SlideShare ist ein Scribd-Unternehmen logo
MiFID II und die Folgen
für das Wertpapiergeschäft
Pressegespräch des Bankenverbandes
in Frankfurt am Main
18. Oktober 2017
©BundesverbanddeutscherBankene.V.
Was bedeutet MiFID II für das
Wertpapiergeschäft?
Ziel
Europaweit einheitliche Maßstäbe für das Wertpapiergeschäft,
Ausgangspunkt Finanzkrise –
Sinnvoll, ABER…
Für die Kunden
 Banken sind verpflichtet, ihre Kunden bis Jahresende zu
informieren
 Teilweise Kundeninformationen mit bis zu 80 Seiten Umfang
 Verpflichtende Telefonaufzeichnung, ob Kunde will oder nicht
 Geeignetheitserklärung ersetzt Beratungsprotokoll
Für die Banken
 Informationsaufwand ist für die Banken gewaltig
 Einmalige Umstellungskosten für dt. Banken von
1 Milliarde Euro, zusätzlich laufende Kosten
 20.000 Seiten an Rechtstexten und Materialien
 Gesamtüberblick muss da verloren gehen
2
©BundesverbanddeutscherBankene.V.
MiFID II - Stand Gesetzgebungsverfahren
 Welche EU-Rechtsakte liegen zugrunde?
 Wie sieht die nationale Umsetzung in Deutschland aus?
3
©BundesverbanddeutscherBankene.V.
EU-Rechtsakte
Level 1
• MiFID II/MiFIR verabschiedet 2014
• Anwendbarkeit verschoben auf 03.01.2018
Level 2
• Delegierte Rechtsakte
 2 delegierte Verordnungen
 1 delegierte Richtlinie
• Technische Standards
 33 RTS (regulatory technical standards)
 3 ITS (implementing technical standards)
Level 3
Fortlaufende Veröffentlichungen, z.B.
• ESMA Leitlinien zu komplexen Schuldtiteln und strukturierten
Einlagen
• ESMA Leitlinien zu Kenntnissen und Erfahrungen
• ESMA Leitlinien Product Governance
• ESMA Leitlinien zur Geeignetheitsprüfung
• ESMA/EBA Leitlinien zur Eignung von Geschäftsleitern
• Q&A zu Anlegerschutzthemen unter MiFID II/MiFIR
• Q&A zu MiFID II/MiFIR Marktinfrastrukturthemen
• und weitere.
4
©BundesverbanddeutscherBankene.V.
Nationale Umsetzung
 Verabschiedung durch Bundestag am 30.03.2017
 Aber: Nachgelagerte Rechtsverordnungen stehen Mitte
Oktober teilweise immer noch aus (u.a. WpDVerOV, WpDPV,
MitAnzV)
 Weitestgehende 1:1 Umsetzung in DE
 Aber: Beibehaltung bestehender dt. Sondervorschriften (z.B.
Mitarbeiter-/Beschwerderegister, Honoraranlageberatung, PIB)
 Folge und Problem: EU-weit im Detail weiterhin
unterschiedliche rechtliche Rahmenbedingungen
5
Zweites FinanzmarktnovellierungsG
©BundesverbanddeutscherBankene.V.
MiFID II – Beispiele, was kommt
 Gesprächsdokumentation / Telefonaufzeichnung
 Product Governance / Zielmarkt
 Ex-Ante-Kosteninformation
 Behandlung von Zuwendungen / Provisionen
 Bestandsreporting
6
©BundesverbanddeutscherBankene.V.
Gesprächsdokumentation/Telefonaufzeichnung
Ziel: Umfassende Dokumentation von Kunde/Bank-Gesprächen
 Filialgespräch:
 Anfertigung einer Gesprächsnotiz
 In der Beratung zusätzlich Geeignetheitserklärung (ähnlich
Beratungsprotokoll)
 Telefonisches Gespräch:
 Aufzeichnung des Gesprächs auf Band
 Aufzuzeichnen ist jedes Gespräch, das zu einer Wertpapierorder
führen könnte (weiter Anwendungsbereich)
 Kollision mit Datenschutz muss aufgelöst werden
 Aufbewahrung: 5 Jahre (auf Verlangen der BaFin: 7 Jahre)
 Jederzeitige Wiederauffindbarkeit erforderlich
 Und wenn Beratung zusätzlich auch hier Geeignetheitserklärung
7
©BundesverbanddeutscherBankene.V.
Kunden n
Daten
5
Daten
4
Daten
3
Daten
2
Daten
8
Konzepteur1Konzepteur2KonzepteurN…
1
Daten
BANK(Vertriebsstelle)
Umsetzung Zielmarkt
& Prüfung
Vertriebsstrategie
Bank
….
Kommunikation
Zielmarkt &
Vertriebsstrategie
X….
Zielmarktabgleich
…
Angemessenheits-
&
Geeignetheitsprüfung
BankBankBankBankBank
45312
Product Governance als ein der Prüfung von Angemessenheit und Geeignetheit
vorgelagerter Teil eines komplexen institutsspezifischen Gesamtprozesses
Product Governance / Zielmarkt
©BundesverbanddeutscherBankene.V.
Wie sieht sowas aus?
Beispiel Ex-ante-Kosteninformation (Fondskauf)
Anlagebetrag EUR 10.000
Geschäftsart Kommissionshandel Kauf
Haltedauer 5 Jahre
Geschäftsdetails
ISIN DE0001234567 Menge 30,00 Stk
Handelsplatz KVG Kurs 333,33 EUR / vom xx.yy.zzzz hh:mm
Kostenaufstellung der
Dienstleistungskosten in % in EUR Beschreibung
Einstiegskosten
Provision 0,xx% xx,yy
Ausgabeaufschlag 0,yy% 0,00 NAV xxx,yy
Ausstiegskosten
Provision 0,xx% xx,yy
Rücknahmeabschlag 0,00% 0,00 NAV xxx,yy
Laufende Kosten
Depotgebühren p.a. 0,xx% xx,yy Die Depotgebühr bezieht sich nur auf eine
fiktive Position. In der Realität können die
Depotgebühren auf Basis des gesamten
Depotbestands deutlich abweichen.
Zuwendungen
Bestandsprovisionsservice p.a. 0,xx% xx,yy
Einbehaltene Bestandsprovisionen laut
Vertragsvereinbarung
Gesamtkosten auf Basis der
Haltedauer von 5 Jahren in %
in
EUR
Wertpapierdienstleistung x,yy% xxx,yy
direkte Kosten an die Bank x,yy% xxx,yy
zusätzlich erhaltene
Zuwendungen x,yy% xxx,yy
Kosten an Dritte 0,00% 0,00
Produktkosten x,yy% xxx,yy
davon gezahlte
Zuwendungen z,yy% zzz,yy
Einstiegskosten 0,00% 0,00
Ausstiegskosten 0,00% 0,00
Laufende Kosten Gesamt x,yy% xxx,yy
p.a. x,yy% xxx,yy
Gesamt x,yy% xxx,yy
Kumulative Auswirkung der Kosten auf die Rendite
Ohne Kosten wäre die Rendite
im ersten Jahr um EUR xxx,yy
höher,
in den folgenden Jahren jeweils um EUR xxx,yy
höher.
Bei Veräußerung des Finanzinstruments sinkt die Rendite für
das entsprechende Jahr um weitere EUR yy,xx.
9
©BundesverbanddeutscherBankene.V.
Behandlung von Zuwendungen (Provisionen)
10
 Problem: Zuwendungen können Interessenkonflikte
verursachen
 Daher Regel: Provisionen sind unzulässig
 Ausnahmen:
 Zuwendung dient dazu Qualität der Dienstleistung für Kunden zu
verbessern UND
 beeinträchtigt nicht die Pflicht, im bestmöglichen Kundeninteresse
zu handeln UND
 wird dem Kunden gegenüber offengelegt.
©BundesverbanddeutscherBankene.V.
Zuwendungen (Provisionen)
1. Beispiel
 Anlageberatung
 auf Basis breiter Produktpalette
 mit Zugang zu Produkten
unabhängiger Emittenten
2. Beispiel
 Anlageberatung
 entw. Angebot jährl. Depotüber-
prüfung auf Eignung
 oder andere fortl. Dienstleistung mit
Wert für Kunden (z.B. „optimale
Vermögensstrukturierung“)
3. Beispiel
 Günstiger Zugang zu breiter
Produktpalette inkl. Produkten
unabhängiger Emittenten und
 entw. Bereitstellung von Hilfsmitteln
mit Mehrwert
 oder periodische Berichte über
Wertentwicklung und Kosten
4. Beispiel (neu)
 Verbesserter Zugang zur
Anlageberatung z.B. durch
„weitverzweigtes Filialberaternetz-
werk“ mit Vor-Ort-Verfügbarkeit
qualifizierter Berater auch in länd-
lichen Regionen
11
Was heißt Qualitätsverbesserung?
©BundesverbanddeutscherBankene.V.
Bestandsreporting
Anforderung
• Grundsätzlich müssen alle Kunden mind. jedes Quartal
(bislang 1x pro Jahr) eine Aufstellung ihrer
Finanzinstrumente und Gelder erhalten.
• Bei 28 Millionen Depots in DE = 112 Millionen Briefe pro
Jahr (nur wenige Kunden bekommen elektronisch Post)
Reportinhalt
• Angaben zu „gehaltenen“ Finanzinstrumenten und
Geldern
• Marktwert bzw. Schätzwert der Bestände
• Hinweis auf den Schutz der Kundenassets nach MiFID II
• ggf. Hinweis auf „Wertpapierfinanzierungsgeschäfte“
sowie „Sicherheitenvereinbarungen“
Form „dauerhafter Datenträger“ = in der Regel schriftlich
Verzichts-
möglichkeit
Nein
12

Weitere ähnliche Inhalte

Ähnlich wie MiFID II – die negativen Folgen für Banken und Kunden

Präsentation sigg
Präsentation siggPräsentation sigg
Präsentation sigg
ICV_eV
 
Journalistengespraech-bdb-impact-study-basel-iv
Journalistengespraech-bdb-impact-study-basel-ivJournalistengespraech-bdb-impact-study-basel-iv
Journalistengespraech-bdb-impact-study-basel-iv
Bankenverband
 

Ähnlich wie MiFID II – die negativen Folgen für Banken und Kunden (20)

Crowdfunding Rechtliche Rahmenbedingungen VonderHaid Rorhmaier-Lewis Junge Wi...
Crowdfunding Rechtliche Rahmenbedingungen VonderHaid Rorhmaier-Lewis Junge Wi...Crowdfunding Rechtliche Rahmenbedingungen VonderHaid Rorhmaier-Lewis Junge Wi...
Crowdfunding Rechtliche Rahmenbedingungen VonderHaid Rorhmaier-Lewis Junge Wi...
 
Kapitalmarktunion 2020
Kapitalmarktunion 2020 Kapitalmarktunion 2020
Kapitalmarktunion 2020
 
Kostentransparenz unter FIDLEG und MiFID II
Kostentransparenz unter FIDLEG und MiFID IIKostentransparenz unter FIDLEG und MiFID II
Kostentransparenz unter FIDLEG und MiFID II
 
MiFID II und PRIIPs - Das erste Quartal
MiFID II und PRIIPs - Das erste QuartalMiFID II und PRIIPs - Das erste Quartal
MiFID II und PRIIPs - Das erste Quartal
 
Regulierung des Schattenbankensektors
Regulierung des SchattenbankensektorsRegulierung des Schattenbankensektors
Regulierung des Schattenbankensektors
 
Positionspapier outsourcing -_banken_und_fin_techs_beziehen_stellung_180802
Positionspapier outsourcing -_banken_und_fin_techs_beziehen_stellung_180802Positionspapier outsourcing -_banken_und_fin_techs_beziehen_stellung_180802
Positionspapier outsourcing -_banken_und_fin_techs_beziehen_stellung_180802
 
Präsentation sigg
Präsentation siggPräsentation sigg
Präsentation sigg
 
Anwalt in Vietnam Oliver Massmann Bankensystem Modernisierung Was getan werde...
Anwalt in Vietnam Oliver Massmann Bankensystem Modernisierung Was getan werde...Anwalt in Vietnam Oliver Massmann Bankensystem Modernisierung Was getan werde...
Anwalt in Vietnam Oliver Massmann Bankensystem Modernisierung Was getan werde...
 
BvCM Business Breakfast "Sicher im Export - Vertragsgestaltung & Risikominimi...
BvCM Business Breakfast "Sicher im Export - Vertragsgestaltung & Risikominimi...BvCM Business Breakfast "Sicher im Export - Vertragsgestaltung & Risikominimi...
BvCM Business Breakfast "Sicher im Export - Vertragsgestaltung & Risikominimi...
 
Anwalt in Vietnam Dr. Oliver Massmann – Wirtschaftswachstum mit Nachhaltigkei...
Anwalt in Vietnam Dr. Oliver Massmann – Wirtschaftswachstum mit Nachhaltigkei...Anwalt in Vietnam Dr. Oliver Massmann – Wirtschaftswachstum mit Nachhaltigkei...
Anwalt in Vietnam Dr. Oliver Massmann – Wirtschaftswachstum mit Nachhaltigkei...
 
Investitionsstrategien für B-Städte und B-Lagen
Investitionsstrategien für B-Städte und B-LagenInvestitionsstrategien für B-Städte und B-Lagen
Investitionsstrategien für B-Städte und B-Lagen
 
Die Jagd nach dem Kunden verschärft sich by Matthias Schaefer
Die Jagd nach dem Kunden verschärft sich by Matthias SchaeferDie Jagd nach dem Kunden verschärft sich by Matthias Schaefer
Die Jagd nach dem Kunden verschärft sich by Matthias Schaefer
 
Banken challenge 2020
Banken challenge 2020Banken challenge 2020
Banken challenge 2020
 
PI Bilanz-Ausblick 11-12 Final DE.pdf
PI Bilanz-Ausblick 11-12 Final DE.pdfPI Bilanz-Ausblick 11-12 Final DE.pdf
PI Bilanz-Ausblick 11-12 Final DE.pdf
 
Journalistengespraech-bdb-impact-study-basel-iv
Journalistengespraech-bdb-impact-study-basel-ivJournalistengespraech-bdb-impact-study-basel-iv
Journalistengespraech-bdb-impact-study-basel-iv
 
Vorschau: Studie MiFID-II-Readiness-Index (7. Befragungswelle)
Vorschau: Studie MiFID-II-Readiness-Index (7. Befragungswelle)Vorschau: Studie MiFID-II-Readiness-Index (7. Befragungswelle)
Vorschau: Studie MiFID-II-Readiness-Index (7. Befragungswelle)
 
Totalrevision Versicherungsvertragsgesetz: Beurteilung aus Sicht der Privatve...
Totalrevision Versicherungsvertragsgesetz: Beurteilung aus Sicht der Privatve...Totalrevision Versicherungsvertragsgesetz: Beurteilung aus Sicht der Privatve...
Totalrevision Versicherungsvertragsgesetz: Beurteilung aus Sicht der Privatve...
 
Infobroschüre zum Förderprogramm ZIM
Infobroschüre zum Förderprogramm ZIMInfobroschüre zum Förderprogramm ZIM
Infobroschüre zum Förderprogramm ZIM
 
Zim infobroschuere 06-2015
Zim infobroschuere 06-2015Zim infobroschuere 06-2015
Zim infobroschuere 06-2015
 
Ernst young real_estate_studie_distressed_real_estate_sept_2012
Ernst young real_estate_studie_distressed_real_estate_sept_2012Ernst young real_estate_studie_distressed_real_estate_sept_2012
Ernst young real_estate_studie_distressed_real_estate_sept_2012
 

Mehr von Bankenverband

Mehr von Bankenverband (20)

Umfrage: Online- und Mobile Banking 2024
Umfrage:  Online- und Mobile Banking 2024Umfrage:  Online- und Mobile Banking 2024
Umfrage: Online- und Mobile Banking 2024
 
Female Finance 2024- Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage im Auftrag des ...
Female Finance 2024- Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage im Auftrag des ...Female Finance 2024- Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage im Auftrag des ...
Female Finance 2024- Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage im Auftrag des ...
 
Geldanlage 2023/24; Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage
Geldanlage 2023/24; Ergebnisse einer repräsentativen UmfrageGeldanlage 2023/24; Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage
Geldanlage 2023/24; Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage
 
Geldanlage 2023-24; Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage
Geldanlage 2023-24; Ergebnisse einer repräsentativen UmfrageGeldanlage 2023-24; Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage
Geldanlage 2023-24; Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage
 
Meinungsumfrage: Wirtschaftsstandort im Stresstest
Meinungsumfrage: Wirtschaftsstandort im StresstestMeinungsumfrage: Wirtschaftsstandort im Stresstest
Meinungsumfrage: Wirtschaftsstandort im Stresstest
 
Nachhaltige Geldanlage 2023 - Wissen und Engagement der Deutschen
Nachhaltige Geldanlage 2023 - Wissen und Engagement der DeutschenNachhaltige Geldanlage 2023 - Wissen und Engagement der Deutschen
Nachhaltige Geldanlage 2023 - Wissen und Engagement der Deutschen
 
Sustainable Finance Heatmap
Sustainable Finance HeatmapSustainable Finance Heatmap
Sustainable Finance Heatmap
 
Kenntnis und Einstellungen zum „Digitalen Euro“
Kenntnis und Einstellungen zum „Digitalen Euro“Kenntnis und Einstellungen zum „Digitalen Euro“
Kenntnis und Einstellungen zum „Digitalen Euro“
 
Konjunkturprognose der privaten Banken März 2023
Konjunkturprognose der privaten Banken März 2023Konjunkturprognose der privaten Banken März 2023
Konjunkturprognose der privaten Banken März 2023
 
Umfrage Herausforderung Altersvorsorge
Umfrage Herausforderung AltersvorsorgeUmfrage Herausforderung Altersvorsorge
Umfrage Herausforderung Altersvorsorge
 
Female Finance 2023
Female Finance 2023Female Finance 2023
Female Finance 2023
 
Geldanlage 2022/2023:Jahresrückblick und Trends
Geldanlage 2022/2023:Jahresrückblick und TrendsGeldanlage 2022/2023:Jahresrückblick und Trends
Geldanlage 2022/2023:Jahresrückblick und Trends
 
Altersvorsorge und finanzielle Absicherung im Alter
Altersvorsorge und finanzielle Absicherung im AlterAltersvorsorge und finanzielle Absicherung im Alter
Altersvorsorge und finanzielle Absicherung im Alter
 
2022-11-24 Indikatoren zur Risikolage.pptx
2022-11-24 Indikatoren zur Risikolage.pptx2022-11-24 Indikatoren zur Risikolage.pptx
2022-11-24 Indikatoren zur Risikolage.pptx
 
Bankkundenzufriedenheit
BankkundenzufriedenheitBankkundenzufriedenheit
Bankkundenzufriedenheit
 
Online- und Mobile Banking - Zugangswege zur Bank
Online- und Mobile Banking - Zugangswege zur BankOnline- und Mobile Banking - Zugangswege zur Bank
Online- und Mobile Banking - Zugangswege zur Bank
 
Konjunkturausblick der privaten Banken Herbst 2022
Konjunkturausblick der privaten Banken Herbst 2022Konjunkturausblick der privaten Banken Herbst 2022
Konjunkturausblick der privaten Banken Herbst 2022
 
Finanzwissen der Deutschen
Finanzwissen der DeutschenFinanzwissen der Deutschen
Finanzwissen der Deutschen
 
Inflation: Betroffenheit und Sparverhalten der Deutschen
Inflation: Betroffenheit und Sparverhalten der Deutschen Inflation: Betroffenheit und Sparverhalten der Deutschen
Inflation: Betroffenheit und Sparverhalten der Deutschen
 
Klimarisiken/EZB Klimastresstest Pressegespräch
Klimarisiken/EZB Klimastresstest PressegesprächKlimarisiken/EZB Klimastresstest Pressegespräch
Klimarisiken/EZB Klimastresstest Pressegespräch
 

MiFID II – die negativen Folgen für Banken und Kunden

  • 1. MiFID II und die Folgen für das Wertpapiergeschäft Pressegespräch des Bankenverbandes in Frankfurt am Main 18. Oktober 2017
  • 2. ©BundesverbanddeutscherBankene.V. Was bedeutet MiFID II für das Wertpapiergeschäft? Ziel Europaweit einheitliche Maßstäbe für das Wertpapiergeschäft, Ausgangspunkt Finanzkrise – Sinnvoll, ABER… Für die Kunden  Banken sind verpflichtet, ihre Kunden bis Jahresende zu informieren  Teilweise Kundeninformationen mit bis zu 80 Seiten Umfang  Verpflichtende Telefonaufzeichnung, ob Kunde will oder nicht  Geeignetheitserklärung ersetzt Beratungsprotokoll Für die Banken  Informationsaufwand ist für die Banken gewaltig  Einmalige Umstellungskosten für dt. Banken von 1 Milliarde Euro, zusätzlich laufende Kosten  20.000 Seiten an Rechtstexten und Materialien  Gesamtüberblick muss da verloren gehen 2
  • 3. ©BundesverbanddeutscherBankene.V. MiFID II - Stand Gesetzgebungsverfahren  Welche EU-Rechtsakte liegen zugrunde?  Wie sieht die nationale Umsetzung in Deutschland aus? 3
  • 4. ©BundesverbanddeutscherBankene.V. EU-Rechtsakte Level 1 • MiFID II/MiFIR verabschiedet 2014 • Anwendbarkeit verschoben auf 03.01.2018 Level 2 • Delegierte Rechtsakte  2 delegierte Verordnungen  1 delegierte Richtlinie • Technische Standards  33 RTS (regulatory technical standards)  3 ITS (implementing technical standards) Level 3 Fortlaufende Veröffentlichungen, z.B. • ESMA Leitlinien zu komplexen Schuldtiteln und strukturierten Einlagen • ESMA Leitlinien zu Kenntnissen und Erfahrungen • ESMA Leitlinien Product Governance • ESMA Leitlinien zur Geeignetheitsprüfung • ESMA/EBA Leitlinien zur Eignung von Geschäftsleitern • Q&A zu Anlegerschutzthemen unter MiFID II/MiFIR • Q&A zu MiFID II/MiFIR Marktinfrastrukturthemen • und weitere. 4
  • 5. ©BundesverbanddeutscherBankene.V. Nationale Umsetzung  Verabschiedung durch Bundestag am 30.03.2017  Aber: Nachgelagerte Rechtsverordnungen stehen Mitte Oktober teilweise immer noch aus (u.a. WpDVerOV, WpDPV, MitAnzV)  Weitestgehende 1:1 Umsetzung in DE  Aber: Beibehaltung bestehender dt. Sondervorschriften (z.B. Mitarbeiter-/Beschwerderegister, Honoraranlageberatung, PIB)  Folge und Problem: EU-weit im Detail weiterhin unterschiedliche rechtliche Rahmenbedingungen 5 Zweites FinanzmarktnovellierungsG
  • 6. ©BundesverbanddeutscherBankene.V. MiFID II – Beispiele, was kommt  Gesprächsdokumentation / Telefonaufzeichnung  Product Governance / Zielmarkt  Ex-Ante-Kosteninformation  Behandlung von Zuwendungen / Provisionen  Bestandsreporting 6
  • 7. ©BundesverbanddeutscherBankene.V. Gesprächsdokumentation/Telefonaufzeichnung Ziel: Umfassende Dokumentation von Kunde/Bank-Gesprächen  Filialgespräch:  Anfertigung einer Gesprächsnotiz  In der Beratung zusätzlich Geeignetheitserklärung (ähnlich Beratungsprotokoll)  Telefonisches Gespräch:  Aufzeichnung des Gesprächs auf Band  Aufzuzeichnen ist jedes Gespräch, das zu einer Wertpapierorder führen könnte (weiter Anwendungsbereich)  Kollision mit Datenschutz muss aufgelöst werden  Aufbewahrung: 5 Jahre (auf Verlangen der BaFin: 7 Jahre)  Jederzeitige Wiederauffindbarkeit erforderlich  Und wenn Beratung zusätzlich auch hier Geeignetheitserklärung 7
  • 8. ©BundesverbanddeutscherBankene.V. Kunden n Daten 5 Daten 4 Daten 3 Daten 2 Daten 8 Konzepteur1Konzepteur2KonzepteurN… 1 Daten BANK(Vertriebsstelle) Umsetzung Zielmarkt & Prüfung Vertriebsstrategie Bank …. Kommunikation Zielmarkt & Vertriebsstrategie X…. Zielmarktabgleich … Angemessenheits- & Geeignetheitsprüfung BankBankBankBankBank 45312 Product Governance als ein der Prüfung von Angemessenheit und Geeignetheit vorgelagerter Teil eines komplexen institutsspezifischen Gesamtprozesses Product Governance / Zielmarkt
  • 9. ©BundesverbanddeutscherBankene.V. Wie sieht sowas aus? Beispiel Ex-ante-Kosteninformation (Fondskauf) Anlagebetrag EUR 10.000 Geschäftsart Kommissionshandel Kauf Haltedauer 5 Jahre Geschäftsdetails ISIN DE0001234567 Menge 30,00 Stk Handelsplatz KVG Kurs 333,33 EUR / vom xx.yy.zzzz hh:mm Kostenaufstellung der Dienstleistungskosten in % in EUR Beschreibung Einstiegskosten Provision 0,xx% xx,yy Ausgabeaufschlag 0,yy% 0,00 NAV xxx,yy Ausstiegskosten Provision 0,xx% xx,yy Rücknahmeabschlag 0,00% 0,00 NAV xxx,yy Laufende Kosten Depotgebühren p.a. 0,xx% xx,yy Die Depotgebühr bezieht sich nur auf eine fiktive Position. In der Realität können die Depotgebühren auf Basis des gesamten Depotbestands deutlich abweichen. Zuwendungen Bestandsprovisionsservice p.a. 0,xx% xx,yy Einbehaltene Bestandsprovisionen laut Vertragsvereinbarung Gesamtkosten auf Basis der Haltedauer von 5 Jahren in % in EUR Wertpapierdienstleistung x,yy% xxx,yy direkte Kosten an die Bank x,yy% xxx,yy zusätzlich erhaltene Zuwendungen x,yy% xxx,yy Kosten an Dritte 0,00% 0,00 Produktkosten x,yy% xxx,yy davon gezahlte Zuwendungen z,yy% zzz,yy Einstiegskosten 0,00% 0,00 Ausstiegskosten 0,00% 0,00 Laufende Kosten Gesamt x,yy% xxx,yy p.a. x,yy% xxx,yy Gesamt x,yy% xxx,yy Kumulative Auswirkung der Kosten auf die Rendite Ohne Kosten wäre die Rendite im ersten Jahr um EUR xxx,yy höher, in den folgenden Jahren jeweils um EUR xxx,yy höher. Bei Veräußerung des Finanzinstruments sinkt die Rendite für das entsprechende Jahr um weitere EUR yy,xx. 9
  • 10. ©BundesverbanddeutscherBankene.V. Behandlung von Zuwendungen (Provisionen) 10  Problem: Zuwendungen können Interessenkonflikte verursachen  Daher Regel: Provisionen sind unzulässig  Ausnahmen:  Zuwendung dient dazu Qualität der Dienstleistung für Kunden zu verbessern UND  beeinträchtigt nicht die Pflicht, im bestmöglichen Kundeninteresse zu handeln UND  wird dem Kunden gegenüber offengelegt.
  • 11. ©BundesverbanddeutscherBankene.V. Zuwendungen (Provisionen) 1. Beispiel  Anlageberatung  auf Basis breiter Produktpalette  mit Zugang zu Produkten unabhängiger Emittenten 2. Beispiel  Anlageberatung  entw. Angebot jährl. Depotüber- prüfung auf Eignung  oder andere fortl. Dienstleistung mit Wert für Kunden (z.B. „optimale Vermögensstrukturierung“) 3. Beispiel  Günstiger Zugang zu breiter Produktpalette inkl. Produkten unabhängiger Emittenten und  entw. Bereitstellung von Hilfsmitteln mit Mehrwert  oder periodische Berichte über Wertentwicklung und Kosten 4. Beispiel (neu)  Verbesserter Zugang zur Anlageberatung z.B. durch „weitverzweigtes Filialberaternetz- werk“ mit Vor-Ort-Verfügbarkeit qualifizierter Berater auch in länd- lichen Regionen 11 Was heißt Qualitätsverbesserung?
  • 12. ©BundesverbanddeutscherBankene.V. Bestandsreporting Anforderung • Grundsätzlich müssen alle Kunden mind. jedes Quartal (bislang 1x pro Jahr) eine Aufstellung ihrer Finanzinstrumente und Gelder erhalten. • Bei 28 Millionen Depots in DE = 112 Millionen Briefe pro Jahr (nur wenige Kunden bekommen elektronisch Post) Reportinhalt • Angaben zu „gehaltenen“ Finanzinstrumenten und Geldern • Marktwert bzw. Schätzwert der Bestände • Hinweis auf den Schutz der Kundenassets nach MiFID II • ggf. Hinweis auf „Wertpapierfinanzierungsgeschäfte“ sowie „Sicherheitenvereinbarungen“ Form „dauerhafter Datenträger“ = in der Regel schriftlich Verzichts- möglichkeit Nein 12

Hinweis der Redaktion

  1. Insges