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Die ITB Berlin Business Travel Days 2015 finden dieses Jahr
vom 4. bis 6. März 2015 statt. Die Teilnahme an allen
Vorträ...
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Ein deutscher Personaldienstleister soll im Jahr 2012 das
Datenbanksystem der US-amerikanischen Muttergesell-
schaft übe...
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BDAE: Ihr Siegerbild entstand an der
Küste auf der kanarischen Insel Fuerte-
ventura. Wie kam es zu diesem Bild
und was ...
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Viele Personaler denken, dass
immer dann von einer Entsen-
dung und nicht mehr von einer Dienst-
reise auszugehen sei, w...
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Österreich ist insbesondere für deutsche Unternehmen
ein attraktiver Markt. Zum einen ist das Nachbarland
einer der wich...
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Ins Firmenbuch eintragen lassen
Im nächsten Schritt erfolgt die Anmel-
dung bei der Gewerbebehörde oder
zuständigen Bezi...
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GESETZLICHER ARBEITSSCHUTZ IN DER SCHWEIZ UMFASST AUCH ARBEITSKLEIDUNG
Pro Stunde haben rund 100 Arbeit-
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ONLINEHANDEL IN DER EU: DIE AKTUELLEN REGELN
Der Onlinehandel boomt wie nie zuvor und noch ist
lange kein E...
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Rücksendung muss schriftlich begründet werden
So endet für Online-Shopper die „Bedenkzeit“ nun künftig
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Unternehmen entsenden zunehmend Mitarbeiter, die
ohne ihre Familienangehörigen ins Ausland gehen. Dies
ist einer der fü...
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Expat-Familien in der Regel länger im Ausland als ihre
alleinreisenden Kollegen
Ob von Anfang an geplant oder nicht: en...
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Die deutsche Linien- und
Charterfluggesellschaft
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Saudia – die Nationalair-
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möchte laut Berichten der
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eine Geschlechtert...
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VERMISCHTES
SLOW TRAVEL: WIE LANGSAMES REISEN GEHT
Die Sehnsucht nach Entschleunigung wächst insbeson-
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VERMISCHTES
STUDIE: GROSSE MEHRHEIT DER ISRAELIS MAG DIE DEUTSCHEN
Die Mehrheit der Israelis hat eine sehr positive Ein...
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REISEFÜHRER: 1.000 ORTE, DIE MAN GESEHEN HABEN SOLLTE
Wohin fahren wir im nächsten Urlaub? Für viele ist
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Menschen, die pro Woche mehr
als 48 Stunden arbeiten, trinken
nicht nur mehr, sondern sind auch eher
gefährdet, ein risiko...
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WELTWEIT
Nun scheint es wahr zu werden: In Kambodscha sollen
ab Februar dieses Jahres neue Verkehrsgesetze in Kraft
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WELTWEIT
Die Zentralregierung Indiens sorgt derzeit mit einem am-
bitionierten Vorhaben zur Ankurbelung der eigenen
Tou...
In Österreich ist aktuell eine heftige De-
batte um ein absolutes Rauchverbot ent-
flammt. Gefordert hat dies unter andere...
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Newsletter "Leben und Arbeiten im Ausland" Januar 2015

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Die Januar-Ausgabe des BDAE-Newsletters "Leben und Arbeiten im Ausland" ist erschienen und steht unter https://www.bdae.com/de/downloads/Leben_und_Arbeiten_im_Ausland_Januar_2015.pdf zum kostenlosen Download bereit.

Darin erfahren Interessierte unter anderem, was es mit dem Reisetrend Slow Travel auf sich hat, wie die Israelis zu Deutschland stehen und wann die Kosten für eine Reise in ein Urlaubsgebiet erstattet werden, in dem Unruhen herrschen.

Zudem haben wir Artikel zu den Themen Unternehmensgründung in Österreich, Arbeitsschutz in der Schweiz und Rentenversicherung in Großbritannien verfasst. Ein Gastbeitrag befasst sich außerdem mit der Frage, inwieweit eine kostengünstige Auslandsentsendung ohne Familienangehörige ein Risikofaktor sein kann.

Auch in eigener Sache berichten wir: Sie lesen nämlich einiges über unsere Präsenz auf der Messe EINSTIEG, auf der Tourismusmesse ITB und über unser Seminar im März zum Thema „Einsatz ausländischer Mitarbeiter in Deutschland.

Aktuelle und ältere Newsletter-Ausgaben sowie das kostenlose Newsletter-Abo finden Interessierte unter www.bdae-ev.de/news/newsletter/.

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Newsletter "Leben und Arbeiten im Ausland" Januar 2015

  1. 1. 1 AUSLANDJANUAR 2015 LEBEN UND ARBEITEN IM RECHTLICHES WELTWEIT AUSLANDSENTSENDUNG OHNE FAMILIE Wann Entsendungen ohne Anhang ein Risiko sind. NEUER TREND „SLOW TRAVEL“ Wie langsames Reisen in unserer Zeit funktioniert. UNTERNEHMENSGRÜNDUNG IN ÖSTERREICH Die wichtigste Fakten zusammen- gefasst. 1.000 TO SEE © Csaba Peterdi - Fotolia.com EXPATRIATES
  2. 2. 2 INTERN INTERVIEW RECHTLICHES EXPATRIATES AIRLINES VERMISCHTES WELTWEIT 12 Auslandsentsendung ohne Familie: Kostenvorteil oder Abbruchrisiko? 16 Slow Travel: Wie langsames Reisen geht 17 Studie: Große Mehrheit der Israelis mag die Deutschen 18 Reiseführer: 1.000 Orte, die man gesehen haben sollte 18 Immer mehr Azubis sammeln Auslandserfahrung 20 Neues Verkehrsrecht in Kambodscha 20 Kuriosesten Verkehrserfahrungen weltweit 21 Indiens Regierung plant Times Square in Mumbai 22 Rauchverbot: Österreich will nachziehen 22 Impressum GESUNDHEIT 19 Überstunden machen Arbeit- nehmer weltweit zu Trinkern 19 Ebola-Quelle in Westafrika gefunden 14 Germania 14 Iberia 14 Swiss International Air Lines 15 Flughafen Riga 15 Saudia 15 Intersky 4 Praxis-Workshop zum Einsatz ausländischer Mitarbeiter in Deutschland. Am 18. März in Hamburg 5 „Auswandern ist nichts für mich“ 2 Zahl des Monats 3 BDAE auf den ITB Business Travel Days vom 4. bis 6. März 3 „Einstieg Hamburg“: Mit der BDAE GRUPPE sicher zum Auslandsstudium EDITORIAL 6 Britische Rentenversicherung: Neue Vorschriften für Unternehmen 6 Wann eine Dienstreise eine Auslandsentsendung ist 7 Unternehmensgründung in Öster- reich: Die wichtigsten Fakten 8 Nur erhebliche Auswirkungen von Unruhen rechtfertigen Kündigung 9 Gesetzlicher Arbeitsschutz in der Schweiz umfasst auch Arbeitskleidung 10 Onlinehandel in der EU: Die aktuellen Regeln Liebe Leserin, Lieber Leser, sicher haben Sie schon einiges zum Thema Entschleunigung gelesen und gehört. Dieser seit Jahren immer wieder gerne aufgegriffene Trend erstreckt sich auf na- hezu alle Lebensbereiche - sei es auf den Arbeitsalltag, auf das Essen (slow food) oder auf sportlichen Aktivitäten. Mittlerweile hat auch die Tourismusindustrie die Langsamkeit entdeckt und bietet unter dem Stichwort Slow Travel sozusagen ge- mütliche Reisen an. Wie dies genau aussieht, erfahren Sie auf der Seite 16. Passend zu diesem Beitrag haben wir für Sie ein sehr empfehlenswertes Buch rezensiert, in dem Sie 1.000 Orte beschrieben finden, die man besu- chen sollte, bevor das Leben vorbei ist. Welche Orte dies sind, finden Sie auf der Seite 18 heraus. Wer viel durch die Welt reist, sollte sich unbedingt mit den Verkehrsregeln der fremden Länder ver- traut machen. Dies rettet nicht nur Ihren Geldbeu- tel, sondern unter Umständen auch Ihr Leben. Gleich zwei Artikel auf der Seite 20 widmen sich diesem Thema. Darüber hinaus wartet unsere Rubrik „Rechtliches“ diesmal mit besonders spannenden Beiträgen auf: von der Unternehmensgrün- dung in Österreich (Seite 7) über Arbeitsschutzregeln in der Schweiz (Seite 9) bis hin zur rechtlichen Abgrenzung einer Dienstreise von einer Auslandsentsendung (Seite 6). Ich wünsche Ihnen viel Spaß bei der Lektüre und denken Sie immer daran: Der BDAE begleitet Sie mit Sicherheit ins Ausland! Herzlichst, Ihr Andreas Opitz UM 2,6 ZAHL DES Menschen wächst die Welt- bevölkerung pro Sekunde. (Quelle: Statista GmbH) MONATS
  3. 3. 3 Die ITB Berlin Business Travel Days 2015 finden dieses Jahr vom 4. bis 6. März 2015 statt. Die Teilnahme an allen Vorträgen des Business Travel Forums ist im ITB Berlin-Fachbe- sucherticket inklusive. Auslandstipps für Berufsanfänger Berufsanfänger und akademische Nachwuchskräfte in der Reisebranche erhalten am 4. März 2015 auf dem Young Pro- fessional Day Denkanstöße für die Gestaltung ihrer künftigen Laufbahn. Dabei hält der BDAE einen Fachvortrag zum Thema Versicherungsfallstricke für Studenten bei Auslands- aufenthalten. Viele Studierende bereiten ihren Auslandsauf- enthalt akribisch vor und vergessen dennoch einen besonders wichtigen Aspekt: Ihre Absicherung. Der Vortrag erläutert, welche Versicherungen für den Auslandsaufenthalt wichtig und sinnvoll sind und wie die Versicherungsbedingungen der Anbieter richtig zu lesen und zu deuten sind. Reale Beispiele aus der Praxis verleihen dem Thema die nötige Tiefe. In einem 90-minütigen Workshop bereitet der BDAE zudem Personaler auf das Thema Risiken bei Auslandsentsendungen vor. Die Entsendepraxis bewegt sich im Spannungsfeld von ökonomischen Interessen und sich regelmäßig ändernden rechtlichen Anforderungen. Diese stellen die Verantwortli- chen bei der Abwicklung von erfolgreichen Auslandsentsen- dungen vor unzählige Herausforderungen. Die Risikofakto- ren reichen von der Mitarbeiterauswahl über die Visumbean- tragung bis hin zu Mitarbeiterentsendungen in Krisengebie- ten und sind in ihrer Dimension oft unbekannt oder werden unterschätzt. Der Vortrag erläutert Stolpersteine und die Für- sorgepflicht von Unternehmen. Fachbesuchern steht ein kostengünstiges Reisespecial zu den ITB Business Travel Days zur Verfügung. Einzelheiten zum Programm und zum Reisespecial sind ab Mitte Januar unter www.itb-kongress.de/businesstravel zu finden. Alle Themen der ITB Business Travel Days finden Interessierte hier. INTERN BDAE AUF DEN ITB BUSINESS TRAVEL DAYS VOM 4. BIS 6. MÄRZ © chris - Fotolia.com „EINSTIEG HAMBURG“: MIT DER BDAE GRUPPE SICHER ZUM AUSLANDSSTUDIUM Über Ausbildung, Studium, Weiterbildung und Auslands- aufenthalte informieren am 6. und 7. Februar 2015 zum zwölften Mal rund 370 Hochschulen, Verbände, Unternehmen und Sprachreiseanbieter auf der Messe „Einstieg Hamburg“. Ergänzend finden auf sechs Bühnen an beiden Messetagen über 100 Vorträge, Workshops und Talkrunden statt. Fachleute erör- tern unter anderem worauf es bei einer Bewerbung ankommt, welche Möglichkeiten es zur Studiumsfinanzierung gibt, welche Vorteile die duale Berufsausbildung jungen Leuten bietet. BDAE informiert zum Auslandsaufenthalt Auch dieses Jahr ist die BDAE GRUPPE mit eigenem Stand (U 78) auf der Messe vertreten. Das Messeteam steht den Besu- chern an beiden Tagen von 9.00 Uhr bis 16.00 Uhr für Ge- spräche zur Verfügung und berät unter anderem zu folgenden Themen: • Was muss bei einem längerfristigen Auslandsaufenthalt (zum Beispiel beim Auslandsstudium oder Auslandsprakti- kum) grundsätzlich beachtet werden? • Welche soziale Absicherung ist während des Auslandsstu- diums grundsätzlich notwendig und unter welchen Bedin- gungen reicht der bisherige Schutz aus? • Wann können Kindergeld und BAföG im Ausland bezo- gen werden? • Daneben wird Anne-Katrin Schulz, Pressesprecherin der BDAE GRUPPE, am 7. Februar von 13.00 Uhr bis 13.20 Uhr auf der Energy-Bühne (Bühne 3) einen Vortrag zum Thema „Studieren im Ausland. Was beachtet werden muss.“ halten. • Welche Einreisebestimmungen gelten für welches Land? Der BDAE hat mit dem Tarif EXPAT ACADEMIC eine Aus- landskrankenversicherung für Studenten und Auszubildende sowie junge Menschen, die sich zum Zwecke der (Berufs-) Ausbildung im Ausland aufhalten, entwickelt. Versicherungs- schutz ist bereits ab 39 Euro im Monat möglich. Mehr Infor- mationen dazu über http://versichert-im-ausland.com/auslandskrankenversiche- rung-fuer-studenten-im-ausland/. © Oxlock - Fotolia.com
  4. 4. 4 Ein deutscher Personaldienstleister soll im Jahr 2012 das Datenbanksystem der US-amerikanischen Muttergesell- schaft übernehmen. Zu diesem Zweck reisen zwei Software- und Controlling-Experten zur deutschen Tochter, um die Mit- arbeiter für das neue Datenerfassungssystem zu schulen. Zwei Monate dauert der Einsatz in Deutschland, der dort als ganz normale Dienstreise deklariert wird. Eine weitere Schu- lung erfolgt zwei Monate später, zu der erneut die beiden amerikanischen Kollegen sowie noch ein IT-Spezialist anrei- sen. Letzterer soll ein paar Fehler in der Datenbank korrigie- ren. Weitere drei Monate später kommt dasselbe Team ein letztes Mal für zwei Wochen zur deutschen Tochtergesell- schaft, um eine Endabnahme zu machen. Das Projekt gilt endlich als abgeschlossen – zumindest für Mutter- und Toch- tergesellschaft. Schmaler Grat zwischen Geschäftsreise und Erwerbstä- tigkeit Als nicht abgeschlossen betrachtet jedoch der deutsche Zoll den Fall, der diesen Anfang 2014 im Rahmen einer Stich- probe prüft. Wie bei einem solchen Verfahren üblich, lässt der Zoll sich die Anwesenheitslisten von Personen im Unter- nehmen vorlegen. Dabei stellen die Beamten fest, dass im Jahr 2012 mehrmals US-amerikanische Personen auf dem Unternehmensgelände waren, die nicht als Mitarbeiter ge- führt wurden. Auf Nachfrage in der Personalabteilung des deutschen Dienstleisters bestätigen die Personaler, dass jene Mitarbeiter zu Schulungszwecken da waren. Das Problem: Mitarbeiterschulungen stellen eine Erwerbstätigkeit im Sinne des Zuwanderungsrechts dar, für die ein Arbeitsvisum bean- tragt werden muss. Der Aufenthalt der US-Mitarbeiter fiel somit nicht unter eine Dienstreise. Damit hat das deutsche Unternehmen streng genommen, Ausländer illegal in Deutschland beschäftigt. Wie konnte das passieren? „Diese Angelegenheit beschreibt eine der Hauptfehlerquel- len im deutschen Zuwanderungsrecht“, sagt Dr. Michael Wrage, Rechtsanwalt für Zuwanderungsrecht. „Viele Unter- nehmen sind sich über die Grenzen einer Dienstreise und der Aufnahme einer Erwerbstätigkeit nicht hinreichend klar und riskieren damit hohe Geldstrafen und das Einreiseverbot aus- ländischer Mitarbeiter in Deutschland“, so der Experte wei- ter. Das genannte Beispiel ist nur eine von vielen Tücken, die sich stellen, wenn sich ausländische Fach- und Führungskräfte für eine gewisse Dauer in deutschen Unternehmen aufhalten. Neben aufenthaltsrechtlichen Aspekten gilt es außerdem, die steuer- und sozialversicherungsrechtliche Gesetzgebung zu kennen und anzuwenden – ein komplexes Feld, auf dem sich die Personaler bewegen müssen. Um Personalverantwortliche international tätiger Unterneh- men vor Haftungsrisiken beim Einsatz ausländischer Mitar- beiter zu schützen, veranstaltet die BDAE GRUPPE unter der Leitung von Omer Dotou am 18. März 2015 in Hamburg ein Fachseminar zum Thema „Einsatz ausländischer Mitarbeiter in Deutschland – Impatriates erfolgreich absichern und inte- grieren“. Anhand von realen Praxisfällen klären Experten unter anderem folgende Fragen: • Wann liegt noch eine Dienstreise und wann bereits eine Erwerbstätigkeit vor bzw. wann ist eine Arbeitserlaubnis erforderlich? • Welche sozialversicherungsrechtlichen Vorgaben sind bei der Eingliederung des Impats zu beachten? • Wann unterliegt der neue Mitarbeiter der Sozialversiche- rungspflicht in Deutschland? • Welchen Aufenthaltstitel beziehungsweise welche Visaka- tegorie benötigt der ausländische Mitarbeiter? • Wann sind ausländische Mitarbeiter in Deutschland ein- kommensteuerpflichtig? Die Teilnahmegebühr für den Praxisworkshop beträgt 990 Euro. Der zweite teilnehmende Mitarbeiter eines Unterneh- mens erhält 10 Prozent Rabatt. BDAE-Mitglieder zahlen 890 Euro. INTERN PRAXIS-WORKSHOP ZUM EINSATZ AUSLÄNDISCHER MITARBEITER IN DEUTSCHLAND AM 18. MÄRZ IN HAMBURG
  5. 5. 5 BDAE: Ihr Siegerbild entstand an der Küste auf der kanarischen Insel Fuerte- ventura. Wie kam es zu diesem Bild und was verbinden Sie damit? Hofmann: Mein Partner und ich machten einen sehr schönen Erho- lungsurlaub auf der Insel. Das Foto ergab sich im Rahmen einer Quad- und Buggy-Tour, die wir gemeinsam unter- nommen hatten. Ich sah diesen Bully am Strand und dachte sofort an Frei- heit, Weite und Entspannung. Die Reise nach Fuerteventura war wirklich schön, auch wenn ich zunächst sehr überrascht war, wie wenig grüne Flora es auf der Insel gibt. Dennoch hat die Landschaft durchaus ihren Reiz. BDAE: Sie reisen sehr gerne und waren bisher vor allem in Europa unterwegs. Welches Land beziehungsweise welche Kultur hat Sie besonders beeindruckt und warum? Hofmann: Um ehrlich zu sein, stand das Kulturelle bei meinen Reisen bisher im Hintergrund, mir ging es vor allem um das Abschalten und Entspannen. Mittlerweile interessiert mich die Kulturgeschichte eines Landes wesentlich mehr. Als nächstes geht es nach Kreta, wo ich mir sicherlich viele histo- rische altgriechische Stätten ansehen werde. Ansonsten hat es mir die Region um den Gardasee sehr an- getan, weil man dort auch viel mit dem Fahrrad zu sehen be- kommt und die Natur sehr üppig ist. BDAE: Sie engagieren sich in der Evangelischen Kirche und arbeiten dort viel mit Kindern und Jugendlichen zusammen. Sind Sie auch schon mit der Gruppe verreist? Sprechen Sie mit ihnen über unterschiedliche Kulturen und Reiseaben- teuer? Hofmann: Aus finanziellen Gründen haben wir lange keine Reisen anbieten können, aber erst letztes Jahr habe ich eine Jugendreise in die Toskana mitorganisiert. Leider konnte ich selbst nicht daran teilnehmen, da ich meinen Master in Soziale Arbeit mache. Die Reisen sollen vor allem Jugendli- chen aus sozialen Brennpunkten zugutekommen, deren El- tern sich keine Urlaubsreisen leisten können. Bei der Reisevorbereitung geht es auch weniger um interkulturelle Aspekte als vielmehr um Strukturen und Richtlinien wie bei- spielsweise Alkoholverbot und ein kooperatives Miteinander. BDAE: Gibt es bestimmte Länder, die Sie gerne noch berei- sen möchten? Hofmann: Ich würde sehr gerne ein- mal eine Rundreise mit dem Wohnwa- gen durch Nordamerika machen. Zudem interessiert mich Neuseeland landschaftlich sehr. Und nach Schwe- den und Norwegen möchte ich unbe- dingt einmal. Dort würde ich sehr gerne die Lebensart der Skandinavier kennenlernen. Mit diesen Ländern ver- binde ich ein Gefühl von Ruhe und Idylle. Außerdem kann man dort auch als Frau unbesorgt alleine reisen. BDAE: Können Sie sich auch vorstellen, auszuwandern be- ziehungsweise für eine gewisse Zeit im Ausland zu leben? Hofmann: Nein, das hat mich bisher noch gar nicht ge- reizt. Weder hatte ich besonderes Interesse an einem Aus- tauschjahr noch an einem Auslandssemester. Ich verreise gerne, aber auch nur zeitlich begrenzt und wenn ich weiß, dass es wieder zurück nach Hause geht. Ich bin sehr verbun- den mit meiner Familie und meinen Freunden. Meine Wur- zeln sind in Deutschland, ich brauche einfach mein vertrautes Umfeld. Vielleicht ändert sich das irgendwann ein- mal, aber so wie es jetzt ist, gefällt es mit gut. INTERVIEW „AUSWANDERN IST EHER NICHTS FÜR MICH“ Die 25-jährige Stefanie Hofmann hat den BDAE-Fotowettbewerb gewonnen und ihr Bild auf einem Kalender verewigt. Wir haben sie zum Thema Reisen und Auswandern inter- viewt.
  6. 6. 6 Viele Personaler denken, dass immer dann von einer Entsen- dung und nicht mehr von einer Dienst- reise auszugehen sei, wenn ein Mitarbeiter für längere Zeit – in der Regel zwischen zwei und vier Jahren – ins Ausland geht. Das ist jedoch falsch. Die Begriffe „Entsendung“ und „Dienstreise“ sind keine klar definier- ten Rechtsbegriffe. Die Dauer oder Art eines Personaleinsatzes ist grundsätz- lich kein Unterscheidungsmerkmal für eine Entsendung oder Dienstreise. Bei der Abgrenzung sind zwei Rechts- gebiete zu beachten: Das Steuerrecht und das Sozialversicherungsrecht. Im steuerrechtlichen Sinne ist der Zweck einer Dienstreise eine kurzfristige Pro- jektsteuerung oder –realisierung vor Ort. Dienstreisen mit einer Dauer von maximal drei Monaten gelten unter Umständen als steuerrechtlich unpro- blematisch, da die Zahlung von mit der Dienstreise verbundenen Zulagen steu- erfrei bleibt. Im sozialversicherungs- rechtlichen Sinne allerdings sind alle – wirklich alle – Personaleinsätze im Aus- land eine Entsendung. Laut § 4 SGB IV ist eine Entsendung: 1. Die weisungsgemäße Aufnahme einer Tätigkeit 2. in einem anderen Land als der BRD 3. für einen in Deutschland ansässigen Arbeitgeber 4. im Rahmen eines inländischen Be- schäftigungsverhältnises. Achtung: Mitarbeiter, die länger als 24 Monate für ihren Arbeitgeber Deutsch- land verlassen, werden im Einsatzland sozialversicherungspflichtig. WANN EINE DIENSTREISE EINE AUSLANDSENTSENDUNG IST Unternehmer in Großbri- tannien sind nun dazu verpflichtet, ihre Arbeitneh- mer automatisch zum Mit- glied eines Altersversor- gungsplans zu machen und dazu bestimmte Mindestbei- träge zu leisten. Diese Neue- rungen gelten bereits für Großunternehmen und wer- den nun schrittweise auch für kleine und mittlere Be- triebe eingeführt. Welche Vorschriften konkret für Arbeitgeber, die in Groß- britannien Mitarbeiter be- schäftigen, verpflichtend sind oder werden, erläutert die Deutsche Auslandshan- delskammer (AHK) Großbri- tannien in einer ak- tualisierten Ausgabe ihres Merkblatts “Neue- rungen bei der briti- schen Renten- versiche- rung”. Auf acht Sei- ten informiert das Merkblatt unter anderem über Fristen- regelungen, es definiert, welche Arbeitnehmer zur Aufnahme in einen Alters- versorgungsplan be- rechtigt sind, und erläutert die diver- sen Pflich- ten für Arbeit- geber. Da- rüber hinaus werden die zu er- wartenden Beitragskosten aufgeführt und die Unter- schiede zwischen den priva- ten und staatlichen britischen Rentenversor- gungssystemen beschrie- ben. Die kostenlose Veröffentli- chung berücksichtigt die jüngsten Leitfäden der briti- schen Rentenversicherungs- behörde “Pension Regulator” und wurde um eine praktische Checkliste erweitert. Bestellen können Sie “Neue- rungen bei der britischen Rentenversicherung” bei der AHK Großbritannien unter legal@ahk-london.co.uk. BRITISCHE RENTENVERSICHERUNG: NEUE VORSCHRIFTEN FÜR UNTERNEHMEN RECHTLICHES © Alex White- Fotolia.com © Rawpixel - Fotolia.com
  7. 7. 7 Österreich ist insbesondere für deutsche Unternehmen ein attraktiver Markt. Zum einen ist das Nachbarland einer der wichtigsten Handelspartner und zum anderen gibt es kaum sprachliche Barrieren. Zudem ist die Lebensqualität dort sehr hoch und die Alpenrepublik verfügt über zahlreiche gut ausgebildete Fachkräfte. Hinzu kommt, dass Österreich als Tor zu Osteuropa gilt. Viele in Wien ansässige Unterneh- men – darunter vor allem Banken und Versicherungen – pfle- gen historisch bedingt und traditionell gute Geschäftsbe- ziehungen zu Ungarn, Tschechien, Slowakei und Rumänien. Lange war der Einstieg in den österreichischen Markt jedoch alles andere als ein Kinderspiel – zu bürokratisch gestaltete sich das Prozedere. Seit 2013 ist es jedoch wesentlich leichter geworden, dort Fuß zu fassen. Das ist ein Ergebnis des aktu- ellen Reports „Doing Business“ der Weltbankgruppe, der im Oktober 2014 erschien. Demnach hat sich die Situation ins- besondere für kleine und mittelständische Betriebe verbes- sert. Unter 189 Ländern belegt Österreich in dieser Kategorie Platz 21. Den Analysten der Weltbank zufolge hat Österreich „den Gründungsprozess durch verminderte Kapitalanforde- rungen und niedrigere Notariatsgebühren vereinfacht“. Insgesamt rangiert die Republik in punkto Unternehmens- gründung jedoch nur im weltweiten Mittelfeld. So muss ein Gründer durchschnittlich acht Genehmigungen einholen und bestenfalls 22 Tage Wartezeit einplanen (zum Vergleich: der OECD-Schnitt liegt bei 4,8 Schritten und 9,2 Tagen). Hinzu kommt, dass durchschnittlich rund 52 Prozent des Unterneh- mensgewinns versteuert werden. Da empfiehlt es sich, steu- errechtliche Expertise einzuholen, um nicht mehr Steuern als nötig zahlen zu müssen. Idealerweise ziehen Gründer einen Steuerberater mit Spezialisierung auf österreichisches Steuer- recht zurate. Zwar dürfte ein solcher Experte einiges kosten, doch das anfängliche Investment lohnt sich. Folgekosten können später minimiert werden, wenn Jungunternehmer eine spezialisierte Rechnungs- und Lohnabrechnungssoft- ware verwenden, die wichtige Arbeitsschritte effizient ge- staltet. Reglementierte Ge- werbe sind genehmi- gungspflichtig Doch welche Schritte sollten deutsche Gründer, die in Öster- reich den Markt erobern wol- len, zunächst gehen? Neben der Entwicklung einer Ge- schäftsidee sollten sich Grün- der überlegen, ob sie in einem freien oder so genannten re- glementierten Gewerbe tätig sein wollen. Zu den reglemen- tierten Gewerben zählen bei- spielsweise Bäcker, Dachdecker, Gastronomen oder Versicherungsvermittler. Eine vollständige Liste aller re- glementierten Berufe ist hier zu finden. Wer sich mit diesen Berufen in Österreich selbst- ständig machen möchte, muss einen besonderen Befähi- gungsbeweis vorlegen – zum Beispiel den Nachweis einer bestandenen Meisterprüfung. UNTERNEHMENSGRÜNDUNG IN ÖSTERREICH: DIE WICHTIGSTEN FAKTEN RECHTLICHES BEKANNTE ÖSTERREICHISCHE UNTERNEHMEN: • Alpla (Marktführender Flaschenabfüller) • Swarovski (Glaspro- dukte- und Kunstdia- mantenerzeuger) • Red Bull GmbH (Erzeu- ger von Energy-Drinks) • Wienerberger (welt- weit bedeutender Zie- gelhersteller) • Wolford (renommiertes Textilunternehmen) • AT&S (Leiterplattenher- steller) • Voestalpine (Stahlverar- beitungsunternehmen, war verstaatlicht) • Umdasch mit Doka- Gruppe (führender Schalungshersteller) • Schoeller-Bleckmann Stahlwerke (führender Ölfeldausrüster) • Vienna Insurance Group (führendes Ver- sicherungsunterneh- men) © chrupka - Fotolia.com
  8. 8. 8 Ins Firmenbuch eintragen lassen Im nächsten Schritt erfolgt die Anmel- dung bei der Gewerbebehörde oder zuständigen Bezirkshauptmannschaft. Ist diese Formalität erfolgt, kommen die Sozialversicherung der gewerbli- chen Wirtschaft sowie die Österreichi- sche Wirtschaftskammer auf den Gründer zu. Bei letzterer ist man als Selbstständiger in Österreich Pflichtmit- glied. Darüber hinaus muss das Unter- nehmen in das Firmenbuch einge- tragen werden – das ist die offizielle Datenbank des Justizministeriums. Diese ist vergleichbar mit dem Handels- register, in das dann alle Informationen über Firmensitz, Geschäftsführer, Kapi- tal einer Gesellschaft, Prokura, Gesell- schafter und andere Daten dokumentiert werden müssen. Analog zur Handelsregisternummer erhalten neugegründete Unternehmen in Öster- reich anschließend eine Firmenbuch- nummer. Abschließend müssen sich Unterneh- mensgründer beim Finanzamt melden und dort eine Steuernummer beantra- gen. Es empfiehlt sich, vorab zu infor- mieren, welche Daten für die Anmeldung erforderlich sind. Hierzu hat das Bundesministerium für Finanzen einen kostenlosen, 96-seitigen Leitfaden für neu gegründete Unternehmen her- ausgegeben, der wichtige Fragen erör- tert. Das wichtigste nach der erfolgreichen Unternehmensgründung ist jedoch der persönliche Kontakt zu Geschäftspart- nern, Lieferanten und allen anderen Be- teiligten vor Ort. In Deutschland reicht es oftmals, E-Mail-Kontakt zu halten oder Telefonate zu führen. In Österreich muss man seine Partner allerdings per- sönlich kennen, um voranzukommen. Diese erwarten von neuen Playern am Markt, dass sie mit ihnen sprechen, ihnen erläutern, was sie machen und welche Ziele sie haben. Stimmt dann auch noch die Chemie, steht dem ge- schäftlichen Erfolg nichts mehr im Weg. RECHTLICHES EIN PAAR FAKTEN ZU ÖSTERREICH Zahl der Unterneh- mensgründer 2013: 28.565 Aktive deutsche Unter- nehmen in Österreich (Stand Juni 2014): 8.450 Wirtschaftswachstum 2015 (Prognose): 1,7 Prozent Arbeitslosenquote: 4,3 Prozent Kommt es im Reiseland zu länger anhaltenden politischen Unruhen und Demonstrationen, liegt zwar ein Fall von höherer Gewalt vor, die Kündi- gung des Reisevertrages ist allerdings nur dann gerechtfertigt, wenn diese Unruhen auch eine erhebliche Auswir- kung auf die ursprünglich geplante Reise haben. Das verdeutlicht ein Urteil des Amtsgerichts Hamburg (Az.: 4 C 545/13). Im vorliegenden Fall kündigte eine Ur- lauberin ihre Pauschalreise nach Ägyp- ten wegen der Massendemonstra- tionen des Sommers 2013. Der Reise- veranstalter wertete dies allerdings nur als Stornierung und zog ihr deshalb eine Gebühr in Höhe von 400 Euro ab. Die Kundin forderte aber den vollen Reisepreis zurück und ging vor Gericht. Das Gericht wies ihre Klage jedoch ab. Zwar wertete es die Demonstrationen aufgrund ihrer Dauer und Intensität als einen Fall höherer Gewalt im Sinne des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) laut Paragraf 651 j. Eine Kündigung der Reise sei jedoch nur dann zulässig, wenn erhebliche Auswirkungen der Unruhen auf die konkrete Reise zu er- warten seien. Und diese Gefährdung müsse dem Gericht plausibel vorgetra- gen werden, also etwa das Vorliegen eines unzumutbaren Sicherheitsrisikos für den Reisenden. Das habe die Kläge- rin in diesem Fall versäumt. Quellen: www.cibt.de und www.tip.de NUR ERHEBLICHE AUSWIRKUNGEN VON UNRUHEN RECHTFERTIGEN KÜNDIGUNG © cstaiger - Fotolia.com
  9. 9. 9 RECHTLICHES GESETZLICHER ARBEITSSCHUTZ IN DER SCHWEIZ UMFASST AUCH ARBEITSKLEIDUNG Pro Stunde haben rund 100 Arbeit- nehmer in der Schweiz während ihrer Beschäftigungszeit einen Unfall. An jedem zweiten Tag endet ein Ar- beitsunfall sogar tödlich. Die häufigste Unfallursache mit Todesfolge ist dabei das Abstürzen von eine höher gelege- nen Plattform, gefolgt von Instandset- zungs-Maßnahmen, Kraneinsätzen und Stolpern. Dies sind aktuelle Ergebnisse der Schweizerischen Unfallversicherung (Suva), eine öffentlich rechtliche An- stalt, die seit mehr als 100 Jahren Schweizer Bürger gegen die Folgen von Unfällen versichert. Derzeit zählt die Gesellschaft rund zwei Millionen Mitglieder. Der neuesten Unfallstatistik zu- folge sinkt die Zahl der Firmen, die keine Unfälle zu verzeichnen haben, in dem Moment, wo die An- zahl Mitarbeiter mindestens 50 be- trägt, unter einen Prozentpunkt. Zudem verzeichnet die Suva einen An- stieg der berufsbedingten Krankheiten um 4.500 Fälle (bei den Männern) be- ziehungsweise bei 4.000 Betroffenen (Frauen) von 2010 bis 2011. Als wichtigster Notfall kristallisiert sich laut der Erhebung der Kreislaufstill- stand heraus, denn dabei gebe es eine sehr hohe Überlebenswahrscheinlich- keit. Werden Betroffene innerhalb von drei Minuten defillibriert, überleben drei von vier Personen. Die Suva hat auf ihrer Website lebenswichtige Re- geln bei Unfällen am Arbeitsplatz auf- geteilt nach Branchen zusammenge- stellt, die kostenlos downloadbar sind. Dabei ist der Gesundheitsschutz am Ar- beitsplatz in der Schweiz keineswegs eine freiwillige Maßnahme, sondern fest im Gesetz verankert. So regeln gleich mehrere Gesetze, was in punkto Arbeitnehmersicherheit von Betrieben eingehalten werden muss: Arbeitsgesetz (ArG) für den allgemei- nen Gesundheitsschutz am Arbeits- platz • regelt unter anderem Arbeits- und Ruhezeiten sowie Schutz von Ju- gendlichen • präzisiert arbeitsmedizinische, ergo- nomische, arbeitshygienische und arbeitsorganisatorische Maßnahmen Unfallversicherungsgesetz (UVG) • dokumentiert neben der obligatori- schen Berufsunfall- und Berufs- krankheitenversicherung auch Vorschriften über die Arbeitssicher- heit • definiert Präventionsmaßnahmen für die Verhinderung von Berufsunfällen und Berufskrankheiten Das Mitwirkungsgesetz (MwG) • holt Arbeitnehmer mit ins Boot, von denen eine aktive Beteiligung in der Gewährleistung der Arbeitssicher- heit und des Gesundheitsschutzes verlangt wird Das Bundesgesetz über die Produktesi- cherheit (PrSG) und seine Verordnung (PrSV) • betrifft Sicherheit von Konsumgü- tern und Arbeitsmitteln sowie die Si- cherheit von Maschinen, Aufzügen, Gasgeräten, einfachen Druckbehäl- ter und Druckgeräten sowie persön- lichen Schutzausrüstungen Das Chemikaliengesetz (ChemG) und seine Verordnungen • regelt Anforderungen an den Ver- trieb von Chemikalien • Pflicht zur Selbstkontrolle inklusive Pflicht zur Abgabe von Sicherheits- datenblättern Insbesondere verarbeitende Gewerbe, also beispielsweise Betriebe in der Baubranche und in der Produk- tion, werden vom Schweizer Gesetzgeber in die Pflicht ge- nommen. So müssen diese zwingend eine adäquate Ausrüstung für ihre Mitar- beiter zur Verfügung stellen. Das bedeutet, dass diese für eine robuste Arbeitskleidung in- klusive der Schuhe sorgen müssen, die nicht nur bequem ist, sondern auch den strapaziösen Anforderungen des Arbeitsalltages standhält. Dabei ist es unerheblich, ob die Gefahrenquellen biologischer, chemischer oder physikali- scher Natur sind. Der Arbeitgeber ist grundsätzlich dazu verpflichtet, seine Arbeitnehmer vor Unfällen zu schützen und neben der passenden Kleidung auch das Arbeitsequipment (zum Bei- spiel Hör- oder Sehschutz sowie Hand- schuhe) zur Verfügung zu stellen. Auch eine präzise Einweisung in die Nutzung der Schutzkleidung muss am Arbeits- platz erfolgen. Die Kosten für Repara- turen oder die Reinigung der Kleidung sind ebenfalls vom Arbeitgeber zu tra- gen. © kamonrat - Fotolia.com
  10. 10. 10 RECHTLICHES ONLINEHANDEL IN DER EU: DIE AKTUELLEN REGELN Der Onlinehandel boomt wie nie zuvor und noch ist lange kein Ende in Sicht. So ist der Umsatz der Internet- shops europaweit im Jahr 2014 um 18 Prozent auf 155,3 Milliarden Euro gestiegen (2013 waren es noch 131,6 Milliar- den Euro). Das hat eine Studie im Auftrag von Deals.com er- geben (siehe Grafik). 2012 2013 2014 2015 Online-Umsatz 2012-2015 (in Mrd. Euro) Großbritannien Deutschland Frankreich Spanien Italien Niederlande Schweden Polen Europa 39,40 Euro 24,60 Euro 23,90 Euro 5,60 Euro 4,50 Euro 4,80 Euro 3,20 Euro 2,80 Euro 108,70 Euro 46,00 Euro 34,30 Euro 26,80 Euro 6,80 Euro 5,30 Euro 5,30 Euro 3,70 Euro 3,50 Euro 131,60 Euro 53,20 Euro 41,90 Euro 31,20 Euro 8,10 Euro 6,30 Euro 6,00 Euro 4,30 Euro 4,20 Euro 155,30 Euro 61,50 Euro 49,80 Euro 36,70 Euro 9,60 Euro 7,50 Euro 6,80 Euro 4,90 Euro 5,10 Euro 182,00 Euro Am meisten profitieren die drei großen E-Commerce-Märkte Großbritannien, Deutschland und Frankreich mit insgesamt 81 Prozent vom Internethandel. Handelsexperten prognosti- zieren auch für 2015 einen signifikanten Anstieg des Online- Umsatzes. Verbraucher bestellen inzwischen europaweit, etwa um Mar- kenprodukte günstiger zu erwerben. Vergleichs- und Schnäppchenportale erleichtern dabei die Recherche nach guten und günstigen Produkten. Inzwischen gibt es nichts, was es nicht gibt: Von rabattierter Designermode über Detox- Nahrungsmittel bis hin zu einfachem Bürobedarf wie kompa- tible Toner und Druckerpatronen können Schnäppchenjäger im Web nahezu alles erwerben, was ihr Herz begehrt. Dabei hat der Online-Handel natürlich einen klaren Vorteil: Ein Ver- gleich verschiedener Produkte lässt sich deutlich einfacher realisieren als das im stationären Handel möglich ist. Deutschland gilt dabei als Eldorado der Online-Shopper, denn Online-Versandhändler zeigten und zeigen sich äußerst großzügig, wenn es um die Bestellmethoden der Bundesbür- ger geht. So war der kostenlose Rückversand von Waren auch noch Wochen nach dem Erhalt der Bestellung kein Pro- blem. Allein bei Kleidung und Schuhen lag die Rückgabe- quote laut einem Focus-Online-Bericht bei bis zu 70 Prozent. Dies hat sich allerdings geändert: Im Juni 2014 ist nämlich die neue EU-Verbraucherrichtlinie 2011/83/EU in Kraft getre- ten. Diese regelt unter anderem die Themen Rücksendung und Widerruf neu und gilt für alle EU-Länder (also 28 Mit- gliedstaaten sowie Island, Liechtenstein und Norwegen). Im Ergebnis wird sowohl für Händler als auch für Käufer einiges einfacher, aber auch umständlicher.
  11. 11. 11 RECHTLICHES Rücksendung muss schriftlich begründet werden So endet für Online-Shopper die „Bedenkzeit“ nun künftig nach 14 Tagen. Wer die Ware zurückschickt, muss dies (an- ders als früher) ausführlich begründen – und zwar in Form einer schriftlichen Erklärung. Dies kann auf individuelle Weise erfolgen oder mithilfe eines Muster-Widerrufsformu- lar, das jeder Online-Handel der bestellten Ware beilegen muss. Sobald die zurückgeschickte Ware beim Händler ein- getroffen ist, muss dieser dem Kunden den vorab gezahlten Preis innerhalb von 14 Tagen erstatten. Neu ist: Der Verbrau- cher muss die Retoure nun selbst bezahlen. Allerdings geben sich die meisten großen Online-Händler weiterhin kulant und bieten den Rückversand kostenfrei an. Von der 14-tägigen Widerrufsfrist gibt es jedoch Ausnahmen: • Nahrungsmittel, die verderblich sind • Maßgeschneiderte Produkte (z.B. Textilien) • Flugtickets, Fahrkarten, Hotelreservierungen und Konzert- karten mit festen Terminen • Versiegelte Datenträger (CDs, DVDs etc.), die nach Erhalt geöffnet wurden Grundsätzlich ausgenommen von der neuen EU-Regelung sind Waren, die von Privatpersonen erworben wurden und Dienstleistungen, wie dringende Reparaturen oder Instand- haltungsarbeiten (zum Beispiel durch Klempner oder Maler). Schweizer Onlinehan- del bildet weiter Aus- nahme Online-Händler in der Schweiz sind von der neuen EU-Richtlinie ausgenommen und somit nicht verpflichtet, ihren Kunden in der Schweiz ein Widerrufs- oder Rückgaberecht einzuräumen. Dieses Konsumen- tenrecht besteht in der Schweiz derzeit nur dann, wenn Verträge über bewegliche Sachen und Dienstleistungen (mit Ausnahme von Versicherungsverträgen) als “Haustürgeschäfte” abgeschlos- sen werden und die Leis-tung des Kunden mehr als 100 Schweizer Franken (rund 83 Euro) beträgt (Artikel 40a ff. OR). Der Schweizer Nationalrat hatte sich in ein einer Abstim- mung im September letzten Jahres zunächst gegen ein allge- meines Widerrufsrecht im Online-Handel ausgesprochen. Begründet wurde die Entscheidung damit, dass Online-Ge- schäfte nicht vergleichbar seien mit Haus- und Telefonver- käufen, bei denen sich Verbraucher überrumpelt und zu einem falschen Kaufimpuls verleiten lassen könnten. Im In- ternet werde der erste Schritt zum Deal für gewöhnlich vom Konsumenten ausgehend gemacht. © Gina Sanders - Fotolia.com
  12. 12. 12 Unternehmen entsenden zunehmend Mitarbeiter, die ohne ihre Familienangehörigen ins Ausland gehen. Dies ist einer der führenden Trends, die der alljährliche Global Mobility Trends Survey des Beratungsunternehmens Brook- field GRS zeigt. Während noch 2009 lediglich 14 Prozent aller in einer Partnerschaft lebenden Expatriates allein den Schritt in die Fremde gewagt haben, entschieden sich 2014 bereits 22 Prozent für den Arbeitsplatz fern der Familie. Eine Steigerung von über 50 Prozent innerhalb von nur fünf Jah- ren. Vor allem Projekte, bei denen der Expatriate ohne Anhang ins Ausland geht, dafür aber vom Arbeitgeber regelmäßige Heimflüge spendiert bekommt (so genannte Commuter-Re- gelungen), sind in internationalen Unternehmen momentan sehr beliebt. Verständlich, denn der Arbeitsort des Mitarbei- ters wird zwar vorübergehend verlagert, Partner und Kinder können jedoch ihren gewohnten Alltag im vertrauten Le- bensumfeld beibehalten. Klingt risikoarm, weniger aufwän- dig und vor allem sehr kosteneffizient. Doch was sich zunächst nach jeder Menge Vorteilen für alle Betroffenen an- hört, könnte sich für Personalverantwortliche und Mobility Manager als kostspielige Mogelpackung herausstellen. Alleinreisende Expatriates scheitern häufiger als ent- sendete Familien Eine aktuelle Interview-Studie von Dr. Claudia Kuller an der Universität of Surrey mit deutschen alleinreisenden Expatria- tes belegt, dass der „fehlende“ Partner ein Abbruchgrund ist. Expatriates ohne Partner oder Familie fällt die Integration im Gastland besonders schwer, was hauptsächlich auf emo- tionale und soziale Aspekte zurückgeführt werden kann. Ihre Untersuchung belegt auch, dass sich zum Beispiel alleinrei- sende Expatriates oft schlechter im Gastland integrierten als Expatriates mit Familienanhang. Sie führt dies darauf zurück, dass bei Familienentsendungen der mitreisende Partner im Ausland dafür sorgt, dass neue Kontakte entstehen – bei- spielsweise in der Expat-Community. So kann der Verlust des alten Freundes- und Bekanntenkreises schneller kompensiert werden und die Eingewöhnung im Gastland verläuft pro- blemloser. Alleinreisende Expatriates in manchen Kulturen Außen- seiter Die Studie fand weiterhin heraus, dass sich alleinreisende Ex- patriates in einigen Kulturen als Außenseiter fühlten. In den meisten Kulturen spielt die Nähe zur Familie eine herausra- gende Rolle in der Lebensgestaltung. Dies führt dazu, dass Menschen, deren Angehörige Tausende von Kilometern ent- fernt leben, als ungewöhnlich betrachtet und zum Teil sogar ausgeschlossen werden – was die Integration im Gastland nahezu unmöglich macht. Alleinreisende Expatriates fühlen sich weniger wohl Forschungsergebnisse zeigen auch, dass das emotionale Wohlbefinden ganzer Familien im Gastland häufig höher ist als bei Alleinreisenden. Die Anwesenheit eines Partners und gegebenenfalls der Kinder geben dem Neuling in der Fremde von Anfang an Sicherheit, Stabilität und einen vertrauten Rückzugsort. Der Mitarbeiter ist ausgeglichener, motivierter und stressresistenter. Fehlt diese emotionale Stütze, steigt das Abbruchrisiko immens an. Gestresst fühlen sich alleinreisende Expatriates und Commu- ter übrigens auch durch die doppelte Haushaltsführung. Denn oftmals führt häufiges Pendeln auf die Dauer nicht nur zu Entfremdung von der eigenen Familie, sondern auch zu ausgeprägten Stresssymptomen und Erschöpfung bis hin zum Burn-Out. EXPATRIATES AUSLANDSENTSENDUNG OHNE FAMILIE: KOSTENVORTEIL ODER ABBRUCHRISIKO? © Rawpixel - Fotolia.com
  13. 13. 13 Expat-Familien in der Regel länger im Ausland als ihre alleinreisenden Kollegen Ob von Anfang an geplant oder nicht: entsendete Familien verbringen erfahrungsgemäß mehr Zeit im Ausland, als al- leinreisende Expatriates. Für viele Unternehmen ein wichtiger Grund, ihre Mitarbeiter trotz gegenläufigem Trend mitsamt Familie zu entsenden, denn langfristige Aufenthalte sind in der Regel rentabler als kurzfristige Assignments. Doch was ist zu beachten, um Auslandsprojekte mitsamt Fa- milie möglichst erfolgreich zu managen? Denn schließlich ist auch die Familie bei Entsendungen immer ein Risikofaktor – etwa wenn diese sich vor Ort nicht wohlfühlt. Entscheidend für erfolgreiche Mitarbeiterentsendungen ist die individuelle Unterstützung, die Unternehmen ihren Mitar- beitern und deren Familien bieten. Während sich für den Ex- patriate selbst ein kulturspezifisches Business-Training eignet, brauchen Familienangehörige gezielte Hilfe im fremdkulturel- len Alltag – etwa bei alltäglichen Erledigungen oder dem Aufbau eines sozialen Netzwerkes. Daheim wie auch am an- deren Ende der Welt hat jedes Familienmitglied ganz eigene Bedürfnisse – und braucht daher eine maßgeschneiderte Lö- sung, um sich möglichst schnell in der neuen Lebenssituation zurechtzufinden. Das Düsseldorfer Beratungsunternehmen ABROAD, Spezia- list für internationale Mitarbeiterentsendungen, bietet hier eine Lösung: Sein webbasiertes Coachingprogramm www.How-To-Create-My-Life-Abroad.com begleitet Expat- Familien in allen entscheidenden Phasen der Entsendung. Vor der Ausreise unterstützt es bei der Planung und bereitet auf die zukünftige Lebenssituation im Gastland vor. Nach Ankunft im Gastland leistet es praktische Starthilfe und berät bei der konkreten Lebensgestaltung vor Ort. Dabei erhalten die mitreisenden Partner nicht nur gezielte Unterstützung für ihr persönliches Wohlbefinden und die Eingewöhnung in der neuen Kultur, sondern auch in familiären Belangen und in Fragen der eigenen Karriereplanung. Dr. Claudia Kuller: „Um internationale Projekte erfolgreich zu managen, tun Unternehmen gut daran, ihre Mitarbeiter samt Partner oder Familie zu entsenden. Das E-Coachingpro- gramm ist sicherlich eine empfehlenswerte Unterstützung für mitausreisende Partner.“ EXPATRIATES AUTORIN ABROAD [relocation. intercul- ture. language.] Constance Grunewald-Petschke Karolingerstraße 42 40223 Düsseldorf Telefon: +49 211 38 73 99 67 Telefax: +49 211 38 73 99 68 E-Mail: c.grunewald@how-to-create- my-life-abroad.com
  14. 14. 14 GERMANIA IBERIA Die deutsche Linien- und Charterfluggesellschaft Germania baut ihr Strecken- netz weiter aus und bietet Reisenden ab dem 20. Fe- bruar dieses Jahres drei Ver- bindungen zwischen Deutschland und dem Iran an. Jeweils mittwochs um 07.05 Uhr startet ein Flieger von Hamburg mit Ankunft in Maschhad um 15.30 Uhr. Nach einem 50-minütigen Aufenthalt in der zweitgröß- ten Stadt des Irans hebt die Maschine um 16.20 Uhr für den Rückflug ab und er- reicht die Hansestadt an der Elbe um 22.10 Uhr. Von Düsseldorf nach Tehe- ran geht es jeweils montags und freitags um 20.00 Uhr mit Landung in der irani- schen Hauptstadt am Folge- tag um 04.00 Uhr. Für den Rückweg nach Deutschland hebt die Maschine immer am Dienstag und Samstag um 04.45 Uhr ab und er- reicht die nordrhein-westfä- lische Landeshauptstadt um 08.15 Uhr. Die Verbindung zwischen der deutschen und der irani- schen Hauptstadt wird mon- tags und sonntags bedient. Jeweils um 21.20 Uhr star- tet der Flieger in Berlin- Schönefeld. Die Landung in Teheran erfolgt um 04.35 Uhr am Folgetag. Zurück in die Metropole an der Spree geht es jeweils montags und donnerstags um 05.20 Uhr mit Ankunft am Flughafen Schönefeld um 08.15 Uhr. Die zur International Air- lines Group gehörende Iberia nimmt mit Beginn der Sommersaison 2015 eine neue Verbindung in ihren Flugplan auf. Ab dem 30. März wird die Strecke zwi- schen Hamburg und Madrid viermal die Woche angebo- ten. Die Elbmetropole ist damit neben Berlin, Düssel- dorf, Frankfurt, Hannover, München und Stuttgart das siebte deutsche Ziel der Fluggesellschaft. Auf der Destination Madrid – Stuttgart wird zudem die Flugfrequenz ausgebaut. Von dort startet Iberia Ex- press künftig sechs- statt viermal wöchentlich nach Madrid. Neben der Hansestadt be- dient die Airline noch zwölf weitere europäische Flug- strecken. Die Iberia Gruppe hat vor, während der Som- mersaison ihr Flugangebot um 23 zusätzliche Strecken zu steigern. Die geplanten neuen Ziele sind Catania, Florenz, Neapel, Palermo und Verona in Italien, Man- chester und Edinburgh in Großbritannien, Funchal auf Madeira in Portugal sowie Budapest in Ungarn. AIRLINES © Photocreo Bednarek - Fotolia.com SWISS INTERNATIONAL AIR LINES Die schweizer Lufthansa-Tochter Swiss wird ihren Flugbe- trieb zum Sommerflugplan 2015 ausweiten und neu die Flughäfen Dresden und Leipzig/Halle anfliegen. Ab dem 29. März dieses Jahres finden bis zu zwei tägliche Flüge auf der Strecke zwischen Dresden und Zürich statt. Von Leipzig/Halle geht es ab dem 18. April dieses Jahres täglich in die schweizer Hauptstadt. Die Zahl der deutschen Abflughä- fen steigt damit von neun auf elf an. © konstan - Fotolia. com © willypd - Fotolia.com
  15. 15. Saudia – die Nationalair- line Saudi Arabiens – möchte laut Berichten der Zeitung Ajel auf allen Flügen eine Geschlechtertrennung einführen. Ursächlich für diese Separation sind Beschwerden, die mehrfach bei der Airline einge- gangen sind, weil Frauen neben Män- nern saßen, die unbekannt waren. Die Ehemänner be- troffener Frauen machten die Airline auf diese Proble- matik aufmerksam. Die Airline hat reagiert und laut Medienberichten das Check-in-Personal bereits angewiesen, Frauen und Männern getrennte Sitz- plätze zuzuweisen. Nicht nur in arabischen Län- dern kommt es beim Zu- sammensitzen fremder Männer und Frauen wäh- rend Flügen zu Problemen. So kam es im ver- gangenen Jahr auch in Israel zu stundenlangen Verspätungen, weil das Flugzeugpersonal der is- raelischen Fluggesellschaft an Bord nach Ersatzplätzen suchen musste. 15 SAUDIA INTERSKY Die österreichische Re- gional-Airline Intersky baut ihr Streckennetz in Deutschland weiter aus und verbindet ab März dieses Jahres Hamburg und Mem- mingen. Fünfmal die Woche von Montag bis Freitag startet der Flieger immer um 13.10 Uhr am Flughafen im Allgäu und erreicht die Hansestadt um 14.50 Uhr. Nach 30-mi- nütigem Aufenthalt hebt die Maschine um 15.20 Uhr für den Rückflug ab und landet auf dem Allgäu Airport um 17.00 Uhr. Bedient wird diese Strecke mit einem Flugzeug des Typs Dash 8Q300, das Platz für 50 Pas- sagiere bietet. Die Airline übernimmt diese Strecke von Germanwings, die diese Verbindung Ende Februar einstellen wird. AIRLINES FLUGHAFEN RIGA Am internationalen Flughafen der letti- schen Hauptstadt Riga haben Bauarbeiten für ein neues Terminal begonnen. Mit dieser Maßnahme möchte der Flughafenbetrei- ber nach eigenen Angaben die Produktivität des Flugha- fens erweitern, die Qualität der Dienstleistungen stei- gern sowie insgesamt die Position des Flughafens Riga als führenden Flughafen des Baltikums und Nordeuropas stärken. Nach vollständiger Durch- führung der Baumaßnah- men im neuen Terminal ist es möglich, größere Flug- zeuge abzufertigen. Damit erhofft sich der Flughafen- betreiber eine Erhöhung der Kapazität. Bereits in den letzten zwei Jahren fanden im Rahmen eines EU-Projektes große Umbaumaßnahmen statt, um die Flugsicherheit und die Umweltbedingungen zu verbessern. So wurden unter anderem die Start- und Landebahn sowie Teile der Rollbahnen saniert, Mar- kierungen der Landebahnen erneuert, die zusätzlichen Rollwege E und D erschaf- fen, neue Beleuchtungssy- steme installiert, ein Ent- wässerungssystem und ein neues Feuerwehrdepot er- richtet. © bofotolux - Fot olia.com © atScene - Fotolia.com © Photobank - Fotolia.com
  16. 16. 16 VERMISCHTES SLOW TRAVEL: WIE LANGSAMES REISEN GEHT Die Sehnsucht nach Entschleunigung wächst insbeson- dere in der westlichen Welt bei vielen Menschen bereits seit Jahren. Sie empfinden ihren Alltag als stressig, kompri- miert und fordernd, so dass schnell das Gefühl aufkommt, geradezu im Zeitraffer zu leben. Auch wenn der Begriff Ent- schleunigung fast inflationär verwendet wurde, so handelt es sich dabei längst nicht mehr nur um einen Trend, sondern vielmehr um eine Bewegung, die zahlreiche Lebensbereiche umfasst: Von der Art Sport zu machen (beispielsweise Yoga, Meditation) über die Art zu essen (Slow Food) und nun auch bis hin zu einer Art des neuen Reisens: Slow Travel oder auch Slow Tourism. Entschleunigtes Reisen hat viele Facetten und unterschiedli- che Ausprägungen. Für viele bedeutet es einen Gegenent- wurf zu Action- und Abenteuerurlaub, für andere wiederum geht es um Sinnsuche und temporären Aus- stieg aus dem Alltag (zu nen- nen sind hier die Trends Pilgerreisen und Kloster- aufenthalte) und wieder anderen geht es vor allem um die Art der Fortbewe- gung. In Deutschland hat der Brite Dan Kieran einen Diskurs um das Langsam- reisen ausgelöst, nachdem sein Buch „Slow Travel“ – Die Kunst des Reisens im Sommer 2013 erschienen war. Der Autor beschreibt darin, wie er mit zwei Freunden ganz England bereist – nur mit einem alten Milch- wagen aus den 40-er Jahren des 20. Jahrhunderts, der maxi- mal 25 km/h schnell fährt. Dan Kierans Art langsam zu reisen Kieran selbst meidet Flugzeuge – einerseits aus Flugangst, andererseits, weil er sich schon im Teenageralter dem be- wussten Reisen verschrieben hat. In einem Interview mit Zeit Online erzählt er, wie er versuchte, noch einmal mit dem Flugzeug an sein Ziel zu kommen und sich noch mehr im langsamen Reisen bestätigt fühlte: „Ich habe mich gefühlt wie ein Frachtgut, ohne die Möglichkeit, mich wirklich auf den neuen Ort einstellen zu können. Man ist gestresst und sorgt sich, ob man den Anschlussflug bekommt“. Gestressten Menschen, die noch unsicher sind, wie ent- schleunigtes Reisen funktioniert, empfiehlt er, sich einfach einen Rucksack mit Proviant zu füllen und drauf los zu mar- schieren – gerne auch in ihrer Heimatstadt. Seine Tipps für Slow Travel: Auf Reiseführer verzichten, einen Bogen um Se- henswürdigkeiten und insbesondere teure Hotels machen und sich über durchkreuzte Pläne freuen. Bahnreisen wieder stärker nachgefragt Transportmittel spielen beim langsamen Reisen ebenfalls eine große Rolle und davon profitiert auch die Tourismusindustrie jenseits der Airlines. So erleben Bahngesellschaften weltweit eine Renaissance. Zugfahrten von Hamburg nach Rom oder mit der transsibirischen Eisenbahn von Russland nach China sind inzwischen wieder sehr gefragt und spezialisierte Reise- büros bieten Urlaube mit Sonderbahnreisen an. Im Norden der USA beispielsweise sind einige transkontinentale Züge (zum Beispiel California Zephir, Texas Eagle und Silver Star) unterwegs, ebenso wie in Kanada beispielsweise die Cana- dian Bahn. Wer so durch Amerika reist, kann wirklich be- haupten, der Weg sei das Ziel. Selbst nach England reisen Schüler wie Erwach- sene inzwischen gerne wieder mit Bahn und Fähre, beispielsweise zu Sprach- aufenthalten. Traditionell geht es dann vom französischen Calais mit der Fähre ins englische Dover. An Deck der Fähre können Reisende bereits aus der Ferne die weißen Felsen von Dover beim Näherkom- men betrachten. Ein solcher Anblick bietet sich Flugreisen- den jedenfalls nicht. Slow Travel kommt aus Italien Seinen Ursprung soll „Slow Travel“ übrigens in Italien haben, woher auch der Trend zum bewussten, aufwändig zubereitetem Essen (Slow Food) kommt. Bereits 1999 besannen sich einige kleine italienische Städte darauf, dass beim Reisen nicht das Tempo, sondern der Genuss im Vordergrund stehen sollte und nannten sich „langsame Städte („Cittàslow“) – inzwischen gibt es die slow cities überall auf der Welt. © BOV - Fotolia.com  BUCHINFORMATIONEN: Dan Kieran: 1Slow Travel – Die Kunst des Reisens; Verlag Rogner & Bernhard; ISBN:978-3954030125; 19,90 Euro; 250 Seiten
  17. 17. 17 VERMISCHTES STUDIE: GROSSE MEHRHEIT DER ISRAELIS MAG DIE DEUTSCHEN Die Mehrheit der Israelis hat eine sehr positive Einstellung zu Deutschland. Fast 70 Prozent schätzen das Land posi- tiv ein. Unter den europäischen Nationen nimmt Deutschland damit unangefochten und mit weitem Abstand den Spitzen- platz in der Beliebtheit in Israel ein. Dies belegt eine neue Stu- die der Konrad-Adenauer-Stiftung, die heute in Berlin vorgestellt wurde. Sie basiert auf umfänglichen repräsentati- ven Umfragen, die im Dezember vergangenen Jahres in Israel und den Palästinensischen Gebieten durchgeführt wurden. Nur 23 Prozent der Israelis sehen das Land, in dem vor etwas mehr als 70 Jahren un- zählige Juden ermordet wor- den sind, wirklich negativ. Diese Zustimmung zu Deutschland ist auch im Zeit- verlauf stabil: 2007 hatten 67 Prozent und 2009 65 Prozent eine positive Einstellung zu Deutschland. Die Bewohner im Heiligen Land wurden auch nach der Rolle Deutschlands in der in- ternationalen Politik und speziell im Nahost-Konflikt befragt. Demnach glauben 54 Prozent der Israelis, dass Deutschland als „ehrlicher Makler“ zwischen Israel und der Palästinensi- schen Autonomiebehörde fungieren kann. 58 Prozent der Pa- lästinenser sind der Überzeugung, die Menschen in Deutschland unterstützen die Anliegen des palästinensischen Volkes und seines Wunsches nach Eigenstaatlichkeit. Dennoch wünschen sich Israelis und Palästinenser explizit ein noch stär- keres Engagement Deutschlands auf internationaler Ebene. Auch nach der Rolle der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel für die deutsch-israelischen Beziehungen ist gefragt worden. Ihre Popularität in Israel ist außergewöhnlich hoch. 70 Prozent der Befragten haben einen guten bis sehr guten Eindruck von der Regierungschefin. Gegenüber 2007 und 2009, als diese Frage in einer anderen Umfrage schon einmal gestellt und mit 50 beziehungsweise 56 Prozent bejaht wor- den ist, ist das ein erheblicher Sprung. Dabei gibt das Eintreten Deutschlands und der Bundesregierung für das Existenzrecht Israels den Ausschlag. Fast 55 Prozent könnten sich vorstellen, für ein deutsches Un- ternehmen zu arbeiten, allerdings wären nur etwa 33 Prozent bereit, dafür dann auch ein Jobangebot in Deutschland anzu- nehmen. 60 Prozent lehnen das trotz der konstatierten hohen Lebensqualität in dem Land zwischen Alpen und Nord- und Ostsee ab, nur die arabischen Israelis weichen hier mit 44 Pro- zent Zustimmung und 50 Prozent Ablehnung deutlich ab. Spannend ist die Frage, woher diese positive Haltung gegen- über Deutschland und den Deutschen rührt. Spielen dabei Verwandtschaftsbeziehungen nach Deutschland oder die deutschen Wurzeln von Verwandten eine Rolle im positiven wie im negativen Sinne? Nur rund 16 Prozent der Israelis haben Eltern, Großeltern oder Urgroßeltern, die aus Deutsch- land stammen. 19 Prozent haben Verwandte, die gegenwärtig in Deutschland leben (ganz gleich ob sie nach Deutschland ge- zogen sind oder dort geboren worden sind). Immerhin fast jeder vierte in Israel hat Freunde in Deutschland, der überwie- gende Teil der Israelis hat allerdings keine freundschaftlichen Verbindungen nach Deutschland. 65 Prozent würden es reizvoll finden, nach Deutschland zu reisen und sich das Land anzusehen. Fast 45 Prozent haben das bereits einmal getan. Dabei stand das Motiv, dort seinen Urlaub zu verbringen weit an der Spitze (66 Pro- zent). Nach dieser Umfrage ist aller- dings der Austausch von Studenten, der nur mit einem Prozent zu Buche schlägt, als Basis für den kulturellen und wissenschaftlichen Austausch noch dramatisch ausbaufähig. Besonders beliebtes Reiseziel unter den Israelis ist Berlin. Auf die Frage, was diese Stadt vor allem ausmacht, stehen da zwei Attribute weit vorne: Die Moderni- tät der Stadt (26 Prozent) und erstaunlicherweise mit 18 Pro- zent ihre historische Bedeutung. Die gängigen Vokabeln wie „Hip/Cool“ oder „Fun“ sind mit fünf und sechs Prozent weit abgeschlagen. Das unterscheidet die Israelis deutlich von den Palästinensern, die weitaus „unbelasteter“ nach Berlin fahren und die „Coolness“ von Berlin mit mehr als 30 Prozent deut- lich höher einschätzen. 5 Gefährlich finden nur drei Prozent der Israelis die Stadt an der Spree. 9 9 28 28 40 40 11 11 12 12 9 28 40 9 9 28 28 40 4040 11 12 40 40 11 11 12 12 !" #" $" %" &" 9 28 40 11 12 !" #" $" %" &" 9 28 4040 11 12 !" #" $" %" &" Haben Sie eine positive oder negative Einschätzung zu Deutschland? Keine Angabe (9%) Sehr positiv (28%) Positiv (40%) Negativ (11%) Sehr negativ (12%) 11% 12% 9% 28% 40% © Jakub Krechowicz - Fotolia.com
  18. 18. 18 VERMISCHTES REISEFÜHRER: 1.000 ORTE, DIE MAN GESEHEN HABEN SOLLTE Wohin fahren wir im nächsten Urlaub? Für viele ist diese Frage jährlich eine neue Herausforderung – wobei es für gewöhnlich unerheblich ist, ob es sich um eine Städtereise oder um einen Bildungs- beziehungsweise Erleb- nisurlaub handelt. Es gibt unzählige Reiseführer, die sich mit allen möglichen Orten beschäftigen. Wer aber möglichst schnell und um- fangreich Informationen über die berühmtesten Reiseziele dieser Welt aus einer Hand erhalten möchte, ist mit „1000 Places to See before You Die“ bestens bedient. Dieses Ta- schenbuch lässt kaum Reisewünsche offen und informiert den Leser strukturiert über sehenswerte weltweite Destina- tionen. Das Reisebuch ist regional gegliedert, so dass man auch bei konkreten Suchen schnell fündig wird. Nach der ersten gro- ben Einteilung der Welt in acht Regionen (zum Beispiel Europa und Asien) folgt die weitere Unterteilung in bei- spielsweise Europa West-, Ost und Südeuropa und Skandi- navien. Eine darüber hinaus gehende Sortierung nach Ländern und danach in Regionen und Städte bietet einen umfangreichen Überblick über die einzelnen Orte. Die Autorin liefert zu jedem ihrer genannten Destinationen zuerst allgemeine Informationen, die durch konkrete Details ergänzt werden. So erhält der Leser zu jedem Ziel im Rah- men von Infoblöcken zusätzlich einen Überblick über die Lage, die Webseite der Region, zu Unterkünften, zu Preisen von Hotels, Restaurants und Exkursionen und zur besten Reisezeit. Ein zusätzlicher Leseanreiz wird dadurch generiert, dass der Leser nicht über konkrete Orte informiert wird, sondern auch Themen innerhalb einer Stadt oder einer Region beleuchtet werden. So wird etwa zu Bayern Bamberg, die Bayerische Bierkultur – mit Nennung einiger Brauereien – der Bodensee und die Alpenstraße, die Christkindlmärkte, Regensburg und mehr hervorgehoben. Fazit: Wer gerne reist, für den ist „1000 Places to See before You Die“ eine bemerkenswerte Reiseführer-Lektüre, um neue Reiseziele zu entdecken. Aber auch für alle, die sich „nur“ für die schönsten Flecken der Erde begeistern können, ist dieses Buch eine spannende und empfehlenswerte Lektüre. Wem das zugegebenermaßen mit 1.200 Seiten sehr umfangreiche Taschenbuch zu schwer ist, der kann sich über den im Buch befindlichen Code das entsprechende E-Book downloaden.  BUCHINFORMATIONEN: Patricia Schultz: 1000 Places To See Before You Die - Die neue Lebensliste für den Weltreisenden, komplette Neuausgabe in Farbe; Verlag h. f. ullmann publishing GmbH; ISBN:978-3-8480-1000-4; 14,99 Euro; 1200 Seiten IMMER MEHR AZUBIS SAMMELN AUSLANDSERFAHRUNG Rund 18.000 Azubis haben 2014 einen Auslandsaufent- halt über das europäische Bildungsprogramm Erasmus+ absolviert. Dies sind 2.000 beziehungsweise 12,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Das teilt das Bundesbildungsministerium mit. Spitzenreiter unter den Bundesländern ist Nordrhein- Westfalen mit knapp 4.300 Stipendiaten, gefolgt von Bay- ern mit rund 2.800 bewillig- ten Stipendien. Damit setzt sich der starke Anstieg der Auslandsaufenthalte in der Berufsbildung auch im Jahr 2014 fort. Die beliebtesten Zielländer bei den deutschen Azubis waren 2014 Großbritannien mit rund 7.200 Teilnehmerinnen und Teilnehmern, gefolgt von Spanien (ca. 1.700), Frankreich (990) und Irland (970). Die Höhe des Zuschusses für die Aus- landsaufenthalte orientiert sich an den Fahrtkosten und tat- sächlichen Lebenshaltungskosten im Gastland. Für die Be- triebe werden zudem die Vorbereitung der Teilnehmenden und die Organisation des Auslandseinsatzes übernommen. Mit diesem Angebot ist es ge- lungen, das Interesse bei Aus- zubildenden und Betrieben für eine Auslandsstation deutlich zu steigern, und dies bereits im ersten Jahr der Einführung von Erasmus+. Im vergangenen Jahr ist auch die Zahl der Ausbilder und Be- rufsschullehrer gestiegen, die mit Erasmus+ mobil waren – auf fast 4.000. Diese Zahl um- fasst auch Begleitpersonen. Insgesamt wurden damit in Deutschland rund 22.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer in der beruflichen Bildung durch Erasmus+ gefördert. © Jörg Lantelme - Fotolia.com
  19. 19. Menschen, die pro Woche mehr als 48 Stunden arbeiten, trinken nicht nur mehr, sondern sind auch eher gefährdet, ein risikoreiches Trinkverhal- ten zu entwickeln. Zu diesem Schluss kommen Experten des Finnish Institute of Occupational Health http://www.ttl. fi/en. Die Analyse von 61 Studien aus 14 Ländern wie den USA, Großbritan- nien, Australien und Deutschland hat gezeigt, dass länger arbeitende Perso- nen über ein um elf Prozent erhöhtes Risiko verfügen, zu starken Trinkern zu werden. Nach der Analyse von Kohortenstu- dien, die die gleichen Menschen über einen langen Zeitraum be- gleiten, nehmen Menschen, die 49 bis 54 Stunden pro Woche arbeiten, um 13 Prozent eher ein risikoreiches Trinkverhalten an. Das tritt ein, wenn Frauen 14 alkoholische Getränke pro Woche konsumieren. Bei Männern liegt dieser Wert bei 21 Ge- tränken. Laut Studienleiterin Marianna Virtanen lieferten bereits frühere Studien Hin- weise darauf, dass lange Arbeitszeiten mit einem ungesunden Lebensstil, wenig körperlicher Bewegung und mehr Alkohol in Zusammenhang ste- hen könnten. Diese Erhebungen wur- den laut der Fachfrau jedoch nie in ihrer Gesamtheit untersucht oder mit unveröffentlichten Daten in Zusam- menhang gebracht. Für die aktuelle Untersuchung wurden insgesamt die Daten von mehr als 330.000 Personen analysiert. Es zeigte sich, dass längere Arbeitswochen mit mehr Alkoholkonsum in Verbindung stehen. Weder das Geschlecht, Her- kunftsland oder die soziale Gruppe spielen dabei eine Rolle. Diese Studie unterstützt die Empfehlungen der Eu- ropean Union Working Time Directive http://bit.ly/1wQ0Yxo. Gemäß dieser Richtlinie haben Arbeit- nehmer in der EU das Recht, nicht mehr als 48 Stunden pro Woche zu ar- beiten. Viele Arbeitnehmer verbringen trotzdem mehr als 50 Stunden am Ar- beitsplatz. Gründe dafür sind der Wunsch nach einer rascheren Beförde- rung oder die Verbesserung des Ein- kommens durch das Sammeln von Überstunden. Virtanen zufolge bietet der Alkohol in vielen Fällen eine Möglichkeit, sich zu entspannen. "Menschen mit zu langen Arbeitszeiten müssen mit ungesunden Angewohnheiten wie dem Trinken von Alkohol zurechtkommen. Die Symp- tome, die so bekämpft werden, sind oft Stress, Depressionen und Schlafstö- rungen." Die Ergebnisse wurden im Fachmagazin "BMJ" http://bmj.com veröffentlicht. Quelle: www.pressetext.com 19 GESUNDHEIT ÜBERSTUNDEN MACHEN ARBEITNEHMER WELTWEIT ZU TRINKERN Ein Team von Wissenschaftlern unter Federführung des Robert Koch-Instituts hat die Wildtier-Quelle des Ebola-Fieberausbruchs in West- afrika eingegrenzt und bisherige Ver- mutungen zum Reservoir des Virus in Wildtieren bestätigt. Das Team war im April 2014 in Guinea, um zu untersu- chen, ob im Rahmen des aktuellen Ausbruchgeschehens auch Wildtiere von Ebola betroffen sind. Frühere Krankheitsausbrüche bei Menschen waren mit erheblichen Todesfällen unter Wildtieren in Verbindung ge- bracht worden – vor allem Menschen- affen und kleine, im Wald lebende Antilopen (Ducker). Bei der Verarbei- tung des Fleischs tot aufgefundener Tiere kann das Virus auf den Menschen überspringen. In Guinea fanden die Forscher keine Hinweise auf eine er- höhte Sterblichkeit unter Wildtieren, die Populationen scheinen sich nicht verändert zu haben. Das Team untersuchte auch die Umge- bung des Indexpatienten, mit dem der Ausbruch begonnen hatte – ein zwei- jähriger Junge in der Ortschaft Melian- dou in Guinea. Die Umgebung dieser Ortschaft ist stark durch den Menschen geprägt, es gibt dort keinen tropischen Urwald wie bei den Orten in Zentral- afrika, wo frühere Ebola-Fieberausbrü- che begonnen hatten. Bisher ist das Reservoir des Ebola-Virus nicht eindeu- tig geklärt. Flughunde (die wahrschein- lich selbst nicht an Ebola-Fieber erkranken) werden seit einiger Zeit als Tier-Reservoir angesehen. Die Wissen- schaftler fanden fünfzig Meter vom Wohnort des Jungen entfernt einen einzelnen hohlen Baum, in dem die Kinder vor Ort oft gespielt haben. Obwohl der Baum kurz vor dem Ein- treffen der Wissenschaftler gebrannt hatte, konnte das Team die Erbsub- stanz der Flughunde-Art nachweisen, die vor dem Brand auf dem Baum gelebt hatte. Gefunden wurde die Erb- substanz in Boden und Asche- proben. Es handelte sich um Mops con- dylurus, eine Art (Spezies), die schon bei früheren Ebola-Ausbrüchen als mögliches Reservoir diskutiert worden ist und von der bekannt ist, dass sie Ebola-Virusinfektionen überlebt und in der Antikörper gegen Ebola-Viren ge- funden worden waren. EBOLA-QUELLE IN WESTAFRIKA GEFUNDEN © Gresei - Fotolia.com © sakkmesterke - Fotolia.com
  20. 20. 20 WELTWEIT Nun scheint es wahr zu werden: In Kambodscha sollen ab Februar dieses Jahres neue Verkehrsgesetze in Kraft treten. Denn der kambodschanische König Norodom Siha- moni hat als letzten notwendigen Schritt am 9. Januar die neuen wesentlich strengeren Gesetze abgezeichnet. Die Ge- setzesentwürfe dafür wurden Ende letzten Jahres nach nur kurzer Debatte von der Nationalversammlung abgesegnet und passierten dann den Senat noch vor dem Jahreswechsel. Neben anderen Änderungen schreiben die neuen Verkehrs- gesetze zum Beispiel vor, dass Personen ab 3 Jahre, wenn sie auf einem Motorrad mitgenommen werden, nun einen Helm tragen müssen. Weiterhin schränken die neuen Gesetze auch die Anzahl der Personen, die auf einem Motorrad fah- ren dürfen, auf zwei Erwachsene und ein Kind ein. Was je- doch für viele in Kambodscha lebende Ausländer interessan- ter sein dürfte, ist der Umstand, das Fahren unter Alkohol- einfluss zukünftig eine Geldstrafe, bis zu 1.000 Dollar nach sich ziehen kann. In Phnom Penh sollten die neuen Verkehrsgesetze neun Tage nachdem der König sie unterzeichnet hat, in Kraft treten, also ab dem 18. Januar 2015 und nach 20 Tagen dann im Rest des Landes. Diese beiden Termine wurden nun jedoch auf Anfang Februar verschoben. Im Durchschnitt verlieren in Kambodscha sechs Menschen am Tag ihr Leben im Straßen- verkehr. Die Neuanmeldungen von Fahrzeugen stiegen 2014 gegenüber 2013 um 14 Prozent, was etwa 320.000 neue Motorräder, Pkws und Lkws auf den Straßen ausmachte. Ursprüngliche Quelle des Artikels: The Phnom Penh Post NEUES VERKEHRSRECHT IN KAMBODSCHA © Steve Mann - Fotolia.com AUTOR Don Kong ist ein deutscher Auswanderer, der in Kambodscha lebt und einen eige- nen Blog über sein Leben in diesem Land betreibt. © B. Wylezich - Fotolia.com KURIOSESTEN VERKEHRSERFAHRUNGEN WELTWEIT Wer seinen Urlaub in einem fremden Land verbringt, sollte sich vorab über die Verkehrsregeln und an- dere Stolpersteine im gewählten Urlaubsziel informieren. Während die Regelungen in Deutschland größtenteils sinnvoll sind, geht es in anderen Ländern oft sehr chao- tisch zu. In Kooperation mit 17 Reisebloggern hat das Portal toptarif.de deshalb eine Grafik erstellt, die die „ku- riosesten Verkehrserfahrungen weltweit“ thematisiert, damit sich Urlauber über Verkehrsregeln und Eigenarten der verschiedensten Urlaubsländer informieren können. Um die Erfahrungsberichte zu lesen, klicken Sie bitte auf die Karte rechts.. © Steve Mann - Fotolia.com toptarif.de
  21. 21. 21 WELTWEIT Die Zentralregierung Indiens sorgt derzeit mit einem am- bitionierten Vorhaben zur Ankurbelung der eigenen Tourismuswirtschaft für heftiges Kopfschütteln bei Opposi- tion und Regierungskritikern. Geht es nach den Plänen der obersten Politiker des Landes soll sich nämlich das soge- nannte “Kala Ghoda”-Viertel in Mumbai, einer der ältesten und traditionsreichsten Orte der Millionenmetropole, schon bald in ein modernes Geschäfts- und Einkaufsparadies nach Vorbild des New Yorker Times Squares verwandeln. Denk- malschützer wollen nun mit aller Macht verhindern, dass hi- storische Bauten einer riesigen Videoleinwand weichen sollen. “Wir werden ein gewaltiges Volksfest veranstalten, mit Jon- gleuren und allem, was dazugehört. Es wird sehr geschäftig zugehen”, zitiert die “New York Times” aus einer Stellung- nahme von Valsa Nair Singh, Managing Director der Maha- rashtra Tourism Development Corporation http://www.maharashtratourism.gov.in. Aus Sicht der staats- nahen Behörde, die direkt dem Tourismusministerium unter- steht, gehen die aktuellen Pläne der Regierung “wirtschaftlich gesehen genau in die richtige Richtung”. Die Einnahmen aus dem Tourismussektor seien nämlich ein zu- nehmend wichtiger Antriebsmotor für die indische Wirt- schaft. “Wenn wir die Geschäftsreisenden in Mumbai dazu bringen könnten, nur eine Nacht länger zu bleiben, wäre das ein wichtiger Zugewinn”, so Singh. Ganz anders sieht das allerdings die lokale Bevölkerung der betroffenen Region. Sie hat nach Bekanntwerden der Regie- rungspläne sofort zu umfassenden Protesten aufgerufen und will ihre Umsetzung nun mit allen Mitteln verhindern. Als konkrete Gründe für die Ablehnung werden unter anderem die durch den Umbau zu befürchtende Lärm- und Staubbela- stung sowie der sich abzeichnende Mangel an verfügbaren Parkplätzen genannt. Unterstützung bekommen die Anrainer aber auch aus den Reihen der nationalen Denkmalschützer. “Diese Pläne sind womöglich sogar illegal, weil sie die strikten Baurichtlinien Indiens für historische Gebiete verletzen”, kritisiert etwa Maneck Davar, Ehrenvorsitzender der Kala Ghoda Associa- tion http://kalaghodaassociation.com, einer Non-Profit-Orga- nisation, die sich dem Schutz von Kulturgütern verschrieben hat. Prinzipiell sei es zwar positiv zu werten, dass die Regie- rung das Viertel aufpolieren wolle. “Das Modell des Times Square ist aber ein Reinfall und passt hier absolut nicht her”, so sein vernichtendes Urteil. Dass die indische Regierung ausgerechnet den Tourismussek- tor auserkoren hat, um zusätzliches Geld in die eigenen Staatskassen zu spülen, kommt natürlich nicht von ungefähr. Gerade Mumbai – bis 1996 offiziell “Bombay” genannt – ist als Hauptstadt des Bundesstaates Maharashtra nicht nur ein zentraler Handelsknotenpunkt, sondern auch das kulturelle und wirtschaftliche Zentrum des Landes. Alleine im vergan- genen Jahr haben mehr als vier Mio. ausländische Touristen die Hafenstadt besucht, das ist die höchste Besucherzahl in ganz Indien. Quelle: pressetext.com INDIENS REGIERUNG PLANT TIMES SQUARE IN MUMBAI © Akhilesh Sharma - Fotolia.com © amorfati.art - Fotolia.com
  22. 22. In Österreich ist aktuell eine heftige De- batte um ein absolutes Rauchverbot ent- flammt. Gefordert hat dies unter anderem Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner. Auch Außenminister Sebastian Kurz und Na- tionalratspräsidentin Doris Bures setzen sich nun für strengere Richtlinien ein. Anlass für die Debatte ist der Lungenkrebstod des be- kannten Journalisten und Kettenrauchers Kurt Kuch, der mit nur 42 Jahren verstarb. Erst Ende 2014 war eine bundesweite Kam- pagne „don’t smoke“ zum Nichtraucher- schutz gestartet. Initiator der bereits mehr als 10.000 Unterstützer zählenden Kampa- gne ist der Universitätsprofessor Dr. Hellmut Samonigg, der auch Präsident der Öster- reichischen Gesellschaft für Hämatologie & Medizinische Onkolo- gie (OeGHO) ist. Studien zufolge ver- sterben jährlich mehr als 14.000 Österreicher an den Folgen des Nikotin- konsums. Vom absoluten Rauchver- bot betroffen sein werden vor allem Betriebe der Gastrono- mie. Gefordert werden nämlich rauchfreie Restaurants und Bars bis spätestens 2018. Erst vor ein paar Jahren hatten etliche Gast- wirte hohe Geldsummen in getrennte Rau- cher- und Nichtraucherräume investiert. Österreich ist mit seinen Plänen zum strikten Rauchverbot bei Weitem nicht allein: Auch in Deutschland darf in zahlreichen Bundes- ländern grundsätzlich nicht mehr in gastro- nomischen Betrieben geraucht werden. 2014 verstärkte zudem Luxemburg das Rauchverbot. Einige Länder gehen sogar noch sehr viel weiter als Deutschland, Österreich oder Lu- xemburg. So verbieten Brasilien und die Nie- derlande jegliche Werbung für Tabakerzeug- nisse in TV und Radio. In Costa Rica und Hong Kong ist das Rauchen auch in öffentli- chen Parks und an vielen Stränden verboten. Zahlreiche Länder haben überdies Rauchver- bote an Orten im Freien verhängt, wenn diese etwa zur Behandlung von Kranken oder zur Versorgung von Kindern gedacht sind. Der E-Zigaretten-Hersteller mr-smoke hat einen umfangreichen Artikel über Raucher- gesetze weltweit veröffentlicht und eine sehr informative Liste der Länder mit Rauch- verbot zusammengestellt, die kostenfrei run- tergeladen werden kann. Vor allem Auslandsreisende sollten sich vorab über die weltweiten Restriktionen und vor allem über die monetären Kon- sequenzen bei Zuwider- handlungen informieren. Viele Län- der haben nämlich empfindliche Strafen eingeführt und verbie- ten teilweise sogar den Genuss elektronischer Zi- garetten. Das Unternehmen mr-smoke gehört zu einigen aufstrebenden Fir- men, die Alternativen zum schädlichen Ta- bakkonsum anbieten. Und das Angebot wird von vielen Rauchern angenommen. Umfragen zufolge stiegen schon mehr als eine Million deutsche Raucher auf das elek- tronische Substitut um. So konnten allein in Deutschland viele Anbieter ihren Umsatz in den vergangenen Jahren verdoppeln. Im November 2014 erteilte Bundesverwal- tungsgericht (Az.: BVerwG 3 C 25.13) eini- gen klagenden Behörden eine Absage, die den Absatz von E-Zigaretten sowie deren Genuss in Gaststätten einschränken wollten. Damit steigt auch die Akzeptanz für den Glimmstengel-Ersatz. 22 IMPRESSUM HERAUSGEBER: Bund der Auslands- Erwerbstätigen (BDAE) e.V. Kühnehöfe 3 22761 Hamburg Tel. +49-40-306874-0 WWW.BDAE.COM REDAKTION: Anne-Katrin Schulz (verantwortlich) akschulz@bdae.com Sanja Zivkovic LAYOUT: Esther Rudat LEKTORAT: Andrea Kraus COPYRIGHT: Die Beiträge im BDAE- Newsletter sind urheber- rechtlich geschützt und dürfen nicht ohne schrift- liche Genehmigung durch den Herausgeber repro- duziert werden. Die Beiträge des BDAE- Newsletters spiegeln die Meinung der Redaktion und nicht unbedingt die des BDAE wider. WELTWEIT AUCH AUF FOLGEN SIE UNS RAUCHVERBOT: ÖSTERREICH WILL NACHZIEHEN © phecsone - Fotolia.com

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