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Roundtable - MES
#NextMES –
Produktionssteuerung
im Zeitalter
neuer Techno-
logien und
Paradigmen
Competence Book - MES
Roundtable - die führenden Köpfe des MES
Burkhard Röhrig,
Geschäftsführer,
GFOS mbH
Karl M. Tröger,
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Liebe Leserinnen und liebe Leser,
„Digitalisierung“, „IoT“, „CPS“ und „Industrie...
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Roundtable - Neues Paradigma
Neues Paradigma
im Zeitalter von Digital,
Industrie 4.0 …
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Neues
Paradigma
„Die Grenzen zwischen ERP, MES und Shopfloor
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Burkhard Röhrig
Industrie 4.0 ist zu einem absoluten Trendthema gewo...
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Prof. Dr.-Ing. Jürgen Kletti
Wie bereits von vielen ...
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Andreas Kirsch
Zunächst einmal wird die sogenannte Automatisierungsp...
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Roundtable - Neues Paradigma
Franz Eduard Gruber
Das frühe Wort von Bill Gates, „das Internet ver...
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Competence Book - MES
Roundtable - Architektur und Sourcing
Architektur und
Sourcing
für #NextMES
Durch den Wandel der ...
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Roundtable - Architektur und Sourcing
„Systeme, die sich im Internet der Dienste und
Dinge präsen...
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Roundtable - Architektur und Sourcing
Andreas Kirsch
Die Entscheidungsbasis hat sich dahin gehend...
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Roundtable - Architektur und Sourcing
Prof. Dr.-Ing. Jürgen Kletti
Entscheidend für die Auswahl e...
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Roundtable - Architektur und Sourcing
Franz Eduard Gruber
FORCAM ist von dem Wandel hin zu einer ...
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Roundtable - Architektur und Sourcing
Karl M. Tröger
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Competence Book - MES
Roundtable - Zukunftsentwicklungen
Weitere Zukunfts-
entwicklungen
wie IoT, UX
Einige technologis...
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Roundtable - Zukunftsentwicklungen
„Wichtig wird es sein, schnell neue
IoT Features so einzubinde...
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Roundtable - Zukunftsentwicklungen
Prof. Dr.-Ing. Jürgen Kletti
Auch hier bin ich der Meinung, da...
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Roundtable - Zukunftsentwicklungen
Burkhard Röhrig
Der Einsatz neuer Technologien wird den Techni...
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Roundtable - Zukunftsentwicklungen
Andreas Kirsch
Wichtig wird es sein, schnell neue IoT Features...
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Roundtable - Zukunftsentwicklungen
Karl M. Tröger
Die Anstrengungen lohnen sich dort, wo Anwender...
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Roundtable - Fortschritt und Initiative
Bei aller Euphorie für Innovationen stellt man oft fest, ...
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Roundtable - Fortschritt und Initiative
„Für solche Unternehmen (die keine papierlose
oder gar di...
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Roundtable - Fortschritt und Initiative
Burkhard Röhrig
Ein wichtiger Schritt in Richtung Industr...
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Wenn man bedenkt, dass nach Einführung von...
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Karl M. Tröger
Die Umsetzung der Konzepte Industrie 4.0 b...
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Der Reifegrad von Industrie-4.0-Adapt...
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Competence Book - MES
Roundtable - Eigene Pläne
Damit die Zukunftsfähigkeit Deutschlands gelingt, müssen möglichst
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„Das Ziel, also Industrie 4.0 ist ja bekanntermaßen
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Wie bei jeder größeren Veränderung ist die...
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Der Wettkampf zwischen Europa, Amerika und Asien um...
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#NextMES – Produktionssteuerung im Zeitalter neuer Technologien und Paradigmen

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Liebe Leserinnen und liebe Leser, „Digitalisierung“, „IoT“, „CPS“ und „Industrie 4.0“ gelten als die Zukunftsperspektiven für die Produktion. Klar ist auch, dass neue Technologien einen Wandel induzieren. Ansonsten ist vor allem sehr viel unklar. Dabei werden die Veränderungen massiv sein. Relevante Fragen sind hierbei u.a. • Wie sehen die neuen Produktionsparadigmen aus? • Welche Arbeitsteilung zwischen MES, ERP und Shop Floor zeichnet sich ab? • Welche Architektur, welche Sourcing-Strategien sind heute / morgen sinnvoll? Gilt Integration oder Kollaboration als Erfolgsmuster? • Welche weiteren Zukunftsentwicklungen werden durch IoT & Co angestoßen? • #NextAct: Was sind die nächsten Schritte für Fertigungsunternehmen? Es freut uns, dass wir wieder das Who-Is-Who der MES-Branche für diesen Austausch zur Zukunft der Produktion gewinnen konnten.

Veröffentlicht in: Technologie
  • Die Interviewrunden finden Sie in unserem Book "MES Kompakt II - Manufacturing Execution Systems im Zeitalter von Industrie 4.0" https://de.slideshare.net/Competence-Books/mes-kompakt-ii-manufacturing-execution-systems-im-zeitalter-von-industrie-40-competence-book-nr-14
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#NextMES – Produktionssteuerung im Zeitalter neuer Technologien und Paradigmen

  1. 1. Competence Book - MES Roundtable - MES #NextMES – Produktionssteuerung im Zeitalter neuer Techno- logien und Paradigmen
  2. 2. Competence Book - MES Roundtable - die führenden Köpfe des MES Burkhard Röhrig, Geschäftsführer, GFOS mbH Karl M. Tröger, Head of Product Management, PSI Automotive & Industry GmbH Prof. Dr.-Ing. Jürgen Kletti, Geschäftsführender Gesellschafter, MPDV Mikrolab GmbH Andreas Kirsch, Vorstand, GUARDUS Solutions AG Franz Eduard Gruber, Gründer und Geschäftsführer, FORCAM GmbH ©GFOS/CatrinMoritz
  3. 3. 30 Competence Book - MES Roundtable - MES Liebe Leserinnen und liebe Leser, „Digitalisierung“, „IoT“, „CPS“ und „Industrie 4.0“ gelten als die Zu- kunftsperspektiven für die Produktion. Klar ist auch, dass neue Tech- nologien einen Wandel induzieren. Ansonsten ist vor allem sehr viel unklar. Dabei werden die Veränderungen massiv sein. Relevante Fra- gen sind hierbei u.a. • Wie sehen die neuen Produktionsparadigmen aus? • Welche Arbeitsteilung zwischen MES, ERP und Shop Floor zeich- net sich ab? • Welche Architektur, welche Sourcing-Strategien sind heute / mor- gen sinnvoll? Gilt Integration oder Kollaboration als Erfolgsmuster? • Welche weiteren Zukunftsentwicklungen werden durch IoT & Co angestoßen? • #NextAct: Was sind die nächsten Schritte für Fertigungsunterneh- men? Es freut uns, dass wir wieder das Who-Is-Who der MES-Branche für diesen Austausch zur Zukunft der Produktion gewinnen konnten. Viel Spaß beim Lesen wünscht Ihnen Ihr Team der Competence Site
  4. 4. Competence Book - MES
  5. 5. 32 Competence Book - MES Roundtable - Neues Paradigma Neues Paradigma im Zeitalter von Digital, Industrie 4.0 … „Digitalisierung“, „IoT“, „CPS“ und „Industrie 4.0“ gelten als die Zu- kunftsperspektiven für die Produktion. Klar ist auch, dass neue Tech- nologien einen Wandel induzieren. Ansonsten ist vor allem sehr viel unklar. Inwieweit sind heutige Paradigmen der Fertigungsindustrie mit Blick auf Industrie 4.0 noch gültig/anwendbar? Insbesondere soll sich die klassische Automatisierungspyramide auflösen. Aber wo sind die neuen Grenzen und wie ist die neue Arbeitsteilung zwischen Manage- ment und Shopfloor bzw. „ERP“, „MES“ und „Shopfloor“?
  6. 6. 33 Competence Book - MES Roundtable - Neues Paradigma Neues Paradigma „Die Grenzen zwischen ERP, MES und Shopfloor werden damit fließender und in vielen Fällen auch abhängig vom konkreten Anwendungsfall bzw. von der Branche sein.“ „Denn MES kann im Hier und Jetzt die Brücke in die Zukunft bauen und als virtuelle Ebene zum Teil schon Konzepte vorwegnehmen, die essentiell für Industrie 4.0 sein werden.“ „Mehr Intelligenz bei Maschinen, Betriebsmitteln und Produkten bedeutet, dass die bisher vertikalen IT-Strukturen zum Teil vollständig aufgelöst werden und eine Komponentisierung stattfinden wird. Jürgen Kletti Burkhard Röhrig Franz Eduard Gruber ©GFOS/CatrinMoritz
  7. 7. 34 Competence Book - MES Roundtable - Neues Paradigma Burkhard Röhrig Industrie 4.0 ist zu einem absoluten Trendthema geworden und es zeigt sich, dass das Zusammenspiel von Industrie 4.0, Big Data und IT-Sicherheit eine wichtige, zentrale Bedeutung hat. Ein sicherer Informationsaustausch entlang des gesamten Produk- tionsprozesses ist essentiell für die Akzeptanz und das Funktionieren von Industrie 4.0. Dies umfasst die Maschinen, deren Komponenten, aber auch die ausgetauschten Daten und betroffene Prozesse sowie beteiligte organisatorische Einheiten. Auch MES Systeme spielen in diesem Zusammenhang eine wichtige Rolle. Denn MES kann im Hier und Jetzt die Brücke in die Zukunft bauen und als virtuelle Ebene zum Teil schon Konzepte vorwegnehmen, die essentiell für Industrie 4.0 sein werden. Ob es um die Vernetzung geht oder die Anreicherung von Produkten um ihre Produkt- information oder um die dezentrale Steuerung der Produktionselemente – MES kann jetzt schon oder bald emulieren, was für eine flexible Produktion der Zukunft not- wendig ist. Auf dem Weg zu Industrie 4.0 spielt IT-Unterstützung in der Fertigung eine zentrale Rolle. Um die Anforderungen zukünftiger Fertigungsprozesse abdecken zu können, werden neue Funktionen und Standards benötigt, die insbesondere die MES Anwen- dungen betreffen. Daher werden MES Systeme auch zukünftig unerlässlich sein. Da sind wir uns sicher. Neues Paradigma „Denn MES kann im Hier und Jetzt die Brücke in die Zukunft bauen und als virtuelle Ebene zum Teil schon Konzepte vorwegnehmen, die essentiell für Industrie 4.0 sein werden.“ Burkhard Röhrig ©GFOS/CatrinMoritz
  8. 8. 35 Competence Book - MES Roundtable - Neues Paradigma Neues Paradigma Prof. Dr.-Ing. Jürgen Kletti Wie bereits von vielen Experten und in zahlreichen Fachmedien genannt, wird sich Industrie 4.0 eher als Evolution manifestieren. Daher wird auch der Paradigmen- wechsel eher schrittweise als sprunghaft stattfinden. Im Wesentlichen werden sich die bereits heute angestrebten Ziele noch weiter herauskristallisieren. Damit meine ich vor allem die Effizienz und die Flexibiltät der Produktionssysteme. Denn nur so können diese auch langfristig wirtschaftlich und wettbewerbsfähig bleiben. Mit die- sem Paradigmenwechsel wird auch eine Veränderung der klassischen Automatisie- rungspyramide einhergehen – eine komplette Auflösung wird meiner Meinung nach nicht stattfinden. Die Grenzen zwischen ERP, MES und Shopfloor werden damit fließender und in vie- len Fällen auch abhängig vom konkreten Anwendungsfall bzw. von der Branche sein. Wir beobachten momentan eine Bewegung weg vom Denken in Systemen hin zu ei- ner allgemeinen Rollenorientierung. Das bedeutet, dass die Trennung von Aufgaben und Funktionen sich immer mehr daran orientieren wird, welche Ziele und Stell- größen im Fokus stehen. Ein Beispiel: Der Bestellvorgang eines Kunden wird auch weiterhin in den Verantwortungsbereich eines ERP-Systems fallen, da damit erst einmal nur die Verschiebung von Wirtschaftsgütern verbunden ist. Die Herstellung des zu verkaufenden Wirtschaftsgutes wird von einem MES-System gesteuert und im Shopfloor – also auf der Ebene des eigentlichen Produktionsprozesses – wird das MES die Interaktion der Maschinen synchronisieren. Dafür erfasst es Echtzeitdaten und aktualisiert damit kontinuierlich den vorgesehenen Zeitplan. Ich bin mir sicher, dass es auch mittelfristig gesehen noch alle drei Ebenen der Automatisierungspyramide geben wird – allerdings mit deutlich unschärferen Grenzen. „Die Grenzen zwischen ERP, MES und Shopfloor werden damit fließender und in vielen Fällen auch abhängig vom konkreten Anwendungsfall bzw. von der Branche sein.“ Jürgen Kletti
  9. 9. 36 Competence Book - MES Roundtable - Neues Paradigma Andreas Kirsch Zunächst einmal wird die sogenannte Automatisierungspyramide, die aus dem inter- nationalen Standard IEC 62264 erwachsen ist, sich nicht auflösen. Ganz im Gegenteil dadurch, dass die IEC 62264 ein wichtiger Bestandteil im Referenzmodell für Indust- rie 4.0 RAMI ist, wird diese erst noch richtig an Bedeutung gewinnen. Die Zuordnung von einzelnen Funktionen auf ERP, MES oder SCADA Ebene war bezogen auf die an- gewandeten Produktionsmethodologien schon immer in verschiedenen Ausprägun- gen am Markt vorhanden und damit waren auch die Grenzen nie für alle Industrien in Beton gegossen. Was aber durchaus zu einer Veränderung der Grenzen führt, ist die Tatsache, dass durch neue Technologien die Pyramide nun um weitere Elemente ergänzt wird und die vernetzte Integration als zusätzliche Komponente zu der horizontalen und verti- kalen Integration hinzukommt. Neues Paradigma „[...] dadurch, dass die IEC 62264 ein wichtiger Bestandteil im Referenzmodell für Industrie 4.0 RAMI ist, wird diese erst noch richtig an Bedeutung gewinnen.“ Andreas Kirsch
  10. 10. 37 Competence Book - MES Roundtable - Neues Paradigma Franz Eduard Gruber Das frühe Wort von Bill Gates, „das Internet verändert alles“, ist heute zu einem Paradigma geworden, dass eskalierend gültig bleiben wird. Das trifft insbesondere auch für die Fertigungsindustrie zu. Sie hat im Vergleich zum Vernetzungsniveau im Consumer-Bereich mit Smartphones und Tablets einen Nachholbedarf. Das demons- trieren uns die Internetgiganten Amazon, Google, Facebook, Twitter, Whatsapp, You- tube und viele andere jeden Tag. Überwunden werden wird in der Fertigungsindustrie das bisherige Paradigma einer Automatisierungspyramide mit ERP, MES und Automation. Es wird im Zuge der In- dustrie 4.0 abgelöst durch die Autonomisierung von Anlagen, Teilen und Produkten. Gleichzeitig lösen sich die Grenzen von Top und Shop Floor auf. FORCAM geht im Zuge der Autonomisierung von einer Subsidiarisierung aus: Die Verantwortung wird an den Ort des Geschehens verlagert. Gehen Sie davon aus, dass in Zukunft das intelligente Produkt weiß, an welcher Anlage es mit welchen Betriebs- mitteln wie gefertigt werden soll. Und die Anlage weiß, wann das fertige Produkt einwandfrei ausgeliefert werden kann. Mehr Intelligenz bei Maschinen, Betriebsmitteln und Produkten bedeutet, dass die bisher vertikalen IT-Strukturen zum Teil vollständig aufgelöst werden und eine Kom- ponentisierung stattfinden wird. Das bedeutet das Ende des MES, wie es seit zehn Jahren im Einsatz ist. Industrie 4.0 gibt es nur mit einer neuen IT-Generation 4.0. Neues Paradigma „Mehr Intelligenz bei Maschinen, Betriebsmitteln und Produkten bedeutet, dass die bisher vertikalen IT-Strukturen zum Teil vollständig aufgelöst werden und eine Komponentisierung stattfinden wird. Franz Eduard Gruber
  11. 11. 38 Competence Book - MES Roundtable - Architektur und Sourcing Architektur und Sourcing für #NextMES Durch den Wandel der Paradigmen stellt sich auch die Frage der Architektur und des Sourcing neu. Integrierte Gesamtsysteme und Single Sourcing / Single Vendor versus vernetzte Systeme und Best-of-Breed-Philosophie stehen sich gegenüber. Hier scheinen kol- laborative Systeme / Plattformen die Lösungen für die Zukunft zu sein. Hat sich aus Ihrer Sicht wirklich die Entscheidungsbasis für Fragen zu Architektur und Sourcing geändert? Was würden Sie Unterneh- men raten, um zukunftsfähig zu sein? Wovon sind gegebenenfalls Entscheidungen für die eine oder die andere Alternative abhängig? Wo macht ein integriertes System Sinn, wo rechtfertigt der funktiona- le Vorteil von Best-of-Breed den Integrationsaufwand durch Schnitt- stellen etc.? Wie sehen die idealen Szenarien für die horizontale und vertikale Integration aus?
  12. 12. 39 Competence Book - MES Roundtable - Architektur und Sourcing „Systeme, die sich im Internet der Dienste und Dinge präsentieren wollen, müssen zwangsläufig über hochentwickelte und standardisierte Kommunikationstechnologien verfügen [...].“ „Mein Szenario 2020: Anwender können in herstellerübergreifenden Online-Bibliotheken Funktionsbausteine finden, bewerten, testen und reibungslos montieren.“ „Wichtig für die Zukunft wird es für den Anwender sein, in Softwaresysteme zu investieren, die es erlauben sich schnell auf Prozessveränderungen einzurichten.“ Karl M. Tröger Franz Eduard Gruber Andreas Kirsch Architektur und Sourcing
  13. 13. 40 Competence Book - MES Roundtable - Architektur und Sourcing Andreas Kirsch Die Entscheidungsbasis hat sich dahin gehend geändert, dass MES mittlerweile eine mehr strategische Bedeutung bekommen hat und nicht mehr ein reines IT Projekt des Bereichs Produktion ist. Dies sehen wir als GUARDUS sehr positiv. Wichtig für die Zukunft wird es für den Anwender sein, in Softwaresysteme zu in- vestieren, die es erlauben sich schnell auf Prozessveränderungen einzurichten. Dazu gehört eine höhere Flexibilität und auch die Möglichkeit neue Technologien schneller einzubinden und an die Arbeitsprozesse zu adaptieren. Die größte Herausforderung für die Anwender wird es sein keine klassischen Anforderungskataloge mehr zur Sys- temauswahl zu erstellen, da diese viel zu starr und eher eine Momentaufnahme zum Zeitpunkt des Auswahlprozesses darstellen als mehr dazu überzugehen sich Lösun- gen in ihrer Gesamtheit (integrativ, Best of Breed, Kollaboration, etc.) anbieten zu lassen. Dazu zählt auch Architektur, funktionale Inhalte, Schnittstellen, Zukunftsfä- higkeit und Wandlungsfähigkeit. Ausschreibungen, die zu viel im Detail funktional vorgeben schränken den Open Mind ein und verhindern dadurch manchmal innova- tive Lösungen zu berücksichtigen. Architektur und Sourcing „Wichtig für die Zukunft wird es für den Anwender sein, in Softwaresysteme zu investieren, die es erlauben sich schnell auf Prozessveränderungen einzurichten.“ Andreas Kirsch
  14. 14. 41 Competence Book - MES Roundtable - Architektur und Sourcing Prof. Dr.-Ing. Jürgen Kletti Entscheidend für die Auswahl eines Systems ist immer die kon- krete Anforderung der Anwendung – eine pauschale Aussage ist hier kaum möglich. Was man generell sagen kann: Es lohnt sich in den meisten Fällen, einen Vergleich der Kernkompetenzen so- wohl des Anbieters als auch des Systems anzustellen. Denn in den wenigsten Fällen kann ein System alle Sichten auf einen Prozess abdecken. Am besten zeigt sich das bei der Betrachtung der Produktion. Ein ERP wird hier sehen, dass Material in den Prozess hineinfließt und ein fertiges Produkt am Ende herauskommt. Dabei werden bestimmte Ressourcen genutzt und andere verbraucht. Das ERP bewertet diese Vorgänge monetär, um daraus einen Preis für den Kunden zu berechnen. Ein MES sieht den gleichen Prozess mit einer anderen Brille und wesentlich detail- lierter: Eine bzw. mehrere Maschinen müssen reserviert werden, um das beigestell- te Material in mehreren Schritten zu einem fertigen Produkt zu verarbeiten. Dabei kommen unterschiedliche Werkzeuge und Hilfsmittel zum Einsatz, die ebenfalls ge- plant werden müssen. Während der Produktion treten Störungen auf, die Einfluss auf den Gesamtablauf nehmen – ggf. muss der Prozess umgeplant werden. Auch die Qualität des hergestellten Produkts bzw. der Zwischenfabrikate ist für das MES rele- vant und ausschlaggebend für die kontinuierliche Optimierung. Zusätzlich sind die Belange der Mitarbeiter von Relevanz und fließen über die Personaleinsatzplanung in die Auftragsfeinplanung und Fertigungssteuerung ein. Unsere Erfahrungen haben gezeigt, dass Schnittstellen immer dort sinnvoll sind, wo die Kernkompetenz eines Systems endet und die eines anderen beginnt. In der Regel sind solche Übergabepunkte auch daran zu erkennen, dass nur wenige und stark ver- dichtete Daten übertragen werden müssen. Innerhalb eines Systems ist die Vernet- zung und damit gemeinsame Nutzung von Daten eine wichtige Voraussetzung für die Effizienz der Anwendung (Horizontale Integration). Auch dazu ein Beispiel: Die Berechnung von Leistungslohn sollte einerseits im MES erfolgen, da hier alle Daten über die geleistete Arbeit und die Beteiligung der jeweiligen Mitarbeiter se- kundengenau erfasst wird. Andererseits kann das MES nur Faktoren berechnen, aus denen ein Lohnabrechnungssystem dann den konkreten Geldbetrag ableitet, den der jeweilige Mitarbeiter bekommt. Kurz gesagt erfasst, berechnet und verdichtet das MES Daten, die über eine Schnittstelle zur monetären Bewertung übergeben werden. An dieser Stelle macht es Sinn, zwei vernetzte Systeme einzusetzen. Die Abspaltung der Leistungslohnermittlung von der Betriebs- und Maschinendatenerfassung im MES macht keinen Sinn, da in diesem Fall die zu übertragende Datenmenge gigan- tisch wäre. Ebenso verhält es sich bei der vertikalen Integration, also bei der Vernetzung von ERP, MES und Shopfloor. Schnittstellen sind wichtig und sollten an den Stellen imple- mentiert werden, an denen die zu übergebenden Daten maximal verdichtet werden können. Daraus ergibt sich per Definition die Empfehlung, erst einmal die eigenen Prozesse zu analysieren und dabei festzustellen, welche Daten und Informationen erfasst, verdichtet, übergeben und ausgewertet werden. Daraus ergeben sich dann auch sinnvolle Systemgrenzen. Architektur und Sourcing „Unsere Erfahrungen haben gezeigt, dass Schnittstellen immer dort sinnvoll sind, wo die Kernkompetenz eines Systems endet und die eines anderen beginnt. In der Regel sind solche Übergabepunkte auch daran zu erkennen, dass nur wenige und stark verdichtete Daten übertragen werden müssen.“ Jürgen Kletti
  15. 15. 42 Competence Book - MES Roundtable - Architektur und Sourcing Franz Eduard Gruber FORCAM ist von dem Wandel hin zu einer komponentenbasierten Anwendungsar- chitektur überzeugt. Funktionen werden als Webservices zur Verfügung gestellt und dürften künftig auch durch Dritte im Rahmen einer Prozess-Orchestrierung genutzt werden können. Das bedeutet, dass monolithische Systemarchitekturen für ERP und MES Auslaufmodelle sind. Immer mehr Unternehmen denken neu und entscheiden sich für innovative „Best of Breed“-Funktionen anstelle von allumfassenden Lösungsanbietern. FORCAM hat sich aus diesem Grund als Anbieter bei Trovarit streichen lassen. Im Idealfall kann ein Kunde „Best of Breed“-Funktionen zu einem Prozess verknüpfen. Global tätige Unternehmen mit komplexen Fertigungsstrukturen setzen zum Beispiel auf unsere Connectivity-Engine, um heterogene Maschinensteuerungen kostengünstig zu inte- grieren. Bei der Schweizer Bühler AG, die weltweit führend ist in mechanischer und thermischer Verfahrenstechnik zur Herstellung von Mehl, Futtermitteln, Pasta und Schokolade, ging es zum Projektstart darum, 60 verschiedene Werkzeugmaschinen für 700 unterschiedliche Produkte einheitlich anzuschließen. Um zukunftsfähig zu bleiben, raten wir Unternehmen, sich zu fragen: Unterstützt der Lösungskomponentenanbieter die von der Fraunhofer Gesellschaft postulierten technologischen Anforderungen an eine Industrie 4.0-Lösung? Nämlich: Cloud-Fä- higkeit (auch Private Cloud), Service-Orientierung, regelbasierte Business-Logik. Lösungsanbieter werden nur noch erfolgreich sein, wenn sie diese Anforderungen erfüllen und die benötigten Komponenten wie Apps oder Agenten über zertifizierte Schnittstellen reibungslos integrieren können. Mein Szenario 2020: Anwender können in herstellerübergreifenden Online-Biblio- theken Funktionsbausteine finden, bewerten, testen und reibungslos montieren. Architektur und Sourcing „Mein Szenario 2020: Anwender können in herstellerübergreifenden Online-Bibliotheken Funktionsbausteine finden, bewerten, testen und reibungslos montieren.“ Franz Eduard Gruber
  16. 16. 43 Competence Book - MES Roundtable - Architektur und Sourcing Karl M. Tröger Die Architektur wird sich schrittweise den neuen Erfordernissen anpassen. Mit der Entwicklung von Kommunikationsstandards zwischen den verschiedenen Ebenen entsteht eine allgemeingültige Sprache für den Informationsaustausch zwischen den verschieden Systembestandteilen. Es kommt immer mehr darauf an, unter Nut- zung von Standards und zukunftsfähigen Technologien die Integrationsfähigkeit aller Komponenten, seien es klassische Softwarelösungen oder auch Automatisie- rungssysteme und intelligente Produkte, voranzutreiben. Auf diese Weise wird auch das „Gespenst Schnittstelle“ seinen Schrecken verlieren und die funktionalen Vor- teile einzelner Lösungskomponenten können integrativ in vollem Umfang genutzt werden. Systeme, die sich im Internet der Dienste und Dinge präsentieren wollen, müssen zwangsläufig über hochentwickelte und standardisierte Kommunikationstechnolo- gien verfügen und aus Sicht der Architektur flexibel genug sein, um neu entstehende Standards nutzbar machen zu können. Kommunikations- bzw. Integrationsplattformen wird eine immer größere Bedeutung zukommen. Nur so können sich die horizontalen Wertschöpfungsnetzwerke dyna- misch zusammenfinden. Beispiele für solche Plattformen gibt es schon heute (z.B. myopenfactory.com). Die dazu notwendigen automatisch skalierenden Cloud-Platt- formen einschließlich der notwendigen Sicherheitsstandards werden entstehen (müssen). Die vertikale Integration vom Engineering der Produkte und dazugehö- rigen Produktionssysteme bis in die Automatisierungsebene wird durch ein noch zu designendes Basissystem Industrie 4.0 – quasi als gemeinsame Sprache – ermöglicht. „Systeme, die sich im Internet der Dienste und Dinge präsentieren wollen, müssen zwangsläufig über hochentwickelte und standardisierte Kommunikationstechnologien verfügen [...].“ Karl M. Tröger Architektur und Sourcing
  17. 17. 44 Competence Book - MES Roundtable - Zukunftsentwicklungen Weitere Zukunfts- entwicklungen wie IoT, UX Einige technologische Innovationen wie IoT werden sicherlich noch an Bedeutung gewinnen. Auch neue Formen der User Experience (Gesture, Augmented Reality!) werden sich weiter ändern. Selbst Ga- mification Ansätze werden diskutiert. Was sind Ihrer Meinung nach (wirklich) wichtige Zukunftsentwicklun- gen, die man als Anwender im Blick haben soll? Wo lohnen sich die Anstrengungen besonders?
  18. 18. 45 Competence Book - MES Roundtable - Zukunftsentwicklungen „Wichtig wird es sein, schnell neue IoT Features so einzubinden, dass diese nutzenorientiert verwendet werden können.“ „Immer weniger Menschen werden in Zukunft immer mehr Aufgaben mit der Hilfe von Software lösen müssen.“ „Zusammengefasst lässt sich feststellen, dass es immer wieder auf eine gründliche Analyse der Anwendungsanforderungen hinausläuft – innovative Ansätze nutzen wir dann nur noch als Mittel zum Zweck und nicht um ihrer selbst Willen.“ Andreas Kirsch Karl M. Tröger Jürgen Kletti Zukunfts- entwicklungen
  19. 19. 46 Competence Book - MES Roundtable - Zukunftsentwicklungen Prof. Dr.-Ing. Jürgen Kletti Auch hier bin ich der Meinung, dass es auf den konkreten Anwendungsfall ankommt – und mit dieser Meinung stehe ich keinesfalls alleine da. Viel wichtiger als die Dis- kussion zur Verfügung stehender Technologien und Methoden halte ich die Aufnah- me und Analyse der Anforderungen eines Produktionssystems und der darin wirken- den Mitarbeiter. Letztendlich muss die Technologie der Sache dienen und die Sache dem Menschen und dem gesetzten Ziel. Ich kaufe mir doch auch keinen Sportwagen, um dann festzustellen, dass ich damit zwar ziemlich schnell fahren, aber das Gepäck für meinen Campingurlaub nicht einladen kann. Vielmehr suche ich mir ein Auto, das zu meinen Anforderungen passt – in diesem Fall eher einen Kombi oder einen Van. In der Industrie sollten wir es genauso machen – IoT hin oder her. Langfristig sinnvoll ist, was zu den jeweiligen Anforderungen passt und nach Mög- lichkeit so flexibel ist, sich an neue Herausforderungen anzupassen. Dabei sollte man die genannten Innovationen, Technologien und Methoden nicht außer Acht lassen, sondern in deren Umfeld nach passenden Lösungen zu den aktuellen Aufgabenstel- lungen suchen. Auch ist Innovation nicht immer der zielführende Weg – in nicht wenigen Fällen haben bewährte und anerkannte Technologien und Methoden ihre Daseinsberechtigung. Ich denke hierbei im Wesentlichen an Lean Manufacturing. Und an dieser Stelle möchte ich nochmals betonen, dass sich Lean-Methoden und der Einsatz innovativer Technologien keinesfalls ausschließen – sinnvoll kombiniert ergänzen sich beide und maximieren damit ihre Wirksamkeit. Zusammengefasst lässt sich feststellen, dass es immer wieder auf eine gründliche Analyse der Anwendungsanforderungen hinausläuft – innovative Ansätze nutzen wir dann nur noch als Mittel zum Zweck und nicht um ihrer selbst Willen. Welche Technologien der Markt und insbesondere unsere MES-Anwender für zu- kunftsfähig halten, erfahren wir übrigens auch aus unserer engen Zusammenarbeit mit der HYDRA Users Group. Zukunfts- entwicklungen „Zusammengefasst lässt sich feststellen, dass es immer wieder auf eine gründliche Analyse der Anwendungsanforderungen hinausläuft – innovative Ansätze nutzen wir dann nur noch als Mittel zum Zweck und nicht um ihrer selbst Willen.“ Jürgen Kletti
  20. 20. 47 Competence Book - MES Roundtable - Zukunftsentwicklungen Burkhard Röhrig Der Einsatz neuer Technologien wird den Technischen Service in den nächsten 5 Jahren stark verändern. Vor allem Machine-to-Machine-Kommunikation sowie der Einsatz von Apps und Serviceportalen werden als relevanten Technologietrends wahrgenommen. Wenn es stimmt, dass Daten und Informationen zu einem vierten Produktionsfak- tor avancieren, stellt sich die Frage, wie die Wertschöpfungsarchitekturen und Ge- schäftsmodelle einer Industrie 4.0 aussehen werden. Es spricht viel dafür, dass die Geschäftsmodelle im Verarbeitenden Gewerbe künftig stärker als heute vom Service getrieben sind. Denn durch Bereitstellung und Auf- bereitung fertigungsbezogener Daten lassen sich gänzlich neue Service-Produkte entwickeln. Erhöhte Maschinenverfügbarkeit und eine signifikant erhöhte Prozes- sproduktivität in Kombination mit proaktiven Wartungskonzepten sind hier die Stichworte. Auch diese Themen sind nicht alle neu. Im Maschinen- und Anlagenbau haben führende Unternehmen schon heute entsprechende Service-Produkte und Condition Monitoring-Lösungen im Angebot. Die wenigsten Unternehmen jedoch verdienen damit Geld. Dies könnte sich im Zuge einer Industrie 4.0 verändern – viel- leicht aber anders, als sich dies die Hersteller von Maschinen und Anlagen heute vorstellen. Auch die Eingabesysteme der Zukunft werden sich gewaltig verändern. Das Senden von Fotos, Spracheingabe - ja sogar automatische Sprachübersetzung werden zum Alltag gehören. Zukunfts- entwicklungen „Das Senden von Fotos, Spracheingabe - ja sogar automatische Sprachübersetzung werden zum Alltag gehören.“ Burkhard Röhrig ©GFOS/CatrinMoritz
  21. 21. 48 Competence Book - MES Roundtable - Zukunftsentwicklungen Andreas Kirsch Wichtig wird es sein, schnell neue IoT Features so einzubinden, dass diese nutzen- orientiert verwendet werden können. Hierzu dienen in der Regel sogenannte Use Case Szenarien. Schließlich ist es durch die rasante Innovationsgeschwindigkeit sehr schwer zu extrapolieren was z.B. in 5 Jahren an IoT Komponenten nutzbringend und sinnvoll zur Verfügung steht. Manche werden sich davon durchsetzen manche wer- den aber bezogen auf die Fertigungsindustrie auch scheitern. Das Thema User Expe- rience wird durch die steigende Komplexität zukünftig einen sehr wichtigen Stellen- wert einnehmen und eine höhere Aufmerksamkeit als in der Vergangenheit erfahren. Wir als GUARDUS verfolgen dieses Thema unter dem Begriff Comfort by Design schon seit Jahren, um damit dem Anwender bei seinen täglichen Arbeitsprozessen so zu unterstützen, dass er von der Komplexität einer vernetzen Integration möglichst wenig belastet wird. Dies hat auch schon immer dazu positiv beigetragen, dass die Akzeptanz bei der Einführung des Systems insbesondere im Shopfloorbereich sehr hoch ist. Wir sehen deshalb den Trend zu einem Human Centred Design (HCD) sehr positiv. In wieweit Gamification welche bei Simulationssoftware sicherlich schon Einzug gehalten hat sich auf alle Systeme in der Pyramide erstrecken wird, wird sich im Rahmen der Aufwand und Nutzen Analyse erst noch zeigen. Zukunfts- entwicklungen „Wichtig wird es sein, schnell neue IoT Features so einzubinden, dass diese nutzenorientiert verwendet werden können.“ Andreas Kirsch
  22. 22. 49 Competence Book - MES Roundtable - Zukunftsentwicklungen Karl M. Tröger Die Anstrengungen lohnen sich dort, wo Anwender bei der Erledigung ihrer Aufga- ben bestmöglich und auf die einfachste Weise unterstützt werden können. Techno- logien wie augmented reality können ein Mittel sein, die Wahrnehmung des Nutzers sinnvoll zu erweitern. Nicht umsonst ist im Zusammenhang mit der Smart Factory der Begriff des „Augmented Operators“ entstanden. Das Thema Usability von Soft- waresystemen wird schon lange diskutiert. Es werden zukünftig immer mehr Men- schen mit Software umgehen müssen. Diesen muss der Zugang zu Informationen erleichtert werden. Es kommt darauf an, die Usability von Consumer-Anwendungen mit denen wir tagtäglich und selbstverständlich umgehen auf Business-Software zu übertragen. Die Digitalisierung der Prozesse und Produkte durch das Internet der Dinge und Dienste erfordert genau diese selbstverständliche Verwendung von Software. Immer weniger Menschen werden in Zukunft immer mehr Aufgaben mit der Hilfe von Soft- ware lösen müssen. „Immer weniger Menschen werden in Zukunft immer mehr Aufgaben mit der Hilfe von Software lösen müssen.“ Karl M. Tröger Zukunfts- entwicklungen
  23. 23. 50 Competence Book - MES Roundtable - Fortschritt und Initiative Bei aller Euphorie für Innovationen stellt man oft fest, dass die „Pra- xis“ bei solchen Diskussionen abgehangen wird. Oft fehlen in der Pra- xis die Grundlagen für Innovationen oder es ist unklar, wie der eigene Fortschritt gelingen kann. Wie bewerten Sie die Reife der Praxis für Innovationen wie Industrie 4.0 / MES 4.0? Wie können Unternehmen sich zukunftsfähig aus- richten, die heute noch Lücken in der System- und Kompetenzbasis (Prozesse, …) aufweisen? Können Sie 1-2 Beispiele schildern, wo es „normalen“ Unternehmen der Praxis gelungen ist, sich zukunfts- orientiert auszurichten? Was waren Herausforderungen, was waren Erfolgsmuster, wie wurde vorgegangen, was wurde „neu“ geschaffen mit welchem ROI? #NextAct für #NextMES?
  24. 24. 51 Competence Book - MES Roundtable - Fortschritt und Initiative „Für solche Unternehmen (die keine papierlose oder gar digitale Fabrik haben) steht ein großer Innovationssprung zu Industrie 4.0 bevor.“ „Jede kleine Automatisierung, jede Einführung eines neuen, vernetzteren IT Systems, sogar die Ausrüstung des Außenpersonals mit mobilen Endgeräten – und sei es nur ein Smartphone – ist letztlich ein Schritt in Richtung Industrie 4.0.“ „Mit der Digitalisierung setzt ein Daten-Tsunami ein, der durch kluge Planung und klare Kennzahlen wie die Gesamtanlageneffektivität (OEE) kanalisiert werden muss.“ Andreas Kirsch Burkhard Röhrig Franz Eduard Gruber Fortschritt und Initiative ©GFOS/CatrinMoritz
  25. 25. 52 Competence Book - MES Roundtable - Fortschritt und Initiative Burkhard Röhrig Ein wichtiger Schritt in Richtung Industrie 4.0 ist die Einführung und Nutzung von mobilen Endgeräten. Denn dadurch kann die Reaktionsgeschwindigkeit auf Verän- derungen im Fertigungsprozess deutlich erhöht werden. Die dazu benötigten Technologien – mobile ERP-, MES- und auch Workforce Ma- nagement Lösungen – sind bereits vorhanden. Von diesen Startpunkten aus müssen sich die interessierten Unternehmen Schritt für Schritt an die eigene Vision von In- dustrie 4.0 im Unternehmen herantasten. Denn eigentlich ist die „Revolution Indus- trie 4.0“ ein evolutionärer Prozess, der nicht von heute auf morgen zu bewältigen ist. Aber das ist kein wirkliches Novum, schließlich ist die bis dato erreichte Digitali- sierung auch nicht über Nacht vom Himmel gefallen. Jede kleine Automatisierung, jede Einführung eines neuen, vernetzteren IT Systems, sogar die Ausrüstung des Au- ßenpersonals mit mobilen Endgeräten – und sei es nur ein Smartphone – ist letztlich ein Schritt in Richtung Industrie 4.0. Die meisten Unternehmen haben diesen Weg längst eingeschlagen, auch wenn sie ihn vielleicht nicht unter dem Schlagwort „In- dustrie 4.0“ gegangen sind. Sie machen es einfach. Sie fragen nach Beispielen: Nehmen Sie Firmen mit mehreren Werken. Diese lassen sich so vernetzen, dass Ka- pazitäten, die im Werk A gebraucht werden und dort fehlen, von Werk B aufgefangen werden. Der Nutzen besteht in erster Linie darin, Aufträge termintreu erledigen zu können. Oder denken sie an die Verzahnung der Automobilhersteller mit ihren Zulieferbetrie- ben, etwa im Bereich der Logistik. Die Fahrzeugsitze der Zulieferer werden zum Bei- spiel bei dem Automobilhersteller vom LKW abgeladen und direkt in der benötigten Produktionsreihenfolge an das Band befördert. Die Netzwerkstruktur der Branche betrifft aber auch die Zusammenarbeit von Projektteams oder die wirtschaftliche Wiederverwendung von Baugruppen. Natürlich reden wir hier von der Großserienfertigung. Deren Anforderungen unter- scheiden sich von denen eines Sondermaschinenbauers, der in Losgröße 1 fertigt. Trotzdem gehe ich davon aus, dass sich viele Methoden der Automobilindustrie auch in Branchen wie dem Maschinenbau etablieren werden. Fortschritt und Initiative „Jede kleine Automatisierung, jede Einführung eines neuen, vernetzteren IT Systems, sogar die Ausrüstung des Außenpersonals mit mobilen Endgeräten – und sei es nur ein Smartphone – ist letztlich ein Schritt in Richtung Industrie 4.0.“ Burkhard Röhrig ©GFOS/CatrinMoritz
  26. 26. 53 Competence Book - MES Roundtable - Fortschritt und Initiative Andreas Kirsch Wenn man bedenkt, dass nach Einführung von CIM Bausteinen nach nun mehr 30 Jahren immer noch viele Unternehmen keine papierlose oder gar digitale Fabrik ha- ben und häufig noch tayloristisch eingeführte CIM Bausteine wie BDE, MDE, CAQ etc. betreiben und einsetzen, stellt sich mit Industrie 4.0 der Sprung in die digitale Fabrik für solche Unternehmen natürlich als sehr große Herausforderung dar. Für solche Unternehmen steht durch die Situation zwischen eingesetzter Praxis und sehr schnellem innovativem Fortschritt ein großer Innovationssprung zu Industrie 4.0 bevor. Da wir MES Anbieter sind, ist natürlich in unserem Kundenkreis die Digitalisierung der Fabrik viel fortgeschrittener. Hier gibt es aber auch bereits Kunden mit Leucht- turmprojekten, die z.B. das Thema CPS für sich im Rahmen der elektronischen Pro- duktidentifikation und der One Piece Flow Strategie mit Traceability über mehrere Standorte schon umgesetzt haben. Dabei war eine wesentliche Voraussetzung die Rüstzeiten durch hohen Automatisierungsgrad praktisch zu eliminieren und damit eine Art Einzelfertigung trotz hoher Stückzahl zu erreichen. Fortschritt und Initiative „Für solche Unternehmen (die keine papierlose oder gar digitale Fabrik haben) steht ein großer Innovationssprung zu Industrie 4.0 bevor.“ Andreas Kirsch
  27. 27. 54 Competence Book - MES Roundtable - Fortschritt und Initiative Karl M. Tröger Die Umsetzung der Konzepte Industrie 4.0 bedarf noch vieler Innovationen. Aber nicht alles ist auch wirklich neu. Es kommt darauf an, bereits vorhandene Lösungen bestmöglich zu nutzen und das, in den Lösungen steckende Know-how richtig ein- zusetzen. Die horizontale Integration kann schon heute sowohl innerhalb eines Unternehmens mit Hilfe von Multisite-ERP-Lösungen als auch unternehmensübergreifend durch die Nutzung von Kommunikationsstandards vorangetrieben werden. EDI-Lösungen oder auch die myopenfactory-Plattform existieren schon lange. Sie müssen nur be- nutzt werden und die notwendigen Prozessstandardisierungen sind anzugehen. Als Vorreiter unter den ERP-Anbietern bezüglich Multisite und myopenfactory befinden sich viele Unternehmen in der Kundenbasis der PSI die diese Technologien nutzen. Insbesondere die Automatisierung der übergreifenden Geschäftsprozesse bietet enormes Potential hinsichtlich der Reduktion der operativen Aufwände und macht darüber hinaus Informationen in global agierenden Unternehmen rund um die Uhr verfügbar. Die gemeinsame Datenbasis einer Multisite-ERP-Lösung ist die Grundlage dafür. Ein anderes wichtiges Element im Zusammenhang mit der Integration der Ge- schäftsprozesse mit Kunden und Lieferanten ist die Berücksichtigung der zuneh- mend volatilen Absatz- und Beschaffungsmärkte. Die adaptive Fertigungssteuerung der PSI-ERP-Lösung erlaubt die Prognose zukünftiger Bedarfe in Abhängigkeit von der Nachfrage und steuert den Nachschub in Abhängigkeit der realen Wiederschaf- fungszeiten. Der Nutzen liegt auf der Hand: Änderungen der Marktverhältnisse im positiven, wie im negativen Sinne werden automatisiert in die Planung und Produkti- onsregelung integriert. Signifikante Reduktionen des Umlaufvermögens und der La- gerbestände sind das vielfach nachweisbare Ergebnis und Verschwendung wird ver- mieden. Die Liefertermintreue als Nachweis der Kundenorientierung wird gesteigert. Fortschritt und Initiative „Insbesondere die Automatisierung der übergreifenden Geschäftsprozesse bietet enormes Potential hinsichtlich der Reduktion der operativen Aufwände und macht darüber hinaus Informationen in global agierenden Unternehmen rund um die Uhr verfügbar.“ Karl M. Tröger
  28. 28. 55 Competence Book - MES Roundtable - Fortschritt und Initiative Franz Eduard Gruber Der Reifegrad von Industrie-4.0-Adaptionen ist in Unternehmen sehr unterschied- lich. Vom Prozesss her empfehlen wir, lieber in kleinen Schritten anzufangen als groß zu scheitern, weil alles auf einmal versucht wird. Mit der Digitalisierung setzt ein Da- ten-Tsunami ein, der durch kluge Planung und klare Kennzahlen wie die Gesamtan- lageneffektivität (OEE) kanalisiert werden muss. Vier Schritte sollten Unternehmen auf dem Weg zur digitalen Produktion planen. Erstens: Akzeptanz in der Belegschaft schaffen. Die technologische Transformation muss Chefsache sein und mit einem Change-Prozess verbunden sein, damit alle mo- tiviert sind und tatsächlich Erfolge erzielt werden können. Hauptbotschaft: Die neue Technologie arbeitet für unseren Standort, nicht gegen ihn. Zweitens: Eine höchstleistungsfähige IT-Generation 4.0 auswählen. Sie muss he- terogene Maschinenparks anschließen, Big-Data in Echtzeit in Smart-Data wandeln und die richtige Information zur richtigen Zeit an die richtige Person übermitteln können. Drittens: Mit einem Piloten in einem kleinen Bereich starten. So kann die Hauptpro- duktion weiterlaufen und alle Prozesse können ausgeübt werden. Viertens: Die Erfolge aus dem Piloten breit kommunizieren, um dem unternehmens- weiten Rollout allgemeine Akzeptanz zu verschaffen. Erfolgsbeispiele: Die AUDI Presswerke in Deutschland haben bereits 2008 mit di- gitaler Transparenz eine Produktivitätssteigung von 20% in zwölf Monaten erreicht. Ebenfalls 20% schaffte der Luftfahrtausrüster GKN Aerospace in den USA und ist im Juni dort mit dem ,Production Leadership Award´ ausgezeichnet worden. Der Return on Investment liegt nach unseren Erfahrungen bei weniger als zwölf Monaten. Fortschritt und Initiative „Mit der Digitalisierung setzt ein Daten-Tsunami ein, der durch kluge Planung und klare Kennzahlen wie die Gesamtanlageneffektivität (OEE) kanalisiert werden muss.“ Franz Eduard Gruber
  29. 29. 56 Competence Book - MES Roundtable - Eigene Pläne Damit die Zukunftsfähigkeit Deutschlands gelingt, müssen möglichst viele für den Wandel gewonnen werden. Wir werden mit unseren Partnern durch Competence Books, Multiplikation in diverse Medien und ein #NextAct-Event zur Transformation beitragen und dabei auf die Vernetzung der Community wie auf die Vernetzung mit anderen Initiativen setzen. Kollaborativ muss der Wandel zur Kollaboration ge- lingen! Wo sehen Sie Ansätze, damit dass Transformationswunder Deutsch- land, insbesondere Industrie 4.0, … gelingt? Wie zufrieden sind Sie mit den bisherigen Transformations-Ergebnissen? Was sind Ihre ei- genen Pläne für die kommenden 12 Monate und darüber hinaus, um sich selbst und Ihre Kunden zu transformieren? #NextAct-Initiative: Books, Medien, Events, … eigene Pläne
  30. 30. 57 Competence Book - MES Roundtable - Eigene Pläne „Das Ziel, also Industrie 4.0 ist ja bekanntermaßen noch recht nebulös – aber auf dem Weg dorthin werden uns und der Fertigungsindustrie viele nützliche Dinge begegnen, die der Produktivitätssteigerung zuträglich sind.“ „Denn Technologien wie Workforce Management Systeme und Manufacturing Execution Systeme erlauben es, die Interessen von Unternehmen und Mitarbeitern in der Industrie 4.0 als neue Kompetenzpartnerschaft zu harmonisieren.“ „Eines der wichtigesten Elemente ist dabei, Chancen und erste Ergebnisse frühzeitig zu kommunizieren und damit das Vertrauen in das Gelingen der Transformation zu fördern [...].“ Prof. Dr.-Ing. Jürgen Kletti Burkhard Röhrig Karl M. Tröger Eigene Pläne ©GFOS/CatrinMoritz
  31. 31. 58 Competence Book - MES Roundtable - Eigene Pläne Prof. Dr.-Ing. Jürgen Kletti Wie bei jeder größeren Veränderung ist die Information darüber – also die Trans- parenz – von essenzieller Bedeutung. Die Betroffenen müssen wissen, was auf sie zukommt, die Veränderungen bzw. deren Notwendigkeit verstehen und diese auch akzeptieren. Kurz gesagt: Change-Management wird für den Wandel – oder wie Sie es nennen die Transformation – unverzichtbar sein. Speziell im Kreis unserer Anwender setzen wir auf einen regen Erfahrungsaustausch. Beispielsweise werden wir im Rahmen der diesjährigen Anwenderkonferenz im Sep- tember einen Vortrag von einem MES-Anwender hören, der durch unser MES HYD- RA sein Unternehmen zur Industrie 4.0 führt. Diese Verknüpfung von HYDRA mit Industrie 4.0 stammt dabei nicht von uns, sondern wurde vom Anwender selbst her- gestellt, um den eigenen Mitarbeitern ein erstrebenswertes Ziel vor Augen zu halten. Wie schon Johann Wolfgang von Goethe im Jahr 1788 zu einer Freundin Caroline Herder sagte: „Man reist ja nicht, um anzukommen, sondern um zu reisen.“ Konfu- tius sagt es noch treffender: „Der Weg ist das Ziel“. Ich denke, dass passt beides ganz gut zur aktuellen Transformation und zu Industrie 4.0. Das Ziel, also Industrie 4.0 ist ja bekanntermaßen noch recht nebulös – aber auf dem Weg dorthin werden uns und der Fertigungsindustrie viele nützliche Dinge begegnen, die der Produktivitätsstei- gerung zuträglich sind. Wir müssen nur den Mut haben, Dinge zu bewegen und Ver- besserungen ins Rollen zu bringen. Daher sind wir mit der aktuellen Situation schon recht zufrieden, da viele Fertigungsunternehmen Industrie 4.0 am Horizont erken- nen und sich auf den Weg machen wollen. Wir unterstützen diese Unternehmen auf Ihrem Weg sowohl durch integrierte MES-Lösungen als auch durch Beratung bezüg- lich methodischer Verbesserungen. Solange dieser Trend anhält, werden wir unsere aktuelle Strategie aufrechterhalten und auch weiterhin an den Herausforderungen der zukünftigen Fertigungsszenarien forschen und mit unserem Zukunftskonzept MES 4.0 (www.mes40.de) praxistaugliche Lösungsansätze ausarbeiten. Es gibt noch viel zu tun, aber wir haben auch schon viel geschafft. Lassen Sie uns nun auch den restlichen Weg gehen! Eigene Pläne „Das Ziel, also Industrie 4.0 ist ja bekanntermaßen noch recht nebulös – aber auf dem Weg dorthin werden uns und der Fertigungsindustrie viele nützliche Dinge begegnen, die der Produktivitätssteigerung zuträglich sind.“ Prof. Dr.-Ing. Jürgen Kletti
  32. 32. 59 Competence Book - MES Roundtable - Eigene Pläne Franz Eduard Gruber Der Wettkampf zwischen Europa, Amerika und Asien um die Führungsposition in Industrie 4.0 oder Industrial Internet ist groß. Die US-Amerikaner haben durch die Internetgiganten im Consumerbereich einen uneinholbaren Vorsprung. Für die In- dustrie 4.0 gibt es in Deutschland zahlreiche Leuchtturmbeispiele. Doch das Glas ist erst halb voll: Deutsche Unternehmen sollten, ohne auf Politik und Verbände zu war- ten, noch viel mehr Elan und Entschlossenheit für die vierte industrielle Revolution aufbringen, denn die Zukunft ist digital. Zum Informationsaustausch und zur Kollaboration für ein Transformationswunder Deutschland trägt FORCAM seit vielen Jahren bei. In der Presse wurden wir schon als Pionier der Industrie 4.0 bezeichnet. In diesem Jahr haben wir bereits zum zwölften Mal unseren Produktivitätskongress FIT ausgerichtet. Top-Manager unserer Kunden präsentieren Interessierten ihre Maßnahmen und Erfolge in Sachen smarte Produk- tion. Produktseitig wollen wir aktuell vor allem Mittelständlern den Einstieg leicht ma- chen und bieten ein Smart Factory STARTERT KIT an. Das ist Industrie 4.0 „out of the box“ – ein fertig konfektioniertes Leistungspaket für ein Pilotprojekt von drei Monaten zum Festpreis von 20.000 Euro. Enthalten sind eine Basisversion unserer cloudfähigen Software, der Anschluss von drei unterschiedlichen Maschinensteue- rungen (MT CONNECT, Siemens, proprietäre Steuerungen) sowie Beratungs- und Schulungsleistungen. In diesen drei Monaten schaffen die Unternehmen Produktivi- tätssteigerungen von durchschnittlich acht Prozent. Dieser Erfolg wird im weiteren Rollout in deutlich zweistellige Prozentbereiche gesteigert. Eigene Pläne „Deutsche Unternehmen sollten, ohne auf Politik und Verbände zu warten, noch viel mehr Elan und Entschlossenheit für die vierte industrielle Revolution aufbringen, denn die Zukunft ist digital.“ Franz Eduard Gruber
  33. 33. 60 Competence Book - MES Roundtable - Eigene Pläne Burkhard Röhrig Auch beim VDMA genießen diese Themen eine entsprechende Aufmerksamkeit. Schon viele Jahre begleitet der VDMA Arbeitskreis MES die Standardisierung von Kennzahlen, die Zukunftsinitiative Industrie 4.0 wird gemeinschaftlich von VDMA, BITKOM und ZVEI getragen. Deswegen ist es für mich, als Vorstandsvorsitzender des VDMA Fachverbands Soft- ware, eine wichtige Aufgabe, diese Themen mit zu begleiten. Dabei werden wir na- türlich auch die angehenden Themen, wie z. B. die weitere Normung von MES und deren Kennzahlen, auf ihrem Zukunftsweg unterstützen. Darüber hinaus spielt das Thema Sicherheit eine große Rolle: Ein sicherer Informa- tionsaustausch entlang des gesamten Produktionsprozesses ist essenziell für die Ak- zeptanz und das Funktionieren von Industrie 4.0. Dies umfasst die Maschinen, deren Komponenten, aber auch die ausgetauschten Daten und betroffene Prozesse sowie beteiligte organisatorische Einheiten. Wir von der GFOS und vom VDMA versuchen durch das Bereitstellen von Informa- tionen und durch das Beraten in diesem Themengebiert unseren Beitrag zu leisten. Darüber hinaus bieten wir als IT-Unternehmen natürlich auch ganz praktisch Werk- zeuge, die Unternehmen auf ihrem Weg zu Industrie 4.0 (Human) unterstützen sol- len. Denn Technologien wie Workforce Management Systeme und Manufacturing Execution Systeme erlauben es, die Interessen von Unternehmen und Mitarbeitern in der Industrie 4.0 als neue Kompetenzpartnerschaft zu harmonisieren. Eigene Pläne „Denn Technologien wie Workforce Management Systeme und Manufacturing Execution Systeme erlauben es, die Interessen von Unternehmen und Mitarbeitern in der Industrie 4.0 als neue Kompetenzpartnerschaft zu harmonisieren.“ Burkhard Röhrig ©GFOS/CatrinMoritz
  34. 34. 61 Competence Book - MES Roundtable - Eigene Pläne Karl M. Tröger Zu diesem Thema ist schon viel geschrieben worden. Meine persönliche Meinung finden Sie am besten beschrieben in einem Artikel in der Huffington Post. Dort finden Sie die 11 Ideen zur erfolgreichen Umsetzung der Transformationsprozesse. Eines der wichtigsten Elemente ist dabei, Chancen und erste Ergebnisse frühzeitig zu kommunizieren und damit das Vertrauen in das Gelingen der Transformation zu fördern und Know-How Träger zu involvieren und zu begeistern. Nur dann werden wir erfolgreich sein und Erfolg ist das Einzige das zählt! Im Zentrum von „Industrie 4.0“ steht mit dem Begriff der „Kollaborationsprodukti- vität“ eine neue Dimension der Leistungsfähigkeit der Wertschöpfungsaktivitäten, mit deren Hilfe eine deutliche Produktivitätssteigerung erwartet wird. Es werden enorme Potenziale durch die Umsetzung der hinter Industrie 4.0 stehenden Ideen erwartet. Dennoch ist der Bekanntheitsgrad der Konzepte von Industrie 4.0 und ers- ter Erfolgsbeispiele bisher als eher gering einzuschätzen. Diese Diskrepanz zwischen der Beschreibung der wirtschaftlichen Potentiale und der Wahrnehmung in der In- dustrie muss überwunden werden. Das „Team Deutschland“ braucht einen entspre- chenden sichtbaren Team-Spirit. Die Ausbildung der kommenden Generationen von Arbeitskräften ist auf die zukünftigen Anforderungen auszurichten („Master of Inte- roperation and Business Integration“). Eigene Pläne „Eines der wichtigsten Elemente ist dabei, Chancen und erste Ergebnisse frühzeitig zu kommunizieren und damit das Vertrauen in das Gelingen der Transformation zu fördern [...].“ Karl M. Tröger

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