Le Conseil Médical
Hôpital Kirchberg
PRESSEMITTEILUNG DES CONSEIL MÉDICAL DES HÔPITAL KIRCHBERG
Aus gegebenem Anlass bezie...
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Infrastrukturprojekten, die von öffentlicher Hand per Gesetz finanziert werden, muss ein
Nutzungskonzept zugrunde liegen...
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In Anlehnung an das Sprichwort "Die Menschen bauen zu viele Mauern und zu wenig Brücken."
begrüsst der Conseil Médical d...
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Pressemitteilung des Ärzterates des Kirchberg-Krankenhaus

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Pressemitteilung des Ärzterates des Kirchberg-Krankenhaus

  1. 1. Le Conseil Médical Hôpital Kirchberg PRESSEMITTEILUNG DES CONSEIL MÉDICAL DES HÔPITAL KIRCHBERG Aus gegebenem Anlass bezieht der Conseil Médical des Hôpital Kirchberg zur aktuellen Problematik im Rahmen der Reorganisation der medizinischen Aktivitäten an den verschiedenen Standorten der Hôpitaux Robert Schuman Stellung. Die bisherige öffentliche Kommunikation war bedauerlicherweise einseitig und von vielschichtigen Interessen geprägt. Die Kernmission der Spitalspolitik, nämlich die Gewährleistung von Infrastrukturen und Prozessen zur bestmöglichen medizinischen und pflegerischen Behandlungsqualität aller Patienten, wurde in den Turbulenzen parteipolitischer Klüngelei aus den Augen verloren. Gesundheitspolitik im Allgemeinen und Spitalspolitik im Speziellen dürfen weder parteipolitisch noch ideologisch motiviert sein. Zur Reduzierung des Fehlerrisikos in Entscheidungsprozessen müssen die Entscheidungsgrundlagen vernunftimmanent und evidenzbasiert sein. Im komplexen Umfeld der Gesundheits- und Spitalspolitik erlaubt es nur die objektive, emotionslose Analyse von Fakten, die Entscheidungsfindung der beschriebenen Kernmission gerecht voranzutreiben. Von diesem Weg sind manche abgekommen. Die ZITHA-Klinik ist im neuen Klinikverbund der Hôpitaux Robert Schuman aufgegangen. Politische Vorentscheidungen, die ausserhalb des Einflussbereiches des Krankenhausträgers lagen, haben den Transfer des Bereitschaftsdienstes der ZITHA- Klinik hälftig zum Standort Hôpital Kirchberg, hälftig zum Centre Hospitalier de Luxembourg veranlasst. Hieraus ergeben sich zwangsläufig Konsequenzen für die Aufteilung und Verteilung der medizinischen und pflegerischen Aktivitäten. Hiermit ist die ZITHA- Klinik zu einem Standort der Hôpitaux Robert Schuman geworden.
  2. 2. 2 Infrastrukturprojekten, die von öffentlicher Hand per Gesetz finanziert werden, muss ein Nutzungskonzept zugrunde liegen. Ein solches Konzept wurde der Gesundheitsministerin sowie der zuständigen Kommission der Abgeordnetenkammer entspechend unterbreitet; das Gesetz zur Finanzierung des E-Bau wurde auf seiner Grundlage am 18. März 2015 gestimmt. Die Ärzteschaft des Hôpital Kirchberg hat von Anfang an auf Probleme und Schwächen dieses Nutzungskonzeptes hingewiesen. Die hierin enthaltenen Aufspaltungen von Abteilungen und Transporte von Akut- und Risikopatienten zwischen zwei Standorten konnten und können von uns nicht getragen werden. Zu dieser Problematik gab es ein Schlichtungsverfahren, welches Erwähnung in der Beschreibung des Gesetzesprojektes zur Finanzierung des E-Bau gefunden hat. Ein Konzept unterliegt bekanntlich einer Entfaltungsdynamik, welche einer ständigen Schwächen-Nutzen-Analyse unterworfen werden muss. Im Rahmen dieser Analyse haben sich jene fundamentalen Probleme des Konzeptes, deren Lösung bis dato noch aussteht, bestätigt. Der Arbeitsprozess gebietet, dass an den Lösungsmöglichkeiten gearbeitet wird. Ohne, dass durch eine von Partikularinteressen gesteuerte öffentliche Polemik, deren Ziel es wohl sein soll über die Verunsicherung der Bevölkerung Druck auf die Entscheidungsträger auszuüben, die bestmöglichen Optionen bereits im Vorfeld verworfen werden. Veranschaulichend kann man die Diskussion um das Nutzungskonzept für den E-Bau mit dem Bau einer Brücke vergleichen. Auch ihr müssen ein Nutzungskonzept und ein Entwurf vorliegen. Die Abgeordnetenkammer stimmt das Finanzierungsgesetz für diese Brücke auf ebendiesen Grundlagen. Im weiteren Planungsverlauf stellen die Ingenieure jedoch fest, dass es mit dem ursprünglichen Entwurf statische Probleme gibt, die mit einem erhöhten Risiko bei der späteren Nutzung einhergehen können. Es besteht die Gefahr, dass die Brücke zusammenbricht. In dieser Situation würde es sicher niemandem einfallen, den Bau der gesamten Brücke in Frage zu stellen, oder gar in öffentlichen Publikationen die Hintergründe des Baus der Brücke zu kritisieren. Auch würde die zuständige Kammerkommission wohl kaum damit belangt werden. Die Probleme würden durch eine Verbesserung der Planung behoben und die Brücke, auf der Grundlage des verbesserten Konzeptes, gebaut werden.
  3. 3. 3 In Anlehnung an das Sprichwort "Die Menschen bauen zu viele Mauern und zu wenig Brücken." begrüsst der Conseil Médical des Hôpital Kirchberg die weitere Vorgehensweise des Verwaltungsrates der Hôpitaux Robert Schuman, im internen Dialog zwischen den verschiedenen betroffenen Parteien, zu einer Lösung zu finden, die einzig und allein vom Interesse unserer Patienten beeinflusst werden darf. Das dem Finanzierungsgesetz des E- Bau zugrunde liegende medizinisch-pflegerische Nutzungskonzept muss seiner konzeptuellen Natur entsprechend weiterentwickelt werden. Wir fordern in diesem Sinne alle Beteiligten auf, an der objektiven Analyse der Probleme des Konzeptes konstruktiv mitzuarbeiten und in einer vernunftgerichteten Methodologie die Lösungsfindung voranzutreiben. In Anbetracht des Subsidiaritätsprinzips in der Politik legen wir all jenen politischen Akteuren, die in jüngerer Vergangenheit mehr oder weniger engagiert und informiert Position bezogen haben, ans Herz, sofern sie nicht auch bereit sind, für diese Positionen die moralische und juristische Verantwortung zu übernehmen, das Feld den zuständigen und kompetenten Instanzen zu überlassen. Der Conseil Médical des Hôpital Kirchberg Luxemburg, den 29. September 2015

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