Fokusinterview

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Fokusinterview

  1. 1. baustellenFachzeitschrift für Hoch-/Tief- und Spezialbau Nr. 04 2013Ein Ingenieur gibt GasWie Geschäftsführer Willi Tenisch die Meva innertvier Jahren in der Schweizer Schalungsbrancheetabliert hat.HybridbauweiseWenn Stahl und Holz gemeinsame Wege gehen.Beton ist wandelbarWas die richtigen Zusatzmittel und -stoffe bewirken.Urbanes BauenVon den Stadtraumfarben bis zu den Glattparkbauten.diediebaustellen_April_13Roth Gerüste AG, Bolacker 5, 4563 GerlafingenTel 032/674 43 60, www.rothgerueste.ch, info@rothgerueste.chBaselWest... wenn Schönes entsteht
  2. 2. Entgegen seiner Partei und zahlreichen ihm nahestehenden Verbänden vertrat er ein Jazum revidierten Raumplanungsgesetz. Jakob Stark, SVP-Regierungsrat des KantonsThurgau und Präsident der Baudirektoren-Konferenz über Raum, Planung und Freiheit.Text und Fotos: Beat Matter (Landschaftsfotos: Thurgau Tourismus)diebaustellen_April/13
  3. 3. 7diebaustellen_April/13fokus 07«Ich will vorwärts kommen»Willi Tenisch, Geschäftsführer Meva Schalungs-Systeme AG, ist vor vier Jahren angetreten,um den Schalungsmarkt umzupflügen. Ein Gespräch über Schalung und harte Schalen, Preis-kampf und Qualität – und um Strategie.Text und Fotos: Beat Matter«die baustellen»: Wer ist Willi Tenisch?Willi Tenisch: Ein zielorientierter Unterneh-mertyp. Ich gebe Vollgas, will Dinge in Be-wegung bringen. Ich bin gradlinig und ste-he mit beiden Füssen auf dem Boden, inbester Walliser Tradition.Stur?Ja, auch die Sturheit steht uns Wallisernauf die Stirn geschrieben. Das gehört da-zu. Man kann sich nicht jederzeit und durchjeden Einwand von einem Vorhaben ab-bringen lassen.Dieser Willi Tenisch ist im Internet weit-gehend inexistent. Man liest nichts vonihm, man sieht nichts von ihm. Weshalbverweigern Sie sich dem Web?Sie haben offenbar nicht so genau ge-sucht. Es sind zum Beispiel mehrere Pa-tente auf mich registriert. Auf den Plattfor-men Facebook und LinkedIn bin ich prä-sent, wenn auch sehr zurückhaltend.Grundsätzlich trenne ich das Private unddas Berufliche so gut es geht.Social Media-Netzwerke wie Facebookoder LinkedIn gehören für Sie also inden privaten Bereich. Haben diese neu-en Kanäle für das Geschäft keine Be-deutung?Das Internet ist insgesamt sicher wichtigfür die Firma. Es ist wichtig, präsent zusein. Auf meinen Anstoss hin hat der Kon-zern zum Beispiel eine App lanciert. Eshandelt sich um eine Smartphone-Applika-tion, mit der unsere Kunden auf der Bau-stelle verschiedenste Richtwerte rund umdas Thema Schalung abrufen können:Schalungsdruck, Schalungshöhe, das Be-tonier-Tempo in Abhängigkeit des Scha-lungstyps und der Betonmischung.Wie ist die Resonanz der Kundschaft aufdie Anwendung?Die App wurde eben erst anlässlich derBauma in München freigeschaltet. Insofernfehlt uns noch die Praxis-Erfahrung. Ich binüberzeugt, dass die Applikation rege ge-braucht werden wird. Es ist keine Spiele-rei, sondern bietet der Kundschaft echtenMehrwert.Für Sie auch?Es ist ein Vorteil, den wir gegenüber unse-ren Mitbewerbern haben. Die Kunden la-den die App auf ihre Smartphones, bekom-men damit eine nützliche Dienstleistungund sehen dabei jedes Mal unser Logo.Soll die die Anwendung auch Kommuni-kation zwischen Ihnen und Ihrer Kund-schaft ermöglichen?Zunächst lancieren wir nur den beschrie-benen Betonrechner. In einer zweiten Pha-se soll es dann zum Beispiel auch möglichsein, Bestellungen über die App tätigen zukönnen. Wir möchten langsam starten, umunsere Kunden nicht mit einer zu komple-xen Applikation zu überfahren.Die Branche gilt als konservativ, was dieNutzung von Kommunikationsmittelnangeht. Innert welcher Frist ist es für Siedenkbar, dass Sie mit Ihren Kundenauch via Smartphone-App Geschäfteabwickeln?Wenn man das Kommunikationsverhaltenim Bauhauptgewerbe beurteilt, muss manzwischen Klein- und Grossunternehmen un-terscheiden. Bei den kleineren Firmen läuftheute noch vieles über Fax oder Briefpost.Bei Grossbetrieben läuft die Korrespondenzweitgehend über E-Mail. Insgesamt kannman sicher sagen, dass die Branche gernemit bewährten Kanälen arbeitet.Sie müssen Klein- und Grossbetriebeunterschiedlich betreuen?Ja, wir betreuen die Kundengruppen sepa-rat, was Marketing, Kommunikation und soweiter angeht. Wir versuchen, unsere Kun-den ganz den entsprechenden Vorliebenentsprechend anzusprechen. Denn sowohlKlein- als auch Grossbetriebe sind enormwichtig für uns. Deshalb unterscheidet sichauch nur die Art der Betreuung, nicht aberderen Qualität.Der Schalungsbereich zeigte sich in denvergangenen 30 Jahren überaus innova-tiv. Wie erleben Sie das?Der Schalungsbereich ist nach wie vorsehr innovativ. Es läuft viel auf dem Markt.Ich bin vor vier Jahren in die Branche und indas Unternehmen eingestiegen. Bereits indieser kurzen Zeit hat sich einiges verän-dert. Gerade auch der Aspekt der Sicher-heit – in dem auch mehr und mehr Kontrol-len erfolgen – treibt hier die Entwicklungvoran.
  4. 4. diebaustellen_April/1308 fokusMeva bezeichnet sich selbst als «Impuls-geber und Innovationsführer» der Scha-lungsbranche. Wie rechtfertigen Siediesen Anspruch in der Praxis?Mit Systemen, die modular und entspre-chend flexibel kombiniert und eingesetztwerden können. An der Bauma, die vorwenigen Tagen über die Bühne ging, prä-sentierten wir ein neues Produkt, das alleMöglichkeiten der Konkurrenzprodukte,auch der Stahlschalung, abdeckt, dabeiaber zugleich günstiger und besser ist. Eshandelt sich um die Hochleistungsscha-lung Mammut mit 100 kN/m² Frischbeton-druckaufnahme und dem modularen Si-cherheitssystem SecuritBasic, welches al-len Sicherheitsstandards entspricht. Mo-dular bedeutet, dass der Bauunternehmernach eigenen Vorstellungen die Sicher-heits-Ausstattung frei kombinieren kann –bis hin zum rutschfesten Aluminium-Riffel-blechbelag mit automatisch gesicherterDurchstiegsluke und integrierter Leiter.Wir haben vor einigen Jahren mit demPatron eines Ihrer grossen Mitbewerbergesprochen. Er meinte, die Innovationim Schalungsbereich werde nicht indemselben Mass weitergehen, wie dasin den letzten Jahrzehnten der Fall war.Was sagen Sie dazu?Mit der Ablösung der anfälligen Sperrholz-schalhaut durch die Meva am Anfang desJahrhunderts wurde die letzte grosseSchwachstelle des Systems Schalungdurch einen Innovationssprung ausge-merzt. Da haben unsere Wettbewerber tech-nischen Nachholbedarf. Innovationen kon-zentrieren sich derzeit auf Arbeitssicherheitund Betonierqualität. Hier bildet sich einkontinuierlicher Verbesserungsprozess ab.Sie haben einst angekündigt, den Scha-lungsmarkt aufwühlen zu wollen. Ist dasIhrer Meinung nach gelungen?Sie haben es nicht gemerkt? (lacht) Als ichvor vier Jahren eingestiegen bin, verfolgteMeva eine seit Jahrzehnten bewährte undkonservative Strategie, mit der sie einegrosse Vertrauens- und Kundenbasis auf-gebaut hat. Der Effekt war, dass Meva al-lerdings nur wenig wahrgenommen wur-de. Ich hatte den Auftrag, das Potenzialauszubauen und die Weichen für dienächste Generation zustellen. Das liegtmir, denn ich bin ein anderer Typ. Ich gebeGas, ich will vorwärts gehen. Als ich dieGeschäftsführung übernehmen durfte,schob ich deshalb die alte Strategie bei-seite und setzte das Ziel, mindestens unterdie Top 3 der Schweizer Schalungsbran-che zu kommen.Welche Anpassungen haben Sie dafürvorgenommen?Wir haben den Kundendienst optimiertund ausgebaut. Dazu haben wir auch dieGebiete neu eingeteilt. Weiter haben wirins Marketing investiert, haben beispiels-weise ein CRM (Customer RelationshipManagement) installiert, das heute aktivläuft und dazu führt, dass die Kundschaftlaufend mit Informationen von uns versorgtwird. Parallel dazu engagieren wir uns da-für, bei Grossprojekten und Grossunter-nehmen verstärkt zum Zuge zu kommen.Wie sieht das Resultat dieses Aufbaus inZahlen aus?Wir veröffentlichen unsere Geschäftszah-len nicht. Wir haben unsere Ziele Schrittfür Schritt nach oben entwickelt und miteiner hohen Kundenzufriedenheit im Rü-cken auf Wachstum geschaltet.Wenn man mit Konkurrenten spricht,scheint Meva nicht eben beliebt zu sein.Es fällt schon mal das Stichwort «Dis-counter».Das Gegenteil ist der Fall. Wir betrachtenuns als Preisführer – sorgen dafür, dass einHochleistungsprodukt und Kompetenz er-träglich honoriert werden. Unsere Kundenwissen und schätzen das. Es ist schon vor-gekommen, dass mir ein Kunde die Offerteeines Mitbewerbers zeigte und ich sagenmusste: So tief gehe ich nicht. Es gibt eineklare Grenze, die ich nie unterschreite.Welchen Stellenwert hat der Kunden-dienst?Mit den höchsten. Unsere Kunden wollennicht nur ein Produkt. Sie wollen eine kom-plette Dienstleistung. Die Unternehmenwünschen sich nicht einfach einen Scha-lungs-Lieferanten, sondern einen Partner.Das bieten wir ihnen.Auf dem Bau herrscht insgesamt einenormer Preiskampf. Alles muss immergünstiger werden. Wie stellt man es an,trotz dieses Preisdrucks nicht an derQualität zu sparen?Der Preis einer Schalung ist nicht der wich-tigste Faktor. Vielmehr sind clevere Lösun-Das internationale Schalungsunternehmen Meva hält die Konkurrenz mit technischen Neuerungen auf Trab.
  5. 5. diebaustellen_April/13gen gefragt, die dem Kunden Zeitgewinneauf der Baustelle ermöglichen. Letztlichzählt auch hier das Gesamtpaket.Die Meva Schalungs-Systeme AG ist ei-ne Tochtergesellschaft des internationaloperierenden Meva-Konzerns mit Sitz inDeutschland. Wie eng werden Sie kont-rolliert?Wir sind eine eigenständige Firma und ichbekomme vom Konzern sehr viel Spiel-raum, kann fast machen, was ich will. Dasgilt selbstverständlich, so lang die Zahlenstimmen.Wie ist die Beziehung zum Konzern?Sehr gut und sehr angenehm. Ich sprechemich häufig mit dem CEO ab. Zum Teilbegleitet er Umsetzungen hier in derSchweiz recht eng, um sie dann auch inanderen Ländern implementieren zu kön-nen.Sie haben den Strategiewechsel ge-schildert, den sie vollzogen haben. Wiehat der Konzern darauf reagiert?So ein Strategiewechsel passiert ja nichtvon heute auf morgen. Ich habe hier imAussendienst angefangen und dadurchden Markt hautnah kennen gelernt. Darausist schliesslich eine Analyse der Wachs-tums-Chancen und möglichen Anpassun-gen entstanden. Gemeinsam mit den not-wendigen Zahlen habe ich meine Vorstel-lungen dem Konzern vorgelegt, wo wir dieUmsetzung gemeinsam beschlossen.Sie haben zuvor bei Sika gearbeitet. Washat sie zum Branchenwechsel bewogen?Das war ein Mix aus verschiedenen Fakto-ren. Bei Sika war ich am Konzernhauptsitztätig, habe weltweit Produkte-Portfolios be-treut. Ich war entsprechend viel unterwegs.Das war sehr interessant, wurde aberschwierig, als für mich die Familiengrün-dung zum Thema wurde. Daneben spürteich immer wieder, dass ein derart grosserKonzern eine gewisse Trägheit hat. WennMassnahmen eingeleitet werden, dauertees jeweils lange, bis Effekte spürbar wur-den. Das passt eigentlich nicht zu meinemNaturell. Also machte ich mir Gedankenüber meinen nächsten Karriereschritt. Ichwollte die Geschäftsführung eines Schwei-zer Unternehmens übernehmen. Bei Mevaerhielt ich diese Gelegenheit.Zu Schalungen selbst hatten Sie aberkeinen Bezug?Nicht direkt. Schalungen sind für mich alsIngenieur ein interessanter Bereich. UndBezug zur Baubranche hatte ich schonimmer. Mein Vater hatte einen Baubetrieb.Die Produktion des Meva-Konzerns istin Deutschland zentralisiert. Diktiertdemnach der Konzern die Palette –oder werden die Ländergesellschaftenmit einbezogen?Wir sind sehr offen für Inputs von Kunden-seite und tragen diese gerne an unserMutterhaus heran. Ich habe das Gefühl,der Konzern hat dafür sehr offene Ohren.Im geschlossenen Tüftler-Keller etwas zuskizzieren, zu produzieren und dann mitder Erwartung grösster Erfolge an dieLändergesellschaften zu liefern, das funk-tioniert nicht. Produkte sind bei uns des-halb immer auch das Resultat von Aus-tausch. Es ist unter Umständen möglich,dass wir innerhalb von zwei Wochen einTeil produzieren, das der Kunde als Proto-typ direkt auf der Baustelle ausprobierenkann.Wie nahe sind Sie als Geschäftsführeram Kunden dran?Sehr nahe. Ich bin häufig auf Baustellenunterwegs. Die Grosskunden betreue ichselbst. Ich glaube, es wird geschätzt,wenn sich ein Chef nicht zu schade ist,sich selbst an der Front zu zeigen. Ich ha-be im Auto immer Klamotten dabei, um aufeine Baustelle zu gehen.Wird heute im Schalungsbereich eher ge-kauft oder gemietet?Im umliegenden Ausland wird zum grösse-ren Anteil gemietet. In Deutschland liegt dasMiet-Kauf-Verhältnis schätzungsweise bei70:30. In der Schweiz sehen wir das Ge-genteil, wobei wir in den letzten Jahren eineVeränderung feststellen. Die Firmen kaufensich eher einen Grundstock und mieten denRest hinzu. Bei komplexeren Baustellen se-hen wir das deutlich: Die Unternehmen mie-ten lieber, damit sie genau das passendeMaterial bekommen. Ich würde schon voneiner gewissen Tendenz sprechen. Lag das10 fokusWilli Tenisch, Geschäftsführer Meva Schalungs-Systeme AG: «Ich habe im Auto immer Klamotten dabei, um auf eine Baustelle zu gehen.»
  6. 6. diebaustellen_April/1312 fokusMiet-Kauf-Verhältnis in der Schweiz vor einpaar Jahren noch bei 30:70, liegt es heutebei 40:60. Nach wie vor entspricht der Kaufaber sehr der Schweizer Mentalität.Was bevorzugen Sie als Anbieter: Mietenoder kaufen?Mieten und anschliessend kaufen.Welche Umstellungen sind bei Ihnen nö-tig, wenn sich der Markt eher von Kaufenzu Mieten verlagert?In erster Linie müssen wir den Mietparkanpassen. Unser Vorteil ist: Wir haben ei-nen europäischen Mietpark, mit sehr vielenSatelliten-Lagern, auf die alle Ländergesell-schaften zugreifen können.Mitte März hat der Baumeisterverbandnach acht Jahren Wachstum erstmalswieder einen Umsatzrückgang im Bau-hauptgewerbe verkünden müssen. Wor-auf stellen Sie sich wirtschaftlich ein?Das laufende Jahr wird sicher noch sehrgut. Für das Jahr 2014 rechne ich eher miteiner Stagnation. Was darüber hinausgeht, ist reine Mutmassung. Solange dieZinsen niedrig sind und die Zuwanderungauf relativ hohem Niveau anhält, rechne ichnicht mit einem Einbruch. Gleichzeitig mei-ne ich, wäre es nicht gesund, das derzeiti-ge Wachstum ewig weiter realisieren zuwollen. Das hören wir auch von den Bau-unternehmen. Sie haben wahnsinnig vielArbeit.Wären Sie für einen härteren Verdrän-gungskampf gewappnet?Wir sind glücklicherweise noch immer ineiner Position, in der wir fast nur gewinnenkönnen. Bei anderen Bewerbern ist eherdas Umgekehrte der Fall. Deshalb machtmir eine leichte Korrektur der Konjunkturkeine Sorgen.Klassischerweise legt man sich eine Stra-tegie für die nächsten fünf Jahre zurecht.Welches grobe konjunkturelle Szenarioliegt Ihrer Strategie zugrunde?Eine gewisse Stagnation. Aber kein massi-ver Rückgang.Sie sind vom allgemeinen Geschäftsgangder Bauunternehmen abhängig. Aberauch davon, dass betoniert wird. Wie er-leben Sie den Wettbewerb der Baumate-rialien und Konstruktionsweisen?Ein wichtiger Punkt hierbei sind zum Bei-spiel die neuen Erdbeben-Normen. Sie füh-ren dazu, dass heute teilweise bis untersDach betoniert wird, wo früher eher gemau-ert wurde. Das freut uns. Ansonsten tangiertuns der Wettstreit zwischen Beton, Holzoder auch Stahl wenig. Der Betonanteil ist inder Schweiz sehr hoch. Da sehe ich keineTrendwende.Welche Bedeutung hat die Vorfertigungfür Sie?Wir sind mittlerweile häufiger in Kontakt mitFertigteil-Werken. Da gibt es gute Zusam-menarbeiten. Gerade im Deckenbereichkann ich mir vorstellen, dass der Anteil anFertigteilen noch zunehmen wird. Insgesamtgehe ich aber auch hier nicht von einer radi-kalen Wende aus.Was für ein Chef sind Sie?Ein gradliniger. Ich gebe Ziele vor und lasseden Mitarbeitenden dann den Freiraum undübergebe ihnen die notwendige Verantwor-tung, um die Ziele zu erreichen. Ich überneh-me eine Kontrollfunktion. Ich bin ein Chef,der zuhören kann. Ich wünsche mir, dass dieMitarbeitenden bei Problemen frühzeitig zumir kommen und wir gemeinsam Lösungensuchen können.Sie erwähnten, dass Sie Grossprojektepersönlich betreuen. Ein Misstrauensvo-tum an Ihre Mitarbeitenden?Nein, gar nicht. Es war meine Idee, dass wiruns stärker auch in Richtung Grossprojekteorientieren. Also habe ich den Bereich aufge-baut und betreue ihn bis heute. Selbstver-ständlich mache ich das nicht alleine, son-dern erhalte Unterstützung aus dem Team.Wenn der Bereich eine gewisse Grösse er-reicht hat, werden personelle Anpassungennötig. Ich werde kein Problem haben, hierKompetenzen zu delegieren.Sie werden also weiter expandieren?Wir sind in den letzten Jahren schon merklichgewachsen. Und wenn das Geschäft so gutweiterläuft, werden wir sicher noch mehr gu-tes Personal brauchen können.Es heisst, es sei schwierig, gute Ingenieu-re für die Schalungsbranche zu begeis-tern. Worauf führen Sie das zurück?Vielleicht steht manchen der Stolz im Weg.Einige halten es wohl für erstrebenswerter,ganze Gebäude oder ganze Brücken zurechnen. Gemessen daran ist die Berech-nung einer Schalung nur ein Detail, von demim vollendeten Zustand eines Objekts kaummehr gesprochen wird. Ich hatte Glück. Ichhabe bislang tolle Ingenieure gefunden.Sie führen das Geschäft, betreuen Gross-projekte selbst, sagen, Sie seien häufigdraussen auf den Baustellen: Freizeit ha-ben Sie wohl keine.Doch. Ich starte sehr früh, bin ab 5 Uhr unter-wegs. Entsprechend mache ich am Abendauch mal Schluss. Ich bringe so weit alles gutunter einen Hut.Können Sie in der Freizeit an einer Bau-stelle vorbei laufen, ohne nachzuschauen,wer die Schalung geliefert hat?Nein.Name: Willi TenischFunktion: Geschäftsführer MevaSchalungs-Systeme AGAlter: 38Zivilstand: verheiratetKinder: 2Hobbys: SportWerdegang: Aufgewachsen im Binntal,Berufsausbildung im Wallis, Bauingenieur-studium in Biel, Wirtschaftsingenieur inZürich, Arbeitsaufenthalt in Australien,mehrjährige Tätigkeit als Bauingenieur, Corporate Product Engineerbei der Sika AG und seit vier Jahren Geschäftsführer bei der MevaSchalungs-Systeme AG.Persönlich

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