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Der spirituelle Weg zur Wunscherfuellung

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Der spirituelle Weg zur Wunscherfuellung (sowie Band 2: "Wahre Lebenskunst"), Verfasserin: Geneviève Behrend. Leseprobe

Veröffentlicht in: Bildung
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Der spirituelle Weg zur Wunscherfuellung

  1. 1. Der spirituelle Weg zur Wunscherfüllung Originaltitel: Attaining Your Desires By Letting Your Sub- sconscious Mind Work for You Autor: Genevieve Behrend (88 - 960) Erstmals verfasst: 929 Design: Vaughan Davidson Übersetzung: Benno Schmid-Wilhelm Lektorat: Michael Göhner Herausgeber, sowie weitere Artikel und Infos http://www.i-bux.com über positive Lebensgestaltung: service@i-bux.com Downloadlink: http://bit.ly/9Paev2 Herausgabejahr (E-Book): 200 Seitenzahl (einschließlich Deckblatt) Teil : 72 Seiten Teil 2: 55 Seiten Ebenfalls von Geneviève Behrend: „Ihre unsichtbare Macht“: http://bit.ly/daTQNW Haftungsfreistellung: Dieses E-Book wurde nach bestem Wissen und Gewissen erstellt und spiegelt die Standpunkte und Erkenntnisse der Autorin wieder. Der Herausgeber übernimmt keinerlei Garantien oder Haftungen für den Fall einer unsachgemäßen Umsetzung der erteilten Empfehlungen. Der spirituelle Weg zur Wunscherfüllung
  2. 2. navigationstipps Dieses E-Book macht es Ihnen leicht. Es empfiehlt sich, die gesamten Seiten auszudrucken. Das parallele Arbeiten mit der digitalen Version bietet Ihnen jedoch eine Reihe von Vorteilen; einer davon ist die schnelle Auffindbarkeit von Passagen. Sie haben mehrere Möglichkeiten einen Begriff zu finden: - Sie benutzen die Suchfunktion des Acrobat Reader und geben den Suchbe- griff einfach in das Suchfenster ein; dies ermöglicht Ihnen die Vorwärts- oder Rückwärtssuche innerhalb des gesamten E-Books. - Sie klicken auf einen Link. Umrahmte Wörter sind immer Links. Das gesamte Inhaltsverzeichnis (Seite 3 bis 5) ist ebenfalls verlinkt, das heißt, ein Klick auf den entsprechenden Titel bringt Sie sofort zur entsprechenden Passage. Eine weitere Navigationsmöglichkeit bietet der Rollbalken auf der rechten Seite der E-Book-Darstellung auf Ihrem Monitor. Sie können ihn beliebig nach oben oder unten verschieben und sehen sofort, auf welcher Seite Sie sich befinden. Sobald Sie den Cursor loslassen, gelangen Sie auf die entsprechende Sei- te. - Eine zusätzliche Navigationshilfe bieten die Pfeiltasten auf Ihrer Computer- tastatur; auch damit können Sie einige Seiten zurück oder nach vorne „blät- tern“. Um zur nächsten Seite zu gelangen, verwenden Sie den Abwärtspfeil auf Ihrer Taste. 2 Der spirituelle Weg zur Wunscherfüllung
  3. 3. inhaltsverzeichnis teil 1: Der spirituelle Weg zur Wunscherfüllung Zum Geleit 7 Kapitel 1: Troward, Philosoph und Weiser 9 Die frühen Jahre eines Genies 9 „Ihr Kopf ist kein gewöhnlicher, junger Mann“ 0 Eine persönliche Nahaufnahme Wahrheit aus der Trance 2 In den Fußstapfen eines bewährten Führers 2 Ein häuslicher Philosoph 3 Kapitel 2 Interpretation von Begriffen 7 Kapitel 3 Wie Sie das Gewünschte erhalten 2 Wie unterschiedliche Ausprägungen der Intelligenz den Platz eines Menschen im Universum bestimmen 22 Die Intelligenz, die uns vom Affen unterscheidet 23 Das Geheimnis der Steuerung der Lebenskräfte 24 Wie Sie Ihren Lebensweg beleuchten 25 Wie Sie das Licht finden 26 „Nicht durch die Schuld der Sterne, lieber Brutus, durch eig‘ne Schuld nur sind wir Schwächlinge“ 27 Suchen Sie nicht nach Zufällen im Leben. Jede Wirkung hat eine Ursache. 28 Sie können jeweils nur eine Sache denken 30 Wie Sie Sorgen aus Ihrem Unterbewusstsein vertreiben 3 Kapitel 4 Missliebige Bedingungen überwinden 32 Die Welt ist weder gut noch schlecht, 32 erst unser Denken macht sie dazu Wie Sie Umstände steuern und Fehlbedingungen korrigieren können 33 3 Der spirituelle Weg zur Wunscherfüllung
  4. 4. Vernunft und Ihre geistigen Fähigkeiten 34 Die Beziehung Ihres Unterbewusstseins zum universellen Bewusstsein 35 Wie Sie die Unzulänglichkeiten der Natur wettmachen 36 Wie die Natur durch das Wirken im Unterbewusstsein das Getreide mahlen kann 37 Der Silberstreif am Horizont 37 Lernen Sie immer, selbst zu denken! 39 Gott und Partner, Gesellschaft auf Gegenseitigkeit 40 Gott liefert die Speisen, aber er kocht sie nicht! 4 Fünfzehn Minuten am Morgen und Abend sind nicht genug! 42 Die Teufel der Zweifel und Angst 43 Wie Sie die Angst verbannen 44 Kapitel 5 Wie Sie Ihren Willen stärken 45 Wirkungsweise und Funktion des Willens 46 Die Wichtigkeit von Willensübungen 47 Ein gut entwickelter Wille ist der Handlanger der Intelligenz 47 Energie und Intelligenz erlangen Sie über das Training des Willens 47 Übungen für die Willensstärkung 49 Pflegen Sie eine Haltung der Zufriedenheit 49 Wie Sie Ihre Willensübungen interessanter gestalten 50 Kapitel 6 Wie Sie dafür sorgen, dass Ihr Unterbewusstsein für Sie tätig wird 5 Vergegenwärtigen Sie sich das Geartetsein Ihres Wunsches 52 Wie Sie das geistige Wunschbild visualisieren 53 Wofür ein Haus steht 54 Im Gefühl des Geschütztseins leben 55 Wie Sie Gesundheit und Harmonie aufbauen 56 4 Der spirituelle Weg zur Wunscherfüllung
  5. 5. Reden Sie sich nie etwas ein, von dem Sie wissen, das es nicht der Wahrheit entspricht 57 Nutzen Sie Ihre schöpferische Kraft immer konstruktiv! 57 Vergegenwärtigen Sie sich, was Sie sind, damit dieser Gedanke Sie zu dem geleitet, was Sie sein wollen 58 Pflegen Sie die Idee des Schutzes 59 Der Brief eines Weisen 60 Der Brief des Meisters 62 Kapitel 7 Praktische Empfehlungen für den Alltag 66 Angst 66 Ärger 66 Eifersucht 67 Entmutigung 67 Enttäuschung 67 Krankheit 68 Maßlosigkeit 68 Neid 69 Selbstvorwürfe 69 Überempfindlichkeit 69 Unentschlossenheit 69 Unglücklichsein 69 Unruhe 70 Unzufriedenheit 70 Kapitel 8 Praktische Umsetzung der Lektionen 7 Link zu Teil 2, „Wahre Lebenskunst“ 72 Ihr Kommentar zu diesem Buch 72 5 Der spirituelle Weg zur Wunscherfüllung
  6. 6. inhaltsverzeichnis teil 2: Wahre lebenskunst Kapitel : Wahre Lebenskunst Kapitel 2: Die hohe Gunst des Gebens Kapitel 3: Die Kunst der Wechselseitigkeit Kapitel 4: Bewusstheit der Gottesgegenwart im Vergleich zur Bewusstheit der Erfahrungen über die Sinneseindrücke Kapitel 5: Die persönliche Beziehung zu Gott Kapitel 6: Individualität Kapitel 7: Empfehlungen für mehr Lebenserfolg Kapitel 8: Sofortheilungen Kapitel 9: Ist ein tiefes Verlangen ein göttlicher Impuls? Kapitel 0: Freiheit von innen heraus Kapitel : Übungen für eine bessere Gesundheit. 6 Der spirituelle Weg zur Wunscherfüllung
  7. 7. zum geleit „Es ist kein Gut verloren! Was wir jemals an Gutem gewollt, erhofft oder erträumt haben, wird fortbestehen; nicht als Abglanz, sondern als es selbst“. Robert Browning (1812 - 1889) „Das, was gewesen ist, ist das, was sein wird. Und das, was geschehen, ist das, was geschehen wird.“ Buch des Predigers 1, 19 Die Weisen vergangener Jahrhunderte waren sich über eines einig: Wie der Mensch in seinem Herzen denkt, so ist er! Die über Epochen und Ären gewonnene Erfahrung hat zweifelsfrei gezeigt, dass das Gesetz immer unabänderlich ist. Wie nun soll der Mensch in seinem Herzen denken, damit nur Gutes heran- reifen und sich als Tat zeigen könne - ein wahrlich seltenes Ergebnis? Was ist dieses offenbar mysteriöse Geheimnis, das das matte Metall des Lebens in wertvolle Münze verwandelt? Das möchte ich Ihnen in diesem Büchlein offenbaren. Ich berufe mich dabei auf die Aussagen des von mir hochgeschätzten Mei- sters, Richter Thomas T. Troward. Als Darstellungsform habe ich den Dialog gewählt; Studenten von Platons Werken werden mit der Dialogform bereits wohlvertraut sein. Nach jahre- langem Studium dieses beinahe übermenschlichen Geistes bin ich zu der Überzeugung gelangt, dass diese literarische Form die geeignetste ist, um auch die subtilsten Bedeutungsnuancen und Feinheiten herauszukristallisieren. Wenn sich meine geneigten Leser an meine Stelle versetzen und sich ihrer- seits in die Rolle des Schülers begeben und die Antworten, die mein Lehrer mir gegeben hat, als Antworten auf ihre eigenen Fragen betrachten, werden ihnen diese Lektionen eine größere Klarheit und Lesefreude vermitteln. Insbesondere ist es mein Anliegen, Ihnen mit diesen Seiten die Methode des wissenschaftlich richtigen Denkens nahezubringen und in Ihnen den Wunsch zu erwecken, sich dieser Methode zu bedienen, um ausschließlich solche Gedanken zu denken, die Sie als lohnenswertes Ergebnis verwirklicht sehen wollen. Darüber hinaus hoffe ich, Ihnen in diesem Buch ein besseres Verständnis vom Wesen Gottes vermitteln zu können. Die Schnelligkeit, mit der sich die Ideen des Menschen verändern, führt dazu, dass eine neue Zivilisation geboren wird, welche sich bereits jetzt in einem besseren Begreifen der Beziehung zwischen dem Menschen und seinem Schöpfer zeigt. 7 Der spirituelle Weg zur Wunscherfüllung
  8. 8. Die gegenwärtige Generation beginnt zu begreifen, dass das Unterbewusst- sein das Reich ist, in dem der Mensch herrscht. Indem sich immer mehr Menschen bewusst der Macht ihrer Gedanken bedie- nen, um auf diese Weise auf der materiellen Ebene die gewünschten Ergeb- nisse herbeizuführen, wächst auch das Verständnis von der Unabdingbarkeit der absoluten Gedankenkontrolle. Vor allem möchte ich es Ihnen mit den nachfolgenden Ausführungen leichter machen, in dem stündlichen Bewusstsein zu leben, dass Ihnen die Herrschaft über widrige Umstände und Bedingungen verliehen wurde. Die bewusste Nut- zung der schöpferischen Macht der Gedanken wird Sie schützen, leiten und versorgen, aber sie steht Ihnen nur dann zu Diensten, wenn Sie die Beziehung zwischen den geistigen Abläufen und den materiellen Bedingungen verstehen. Sie sollten diese Lektionen in der festen Absicht lesen, jedes Wort bewusst zu durchdenken, damit Sie die volle Bedeutung jeder Aussage erfassen. Die Macht der Gedanken ist das Reich Gottes in uns; sie ist ständig am Erschaffen und sorgt für physische Gestalten und Formen, die unseren vorherrschenden Gedanken entsprechen. Troward sagte: „Ihre vorherrschenden Gedanken erschaffen die entspre- chenden physischen Bedingungen, weil Sie dadurch den Keim setzen, der nach seiner Art und zur rechten Zeit alles Nötige anzieht, bis sich das Endergebnis auf der materiellen Ebene zeigt“. Das ist das Prinzip, das die Grundlage für eine einfache und rationelle Philo- sophie und eine praktische Vorgehensweise bilden soll, damit Sie jedes ge- wünschte Ziel im Außen verwirklichen können. Geneviève Behrend 8 Der spirituelle Weg zur Wunscherfüllung
  9. 9. kapitel 1 - troWarD, philosoph unD Weiser Einer der wirklich großen Vordenker und Seelen der Neuzeit war Thomas Tro- ward, ein vormaliger Bezirksrichter im indischen Pandschab. Über seine Schriften äußerte sich der verstorbene Harvard-Professor William James wie folgt: „Mit Abstand die kompetentesten Aussagen über diesen Bereich der Psychologie, die ich je gehört habe; hervorragend, was die Klarheit des Denkens und des Stils anbelangt und wahrlich klassisch!“ Im „Boston Transcript“ war zu lesen: „Der Verfasser erweist sich als einer der profundesten Denker, den wir zu diesem Thema je erlebt haben“. Erzdekan Wilberforce unterzeichnete seine Briefe an Troward mit „Ihr dank- barer Schüler“. Gerne komme ich dem Wunsch vieler Freunde und Bewunderer Trowards nach, die mehr über diesen großen Mann erfahren wollten, und freue mich, Ihnen einen Einblick in den Alltag einiger seiner Lebensabschnitte präsentieren zu dürfen, wie ich sie als seine einzige Schülerin erleben durfte. Die frühen Jahre eines genies Thomas Troward wurde 847 als Sohn englischer Eltern und hugenottischer Vorfahren in Ceylon geboren. Als ziemlicher junger Bub wurde er nach England gesandt, um in der Burm- shtead Grammar School, einer Art Gymnasium, unterrichtet zu werden. Er war dort jedoch ziemlich unglücklich, da er sich dem eintönigen Schulleben nur schwerlich anpassen konnte. Die spätere schulische Zeit verbrachte er auf der sonnenreichen Insel Jersey. Der Charme dieser Kanalinsel färbte auf ihn ab und er fühlte sich dort wesentlich wohler. Vielleicht fand in dem halbfranzösischen schulischen Umfeld auch das Huge- nottenblut in ihm eine Wesensverwandschaft. Jedenfalls begann sich seine Veranlagung im jugendlichen Alter von achzehn Jahren bemerkbar zu machen und er gewann die Goldmedaille für Literatur am Helford College. Nach Abschluß seiner Schulzeit begab sich Troward nach London, um sich der Prüfung für den zivilen Staatsdienst in Indien zu unterziehen. Geprüft wird eine ziemlich trockene Materie, Troward schloß die Prüfung mit sehr guten Noten ab. Als Zweiundzwanzigjähriger kehrte er als Assistenzkommissar wieder nach Indien zurück. Eine Begebenheit während seiner Prüfung war ein Vorbote der späteren Wen- dung, die sein Leben nach Beendigung der fünfundzwanzigjährigen Dienstzeit nehmen sollte. 9 Der spirituelle Weg zur Wunscherfüllung
  10. 10. „ihr kopf ist kein geWöhnlicher, Junger mann!“ Eines der Prüfungsthemen war Geisteswissenschaft. Auf metaphysische Themen war Troward gänzlich unvorbereitet, da er keine Zeit für Nachforschungen gehabt hatte und auch nicht wusste, welche Bücher er zu diesen Themen lesen sollte. Deshalb dachte er in den frühen Morgenstunden über die Fragen nach und füllte die Blätter nach seinen eige- nen Überlegungen aus. Der Prüfer war erstaunt und fragte: „Aus welchem Buch haben Sie das?“ „lch hatte keine Zeit für Bücher, Sir!“, antwortete Troward „das stammt aus meinem eigenen Kopf“. „Nun denn,“ bemerkte der Prüfer, „lhr Kopf ist kein gewöhnlicher, junger Mann! Und wenn ich mich nicht irre, werden wir wieder von Ihnen hören“. Während seiner Amtszeit in Indien wurde Troward von seiner offiziellen Tätig- keit sehr in Anspruch genommen. Ausgleich verschaffte er sich mit Leinwand, Pinsel und Farben. Er war ein vielseitig interessierter Künstler, vor allem was Meereskunde anbelangte, und gewann auf Kunstausstellungen in England eine Reihe von Auszeichnungen. Er interessierte sich auch für heilige indische Gräber oder die Schriften der Hebräer und anderer alter Völker. Im Verlauf dieser Studien offenbarte sich ihm, wie in einer Vision, ein philoso- phisches System, das nicht nur Seelenfriede und innere Ausgeglichenheit mit sich brachte, sondern auch mehr Gesundheit und Lebensfreude verschaffte. Von seinen Amtspflichten am indischen Gericht entbunden, kehrte er nach Abschluss seiner offiziellen Dienstzeit wieder nach England zurück, wo nach und nach ein Manuskript von mehreren hundert Seiten entstand. Damals wusste er weder etwas über Geisteswissenschaften, die christliche Wissenschaft, die Neugeistbewegung noch andere zu dieser Zeit moderne Strömungen dieser Art. Seine Erkenntnisse waren das Ergebnis eigenständischer Überlegungen und eines ausführlichen Studiums der Heiligen Schrift. Die erste Ausgabe der mitt- lerweile berühmten „Vorlesungen von Edinburg“ erschien im Jahre 904. Diese Erstausgabe wurde fast einhellig hochgelobt, was auch bei den nach- folgenden Bänden der Fall war. Das Werk „Bible Mystery and Bible Meaning“ fand vor allem bei Geistlichen großen Anklang. Seine Bücher wurden in bei- nahe allen Ländern gelesen. Allein in den USA wurden über 50.000 Exemplare verkauft. Der dünkelfreie und lebensfrohe Verfasser war davon wohl am meisten über- rascht. 0 Der spirituelle Weg zur Wunscherfüllung
  11. 11. eine persönliche nahaufnahme Von den Gesichtszügen her war Troward nicht der typische Engländer. Er ähnelte eher einem Franzosen, war von mittlerer Statur, etwa ,67 bis ,69 m groß. Er war ein dunkler Hauttyp, hatte leuchtende Äuglein, eine große Nase und eine breite Stirn. Als ich ihn kennen lernte, trug er einen stellenweise grau melierten Schnauzer. Er wirkte wie ein Student und Denker, was ja auch in seinen Schriften zum Ausdruck kommt. Sein Auftreten war einfach und natürlich und er zeichnete sich durch Maß- halten in allen Dingen aus. Nie habe ich ihn ungeduldig erlebt oder ein un- freundliches Wort von ihm vernommen; seiner Familie gegenüber war er immer aufmerksam und rücksichtsvoll. Haushaltsangelegenheiten schien er völlig Frau Troward zu überlassen. Nur in der häuslichen Privatsphäre kamen seine charmante Genialität und seine strahlende Freundlichkeit zur Geltung. Nach dem Abendessen gab er sich ungezwungen, war eher ruhig, aber sehr humorvoll. An den Unterhaltungen oder Gesellschaftsspielen im Kreise der Familie nahm er beinahe bübisch teil. Öffentliche Amüsements interessierten ihn nicht. Eines Abends, nach einem ausgezeichneten Essen mit Suppe, Lammkeule, Gemüse, Salat, Nachspeise und Wein, drehte er sich eine Zigarette und bot sie mir zu meiner Überraschung an: „Rauchen Sie?“ Da ich verneinte, rauchte er sie selbst. Er bemerkte meine Verwunderung, die ich nur schwerlich verbergen konnte und sagte: „Warum sollten Sie wegen etwas schockiert sein, wofür Sie Gott danken können? Ich danke Gott für eine Zigarette nach dem Essen, vielleicht auch für zwei, nie aber für eine dritte“. Nachdem er mit dem Rauchen fertig war, spielte seine jüngste Tochter Budeia die Geige für uns. Ich bemerkte, dass sie völlig in der schönen Harmonie auf- ging. Er offenbarte mir danach, dass er zwar gerne Musik höre, selbst aber nicht zum Musizieren tauge. Obwohl Troward keinem Sport nachging, liebte er die Natur und saß manch- mal stundenlang mit einem Zeichenblock am Meer oder durchstreifte gedan- kenversunken die einsamen Moorlandschaften. Er sagte, dass er seine besten Eingebungen erhalte, wenn er im Freien spazie- ren ging. Er lud mich oft ein, ihn zu begleiten, häufig aber schien er sich meiner Gegenwart gar nicht bewusst zu sein und war in seine eigene Gedankenwelt vertieft. Der spirituelle Weg zur Wunscherfüllung
  12. 12. Wahrheit aus Der trance Bisweilen entschwand er in eine tranceähnliche Versunkenheit (mit seiner Mal- teserkatze auf dem Tischchen neben ihm). Das konnte Stunden andauern. Zu solchen Zeiten waren seine Angehörigen darauf bedacht, ihn nicht zu stören. Wenn er aus solchen Tiefen wieder auftauchte, setzte er sich hin und schrieb die Wahrheiten auf, die ihm geoffenbart wurden. Einmal schrieb er auf sein Konzeptblatt: „‚ICH BIN‘ lautet das Wort der Macht. Wenn du denkst, dass dein Gedanke Macht besitzt, dann ist er mächtig“. Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass solche Kapazitäten wie Bar- nett und die neue amerikanische Enzyklopädie in ihrer Biographie von Sokrates ebenfalls tranceähnliche Erfahrungen dieser Art aufführen. Als Sokrates beim griechischen Heer diente, bemerkte er plötzlich, dass seine Füße wie angewurzelt waren. Er blieb vierundzwanzig Stunden lang im Zustand der Trance. Als er wieder zu sich kam, besaß er ein spirituelles Wissen, das sein Leben - und später auch das Leben vieler anderer - verändern sollte. Eine Ähnlichkeit zwischen dem Leben dieses Athener Philosophen und dem Trowards ist, dass sich beide vor allem auf die Intuition und Vernunft verliesen. Ein Unterschied der Lehren Trowards zu denen der christlichen Wissenschaft ist, dass er die Existenz der materiellen Welt nicht ablehnt. Er lehrte ganz im Gegenteil, dass alles physische Geschehen eine konkrete Entsprechung in der Gedankenwelt hat, welche die Ursache dafür bildete. Beide bedingen sich. Einmal fragte ich ihn, wie man anderen Menschen die von ihm gelehrten tiefen Weisheiten vermitteln könne. „Indem Sie sie leben“, antwortete er. „Mein Motto lautet: Sein, nicht Haben, ist die wahre Lebenslust“. in Den fussstapfen eines beWährten führers Richter Troward war zwar in seinem Reden bescheiden und drängte seine per- sönliche Meinung niemandem auf, er war aber auch immer bereit, über jedes beliebige Thema zu sprechen - allerdings hielt er sich sehr zurück, wenn es um seine eigenen Schriften ging. Meines Wissens kam er von sich aus nie darauf zu sprechen und ging nur dann darauf ein, wenn jemand anderes die Sprache darauf brachte. Als Lehrer war er positiv, direkt und immer sachlich. Wenn unsere Lektionen im Freien stattfanden, setzte er sich immer in einen großen Lehnstuhl und dachte laut, so als ob ich gar nicht anwesend wäre. 2 Seinen Gedankengängen zu folgen, war so, als würde man einem verlässlichen Der spirituelle Weg zur Wunscherfüllung
  13. 13. Führer folgen, der einen durch die schwierigen Stellen, die dunkelsten und unerforschtesten Regionen des Denkens geleitete. Während ich nachfolgte, wurde die Persönlichkeit des Mannes immer undeut- licher und ich war mir nur noch der klaren Stimme und des Lichtes der inne- ren Laterne, die er trug, bewusst. Es war nur natürlich, dass der, der die wahre Bedeutung der Individualität so deutlich gemacht hatte, in seinen eigenen Lehren das persönliche oder emoti- onelle Element nicht verleugnen würde. Nachdem ich sorgfältig auf die Spur der Schlussfolgerungen geführt worden war, erinnerte mich mein Führer auf dieselbe ruhige und unaufdringliche Weise, mit der wir diese Reise begonnen hatten, dass es mir freistünde, diesen Weg weiterzugehen, wenn ich dies für richtig hielte, dass er diese Empfehlungen aber nur als freundlicher Wegbegleiter gäbe. Es war ihm wichtig, dass ich verstünde, dass jegliches Bemühen um geistige Kontrolle (was wiederum zur Kontrolle der Umstände führen wurde) mit dem unerschütterlichen Vertrauen auf Erfolg stattfinden müsse. Die Dauer der einzelnen Lektionen hing von meiner Aufnahmefähigkeit ab. Wenn er nach fünfzehn oder dreißig Minuten zu der Überzeugung gelangte, dass ich eine gewisse Aussage verstanden hatte, wurde die Lektion bezüglich dieser Aussage beendet. Wenn ich anderseits eine Stunde benötigte, um mir das Wesen eines Gedan- kens zu erschließen, verlängerte sich die Lektion. Er schloß eine Lektion immer mit der Bemerkung ab: „Denken Sie immer da- ran: Suchen steht in Wechselbeziehung zum Finden: Anklopfen - Aufmachen“. Dann zündete er seine Laterne an und trat in die Dunkelheit der Nacht hinaus, um die vier Kilometer zu seinem Haus zu marschieren. ein häuslicher philosoph Troward fühlte sich zuhause wohl und erfreute sich an seinem Blumengarten. Sein Haus hatte er sehr komfortabel ausgestattet. Insbesondere genoß er die Zurückgezogenheit in seinem Studio, das ganz auf seine persönlichen Bedürfnisse und Neigungen zugeschnitten war. Sein Studio befand sich im abgelegensten Teil des Hauses. Dort konnte er sich stundenlang bei der Malerei entspannen. Es befand sich im Erdgeschoß und auch zum Meditieren und Forschen zog er sich in dieses Zimmer zurück, normalerweise in den frühen Morgenstunden. Abends arbeitete er nur selten. 3 Der spirituelle Weg zur Wunscherfüllung
  14. 14. An seinem Todestag hatte er sich überwiegend im Freien beim Malen aufge- halten. Als er nicht zum Abendessen erschien, machte sich Frau Troward auf die Suche nach ihm. Sie fand ihn voll angekleidet in seinem Studio auf dem Sofa liegend, sein Körper war zusammengebrochen. Etwa eine Stunde später verstarb er. Der Arzt nannte als Todesursache „Gehirnblutung“, aber ich bin mir sicher, dass Troward gesagt hätte: „Ich bin vom Begrenzten zum Unbegrenzten weitergezogen“. Er verstarb am 6. Mai 96 in seinem neunundsechzigsten Lebensjahr, am selben Tag, an dem auch Erzdekan Wilberforce in der Westminster-Abtei zur Ruhe gebettet wurde. Zwischen diesen beiden Männern bestand keine gewöhnliche Verbindung. Thomas Troward verglich den Tod mit einer Weiterreise von einem Land zum anderen. Er erklärte mir gegenüber mehrmals, dass ihn das Leben auf der anderen Seite sehr interessiere und er bereit für die Reise sei. Seine einzige Sorge war der Kummer, den seine Frau und seine Kinder zu tragen hätten. Als es soweit war, zog er genauso weiter wie er es gewollt hatte. Ich hoffe, dass diese wenigen Einblicke in das Privatleben Trowards seinen Freunden und Verehrern die Information bieten konnten, die sie sich wünschten. Als persönliche Zugabe möchte ich hier einen seiner ersten Briefe abdrucken, die er mir zukommen ließ. 4 Der spirituelle Weg zur Wunscherfüllung
  15. 15. W. Kensington, England 8. November 1912 Sehr verehrte Frau Behrend, ich dachte, dass ich Ihnen zunächst einige Zeilen über Ihr geplantes Studium bei mir schreiben sollte, da es mir leid täte, wenn Sie einem Irrtum unterliegen oder eine Enttäuschung erleiden sollten. Ich beschäftige mich nun bereits seit mehreren Jahren mit dieser Thematik und besitze eine allgemeine Kenntnis der Grundzüge der gängigen Systeme, welche leider derzeit die Aufmerksamkeit vieler Zirkel auf sich ziehen, wie zum Beispiel Theosophie, Tarot, Kabbala und dergleichen. Ich darf Ihnen ohne Zögern sagen, dass sich nach meiner Einschätzung alle Varianten und Beschreibungen der so genannten okkulten Studien entgegengesetzt zur wirklichen lebensspendenden Wahrheit verhalten und dass Sie von mir deshalb keine Einweisung im Sinne dieser Lehren erwarten dürfen. Wir hören heutzutage viel über Einweihungen. Glauben Sie mir jedoch, je mehr Sie sich bemühen, ein so genannter „Eingeweihter“ zu werden, umso mehr entfernen Sie sich vom wahren Leben. Ich spreche aus vielen Jahren des sorgfältigen Studiums und der Abwägung, wenn ich Ihnen sage, dass die Bibel und die Offenbarung Christi das Einzige sind, was den Studien- aufwand rechtfertigt. Das ist an sich bereits ein großer The- menbereich, da er sowohl unser äußeres Leben und unsere Alltagsprobleme als auch unsere innere Lebensquelle und auch alles Unsichtbare, was nach dem Ablegen des Körpers beim Tode danach vom Leben vorstellbar ist, umfasst. Sie haben in hohem Maße Vertrauen in meine Lehren gezeigt und falls dieses Vertrauen dergestalt ist - wie Sie dies sagen - dass Sie sich meiner Führung anvertrauen wollen, kann ich dies nur als eine sehr ernste Verantwortung über- nehmen und müsste Sie bitten, sich von so genannten „Myste- rien“ fernzuhalten, da ich Ihnen dies untersagen müsste. Ich spreche aus Erfahrung: Das Ergebnis wird sein, dass viele meiner Aussagen sehr einfach, zum Teil sogar dogma- tisch, erscheinen, und Sie werden wahrscheinlich sagen, dass Sie vieles bereits gewusst hätten. Der Glaube an Gott, Gebet und Gottesverehrung, die An- sprache des Vaters durch Christus - all dies ist Ihnen in gewisser Weise vertraut, und ich kann lediglich hoffen, dass ich etwas mehr Licht in diese Themen bringen kann, damit sie für Sie nicht nur überlieferte Worte sind, sondern aktuell gelebte Wirklichkeit werden. 5 Der spirituelle Weg zur Wunscherfüllung
  16. 16. Ich bin deshalb so ausdrücklich, weil ich Ihnen keine Ent- täuschung bereiten will. Ich darf auch noch darauf hinweisen, dass unser so genanntes Studium lediglich in Form freund- licher Gespräche stattfinden wird, welche so, wie wir sie zeitlich unterbringen können, entweder bei mir oder bei Ihnen geführt werden. Darüber hinaus werde ich Ihnen einige hilfreiche Bücher borgen. Das werden nur wenige sein, jedoch ohne jeglichen okkulten Inhalt. Falls all dies Ihren Vorstellungen entspricht, sind Sie in Ruan Manor herzlich willkommen und Sie werden feststellen, dass die wenigen Bewohner freundlich sind und die Gegend sehr schön ist. Sollten Sie sich jedoch andere Unterweisungen wünschen, so schrecken Sie nicht vor einer Absage zurück; allerdings werden Sie keinen Ersatz für Christus finden. Ich bin sicher, Sie werden für meine Offenheit Verständnis haben, ich möchte jedoch nicht, dass Sie den Weg nach Corn- wall machen, um dann enttäuscht zu sein. Mit den besten Grüßen Hochachtungsvoll, (gezeichnet) Thomas Troward 6 Der spirituelle Weg zur Wunscherfüllung
  17. 17. Das komplettes E-Book bestehend aus Band („Der spirituelle Weg zur Wunscherfüllung“, 72 Seiten) und Band 2 („Wahre Le- benskunst“, 55 Seiten) erhalten Sie entweder hier: http://bit.ly/Behrend2 oder hier: http://www.i-bux.com/Publikationsprogramm.html Freundliche Grüße! 7 Der spirituelle Weg zur Wunscherfüllung

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