Digitales Bezahlen 2020

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„Die privaten Banken wollen einen digitalen europäischen Binnenmarkt für Finanzdienstleistungen und diesen auch aktiv mitvorantreiben“, betont Michael Mandel, Vorsitzer des Ausschusses für Privat- und Geschäftskunden des Bankenverbandes und im Vorstand der Commerzbank verantwortlich für das Segment Privat- und Unternehmerkunden. Ausgehend von der Frage, wie die Dynamik der Digitalisierung dafür genutzt werden kann und nicht ausgebremst wird, hat der Bankenverband nun die Studie „Digitales Bezahlen 2020“ vorgelegt. Mandel: „Ziel muss es sein, dass Verbraucher über nationale Grenzen hinweg europaweit einheitliche mobile Bezahlverfahren nutzen können.“

Gerade im Rahmen der aktuellen Diskussion um die Zahlungsdiensterichtlinie PSD 2 müsse sichergestellt werden, dass für alle Anbieter von Zahlungsdiensten – ob Banken oder FinTech – gleiche Spielregeln gelten. Andreas Krautscheid, Mitglied der Hauptgeschäftsführung des Bankenverbandes, bekräftigt: „Einige Details in der PSD 2 sind hier aus unserer Sicht durchaus noch zu verbessern.“ Beispielsweise sei unverständlich, dass Drittdienste einen gesetzlich definierten Zugang zur Infrastruktur der Banken haben, der allerdings umgekehrt nicht gelte. Krautscheid weiter: „Außerdem erwarten wir im März von der EU-Kommission einen Aktionsplan zu Finanzdienstleistungen für Privatkunden. Damit die Diskussion hier in die richtige Richtung läuft, wollen wir die Debatte darüber möglichst früh anstoßen.“

Drei wesentliche Ansatzpunkte identifiziert der Bankenverband in seiner Studie: 1. Müssten mobile Zahllösungen für mehr Reichweite im Direktkontakt zwischen Privatpersonen „P2P“ und an der Kasse gefördert werden, 2. Sollte mehr Wettbewerb und Wahlfreiheit bei E-Commerce-Zahlverfahren möglich sein, 3. sollte ein zeitgemäßes digitales Onboarding als Standard verankert werden, um ein digitales und europaweites Angebot zu gewährleisten.

Michael Mandel: „Hier sollten wir uns europaweit nicht verzetteln, sondern auf das Wesentliche konzentrieren – für uns sind das der Zahlungsverkehr und eine einheitliche Registrierung und Identifizierung der Kunden.“

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Digitales Bezahlen 2020

  1. 1. Zukunftsbild „Digitales Bezahlen 2020“ Begleitende Präsentation zum Positionspapier Januar 2017
  2. 2. ©BundesverbanddeutscherBankene.V. Vorbemerkung  Die folgenden Ausführungen enthalten Empfehlungen hinsichtlich möglicher Ergänzungen, Änderungen bestehender und Umsetzung künftiger Regulatorik sowie Initiativen der Bankenbranche in der Europäischen Union  Die hierin dargestellten Thesen spiegeln die Perspektive des Bundesverbands deutscher Banken (BdB) und seiner Mitglieder wider, und wurden in Zusammenarbeit mit der Management-Beratung A.T. Kearney im Herbst 2016 aufgestellt  Mit diesem Blick aus der Praxis soll ein Beitrag zur kurz- bis mittelfristigen Modernisierung und Digitalisierung des europäischen Zahlungsverkehrs zum Wohle der Verbraucher und im Sinne der Wachstums- und Innovationsziele des digitalen Binnenmarkts erbracht werden  Als Diskussionsbasis richtet sich dieses Papier insbesondere an gesetzgebende Instanzen auf europäischer und nationaler Ebene, aber auch an andere Banken sowie nationale und internationale Bankenverbände 2
  3. 3. ©BundesverbanddeutscherBankene.V. Agenda  Ausgangslage & Herausforderung  Themenfelder für Innovation, Wettbewerb und Regulierung  Ausblick & nächste Schritte 3
  4. 4. ©BundesverbanddeutscherBankene.V. Europa 2020 – 7 Leitziele Förderung von Wachstum und Beschäftigung in Europa in 2020 Finanzdienstleistungen im Fokus der Vorausset- zungen für den digitalen Binnenmarkt der EU Digitale Agenda 2020 – EU Ziele & Status Quo 1. Mit einem Beitrag von 415 Mrd. Euro zur Wirtschaftsleistung soll der digitale Binnenmarkt helfen, Arbeitsplätze zu schaffen, und Wachstum, Wettbewerb sowie Innovationen ankurbeln 2. Beispielhaft für Finanzdienstleistung: Zahlungsverkehr FDL = Finanzdienstleistungen Quelle: Europäische Kommission, Projektteam 1. Leitziel – Digitaler Binnenmarkt Ziel: Freier Verkehr von Waren, Personen, Dienstleistungen und Kapital1 Grünbuch – FDL für Privatkunden im Binnenmarkt In Zusammenhang mit den laufenden Projekten der EU Kommission wurde Ende 2015 das Grünbuch vorgestellt, welches die folgenden Ziele verfolgt: Förderung von Wettbewerb Erhöhung der Auswahl an FDL Erhöhung der Transparenz Verbraucher Beispiele • Umsetzung PSD2 in nationales Recht • Umsetzung EU-DSGVO (Datenschutz- Verordnung) in nationales Recht • BaFin-Rundschreiben (05/2016) zu Video- identifizierungs- verfahren • Anwendung MaSi durch BaFin basierend auf SecuRe Pay (EBA) • eIDAS-Verordnung • Und weitere EU-Ebene Länderebene2 4
  5. 5. ©BundesverbanddeutscherBankene.V. Digitales Bezahlen als Türöffner für die Öffnung von Finanzdienstleistungen im EU-Binnenmarkt Rolle des Zahlungsverkehrs für Finanzdienstleistungen XS2A = Kontozugang für Dritte Quelle: Projektteam 5 Verlässliche Standards für Verbraucher beim Onboarding und Digitalen Bezahlen hinsichtlich Kosten, Sicherheit & Haftung sowie Nutzung ihrer Daten als Voraussetzung für einen digitalen Binnenmarkt für Finanzdienstleistungen Konto- leistungen Zusatz- service (z.B. aus XS2A) Versiche- rungen Tagesgeld Sparpläne Verbraucher- kredite Digitales Onboarding & Bezahlen in Europa
  6. 6. ©BundesverbanddeutscherBankene.V. Viele Anforderungen aller Akteure an Digitales Bezahlen 2020 in Europa • Kundenzugang • Fairer Wettbewerb • Bargeldversorgung • Infrastrukturzugang & -Sicherheit Banken & andere ZDA • Digitaler Binnenmarkt für FDL • Förderung Wettbewerb • Verbraucherschutz • Sicherheit Regulator • Conversion (geringer Abbruch) • Wahlfreiheit & Reichweite • Kundenidentifizierung & -daten • Geringere Transaktionskosten • Choice: Wahlfreiheit beim Bezahlen • Control: Sicherheit & Transparenz • Comfort: Effizientes Onboarding • Cost: Günstige Bezahlverfahren Verbraucher Begünstigte von „SEPA 1.0“ Schwerpunkt von „SEPA 2.0“Digitales Bezahlen 2020 ZDA = Zahlungsdiensteanbieter, FDL = Finanzdienstleistungen Quelle: Projektteam Händler/ Unternehmen 6
  7. 7. ©BundesverbanddeutscherBankene.V. Potenzial für Verbrauchernutzen und Wachstums- impulse vor allem im P2P, POS und E-Commerce POS = Point-of-Sale; P2P = Person-to-Person Quelle: A.T. Kearney Analyse auf Basis versch. Quellen (z.B. Zahlungsverhalten in Deutschland 2014, Deutsche Bundesbank) UnbarBar Zahlungsverhalten: Beispiel Deutschland 7 100 80 140 410 30 40 Handel- POS ~800 jährliche Zahlungen pro Kopf Gut abgedeckt/ gelöst durch SEPA Aktuell hoher Bargeldanteil & Innovationsbedarf Wichtige Rolle für Mobile & Instant Payments E-/ M-Commerce Wiederkehrende Zahlungen Unternehmen & VerwaltungP2P Dienstleistungen
  8. 8. ©BundesverbanddeutscherBankene.V. Digitales Bezahlen stößt heute aus Verbraucher- und Händlersicht noch oft an Grenzen 8 Heutige Nutzererfahrung Beispielhaft Quelle: Projektteam Mobile Zahlungen Neue Anbieter (z.B. OEMs, Betriebssysteme) zwingen Nutzer in ihre Verfahren und Geschäftsmodelle, gleichzeitig fehlt Verbrauchern oft die Transparenz: „Wann zahlt der Kunde mit Daten“? E-Commerce Zunehmendes Bundling von Handel und Zahlverfahren durch Anbieter/ Online-Marktplätze und dadurch Vorgabe von Zahlverfahren schränkt Nutzung präferierter Verfahren für den Kunden ein Onboarding Teilweise aufwändige, parallele und über Ländergrenzen hinweg unterschiedliche Anforderungen an Registrierung und Legitimation Handel/ POS Häufige Einschränkungen für Verbraucher, bargeldlos zu zahlen und gleichzeitig Bargeldannahmezwang für Händler Standard- zahlungen Mit SEPA-Überweisungen und Lastschriften insgesamt schnelle und günstige Verfahren verfügbar, lange IBAN als einziger KomfortnachteilS€PA P2P-Zahlungen Unterschiedliche Zahlverfahren entstehen aktuell, jedoch mit mangelnder Vernetzung und Erreichbarkeit
  9. 9. ©BundesverbanddeutscherBankene.V. Wie sieht Digitales Bezahlen 2020 in Europa aus? Quelle: A.T. Kearney Vision: Ein Tag im Leben des Verbrauchers Digitales Bezahlen in Europa 2020 Kaffeemaschine bestellt selbst Bohnen nach U-Bahn-Fahrt kontaktlos bezahlen Klein- & Großeinkauf mit Handy bezahlen, Rech- nung digital erhalten Arztrechnungen in der App und Freigabe ohne Autorisierung Bargeld am Automaten in Rom abheben Taschengeld an Sohn ohne Konto Instant überweisen Mittagessen teilen & via paydirekt an paylib User zahlen Geld auf dem Tagesgeld- Konto in Irland mit nur einem Klick anlegen Mit paydirekt im E-Commerce einkaufen Bei Bestellung der Küche wird automatisch Finanzierung angeboten € NEU Heute noch nicht verbreitet/möglich Beispiele 9
  10. 10. ©BundesverbanddeutscherBankene.V. Wesentliche Handlungsbedarfe zur Realisierung der Vision des Digitalen Bezahlens 2020 Von „SEPA 1.0“ zu „SEPA 2.0“ Quelle: Projektteam • „SEPA 1.0“ begünstigte vor allem Händler und Unternehmen und ermöglichte u. a. (1) die europaweite Konsolidierung von Konten und (2) eine breitere Dienstleisterauswahl. • Die größten Potenziale liegen im stationären Handel (POS) und zwischen Verbrauchern (P2P), in denen heute immer noch mehrheitlich Bargeld zum Einsatz kommt. Tatsächlich haben Verbraucher oft gar nicht die Wahl eines unbaren Zahlverfahrens. Mobile Zahlverfahren in Verbindung mit Instant Payments spielen hierbei eine wesentliche Rolle. • Auch im E-Commerce wird die Wahlfreiheit eingeschränkt, z. B. dadurch, dass große Anbieter von Online-Marktplätzen Plattformleistungen und Zahlverfahren bündeln. • Daneben besteht – trotz perspektivisch rückläufiger Transaktionen mit Bargeld – weiterhin der Bedarf nach einer effizienten und flächendeckenden Bargeldversorgung. • Eine weitere wesentliche Herausforderung für Digitales Bezahlen besteht darin, neuen Nutzern auf sichere, einfache und digitale Art den Zugang (Onboarding) zu Digitalem Bezahlen zu ermöglichen. Heute Morgen „SEPA 2.0“ 10
  11. 11. ©BundesverbanddeutscherBankene.V. E-Commerce • Datenbasierte Geschäfts- modelle • Haftung • Wahlfreiheit (durch Unbundling) Bargeld • Gesetzliches Zahlungsmittel • Anonyme Zahlverfahren • Effiziente Bar- geldversorgung Onboarding • Europäische Dienstleister- wahl • Registrierung/ Legitimation • Volldigital M-Payments • Essentielle Infrastrukturen • Zugang und Erreichbarkeit • Sicherheit Instant Payments • Komplementäre Einsatzgebiete • Autorisierung und Sicherheit Handlungsbedarf besteht in fünf Themenfeldern Themenfelder für Innovation, Wettbewerb und Regulierung Ausschöpfung des Potenzials Digitalen Bezahlens Steigerung des volkswirtschaftlichen Nutzen durch Innovation und Wettbewerb Quelle: Projektteam 11 Maßnahmen
  12. 12. ©BundesverbanddeutscherBankene.V. Agenda  Ausgangslage & Herausforderung  Themenfelder für Innovation, Wettbewerb und Regulierung  Ausblick & nächste Schritte 12
  13. 13. ©BundesverbanddeutscherBankene.V. Mit mobilen Zahlverfahren lassen sich P2P- und POS-Bezahlsituationen effizienter lösen Quelle: A.T. Kearney, Projektteam Zusammenfassung M-Payments Vorschläge & Empfehlungen Essentielle Infrastrukturen Zugang und Erreichbarkeit Sicherheit Erforderliche Techniken, beispielsweise zur Authentifizierung (z. B. Fingerabdruckscanner) oder Datenübertragung (z. B. NFC, Bluetooth Low Energy), sollen allen Zahlungsdiensteanbietern offen stehen Mobile Zahlverfahren sollen allen EU-Kunden offenstehen (kein Geoblocking) und über ein zentrales Register Zugang und Erreichbarkeit untereinander herstellen (z. B. französischer „paylib“-Nutzer überweist Geld an deutschen „paydirekt“-Nutzer) Vertrauen der Verbraucher in Digitales Bezahlen soll gesteigert werden durch (1) Mindestsicherheitsstandards für Endgeräte und (2) verbraucherfreundliche, alternative Formen der starken Authentifizierung (z. B. verhaltensbasierte, passive Verfahren) 13
  14. 14. ©BundesverbanddeutscherBankene.V. Zugang zu essentieller Infrastruktur soll das Angebot verfügbarer Zahlverfahren erhöhen 1. Z. B. Übertragungstechniken, Authentifizierungsverfahren, Verarbeitungs- und Speicherungselemente und andere Sicherheitsfunktionen 2. Kostenorientierung bzw. effizienzbasierte Obergrenzen (Vgl. hierzu Bundesnetzagentur bei Netznutzungsentgelt) Quelle: IDC, Projektteam Essentielle Infrastruktur (Beispiel Übertragungstechnik; Smartphone-Marktanteile Westeuropa 2014) NFC nicht für alle Payment-Apps zugänglich • Der Verbraucher soll die Möglichkeit haben die Payment-App seiner Wahl mit dem Endgerät seiner Wahl zu nutzen • Unter Android (z. B. Samsung und andere) ist dies möglich; bei iOS-Endgeräten besteht ein Zwang zu Nutzung von ApplePay • Verbraucher sollen ihre Payment-App frei wählen können & nicht durch Hersteller essen- tieller Infrastrukturen eingeschränkt werden • Was eine essentielle Infrastruktur1 auf Basis Marktdurchdringung ist, stellt regelmäßig eine geeignete Behörde ebenso fest wie ein mögliches und angemessenes Entgelt2 für die Nutzung • Finanzdiensteanbieter erhalten darüber hinaus in angemessenen Maß Investitionssicherheit • Oligopolistische Strukturen bei essentiellen Infrastrukturen sind durch ordnungspolitische Maßnahmen zu vermeiden Pay- ment App NFC Android Samsung (35%) NFC Android Sonstige (37%)  NFCiOS (21%) NFC Andere Systeme (7%)   14
  15. 15. ©BundesverbanddeutscherBankene.V. Verbraucherangebot soll durch grenz- & service- übergreifende Erreichbarkeit erhöht werden Quelle: Projektteam Erreichbarkeit unterschiedlicher Zahlverfahren • Verbraucher kaufen immer häufiger interna- tional ein und reisen darüber hinaus häufiger ins Ausland; Erreichbarkeit zwischen unterschiedlichen Zahlverfahren (unabhängig vom Heimatland der Verbraucher bzw. Anbieter) ist daher wünschenswert • Verbraucher haben weder unbeschränkten Zugang zu anderen Zahlverfahren noch können sie andere Zahlverfahren erreichen ohne dort registriert zu sein • Ein zentrales „Registry“ für alle mobilen Zahlverfahren, das Credentials (z.B. Mobil- nummern) in Kontonummern umwandelt, ist für Anbieter und Verbraucher die effizienteste Lösung, zur Herstellung gegenseitiger Erreichbarkeit, welche anderen Optionen (z.B. EU-weite Zahllösung oder standardisierte Schnittstellen) vorzuziehen ist • „Reachability” soll analog SEPA EU-weit gewährleistet sein E-Commerce/P2P Keine gegenseitige Erreichbarkeit zwischen Nutzern 15
  16. 16. ©BundesverbanddeutscherBankene.V. Verbraucher sollen mit geringerem Aufwand sicher und komfortabel digital bezahlen können Quelle: Projektteam ZielbildMaßnahmen Gerätesicherheit Authentifizierung • Verbraucher werden entlastet und müssen sich weniger um die Sicherheit ihrer Geräte kümmern • Gleichzeitig soll durch geeignete Maßnahmen die Gerätesicherheit erhöht werden • Nutzer ist durch Sensorik der mitgeführten Geräte dauerhaft authentifiziert (z.B. durch Biometrie) • Starke Authentifizierungsverfahren werden noch sicherer und verbraucherfreundlicher • Definition von Mindestsicherheits- standards für Endgeräte • Verpflichtung der Hersteller, für eine bestimmte Zeit Standards entgeltfrei zu garantieren • Modernisierung SecuRe Pay durch Erweiterung um andere, verbraucher- freundliche und starke Verfahren • „Level Playing Field“: Einheitliche Anforderungen für Banken und Nicht- Banken bei Erst- und Folgelegitimation • Verhaltensdaten sind ein sehr starkes Authentifizierungsmerkmal und sollten genutzt werden dürfen Elemente für mehr Sicherheit 16
  17. 17. ©BundesverbanddeutscherBankene.V. Verbraucher sollen von mehr Wahlfreiheit und fairem Wettbewerb von Zahlverfahren profitieren 1. Zahlungsdiensteanbieter 2. Z. B. durch Bundling von Plattformleistungen und Zahlverfahren Quelle: A.T. Kearney, Projektteam Zusammenfassung Verbraucher wie Händler sollen diskriminierungsfrei aus Kosten-, Komfort- und/oder Sicherheitsgründen das für sie attraktivere Zahlverfahren wählen können; insbesondere Marktplatz-Anbieter sollen die Wahlmöglichkeit nicht begrenzen2 Alle ZDA1 sollen alternative Erlösmodelle, wie direkte Entgelte und/ oder Nutzung von Daten, unter gleichen Bedingungen nutzen können; dafür sollen sie in Geschäftsmodellkategorien eingeteilt werden, das Einverständnis der Verbraucher einholen & über Folgen aufklären Sorgfaltspflichten und Haftungsregeln beim digitalen Bezahlen sollen dem Verbraucher eindeutig und transparent gemacht werden; vor dem Hintergrund des Kontozugangs für Dritte sollen auch Banken Rechtssicherheit hinsichtlich Haftung erhalten Mobile Zahlverfahren sollen allen EU-Kunden offenstehen (kein Geoblocking) und über ein zentrales Register Zugang und Erreichbarkeit untereinander herstellen (z. B. französischer „paylib“-Nutzer überweist Geld an deutschen „paydirekt“-Nutzer) Vergleiche Analyse in Kapitel „M-Payment“, Punkt 2 E-Commerce Datenbasierte Geschäfts- modelle Haftung Wahlfreiheit (durch Unbundling) Vorschläge & Empfehlungen Zugang und Erreichbarkeit 17
  18. 18. ©BundesverbanddeutscherBankene.V. Verbraucher sollen mehr Kontrolle und Kenntnis darüber haben, wann sie mit Daten bezahlen 1. Zahlungsdiensteanbieter 2. Amazon, Google, Facebook, Apple Quelle: Projektteam • Banken & andere ZDA müssen i. R. der AGB und Datenschutzregelung über Leistung und Gegenleistung (z. B. Entgelte) aufklären, rechtlich ist „Level-Playing-Field“ erfüllt • In der Praxis besteht jedoch Ungleichheit: Einwilligung zur Datennutzung wird von Verbrauchern als ein Schritt von vielen oft nicht bewusst wahrgenommen • ZDA sollen durch Bankenaufsicht hinsichtlich Nutzung von Verbraucherdaten in Geschäfts- modellkategorien eingeteilt werden: a) Nutzung zur Geschäftsabwicklung b) Nutzung für zusätzliche, interne Zwecke c) (Kommerzielle) Weitergabe an Dritte • Bei datenbasierten Modellen sollen Verbraucher über Umfang der Datenverwendung und Folgen auch außerhalb AGB & Datenschutz- regelung stärker aufgeklärt werden z.B.:  in Form von Geschäftsmodell-Siegeln in Dokumenten zur Produktinformation, oder  durch Einholen expliziter, widerrufbarer Zustimmungen zur Datennutzung : Daten zur Nutzung freigegeben/ nicht freigegeben Services Services € Daten Name Geschlecht Verhaltensdaten Ort Beruf Vermögen Produkte Status Name Geschlecht Verhaltensdaten Ort Beruf Vermögen Produkte Status                 „Klassisch“„Datenbasiert“ Banken & andere ZDA1 Fintechs, Unternehmen wie AGFA2 etc. Datenbasierte Geschäftsmodelle 18
  19. 19. ©BundesverbanddeutscherBankene.V. • Verbraucher nutzen verschiedene digitale Bezahlverfahren und sind für Geheimhaltung ihrer sensiblen Zugangsdaten verantwortlich • Steigende Anzahl von Diensteanbietern haben Auswirkungen auf Sorgfaltspflichten der Verbraucher & Haftungsübernahme der Banken • Analog PIN & TAN definierte Anforderungen an Sorgfaltspflichten helfen Verbrauchern beim sicheren Umgang mit neuen Zahlungs- diensten (hier insbesondere AISP und PISP1) • Eindeutige und transparente Regeln zur Haftung und einheitlichen Haftungsbegrenzung stärken Vertrauen der Verbraucher in digitale Bezahlverfahren • Zahlungsdiensteanbieter verpflichten sich zur Veröffentlichung von Datenlecks („Data Breaches“) binnen einer angemessenen Frist Transparente Sorgfaltspflichten & Haftungsregeln sollen Verbrauchern Digitales Bezahlen erleichtern 1. AISP = Account Information Service Providers, PISP = Payment Initiation Service Providers Quelle: Projektteam Früher Heute Zahlungs- dienstean- bieter treten zwischen Verbraucher und Banken auf (n:n Beziehungen) … AISP/ PISP Verbraucher Banken Sorgfalt und Haftung beim Digitalen Bezahlen (1/2) 19
  20. 20. ©BundesverbanddeutscherBankene.V. • Steigende Anzahl von Diensteanbietern hat Auswirkungen auf Sorgfaltspflichten der Verbraucher und insbesondere der Haftungsübernahme der Banken • Bisher sind keine klaren und allgemein gültigen Regelungen zur Haftungsübernahme getroffen • Eindeutige Regeln zur Haftungsübernahme im Schadensfall (z. B. irrtümlich oder vorsätzlich) stärken Vertrauen der Verbraucher • Für Zahlungsdiensteanbieter, die als „Dritte“ (z. B. für AISP & PISP) auf Konto- und Zahlungs- informationen zugreifen, soll eine allg. Haft- pflichtversicherung gelten, deren Ausgestal- tung (u. a. Mindestdeckung) zu definieren ist • Die Versicherungsdeckung soll Voraussetzung für den Zugang des Drittanbieters sein & eine vollständige Entschädigung der kontoführenden Bank für die vom Zahlungsauslösedienst zu verantwortenden Schäden sicherstellen • Für die Bank soll jederzeit eindeutig sein, wer auf das Konto zugreift (Kunde o. Drittanbieter) Verbraucher & Banken sollen direkt und indirekt von klaren Haftungsübernahmeregeln profitieren 1. AISP = Account Information Service Providers, PISP = Payment Initiation Service Providers Quelle: Projektteam Authentifizierung Sorgfalt und Haftung beim Digitalen Bezahlen (2/2) 20 Zahlungsausführung (PISP) bzw. Kontoinformationen (AISP) Verbraucher Bank 1 Bank 2 Bank 3 Drittanbieter (AISP oder PISP) Bank 1 Bank 2 Bank 3 Wer ist Besitzer der Kunden- beziehung & haftet folglich in welchem Umfang im Schadensfall?
  21. 21. ©BundesverbanddeutscherBankene.V. Verbraucher sollen künftig auch online nicht in der Wahl des Zahlverfahrens eingeschränkt sein Quelle: BEVH, Projektteam • Für Verbraucher haben E-Commerce Marktplätze eine hohe Relevanz; Händler sind mittlerweile auf besonders relevante Plattformen angewiesen und sollten in der Wahl der Zahlverfahren frei sein • In bestimmten Fällen wird diese Wahl jedoch eingeschränkt; Kunden wird das Angebot an Zahl- verfahren vorgeschrieben, die Zahlfunktion steht nicht mehr im Wettbewerb zu anderen Zahlverfahren:  Händler dürfen nur solche Zahlverfahren anbieten, die von der Plattform angeboten werden  Verbraucher können daher nur aus der somit eingeschränkten Auswahl an Zahlverfahren wählen • Für Kunden und für Händler sollen Zahlverfahren im Wettbewerb stehen. Marktakteure sollen daher: – Händlern und Verbrauchern nicht vorschreiben, welche Zahlverfahren verwendet werden dürfen – eigene Verfahren nur diskriminierungsfrei anbieten Amazon und Ebay 13 Mrd. Euro Andere Online-Marktplätze und Plattformen 34 Mrd. Euro Hier wird Händlern das Angebot an Zahlverfahren vorgeschrieben Wettbewerb von Zahlverfahren: Beispiel E-Commerce (Online-Handelsumsatz 2015, Deutschland, in Mrd. Euro) 21
  22. 22. ©BundesverbanddeutscherBankene.V. Instant Payments adressieren vor allem in bestimmten Situationen Verbraucherbedarf Quelle: A.T. Kearney, Projektteam Aus der Perspektive des Marktes aktuell kein regulatorischer Bedarf – alternative Echtzeitzahlverfahren sollten weiterhin im Markt möglich sein – Vorschläge und Empfehlungen sind als Leitplanken im Rahmen der aktuellen Entwicklung des pan-europäischen Instant-Payments-System zu verstehen Zusammenfassung Instant Payments Vorschläge & Empfehlungen Komplementäre Einsatzgebiete Autorisierung und Sicherheit Echtzeitzahlverfahren sollen die D+1 SEPA-Verfahren nur in Situationen ergänzen, in denen diese Verfahren den Verbraucherbedarf unzureichend decken (z. B. P2P, POS) und nicht universell verpflichtend für alle Situationen zur Verfügung stehen Sämtliche Verfahren, bei denen – unabhängig vom Clearing und Settlement – die Autorisierung in Echtzeit erfolgt, sollen als Echtzeitverfahren betrachtet werden; dadurch soll die Möglichkeit zur Entwicklung alternativer Systeme bestehen bleiben 22
  23. 23. ©BundesverbanddeutscherBankene.V. POS (DL & Handel) • Z. B. Einkauf, Restaurant, haushaltsnahe DL, Zug-um-Zug-Geschäfte P2P • Z. B. Teilen von Restaurant- Rechnungen, Begleichen sofort fälliger Schulden Unter- nehmen, Verwaltung • Kein signifikanter Bedarf • D+1 ausreichend Wieder- kehrende Zahlungen • Kein signifikanter Bedarf • D+1 ausreichend E-/M- Commerce • Alternative zu Karten- und Wallet-Zahlungen, Händler- vorteil: sofortige Begleichung Für Verbraucher sind Instant Payments in P2P- und POS-Situationen eine sinnvolle Alternative POS = Point-of-Sale; P2P = Person-to-Person; DL = Dienstleistungen Quelle: Projektteam     ~ • Probleme für Unternehmen und Verwaltung sowie wiederkehrende Zahlungen durch „SEPA 1.0“ gut gelöst, hier besteht kein Bedarf • Aus Verbrauchersicht besteht in anderen Bereichen expliziter Bedarf für Echtzeitzahlungen • Instant Payments sind eine wichtige, jedoch nicht verpflichtende Alternative z. B. in P2P Bezahlsituationen • Im POS bietet der Einsatz insb. eine Settlement- Alternative hinter Kartenzahlungen • Die Bereitstellung von Instant Payments sollte mittelfristig nicht universell für alle Bezahlsituationen verpflichtend sein • Neben der pan-europäischen Lösung (SCTinst) soll die Möglichkeit bestehen bleiben, dass der Markt auch alternative Echtzeitverfahren entwickelt • Sicherstellung von grenz- und serviceüber- greifendem Zugang und Erreichbarkeit verschiedener Echtzeitzahlsysteme (z. B. über zentrales Register, vgl. hierzu M-Payments) soll die Nutzung und Akzeptanz erhöhen ~2/3 der Bezahl- vor- gänge Relevante Einsatzgebiete 23
  24. 24. ©BundesverbanddeutscherBankene.V. Aus Verbraucher- und Bankensicht ist eine pragmatische Implementierung zu empfehlen 1. Allerdings mit Interbankengarantie Quelle: Projetteam Deckt vollständig die Verbraucherbedürfnisse Option 2: „Instant Autorisierung, C&S“ Sowohl Autorisierung als auch Clearing & Settlement erfolgen in Echtzeit • Verfügbarkeit beim Empfänger: Geld ist sofort nach Ausführung verfügbar • Sicherheit des Absenders: Keine Rückruf- möglichkeit bei Irrtum bzgl. Empfänger oder Betrag; Überweisungen sind final; insbeson- dere bei universellem Einsatz risikoreicher • Systemeingriff: Massiver Investitions- bedarf der Bankwirtschaft; signifikante Systemumstellung und -umbau mit mehr- jähriger Implementierungsphase erwartet Option 1: „Instant Autorisierung“ NUR Autorisierung1 erfolgt in Echtzeit; keine Friständerung für Clearing & Settlement • Verfügbarkeit beim Empfänger: Geld erst D+1 verfügbar; potentielles Risiko des unbegründeten Rückrufs • Sicherheit des Absenders: Zahlung kann theoretisch, begründet, allerdings nur mit hohem Aufwand vor dem Clearing & Settlement zurückrufen werden • Systemeingriff: Investitionsbedarf gegeben, Höhe und Umfang jedoch niedriger als bei Option 2 Ansatz alternativer Echtzeitverfahren Aktueller Ansatz von SCTinst Implementierungsoptionen für Instant Payments 24   X  X X
  25. 25. ©BundesverbanddeutscherBankene.V. Mehr Freiheit für Verbraucher und Händler bei der Wahl der Zahlverfahren 1. Außer die Übertragung persönlicher Daten ist erforderlich (z. B. um Rückrufe zu ermöglichen) Quelle: A.T. Kearney, Projektteam Zusammenfassung Bargeld Vorschläge & Empfehlungen Gesetzliches Zahlungsmittel Anonyme Zahlverfahren Effiziente Bar- geldversorgung Weitverbreitete unbare Zahlverfahren (z. B. Überweisung, Lastschrift, Debitkarte) sollen als gesetzliches Zahlungsmittel anerkannt werden In geeigneten, unbaren Zahlverfahren sollen Verbraucher die Wahl- möglichkeit am POS erhalten, ohne Übermittlung persönlicher Daten an den Zahlungsempfänger (insb. Händler) zu zahlen1 Verbraucher sollen weiter günstig und nah mit Bargeld versorgt werden (z. B. auch in Tankstellen, Supermärkten); Banken sollen hierzu weitreichende Kooperationen ermöglicht werden, sowohl bankübergreifend als auch mit Dritten, z. B. durch Aufhebung kartellrechtlicher Schranken 25
  26. 26. ©BundesverbanddeutscherBankene.V. Mehr Freiheit beim Bezahlen für Verbraucher und Händler durch erweiterten „Legal Tender“-Begriff 1. Sofern vor dem Vertragsabschluss nichts anderes vereinbart wurde (z. B. expliziter Hinweis des Händlers) 2. Z. B. verursacht durch Kosten im Umgang mit Bargeld, Vandalismus, Raub und Diebstahl Quelle: A.T. Kearney Befragung, Projektteam • Verbraucher & Händler sollen ihr Zahlverfahren in jeder Situation frei wählen können • Heute haben weder Verbraucher noch Händler die freie Wahl. Händler müssen immer Bargeld akzeptieren (Legal Tender)1, unabhängig von dem damit verbunden Aufwand und Kosten von bis zu ca. 4% der Transaktionskosten2 • Um diese Situation zu lösen ist der Begriff des Legal Tenders zu erweitern. Weitere, unbare gesetzliche Zahlungsmittel sollen von der EZB in regelmäßigen Zeitintervallen festgelegt werden (z. B. andere, weit verbreitete unbare Zahlverfahren wie SEPA Cards, SCT, SDD) • Händler sollen damit frei sein, in welcher Situation sie eines oder mehrere gesetzliche Zahlungsmittel akzeptieren (unabhängig davon, ob es sich bei dem akzeptierten Verfahren um Bargeld oder unbare Mittel handelt) Legal Tender Definition führt zu geringerer Akzeptanz anderer, weit verbreiteter Zahlverfahren Händler Verbraucher Akzeptanz Präferenz Erweiterung des Begriffs des gesetzlichen Zahlungsmittels 26
  27. 27. ©BundesverbanddeutscherBankene.V. Nicht bekannt Bekannt Aus Sicherheit für einzelne Verbraucher1 soll die Möglichkeit angeboten werden, offline sicher, anonym und unbar zu bezahlen • Keine Übermittlung persönlicher Daten gegenüber dem Händler (d. h. keine Voll- identifikation des Zahlungsabsenders) – wie z. B. aktuell bei paydirekt funktional verfügbar • Davon nicht betroffen ist die Datenüber- mittlung an Banken (anders als bei digitalen Währungen)2 Eindeutige Zuordnung bei elektronischen Zahlverfahren möglich Barzahlung ermöglicht absolute Anonymität des Verbrauchers Keine weitverbreitete Möglichkeit für Verbraucher, unbar anonym zu bezahlen Verbraucher sollen auch ohne Übermittlung ihrer Daten an den Empfänger unbar zahlen können 1. Z. B. zur Reduktion des digitalen Fußabdrucks 2. Geldwäscheanforderungen werden hierdurch somit nicht beeinträchtigt Quelle: Projektteam € @ Datenübermittlung bei Zahlverfahren am POS 27
  28. 28. ©BundesverbanddeutscherBankene.V. Prognose Alternative Wege sollen zur effizienten Bargeld- versorgung der Verbraucher ermöglicht werden Quelle: Deutsche Bundesbank, EZB, A.T. Kearney Payments Market Model 2016, Projektteam • Durch Verwendung u. a. unbarer Zahl- verfahren reduziert sich die Anzahl der Bargeldabhebungen in einigen EU-Ländern signifikant • Bei fallender Wirtschaftlichkeit sollte dennoch eine flächendeckende Bargeldversorgung für Verbraucher gewährleistet sein • Um weiterhin eine effiziente Versorgung sicherzustellen, sollen alternative Wege u. a. durch Kooperationen ermöglicht werden:  Reduktion regulatorischer Anforderungen (Lizenzen u. ä.) und Förderung der Bargeldversorgung über den Handel  Aufhebung von kartellrechtlichen Schranken für einen bankübergreifen- den Geldautomatenbetrieb • Davon nicht betroffen ist die Bepreisung der Bargeldversorgung14 16 18 20 22 24 26 28 30 32 34 Spanien 2006 2010 2022F2018F2014 Schweden Deutschland Niederlande Frankreich Entwicklung Bargeldabhebungen (# Abhebungen pro Kopf, 2006-2024F) 28
  29. 29. ©BundesverbanddeutscherBankene.V. Einheitliche, volldigitale Verbraucher-Legitimation für vereinfachten Zugang zu Digitalem Bezahlen Quelle: A.T. Kearney, Projektteam Zusammenfassung Onboarding Vorschläge & Empfehlungen a) Verbraucher sollen nicht aufgrund ihres Standorts in der Wahl ihres Diensteanbieters beschränkt werden, sofern mit vertretbarem Aufwand technisch möglich; b) Anbieter sollen EU-weit grenz- überschreitenden Zugang zu nationalen Auskunfteien erhalten Verbraucher sollen sich einmalig bei ihrer Hausbank („Erstlegitimierer“) legitimieren können; Dritte, die ihrerseits zur Legitimation verpflichtet sind, sollen sich – ohne Enthebung ihrer Haftung – auf diese Legitimation beim Erstlegitimierer, der hierfür ein angemessenes Entgelt erheben darf, stützen können Verbraucher sollen auf rein digitale, papierlose Weise digitale Zahlverfahren end-to-end nutzen können, von erstmaliger Registrierung mit digitaler Legitimation sowie Dokumentation, über digitale Nutzung bis Vertragsverwaltung und KYC-Erneuerung Europäische Dienstleister- wahl Registrierung/ Legitimation Volldigital 29
  30. 30. ©BundesverbanddeutscherBankene.V. Grenzüberschreitende Nutzung von Zahlungsdiensten soll allen offen stehen 1. Das bedeutet nicht, dass die Betreiber die Dienste sofort in allen EU-Ländern anbieten müssen 2. Bereits im Grünbuch behandelt; gemeint ist dabei nicht Content- oder Browser-Geoblocking, sondern die fehlende Möglichkeit für Verbraucher, Verträge einzugehen. Quelle: Projektteam • Unabhängig vom Standort wollen Verbraucher diskriminierungsfreien Zugang zu Zahlungsdiensten • Heutzutage ist ein diskriminierungsfreier Zugang nicht allen EU-Verbrauchern möglich • Hierfür sollen Anbieter nötige Voraus- setzungen schaffen, um andere Banken und Zahlungsdienstleister an bestehende Systeme anschließen zu können2 • Nutzer sollen weder technisch noch ver- traglich von einem Zahlungsdienst aus einem (anderen) EU-Land ausgeschlossen werden • Bei grenzüberschreitenden Angeboten sollen Verbraucher nach dem Standard des Wohnlandes oder dem Anbieterland legitimiert werden • Mittel- bis langfristig werden die Voraus- setzungen für ein pan-europäisches Angebot geschaffen • Mittelfristig ist auch die europäische Harmonisierung der Kredithistorie und Auskunftei anzustreben Vertraglich Länderdiskriminierung: Zugang zu spanischem Zahlungsdienst erfordert oft Wohnsitz im Land des Anbieters1 Technisch Schnittstellenproblematik: Österreichische Bank kann paydirekt nicht anbinden Geo- grafisch Content-Blocking: Deutschem Verbraucher wird französisches Angebot nicht angezeigt Inhaltlich Zugriffsbeschränkung: Italienische Bank hat keinen Zugriff auf Daten bei belgischer Bank des Kunden/Auskunftei Formen der Zugangsbeschränkung 30
  31. 31. ©BundesverbanddeutscherBankene.V. Wieder- und Weiterverwendung vorhandener Legitimationsdaten soll Onboarding erleichtern DL = Dienstleister Quelle: Projektteam • Legitimationen werden aktuell bei jedem neuen DL auf Basis geltender Anforderungen erfasst; keine Möglichkeit von Verbrauchern, auf bereits bei anderen DL getätigten Legitimationen zu verweisen • Banken/DL, die zur Legitimation verpflichtet sind, sollen bereits vorgenommene Legitimationen untereinander und grenzüberschreitend anerkennen: – Neben der direkten Legitimierung beim Dritten, sollen Verbraucher die Möglichkeit haben, Dritte zur Abfrage der bereits erfolgten Erstlegitimation bei Banken (= vertrauenswürdige Dritte) zu beauftragen – Es erfolgt keine Haftungsübernahme der Bank ggü. dem Dritten hinsichtlich potenziell unvollständiger bzw. fehlerhafter Daten – Europäischer Standard für den Legitimationsprozess, insb. für Mindestanforderungen nötig • Es darf ein angemessenes Entgelt für die Legitimation verlangt werden Verbraucher 1.Auftrag Bank Dritte 2.Legitimationsanfrage 3.Legitimationsdaten Verbraucher beauftragt Dritten, sich auf die Erstlegitimation bei der Hausbank zu stützen Zugang Dritter zu Legitimationen 31
  32. 32. ©BundesverbanddeutscherBankene.V. Verbraucher sollen künftig rein digital & papierlos am Digitalen Bezahlen teilnehmen können 1. Vgl. BaFin Rundschreiben 04/2016 (GW) - Videoidentifizierungsverfahren 2. Beispiel Vollmacht: Gutglaubensschutz ausschließlich an papierhafte Originale geknüpft Quelle: Bank-Blog, Projektteam TeildigitalisiertVolldigitalisiert Für Erstlegitimation oft Schriftform nötig • Physischer letzter Schritt (z. B. Unterschrift) • Video-Legitimation wird erschwert1 Folgelegitimation oft in Schriftform • Teilw. für Dispositionsrahmen erforderlich • Im Rahmen Vollmachtserteilung2 sinnvoll Archivierung und Dokumentation beleghaft • Papierhafte Archivierung und Dokumentation (z.B. Kontoauszüge, Steuererklärung) Nutzung flächendeckend papierlos möglich • Zahlvorgang online (z.B. Überweisung) und offline (z.B. Karte am POS) volldigitalisiert Ø 7,5 Tage bis erste Überweisung möglich ist Ø 11 Tage bis erste Kreditkarten- zahlung möglich ist Ø 10 Kanal- wechsel während des Onboardings Digitalisierungsgrad „Onboarding“ • Im Bereich Onboarding und Legitimation können Verbraucher bereits auf viele rein digitale Verfahren zurückgreifen (z. B. N26) • In bestimmten Situationen verhindern häufig Medienbrüche rein digitale Verfahren • Durch EU-weite harmonisierte Mindeststandards bei der digitalen Legitimation wird ein weiterer Schritt in Richtung Digitaler Binnenmarkt gemacht • Förderung der Industrie zur Entwicklung innovativer, softwarebasierter Legitimationsverfahren (z. B. Biometrie, künstliche Intelligenz) • Folgelegitimations-Daten sind bereits erfasst bzw. können sich auf Daten vertrauenswürdiger Dritte stützen • Papierhafte Dokumentations- und Archi- vierungspflichten sollen durch alternative elektronische Lösungen ersetzt werden 32
  33. 33. ©BundesverbanddeutscherBankene.V. Agenda  Ausgangslage & Herausforderung  Themenfelder für Innovation, Wettbewerb und Regulierung  Ausblick & nächste Schritte 33
  34. 34. ©BundesverbanddeutscherBankene.V. Für das Digitale Bezahlen 2020 sind aus Sicht des BdB fünf Maßnahmen besonders relevant Ableitung konkreter, erster Maßnahmen Quelle: Projektteam 34 Schaffung einer einheitlichen Basis für Mobile und E-Commerce-Zahlverfahren in Europa Freie Wahl für Verbraucher und Händler bei Zahlverfahren in allen Situationen Gleiche Voraussetzungen bei Zugang und der Nutzung von baren und unbaren Zahlungsdiensten Essentielle Infrastrukturen Gesetzliche Zahlungsmittel Wahlfreiheit (durch Unbundling) Datenbasierte Geschäftsmodelle Registrierung/ Legitimation Verbraucher- orientiertes „SEPA 2.0“ Digitales Bezahlen 2020 Priorisierte Maßnahmen 1 2 3 4 5
  35. 35. ©BundesverbanddeutscherBankene.V. Den fünf priorisierten Maßnahmen lassen sich konkrete Umsetzungsschritte zuordnen 35 Maßnahmen im Detail ZDA = Zahlungsdiensteanbieter Quelle: Projektteam Detailmaßnahmen Essentielle Infrastrukturen 5 • Definition essentieller Infrastrukturen • Verpflichtung der Hersteller zur Zugangsgewährung • Investitionssicherheit durch Sicherstellung von Standards Gesetzliche Zahlungsmittel 2 • Definitionserweiterung gesetzlicher Zahlungsmittel (Legal Tender) um weit verbreitete auf SEPA basierende unbare Zahlverfahren Wahlfreiheit (durch Unbundling) 4 • Identifizierung marktbeherrschender Online-Marktplatz-Anbieter • Verpflichtung zum diskriminierungsfreien Angebot verschie- dener Zahlverfahren (kein Bundling von Zahlung und Handel) Datenbasierte Geschäftsmodelle 3 • Definition verschiedener Geschäftsmodellkategorien • Zuordnung von Zahlungsdiensten zu einer der drei Kategorien • Explizite Aufklärungspflicht zum Wohle des Verbrauchers Registrierung/ Legitimation 1 • Definition europaweiter Standards für Legitimationen • Wieder- und Weiterverwendung vorhandener Legitimationsdaten Mögliches Instrument • Nächste AML Richtlinie • AEUV Art. 128 Abs. 1 • VO 974/98/EC Art. 10+11 • Ergänzung EU-DSGVO und nächste PSD sowie EBA- Konsult. (XS2A-Standards) • Neue DG COMP-Initiative • Neue DG COMP-Initiative • Nächste PSD
  36. 36. ©BundesverbanddeutscherBankene.V. Unmittelbarer Nutzen entsteht für alle Akteure 36 Nutzen für Stakeholder ZDA = Zahlungsdiensteanbieter Quelle: Projektteam Verbraucher Händler/ Unternehmen Banken & andere ZDA Infrastruktur funktioniert immer, möglichst universell für verschiedene Verfahren Essentielle Infrastrukturen 5 Freie Wahl des präferierten Zahlinstruments unabhängig vom Gerätehersteller/-typ Mehr Flexibilität und Reichweite bei der Entwick- lung eigener Verfahren Freie Gestaltung des Akzep- tanzmixes zur Optimierung von Reichweite & Kosten Gesetzliche Zahlungsmittel 2 Freie Wahl des Zahlverfahrens - Kunde trifft Entscheidung nach Präferenz Förderung von SEPA- und anderen, weit verbreiteten unbaren Zahlverfahren Wahlfreiheit (durch Unbundling) 4 Kunde kann uneingeschränkt präferiertes Zahlverfahren im E-Commerce nutzen Freie Gestaltung des Akzep- tanzmixes zur Optimierung von Reichweite & Kosten Fairer Wettbewerb der Online-Zahlverfahren und Zahlungsdiensteanbieter Datenbasierte Geschäftsmodelle 3 Transparenz und Kontrolle über Verwendung persönlicher Daten Möglichkeit zur Erschließung neuer Kundensegmente (z. B. Digital Deniers) Fairer Wettbewerb und einheitliche Bedingungen für alle Zahlungsdiensteanbieter Registrierung/ Legitimation 1 Einmalige medienbruch- freie Legitimation, auf die sich Anbieter stützen können Erhöhung der Conversion sowie Reduzierung des Betrugsrisikos Kostenreduzierung und bessere Schnittstellen- nutzung für neue Services

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