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Gedanken sind real

Verfasser:                          Prentice Mulford
                                    (1834 - 1891)


Originaltitel:                      Thoughts Are Things


Verfasst:                           1889


Erstmals veröffentlicht:            1908 von G.Bell and Sons Ltd.
                                    London


Übersetzung:                        Benno Schmid-Wilhelm


Titelbildgestaltung:                Vaughan Davidson


Herausgeber,
sowie weitere Artikel und Infos http://www.i-bux.com
über bewusste Lebensgestaltung: service@i-bux.com

Herausgabejahr (E-Book):            2010

Download-URL                        http://i-bux.eu/shop/


Seitenzahl                          121


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Dieses E-Book wurde nach bestem Wissen und Gewissen erstellt und
spiegelt die Standpunkte und Erkenntnisse des Verfassers wieder.

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                                                                        Seite
Prentice Mulford
Einige Angaben zum Autor:




Prentice Mulford wurde 1834 in Sag Harbor
auf der amerikanischen Insel Long Island geboren.
Dort verstarb er im Jahre 1891.

Seine Eltern waren deutschstämmig; von seiner Großmutter
erlernte er die deutsche Sprache.

Er führte ein recht abenteuerliches Leben; unter anderem war er
als Goldgräber, Matrose, Schiffskoch, Schullehrer und schließlich
als Verfasser humoristischer Kurzgeschichten tätig.

Als er sich aus dem Berufsleben zurückzog, war er alles andere
als wohlhabend. Fünf Jahre später verabschiedete sich aus diesem
physischen Leben ohne irgendwelche Anzeichen einer Krankheit,
als er allein mit dem Kanu unterwegs war.

In diesen fünf letzten Lebensjahren befasste er sich intensiv mit
spirituellen Gesetzen und veröffentlichte seine entsprechenden
Gedanken. Er sagte das Flugzeug und das Radio voraus.

Vielen Leuten mögen diese Gedanken wie Hirngespinste erscheinen;
für andere sind sie unbezahlbare Wahrheiten.

Es ist nicht unser Anliegen, diese Gedankengänge zu bewerten
oder aus heutiger Erkenntnissicht zu beurteilen, wir wollen uns
vielmehr mit einer bloßen Übersetzung begnügen, und es anderen
überlassen, vereinzelte Diskrepanzen und Unstimmigkeiten - welche
durchaus gefunden werden könnten - aufzuzeigen und zu zerreden.

Dass Prentice Mulford ein weiser und undogmatischer Lehrer war,
ist seinen eigenen Worten zu entnehmen:

“Im spirituellen Bereich ist jeder Mensch sein eigener Entdecker und
Sie brauchen sich keine Sorgen zu machen, wenn Ihre Entdeckungen
von anderen nicht geteilt werden.
Es ist nicht Ihre Aufgabe, Druck auszuüben!”

Mulford gebührt das Verdienst, ein Vordenker und Pionier in der
Aufzeichnung von Gedankengut gewesen zu sein, das heute überall
auf der Welt von aufgeschlossenen Menschen aufgegriffen wird.

Sein Einfluß ist in vielen einschlägigen Schriften anderer Lehrer
leicht wiederzuerkennen.




                                                                       Seite 3
inhaltsverzeichnis


Kapitel 1
Das materielle und das spirituelle Bewustsein                  4

Kapitel 
Über unsere Beziehungen                                      13

Kapitel 3
Gedankenströme                                                5

Kapitel 4
Eine Möglichkeit, um mehr Mut zu erlangen                     36

Kapitel 5
Nach vorwärts blicken                                         45

Kapitel 6
Das unendliche Bewusstein der Natur                           56

Kapitel 7
Einige universelle Prinzipien für Gesundheit und Schönheit    65

Kapitel 8
Menagerie des Horrors                                         73

Kapitel 9
Der Gott in Ihnen                                             75

Kapitel 10
Die Heilkraft des Bewusstseins                               85

Kapitel 11
Unsterblichkeit im Fleische                                  93

Kapitel 1
Hehres Trachten                                              103

Kapitel 13
Neues Denken                                                 113




                                                                   Seite 4
KaPitel 1:

das Materielle und das sPirituelle
Bewusstsein
Zu jedem Menschen gehört ein höheres und ein niederes Selbst -
ein spirituelles Selbst (oder Bewusstsein), das über sehr lange Zeit
herangewachsen ist und ein körperliches Selbst, das erst gestern
entstanden ist.
Das Höhere Selbst ist voller Ideen, Anregungen und Sehnsüchte.

Diese erhält es vom Allbewusstsein.

Für das niedere Selbst ist all das nur wildes und visionäres Zeug.
Das Höhere Selbst sieht Möglichkeiten, die weit über das hinaus-
gehen, was wir Menschenkinder erkennen können. Das niedere
Selbst sagt, dass wir immerzu nur so weiterleben können, wie wir
es bislang getan haben.

Das Höhere Selbst will frei sein; es will die Fessel der Begrenzungen,
der Schmerzen und Behinderungen des Körperlichen abstreifen.
Das niedere Selbst sagt, dass wir zum Leiden geboren seien, dass
wir krank sein müssten und nicht anders könnten wie alle unsere
Vorfahren.

Das Höhere Selbst will seinen eigenen Standard dafür, was richtig
und was falsch ist. Das niedere Selbst jedoch sagt, dass wir die
Vorgaben der anderen zu akzeptieren und uns lange gehegten Mei-
nungen und Vorurteilen zu beugen hätten.

“Deinem eigenen Selbst sei treu”, so lautet ein oft geäußerter Wahl-
spruch. Doch von welchem Selbst ist hier die Rede?

Vom höheren oder vom niederen?

In gewisser Weise besitzen Sie zwei Bewusstseinsbereiche: Den
körperlichen und den spirituellen.

Das Spirituelle ist eine Kraft und ein Rätsel zugleich. Was wir wis-
sen, ist, dass es das Geistige oder Spirituelle gibt. Wir wissen auch,
dass es ständig am Wirken ist und dass es die Ursache für alles ist,
was wir über die Sinnesorgane erkennen können.

Was wir von etwas - zum Beispiel von einem Baum, einem Stein,
aber auch von einem Tier oder Menschen - sehen können, ist nur
ein Teil davon.

Es gibt ein Kraft, die solche Gegenstände oder Objekte eine Zeitlang
in der für uns sichtbaren Gestalt zusammenhält. Diese Kraft wirkt
mehr oder weniger stark ständig auf diese Dinge ein. Sie sorgt da-
für, dass die Blume zum Erblühen gelangt.
                                                                         Seite 5
Sobald sie nicht mehr auf die Blume einwirkt, wird dies von uns als
“Verwelkung” erkannt. Sie verändert die Gestalt sämtlicher Formen
der so genannten geordneten Materie fortwährend. Ein Tier, eine
Pflanze oder ein Mensch sind in der physischen Gestalt nicht das,
was sie nächsten Monat oder nächstes Jahr sein werden.

Diese allem zugrunde liegende, ständig wirkende und ständig ver-
ändernde Kraft, die in gewisser Weise alles erschafft, nennen wir
“Geist” oder “das Spirituelle”.

Wir besitzen die Macht, diese Kraft, die wir “spirituelles Bewusst-
sein” nennen, so zu lenken, dass sie uns Gesundheit, Lebensglück
und Seelenfrieden verschafft - sobald wir sie erkennen.

Da wir aus dieser Kraft zusammengesetzt sind, ziehen wir immer
mehr von ihr an und machen sie zu einem Teil unser selbst.
Je mehr wir von dieser Kraft aufnehmen, umso größer wird auch
unsere Erkenntnis.

Anfänglich lassen wir zu, dass sie blind wirkt. Wir befinden uns dann
einem Zustand, der als das “materielle Bewusstsein” bekannt ist.

Doch in dem Maße, in dem das Bewusstsein wächst und seine
Macht zunimmt, wird es auch wacher und es stellt Fragen wie:

“Warum gibt es im physischen Leben so viel Leid, Kummer und Ent-
täuschung?”

“Warum scheint es, als seien wir zum Erdulden und Verkümmern
geboren?”

Solche Fragen sind der erste Schrei des Erwachens des spirituellen
Bewusstseins und, ernsthaft gestellt, verlangen solche Fragen zur
rechten Zeit nach einer Antwort.

Das materielle Bewusstsein ist ein Teil von Ihnen. Es gehört zum
Körper und wird von ihm erzogen. Es ist so, als würden Sie einem
Kind beibringen, dass ein Dampfschiff von den Schaufelrädern an-
getrieben wird, ihm aber nichts über den Dampf erzählen. Doch die
wahre Kraft kommt vom Dampf.

Mit einem solchen Halbwissen ausgestattet, würde das Kind anneh-
men, dass die stillstehenden Räder der Grund seien, warum sich
das Schiff nicht weiterbewegt und es würde nicht auf den Gedanken
kommen, die Ursache woanders zu suchen. Doch die Reparatur der
Räder wäre völlig unzureichend.
Ähnlich verhält es sich bei Menschen, die davon ausgehen, dass sie
nur eine Reparatur ihres physischen Körpers vorzunehmen bräuch-
ten, um gesünder zu werden, die jedoch übersehen, dass der wahre
Grund im Bewusstsein liegt.

Das materielle Bewusstsein sieht, denkt und beurteilt alles aus-
schließlich aus der materiellen oder physischen Sicht. Es sieht den
eigenen Körper und meint, dass dies bereits alles sei.


                                                                        Seite 6
Das spirituelle Bewusstsein sieht den Körper als Instrument des
Bewusstseins oder wahren Selbsts im Umgang mit der Materie.
Das materielle Bewusstsein sieht den Tod des Körpers als das
Ende all dessen, was Sie sind.

Das spirituelle Bewusstsein sieht im Tod es Körpers lediglich ein
Abfallen eines ausgeleierten Instruments vom Geist. Es weiß, dass
Sie genau wie vorher, wenngleich für das physische Auge unsicht-
bar, weiterbestehen. Das materielle Bewusstsein geht davon aus,
dass Ihre körperliche Stärke ausschließlich von Ihren Muskeln und
Sehnen kommt, nicht aber von der körperlosen Quelle.

Es sieht in Überzeugungshilfen wie der Zunge oder einem Schreib-
stift die einzige Möglichkeit, mit anderen Menschen auf ein Ziel
hinzuwirken, während das spirituelle Bewusstsein zur rechten Zeit
begreift, dass Ihre Gedanken zu Gunsten oder zu Ungunsten Ihrer
Interessen auf andere Menschen einwirken, auch wenn sich diese
körperlich viele tausende von Meilen entfernt aufhalten.

Für das materielle Bewusstsein sind seine Gedanken keine fak-
tischen Elemente wie etwa Luft oder Wasser. Das spirituelle Be-
wusstsein weiß, dass jeder einzelne der tausende der geheimen Ge-
danken, welche es täglich denkt, real sind und auf das Bewusstsein
des Menschen, zu dem sie gesandt werden, einwirken.

Das spirituelle Bewusstsein weiß, dass Materie nur der der Aus-
druck des Geistigen ist und dass sich diese Materie ständig im
Einklang mit dem Geistigen, das sich dadurch Ausdruck verschafft,
verändert. Wenn der Gedanke an Gesundheit, Stärke und Gene-
sung ständig im Bewusstsein gehalten wird, wird er sich im Körper
ausdrücken.

Das materielle Bewusstsein denkt ans Materielle und begrenzt sich
auf das, was über die Sinnesorgane aufgenommen wird. Dies hält
es für den größten Teil dessen, was existiert.

Das spirituelle Bewusstsein sieht im Materiellen den roheren Aus-
druck des Geistigen und den kleineren Teil dessen, was existiert.

Das materielle Bewusstsein wird angesichts von Verfall traurig.
Das spirituelle Bewusstsein misst dem Verfall nur wenig Bedeutung
bei, wohlwissend, dass der allem innewohnende Geist oder die be-
wegende Kraft durch diesen Verfall nur den toten Körper oder den
verfaulten Baum nimmt, und ihn eine Zeitlang wieder in eine neue
physische Gestalt voller Leben und Schönheit bringt.

Das materielle oder körperliche Bewusstsein meint, dass seine phy-
sischen Sinne wie Hören, Sehen oder Fühlen alle Sinne seien, die
der Mensch besitzt.

Das höhere Bewusstsein weiß hingegen, dass es auch noch weitere
Sinne besitzt, die den physischen zwar ähnlich, aber viel mächtiger
sind.

Das materielle Bewusstsein wurde auch als “sterbliches” oder
“fleischliches” Bewusstsein bezeichnet. Gemeint ist immer dassel-
be, vom Körper falsch instruierte Bewusstsein.                        Seite 7
Falls Sie von Menschen aufgezogen worden wären, die felsenfest
daran glauben, dass die Erde flach sei und sich nicht um die Sonne
drehe, würden Sie dies zumindest während Ihrer Kindheit glauben.

In unseren jungen Jahren nehmen wir die Gedanken und Glaubens-
sätze derjenigen, die uns am nächsten stehen, auf, und wenn die-
se Menschen der Meinung sind, dass es außer dem Körperlichen
nichts gibt und alles nur anhand ihrer physischen Interpretation be-
urteilen, so eigenen wir uns diese Sicht an und bilden das materielle
Bewusstsein heraus.

Das materielle Bewusstsein sieht das, was es für Auflösung und
Verfall hält, und weiß nichts über die Tatsache, dass das wahre
Selbst oder die höhere Intelligenz bei dem, was sich uns als Tod
darstellt, nur eine Hülle abstreift.

Deshalb kann es Beklommenheit und Traurigkeit nicht vermeiden.
Eine Folge davon ist, dass der Mensch möglichst viel Spaß und Ver-
gnügen haben will, solange er in seinem physischen Körper weilt.

Das ist ein großer Fehler!

So gewonnene Vergnügen können nicht von Dauer sein. Sie bringen
mehr Elend und Enttäuschungen als Freuden mit sich.

Das spirituelle Bewusstsein lehrt, dass Freude das große Ziel des
Lebens ist. Es weist jedoch andere Möglichkeiten aus, um dauer-
haftes Glück zu erlangen als die, die vom materiellen Bewusstsein
kommen.

Das spirituelle Bewusstsein, das für die höheren und neueren Le-
benskräfte offen ist, lehrt uns, dass es Gesetzmäßigkeiten gibt, die
die Existenz jedes physischen Sinns regeln. Wenn wir diese Gesetz-
mäßigkeiten lernen und beachten, sind unsere Freuden und Be-
sitztümer nicht mehr die Quelle von Leid, wie dies so oft der Fall
ist.

Mit dem “spirituellen Bewusstsein” ist eine klare geistige Sicht der
Dinge und Kräfte, die sowohl in uns als auch im Universum beste-
hen, gemeint. Leider sind diese der menschlichen Rasse überwie-
gend verborgen.

Wir haben nur einen kleinen Einblick in diese Kräfte, wobei einige
einen klareren Blick als andere haben.

Dennoch hat sich genug gezeigt, um einige wenige davon zu über-
zeugen, dass die Ursachen für Krankheit, Sorgen und Enttäu-
schungen bisher von den Menschen nicht in der gesamten Trag-
breite erkannt wurden.

Insgesamt lässt sich die menschliche Rasse mit Kindern verglei-
chen, die glauben, dass der Müller die Flügel der Windmühle mit
seinen eigenen Armen drehe, weil man es ihnen so weisgemacht
hat. In diesem Glauben belassen, würden sie nie erfahren, dass die
eigentliche Antriebskraft der Wind ist.

                                                                        Seite 8
Dieser Vergleich ist keinesfalls aus der Luft gegriffen; er veranschau-
lich die Unwissenheit der Menschen, die die Vorstellung ablehnen,
dass das Denken ebenso ein Element ist wie Luft, und da Gedanken
von einzelnen Menschen ebenso wie von großen Menschengruppen
blindlings hin- und hergewirbelt werden, fallen die Ergebnisse biswei-
len gut und bisweilen schlecht aus.

Ein Anzug ist nicht der Körper, der diesen Anzug trägt. Doch das
materielle Bewusstsein sieht es so. Es sieht nur den Anzug des
Geistes und weiß nicht, dass Körper und Geist zwei verschiedene
Dinge sind.


Für das materielle Bewusstsein ist der Anzug (der Körper) alles,
was einen Menschen ausmacht. Wenn ein Mensch aufgrund seiner
Schwäche zerfällt, sieht es nur, dass der Anzug nicht mehr heil ist
und deshalb richtet es all sein Bemühen darauf, den Anzug stärker
zu machen, nicht aber die Macht, die den Anzug geschaffen hat.

Wahrscheinlich gibt es keine zwei Menschen, die haargenau diesel-
ben sind, was ihr materielles und spirituelles Bewusstsein angeht.

Bei einigen Menschen scheint das spirituelle Bewusstsein im Tief-
schlag zu liegen. Bei anderen hat es bereits begonnen, sich ein we-
nig zu strecken und sich die Augen zu reiben. Das Meiste erscheint
jedoch nach wie vor verschwommen und unklar.

Andere sind bereits hellwach.

Diese Menschen fühlen in unterschiedlichem Maße, dass Kräfte zu
ihnen gehören, von denen sie vorher nie etwas gehört haben. Bei
diesen Menschen ist der Zwiespalt zwischen dem materiellen und
dem spirituellen Bewusstsein häufig am stärksten und nicht selten
werden diese inneren Kämpfe von körperlichem Unwohlsein oder
Schmerzen begleitet.

Solange das materielle Bewusstsein noch nicht von den Wahrheiten
überzeugt ist, befindet es sich mit dem spirituellen Bewusstsein in
einem ständigen Kriegszustand. Dem unwissenden Teil von Ihnen
gefällt es gar nicht, dass er seine langgehegten Denkgewohnheiten
aufgeben soll.

Es kostet Mühe, sich daran zu gewöhnen, dass wir uns einer Täu-
schung hingegeben haben und dass wir umzudenken hätten.

Je dicker das verkrustete Denken im Laufe der Jahre geworden ist,
umso mehr ist ihm jede Änderung zuwider. Es möchte so weiter-
machen wie bisher, wie ein Ewiggestriger, der sich nach der Mode
der Vergangenheit kleidet und jeden Tag um dieselbe Zeit zur Arbeit
geht.

Ab einem gewissen Alter lehnt es die Vorstellung ab, hinzulernen
zu müssen. Der Malerei oder der Musik, welche den Geist in neue
Bahnen lenken und ihm Muse vergönnen, kann es sich dann nicht
mehr hingeben.

                                                                          Seite 9
Das materielle Bewusstsein sieht in der Ausübung einer Kunst
nur dann etwas Nützliches, wenn sie ihm Geld verschafft. Nur der
Abwechslung willen oder um auf neue Gedanken zu kommen oder
mehr Vitalität und Gesundheit zu erlangen, einer Kunst nachzuge-
hen, ist ihm wesensfremd.

Es bildet sich ein, es sei “zu alt zum Lernen”.

Das ist der Zustand, in den viele Menschen in der Mitte ihres Le-
bens verfallen. Sie wollen “langsamer machen”. Sie zählen sich zum
“alten Eisen”. Ihr materielles Bewusstsein sagt ihnen, dass es von
nun bergab gehe, dass sie jetzt immer schwächer würden und dass
der Verfall ständig näher komme.

Das materielle Bewusstsein sagt, dass dies immer schon so gewe-
sen sei. Deshalb müsse es auch künftig so sein. Diese Vorstellung
wird nicht weiter hinterfragt.

Diese Leute sagen sich: “Anders geht es nicht!”

Zu sagen, dass etwas unvermeidbar sei, heißt, ihm die Kraft zur Un-
vermeidbarkeit zu verleihen. Das materielle Bewusstsein sieht dann,
dass der Körper immer schwächer wird, auch wenn ihm dies nicht
gefällt, und verdrängt dies immer mehr.

Doch ab und zu drängt sich diese Vorstellung wieder auf. Gleich-
altrige versterben und so meldet sich wieder der Gedanke, dass dies
eben der “Lauf der Dinge” sei - was noch mehr zum Verfall beiträgt.

Das erleuchtetere spirituelle Bewusstsein sagt: “Wenn du Krankheit
fernhalten willst, denke mehr an Gesundheit, Stärke und Vitalität.
Achte auf starke und kräfte Dinge, zum Beispiel vorüberziehende
Wolken, frische Meeresluft, Wasserfälle, Baumlandschaften oder
Vögel voller Leben und Beweglichkeit. Denn dadurch ziehst du ge-
sunde und lebensspendende Gedanken an.

Vor allem aber bemühe dich darum, dieser Höheren Macht zu ver-
trauen, die diese Dinge und noch viel mehr erschaffen hat und wel-
che der endlose und unerschöpfliche Teil deines Höheren Selbst -
oder spirituellen Bewusstseins - ist, und je mehr Glauben du in diese
Macht setzen kannst, umso mehr Macht wirst du selbst erlangen.”

“Unsinn” - erwidert das materielle Bewusstsein. “Wenn mein Kör-
per krank ist, muss ich etwas haben, um ihn zu heilen. Ich brauche
etwas, das ich sehen und anfassen kann. Das ist das Einzige, was
ich tun kann. Wie ich denke, spielt überhaupt keine Rolle für meine
Gesundheit.”

Ein Bewusstsein, dem diese Zusammenhänge neu sind, das aber
gerade am Erwachen ist, wird sich in vielen Fällen von seinem eige-
nen materiellen und ungebildeten Bewusstsein diese Zusammen-
hänge lächerlich machen lassen. Dazu kommt die Wahrscheinlich-
keit, dass es von den materiellen und unwissenden Bewusstseinen
seiner Mitmenschen tatkräftige Schützenhilfe erfährt.


                                                                        Seite 10
Dies sind Menschen, die nicht so weit sehen können wie ein ande-
rer mit einem Fernrohr, und welche das, was der durch das Fern-
rohr Blickende erkennen kann, rundweg ablehnen. Auch wenn diese
Leute kein einziges Wort sprechen oder mit dem anderen, dessen
Bewusstsein teilweise bereits weiter entwickelt, nicht diskutieren,
wirken ihre Gedanken doch auf das Bewusstsein des Fortgeschrit-
teneren ein und vernebeln ihm den Blick.

Sobald sich das spirituelle Bewusstsein jedoch angeschickt hat, auf-
zuwachen, kann es durch nichts davon abgehalten werden, noch
wacher zu werden, auch wenn das materielle Bewusstsein alles da-
ran setzt, um dies zu verhindern.

“Manchmal kann sich dein wahres Selbst auch an einer Stelle auf-
halten, wo dein Körper nicht ist”, sagt das spirituelle Bewusstsein.
“Es ist dort, wo dein Bewusstsein ist - in der Firma, in der Werkstatt
oder bei dem Menschen, der dir lieb ist, und diese Orte können weit
von dem Platz entfernt sein, wo dein Körper derzeit ist. Dein wahres
Selbst bewegt sich mit einer unwahrscheinlich rasanten Geschwin-
digkeit.”

“Unsinn” sagt das materielle Bewusstsein. “Ich bin dort, wo mein
Körper ist und sonst nirgends.”

Viele Gedanken, die du als visionär, als Hirngespinste oder Einbil-
dungen ablehnst, kommen von deinem spirituellen Bewusstsein.
Abgelehnt werden sie nur von deinem materiellen Bewusstsein.

Keine dieser Ideen kommt, ohne auch eine Wahrheit zu enthalten.
Doch diese Wahrheit zeigt sich vielleicht nicht sofort auf vollkom-
mene Weise. Vor zweihundert Jahren mag es ein Bewusstsein
gegeben haben, dass den Dampf als Antriebskraft gesehen hat.
Doch dieser Dampf konnte nicht so genutzt werden, wie wir dies
heute tun. Es musste zunächst ein Wachstumsprozess durchlau-
fen werden - wir brauchten erst gewisse Verbesserungen bei der
Herstellung von Eisen, beim Straßenbau und bei den Ansprüchen
der Menschen.

Dennoch war die Idee als solche bereits Wahrheit.

Indem mehrere Bewusstseine daran festhielten, konnte sich Dampf
als Antriebskraft in der heutigen Perfektion herausbilden, auch
wenn dumme, materielle und unwissende Bewusstseine dagegen
gekämpft haben und diese Barrieren erst überwunden werden
mussten.

Wenn Sie eine Idee haben und sich im Grunde sagen: “So etwas
kann ich mir durchaus vorstellen, auch wenn ich jetzt noch nicht er-
kennen kann, wie das gehen soll”, beseitigen Sie eine große Hürde
auf dem Weg zu ihrer Verwirklichung.

Das spirituelle Bewusstsein kann heute eine ihm innewohnende
Macht sehen, um in der physischen Welt Ergebnisse zu verwirkli-
chen, von denen die Massen keine Vorstellung haben.


                                                                         Seite 11
Was die Möglichkeiten des Lebens betrifft, stecken wir nach wie
vor in tiefer Unwissenheit. Das spirituelle Bewusstsein kann das er-
kennen. Es sieht aber auch einige Dinge, zum Beispiel vollkommene
Gesundheit, Freiheit vor Verfall, Schwäche und Tod des Körpers,
Reisen unabhängig vom Körper und Methoden, um über stilles Den-
ken notwendige und wünschenswerte materielle Dinge zu erhalten,
die einzeln oder in Zusammenarbeit mit anderen erreicht werden
können.

Der erstrebenswerte Geisteszustand ist die völlige Beherrschung
des spirituellen Bewusstseins. Das bedeutet keinesfalls Herrschaft
im Sinne einer tyrannischen Machtausübung des spirituellen Be-
wusstseins über das materielle Bewusstsein!

Es bedeutet lediglich, dass das materielle Bewusstsein so weit bei-
seite gedrückt wird, dass sein sturer Widerstand und seine Gegner-
schaft gegenüber Eingebungen aus dem spirituellen Bereich keinen
Schaden mehr anrichten können.

Es bedeutet auch, dass der Körper ein williger Diener oder Helfer
des Geistes wird und dass sich das materielle Bewusstsein nicht
mehr als die vorherrschende Kraft durchzusetzen versucht, wo ihm
doch in Wirklichkeit eine untergeordnete Rolle zukommt. Dann kann
der Körper als Erfüllungsgehilfe des spirituellen Bewusstseins seine
Mitarbeit freudig andienen.

Dann befindet sich die gesamte Macht bei Ihrem Geist. Um der
Feindseligkeit des materiellen Bewusstseins entgegen zu wirken,
bedarf es dann keines Kraftaufwandes mehr.

Dann wird die gesamte Kraft für die Förderung unserer Unterneh-
mungen eingesetzt, damit wir materielle Güter erhalten, uns wei-
terentwickeln, Seelenfriede und Glück erlangen, und das erreichen,
was bislang als “Wunder” gilt.

Weder das materielle Bewusstsein noch der physische Körper
sollen überrannt und mit dem spirituellen Bewusstsein verflochten
werden, indem wir strenge Selbstzensur oder Selbstverleugnung
anwenden oder uns eine Selbstbestrafung oder eine asketische Le-
bensweise auferlegen.

Das würde Sie nur zu einem härteren, gnadenloseren und verbit-
tertem Menschen machen, und Sie würden weder sich selbst noch
Ihren Mitmenschen einen Gefallen damit erweisen. Aus dieser Ver-
drehung der Wahrheit sind solche Formulierungen wie “Kreuzigung
des Körperlichen” oder “Unterwerfung des tierischen Bewusst-
seins” entstanden.

Solche verquere Denkweisen haben dazu geführt, dass Menschen
in das andere Extrem verfallen und in Selbstbestrafung und Selbst-
verleugnung etwas Heiliges sehen.

“Heilig” beinhaltet, dass etwas “heil” im Sinne von “ganz” ist:
Ein gesamtheitliches Wirken des Geistes auf den Körper bezie-
hungsweise die vollkommene Kontrolle des Körperlichen durch das
Geistig-Spirituelle.
                                                                       Seite 1
Wenn Sie aufgrund der Aggressivität des materiellen Bewusst-
seins, oder der Anwandlungen schlechter Launen oder infolge von
Exzessen die Geduld mit sich selbst verlieren, tun Sie niemandem
etwas Gutes, sondern richten nur Schaden an.

Sie sollten sich nicht selbst ausschelten, ebenso wenig wie Sie dies
mit jemandem anderen tun sollten. Sie würden dadurch nur Ener-
gie in diese Abwertung bringen und sie vorübergehend zu einer Re-
alität machen.

Wenn Sie sich selbst der Sünde bezichtigen, machen Sie dies un-
bewusst zu Ihrem Ideal und wachsen unbewusst in diese Haltung
hinein, bis sich das Leidvolle, das mit einem derart ungesunden
Wachstum einher geht, gegen Ihren Körper wendet. Eine solche
Geisteshaltung führt zur Härte, zu einem fehlenden Mitgefühl, zu
unbeugsamen und ungesunden Einstellungen und in der Folge auch
zu körperlichen Beschwerden.

Sobald das materielle Bewusstsein aus dem Weg ist, mit anderen
Worten, sobald wir uns von der Existenz der geistigen Kräfte in uns
selbst und außerhalb von uns überzeugt haben, und wir damit rich-
tig umgehen können (denn auf irgendeine Weise haben wir sie auch
bisher schon genutzt), wird, um Paulus zu zitieren, der “Glaube zum
Sieg” und die Stachel und Angst des Todes werden beseitigt.

Dann wird das Leben ein siegreiches Voranschreiten von der heu-
tigen Freude zur noch größeren morgigen Freude und “leben” ist
dann gleichbedeutend mit “genießen”.




                                                                       Seite 13
KaPitel 2:

ÜBer unsere Beziehungen
Der Mensch, der Ihnen in seiner Denkweise, mit seinem Geschmack
oder Vorlieben am ähnlichsten ist und zu dem Sie sich am meisten
hingezogen fühlen, ist vielleicht nicht Ihr Bruder, Ihre Schwester,
Ihre Cousine oder ein anderer Verwandter.

Aber dieser Mensch steht in einer sehr engen Beziehung zu Ihnen.

Ihre Geschwister können sich in ihrer geistigen Ausrichtung, ihren
Neigungen oder geschmacklichen Präferenzen stark von Ihnen un-
terscheiden.

Sie pflegen zwar den Umgang mit Ihnen, weil sie alle Teil derselben
Familie sind, wenn Sie aber nicht wüssten, dass dies Ihre Geschwi-
ster oder andere Angehörige sind, würden Sie vielleicht überhaupt
keinen Kontakt zu diesen Personen haben.

Bei der wirklichen oder geistigen Beziehung wirkt sich die körper-
liche oder „Blutsverwandschaft“ nur sehr wenig aus. Zwar ist es
durchaus möglich, dass Ihnen ein Vater oder eine Mutter geistig
sehr nahesteht, es ist aber auch möglich, dass Ihr Vater, Ihre Mut-
ter oder Ihre Geschwister geistig in ganz anderen Sphären leben
als Sie.

Sie können nur dann gesund und angenehm leben, wenn andere,
mit denen Sie zusammenleben, eine ähnlich geartete geistige Atmo-
sphäre ausstrahlen.

Das kann in einer körperlichen Verwandschaft zwar der Fall sein, es
ist jedoch nicht zwangsläufig so.

Zwingen Sie einen Arbeiter, dessen Denken kaum über das Essen,
Trinken und sein Tagwerk hinausgehen, dazu, seine Zeit ausschließ-
lich in einem Heim mit Künstlern und Philosophen zu verbringen und
entziehen Sie ihm Seinesgleichen, und es wird nicht lange dauern,
bis dieser Mensch deprimiert und sogar gesundheitlich angeschla-
gen sein wird.

Dasselbe gilt, wenn das weiterentwickelte Bewusstsein gezwungen
wird, dauerhaft mit einem weniger entwickelten Bewusstsein zu
verbringen. Dies könnte unter blutsverwandten Menschen der Fall
sein.

Kinder leben auf, wenn sie in der geistigen Atmosphäre ihrer Spiel-
kameraden herumtollen. Trennen Sie sie davon ab und ihre Lebens-
freude lässt drastisch nach.

Als Kind lebten Sie in dieser Atmosphäre der Kindheit. Sie lebten in
der spirituellen Beziehung der Kindheit und es fand ein Austausch
des Gebens und Nehmens einer spielerischen Umgebung statt.             Seite 14
Gesamtes E-Book
(1 Seiten, DIN-A-4, PDF) erhältich entweder hier:



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oder hier:



      http://www.i-bux.com/Publikationsprogramm.html




Erkenntnisreiche Lektüre wünscht Ihnen




                                                       Seite 15

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  • 1.
  • 2. Gedanken sind real Verfasser: Prentice Mulford (1834 - 1891) Originaltitel: Thoughts Are Things Verfasst: 1889 Erstmals veröffentlicht: 1908 von G.Bell and Sons Ltd. London Übersetzung: Benno Schmid-Wilhelm Titelbildgestaltung: Vaughan Davidson Herausgeber, sowie weitere Artikel und Infos http://www.i-bux.com über bewusste Lebensgestaltung: service@i-bux.com Herausgabejahr (E-Book): 2010 Download-URL http://i-bux.eu/shop/ Seitenzahl 121 Kommentare ausdrücklich erwünscht: http://www.i-bux.com/Beurteilung.html Haftungsfreistellung: Dieses E-Book wurde nach bestem Wissen und Gewissen erstellt und spiegelt die Standpunkte und Erkenntnisse des Verfassers wieder. I-Bux.Com übernimmt keinerlei Garantien oder Haftungen für den Fall einer unsachgemäßen Umsetzung der erteilten Empfehlungen und weist ausdrücklich darauf hin, dass Sie selbst für Ihre Resultate verantwortlich sind. Seite
  • 3. Prentice Mulford Einige Angaben zum Autor: Prentice Mulford wurde 1834 in Sag Harbor auf der amerikanischen Insel Long Island geboren. Dort verstarb er im Jahre 1891. Seine Eltern waren deutschstämmig; von seiner Großmutter erlernte er die deutsche Sprache. Er führte ein recht abenteuerliches Leben; unter anderem war er als Goldgräber, Matrose, Schiffskoch, Schullehrer und schließlich als Verfasser humoristischer Kurzgeschichten tätig. Als er sich aus dem Berufsleben zurückzog, war er alles andere als wohlhabend. Fünf Jahre später verabschiedete sich aus diesem physischen Leben ohne irgendwelche Anzeichen einer Krankheit, als er allein mit dem Kanu unterwegs war. In diesen fünf letzten Lebensjahren befasste er sich intensiv mit spirituellen Gesetzen und veröffentlichte seine entsprechenden Gedanken. Er sagte das Flugzeug und das Radio voraus. Vielen Leuten mögen diese Gedanken wie Hirngespinste erscheinen; für andere sind sie unbezahlbare Wahrheiten. Es ist nicht unser Anliegen, diese Gedankengänge zu bewerten oder aus heutiger Erkenntnissicht zu beurteilen, wir wollen uns vielmehr mit einer bloßen Übersetzung begnügen, und es anderen überlassen, vereinzelte Diskrepanzen und Unstimmigkeiten - welche durchaus gefunden werden könnten - aufzuzeigen und zu zerreden. Dass Prentice Mulford ein weiser und undogmatischer Lehrer war, ist seinen eigenen Worten zu entnehmen: “Im spirituellen Bereich ist jeder Mensch sein eigener Entdecker und Sie brauchen sich keine Sorgen zu machen, wenn Ihre Entdeckungen von anderen nicht geteilt werden. Es ist nicht Ihre Aufgabe, Druck auszuüben!” Mulford gebührt das Verdienst, ein Vordenker und Pionier in der Aufzeichnung von Gedankengut gewesen zu sein, das heute überall auf der Welt von aufgeschlossenen Menschen aufgegriffen wird. Sein Einfluß ist in vielen einschlägigen Schriften anderer Lehrer leicht wiederzuerkennen. Seite 3
  • 4. inhaltsverzeichnis Kapitel 1 Das materielle und das spirituelle Bewustsein 4 Kapitel Über unsere Beziehungen 13 Kapitel 3 Gedankenströme 5 Kapitel 4 Eine Möglichkeit, um mehr Mut zu erlangen 36 Kapitel 5 Nach vorwärts blicken 45 Kapitel 6 Das unendliche Bewusstein der Natur 56 Kapitel 7 Einige universelle Prinzipien für Gesundheit und Schönheit 65 Kapitel 8 Menagerie des Horrors 73 Kapitel 9 Der Gott in Ihnen 75 Kapitel 10 Die Heilkraft des Bewusstseins 85 Kapitel 11 Unsterblichkeit im Fleische 93 Kapitel 1 Hehres Trachten 103 Kapitel 13 Neues Denken 113 Seite 4
  • 5. KaPitel 1: das Materielle und das sPirituelle Bewusstsein Zu jedem Menschen gehört ein höheres und ein niederes Selbst - ein spirituelles Selbst (oder Bewusstsein), das über sehr lange Zeit herangewachsen ist und ein körperliches Selbst, das erst gestern entstanden ist. Das Höhere Selbst ist voller Ideen, Anregungen und Sehnsüchte. Diese erhält es vom Allbewusstsein. Für das niedere Selbst ist all das nur wildes und visionäres Zeug. Das Höhere Selbst sieht Möglichkeiten, die weit über das hinaus- gehen, was wir Menschenkinder erkennen können. Das niedere Selbst sagt, dass wir immerzu nur so weiterleben können, wie wir es bislang getan haben. Das Höhere Selbst will frei sein; es will die Fessel der Begrenzungen, der Schmerzen und Behinderungen des Körperlichen abstreifen. Das niedere Selbst sagt, dass wir zum Leiden geboren seien, dass wir krank sein müssten und nicht anders könnten wie alle unsere Vorfahren. Das Höhere Selbst will seinen eigenen Standard dafür, was richtig und was falsch ist. Das niedere Selbst jedoch sagt, dass wir die Vorgaben der anderen zu akzeptieren und uns lange gehegten Mei- nungen und Vorurteilen zu beugen hätten. “Deinem eigenen Selbst sei treu”, so lautet ein oft geäußerter Wahl- spruch. Doch von welchem Selbst ist hier die Rede? Vom höheren oder vom niederen? In gewisser Weise besitzen Sie zwei Bewusstseinsbereiche: Den körperlichen und den spirituellen. Das Spirituelle ist eine Kraft und ein Rätsel zugleich. Was wir wis- sen, ist, dass es das Geistige oder Spirituelle gibt. Wir wissen auch, dass es ständig am Wirken ist und dass es die Ursache für alles ist, was wir über die Sinnesorgane erkennen können. Was wir von etwas - zum Beispiel von einem Baum, einem Stein, aber auch von einem Tier oder Menschen - sehen können, ist nur ein Teil davon. Es gibt ein Kraft, die solche Gegenstände oder Objekte eine Zeitlang in der für uns sichtbaren Gestalt zusammenhält. Diese Kraft wirkt mehr oder weniger stark ständig auf diese Dinge ein. Sie sorgt da- für, dass die Blume zum Erblühen gelangt. Seite 5
  • 6. Sobald sie nicht mehr auf die Blume einwirkt, wird dies von uns als “Verwelkung” erkannt. Sie verändert die Gestalt sämtlicher Formen der so genannten geordneten Materie fortwährend. Ein Tier, eine Pflanze oder ein Mensch sind in der physischen Gestalt nicht das, was sie nächsten Monat oder nächstes Jahr sein werden. Diese allem zugrunde liegende, ständig wirkende und ständig ver- ändernde Kraft, die in gewisser Weise alles erschafft, nennen wir “Geist” oder “das Spirituelle”. Wir besitzen die Macht, diese Kraft, die wir “spirituelles Bewusst- sein” nennen, so zu lenken, dass sie uns Gesundheit, Lebensglück und Seelenfrieden verschafft - sobald wir sie erkennen. Da wir aus dieser Kraft zusammengesetzt sind, ziehen wir immer mehr von ihr an und machen sie zu einem Teil unser selbst. Je mehr wir von dieser Kraft aufnehmen, umso größer wird auch unsere Erkenntnis. Anfänglich lassen wir zu, dass sie blind wirkt. Wir befinden uns dann einem Zustand, der als das “materielle Bewusstsein” bekannt ist. Doch in dem Maße, in dem das Bewusstsein wächst und seine Macht zunimmt, wird es auch wacher und es stellt Fragen wie: “Warum gibt es im physischen Leben so viel Leid, Kummer und Ent- täuschung?” “Warum scheint es, als seien wir zum Erdulden und Verkümmern geboren?” Solche Fragen sind der erste Schrei des Erwachens des spirituellen Bewusstseins und, ernsthaft gestellt, verlangen solche Fragen zur rechten Zeit nach einer Antwort. Das materielle Bewusstsein ist ein Teil von Ihnen. Es gehört zum Körper und wird von ihm erzogen. Es ist so, als würden Sie einem Kind beibringen, dass ein Dampfschiff von den Schaufelrädern an- getrieben wird, ihm aber nichts über den Dampf erzählen. Doch die wahre Kraft kommt vom Dampf. Mit einem solchen Halbwissen ausgestattet, würde das Kind anneh- men, dass die stillstehenden Räder der Grund seien, warum sich das Schiff nicht weiterbewegt und es würde nicht auf den Gedanken kommen, die Ursache woanders zu suchen. Doch die Reparatur der Räder wäre völlig unzureichend. Ähnlich verhält es sich bei Menschen, die davon ausgehen, dass sie nur eine Reparatur ihres physischen Körpers vorzunehmen bräuch- ten, um gesünder zu werden, die jedoch übersehen, dass der wahre Grund im Bewusstsein liegt. Das materielle Bewusstsein sieht, denkt und beurteilt alles aus- schließlich aus der materiellen oder physischen Sicht. Es sieht den eigenen Körper und meint, dass dies bereits alles sei. Seite 6
  • 7. Das spirituelle Bewusstsein sieht den Körper als Instrument des Bewusstseins oder wahren Selbsts im Umgang mit der Materie. Das materielle Bewusstsein sieht den Tod des Körpers als das Ende all dessen, was Sie sind. Das spirituelle Bewusstsein sieht im Tod es Körpers lediglich ein Abfallen eines ausgeleierten Instruments vom Geist. Es weiß, dass Sie genau wie vorher, wenngleich für das physische Auge unsicht- bar, weiterbestehen. Das materielle Bewusstsein geht davon aus, dass Ihre körperliche Stärke ausschließlich von Ihren Muskeln und Sehnen kommt, nicht aber von der körperlosen Quelle. Es sieht in Überzeugungshilfen wie der Zunge oder einem Schreib- stift die einzige Möglichkeit, mit anderen Menschen auf ein Ziel hinzuwirken, während das spirituelle Bewusstsein zur rechten Zeit begreift, dass Ihre Gedanken zu Gunsten oder zu Ungunsten Ihrer Interessen auf andere Menschen einwirken, auch wenn sich diese körperlich viele tausende von Meilen entfernt aufhalten. Für das materielle Bewusstsein sind seine Gedanken keine fak- tischen Elemente wie etwa Luft oder Wasser. Das spirituelle Be- wusstsein weiß, dass jeder einzelne der tausende der geheimen Ge- danken, welche es täglich denkt, real sind und auf das Bewusstsein des Menschen, zu dem sie gesandt werden, einwirken. Das spirituelle Bewusstsein weiß, dass Materie nur der der Aus- druck des Geistigen ist und dass sich diese Materie ständig im Einklang mit dem Geistigen, das sich dadurch Ausdruck verschafft, verändert. Wenn der Gedanke an Gesundheit, Stärke und Gene- sung ständig im Bewusstsein gehalten wird, wird er sich im Körper ausdrücken. Das materielle Bewusstsein denkt ans Materielle und begrenzt sich auf das, was über die Sinnesorgane aufgenommen wird. Dies hält es für den größten Teil dessen, was existiert. Das spirituelle Bewusstsein sieht im Materiellen den roheren Aus- druck des Geistigen und den kleineren Teil dessen, was existiert. Das materielle Bewusstsein wird angesichts von Verfall traurig. Das spirituelle Bewusstsein misst dem Verfall nur wenig Bedeutung bei, wohlwissend, dass der allem innewohnende Geist oder die be- wegende Kraft durch diesen Verfall nur den toten Körper oder den verfaulten Baum nimmt, und ihn eine Zeitlang wieder in eine neue physische Gestalt voller Leben und Schönheit bringt. Das materielle oder körperliche Bewusstsein meint, dass seine phy- sischen Sinne wie Hören, Sehen oder Fühlen alle Sinne seien, die der Mensch besitzt. Das höhere Bewusstsein weiß hingegen, dass es auch noch weitere Sinne besitzt, die den physischen zwar ähnlich, aber viel mächtiger sind. Das materielle Bewusstsein wurde auch als “sterbliches” oder “fleischliches” Bewusstsein bezeichnet. Gemeint ist immer dassel- be, vom Körper falsch instruierte Bewusstsein. Seite 7
  • 8. Falls Sie von Menschen aufgezogen worden wären, die felsenfest daran glauben, dass die Erde flach sei und sich nicht um die Sonne drehe, würden Sie dies zumindest während Ihrer Kindheit glauben. In unseren jungen Jahren nehmen wir die Gedanken und Glaubens- sätze derjenigen, die uns am nächsten stehen, auf, und wenn die- se Menschen der Meinung sind, dass es außer dem Körperlichen nichts gibt und alles nur anhand ihrer physischen Interpretation be- urteilen, so eigenen wir uns diese Sicht an und bilden das materielle Bewusstsein heraus. Das materielle Bewusstsein sieht das, was es für Auflösung und Verfall hält, und weiß nichts über die Tatsache, dass das wahre Selbst oder die höhere Intelligenz bei dem, was sich uns als Tod darstellt, nur eine Hülle abstreift. Deshalb kann es Beklommenheit und Traurigkeit nicht vermeiden. Eine Folge davon ist, dass der Mensch möglichst viel Spaß und Ver- gnügen haben will, solange er in seinem physischen Körper weilt. Das ist ein großer Fehler! So gewonnene Vergnügen können nicht von Dauer sein. Sie bringen mehr Elend und Enttäuschungen als Freuden mit sich. Das spirituelle Bewusstsein lehrt, dass Freude das große Ziel des Lebens ist. Es weist jedoch andere Möglichkeiten aus, um dauer- haftes Glück zu erlangen als die, die vom materiellen Bewusstsein kommen. Das spirituelle Bewusstsein, das für die höheren und neueren Le- benskräfte offen ist, lehrt uns, dass es Gesetzmäßigkeiten gibt, die die Existenz jedes physischen Sinns regeln. Wenn wir diese Gesetz- mäßigkeiten lernen und beachten, sind unsere Freuden und Be- sitztümer nicht mehr die Quelle von Leid, wie dies so oft der Fall ist. Mit dem “spirituellen Bewusstsein” ist eine klare geistige Sicht der Dinge und Kräfte, die sowohl in uns als auch im Universum beste- hen, gemeint. Leider sind diese der menschlichen Rasse überwie- gend verborgen. Wir haben nur einen kleinen Einblick in diese Kräfte, wobei einige einen klareren Blick als andere haben. Dennoch hat sich genug gezeigt, um einige wenige davon zu über- zeugen, dass die Ursachen für Krankheit, Sorgen und Enttäu- schungen bisher von den Menschen nicht in der gesamten Trag- breite erkannt wurden. Insgesamt lässt sich die menschliche Rasse mit Kindern verglei- chen, die glauben, dass der Müller die Flügel der Windmühle mit seinen eigenen Armen drehe, weil man es ihnen so weisgemacht hat. In diesem Glauben belassen, würden sie nie erfahren, dass die eigentliche Antriebskraft der Wind ist. Seite 8
  • 9. Dieser Vergleich ist keinesfalls aus der Luft gegriffen; er veranschau- lich die Unwissenheit der Menschen, die die Vorstellung ablehnen, dass das Denken ebenso ein Element ist wie Luft, und da Gedanken von einzelnen Menschen ebenso wie von großen Menschengruppen blindlings hin- und hergewirbelt werden, fallen die Ergebnisse biswei- len gut und bisweilen schlecht aus. Ein Anzug ist nicht der Körper, der diesen Anzug trägt. Doch das materielle Bewusstsein sieht es so. Es sieht nur den Anzug des Geistes und weiß nicht, dass Körper und Geist zwei verschiedene Dinge sind. Für das materielle Bewusstsein ist der Anzug (der Körper) alles, was einen Menschen ausmacht. Wenn ein Mensch aufgrund seiner Schwäche zerfällt, sieht es nur, dass der Anzug nicht mehr heil ist und deshalb richtet es all sein Bemühen darauf, den Anzug stärker zu machen, nicht aber die Macht, die den Anzug geschaffen hat. Wahrscheinlich gibt es keine zwei Menschen, die haargenau diesel- ben sind, was ihr materielles und spirituelles Bewusstsein angeht. Bei einigen Menschen scheint das spirituelle Bewusstsein im Tief- schlag zu liegen. Bei anderen hat es bereits begonnen, sich ein we- nig zu strecken und sich die Augen zu reiben. Das Meiste erscheint jedoch nach wie vor verschwommen und unklar. Andere sind bereits hellwach. Diese Menschen fühlen in unterschiedlichem Maße, dass Kräfte zu ihnen gehören, von denen sie vorher nie etwas gehört haben. Bei diesen Menschen ist der Zwiespalt zwischen dem materiellen und dem spirituellen Bewusstsein häufig am stärksten und nicht selten werden diese inneren Kämpfe von körperlichem Unwohlsein oder Schmerzen begleitet. Solange das materielle Bewusstsein noch nicht von den Wahrheiten überzeugt ist, befindet es sich mit dem spirituellen Bewusstsein in einem ständigen Kriegszustand. Dem unwissenden Teil von Ihnen gefällt es gar nicht, dass er seine langgehegten Denkgewohnheiten aufgeben soll. Es kostet Mühe, sich daran zu gewöhnen, dass wir uns einer Täu- schung hingegeben haben und dass wir umzudenken hätten. Je dicker das verkrustete Denken im Laufe der Jahre geworden ist, umso mehr ist ihm jede Änderung zuwider. Es möchte so weiter- machen wie bisher, wie ein Ewiggestriger, der sich nach der Mode der Vergangenheit kleidet und jeden Tag um dieselbe Zeit zur Arbeit geht. Ab einem gewissen Alter lehnt es die Vorstellung ab, hinzulernen zu müssen. Der Malerei oder der Musik, welche den Geist in neue Bahnen lenken und ihm Muse vergönnen, kann es sich dann nicht mehr hingeben. Seite 9
  • 10. Das materielle Bewusstsein sieht in der Ausübung einer Kunst nur dann etwas Nützliches, wenn sie ihm Geld verschafft. Nur der Abwechslung willen oder um auf neue Gedanken zu kommen oder mehr Vitalität und Gesundheit zu erlangen, einer Kunst nachzuge- hen, ist ihm wesensfremd. Es bildet sich ein, es sei “zu alt zum Lernen”. Das ist der Zustand, in den viele Menschen in der Mitte ihres Le- bens verfallen. Sie wollen “langsamer machen”. Sie zählen sich zum “alten Eisen”. Ihr materielles Bewusstsein sagt ihnen, dass es von nun bergab gehe, dass sie jetzt immer schwächer würden und dass der Verfall ständig näher komme. Das materielle Bewusstsein sagt, dass dies immer schon so gewe- sen sei. Deshalb müsse es auch künftig so sein. Diese Vorstellung wird nicht weiter hinterfragt. Diese Leute sagen sich: “Anders geht es nicht!” Zu sagen, dass etwas unvermeidbar sei, heißt, ihm die Kraft zur Un- vermeidbarkeit zu verleihen. Das materielle Bewusstsein sieht dann, dass der Körper immer schwächer wird, auch wenn ihm dies nicht gefällt, und verdrängt dies immer mehr. Doch ab und zu drängt sich diese Vorstellung wieder auf. Gleich- altrige versterben und so meldet sich wieder der Gedanke, dass dies eben der “Lauf der Dinge” sei - was noch mehr zum Verfall beiträgt. Das erleuchtetere spirituelle Bewusstsein sagt: “Wenn du Krankheit fernhalten willst, denke mehr an Gesundheit, Stärke und Vitalität. Achte auf starke und kräfte Dinge, zum Beispiel vorüberziehende Wolken, frische Meeresluft, Wasserfälle, Baumlandschaften oder Vögel voller Leben und Beweglichkeit. Denn dadurch ziehst du ge- sunde und lebensspendende Gedanken an. Vor allem aber bemühe dich darum, dieser Höheren Macht zu ver- trauen, die diese Dinge und noch viel mehr erschaffen hat und wel- che der endlose und unerschöpfliche Teil deines Höheren Selbst - oder spirituellen Bewusstseins - ist, und je mehr Glauben du in diese Macht setzen kannst, umso mehr Macht wirst du selbst erlangen.” “Unsinn” - erwidert das materielle Bewusstsein. “Wenn mein Kör- per krank ist, muss ich etwas haben, um ihn zu heilen. Ich brauche etwas, das ich sehen und anfassen kann. Das ist das Einzige, was ich tun kann. Wie ich denke, spielt überhaupt keine Rolle für meine Gesundheit.” Ein Bewusstsein, dem diese Zusammenhänge neu sind, das aber gerade am Erwachen ist, wird sich in vielen Fällen von seinem eige- nen materiellen und ungebildeten Bewusstsein diese Zusammen- hänge lächerlich machen lassen. Dazu kommt die Wahrscheinlich- keit, dass es von den materiellen und unwissenden Bewusstseinen seiner Mitmenschen tatkräftige Schützenhilfe erfährt. Seite 10
  • 11. Dies sind Menschen, die nicht so weit sehen können wie ein ande- rer mit einem Fernrohr, und welche das, was der durch das Fern- rohr Blickende erkennen kann, rundweg ablehnen. Auch wenn diese Leute kein einziges Wort sprechen oder mit dem anderen, dessen Bewusstsein teilweise bereits weiter entwickelt, nicht diskutieren, wirken ihre Gedanken doch auf das Bewusstsein des Fortgeschrit- teneren ein und vernebeln ihm den Blick. Sobald sich das spirituelle Bewusstsein jedoch angeschickt hat, auf- zuwachen, kann es durch nichts davon abgehalten werden, noch wacher zu werden, auch wenn das materielle Bewusstsein alles da- ran setzt, um dies zu verhindern. “Manchmal kann sich dein wahres Selbst auch an einer Stelle auf- halten, wo dein Körper nicht ist”, sagt das spirituelle Bewusstsein. “Es ist dort, wo dein Bewusstsein ist - in der Firma, in der Werkstatt oder bei dem Menschen, der dir lieb ist, und diese Orte können weit von dem Platz entfernt sein, wo dein Körper derzeit ist. Dein wahres Selbst bewegt sich mit einer unwahrscheinlich rasanten Geschwin- digkeit.” “Unsinn” sagt das materielle Bewusstsein. “Ich bin dort, wo mein Körper ist und sonst nirgends.” Viele Gedanken, die du als visionär, als Hirngespinste oder Einbil- dungen ablehnst, kommen von deinem spirituellen Bewusstsein. Abgelehnt werden sie nur von deinem materiellen Bewusstsein. Keine dieser Ideen kommt, ohne auch eine Wahrheit zu enthalten. Doch diese Wahrheit zeigt sich vielleicht nicht sofort auf vollkom- mene Weise. Vor zweihundert Jahren mag es ein Bewusstsein gegeben haben, dass den Dampf als Antriebskraft gesehen hat. Doch dieser Dampf konnte nicht so genutzt werden, wie wir dies heute tun. Es musste zunächst ein Wachstumsprozess durchlau- fen werden - wir brauchten erst gewisse Verbesserungen bei der Herstellung von Eisen, beim Straßenbau und bei den Ansprüchen der Menschen. Dennoch war die Idee als solche bereits Wahrheit. Indem mehrere Bewusstseine daran festhielten, konnte sich Dampf als Antriebskraft in der heutigen Perfektion herausbilden, auch wenn dumme, materielle und unwissende Bewusstseine dagegen gekämpft haben und diese Barrieren erst überwunden werden mussten. Wenn Sie eine Idee haben und sich im Grunde sagen: “So etwas kann ich mir durchaus vorstellen, auch wenn ich jetzt noch nicht er- kennen kann, wie das gehen soll”, beseitigen Sie eine große Hürde auf dem Weg zu ihrer Verwirklichung. Das spirituelle Bewusstsein kann heute eine ihm innewohnende Macht sehen, um in der physischen Welt Ergebnisse zu verwirkli- chen, von denen die Massen keine Vorstellung haben. Seite 11
  • 12. Was die Möglichkeiten des Lebens betrifft, stecken wir nach wie vor in tiefer Unwissenheit. Das spirituelle Bewusstsein kann das er- kennen. Es sieht aber auch einige Dinge, zum Beispiel vollkommene Gesundheit, Freiheit vor Verfall, Schwäche und Tod des Körpers, Reisen unabhängig vom Körper und Methoden, um über stilles Den- ken notwendige und wünschenswerte materielle Dinge zu erhalten, die einzeln oder in Zusammenarbeit mit anderen erreicht werden können. Der erstrebenswerte Geisteszustand ist die völlige Beherrschung des spirituellen Bewusstseins. Das bedeutet keinesfalls Herrschaft im Sinne einer tyrannischen Machtausübung des spirituellen Be- wusstseins über das materielle Bewusstsein! Es bedeutet lediglich, dass das materielle Bewusstsein so weit bei- seite gedrückt wird, dass sein sturer Widerstand und seine Gegner- schaft gegenüber Eingebungen aus dem spirituellen Bereich keinen Schaden mehr anrichten können. Es bedeutet auch, dass der Körper ein williger Diener oder Helfer des Geistes wird und dass sich das materielle Bewusstsein nicht mehr als die vorherrschende Kraft durchzusetzen versucht, wo ihm doch in Wirklichkeit eine untergeordnete Rolle zukommt. Dann kann der Körper als Erfüllungsgehilfe des spirituellen Bewusstseins seine Mitarbeit freudig andienen. Dann befindet sich die gesamte Macht bei Ihrem Geist. Um der Feindseligkeit des materiellen Bewusstseins entgegen zu wirken, bedarf es dann keines Kraftaufwandes mehr. Dann wird die gesamte Kraft für die Förderung unserer Unterneh- mungen eingesetzt, damit wir materielle Güter erhalten, uns wei- terentwickeln, Seelenfriede und Glück erlangen, und das erreichen, was bislang als “Wunder” gilt. Weder das materielle Bewusstsein noch der physische Körper sollen überrannt und mit dem spirituellen Bewusstsein verflochten werden, indem wir strenge Selbstzensur oder Selbstverleugnung anwenden oder uns eine Selbstbestrafung oder eine asketische Le- bensweise auferlegen. Das würde Sie nur zu einem härteren, gnadenloseren und verbit- tertem Menschen machen, und Sie würden weder sich selbst noch Ihren Mitmenschen einen Gefallen damit erweisen. Aus dieser Ver- drehung der Wahrheit sind solche Formulierungen wie “Kreuzigung des Körperlichen” oder “Unterwerfung des tierischen Bewusst- seins” entstanden. Solche verquere Denkweisen haben dazu geführt, dass Menschen in das andere Extrem verfallen und in Selbstbestrafung und Selbst- verleugnung etwas Heiliges sehen. “Heilig” beinhaltet, dass etwas “heil” im Sinne von “ganz” ist: Ein gesamtheitliches Wirken des Geistes auf den Körper bezie- hungsweise die vollkommene Kontrolle des Körperlichen durch das Geistig-Spirituelle. Seite 1
  • 13. Wenn Sie aufgrund der Aggressivität des materiellen Bewusst- seins, oder der Anwandlungen schlechter Launen oder infolge von Exzessen die Geduld mit sich selbst verlieren, tun Sie niemandem etwas Gutes, sondern richten nur Schaden an. Sie sollten sich nicht selbst ausschelten, ebenso wenig wie Sie dies mit jemandem anderen tun sollten. Sie würden dadurch nur Ener- gie in diese Abwertung bringen und sie vorübergehend zu einer Re- alität machen. Wenn Sie sich selbst der Sünde bezichtigen, machen Sie dies un- bewusst zu Ihrem Ideal und wachsen unbewusst in diese Haltung hinein, bis sich das Leidvolle, das mit einem derart ungesunden Wachstum einher geht, gegen Ihren Körper wendet. Eine solche Geisteshaltung führt zur Härte, zu einem fehlenden Mitgefühl, zu unbeugsamen und ungesunden Einstellungen und in der Folge auch zu körperlichen Beschwerden. Sobald das materielle Bewusstsein aus dem Weg ist, mit anderen Worten, sobald wir uns von der Existenz der geistigen Kräfte in uns selbst und außerhalb von uns überzeugt haben, und wir damit rich- tig umgehen können (denn auf irgendeine Weise haben wir sie auch bisher schon genutzt), wird, um Paulus zu zitieren, der “Glaube zum Sieg” und die Stachel und Angst des Todes werden beseitigt. Dann wird das Leben ein siegreiches Voranschreiten von der heu- tigen Freude zur noch größeren morgigen Freude und “leben” ist dann gleichbedeutend mit “genießen”. Seite 13
  • 14. KaPitel 2: ÜBer unsere Beziehungen Der Mensch, der Ihnen in seiner Denkweise, mit seinem Geschmack oder Vorlieben am ähnlichsten ist und zu dem Sie sich am meisten hingezogen fühlen, ist vielleicht nicht Ihr Bruder, Ihre Schwester, Ihre Cousine oder ein anderer Verwandter. Aber dieser Mensch steht in einer sehr engen Beziehung zu Ihnen. Ihre Geschwister können sich in ihrer geistigen Ausrichtung, ihren Neigungen oder geschmacklichen Präferenzen stark von Ihnen un- terscheiden. Sie pflegen zwar den Umgang mit Ihnen, weil sie alle Teil derselben Familie sind, wenn Sie aber nicht wüssten, dass dies Ihre Geschwi- ster oder andere Angehörige sind, würden Sie vielleicht überhaupt keinen Kontakt zu diesen Personen haben. Bei der wirklichen oder geistigen Beziehung wirkt sich die körper- liche oder „Blutsverwandschaft“ nur sehr wenig aus. Zwar ist es durchaus möglich, dass Ihnen ein Vater oder eine Mutter geistig sehr nahesteht, es ist aber auch möglich, dass Ihr Vater, Ihre Mut- ter oder Ihre Geschwister geistig in ganz anderen Sphären leben als Sie. Sie können nur dann gesund und angenehm leben, wenn andere, mit denen Sie zusammenleben, eine ähnlich geartete geistige Atmo- sphäre ausstrahlen. Das kann in einer körperlichen Verwandschaft zwar der Fall sein, es ist jedoch nicht zwangsläufig so. Zwingen Sie einen Arbeiter, dessen Denken kaum über das Essen, Trinken und sein Tagwerk hinausgehen, dazu, seine Zeit ausschließ- lich in einem Heim mit Künstlern und Philosophen zu verbringen und entziehen Sie ihm Seinesgleichen, und es wird nicht lange dauern, bis dieser Mensch deprimiert und sogar gesundheitlich angeschla- gen sein wird. Dasselbe gilt, wenn das weiterentwickelte Bewusstsein gezwungen wird, dauerhaft mit einem weniger entwickelten Bewusstsein zu verbringen. Dies könnte unter blutsverwandten Menschen der Fall sein. Kinder leben auf, wenn sie in der geistigen Atmosphäre ihrer Spiel- kameraden herumtollen. Trennen Sie sie davon ab und ihre Lebens- freude lässt drastisch nach. Als Kind lebten Sie in dieser Atmosphäre der Kindheit. Sie lebten in der spirituellen Beziehung der Kindheit und es fand ein Austausch des Gebens und Nehmens einer spielerischen Umgebung statt. Seite 14
  • 15. Gesamtes E-Book (1 Seiten, DIN-A-4, PDF) erhältich entweder hier: http://bit.ly/PrenticeGedanken oder hier: http://www.i-bux.com/Publikationsprogramm.html Erkenntnisreiche Lektüre wünscht Ihnen Seite 15