Lesen im 21. Jahrhundert       Gabriele Fahrenkrog            Hamburg
Was ist Lesen ? - 1In unserer Gesellschaft scheint das Lesen soselbstverständlich zu sein, dass kaum einer dieseFrage stel...
Was ist Lesen ? - 2Lesen um zu lernen, um Wissen und Erkenntniszu erlangen, muss ein tiefes Lesen sein, daansonsten wichti...
Was ist Lesen ? - 3Zum tiefen Lesen gehören häufig Denkpausen,Annotationen, Unterstreichungen undHervorhebungen im Text. D...
Was ist Lesen ? - 4Lesen ist von der Natur nicht vorgesehen,sondern von Menschen als Kulturtechnik erfundenworden.Damit da...
Was ist Lesen ? - 5 „Wer liest, missbraucht (…) seinen Wahrnehmungsapparatfür eine nicht artgerechte Tätigkeit.“ (Manfred ...
Was ist Lesen ? - 6Es steht nicht eine unendliche Anzahl anNeuronen zur Verfügung, Die vorhandenenmüssen sich durch Lesenl...
Was ist Lesen ? - 7          The Medium is the Message!Einiges spricht dafür, dass sich beim Bespielender Neuronen durch d...
Ein wenig Statistik - 1Die Zahl der Vielleser (> 50 Bücher im Jahr) liegt 2008bei 9%.Die Zahl der Nichtleser nimmt im Zeit...
Ein wenig Statistik - 27,5 Mio, bzw. kumuliert 14% der erwerbsfähigenMenschen in Deutschland gelten als FunktionaleAnalpha...
Zusammenfassung - 1   „Was könnten wir nicht alles, wenn wir nur nicht lesen             müssten.“ (Ernst Pöppel, 2009)Das...
Zusammenfassung - 2Es wird, insbesondere von Jüngeren, zunehmendselektiv und fragmentiert gelesen.Von einem großen Teil de...
AusblickEs ist zu erwarten, dass für dieInformationsbeschaffung zunehmend Mediengenutzt werden, deren Nutzung einen gering...
Vielen Dank für die Aufmerksamkeit!               Gabriele Fahrenkrog         gabriele.fahrenkrog@gmail.com
Literatur Dehaene, Stanislas: Lesen – Die größte Erfindung der Menschheit und was dabei in unserenKöpfen passiert, 2010Uhl...
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Gabriele Fahrenkrog: "Lesen" im 21. Jahrhundert

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Vortrag auf dem Bibliothekartag 2012 in Hamburg im Raum der Zukunftswerkstatt.

Veröffentlicht in: Bildung
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Gabriele Fahrenkrog: "Lesen" im 21. Jahrhundert

  1. 1. Lesen im 21. Jahrhundert Gabriele Fahrenkrog Hamburg
  2. 2. Was ist Lesen ? - 1In unserer Gesellschaft scheint das Lesen soselbstverständlich zu sein, dass kaum einer dieseFrage stellt.a) Lesen als Kulturtechnik, die tiefes Lesenvoraussetzt, um zu Wissen und Erkenntnis zugelangenb) Lesen zur Informationsverarbeitung und zurschnellen Aufnahme von Informationen
  3. 3. Was ist Lesen ? - 2Lesen um zu lernen, um Wissen und Erkenntniszu erlangen, muss ein tiefes Lesen sein, daansonsten wichtige Informationen und Inhaltenicht vermittelt werden können.Beim Lesen zur reinen Informationsaufnahmereicht u.U. ein flüchtiges Überfliegen des Textes,um wesentliche Informationen zu erhalten.
  4. 4. Was ist Lesen ? - 3Zum tiefen Lesen gehören häufig Denkpausen,Annotationen, Unterstreichungen undHervorhebungen im Text. Durch diese Tätigkeitenwird das aufgenommene Wissen vertieft und ggf.in neue Zusammenhänge gestellt.Das oberflächliche Lesen kommt ohne dieseTätigkeiten aus, da meist die aufgenommenenInformationen nicht dazu gedacht sind, langfristigbehalten oder tiefer verarbeitet zu werden.
  5. 5. Was ist Lesen ? - 4Lesen ist von der Natur nicht vorgesehen,sondern von Menschen als Kulturtechnik erfundenworden.Damit das Lesen gut erlernt und nicht wiederverlernt wird, muss es ein Leben lang trainiertwerden.
  6. 6. Was ist Lesen ? - 5 „Wer liest, missbraucht (…) seinen Wahrnehmungsapparatfür eine nicht artgerechte Tätigkeit.“ (Manfred Spitzer, 2006)Wenn wir Lesenlernen und damit Hirnschaltkreisebesetzen, könnten wir bestimmte aus derEvolution ererbte Fähigkeiten dafür verlieren. Eskönnen andere kognitive Funktionen dadurchnegativ beeinflusst werden.
  7. 7. Was ist Lesen ? - 6Es steht nicht eine unendliche Anzahl anNeuronen zur Verfügung, Die vorhandenenmüssen sich durch Lesenlernen und durch Übungzu Netzwerken organisieren.Diese Netzwerke sind angreifbar, da sie von Naturaus darauf ausgerichtet sind, sich für eine Vielzahlvon Anforderungen umorganisieren zu können. Und das tun sie auch!
  8. 8. Was ist Lesen ? - 7 The Medium is the Message!Einiges spricht dafür, dass sich beim Bespielender Neuronen durch die intensive Nutzunganderer Medien, diese umorganisieren.Das Gehirn entwickelt sich von einem “lesendenGehirn” zu einem “digitalen Gehirn”.
  9. 9. Ein wenig Statistik - 1Die Zahl der Vielleser (> 50 Bücher im Jahr) liegt 2008bei 9%.Die Zahl der Nichtleser nimmt im Zeitraum 2000 – 2008um 5% auf 25% zu.Je jünger die Befragten, desto häufiger wirdhäppchenweise und insgesamt selektiver gelesen.Mehr als die Hälfte der Deutschen liest wenig (16%),selten (16%) oder nie (25%) Bücher. Lesestudie der Stiftung Lesen (1992 – 2008)
  10. 10. Ein wenig Statistik - 27,5 Mio, bzw. kumuliert 14% der erwerbsfähigenMenschen in Deutschland gelten als FunktionaleAnalphabeten (=Lesen auf den unterenKompetenzniveaus).Rund 31% der untersuchten Personen verfügenüber eine mittlere (18,9%) oder eine höhere(12,3%) Bildung. leo-Studie, Uni-Hamburg, 2010
  11. 11. Zusammenfassung - 1 „Was könnten wir nicht alles, wenn wir nur nicht lesen müssten.“ (Ernst Pöppel, 2009)Das menschliche Gehirn ist nicht für das Lesenvorgesehen.Es bedarf einiger Mühe, das Lesen zu erlernenund eines ausdauernden Trainings, damit einehöhere Lesekompetenzstufe erreicht werdenkann.
  12. 12. Zusammenfassung - 2Es wird, insbesondere von Jüngeren, zunehmendselektiv und fragmentiert gelesen.Von einem großen Teil der Bevölkerung wird dasLesen regelrecht vermieden.Mittlere oder höhere Bildung ist keine Garantie füreine ausreichende Lesekompetenz.
  13. 13. AusblickEs ist zu erwarten, dass für dieInformationsbeschaffung zunehmend Mediengenutzt werden, deren Nutzung einen geringerenkognitiven Aufwand bedeuten. Haben wir das verstanden?Es sind andere und neue Kompetenzenerforderlich, damit durch Informationsaufnahmeüber neue Medien Wissen generiert werden kann. Sind wir darauf eingestellt?
  14. 14. Vielen Dank für die Aufmerksamkeit! Gabriele Fahrenkrog gabriele.fahrenkrog@gmail.com
  15. 15. Literatur Dehaene, Stanislas: Lesen – Die größte Erfindung der Menschheit und was dabei in unserenKöpfen passiert, 2010Uhl, Matthias: Medien-Gehirn-Evolution; Eine transdisziplinäre Medienanthropologie, 2009Pöppel, Ernst: Was geschieht beim Lesen? In: ApuZ, 43-43, 2009Lesen in Deutschland 2008 – Eine Studie der Stiftung Lesen, 2009leo-Studie: http://blogs.epb.uni-hamburg.de/leo/Spitzer, Manfred: Lernen: Gehirnforschung und die Schule des Lebens, 2006 Wolf, Maryanne: Das lesende Gehirn: Wie der Mensch zum Lesen kam und was es in unserenKöpfen bewirkt, 2009

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