommen, was sie suchen. Das spiegelt 1 Alle genannten Zahlen beziehen sich auf akzeptierte Registrierungen. Ca. 20 Prozent der Registrierungen von Au-Pairs und 8 Prozent der Registrierungen von Gastfamilien können von AuPairWorld nicht akzeptiert werden, da sie dem Grundgedanken Au-Pair und den Richtlinien nicht entsprechen.
  • 22. 22 Eine Studie der Dr. Walter GmbH Au-pairs in Deutschland und weltweit sich wider in dem kontinuierlichen Wachstum, welches das internetbasierte Modell von AuPairWorld erfährt, sowie in den Ergebnissen einer Nutzerumfrage, laut der 95 Prozent der Nutzer AuPairWorld auch anderen weiterempfehlen würden.2 Darüber hinaus sind 50 Prozent der von AuPairWorld vermittelten Gastfamilien wiederkehrende Kunden. Was genau wollen Au-pairs und Gastfamilien? Es gibt in der Au-pair-Branche die Tendenz, die Aktivitäten von internetbasierten Agen- turen wie AuPairWorld kleinzureden, indem sie als„Matching-Agenturen“ bezeichnet werden. Diese Bezeichnung erweckt den Eindruck, als ginge es bei einer erfolgreichen Au-pair-Agentur im Internet lediglich darum, einen bestimmten Algorithmus anzuwen- den, der Au-pairs und Gastfamilien ihr jeweiliges Gegenstück anzeigt. Zumindest im Fall von AuPairWorld ist dies jedoch nicht zutreffend. Bei AuPairWorld steht ganz klar der Au-pair-Gedanke im Fokus. Daher wird jedes Profil geprüft. Länder- spezifische Informationen und allgemeine Tipps helfen den Au-pairs und Gastfamilien bei der Vorbereitung ihres Au-pair-Aufenthaltes. Zehn Mitarbeiter im Kundensupport beantworten in sechs Sprachen die Fragen von Au-pairs und Gastfamilien. Diese Maß- nahmen ermöglichen den Kunden, ihren Au-pair-Aufenthalt einfach, sicher und direkt in die Tat umzusetzen. Das ist es wohl auch, was Gastfamilien immer wieder zu AuPair- World führt, und warum Au-pairs die Website ihren Freunden weiterempfehlen: AuPairWorld erfüllt ihre Bedürfnisse. Mit einem Marktanteil online von 65 Prozent zeigt sich hierin nicht nur der Erfolg einer einzelnen Firma, sondern der Erfolg des Au-pair-Modells in einer neuen Ära des Infoma- tionsaustausches. Es sollte ebenfalls nicht unerwähnt bleiben, dass langfristiger Erfolg und Wachstum bei einer Dienstleistung immer auf Qualität basiert – ob es sich um eine traditionelle oder eine internetbasierte Au-pair-Agentur handelt. Eine Branche – ein Ziel: die Vorteile des Au-pair-Aufenthaltes weltweit zu verbreiten Kunden haben unterschiedliche Bedürfnisse und es ist offensichtlich, dass ein einziges Modell – ob traditionelle Agentur oder internetbasierte Agentur – nicht alle Bedürfnisse erfüllen kann. Jeder Marktteilnehmer trifft seine eigenen Entscheidungen, wie er seine Kunden am besten zufrieden stellt. Wir bei AuPairWorld sind froh darüber, dass viele der Entscheidungen, die wir treffen, und viele der Services, die wir anbieten, unseren Kun- den genau das geben, was sie brauchen, um die Vorteile eines Au-pair-Aufenthaltes 2 Ergebnis einer Nutzerumfrage aus dem März 2013 unter 2.868 Nutzern von AuPairWorld.
  • 23. 23Eine Studie der Dr. Walter GmbH Au-pairs in Deutschland und weltweit genießen zu können. Wir freuen uns, unabhängig vom Geschäftsmodell und gemein- sam mit unseren Kollegen der traditionellen Agenturen, die herausragenden Vorteile eines Au-pair-Aufenthaltes in Deutschland und der Welt weiter verbreiten zu können. Heike Fischer ist Geschäftsführerin bei AuPairWorld. Namentlich gekennzeichnete Beiträge werden von den Autoren selbst verantwortet und geben nicht die Meinung der Redaktion wieder. 5.3 Reinhard Bellinghausen: Haftungsfalle für deutsche Gasteltern – auch Au-pairs aus Europa brauchen eine passende Versicherung Sie suchen ein Au-pair aus Spanien oder Italien? Kein Problem. Aufgrund der hohen Jugendarbeitslosigkeit in vielen EU-Mitgliedsstaaten zieht es immer mehr Jugendliche nach Deutschland, um dort eine Stelle als Au-pair anzutreten. Im Folgenden einige Punkte, die potenzielle Gastfamilien in Deutschland beachten sollten: Wer ein Au-pair aus der Europäischen Union bei sich aufnimmt, hat es in vielen Dingen leichter: EU-Au-pairs benötigen – anders als Nicht-EU-Au-pairs – kein Visum und keine Arbeitsgenehmigung. Es entfallen viele Anmeldeformalitäten und kulturelle Unterschie- de sind oft geringer. Zu leicht sollten es sich Gasteltern aber nicht machen: Unabhängig davon, ob sie einen schriftlichen Au-pair-Vertrag mit ihrem ausländischen Gast abge- schlossen haben oder nicht: Rechte und Pflichten, die sich aus einem Au-pair-Verhältnis ergeben, müssen auf jeden Fall beachtet werden. Auch wenn Sie einen ausländischen Gast als Sprachschüler oder aus anderen Gründen bei sich aufnehmen, sollten Sie prüfen, ob nicht eine Art von Au-pair-Verhältnis vorliegt (unechtes Au-pair-Verhältnis). Wenn es zu Streitigkeiten oder Auseinandersetzungen kommt, zählen die äußeren Umstände. Wohnt Ihr Gast bei Ihnen und hat er auch schon einmal auf Ihre Kinder aufgepasst, ist schnell ein Au-pair-Verhältnis konstruiert und alle Rechte und Pflichten gelten. Am besten sorgen Sie vor und beachten von Anfang an die rechtlichen Regelungen. Rechte und Pflichten für Au-pairs und Gastfamilien werden in den Merkblättern der Bundesagentur für Arbeit ausführlich beschrieben. Sie finden diese Merkblätter im Anhang dieses Heftes. Ich werde an dieser Stelle nur auf den Punkt der Au-pair-Versiche-
  • 24. 24 Eine Studie der Dr. Walter GmbH Au-pairs in Deutschland und weltweit rung weiter eingehen und Ihnen Gründe dafür nennen, warum Gasteltern auch für Au-pairs aus EU-Ländern dringend eine Au-pair-Versicherung abschließen sollten. Im Merkblatt„Au-pair bei deutschen Familien“ der Bundesagentur für Arbeit heißt es zum Punkt Versicherung: „Für das Au-pair muss in Deutschland eine Versicherung für den Fall der Krankheit, Schwan- gerschaft und Geburt sowie eines Unfalls abgeschlossen werden. Alle Versicherungsbeiträge gehen zu Lasten der Familie.“ Viele Gasteltern gehen bei Au-pairs aus dem europäischen Ausland davon aus, dass diese ihren Versicherungsschutz aus dem Heimatland mitbringen und deswegen kein Handlungsbedarf besteht. Das ist leider oft zu kurz gedacht. Für gesetzlich Versicherte besteht durch ein Sozialversicherungsabkommen zwischen den EU-Ländern ein An- spruch auf Behandlung innerhalb der Europäischen Union. Aber wissen Sie, ob Ihr Au-pair für die gesamte Dauer des Deutschlandaufenthaltes in der Heimat gesetzlich abgesichert ist? Ist das Au-pair selbst versichert oder besteht Schutz über die eigene Familie? Wie sind die gesetzlichen Regelungen im jeweiligen Land für längerfristige Auslandsaufenthalte? Ist eine Abmeldung möglich? Was passiert, wenn Beiträge nicht gezahlt werden? Als Indiz für Versicherungsschutz kann sich die Gastfamilie zu Beginn des Au-pair-Auf- enthaltes die Europäische Krankenversicherungskarte (EHIC) des Au-pairs zeigen lassen. Liegt diese Karte vor, hat zumindest zum Zeitpunkt der Kartenausgabe Versicherungs- schutz bestanden. Eine Garantie, dass für die gesamte Dauer des Aufenthaltes Schutz besteht, ist die Karte allerdings nicht. Ganz sicher, dass für die gesamte Dauer des Au-pair-Aufenthaltes eine Versicherung für den Fall der Krankheit, Schwangerschaft und Geburt sowie eines Unfalls besteht, können Sie als Gasteltern nur sein, wenn Sie Einsicht in den bestehenden Vertrag haben. Und das geht am einfachsten, indem Sie eine Au-pair Versicherung abschließen. Ab 39 Euro pro Monat sind Gastfamilie und Au-pair umfassend abgesichert. (Beispiel AU-PAIR24 von Dr. Walter). Neben der Erfüllung der rechtlichen Verpflichtungen sprechen weitere Gründe für den Abschluss einer Versicherung für EU-Au-pairs:
  • 25. 25Eine Studie der Dr. Walter GmbH Au-pairs in Deutschland und weltweit 1. Rundumschutz Eine Au-pair-Versicherung bietet viel mehr Leistungen als eine reine Krankenversiche- rung. Die Au-pair-Versicherung ist eine Kombination aus verschiedenen Versicherungs- arten und besteht in der Regel aus  Auslandskrankenversicherung inklusive medizinischem Rücktransport  Unfallversicherung  Berufs- und Privathaftpflichtversicherung  Abschiebekostenversicherung 2.  Medizinisch notwendiger Rücktransport gewährleistet Was auf keinen Fall von der gesetzlichen Versicherung übernommen wird, ist ein Rück- transport in die Heimat. Doch ist eine Rückkehr nach Hause in die eigene Familie für alle Beteiligten wichtig, wenn das Au-pair schwer erkranken sollte. 3.  Schutz auf Urlaubsreisen Eine Au-pair-Versicherung gilt weltweit, auch wenn Sie mit Ihrem Au-pair ins Ausland fahren. 4.  Berufs- und Privathaftpflichtrisiko abgesichert Junge Menschen aus dem Ausland besitzen oft keine eigene Haftpflichtversicherung. Sollte Ihr Gast Dritten gegenüber einen Schaden verursachen, können Regressforderun- gen auf Sie zukommen. In manchen Familienhaftpflichtversicherungen sind Hausangestellte und Au-pairs mitversichert. Das vorgenannte Risiko gegenüber Dritten könnte also auf diese Weise abgedeckt sein. Allerdings sehen diese Verträge keine Leistungen vor, wenn das Au-pair einen Schaden dem Versicherungsnehmer (Gastfamilie) gegenüber verursacht. Fazit: Als Gasteltern sollten Sie auch für EU-Au-pairs eine Versicherung abschließen. Eine gute Au-pair-Versicherung ist nicht teuer und lässt Sie nachts ruhiger schlafen. Reinhard Bellinghausen ist Geschäftsführer der Dr. Walter GmbH. Namentlich gekennzeichnete Beiträge werden von den Autoren selbst verantwortet und geben nicht die Meinung der Redaktion wieder.
  • 26. 26 Eine Studie der Dr. Walter GmbH Au-pairs in Deutschland und weltweit 5.4 Judith Liehr: Qualitätssicherung im Au-pair-Bereich – Ist das noch nötig und zeitgemäß? Der Deutsche Bundesverband für Au-Pair-Vermittler (APSeV) steht für hohe Qualitätsan- sprüche bei Vermittlungen von Au-pairs sowohl ins Ausland als auch aus dem Ausland nach Deutschland. Sämtliche Mitgliedsagenturen des Verbandes unterscheiden sich von anderen Vermittlungsagenturen dadurch, dass sie sich freiwillig verpflichten, diese Standards einzuhalten. Oberste Priorität haben für alle Beteiligten folgende Punkte:  Schutz der überwiegend sehr jungen Au-pairs; meist junge Frauen, die die erste Auslandserfahrung ihres Lebens machen  Sicherheit für Gastfamilien und Au-pairs durch Aufklärung, Vorbereitung, Prüfung und Begleitung sowie gewissenhafte Rekrutierung Das Au-pair-Programm ist weltweit das älteste, erfolgreichste und beliebteste Kulturaus- tauschprogramm überhaupt und bietet nach wie vor eine ganz besondere und einzigar- tige interkulturelle Lernerfahrung. Junge Menschen haben durch dieses Programm die Möglichkeit, mit geringem finanziellem Aufwand einen authentischen und lebensnahen Aufenthalt im Ausland zu verbringen. Auf der anderen Seite bietet es Gastfamilien flexible Hilfe bei der Kinderbetreuung und eröffnet gleichzeitig deren Kindern frühzeitig Einblicke in andere Kulturen und Lebensweisen. Warum Qualitätsstandards wichtig sind Man kann heute sehr schnell und unkompliziert bei einer der zahlreichen Selbstvermitt- lungsplattformen ein eigenes Profil erstellen, unabhängig davon, ob man Au-pair oder Gastfamilie ist. Warum also ein aufwändigeres und kostenintensiveres Bewerbungsver- fahren bei einer professionellen Vermittlungsagentur starten? Ganz einfach: Ebenso wie man selbst kann auch die andere Seite ein Profil erstellen, ohne dass dies tatsächlich der Realität entspricht. Eine Prüfung oder Kontrolle durch Dritte existiert nicht. An dieser Stelle sollte sich jeder fragen, ob man tatsächlich das Risiko eingehen möchte, die eigenen Kinder von einer Person betreuen zu lassen, bei der keinerlei„Background- Check“ stattgefunden hat. Möchte man sich als Au-pair darauf einlassen, bei einer unbekannten Gastfamilie im Ausland zu leben, mit der vorherige Absprachen hinsicht- lich des Au-pair-Verhältnisses unverbindlich und ohne Rückhalt durch einen Dritten getroffen wurden?
  • 27. 27Eine Studie der Dr. Walter GmbH Au-pairs in Deutschland und weltweit Ein Blick in die Zukunft des Au-pair-Programms Es bestand und besteht bei allen Beteiligten im Bereich Au-pair, seien es politische Entscheidungsträger oder entsprechende Verbände und Organisationen, Einigkeit darüber, dass verantwortungsbewusste Vermittlung und Betreuung oberste Priorität haben müssen. Nur so ist gewährleistet, dass junge Menschen durch dieses Austausch- programm positive und bereichernde Erfahrungen sammeln können. Es ist allerdings bis heute nicht gelungen, das Au-pair-Programm, ähnlich wie andere Jugendaustausch- programme, unter einen besonderen Schutz zu stellen – und zwar nicht nur in Deutsch- land, sondern europaweit (bislang einzige Ausnahme: die Niederlande). Dies hat zur Folge, dass vor allem in Europa immer mehr Au-pairs und Gastfamilien den vermeintlich schnelleren und kostengünstigeren Weg über ein Selbstvermittlungsportal wählen. Als Folge ist festzustellen, dass zunehmend auch professionelle, qualifizierte Agenturen, die viele Jahre mit großem Engagement Au-pairs ins Ausland oder aus dem Ausland nach Deutschland vermittelt haben, aufgeben. Der Bundesverband beobachtet diese Entwicklung mit großer Sorge, denn wer wird am Ende beispielsweise all den Au-pairs, die auf diesem Wege im Ausland gelandet sind und deren Selbstvermittlung dann eben doch nicht funktioniert hat, zur Verfügung stehen? Stellen wir doch nach wie vor fest, dass über 90 Prozent aller„Hilferufe“ die uns über unsere Notfallhotline erreichen, von solchen Au-pairs kommen. Vertreter der nationalen Verbände anderer Staaten Europas, mit denen über ECAPS (European Committee of Au Pair Standards) zu diesem Thema ein reger Austausch besteht, berichten von ähnlichen Zuständen in Ländern wie Italien, Spanien, Frankreich, England und Irland. Der Bundesverband wird sich daher auch in Zukunft aktiv dafür einsetzen, dass das Au-Pair-Programm in Deutschland unter besonderen Schutz gestellt wird und den Status als Jugendaustauschprogramm erhält. Judith Liehr ist Vorsitzende der Au-pair Society e. V. Namentlich gekennzeichnete Beiträge werden von den Autoren selbst verantwortet und geben nicht die Meinung der Redaktion wieder.
  • 28. 28 Eine Studie der Dr. Walter GmbH Au-pairs in Deutschland und weltweit 5.5 Christoph Hambloch: 10 Jahre Gütesicherung im Au-pair-Wesen Das RAL-Gütezeichen dokumentiert, dass eine Au-pair-Agentur oder -Organisation bei der Vermittlung von Au-pairs, bei der Vor- und Nachbereitung sowie in der Zusammen- arbeit mit Entsende- und Empfangsorganisationen und Gastfamilien anerkannte Quali- tätsstandards einhält. So trägt das RAL-Gütezeichen zu einer sicheren internationalen Mobilität junger Menschen bei. Im November 2004 verständigten sich unter der Begleitung vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) 110 Au-pair-Agenturen auf Standards für die Gütesicherung im Au-pair-Wesen und gründeten sodann die Gütegemeinschaft Au pair e. V. Unter deren Dach werden seit 2005 Au-pair-Vermittlungen neutral auf Ein­ haltung von Prüfkriterien für die Vorbereitung, Vermittlung und Betreuung von Au-pairs kontrolliert. Heute sind 38 Agenturen, die Au-pairs an Familien in Deutschland vermit- teln, mit dem RAL-Gütezeichen„Au-pair Incoming“ und 17 Agenturen, die Au-pairs aus Deutschland ins Ausland vermitteln, mit dem RAL-Gütezeichen„Au-pair Outgoing“ zer­ tifiziert. Das Jahr 2013 war für die Gütegemeinschaft ein Jahr des Umbruchs. Bis dahin wurde im Rahmen einer Projektförderung insbesondere eine Geschäftsstelle bei IJAB Fachstelle für Internationale Jugendarbeit vom BMFSFJ gefördert. Bis 2012 hat die Politik im Sinne der Qualitätssicherung, die sie aufgrund eines Parlamentsbeschusses auf den Weg bringen musste, sogar für ein kostenloses Prüfwesen gesorgt. Nachdem 2011 der Pro- zess der Entwicklung des RAL-Gütezeichens„Au-pair Outgoing“ abgeschlossen wurde, musste die Gütegemeinschaft nach und nach auf eigene Beine gestellt werden. Dieser Prozess wurde Ende 2013 vollständig abgeschlossen. Heute finanzieren die Mitglieder der Gütegemeinschaft Au pair e. V. ihre eigene Geschäftsstelle, die in den Räumen des Calypso-Verlag untergebracht ist, und kommen auch für die Prüfkosten auf. Den richtigen Zeitpunkt für den Übergang in die Selbstständigkeit zu finden war schwierig. Die ersten Jahre der Gütegemeinschaft Au pair e. V. folgten auf eine Boomzeit des Au-pair-Wesens mit ständig neuen Agenturen und guten Erlösen. In den vergange- nen Jahren gingen die Vermittlungszahlen jedoch immer weiter zurück. Einen ersten Einbruch gab es mit der EU-Osterweiterung 2004. Plötzlich schien der Zustrom von Au-pairs aus Polen, aus dem Baltikum oder aus Südosteuropa zu versiegen. Aber auch aus Drittländern gab es immer weniger Kandidatinnen und Kandidaten. Wurden 2005
  • 29. 29Eine Studie der Dr. Walter GmbH Au-pairs in Deutschland und weltweit noch fast 7.000 Visa an Au-pairs ausgegeben, waren es 2013 nur noch rund 4.500. Besonders in Mittel- und Osteuropa hat Deutschland im zurückliegenden Jahrzehnt massiv an Attraktivität für Au-pairs verloren. Au-pair Aufenthalte in Deutschland attraktiver zu gestalten, war von Anfang an ein Anlie- gen der Gütegemeinschaft Au pair. Mit der Erhöhung vom Taschengeld und Zuschüssen zu den Sprachschulkosten ist es aber wohl noch nicht getan. Auch Vereinfachungen im Visaverfahren sind nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Die Anhebung der Altersgrenze führt keine jungen Menschen in hiesige Familien. Die Gütegemeinschaft hat zusammen mit dem BMFSFJ über weitere Möglichkeiten der Attraktivitätssteigerung nachgedacht. Das Thema wurde sogar im Koalitionsvertrag der Vorgängerregierung aufgegriffen. Nach der Entlassung der Gütegemeinschaft in die Selbstständigkeit gibt es zunächst keine weiteren Projekte mit dem BMFSFJ, die das Au-pair-Wesen unterstützen und fördern würden. Die meisten Au-pair-Vermittlungen sehen den Vorteil der Gütegemeinschaft – abgese- hen vom Benefit für Gastfamilien und Au-pairs – für sich inzwischen in der wirtschaft­ lichen Bedeutung für ihre Unternehmung. Das RAL-Gütezeichen ist das einzig anerkannte Sicherungssystem für Au-pairs und Gastfamilien. Es signalisiert besondere Qualitäts- und Kundenorientierung und macht nach außen hin deutlich, dass seinen Trägern die gesetzlichen Mindeststandards nicht genügen. Die‚Werbemarke’ist ein Alleinstellungsmerkmal. Aufgrund der Abgrenzung durch das RAL Gütezeichen gewinnen Agenturen und Organisationen einen Wettbe- werbsvorteil auch bei sinkenden Vermittlungszahlen. Das Gütezeichen ist zudem lauter im Wettbewerb, da die Einhaltung seiner Versprechen neutral und regelmäßig von unabhängigen Dritten überprüft wird. Die meisten Gütezeichenträger sind heute davon überzeugt, dass das Gütezeichen einen wesentlichen Anteil an ihrem wirtschaftlichen Erfolg hat. So wundert es nicht, dass im ersten Jahr der Finanzierung des Vereins über Mitgliedsbeiträge alle bei der Stange geblieben sind. Sicherlich half dabei auch, dass die Möglichkeit geschaffen wurde, die Prüfkosten für langjährige Zeichenträger deutlich zu reduzieren und den Mitgliedsbeitrag entsprechend der finanziellen Möglichkeiten der Mitglieder zu staffeln.
  • 30. 30 Eine Studie der Dr. Walter GmbH Au-pairs in Deutschland und weltweit Darüber hinaus bietet die Gütegemeinschaft noch weitere Vorteile:  Sie hat direkte Ansprechpartner in den zuständigen Bundesressorts – BMFSFJ, Minis- terium für Arbeit und Soziales, Innenministerium und Auswärtiges Amt. Sie alle waren am Prozess der Qualitätsentwicklung beteiligt.  Sie bekommt ideelle Unterstützung auf politischer und behördlicher Ebene, beispiels- weise durch Hinweise in den Merkblättern der Agentur für Arbeit oder bei den Bot- schaften.  Sie ist bei Fragen zum Au-pair-Wesen Ansprechpartner für Behörden. So leitet die ZAV sämtliche Anfragen zum Thema Au-pair an die Geschäftsstelle der Gütegemeinschaft weiter.  Vertreter der gesamten Au-pair-Landschaft (konfessionelle und private Vermittler, Au-pair-Verbände, Versicherer) sind in der Gütegemeinschaft Au pair vertreten, womit die Gütegemeinschaft im Feld der Qualitätssicherung und darüber hinaus die Interes- sen aller bündelt und vertritt. In diesem Zusammenhang wichtige Fragestellungen waren 2013 die Motivationsschreiben von Au-pairs, die Aufenthaltsverordnung mit Visaverfahren, der ZAV-Mustervertrag oder der Zuschuss zum Sprachkurs. Christoph Hambloch ist Vorsitzender der Gütegemeinschaft Au pair e. V. Namentlich gekennzeichnete Beiträge werden von den Autoren selbst verantwortet und geben nicht die Meinung der Redaktion wieder.
  • 31. 31Eine Studie der Dr. Walter GmbH Au-pairs in Deutschland und weltweit 6 Die Antworten der Au-pair-Agenturen im Detail A. Incoming Wie hat sich die Anzahl Ihrer Vermittlungen im Vorjahr entwickelt? 18,6 %  deutlich gestiegen 54,3 %  gleich geblieben 27,1 %  deutlich gesunken Wie war das Verhältnis der Anfragen von deutschen Gastfamilien zu denen ausländi- scher Au-pairs? 14,3 %  mehr Gastfamilien als Au-pairs 35,7 %  ausgeglichen 50,0 %  mehr Au-pairs als Gastfamilien Wie hoch war Ihre Vermittlungsgebühr 2013? 19,6 %  unter 300 € 66,1 %  301–500 € 14,3 %  501–700 € 0,0 %  701–900 € 0,0 %  Über 900 € Wie hat sich Ihre Vermittlungsgebühr im Vorjahr entwickelt? 3,5 %  deutlich gestiegen 93,0 %  gleich geblieben 3,5 %  deutlich gesunken
  • 32. 32 Eine Studie der Dr. Walter GmbH Au-pairs in Deutschland und weltweit Wie schätzen Sie die allgemeine wirtschaftliche Entwicklung Ihrer Au-pair-Agentur ein? 21,0 %  eher positiv 38,6 %  gleichbleibend 40,4 %  eher rückläufig Mit wie vielen ausländischen Partneragenturen arbeiten Sie zusammen? 0,0 %  0 62,3 %  1–10 37,7 %  mehr als 10 Woher kamen die meisten ausländischen Au-pairs, die Sie 2013 vermittelt haben? (Top 5-Länder) weitere (17,0 %) Georgien (17,0 %) Ukraine (15,4 %) Russland (10,1 %) China (9,0 %) Nepal (6,9 %) Kolumbien (4,3 %) Kirgisistan (3,7 %) Armenien (2,7 %) Madagaskar (2,7 %) Turkmenistan (1,6 %) Mexiko (1,6 %) Mongolei (1,6 %) Kenia (1,6 %) Schweiz (1,6 %) Spanien (1,6 %) Italien (1,6 %)
  • 33. 33Eine Studie der Dr. Walter GmbH Au-pairs in Deutschland und weltweit Wie hoch ist der Anteil der Au-pairs, die eine EU-Staatsbürgerschaft haben? 91,3 %  0 – 25 % 1,7 %  26 – 50 % 0,0 %  51 – 75 % 6,9 %  76 – 100 % Wie lange blieben die Au-pairs in der Regel? 0,0 %  1 – 3 Monate 8,6 %  4 – 9 Monate 91,4 %  10 –12 Monate Wie hoch war der Anteil der Au-pairs, die zum Zeitpunkt der Vermittlung bereits in Deutschland waren (umvermittelte Au-pairs)? 65,5 %  0 – 5 % 21,8 %  6 –15 % 12,7 %  über 15 % Wie hoch war der Anteil der Au-pairs, die Sie aufgrund des Bewerbungsbogens auf au-pair-agenturen.de vermittelt haben? 83,0 %  0 – 5 % 7,5 %  6 – 15 % 9,4 %  über 15 % Wie hoch war der Anteil der Au-pairs, die Sie über Ihr eigenes Online-Portal vermittelt haben (Direktvermittlung)? 29,6 %  0 – 25 % 22,2 %  26 – 50 % 48,1 %  51 – 100 %
  • 34. 34 Eine Studie der Dr. Walter GmbH Au-pairs in Deutschland und weltweit Wie hoch war der Anteil männlicher Au-pair-Bewerber? 61,4 %  kleiner als 3 % 17,5 %  3 – 5 % 19,3 %  6 – 10 % 1,8 %  größer als 10 % Organisieren Sie für Ihre Au-pairs Veranstaltungen (Au-pair-Treffen, Au-pair-Reisen)? 71,9 %  ja 28,1 %  nein B. Outgoing Wie hat sich die Anzahl Ihrer Vermittlungen im Vorjahr entwickelt? 21,4 %  deutlich gestiegen 50,0 %  gleich geblieben 28,6 %  deutlich gesunken Wie war das Verhältnis der Anfragen deutscher Au-pair-Bewerber zu Stellenangeboten im Ausland? 17,9 %  mehr Au-Pairs als Stellen 48,7 %  ausgeglichen 33,4 %  mehr Stellen als Au-pairs Wie schätzen Sie die allgemeine wirtschaftliche Entwicklung Ihrer Au-pair-Agentur ein? 28,2 %  eher positiv 35,9 %  gleichbleibend 35,9 %  eher rückläufig
  • 35. 35Eine Studie der Dr. Walter GmbH Au-pairs in Deutschland und weltweit Mit wie vielen Partneragenturen im Ausland arbeiten Sie zusammen? 0,0 %  0 71,1 %  1–10 28,9 %  mehr als 10 Für welche Länder interessierten sich die meisten deutschen Au-pair-Bewerber im Jahr 2013 (Top 5-Länder)? Spanien (11,3 %) Frankreich (13,4 %) Großbritannien (23,9 %) Irland (11,3 %) Australien (9,9 %) Neuseeland (12 %) Schweiz (1,4 %) Italien (2,1 %) Schweden (2,1 %) Kanada (2,1 %) Südafrika (0,7 %) Niederlande (0,7 %) China (0,7 %) USA (7,7 %) Belgien (0,7 %) Wie lange bleiben die Au-pairs in der Regel? 0,0 %  1 – 3 Monate 52,5 %  4 – 9 Monate 47,5 %  10 –12 Monate Wie viel Prozent der durch Sie vermittelten Au-pairs kamen vorzeitig wieder zurück? 71,8 %  0 – 5 % 20,5 %  6 –10 % 7,7 %  mehr als 10 %
  • 36. 36 Eine Studie der Dr. Walter GmbH Au-pairs in Deutschland und weltweit Wie hoch war der Anteil männlicher deutscher Au-pair-Bewerber? 77,5 %  kleiner als 3 % 17,5 %  3 – 5 % 5,0 %  6 – 10 % 0,0 %  größer als 10 % Bieten Sie andere Programme an? 66,7 %  nein 5,1 %  High School 12,8 %  Work and Travel 0,0 %  Praktika 15,4 %  andere Nur für Anbieter anderer Programme: Wie hoch ist der Anteil des Au-pair-Geschäftes? 42,9 %  0 – 25 % 35,7 %  26 – 50 % 0,0 %  51 – 75 % 21,4 %  76 – 100 % C. Kooperation mit Versicherern, Verbänden etc. Kooperieren Sie mit dem Au-pair-Versicherungsanbieter Dr. Walter? 38,1 %  ja, ausschließlich 49,2 %  ja, auch 6,3 %  nein, mit einem anderen Anbieter 6,3 %  keine Kooperation
  • 37. 37Eine Studie der Dr. Walter GmbH Au-pairs in Deutschland und weltweit Wenn Sie im Bereich Incoming mit Dr. Walter kooperieren: Wie zufrieden waren Sie mit der Zusammenarbeit im Vorjahr? 65,4 %  sehr zufrieden 28,8 %  zufrieden 5,8 %  unentschieden 0,0 %  unzufrieden 0,0 %  sehr unzufrieden Wenn Sie im Bereich Incoming mit anderen Versicherern kooperieren: Wie zufrieden waren Sie mit der Zusammenarbeit im Vorjahr? 37,1 %  sehr zufrieden 48,6 %  zufrieden 14,3 %  unentschieden 0,0 %  unzufrieden 0,0 %  sehr unzufrieden Wenn Sie im Bereich Outgoing mit Dr. Walter kooperieren: Wie zufrieden waren Sie mit der Zusammenarbeit im Vorjahr? 63,3 %  sehr zufrieden 30,0 %  zufrieden 6,7 %  unentschieden 0,0 %  unzufrieden 0,0 %  sehr unzufrieden Wenn Sie im Bereich Outgoing mit anderen Versicherern kooperieren: Wie zufrieden waren Sie mit der Zusammenarbeit im Vorjahr? 37,5 %  sehr zufrieden 41,7 %  zufrieden 20,8 %  unentschieden 0,0 %  unzufrieden 0,0 %  sehr unzufrieden
  • 38. 38 Eine Studie der Dr. Walter GmbH Au-pairs in Deutschland und weltweit Was ist Ihnen bei einer Au-pair-Versicherung am wichtigsten? 36,8 %  kein Selbstbehalt 14,0 %  Berufshaftpflicht für Au-pair-Tätigkeit 24,6 %  Versicherungsschutz unabhängig von Au-pair-Status 14,0 %  Hin- und Rückreise mitversichert 10,5 %  geringer Beitrag Was ist Ihnen bei einem Au-pair-Versicherungsanbieter am wichtigsten? 18,6 %  einfacher Online-Abschluss 6,8 %  Kopie der ­Versicherungsbestäti­­gung bei Online-Abschluss 0,0 %  hohe Provision 27,1 %  kulantes Verhalten bei Grenzfällen 0,0 %  persönliche Beratung vor Ort 47,5 %  schnelle und unkomplizierte Bearbeitung Sind Sie Mitglied in der Au-pair Society e. V.? 34,4 %  ja 65,6 %  nein Nur für Mitglieder: Wie zufrieden waren Sie mit der Arbeit der Au-pair Society e. V.? 9,1 %  sehr zufrieden 31,8 %  zufrieden 40,9 %  unentschieden 13,6 %  unzufrieden 4,5 %  sehr unzufrieden
  • 39. 39Eine Studie der Dr. Walter GmbH Au-pairs in Deutschland und weltweit Sind Sie IN VIA-Agentur? 13,8 %  ja 86,2 %  nein Nur für Mitglieder: Wie zufrieden waren Sie mit der Arbeit der IN VIA? 57,1 %  sehr zufrieden 28,6 %  zufrieden 14,3 %  unentschieden 0,0 %  unzufrieden 0,0 %  sehr unzufrieden Sind Sie vij-Agentur? 10,3 %  ja 89,7 %  nein Nur für Mitglieder: Wie zufrieden waren Sie mit der Arbeit des vij? 0,0 %  sehr zufrieden 40,0 %  zufrieden 40,0 %  unentschieden 20,0 %  unzufrieden 0,0 %  sehr unzufrieden Sind Sie Mitglied in der Gütegemeinschaft Au pair e. V.? 33,9 %  ja 66,1 %  nein
  • 40. 40 Eine Studie der Dr. Walter GmbH Au-pairs in Deutschland und weltweit Nur für Mitglieder: Wie zufrieden waren Sie mit der Arbeit der Gütegemeinschaft Au pair e. V.? 15,0 %  sehr zufrieden 25,0 %  zufrieden 15,0 %  unentschieden 30,0 %  unzufrieden 15,0 %  sehr unzufrieden Sind Sie Mitglied in der International Au Pair Association (IAPA)? 19,0 %  ja 81,0 %  nein Nur für Mitglieder: Wie zufrieden waren Sie mit der Arbeit der International Au Pair Association (IAPA)? 20,0 %  sehr zufrieden 50,0 %  zufrieden 20,0 %  unentschieden 0,0 %  unzufrieden 10,0 %  sehr unzufrieden Was erwarten Sie in erster Linie von der Mitgliedschaft in einem Verband? 28,6 %  Lobbyarbeit 16,3 %  Verbesserung der Außenwirkung der eigenen Agentur 14,3 %  Austausch mit Kollegen/-innen 16,3 %  Unterstützung bei Problemfällen 14,3 %  Internationale Vernetzung 10,2 %  Verbesserung der eigenen Arbeit
  • 41. 41Eine Studie der Dr. Walter GmbH Au-pairs in Deutschland und weltweit Wie wichtig war Ihnen die Listung Ihrer Agentur auf au-pair-agenturen.de? 46,2 %  sehr wichtig 38,5 %  wichtig 15,4 %  eher unwichtig Wie hilfreich war Ihnen der Service der Zusendung von Gastfamilien-Bewerbungsbögen? Wie hilfreich war Ihnen der Service der Zusendung von Au-pair-Bewerbungsbögen? 15,3 %  sehr hilfreich 33,9 %  hilfreich 50,8 %  weniger hilfreich D. Statistische Angaben Wie viele Vermittlungen/Matchings von deutschen Au-pairs ins Ausland haben Sie durchgeführt/fanden über Sie im Jahr 2013 statt? 78,0 %  0 – 49 10,0 %  50 – 99 8,0 %  100 – 299 4,0 %  über 300 28,1 %  sehr hilfreich 31,6 %  hilfreich 40,3 %  weniger hilfreich
  • 42. 42 Eine Studie der Dr. Walter GmbH Au-pairs in Deutschland und weltweit Wie viele Vermittlungen/Matchings von ausländischen Au-pairs nach Deutschland haben Sie durchgeführt/fanden über Sie im Jahr 2013 statt? 62,1 %  0 – 49 24,2 %  50 – 99 10,3 %  100 – 299 3,4 %  über 300 Wie hoch war Ihr Jahresumsatz im Jahr 2013? 73,2 %  bis 20.000 € 19,6 %  20.000–50.000 € 5,4 %  50.000–100.000 € 1,8 %  über 100.000 € Wie viele Stunden arbeiten Sie wöchentlich für Ihre Agentur? 21,5 %  bis 10 Stunden 38,5 %  11 – 24 Stunden 26,2 %  25 – 40 Stunden 13,8 %  über 40 Stunden Vermitteln Sie im Incoming- oder im Outgoing-Bereich? 38,8 %  nur Incoming 14,9 %  nur Outgoing 46,3 %  Incoming und Outgoing Seit wann besteht Ihre Agentur? 16,9 %  2007 – heute 36,9 %  2002 – 2006 29,3 %  1995 – 2001 16,9 %  länger als 1994
  • 43. 43Eine Studie der Dr. Walter GmbH Au-pairs in Deutschland und weltweit 7. Ergänzende Informationen 7.1 Zur Durchführung und Auswertung der Umfrage Umfang und Inhalt der Umfrage Deutsche Au-pair-Agenturen wurden gebeten, einen Online-Fragebogen mit 54 Fragen zur Entwicklung des Au-pair-Wesens in Deutschland zu beantworten und sollten ihre Einschätzung zur aktuellen Situation des Vermittlungsmarktes abgeben. Auswahl der befragten Agenturen Zum Umfragezeitpunkt (März/April 2014) gibt es etwa 210 aktive Au-pair-Agenturen mit Sitz in Deutschland. Befragt wurden sowohl Full-Service-Agenturen als auch Matching- Agenturen. Von den 210 in der Datenbank von www.au-pair-agenturen.de eingetragen Agenturen haben 184 der Zusendung von E-Mails zugestimmt und wurden per E-Mail zur Konjunk- turumfrage eingeladen. Befragungszeitraum und Rücklaufquote Die Online-Befragung startete am 5. März 2014 und endete am 4. April 2014. Insgesamt beteiligten sich 68 Au-pair-Agenturen an der Umfrage – das entspricht einer Rücklauf­ quote von 37 Prozent. Bezogen auf die Gesamtzahl der Agenturen am deutschen Markt liegt die Teilnehmer-Quote bei 32 Prozent. Damit ist die Umfrage nach den Grundlagen der Statistik für den gesamten deutschen Markt repräsentativ. Zusammensetzung der Teilnehmergruppe Die Gruppe der Umfrageteilnehmer besteht zu 79 Prozent aus privatwirtschaftlichen Au-pair-Agenturen. 21 Prozent der Teilnehmer sind Vertreter kirchlicher bzw. gemein- nütziger Vermittlungsstellen. Die meisten Au-pair-Vermittlungen sind kleine Agenturen. Nur jede vierte Agentur hat 2013 mehr als 50 Vermittlungen von deutschen Au-pairs ins Ausland begleitet. Im Incoming-Bereich vermitteln zwei von drei Agenturen weniger als 50 Au-pairs pro Jahr. Im Bereich der Matching-Agenturen lässt sich die Zahl der tatsächlich zustande gekommenen Au-pair-Verhältnisse nicht nachweisen.
  • 44. 44 Eine Studie der Dr. Walter GmbH Au-pairs in Deutschland und weltweit Die meisten der befragten Agenturen wurden in den Jahren 1995 bis 2006 gegründet. Die Mehrzahl der Agenturen wird in Teilzeit betrieben und ist sowohl in der Incoming- als auch in der Outgoing-Vermittlung tätig. 60 Prozent der Inhaber arbeiten bis zu 24 Stunden pro Woche in der Au-pair-Vermittlung. Damit erwirtschaften drei Viertel Agen- turen einen Umsatz von weniger als 20.000 Euro pro Jahr. Nur einige wenige haben einen Jahresumsatz von mehr als 50.000 Euro. Art der Datenerfassung und Auswertung Die Rückläufer der Umfrage wurden mit Hilfe der Software au-pair pollTicketing 1.0 elek- tronisch und automatisch statistisch geordnet. Die Ergebnisse dieser Statistik bilden die Grundlage der Studie. 7.2 Informationen zu den Au-pair-Verbänden Die Au-pair Society e. V. ist der Bundesverband für Au-pair-Agenturen, Gastfamilien und Au-pairs in Deutschland. Die Au-pair Society e. V. ist ein vom Bundestag akkreditierter, gemeinnütziger Verein, der die Verbesserung und Förderung des Au-pair-Wesens in Deutschland, aber auch innerhalb der EU und in Zusammenarbeit mit Partnern weltweit zum Ziel hat. Kontakt: Die Gütegemeinschaft Au-pair e. V. hat den Zweck, die Güte von Vorbereitung, Vermitt- lung und Betreuung von Au-pair-Aufenthalten zu sichern und Agenturen, deren Güte gesichert ist, mit dem RAL-Gütezeichen Au pair zu kennzeichnen. Derzeit sind 38 Agen- turen zertifiziert und berechtigt, das qualifizierte Gütezeichen Incoming zu tragen. Das Gütezeichen Outgoing besitzen 17 Agenturen. Au-pair Society e. V. Weisshausstraße 7 50939 Köln Tel. 0 18 05 98 30 00 info@apsev.de www.apsev.de
  • 45. 45Eine Studie der Dr. Walter GmbH Au-pairs in Deutschland und weltweit Kontakt: Der Verein für Internationale Jugendarbeit, Bundesverein e. V. (vij) zählt als Fachver- band zu den Mitgliedern im Diakonischen Werk der Evangelischen Kirche in Deutsch- land (EKD). Der vij vermittelt ausländische Au-pairs in deutsche Gastfamilien und deut- sche Au-pairs ins Ausland. Er verfügt über enge Verbindungen zu ausländischen Vermittlungsagenturen, Bildungseinrichtungen, Universitäten, Schulen und pflegt Kontakte zu Botschaften, Behörden und öffentlichen Stellen. Kontakt: Die Au-pair-Bundesarbeitsgemeinschaft IN VIA ist ein Zusammenschluss der katholi- schen Au-pair-Beratungsstellen Deutschlands. Sie vermittelt Au-pair-Aufenthalte inner- halb Europas (Großbritannien, Irland, Frankreich, Spanien, Belgien, Italien etc.) und ist Ansprechpartner für Au-pairs und Gastfamilien. Kontakt: Gütegemeinschaft Aupair e. V. Eisenerzstraße 34 53819 Neunkirchen-Seelscheid Tel. 0 22 47-9 19 49 42 info@guetegemeinschaft-aupair.de www.guetegemeinschaft-aupair.de Verein für Inter­natio­ nale Jugendarbeit Bundesgeschäftsstelle Urbanstraße 44 70182 Stuttgart Tel. 07 11-51 88 58-75 office@vij.de www.vij.de www.au-pair-vij.org IN VIA Katholischer Verband für Mädchen- und Frauensozial­arbeit – Deutschland e. V. Karlstraße 40 79104 Freiburg Tel. 07 61-20 02 06 invia@caritas.de www.aupair-invia.de
  • 46. 46 Eine Studie der Dr. Walter GmbH Au-pairs in Deutschland und weltweit Die International Au Pair Association (IAPA) setzt sich weltweit für die Entwicklung des Au-pair-Wesens ein. Derzeit gehören 170 Agenturen aus 45 Ländern zu ihren Mitglie- dern. Die Mitgliedsagenturen verpflichten sich zur Einhaltung einheitlicher Mindestan- forderungen. Der Verband ermöglicht den Agenturen die Herstellung von Kontakten auf internationaler Ebene. Kontakt: The European Committee for Au pair Standards (ECAPS) hat sich zum Ziel gesetzt, Regeln und Richtlinien für Au-pairs, Gastfamilien und Vermittlungsstellen in Europa festzulegen. Derzeit gehören AEPA (Spanien), APAGO (Österreich), Au-pair Society e. V. (Deutschland), BAPAA (Großbritannien), LAPA (Lettland), NAPO (Niederlande) und UFAAP (Frankreich) zu den Mitgliedern. http://iapa.org/national-associations/ecaps/ International Au Pair Association WYSE Travel Confederation 174 Keizersgracht 1016 DW, Amsterdam The Netherlands Tel. +31 (0) 204 21 28 10 inquiry@iapa.org www.iapa.org
  • 47. 47Eine Studie der Dr. Walter GmbH Au-pairs in Deutschland und weltweit 7.3 Merkblätter der Bundesagentur für Arbeit Au-pair-Beschäftigung − Information für deutsche Gastfamilien 1. Allgemeines Au-pairs sind junge Menschen, die als Gegenleistung für eine begrenzte Mitwirkung an den laufenden familiären Aufgaben (leichte Haushaltsarbeiten, Kinderbetreuung) in Familien aufgenommen werden, um insbesondere ihre Sprachkenntnisse zu vervoll- ständigen und ihre Allgemeinbildung durch eine bessere Kenntnis des Gastlandes zu erweitern. Das vom Europarat 1969 verabschiedete„Europäische Abkommen über die Au-pair- Beschäftigung“ ist von der Bundesrepublik Deutschland nicht bestätigt worden und hat somit hier keinen Rechtscharakter angenommen. Die wesentlichen Kriterien dieses Abkommens sind aber auch in der Bundesrepublik Deutschland als maßgeblich aner- kannt. Diese Kriterien und die bestehenden Gepflogenheiten lassen sich wie folgt kurz zusammenfassen (siehe dazu das Merkblatt„Au-pair bei deutschen Familien“):  Mindestalter bei Beginn der Beschäftigung grundsätzlich 18 Jahre, bei Staatsangehö- rigen der EU-/EWR-Staaten und der Schweiz 17 Jahre; Minderjährige benötigen eine schriftliche Einverständniserklärung der gesetzlichen Vertreter,  Die Altersgrenze bei Au-pairs beträgt 27 Jahre. Diese darf bei Beantragung des Auf- enthaltstitels/Arbeitserlaubnis-EU noch nicht erreicht sein.  Integration in die Gastfamilie,  Mitwirkung insbesondere bei leichten Haushaltsarbeiten und bei der Kinderbetreu- ung einschließlich Babysitting (insgesamt grundsätzlich nicht mehr als 6 Stunden täglich und 30 Stunden wöchentlich),
  • 48. 48 Eine Studie der Dr. Walter GmbH Au-pairs in Deutschland und weltweit  Gewährung von mindestens einem freien Tag pro Woche (der mindestens einmal monatlich auf einen Sonntag fällt) und von mindestens vier freien Abenden pro Woche,  Freistellung für Sprachkurse, Religionsausübung, kulturelle Veranstaltungen und Exkursionen,  finanzielle Beteiligung der Gastfamilie von 50 Euro monatlich für die Teilnahme an Deutschsprachkursen,  bezahlter Erholungsurlaub von 4 Wochen (bei kürzerer Tätigkeit als ein Jahr: 2 Werktage pro vollem Monat),  Versicherung durch die Gastfamilie für den Fall der Krankheit, Schwangerschaft und Geburt sowie eines Unfalls,  Zahlung eines bestimmten Betrages als Taschengeld unabhängig von der Dauer der Hausarbeitszeit (zurzeit 260 Euro monatlich),  Au-pair-Beschäftigte unterliegen nicht der Sozialversicherungspflicht (einschl. Unfall- versicherung). Die Beantragung einer Betriebsnummer ist für die Gastfamilie nicht erforderlich.  angemessene Unterkunft (grundsätzlich eigenes Zimmer in der Familienwohnung) und Verpflegung durch die Gastfamilie,  Abschluss eines schriftlichen Vertrages über die gegenseitigen Rechte und Pflichten. 2. Anwerbung und Vermittlung Die angehende Gastfamilie darf Au-pairs selbst suchen bzw. anwerben. Es wird jedoch empfohlen, eine Au-pair-Vermittlungsagentur in Anspruch zu nehmen. Auch angehende Au-pairs dürfen sich eine Gastfamilie selbst suchen. Auch hier wird empfohlen, eine Au-pair-Vermittlungsagentur in Anspruch zu nehmen. Dies auch vor
  • 49. 49Eine Studie der Dr. Walter GmbH Au-pairs in Deutschland und weltweit dem Hintergrund, dass Au-pair-Vermittler im Allgemeinen sowohl den von ihnen ver- mittelten Au-pairs als auch den Gastfamilien bei Problemen persönlich zur Seite stehen. Die Au-pair-Vermittlung wird in der Bundesrepublik Deutschland von konfessionellen Au-pair-Beratungs- und Vermittlungsorganisationen und von gewerblichen Vermitt- lungsagenturen durchgeführt. Unter dem Dach der „Gütegemeinschaft Au-pair e. V.“ haben sich Au-pair-Vermittlungsagenturen zusammengeschlossen, deren Vermittlungs- tätigkeit laufend kontrolliert wird. Es können auch Vermittler mit Sitz im Ausland in Anspruch genommen werden. 3. Vergütung für die Vermittlung Ein privater Au-pair-Vermittler darf von den Beteiligten für die Vermittlung eine Vergü- tung verlangen oder entgegennehmen. Verlangt er eine Vergütung vom Au-pair, darf diese höchstens 150 Euro betragen (einschließlich der gesetzlichen Umsatzsteuer). Vorschüsse auf diese Vergütung dürfen nicht erhoben werden. Die Vergütung wird erst dann geschuldet, wenn der Au-pair-Vertrag rechtswirksam zustande gekommen ist. Bei Au-pairs aus Nicht-EU-/EWR-Staaten (mit Ausnahme der Schweiz) sowie aus den neuen EU-Mitgliedstaaten Bulgarien, Rumänien und Kroatien ist dies erst dann der Fall, wenn die erforderliche Arbeitsgenehmigung-EU erteilt wurde. Verlangt der Vermittler nur oder zusätzlich von der Gastfamilie eine Vergütung, kann deren Höhe und Fälligkeit etc. frei vereinbart werden. 4. Zustimmungs-/Arbeitsgenehmigungsverfahren 4.1. Zustimmungsverfahren für Staatsangehörige aus Staaten, die nicht der Euro- päischen Union (EU), dem Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) oder der Schweiz angehören (sogenannte Drittstaaten) Au-pairs aus Drittstaaten benötigen für die Einreise und den Aufenthalt einen Aufent- haltstitel, der die Ausübung der Beschäftigung im Bundesgebiet ausdrücklich erlaubt (Visum/Aufenthaltserlaubnis). Das Visum für die Einreise ist bei der zuständigen deutschen Auslandsvertretung im Herkunftsland (Botschaft, Konsulat) zu beantragen. Hiervon sind Angehörige bestimm- ter Staaten ( z. B. Australien, Israel, Japan, Kanada, Neuseeland, den Vereinigten Staaten von Amerika) ausgenommen. Sie können ohne Visum einreisen.
  • 50. 50 Eine Studie der Dr. Walter GmbH Au-pairs in Deutschland und weltweit Die Auslandsvertretung schaltet die Zentrale Auslands- und Fachvermittlung (ZAV) wegen der erforderlichen Zustimmung zum Aufenthaltstitel ein. Das Visum sollte daher möglichst frühzeitig vor der beabsichtigten Arbeitsaufnahme beantragt werden, da die Bearbeitungszeit oftmals einen längeren Zeitraum in Anspruch nimmt. Das Visum berechtigt nach der Einreise unmittelbar zu der im Visum vorgesehenen Beschäftigung. Vor Ablauf des Visums, das in der Regel für drei Monate erteilt wird, muss bei einem längeren Aufenthalt eine Aufenthaltserlaubnis zum Zweck der Beschäftigung (§18AufenthG) beantragt werden. Eine Aufenthaltserlaubnis ist ein Aufenthaltstitel, der grundsätzlich befristet zu den im Aufenthaltsgesetz genannten Zwecken erteilt wird; hier der Beschäftigung. Auch hier ist für die Erteilung des Aufenthaltstitels eine Zustimmung der ZAV erforderlich. In der Regel gilt die bereits erteilte Zustimmung der ZAV zum Visum für die Erteilung der Aufenthaltserlaubnis fort. Zuständig für die Erteilung des Aufenthaltstitels sind die örtlichen Ausländerbehörden, die zugleich auch Ansprechpartner in Fragen zum Aufenthalt und zur Beschäftigungs- aufnahme sind. 4.2. Au-pair aus den neuen EU-Mitgliedstaaten Bulgarien, Rumänien und Kroatien Für Au-pairs, die Unionsbürger der neuen EU-Mitgliedstaaten Bulgarien, Rumänien und Kroatien sind, gelten andere Regelungen. Als freizügigkeitsberechtigte Unionsbürger benötigen sie weder für die Einreise noch für den Aufenthalt in Deutschland ein Visum bzw. eine Aufenthaltserlaubnis. Sie halten sich berechtigt in Deutschland auf, wenn sie sich durch einen Pass oder amtlichen Personalausweis ausweisen. Eine“Bescheinigung über das gemeinschaftliche Aufent- haltsrecht“ stellt die Ausländerbehörde von Amts wegen aus. In der Übergangszeit benötigen Au-pairs aus diesen Staaten für die Aufnahme der Beschäftigung weiterhin eine Arbeitsgenehmigung-EU. […] Für kroatische Staatsange- hörige gelten vorerst zwei Jahre Übergangszeit. Die Arbeitsgenehmigung-EU muss bei Beschäftigungsaufnahme vorliegen. Ansprechpartner ist das für Ihren Wohnort zustän- dige Arbeitserlaubnis-Team der ZAV: www.zav.de Arbeitsmarktzulassung. Informatio- nen für Arbeitgeber
  • 51. 51Eine Studie der Dr. Walter GmbH Au-pairs in Deutschland und weltweit 5. Weitere Hinweise  Die Zustimmung/Arbeitserlaubnis-EU kann nur bis zu einer Geltungsdauer von einem Jahr erteilt werden.  Die Beschäftigung darf grundsätzlich nur in einer Familie erfolgen, in der Deutsch als Muttersprache gesprochen wird und ein erwachsenes Familienmitglied die deutsche Staatsangehörigkeit bzw. die Staatsangehörigkeit eines EU-/EWR-Staates oder der Schweiz hat. Wird in der Familie Deutsch als Familiensprache gesprochen, kann die Zustimmung erteilt werden, wenn der oder die Beschäftigte nicht aus einem Heimat- land der Gasteltern stammt.  Als Familie zählen Ehepaare, unverheiratete Paare, eingetragene gleichgeschlechtli- che Lebenspartner sowie Alleinerziehende. Voraussetzung ist in allen Fällen, dass sie mit mindestens einem Kind unter 18 Jahren im gemeinsamen Haushalt leben.  Soweit sich aus dem Freizügigkeits- oder Niederlassungsrecht der Europäischen Gemeinschaft für das Au-pair oder die in Deutschland lebenden Gasteltern aus EU- Mitgliedstaaten, eines EWR-Staates oder der Schweiz günstigere Regelungen erge- ben, sind diese zu beachten.  Es soll keine Au-pair-Beschäftigung zugelassen werden, wenn zwischen der Gastfami- lie und dem Au-pair ein Verwandtschaftsverhältnis besteht.  Verheiratete Au-pairs können zugelassen werden.  Die gleichzeitige Beschäftigung von zwei Au-pairs kann zugelassen werden, wenn vier oder mehr Kinder unter 18 Jahren im gemeinsamen Haushalt leben.  Das Au-pair-Verhältnis muss mindestens sechs Monate dauern und kann maximal ein Jahr umfassen. Eine erneute Zulassung als Au-pair ist nicht möglich, auch dann nicht, wenn die Höchstdauer von einem Jahr nicht ausgeschöpft wurde. Stand Juli 2013
  • 52. 52 Eine Studie der Dr. Walter GmbH Au-pairs in Deutschland und weltweit Merkblatt„Au-pair“ bei deutschen Familien Aufgaben eines Au-pairs Die täglichen Aufgaben eines Au-pairs sind sehr unterschiedlich. Sie hängen ganz von der Eigenart und dem Lebensstil der Familie ab, die das Au-pair bei sich aufgenommen hat. Zum Alltag eines Au-pairs gehört im Allgemeinen: Leichte Hausarbeiten zu verrichten, also mitzuhelfen, die Wohnung sauber und in Ordnung zu halten, sowie die Wäsche zu waschen und zu bügeln; das Frühstück und einfache Mahlzeiten zuzubereiten; die jüngeren Kinder zu betreuen, das heißt, sie zu beaufsichtigen und auf dem Weg in den Kindergarten oder in die Schule oder zu bestimmten Veranstaltungen zu begleiten, mit ihnen spazieren zu gehen oder zu spielen; das Haus bzw. die Wohnung zu hüten und die Haustiere zu betreuen. Nicht zu den Aufgaben eines Au-pairs gehören die Kranken- und Altenpflege (Betreu- ung pflegebedürftiger Familienangehöriger). Rechte und Pflichten Das„Europäische Abkommen über die Au-pair-Beschäftigung“ enthält Rahmenvor- schriften über die Lebens- und Arbeitsbedingungen, den Sprachunterricht, die soziale Sicherung sowie über die Rechte und Pflichten der Gastfamilie und des Au-pairs. Dieses Abkommen wurde zwar von der Bundesrepublik Deutschland nicht bestätigt, es wird jedoch im Allgemeinen danach verfahren. Dazu kommen, da man das Au-pair-Verhältnis in Deutschland schon seit vielen Jahren kennt, gewisse Gepflogenheiten:  Dauer des Au-pair-Verhältnisses Das Au-pair-Verhältnis muss mindestens 6 Monate dauern und kann maximal ein Jahr umfassen. Eine erneute Beschäftigung als Au-pair ist nicht möglich, auch wenn die Höchstdauer von einem Jahr nicht ausgeschöpft wurde.  Arbeit und Freizeit Die Aufgaben im Haushalt (einschließlich Babysitting) dürfen das Au-pair grundsätzlich nicht mehr als 6 Stunden täglich und 30 Stunden wöchentlich in Anspruch nehmen.
  • 53. 53Eine Studie der Dr. Walter GmbH Au-pairs in Deutschland und weltweit Soll diese Zeitdauer aus besonderem Anlass überschritten werden, so bedarf dies einer vorherigen Absprache. Die Überstunden müssen zeitlich ausgeglichen werden. Von der Familie kann verlangt werden, dass das Au-pair die übertragenen Aufgaben in angemessener Zeit erledigt. Die Erledigung privater Angelegenheiten (z. B. das Sauber- halten und Aufräumen des eigenen Zimmers) zählt nicht als Hausarbeitszeit. Die Einteilung der Hausarbeitszeit richtet sich nach den häuslichen Gewohnheiten und Bedürfnissen der Familie. Eine gewisse Regelmäßigkeit im Tagesablauf kann jedoch erwartet werden. Dem Au-pair steht mindestens ein voller Ruhetag in der Woche zu (nicht notwendigerweise am Wochenende, mindestens ein Sonntag im Monat muss jedoch frei sein). Außerdem sind mindestens 4 freie Abende pro Woche zu gewähren.  Erholungsurlaub Wird ein Au-pair für ein volles Jahr in die Familie aufgenommen, steht ihm ein bezahlter Erholungsurlaub von 4 Wochen zu. Ansonsten für jeden vollen Monat ein Urlaub von 2 Werktagen. Fährt die Familie selbst in den Urlaub, nimmt sie häufig das Au-pair mit. In diesem Fall muss das Au-pair dann jedoch auch gewisse Aufgaben und Verpflichtungen übernehmen (z. B. Betreuung der Kinder usw.). Ein Familienurlaub zählt aber für ein Au-pair nur dann als eigener Urlaub, wenn lediglich unwesentliche Aufgaben übernommen werden müssen und keine Anwesenheitspflicht besteht. Fährt das Au-pair nicht mit in den Familienurlaub, ist eine Beschäftigung bei einer anderen Familie (Nachbarn, Bekannte etc.) nicht zulässig.  Sprachkurs Jedem Au-pair ist die Möglichkeit zu geben, in seiner Freizeit an einem Deutsch-Sprach- kurs teilzunehmen sowie kulturelle und geistig anregende Veranstaltungen zu besu- chen. Die Gastfamilie ist verpflichtet sich an den Kosten des Sprachkurses mit 50 Euro monatlich zu beteiligen. Die Kosten für andere Veranstaltungen muss das Au-pair jedoch selbst tragen.  Unterkunft und Verpflegung Unterkunft und Verpflegung werden von der Familie unentgeltlich gestellt. Grundsätz- lich steht dem Au-pair ein eigenes Zimmer innerhalb der Familienwohnung zur Verfü- gung. Es nimmt an den gemeinsamen Mahlzeiten teil und erhält dasselbe Essen wie die
  • 54. 54 Eine Studie der Dr. Walter GmbH Au-pairs in Deutschland und weltweit Familienangehörigen. Wird eine bestimmte Ernährungsform gewünscht, sollte dies in der Bewerbung angegeben werden.  Taschengeld und Reisekosten Ziel und Zweck eines Au-pair-Verhältnisses ist die Vervollständigung der Sprachkennt- nisse (ggf. der Berufserfahrung) sowie die Erweiterung des Allgemeinwissens durch eine bessere Kenntnis des Gastlandes. Ein Au-pair erhält daher keinen Arbeitslohn im übli- chen Sinne, sondern lediglich ein sogenanntes Taschengeld. Es beträgt zurzeit 260 Euro im Monat, unabhängig von der Dauer der Hausarbeitszeit. Die Kosten für die An- und Rückreise trägt in der Regel das Au-pair.  Kranken- und Unfallversicherung, Schwangerschaft Für das Au-pair muss in Deutschland eine Versicherung für den Fall der Krankheit, Schwangerschaft und Geburt sowie eines Unfalls abgeschlossen werden. Alle Versiche- rungsbeiträge gehen zu Lasten der Familie.  Auflösung des Au-pair-Verhältnisses Das Au-pair-Verhältnis endet nach Ablauf der vereinbarten Zeit. Sofern keine Kündigungs- frist vereinbart wurde, kann das Vertragsverhältnis vor Ablauf dieser Zeit grundsätzlich nur im gegenseitigen Einvernehmen gelöst werden (Auflösungsvertrag). In den meisten Fällen einigen sich beide Seiten darauf, dass das Au-pair solange bleibt, bis es eine andere Gastfamilie gefunden hat. Liegt ein schwerwiegender Grund vor, kann das Au-pair-Ver- hältnis fristlos gekündigt werden. Abgesehen von diesem Fall dürfte es selbstverständlich sein, dass man sich nicht schon in den ersten Tagen des Zusammenlebens trennt; der erste „Kulturschock“ (z. B. aufgrund der andersartigen Lebens- und Essensgewohnheiten) wird bei gutem Willen erfahrungsgemäß nach kurzer Zeit überwunden. Sollte jedoch ein harmonisches Zusammenleben nicht möglich sein, sollte die Au-pair-Agentur hierüber sobald wie möglich informiert werden. Sie wird versuchen, sich ein möglichst objektives Bild zu verschaffen und eine für beide Seiten annehmbare Lösung zu finden. Bewerbung, Vermittlung und Beschäftigung Das Mindestalter für Au-pairs beträgt 18 Jahre, bei Au-pairs aus den EU-/EWR-Staaten und aus der Schweiz 17 Jahre. Maßgebend hierfür ist der Beschäftigungsbeginn. Bei Minderjährigen ist eine schriftliche Einverständniserklärung der gesetzlichen Vertreter erforderlich. Auch verheiratete Au-pairs können zugelassen werden.
  • 55. 55Eine Studie der Dr. Walter GmbH Au-pairs in Deutschland und weltweit Es wird erwartet, dass das Au-pair über Grundkenntnisse der deutschen Sprache ver- fügt. Verlangt werden Sprachkenntnisse, die mindestens dem Level A1 des Gemeinsa- men Europäischen Referenzrahmens entsprechen. Bewerberinnen und Bewerber sollten ihre Bewerbungsunterlagen (Bewerbungsschrei- ben, Lebenslauf) sorgfältig und genau in deutscher Sprache abfassen und ein anspre- chendes Passbild beifügen (bitte auf dem Lebenslauf befestigen). Viele Au-pair-Agentu- ren verlangen darüber hinaus das Ausfüllen eines Fragebogens. Alle Angaben müssen wahrheitsgemäß sein. Besteht zwischen der Gastfamilie und dem Au-pair ein Verwandtschaftsverhältnis, soll keine Au-pair-Beschäftigung zugelassen werden. Bei der Vermittlung wird die Au-pair- Agentur die Vorstellungen der Familie und der Bewerberin bzw. des Bewerbers soweit wie möglich berücksichtigen. Das Angebot an interessierten Familien ist in der Bundes- republik Deutschland im Allgemeinen groß. Bei Au-pairs aus Staaten, die nicht der Europäischen Union (EU), dem Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) oder der Schweiz angehören (sogenannte Drittstaaten), sowie aus den neuen EU-Mitgliedstaaten Rumänien, Bulgarien und Kroatien, müssen folgende Bedingungen erfüllt sein: Die Beschäftigung von Au-pairs darf grundsätzlich nur in Gastfamilien erfolgen, in denen Deutsch als Muttersprache gesprochen wird. Wenigstens ein erwachsenes Fami­ lienmitglied muss die deutsche Staatsangehörigkeit bzw. die Staatsangehörigkeit eines EU-/EWR-Staates oder der Schweiz besitzen. Soweit sich aus dem Freizügigkeits- oder Niederlassungsrecht der Europäischen Ge- meinschaft für das Au-pair oder die in Deutschland lebenden Gasteltern aus EU-Mit- gliedstaaten, eines EWR-Staates oder der Schweiz günstigere Regelungen ergeben, sind diese zu beachten. Au-pair-Agenturen mit Sitz in Deutschland dürfen von Au-pairs für die Vermittlung eine Vergütung von höchstens 150 Euro verlangen (einschließlich der gesetzlichen Umsatz- steuer). Vorschüsse auf diese Vergütung dürfen nicht erhoben werden. Die Vergütung wird erst dann geschuldet, wenn der Au-pair-Vertrag rechtswirksam zustande gekom- men ist. Bei Au-pairs aus Nicht-EU-/EWR-Staaten (mit Ausnahme der Schweiz) sowie
  • 56. 56 Eine Studie der Dr. Walter GmbH Au-pairs in Deutschland und weltweit aus den neuen EU-Mitgliedstaaten Bulgarien, Rumänien und Kroatien ist dies erst dann der Fall, wenn der erforderliche Aufenthaltstitel bzw. die erforderliche Arbeitserlaubnis- EU erteilt wurde. Einreise-, Aufenthalts- und Arbeitsgenehmigungsbestimmungen  Au-pairs aus Drittstaaten Au-pairs aus den sogenannten Drittstaaten benötigen einen Aufenthaltstitel (Visum/ Aufenthaltserlaubnis). Der Aufenthaltstitel muss vor der Einreise bei der zuständigen deutschen Auslandsvertretung (das ist die Botschaft der Bundesrepublik Deutschland oder ein regional zuständiges Konsulat) in Form eines Visums beantragt werden. (Angehörige bestimmter Staaten ( z. B. Australien, Israel, Japan, Kanada, Neuseeland, den Vereinigten Staaten von Amerika) können ohne Visum einreisen. Bitte erkundigen Sie sich bei der Deutschen Botschaft bzw. dem Deutschen Konsulat.) Voraussetzung für die Erteilung des Visums ist die vorherige Zustimmung der für den Wohnort der Gastfamilie zuständigen Ausländerbehörde und der ZAV. Das Visum muss vor Vollendung des 27. Lebensjahres und sollte – zur Vermeidung von Schwierigkeiten – so rechtzeitig beantragt werden, dass diese Altersgrenze bis zur Entscheidung der Ausländerbehörde nicht überschritten wird. Nach Einreise wird die Aufenthaltserlaubnis auf Antrag von der örtlich zuständigen Ausländerbehörde erteilt. Sie muss vor Ablauf des Visums bei der zuständigen Auslän- derbehörde eingeholt werden. Die Au-pair-Beschäftigung darf erst nach der Erteilung des Aufenthaltstitels (Visum/Aufenthaltserlaubnis), der ausdrücklich die Aufnahme einer Au-pair-Beschäftigung erlaubt, aufgenommen werden. Für die Einreise und für die Dauer des vorgesehenen Aufenthalts ist ein gültiger Reise- pass des Herkunftslandes erforderlich.  Au-pairs aus den neuen EU-Mitgliedstaaten Bulgarien, Rumänien und Kroatien Unionsbürger der neuen EU-Mitgliedstaaten benötigen kein Visum und keinen Aufent- haltstitel. Für die Einreise ist nur ein gültiger Personalausweis erforderlich. Es empfiehlt sich jedoch (für den Fall eines Verlustes des Personalausweises), auch den Reisepass mitzunehmen. Nach der Einreise und vor Vollendung des 27. Lebensjahres muss bei dem zuständigen Arbeitserlaubnis-Team der ZAV eine Arbeitserlaubnis-EU beantragt