Barrierefreiheit 2010

473 Aufrufe

Veröffentlicht am

Vortrag zum Thema Barrierefreiheit - Stand der Umsetzung im Jahr 2010

Veröffentlicht in: Technologie
0 Kommentare
0 Gefällt mir
Statistik
Notizen
  • Als Erste(r) kommentieren

  • Gehören Sie zu den Ersten, denen das gefällt!

Keine Downloads
Aufrufe
Aufrufe insgesamt
473
Auf SlideShare
0
Aus Einbettungen
0
Anzahl an Einbettungen
1
Aktionen
Geteilt
0
Downloads
3
Kommentare
0
Gefällt mir
0
Einbettungen 0
Keine Einbettungen

Keine Notizen für die Folie
  • Eugène Ferdinand Victor Delacroix (1798)–1863)) : La liberté guidant le peuple
    , Deutsch: Die Freiheit führt das Volk.
  • Webseite bei ausgeschaltetem JavaScript. Sanduhr wird vom JS weggemacht. Ist aber ansonsten da… Das Gegenteil von unobstruives JS
  • * Ok, und was bedeutet dies ganze nun für Entwickler?
  • Barrierefreiheit 2010

    1. 1. Barrierefreiheit 2010 Wolfgang Wiese Erlangen.PM 22. März 2010
    2. 2. Versuch einer Begriffsdefinition: Barrierefreiheit »Barrierefrei sind [...] technische Gebrauchsgegenstände, Systeme der Informationsverarbeitung, akustische und visuelle Informationsquellen und Kommunikationseinrichtungen [...], wenn sie für behinderte Menschen in der allgemein üblichen Weise, ohne besondere Erschwernis und grundsätzlich ohne fremde Hilfe zugänglich und nutzbar sind.« (§4 BGG, näheres dazu bei www.behindertenbeauftragte.de)
    3. 3. »Barrierefrei sind [...] technische Gebrauchsgegenstände, Systeme der Informationsverarbeitung, akustische und visuelle Informationsquellen und Kommunikationseinrichtungen [...], wenn sie für behinderte Menschen in der allgemein üblichen Weise, ohne besondere Erschwernis und grundsätzlich ohne fremde Hilfe zugänglich und nutzbar sind.« (§4 BGG, näheres dazu bei www.behindertenbeauftragte.de)
    4. 4. »Barrierefrei sind [...] technische Gebrauchsgegenstände, Systeme der Informationsverarbeitung, akustische und visuelle Informationsquellen und Kommunikationseinrichtungen [...], wenn sie für behinderte Menschen in der allgemein üblichen Weise, ohne besondere Erschwernis und grundsätzlich ohne fremde Hilfe zugänglich und nutzbar sind.« (§4 BGG, näheres dazu bei www.behindertenbeauftragte.de)
    5. 5. »Barrierefrei sind [...] technische Gebrauchsgegenstände, Systeme der Informationsverarbeitung, akustische und visuelle Informationsquellen und Kommunikationseinrichtungen [...], wenn sie für behinderte Menschen in der allgemein üblichen Weise, ohne besondere Erschwernis und grundsätzlich ohne fremde Hilfe zugänglich und nutzbar sind.« (§4 BGG, näheres dazu bei www.behindertenbeauftragte.de)
    6. 6. »Barrierefrei sind [...] technische Gebrauchsgegenstände, Systeme der Informationsverarbeitung, akustische und visuelle Informationsquellen und Kommunikationseinrichtungen [...], wenn sie für behinderte Menschen in der allgemein üblichen Weise, ohne besondere Erschwernis und grundsätzlich ohne fremde Hilfe zugänglich und nutzbar sind.« (§4 BGG, näheres dazu bei www.behindertenbeauftragte.de)
    7. 7. Barrierefrei = Behindertengerecht? Foto: Kai Herrner http://www.flickr.com/photos/webseeings/23930157
    8. 8. Versuch einer Begriffsdefinition: Barrierefreiheit „Barrierefreies Webdesign zielt darauf ab, Inhalte und Interaktionen im Netz für (möglichst) alle Nutzergruppen und Endgeräte zugänglich zu machen“ Charlier/Radtke, Buch „Barrierefreies Webdesign“Charlier/Radtke, Buch „Barrierefreies Webdesign“
    9. 9. Jeder, unabhängig von der jeweiligen Auffassungsgabe,
    10. 10. Jeder, unabhängig von der jeweiligen Auffassungsgabe, unabhängig von der jeweiligen Methodik,
    11. 11. Jeder, unabhängig von der jeweiligen Auffassungsgabe, unabhängig von der jeweiligen Methodik, unabhängig vom Gerät,
    12. 12. Jeder, unabhängig von der jeweiligen Auffassungsgabe, unabhängig von der jeweiligen Methodik, unabhängig vom Gerät, unabhängig vom Betriebssystem,
    13. 13. Jeder, unabhängig von der jeweiligen Auffassungsgabe, unabhängig von der jeweiligen Methodik, unabhängig vom Gerät, unabhängig vom Betriebssystem, unabhängig von der Software,
    14. 14. Jeder, unabhängig von der jeweiligen Auffassungsgabe, unabhängig von der jeweiligen Methodik, unabhängig vom Gerät, unabhängig vom Betriebssystem, unabhängig von der Software, bekommt beim Zugriff auf • dieselbe Seite
    15. 15. Jeder, unabhängig von der jeweiligen Auffassungsgabe, unabhängig von der jeweiligen Methodik, unabhängig vom Gerät, unabhängig vom Betriebssystem, unabhängig von der Software, bekommt beim Zugriff auf • dieselbe Seite • dieselben Inhalte.
    16. 16. BarriereBarrierefreiheitfreiheit Jeder hat die Freiheit selbst zu entscheiden,Jeder hat die Freiheit selbst zu entscheiden, mit welchem Gerät, welcher Software undmit welchem Gerät, welcher Software und welchem Leseverhalten er, sie oder eswelchem Leseverhalten er, sie oder es unterwegs ist.unterwegs ist.
    17. 17. „Woran erkennt man barrierefreie Internetdienste?“ „Gar nicht, das ist ja das schöne!“ (Projektleiter für das Onlineportal Polizei NRW, BIENE-Gewinner 2003)
    18. 18. … und Heute?
    19. 19. … und Heute? Webauftritte, die barrierefrei sind, erkennt man daran, dass sie richtig gut sind.
    20. 20. www.hauptbahnhof-wien.atwww.hauptbahnhof-wien.at
    21. 21. www.tagesschau.de
    22. 22. www.bund.de
    23. 23. www.straelen.de
    24. 24. www.bmi.bund.de
    25. 25. Behinderung ist die mangelnde Fähigkeit mit schlechtem Design umgehen zu können Tomas Caspers, WKE2006
    26. 26. www.finanzamt-pirmasens-zweibruecken.dewww.finanzamt-pirmasens-zweibruecken.de
    27. 27. www.apotheken.de
    28. 28. www.mediamarkt.de
    29. 29. www.bmw.de
    30. 30. Aber Vorsicht, das stimmt nicht ! Mythen
    31. 31. Mythos 1 Barrierefreiheit kostet mehr.
    32. 32. Stimmt. Aber billige Websites kommen viel teurer! Zeit Kosten Konzept Design und Umsetzung Schulung Betrieb Relaunch Konzept Design, Umsetzung Integration Schulung Betrieb Schulung geringer: Keine komplexen HTML- Strukturen mehr notwendig HTML + CSS HTML + CSS* Herkömmlicher Webauftritt Integrations- aufwand kommt hinzu Altes Konzept kann bleiben Nur CSS- Änderung notwendig Moderner oder Universeller Webauftritt Herkömmlicher, auf Barrierefreiheit nachgebesserter Webauftritt … und die meisten Agenturen verdienen nur in den ersten 3 Phasen.
    33. 33. Mythos 2 Barrierefreiheit ist nur was für Behinderte.
    34. 34. Stimmt. Denn wir alle können behindert sein oder werden es: Menschen mit „Behinderungen“: • Sehbehinderte • Motorisch Behinderte • Gehörlose • Lernbehinderte • „Gruppe 50+“ Menschen in be- sonderen Situationen: • Fachfremde • Handy- oder Handheld-Nutzer • Reisende mit Routenplaner • Andere Geräte mit Zugriff auf das Internet… Besondere Ausgabemedien: • Drucker • Projektoren • Suchmaschinen • Software- Agentensysteme
    35. 35. Und eine ganz stark wachsende Gruppe von „Behinderten“:
    36. 36. Und eine ganz stark wachsende Gruppe von „Behinderten“:
    37. 37. Mythos 3 Die Website sieht in jedem Browser gleich aus!
    38. 38. Falsch. Design und Inhalt sind getrennt. Gutes Design berücksichtigt das Ausgabemedium … aber sendet dieselben Inhalte von derselben Seite!
    39. 39. Mythos 4 Viel hilft viel!
    40. 40. Mythos 5 Die Webseite XYZ ist barrierefrei.
    41. 41. 100% barrierefrei geht nicht!  Webauftritte allenfalls barrierearm.  Oft mehr als eine Zielgruppe. Unterschiedlichen Zielgruppen haben unterschiedliche Bedürfnisse und Grundlagen.  Behebung einiger Barrieren, erzeugen Barrieren für andere.
    42. 42. Mythos 6 Screenreader können kein JavaScript.
    43. 43. Falsch!  Gängige Screenreader unter Windows nutzen häufig Engine des Internet Explorers (!). JavaScript wird interpretiert, aber nicht immer vollständig. Und teilweise fehlerhaft.
    44. 44. Zur Sache, Schätzchen!
    45. 45. BITV (basierende auf die WCAG 1.0) 14 Anforderungen, zurückführbar auf  Verständlichkeit  Bedienbarkeit  Technologie-Robustheit  Wahrnehmbarkeit http://www.barrierefreies-webdesign.de/bitv/anforderungen.html
    46. 46. Anforderung 1 Für jeden Audio- oder visuellen Inhalt sind geeignete äquivalente Inhalte bereitzustellen, die den gleichen Zweck oder die gleiche Funktion wie der originäre Inhalt erfüllen.
    47. 47. Anforderung 2 Texte und Graphiken müssen auch dann verständlich sein, wenn diese ohne Farbe betrachtet werden.
    48. 48. Anforderung 3 Markup-Sprachen (insbesondere HTML) und Stylesheets (CSS) sind entsprechend ihrer Spezifikationen und formalen Definitionen zu verwenden.
    49. 49. Anforderung 4 Sprachliche Besonderheiten wie Wechsel der Sprache oder Abkürzungen sind erkennbar zu machen.
    50. 50. Anforderung 5 Tabellen sind mittels der vorgesehenen Elemente der verwendeten Markup-Sprache zu beschreiben und in der Regel nur zur Darstellung tabellarischer Daten zu verwenden.
    51. 51. Anforderung 6 Internetangebote müssen auch dann nutzbar sein, wenn der verwendete Benutzeragent neuere Technologien nicht unterstützt oder diese deaktiviert sind.
    52. 52. Anforderung 7 Zeitgesteuerte Änderungen des Inhalts müssen durch die Nutzerin/den Nutzer kontrollierbar sein.
    53. 53. Anforderung 8 Die direkte Zugänglichkeit der in Internetangeboten eingebetteten Benutzerschnittstellen ist sicherzustellen.
    54. 54. Anforderung 9 Internetangebote sind so zu gestalten, dass Funktionen unabhängig vom Eingabegerät oder Ausgabegerät nutzbar sind.
    55. 55. Anforderung 10 Die Verwendbarkeit von nicht mehr dem jeweils aktuellen Stand der Technik entsprechenden assistiven Technologien und Browsern ist sicherzustellen, soweit der hiermit verbundene Aufwand nicht unverhältnismäßig ist.
    56. 56. Anforderung 11 Die zur Erstellung des Internetangebots verwendeten Technologien sollen öffentlich zugänglich und vollständig dokumentiert sein, wie z. B. die vom World Wide Web Konsortium entwickelten Technologien.
    57. 57. Anforderung 12 Der Nutzerin/dem Nutzer sind Informationen zum Kontext und zur Orientierung bereitzustellen.
    58. 58. Anforderung 13 Navigationsmechanismen sind übersichtlich und schlüssig zu gestalten.
    59. 59. Anforderung 14 Das allgemeine Verständnis der angebotenen Inhalte ist durch angemessene Maßnahmen zu fördern.
    60. 60. LOL! WTF 2do?? *
    61. 61. Das wichtigste Hilfsmittel von der Konzeption bis zum Betrieb: Dein eigenes Gehirn
    62. 62. Grundlagen zur Konzeption Trennung von Inhalt, Semantik (Struktur, HTML), Design (CSS), Verhalten (DOM)
    63. 63. Grundlagen zur Konzeption HTML Struktur CSS Präsentation DOM Verhalten
    64. 64. Semantik  Struktur einer Webseite / Gliederung von Inhalten  Klassisches Aufbau:  Kopfteil  Inhalt  Fussteil  Zum Vergleich: Print-Publikation (Brief)  Briefkopf  Text  Fussnote und/oder Fusszeile
    65. 65. Semantik Wichtig: Kein Layout im Code! use strict; für Web:  Valides HTML (gemäß W3C)
    66. 66. Kein „coding from the scratch“, sondern • Nachhaltige Konzeption („was, wenn morgen eine neue Funktion dazu kommt?“) • Nutzung standardisierter Schnittstellen
    67. 67. Und jetzt die frohe Botschaft: Es ist alles veraltet! WCAG 2.0 incoming!
    68. 68. WCAG 2.0 - Web Content Accessibility Guidlines 2.0 4 Prinzipien statt 14 Forderungen: Wahrnehmbar Bedienbar Verständlich Robust
    69. 69. WCAG 2.0 - Web Content Accessibility Guidlines 2.0 4 Prinzipien statt 14 Forderungen: Wahrnehmbar Bedienbar Verständlich Robust Informationen und Bestandteile der Benutzerschnittstelle müssen den Benutzern so präsentiert werden, dass diese sie wahrnehmen können.
    70. 70. WCAG 2.0 - Web Content Accessibility Guidlines 2.0 4 Prinzipien statt 14 Forderungen: Wahrnehmbar Bedienbar Verständlich Robust Bestandteile der Benutzerschnittstelle und Navigation müssen bedienbar sein.
    71. 71. WCAG 2.0 - Web Content Accessibility Guidlines 2.0 4 Prinzipien statt 14 Forderungen: Wahrnehmbar Bedienbar Verständlich Robust Informationen und Bedienung der Benutzerschnittstelle müssen verständlich sein.
    72. 72. WCAG 2.0 - Web Content Accessibility Guidlines 2.0 4 Prinzipien statt 14 Forderungen: Wahrnehmbar Bedienbar Verständlich Robust Inhalte müssen robust genug sein, damit sie zuverlässig von einer großen Auswahl an Benutzeragenten einschließlich assistierender Techniken interpretiert werden können.
    73. 73. WCAG 2.0 - Web Content Accessibility Guidlines 2.0 Für Entwickler: Techniques for WCAG 2.0 http://www.w3.org/TR/WCAG20-TECHS/
    74. 74. Vielen Dank Noch Fragen? Comic: www.kopozky.net
    75. 75. Quellenhinweis Dieser Vortrag enthält Teile und Zitate von Vorträgen von Tomas Caspers, Vortrag „Barrierefreiheit 2.0“, WKE06 Rainer Schlegel, Vortrag „Mythos Barrierefreiheit“, WKE06 Dieser Vortrag wurde publiziert unter der Creative Commons Lizenz http://creativecommons.org/licenses/by-nc/3.0/de/

    ×