Gerechtigkeit

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Gerechtigkeit

  1. 1. Was ist Gerechtigkeit?
  2. 2. Intro und Beispiel Gerechtigkeit ist immer auch eine Frage der Ansicht. Unterschiedliche Sichtweisen führen zu unterschiedlichen Beurteilungen. Ein kleines Beispiel soll das verdeutlichen. Beispiel: Einkommensteuer 2 Männer, beide gleich alt und ledig, beide schuldenfrei und gesund. Der eine ist Hilfsarbeiter mit einem Monatsgehalt von 2000 € Brutto, der Andere ein Studierter mit 5000 € Brutto. Beide sind fest angestellt. Beide wohnen in der selben Gegend und führen einen vergleichbaren Lebenswandel. Vater Staat braucht von beiden zusammen 3000 € Steuereinnahmen monatlich. Wie können diese gerecht auf beide verteilt werden? Folie 2
  3. 3. Vorschlag 1: gleiche Bedürfnisse Der Hilfsarbeiter könnte denken: „Der Studierte und ich sind in vergleichbaren Lebensumständen, wir haben also auch vergleichbare Bedürfnisse. Um diese vergleichbar befriedigen zu können, wäre es doch nur gerecht, wenn wir beide netto das gleiche Geld zur Verfügung hätten.“ Dies führt zu folgender Rechnung: Gesamt-Einkommen beider: 7000 € Bedarf Vater Staat: 3000 € Verbleibt netto für Beide: 4000 € Geteilt durch 2: 2000 € Das heisst auf deutsch: der Studierte bezahlt alle Steuern, der Hilfsarbeiter zahlt gar nichts, so dass beide gleichviel Netto haben. Die Abgabenlast ist allerdings etwas einseitig verteilt. Gerecht??? Folie 3
  4. 4. Vorschlag 2: Gleiche Belastung Der Studierte könnte denken: „Wir haben beide die gleichen Leistungen von Vater Staat zu erwarten. Wir fahren auf den gleichen kaputten Strassen, unsere Polizei ist nur da, wenn man sie nicht braucht, unser beider Renten sind fraglich (je nach Alter ☺). Für diese gleichen Leistungen sollten wir also auch gleich viel aufbringen. Beim Bäcker zahle ich auch nicht mehr für ein Brot als der Hilfsarbeiter.“ Dies führt zu folgender Rechnung: Bedarf Vater Staat: 3000 € Geteilt durch 2: 1500 € Verbleibt für den Hilfsarbeiter: 500 € Verbleibt für den Studierten: 3500 € Das heisst auf deutsch: beide bezahlen die gleiche Summe an Steuern, da sie auch die gleichen Leistungen erhalten. Was dem Einzelnen übrigbleibt, ist allerdings etwas unterschiedlich. Gerecht??? Folie 4
  5. 5. Vorschlag 3: gleiche Verhältnisse Ein neutraler Beobachter an der Theke kriegt die Diskussion mit und sagt: „Trefft Euch in der Mitte: Jeder sollte nach seinen Möglichkeiten seinen Beitrag zum Allgemeinwohl tragen. Wer mehr kann, soll auch mehr:“ Dies führt zu folgender Rechnung: Gesamt-Einkommen beider: 7000 € Bedarf Vater Staat: 3000 € Es bleibt dem Hilfsarbeiter: 1143 € Es bleibt dem Studierten: 2857 € Nun könnte man meinen, alle wären zufrieden. Gleiche anteilige Belastung ist irgendwo in der Mitte zwischen zwei Extremen. Dennoch hat der Studierte sehr viel mehr zur Verfügung als der Hilfsarbeiter, trotz gleicher Bedürfnisse. Aber der Studierte zahlt auch mehr, trotz gleicher Leistungen, die er erhält. Gerecht??? Folie 5
  6. 6. Die Realität im deutschen Steuerrecht Das deutsche Steuerrecht ist eine Kombination aus den Vorschlägen 1 und 3, mit Verschiebung zugunsten Vorschlag 1. Aus Vorschlag 1 wird übernommen, dass unter gleichen Lebensumständen (in Wirklichkeit sogar unabhängig von den Lebensumständen) auch gleiche Bedürfnisse herrschen. Hieraus resultiert der Steuerfreibetrag, der für alle gleich ist und sicherstellt, dass bei entsprechendem Brutto-Einkommen ein gewisses Mindest-Netto übrigbleibt. Aus Vorschlag 3 wird übernommen, dass jeder entsprechend seinen Möglichkeiten einen Beitrag für die Allgemeinheit leistet. Hieraus resultiert die Einkommensteuer. Allerdings wird nicht davon ausgegangen, dass vom verbleibenden („zu versteuernden“) Einkommen prozentual gleich abgezogen wird. Hier schlägt wieder Vorschlag 1 zu: je höher das Einkommen, desto höher der prozentuale Anteil der Steuerlast, also eine Bewegung in Richtung dahin, dass beiden netto vergleichbares Geld verbleibt. Gerecht??? Folie 6

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