Inklusion und Teilhabe - Sozialwirtschaft Inklusiv

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Präsentation zur Fortbildung "Sozialwirtschaft Inklusiv" des DRK-Kreisverbandes Borken.

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Inklusion und Teilhabe - Sozialwirtschaft Inklusiv

  1. 1. Sozialwirtschaft Inklusiv Modul I Inklusion & Teilhabe im beruflichen Alltag Diakonin Angela Quack, Dipl. Heilpädagogin Wissenschaftliche Mitarbeiterin Fachhochschule der Diakonie Wolfgang Barking, Dipl.-Ing. (FH), Bildungsreferent DRK-Bildungswerk Borken Das Projekt „Sozialwirtschaft Inklusiv“ wird im Rahmen des Programms „rückenwind - Für die Beschäftigten in der Sozialwirtschaft“ durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und den Europäischen Sozialfonds gefördert.
  2. 2. Folie 2 Gliederung I. Zur Geschichte be/gehinderter Menschen II. Begriffssalat: Inklusion  Behinderung: Vom Schädigungsfolgenmodell zum gefördert durch: systemischen Behinderungsbegriff  Praxis der Integration: Was hat sie noch mit der Theorie der Integration zu tun?  Inklusion: Was ist jetzt der Unterschied zur Integration?  Die UN-BRK: Inklusion ist menschenrechtsbasiert!  Soziale Partizipation: Vom Teilhaben, Teilnehmen, Teilgeben  Diversity: Ach so, es geht nicht nur um Behinderung?  ??? – Ihre Ergänzungen
  3. 3. Folie 3 gefördert durch: Geschichte be/gehinderter Menschen
  4. 4. Folie 4 Geschichte be/gehinderter Menschen Historische Spuren und aktuelle Herausforderungen gefördert durch:
  5. 5.  Fund eines Grabes aus der Zeit der z.B. auf der Krim aus der Folie 5 Frühzeit gefördert durch: Zeit der „Neandertaler“: Ehrenvoll bestattet fand man dort ein etwa zweijährigen Kind mit Hydrozephalus.  Auch Grabfunde erwachsener Menschen mit erheblichen Körperbehinderungen.
  6. 6. Folie 6 Frühzeit  „Mit der noch weitverbreiteten Klischeevorstellung, dass gefördert durch: Schwache, Kranke und Behinderte unter den urgeschichtlichen Menschen keine Überlebenschancen gehabt hätten, lassen sich die hier zusammengestellten Befunde aber sicher nicht vereinbaren.“ (Reisch,2002)  In mythischen, naturreligiösen Zusammenhängen lösen Handlungsweisen psychisch Kranker Verehrung und/oder Entsetzen aus: Schamanen, Medizinmänner, Priester reagieren mit magisch-religiösen Praktiken (z.B. Exorzismus) (Dörner, 2012)
  7. 7. Folie 7 Antike  Körperbehinderung im Gegensatz zum ästhetischen gefördert durch: Schönheitsideal; Fremdheit/Naturwidrigkeit  Keine Anerkennung der Lebensrechte von Menschen mit Behinderungen „Erscheinungsformen eines tierischen Wesen“ (Aristoteles, Nikomachische Ethik)  Tötung/Aussetzung körperbehinderter Neugeborener; in Sparta gesetzlich geregelt  Im römischen Reich: Bis zum 4.Jh nach Chr. konnten behinderte Neugeborene und Kinder in Rom vom Vater getötet und ausgesetzt werden
  8. 8. Folie 8 Antike  Menschen mit Körperbehinderungen konnten mit öffentlicher gefördert durch: Fürsorge rechnen (zeitweise)  Für Hippokrates (ca. 460-370 v Chr.) sind psychische Erkrankungen Krankheiten wie alle anderen auch (Humoralpathologie: Lehre der Körpersäfte)  Begriff Psychotherapie stammt von Platon (ca. 428 – 348 v. Chr.)
  9. 9. Folie 9 Mittelalter ca. 6. – 15. Jh nach Chr. Gesellschaftlich/rechtlich, religiös: Behinderung bedeutete eines Minderung des Wertes einer Person gefördert durch:
  10. 10. Folie 10 Gesellschaftsstruktur im Mittelalter Stratifikatorisch; das bedeutet streng in Stände gegliedert:  Klerus, Adel, Handwerk, Kaufleute, Bauern MmB als Bettler; viele von ihnen erbrachten die „Dienstleistung Gebet“ für Almosengebende gefördert durch: Missachtung/Ausschluss vom öffentlichen Leben
  11. 11. Folie 11 Bildung im Mittelalter (- ca 12. Jh) Entsprechend war auch die Bildung organisiert  Unterteilt in schriftliche und nicht-schriftliche Bildung - und gefördert durch: keine Bildung Keine Bildung:  Landbevölkerung  Religiöse Erziehung: Aneignung von Liturgie und Brauchtum  Bettler, Nichtsesshafte
  12. 12. Folie 12 Schöpfungsgeschichte 1. Mose 1,27: gefördert durch: Und Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn; und schuf sie als Mann und Weib.
  13. 13. Wer durch Behinderungen von der „Gottesebenbildlichkeit“ abwich, geriet (insbesondere im ausgehenden Mittelalter) in den Verdacht, vom Teufel besessen zu sein: Folie 13 Deutungen von Behinderung  „Wechselbälger“  „Hexenprozesse“  Behinderung/Krankheit als Strafe Gottes gefördert durch:
  14. 14. Folie 14 Klöster  Für „Gesundheit und Soziales“ war neben dem Domus, der gefördert durch: Hausgemeinschaft, vor allem die Kirche zuständig.  Hospitäler (Hospes – Fremde)  Behandlungsprinzipien für „Verirrte“ entsprachen den klösterlichen Tugenden von Keuschheit, Arbeit und Gehorsam.
  15. 15. Folie 15 Mittelalter Polit./gesell-schaftliche Hintergründe Erziehung/ Bildung Behinderungs begriffe Institutionelle Bedingungen gefördert durch:
  16. 16. Folie 16 Aufklärung Mit der Renaissance (1470 -1600) beginnt die moderne europäische Aufklärung; sie ist zu verstehen als Gegenbewegung zur christlich-mittelalterlichen Lebensführung: Das „dunkle Mittelalter“ sollte überwunden werden durch das „Licht der Vernunft“. gefördert durch:
  17. 17. Folie 17 Descartes (1596- 1650) Cogito ergo sum; sum cogitans Ich denke, also bin ich; ich bin denkend. gefördert durch:
  18. 18. Folie 18 Aufklärung im „engeren Sinne“ (1720 – 1785) Gegen Ende dieser Epoche schrieb Kant: „Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Habe Mut, Dich Deines Verstandes zu bedienen! Ist also der Wahlspruch der Aufklärung.“ gefördert durch: (Kant, 1784; zit. nach Blankertz, 1985)
  19. 19. Folie 19 Aufklärung Radikale Veränderung des Lernens im Zuge der Aufklärung durch:  die Entdeckung von „Kindheit.“  die Vorstellung von einer universalen Methode der richtigen gefördert durch: Erziehung.  die Feststellung der Bildungsbedürftigkeit aller(!) Kinder - Grundlage der allgemeinen Schulpflicht. • Amos Comenius, Didactica Magna 1662: „Alle Menschen Alles zu lehren“
  20. 20. Folie 20 Anfänge der systematischen Beschäftigung mit den Phänomen der Behinderungen „Schwachsinnigenforschung“ z.B. Paracelsus (1490 – 1541) Erste Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen:  Landgraf Philipp gründete 1533 die „Hohen Hospitäler für gefördert durch: Alte, Arme, Gebrechliche, Körperbehinderte und Geisteskranke  August-Herrman Francke (1663 – 1727)  Johann Heinrich Pestalozzi (1746- 1827) Systematische Erziehungsversuche:  Jean Marc Gaspard Itard (1774 – 1838)
  21. 21. Folie 21 Rigorose Sonderbehandlung: „Narrentürme“ gefördert durch: 1784 von Kaiser Josef II in Wien erbaut bis 1870 in Betrieb Foto: Gryffindor
  22. 22. Folie 22 Aufklärung Polit./gesell-schaftliche Hintergründe Erziehung/ Bildung Behinderungs begriffe Institutionelle Bedingungen gefördert durch:
  23. 23. Folie 23 Industrielle Revolution mit Beginn des 19. Jh  Zeitalter bahnbrechender Erfindungen und Entdeckungen;  Städte werden zu Industriezentren;  Landflucht, herkömmliche Sozialstrukturen zerbrechen, gefördert durch: Pauperismus  „Soziale Frage“: Sozialreformen Bismarcks • Ab 1883: Verabschiedung von Gesetzen zu Kranken-, Unfall., Alter/Invaliden-, Rentenversicherungen
  24. 24. Warum war die Soziale Frage auch für die Folie 24 Soziale Frage gefördert durch: Kirchen ein brennendes Thema?
  25. 25.  Das Rauhe Haus, Johann Hinrich Wichern, Hamburg, 1833 Folie 25 Institutionalisierung der Sorge für Menschen mit Behinderungen Das 19. Jh wird als das Jahrhundert der Anstaltsgründungen betrachtet. (U.a.)  Die Rettungsanstalt für schwachsinnige Kinder, Wildberg gefördert durch: (Schwarzwald), Pfr. Haldenwang, 1838  Die Anstalt Mariaberg, Arzt K.H. Rösch, 1847  Die von Bodelschwinghschen Anstalten (Stiftungen) Bethel (1867/1872)
  26. 26. Folie 26 Psychiatrisierung geistiger Behinderung Neue medizinische Disziplin: Psychiatrie  Prädikat: Wissenschaftlichkeit  Reil (1803) legte eine bis heute gültige Dreiteilung der gefördert durch: geistigen Behinderung fest: „Oligophrenie, Imbezillität, Idiotie“ (vgl. Theunissen, 2005); • in der ICD 10 allerdings durch den Begriff: „Intelligenzminderung“ ersetzt  Unterteilung in „Heilbare“ und „Unheilbare“
  27. 27. Folie 27 Psychiatrisierung geistiger Behinderung Im Zuge wissenschaftlicher, medizinischer Forschung „wurde zugleich der soziale Einflussfaktor ausgeblendet – ein Aspekt, der für die institutionelle Betreuung geistig behinderter Menschen erhebliche Nachteile mit sich brachte.“ (Theunissen, 2005, S.27)  Biologisierung und Pathologisierung rechtfertigten gefördert durch: „Bettenpflege“  „Therapeutischer Nihilismus“
  28. 28. Folie 28 Sonderschulwesen  Pädagogischer Auftrag der Anstalten und Schulen war die gefördert durch: Klientel zu „einigermaßen brauchbaren Mitgliedern der menschlichen Gesellschaft heranzubilden“ (Klink, 1966, zit. in Speck, 2005)  Für Hilfsschulen war die Abgrenzung „nach unten“ notwendig, auf Grund von immer größer werdendem Rechtfertigungsdruck (Nachweis der sozialen Brauchbarkeit). Wenn die „Blödsinnigen“ nicht gänzlich ausgeschult wurden, kamen sie in „Sammelklassen“.  Unterteilung in „Bildbare“ und „Nicht-bildbare“. (endgültig aufgehoben in der BRD erst 1966)
  29. 29. Folie 29 Industrielle Revolution Polit./gesell-schaftliche Hintergründe Erziehung/ Bildung Behinderungs begriffe Institutionelle Bedingungen gefördert durch:
  30. 30.  Gesetz zum Ausschluss der sogenannten Bildungsunfähigen Folie 30 Nationalsozialismus gefördert durch: aus den Hilfsschulen trat 1938 in Kraft.  1933 Start des Programms der Zwangssterilisierung; etwa 300.000 Menschen waren davon betroffen.  Ab 1940: „Meldebögen“ werden an in Psychiatr. Anstalten versendet.  In 6 „Tötungsanstalten“ werden über 70.000 Menschen aus Pflegeanstalten und Spezialkliniken ermordet.
  31. 31.  Nach Protesten vorwiegen aus kirchlichen Kreisen Stopp der Folie 31 Nationalsozialismus gefördert durch: T4 (Tiergarten Nr. 4) Aktion 1941, aber das Morden ging etwas verdeckter, z.B. über Mangelernährung (fettfreie Nahrung), weiter. (vgl. Speck, 2005)  Insgesamt wurden mehr als 300.000 Menschen im Zuge des Gesetzes „zur Verhütung erbkranken Nachwuchses“ ermordet (vgl. Theunissen, 2005, S.33)
  32. 32. Folie 32 Nachkriegszeit  Versorgungslage dramatisch  In den 50er Jahren Versuche, an die Anstaltspraxis aus der gefördert durch: Zeit vor der Machtübernahme Hitlers anzuknüpfen • 1952 Beginn der Pharmakotherapie  Deutliche Verbesserung der Situation behinderter Menschen erst im Zuge der Gründung der Elternvereinigung „Lebenshilfe“ (1958)  Enthospitalisierungsbewegung 80er, 90er Jahre
  33. 33. Folie 33 Krüppelbewegung 1978 gefördert durch: Jedem Krüppel Seinen Knüppel
  34. 34. Folie 34 Antipsychiatriebewegung in Italien „Der Geisteskranke ist vor allem deswegen krank, weil er ein Ausgeschlossener ist, von allen im Stich gelassen, ein Mensch ohne Rechte, mit dem man machen kann, was man will“ gefördert durch: (Basaglia, 1978)
  35. 35. Folie 35 Nationalsozialismus gefördert durch: 1930-45 50er/60er 70er/80er 90er/2000/2010er Politisch gesell-schaftliche Hintergründe „3.Reich“ Machtergreifung Adolf Hitlers Am 30.01.1933 „Wirtschaft-wunder“, Fortschrittsglaube 68er Bewegung Gruppenkult Friedens-und Studentenbewegung Globalisierung Markt- Orientierung Individualisierung „Meilen- Steine“ Rassenhygienegese tz Gründung des „Lebenshilfe e.V.“ (1958) Psychiatrie – Enquete (1975) SGB IX ICF der WHO UN Konvention für Menschen mit Behinderung Erziehung/ Bildung Ausschluss Bildungs-unfähiger aus Hilfsschulen Ziel: „höhere Effizienz“ Ausdifferenzierun g nach Behinderungs-arten Förderschulen für geistig behinderte Kinder Integrationsbewegun g Forderung: Teilhabe! Inklusive Schule ! Behinderungs - begriffe „lebensunwer-tes“ Leben schadet der Rassenhygiene „Sorgenkind“ „Contergan“- Opfer Einführung des Begriffs „Behinderung“ Abkehr vom der Unterteilung in bildbare und nicht bildbare Menschen „Förder-optimismus“ Behinderung ist relativ und relational Insti-tutioneller Rahmen In 6 „Tötungs- Anstalten“ 70.000 MmB ermordet Erstarrung, „totale Institution“ Professiona-lisierung, Wohngruppen Diakonisches Unternehmen, Regionalisierung
  36. 36. Folie 36 gefördert durch: Begriffssalat: Inklusion
  37. 37. Folie 37 Begriffssalat gefördert durch: ?!
  38. 38. Folie 38 Behinderung aus der Sicht des SGB  Der Begriff der Behinderung findet sich an verschiedenen gefördert durch: Stellen des SGB  Wird nicht einheitlich verwendet  § 2 Abs. 1 Satz 1 SGB IX „Danach sind Menschen behindert, wenn ihre körperliche Funktion, geistige Fähigkeit oder seelische Gesundheit mit hoher Wahrscheinlichkeit länger als 6 Monate von dem für das Lebensalter typischen Zustand abweichen und daher ihre Teilhabe an der Gesellschaft beeinträchtigt ist.
  39. 39. Folie 39 Behinderung aus der Sicht der WHO (1980)  Dreidimensionales Modell (ICIDH)  Impairment: Schädigung der biologischen bzw. psychischen gefördert durch: Strukturen und Funktionen des menschlichen Organismus  Disability: Einschränkung, bzw. Störung auf der personalen Ebene (der Fähigkeiten im Vergleich zu Personen der gleichen Altersstufe)  Handicap: daraus folgende soziale Benachteiligung Beispiel: gehörlos geboren, eingeschränkter Spracherwerb, schulische und private „Besonderung“, kein Arbeitsplatz auf dem ersten Arbeitsmarkt
  40. 40. Folie 40 Krankheitsfolgenmodell als Grundlage der ICIDH der WHO, Woods, 1980 gefördert durch:
  41. 41. Folie 41 Schädigungsfolgenmodell gefördert durch:
  42. 42. Folie 42 Aus der Sicht der WHO / ICF gefördert durch:
  43. 43. Folie 43 Murmelgruppen:  Wählen Sie ein eigenes Gesundheitsproblem und gefördert durch: klassifizieren Sie es nach dem bio-psychosozialen Modell der ICF.  Verfahren Sie in gleicher Weise mit einem Gesundheitsproblem eines/einer Klienten/in.  Haben sich durch diese Analysetechnik für Sie neue Perspektiven/Betrachtungsweisen im Hinblick auf das Gesundheitsproblem ergeben?  Gibt es auch kritische Anfragen an dieses Modell?
  44. 44. …„dauerhafte und sichtbare Abweichung (… A.Q.), der allgemein ein ausgeprägt negativer Wert zugeschrieben wird. Ein Mensch ist „behindert“, wenn erstens eine solche Abweichung von wie auch immer definierten gesellschaftlichen Erwartungen vorliegt und wenn zweitens deshalb negativ auf ihn reagiert wird. Es kommt also auf die „soziale Reaktion“ an, sie „schafft“ Behinderungen und Behinderte.“ Folie 44 Behinderung aus soziologischer Sicht: gefördert durch: (Cloerkes, 2007:103) Ist eine…
  45. 45. Folie 45 Doppelter soziologischer Aspekt von Behinderung  Eine Person weicht in Aussehen oder Fähigkeiten von einer gefördert durch: Norm, die selbst ein gesellschaftliches Konstrukt ist, ab. Wenn nun diese Abweichung als negativ bewertet und mit Ausgrenzung beantwortet wird, entsteht Behinderung.  An diesem Punkt wird der doppelte soziologische Aspekt des Behinderungsbegriffes deutlich, denn sowohl die Norm selbst als auch die Reaktion auf die Abweichung sind gesellschaftliche Konstrukte bzw. Prozesse. Cloerkes (2007)
  46. 46. Folie 46 Zwei Seiten einer Medaille gefördert durch: Struktur Handlung
  47. 47. Folie 47 Integration  Zwei Gruppen-Theorie: Menschen mit Behinderungen als gefördert durch: Gruppe in der Gruppe  Kategorisierung: Differenzierung nach Behinderungsarten  Nachteilsausgleich: Behinderung als Kategorie, um Ansprüche auf Ressourcen geltend machen zu können  Integration als Appell, nicht als verbrieftes Recht, Ressourcenvorbehalt Struktur
  48. 48. Folie 48 Inklusion  Ununterteilbare Vielfalt der Gruppe  Dekategorisierung  Systemischer Behinderungsbegriff  Ressourcen in das Umfeld/Teilgabe  Keine spezielle Pädagogik sondern allgemeine Pädagogik  Verbriefte Menschenrechte gefördert durch: Struktur
  49. 49. Folie 49 An dieser Stelle können wir getrost … .... eine vielzitierte Killerphrase auf den Müll schmeißen gefördert durch:
  50. 50. Folie 50 Menschenrechtsdimension (vgl. Wocken, 2009) gefördert durch: Soziale Partizipation Inklusion Ausschluss „lebensun-werten Lebens“ Keine Rechte Schutz der Gesellschaft Förderung Normalisierung Fürsorge/ Erhalt von Arbeitskräften Extinktion Exklusion Separation Integration Recht auf Leben Recht auf Bildung Antragsrecht auf Gemein-samkeit Recht auf Selbst- Bestimmung und Gleichheit
  51. 51.  Eine Vereinbarung zwischen Staaten, in denen sehr konkrete Folie 51 UN Behindertenrechtskonvention  Übereinkommen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen Spielregeln formuliert werden im Hinblick auf • gleiche unantastbare Würde • gleiche Rechte • gleiche Macht  Meilensteine • 2006: Generalversammlung der UN nimmt Konvention und Fakultativprotokoll an • 2008: Deutschland ratifiziert • 2009: Verbindliches Inkrafttreten in Deutschland gefördert durch: Von Menschen mit Behinderung
  52. 52.  Allgemeine Menschenrechte aus spezieller Perspektive nichts Folie 52 Grundprinzipien der Konvention: gefördert durch: „on Top“)  Würde als Grundlage aller Menschenrechte  Untrennbar damit Verbunden: Recht auf Autonomie  Ergänzt/vertieft durch Recht auf Eingebundensein  Inklusionsparadigma: Forderung nach voller Teilhabe  Empowerment-Ansatz: Macht durch Bildung, Bewusstsein der eigenen Würde und politische Teilhabe
  53. 53. Folie 53 Diversity:  S. Präambel (UN-BRK)  m) in Anerkennung des wertvollen Beitrags, den Menschen gefördert durch: mit Behinderungen zum allgemeinen Wohl und zur Vielfalt ihrer Gemeinschaften leisten und leisten können, und in der Erkenntnis, dass die Förderung des vollen Genusses der Menschenrechte und Grundfreiheiten durch Menschen mit Behinderungen sowie ihrer uneingeschränkten Teilhabe ihr Zugehörigkeitsgefühl verstärken und zu erheblichen Fortschritten in der menschlichen, sozialen und wirtschaftlichen Entwicklung der Gesellschaft und bei der Beseitigung der Armut führen wird, (…)
  54. 54. m) in Anerkennung des wertvollen Beitrags, den Menschen mit Behinderungen zum allgemeinen Wohl und zur Vielfalt ihrer Gemeinschaften leisten und leisten können, und in der Erkenntnis, dass die Förderung des vollen Genusses der Menschenrechte und Grundfreiheiten durch Menschen mit Behinderungen sowie ihrer uneingeschränkten Teilhabe ihr Zugehörigkeitsgefühl verstärken und zu erheblichen Fortschritten in der menschlichen, sozialen und wirtschaftlichen Entwicklung der Gesellschaft und bei der Beseitigung der Armut führen wird, (…) Folie 54 Diversity: gefördert durch: ) S. Präambel (UN-BRK)
  55. 55. Folie 55 Partizipation Handlung gefördert durch: Partizipation ist der ausdrücklich auf die Gemeinschaft mit anderen bezogene Akt individueller Selbstbestimmung. (Prosetzky, 2009)
  56. 56. Folie 56 Soziale Partizipation Handlung Soziale Partizipation ist die Kooperation einer einzelnen Person mit einer Gruppe. Eigene Interessen werden mit der Gruppe abgestimmt und in das Gruppenleben eingebracht. D.h., sie werden angemeldet und unter der Berücksichtigung der Interessen anderer ausgehandelt. gefördert durch: (vgl. Großmann, 2003, 184ff)
  57. 57. Folie 57 Soziale Partizipation Handlung gefördert durch:
  58. 58. Folie 58 Inklusion „bereits das Wort kann klaustrophobe Gefühle auslösen - Inklusio (lat. Einschließung) Der Frosch im Einweckglas ist eingebracht, inkludiert, jener im Biotop zugewandert, attachiert. Schulen sollen Attraktoren, (Anziehungspunkte) sein, Biotope, die um ihrer artgemäßen (diesfalls zweifellos human kindgemäßen, aber auch ideell und kulturell stimmigen) Lebensqualität aufgesucht werden.“ gefördert durch: Emil E. Kobi, 2006:38ff
  59. 59. Folie 59 gefördert durch: Wie sieht Ihr Bildungs-/ Gemeinwesenbiotop aus? Was oder wer macht es artgerecht?
  60. 60. Folie 60 Literatur  Cloerkes, G. (2007): Soziologie der Behinderten. Eine gefördert durch: Einführung, Heidelberg.  Gröschke, D.(2002): Individuum, Gemeinschaft oder Gesellschaft? – Heilpädagogik zwischen individualistischer Subjekt – und kollektivistischer Gesellschaftswissenschaft. In: Forster, R.(Hrsg)(2004): Soziologie im Kontext von Behinderung. Theoriebildung, Theorieansätze und singuläre Phänomene, Bad Heilbrunn, OBB  Greving, H., Gröschke, D. (Hrsg.)(2002): Das Sisyphos- Prinzip. Gesellschaftsanalytische und gesellschaftskritische Dimensionen der Heilpädagogik.  Prosetzky,I. (2009): Isolation und Partizipation in: Dederich, M., Jantzen, W. (Hrsg): Behinderung und Anerkennung, Stuttgart.
  61. 61. Folie 61 Literatur  Stange, H. (2004): Grundlagen einer Soziologie der gefördert durch: Behinderung. Ein Einführungskurs in 10 Lektionen. Download unter http://www.fk-reha.uni-dortmund. de/Soziologie/Vorlesungen/2004-SS/130063- Skript.pdf. Zugriff am 02.01.2010  Blankertz, H. (1985):Die Geschichte der Pädagogik. Von der Aufklärung bis zur Gegenwart, Wetzlar  Greving, H. u. Ondracek,P. (2005): Handbuch Heilpädagogik, Troisdorf  Haeberlin, U. (2005):Grundlagen der Heilpädagogik, Weinheim, Basel  O.Speck (2005): Menschen mit geistiger Behinderung. Ein Lehrbuch zur Erziehung und Bildung, München
  62. 62. Folie 62 Literatur  Meyer, H.: Geistigbehindertenpädagogik. In: S. Solarová: gefördert durch: Geschichte der Sonderpädagogik. Stuttgart, Berlin, Köln, Mainz  Moser,V. u. Sasse, A. (2008): Theorien der Behindertenpädagogik, Köln, Weimar, Wien  G. Theunissen(2000):Wege aus der Hospitalisierung, Bonn

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