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wenige. Was aber jetzt deren Platz
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Im Wissenschaftsbetrieb:
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Schlussfolgerungen: Was tun?
Im Journalismus:
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Stephan Ruß-Mohl - "Rückzugsgefechte des Journalismus?"

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Vortrag im Rahmen der Ringvorlesung "Wissenschaftskommunikation erforschen" der Abteilung Wissenschaftskommunikation am Institut für Germanistik des Karlsruher Institut für Technologie (KIT).

Gehalten am 23. April 2015 von Prof. Dr. Stephan Ruß-Mohl (Kommunikationswissenschaft, Universität Lugano).

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Stephan Ruß-Mohl - "Rückzugsgefechte des Journalismus?"

  1. 1. ejo@lu.unisi.chwww.ejo.ch Rückzugsgefecht des Journalismus? Wissenschaftskommunikation in der Aufmerksamkeitsökonomie Stephan Russ-Mohl Mitarbeit: Georgia Ertz (Update Schweizer Universitäten) Karlsruhe, April 2015
  2. 2. www.ejo.ch Überblick 1. Zur Einstimmung: Selbstverortung, Spiritus loci, Fehlentwicklungen im Umfeld 2. Bestandsaufnahme: Langfristige Entwicklung von Wissenschaftsjournalismus und Wissenschaftskommunikation 3. Folgen und Herausforderungen der Aufmerksamkeitsökonomie, Medienkonvergenz und Digitalisierung
  3. 3. www.ejo.ch Auf den Schultern von Riesen (Robert K. Merton)  Die «üblichen Verdächtigen»: Luhmann, Habermas, Noelle- Neumann  Forschung zur Wissenschaftskommunikation: Hömberg, Peters, Kohring, Weingart
  4. 4. www.ejo.ch Riesen und Anker  Riesen wirken auch als Anker. Sie halten einen fest und versperren mitunter den Blick auf die veränderte Wirklichkeit  Im konkreten Fall der Wissenschaftskommunikation: auf individuelle Leistungen und (verhaltens-)ökonomische Grundlagen von Journalismus, PR, Medienkonvergenz
  5. 5. www.ejo.ch Auf den Schultern “anderer Riesen” Aufmerksamkeits-Ökonomie
  6. 6. www.ejo.ch Eigenproduktion
  7. 7. www.ejo.ch Spiritus loci - Die Stadt, in der der Querdenker Peter Sloterdijk lehrt – der Autor der «Zynischen Vernunft» - Die Stadt, in der der soeben verstorbene Klaus Tschira mit seiner Grossspende die Aktivitäten des NaWik möglich gemacht hat: Stiftungsziel, Wissenschaftler darin stärken, ihre Arbeit der Gesellschaft verständlich zu machen. - 5-Uhr-Morgen-Schock: Nicht einfach nur Vorhandenes kondensieren…
  8. 8. www.ejo.ch Spiritus loci «Der findige Wissenschaftsjournalist ist weder Kumpan noch Konkurrent des Wissenschaftlers, sondern dessen funktionelles Komplement, das die Informationslage um Beiträge ergänzt, welche die Wissenschaft nicht erbringen und die Wissensgesellschaft nicht entbehren kann» «Als Agent der Gelegenheitsvernunft untersucht er die Verhältnisse am Ort des Geschehens, befragt im Streitfall die Parteien und Dritte…» Helmut F. Spinner Quelle: Spinner, Helmut F. (1987) Das «wissenschaftliche Ethos» als Sonderethik des Wissens, Tübingen: Mohr-Siebeck, 99 f.
  9. 9. www.ejo.ch Spiritus loci Helmut F. Spinners Plädoyer für einen «findigen Wissenschaftsjournalismus» «…der Wissenschaftsjournalist macht eigenständige Erkenntnisarbeit in problemlösender Absicht» «…unternehmerischer (Wissenschafts-)Journalist (ist) derjenige, welcher die News vor Ort jagt, um sie in den gesellschaftlichen Problemlösungsprozess als Kontrollinformation einzubringen.» Quelle: Spinner, Das «wissenschaftliche Ethos» als Sonderethik des Wissens, Tübingen: Mohr- Siebeck 1987, 96, 87u. 93
  10. 10. www.ejo.ch Ineffizienz und Betrug - von «der Wissenschaft» geduldet • Mittelverschwendung – nicht nur in der Medizin (Lancet-Serie • Fragwürdige Publikationszwänge, Rankings, Peer Reviews • Inflation von Fachzeitschriften, damit einhergehend Korruption • Organisierte Unverantwortlichkeit von Gremien • Hilflosigkeit im Umgang mit Cybermobbing etc.
  11. 11. www.ejo.ch Höchstleistungen – von den Medien negiert
  12. 12. www.ejo.ch Spin – von den Medien unentdeckt
  13. 13. www.ejo.ch Betrug – von den Medien veranstaltet Native Advertising, Content Sponsoring
  14. 14. www.ejo.ch …des Journalismus und der Wissenschaft Glaubwürdigkeits-Krise
  15. 15. www.ejo.ch Aufmerksamkeits- Ökonomie: Hinterbühne Transaktionen zwischen Journalismus and Quellensystem Öffentlicher Raum – Journalisten als Gatekeeper und Rechercheure Seeks tomaximize his own “profits” Quellensystem PR Experten als Gatekeeper Aufmerksamkeit Information – Halbe Wahrheit, aber keine Halbwahrheiten “subsidies” (Oscar Gandy, 1982) “nudging” (Sunstein/Thaler, 2008)
  16. 16. www.ejo.ch Aufmerksamkeits-Ökonomie: Vorderbühne Transaktionen zwischen Journalismus und Publika Öffentlicher Raum – Journalisten als Gatekeeper und Rechercheure Seeks to maximize his own “profits” Publika Aufmerksamkeit, eventuell Geld (veränderte Leistungserwartung bei Bezahlung?) News, Information
  17. 17. www.ejo.ch Wissenschafts-PR und Wissenschaftsjournalismus in der Aufmerksamkeits-Ökonomie Marktmodell: „normale“ Routine PR1 PR2 PRn NR1 NR2 NRn Tauschbeziehungen Nachrichten vs. Aufmerksamkeit (Win-Win Situationen)Wettbewerb zwischen PR- Einheiten Wettbewerb zwischen Redaktionen Bypassing Strategien: Stakeholder-Ansprache unter Umgehung der Journalisten Bypassing Strategien: Recherche unter Umgehung der PR-Einheiten
  18. 18. www.ejo.ch Wissenschaftskommunikation: Bestandsaufnahme  Mehr und besser ausgebildete Wissenschaftsjournalisten  Sehr viel mehr und sehr viel besser ausgebildete PR- Experten im Wissenschaftsbetrieb
  19. 19. www.ejo.ch Wissenschaftskommunikation: Konventionelle Kritik  Wissenschaftler-Konkurrenz um Reputation: Geringe Bereitschaft, sich öffentlich zu exponieren  Mediale Konkurrenz um Aufmerksamkeit : Seriositätsverlust und Sensationsmache
  20. 20. www.ejo.ch Wissenschaftskommunikation: Konventionelle Kritik  Themenwanderung, Kompetenzverluste  Medienkompetenz vs. Forscherkompetenz “An ihnen kommt keiner vorbei…” Die Medien präsentieren immer dieselben Forscher...
  21. 21. www.ejo.chSource: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 11.5.02 “An ihnen kommt keiner vorbei…” Fachkomptenz oder Medienkompetenz? Die Medien präsentieren immer dieselben Forscher... Rechercheökonomie
  22. 22. www.ejo.ch Wissenschaftsjournalismus wird tendenziell abgelöst von Wissenschaftsjournalismus. Entwicklungstendenz 1980 - 2005
  23. 23. www.ejo.ch Bestätigung des Trends in Deutschland Vergleich der Wissenschaftsberichterstattung von FAZ, Welt, und Süddeutscher Zeitung 2003/04 und 2006/07:  Auslöser für Artikel mit wissenschaftlichem Bezug sind immer öfter Naturkatastrophen, politische Debatten, o.ä.  Orientierung an den Nachrichtenwerten „Nähe“ und „Relevanz“  Wissenschaftliches Publikum und Standards stehen weniger im Mittelpunkt  Mehr Zitate von Experten (statt aus wissenschaftlichen Fachzeitschriften) Quelle: Holger Wormer et al.
  24. 24. www.ejo.ch Wissenschaftsjournalismus wird tendenziell abgelöst von Wissenschaftskommunikation. Entwicklungstendenz seit 2000
  25. 25. www.ejo.ch “Gute, alte Zeit”: Profitable Medien PR Publika Werbung Direkte Subventionen: 50-100 Prozent der Kosten von Medienproduktion 0-50 Prozent der Kosten von Medienproduktion (direkte Finanzierung) Indirekte Subvention: Ca 20 - 50 % der Redaktionskosten durch Zulieferungen Journalismus Nicht berücksichtigt: Öffentlich-rechtlicher Rundfunk 50 –100 % indirekte Finanzierung 100% 50 % 100% 50 % 50 % 0 % 50 % 0 %
  26. 26. www.ejo.ch Journalismus im Bermuda-Dreieck PR Publika Werbung Journalis- mus - nimmt überhand (drei- bis vierfach) - nutzt die geöffneten Schleusen in geschrumpften Redaktionen - ersetzt zum Teil Werbung - wandert ins Internet - dort herrscht Wettbewerb, die Margen schrumpfen - Kleinanzeigen gibt es gratis - wandern ins Internet - Zahlungsbereitschaft geht gegen Null (online „Gratis“produkte)
  27. 27. ejo@lu.unisi.chwww.ejo.ch 2015 1995 1995 2015 PR-Sektor als Wachstums- branche... ...und lässt Redaktionen schrumpfen (lean management) ...liefert Pressemeldungen als Gratis-Nachrichten... Dynamik: PR in der Aufrüstungs-, Redaktionen in der Abrüstungsspirale
  28. 28. www.ejo.ch  Alles hat seinen Preis: “There is no such thing as a free lunch“. (Milton Friedman 1975)  „Wer zahlt, schafft an.“ Gratiskultur? Ökonomen-Binsenwahrheit:
  29. 29. www.ejo.ch  „Public Relations wird vom Journalismus unabhängiger, während der Journalismus immer mehr in die Abhängigkeit von der PR gerät.“ John Lloyd/ Laura Toogood, Reuters Institute for the Study of Journalism, Oxford  „Die Bullshit-Daten-Woge nimmt überhand, und jetzt ist es an uns, herauszufinden, wie wir von ihr nicht fortgeschwemmt werden.“ Jacob Harris, Software Architect, New York Times Quellen: Jacob Harris (2014): A wave of PR Data, in: Nieman Journalism Lab v. 17.12.2014 John Lloyd/Laura Toogood (2014): Journalism and PR. News Media in the Digital Age, London: I.B. Tauris & Co PR-Aufrüstung – redaktionelle Abrüstung
  30. 30. www.ejo.ch Prinzipal-Agenten- Theorie auf Wissenschafts-PR und Wissenschaftsjournalismus bezogen Journalisten als Prinzipale PR-Experten/ Forscher als “Agenten” Informations- Asymmetrie zwischen den Transaktions- Partnern
  31. 31. www.ejo.ch Aufmerksamkeits- Desinformations-Markt Aufmerksamkeit Information gezielte und geschrotete Desinformation Quellensystem: Forscher PR Experten Spin Doktoren Citizen Journalists Trolle Seeks to maximize his own “profits” Journa- lismus Öffentlicher Raum: Blogosphäre Soziale Netzwerke neue, nicht- professionelle Gatekeeper Algorithmen
  32. 32. www.ejo.ch Aufgabengebiete: • Betreuung Webseite • „Beziehungspflege“ (Politik etc.) • Interne Kommunikation • Publikationen (Jahresberichte, Newsletters, Periodika) • Studentenwerbung, Info-Material (Flyer, Broschüren etc. ) • Veranstaltungsorganisation • Technischer Support Also: Nicht nur Medienarbeit Kommunikations-Aktivitäten der Universitäten
  33. 33. www.ejo.ch Medienarbeit Schweizer Universitäten 2009 2015  Vollzeitstellen ca. 21 ca.26  Mitarbeiter 28 38 Entwicklung in den Jahren davor  Ausbau 7 7  gleichbleibend 4 2  weniger Ressourcen 1 2 (SG, GE) Basis: 12 Universitäten in 2009 / 11 Universitäten in 2015 (Keine Angaben von UNIFR) Quelle: Internetseiten Universitäten, Telefoninterviews (2009) und E-Mails (2015) mit Leitern Kommunikationsabteilung, zuständigen Mitarbeitern, Dez 2008/Jan 2009 und April-März 2015
  34. 34. www.ejo.ch Eigenpublikationen • Alle Universitäten publizieren ein eigenes Magazin. • Austrocknung des Marktes für redaktionell unabhängige Wissenschaftsmagazine durch die universitätseigenen Titel Basis: 12 Universitäten Quelle: Internetseiten Universitäten, E-Mails mit Leitern Kommunikationsabteilung, zuständigen Redaktoren, März-April 2015
  35. 35. www.ejo.ch Eigenpublikationen 2015 • Je Uni mindestens eine Zeitschrift, die meisten haben zwei bis drei Plattformen (Zeitschriften, Magazine, Zeitungen, Newsletter, Blogs). • Zeitschriften/Magazine erscheinen meist 3x, 4x oder 6x im Jahr. • Eine Zeitschrift erscheint 8x (Technologist, TH Lausanne – zusammen mit anderen THs in Dänemark, Deutschland und den Niederlanden) zwei 12 x (Flash, ETH Lausanne, Uniscope, Universität Lausanne). • Auflage zwischen 2 000 (UniluAKTUELL, Uni Luzern), und 58 000 (Globe, ETH Zürich). • Im Schnitt: ~12 000 Exemplare Basis: 12 Schweizer Universitäten: Quellen: Internetseiten der Universitäten, E-Mail- Auskünfte der Leiter der Kommunikationsabteilungen/zuständigen Redaktoren, März- April 2015; ohne Universität Genf. Daten teilweise lückenhaft
  36. 36. www.ejo.ch Vergleichsgrösse: Grossunternehmen > andere Dimensionen…. Ein „grosser Schweizer Pharmakonzern“ beschäftigt weltweit ca. 300 Mitarbeiter für Kommunikationsarbeit im weiteren Sinn, davon circa 25 Mitarbeiter für Medienarbeit
  37. 37. www.ejo.ch Medienarbeit Schweizer Universitäten 2008  Total: 671 Medienmitteilungen  1,83 Medienmitteilungen pro Tag Forschungsergebnisse: 229 Medienmitteilungen  34 Prozent aller Medienmitteilungen > Kommunikationsabteilungen betreiben zu zwei Dritteln institutionelle Kommunikation Basis: 12 Universitäten Quelle: Internetseiten Universitäten Institutionell; 66% Forschung; 34%
  38. 38. www.ejo.ch Medienarbeit Schweizer Universitäten 2008 Medienmitteilungen nach Wissenschaftsfeldern Basis: 12 Universitäten Quelle: Internetseiten Universitäten Medizin; 80 Natur; 56 Technik; 39 Sozial; 35 Wirtschaft; 14 Architektur; 5 0 10 20 30 40 50 60 70 80 90
  39. 39. www.ejo.ch Medienarbeit Schweizer Universitäten 2009 Auffällig: • Sozialwissenschaften/Wirtschaft im Vergleich zu „klassischen“ Wissenschaften unterrepräsentiert Medizin/Technik/Naturwissenschaften = 175 Medienmitteilungen Sozialwissenschaften/Wirtschaft = 49 Medienmitteilungen Basis: 12 Universitäten Quelle: Internetseiten Universitäten
  40. 40. www.ejo.ch Absurditäten in der Schweiz Schweizer Depeschenagentur (sda) seit 2008 mit neuer Wissenschaftsredaktion:  80%-Stelle Deutsch, 20%-Stelle Französisch  5 bis 10 Meldungen pro Tag  Keine Angaben zur Nutzung in den Redaktionen  Teilfinanzierung durch Swissuniversities (Rektorenkonferenz) und Schweizer Nationalfonds Quelle: Telefoninterview mit RedaktionsleiterJan. 2009; E-Mail Bestätigung der fortdauernden Finanzierung vom Februar 2015 durch Swissuniversities
  41. 41. www.ejo.ch • Gebhard Rüf Stiftung/Stiftung Mercator Schweiz • 368 000 Fr. jährlich, 4100 Fr. pro Seite • Direkte Nutzniesser: Tamedia and Scitec Media • PR-Agentur liefert Wissenschaftsjournalismus zu Absurditäten in der Schweiz Stiftungsfinanzierte Wissenschaftsredaktion im hochprofitablen Gratisblatt
  42. 42. www.ejo.ch Wissenschaftsjournalismus wird tendenziell abgelöst von Wissenschafts-PR, die sich als Wissenschaftskommunikation tarnt.
  43. 43. www.ejo.ch 4/23/2015 Slide 43 Auf den Schultern «anderer» Riesen Verhaltens- ökonomik
  44. 44. www.ejo.ch  Nichts für Schwarz-Weiss-Maler  Realistischere Annahme: (Wissenschafts-)Journalisten als auch PR-Leute handeln nicht nur eigeninteressiert und rational.  Als Menschen bedienen sie sich Heuristiken.  Dabei unterlaufen oftmals Denkfehler, die angesichts von Wiederholungsgefahr sogar „berechenbar irrational“ (Ariely 2008) sein können. Chancen, Risiken, Nebenwirkungen der Verhaltensökonomie
  45. 45. www.ejo.ch Mosaiksteine: Auch (Wissenschafts-)Journalisten und PR-Leute  unterliegen selektiver Wahrnehmung.  werden zu „Victims of Groupthink“ (Janis 1972).  haben einen Sensus für Fairness/Altruismus. Wissenschaftskommunikation und Verhaltensökonomie
  46. 46. www.ejo.chSlide 46 Mosaikstein: „Zero cost craze“ Wenn etwas nichts kostet, verhalten wir uns irrational – die versteckten Kosten von “zero cost” werden erst später sichtbar  im (Wissenschafts-)Journalismus: Glaubwürdigkeitsverluste verringern Zahlungsbereitschaft der Publika  in der (Wissenschafts-)PR: Glaubwürdigkeitsverlust des Journalismus entwertet auch PR über Massenmedien
  47. 47. www.ejo.ch  Redaktionen ruinieren mit ihrer Bereitschaft, PR-Botschaften ohne „added value“ in „Journalismus“ zu verwandeln, ihr eigenes Geschäftsmodell gleich doppelt:  Glaubwürdigkeitsverluste beim Publikum  Weniger Werbeerlöse Mosaikstein: “Zero Cost Craze”
  48. 48. www.ejo.ch  Herausforderung an Medienunternehmen: Kommunizieren wie Max Havelaar oder die Teekampagne. Mosaikstein: Sinn für Fairness
  49. 49. www.ejo.ch4/23/2015 Slide 49 Mosaikstein: Herdentrieb  Treibende Kraft – nicht nur in der Medienindustrie und in Redaktionen  Medienverantwortliche, auch Wissenschaftsjournalisten, folgen Cheerleaders – und werden zu victims of groupthink (Janis) und von social proof.  PR-Leute nutzen und befeuern Issue Cycles  Rationale und irrationale Formen von Herdentrieb
  50. 50. www.ejo.ch Beispiel: Fukushima – Ausstieg aus der Kernenergie (Kepplinger/Lemke, 2012), Deutschland/Schweiz versus Frankreich/U.K.  Unterschiedliche Thematisierung des Unglücks durch die Medien  Unterschiedliche Policy-Outcomes  Auch: unterschiedliches Spoonfeeding durch PR? Ohne Herdentrieb weniger Medienhypes
  51. 51. www.ejo.ch Mosaikstein: Fehleinschätzung von Wahrscheinlichkeiten („neglect of probability“) Publika, aber auch PR-Leute und ihre Auftraggeber sowie (Wissenschafts-) Journalisten überschätzen drastisch Risiken, z.B. bei Epidemien Slide 51
  52. 52. www.ejo.chSlide 52 Mosaikstein: Overconfidence und Kontrollillusion (Wissenschafts-)Journalisten überschätzen ihre Möglichkeiten, mit PR-Zulieferungen angemessen umzugehen – und unterschätzen, wieviel Zeit sie dafür bräuchten. PR
  53. 53. www.ejo.ch Overconfidence und Kontrollillusion
  54. 54. www.ejo.ch  Nur 25 % der Journalisten empfindet Beziehung als „eng“, knapp 40 % als „vertrauenswürdig“; vice versa: fast doppelt so viele PR-Praktiker sehen das so.  Knapp 50 % der PR-Experten glauben (wohl realistischerweise), dass sie einen grossen Einfluss auf die journalistische Arbeit haben, aber nur knapp 20 % der Journalisten wollen das wahrhaben.  Noch nicht einmal ein Drittel der Journalisten konzediert, dass ihre Arbeit „viel schwieriger“ wäre ohne PR-Zulieferungen, PR-Leute konstatieren das mit einer satten 2/3-Mehrheit.  Beeinflussung: „Mit Argumenten“, meinen 90 % der PR-Leute, aber nur knapp 20 % der Journalisten; „indem sie Anzeigen schalten“, mutmassen ein Drittel der Journalisten, dagegen weniger als 20 % der PR-Leute. Overconfidence und Kontrollillusion Im Journalismus
  55. 55. www.ejo.ch  Überschätzte Wirkungsmacht der PR: Annahme, man könnte als skandalisierte Organisation die Medienberichterstattung im Moment der Skandalisierung aktiv steuern.  Anton Hunger: Wer erst einmal von den Medien skandalisiert wird, dem ist kaum „aus der medialen Patsche“ zu helfen: „Der Verdächtigte ist nackt, das Guckloch in der Peepshow offen und der den Verdächtigen schützende Spin Doctor ein zahnloser Tiger“. Overconfidence und Kontrollillusion in der PR
  56. 56. www.ejo.chSlide 56 Mosaikstein: Reziprozität (Trivers 1971) In jeder Branche und Profession gibt es die ungeschriebenen Regeln: „Eine Hand wäscht die andere.“ „Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus.” „Wie Du mir, so ich Dir.“ Aus Dankbarkeit oder auch Rachegelüsten wird häufig irrational entschieden (Trivers 1971; Falk 2003; Dobelli 2012 25ff).
  57. 57. www.ejo.ch  „Geschmierte“ Beziehungen zu Journalisten sind allerdings nur bedingt belastbar: Im Skandalisierungs-Tsunami kann der bestochene Journalist nicht gegen das Rudel der anderen anschreiben.  Die meisten Medien und Journalisten „sind notorisch treulos und notorisch illoyal. Die grosse Stärke der Medien ist ihre Illoyalität gegenüber Interessenbindungen.“ Kurt W. Zimmermann (2013)  Beide Seiten wissen immerhin, dass sie aufeinander angewiesen sind. Reziprozität
  58. 58. www.ejo.chSlide 58 Mosaikstein: Verlust-Aversion Das auf den Verlust von Besitztümern bezogene Konzept lässt sich auch auf Machtverlust übertragen: Sowohl Journalisten als auch PR- Leute reagieren empfindlicher auf drohenden Machtverlust als auf die Chance des Machtzugewinns. Wi n Loss
  59. 59. www.ejo.ch European Journalism Observatory (www.ejo-online.eu) 4/23/2015 Slide 59 • Weltpremiere: Relaunch • Brückenbau zwischen Medienforschung und -Praxis und zwischen Journalismus-Kulturen Europas • 11 Sprachen • Demnächst: Russisch, voraussichtlich: Arabisch und Französisch
  60. 60. www.ejo.ch www.ejo.ch EJO Network
  61. 61. www.ejo.ch Aufmerksamkeits- Desinformations-Markt Aufmerksamkeit Information gezielte und geschrotete Desinformation Quellensystem: Forscher PR Experten Spin Doktoren Citizen Journalists Trolle Seeks to maximize his own “profits” Journa- lismus Öffentlicher Raum: Blogosphäre Soziale Netzwerke neue, nicht- professionelle Gatekeeper Algorithmen
  62. 62. www.ejo.ch Das Ende der Aufklärung? «Massive digital misinformation» – «Digital wildfires in a hyperconnected world», one of the «main risks for modern society» World Economic Forum
  63. 63. www.ejo.ch Das Ende der Aufklärung? «Debunking is ineffective» Walter Quattrociocchi
  64. 64. www.ejo.ch Forschungsdesiderate: Mehr gelebte Interdisziplinarität  Zugegeben, nicht alle Ökonomen sind Weltverbesserer.  Aber: „Ökonomie ist gar nicht so kalt, wie viele denken…“
  65. 65. www.ejo.ch Thanks!!! Danke!!! Grazie!!! Merci!!! Spezieller Dank für Anregungen an Alfred Fuhr, Annegret Hannawa und Markus Lehmkuhl Kritik, Vorschläge willkommen!!!!!! Aus GEO Wissen „Kommunikation“ Nr. 2/ 6.11.89, 2
  66. 66. www.ejo.ch «Früher gab es Gelehrte, und es waren wenige. Was aber jetzt deren Platz eingenommen hat, ist etwas ganz anderes: ein Gedränge von Fabrikanten, Vertretern und Verkäufern wissenschaftlicher Kurz- und Schnittwaren hat den wenigen Verbrauchern den Zutritt versperrt, da es ihnen genügt, wenn sie untereinander Handel treiben.» Erwin Chargaff, 1982 Quelle: Erwin Chargaff, Warnungstafeln, Stuttgart: Klett- Cotta 1982, 23
  67. 67. www.ejo.ch Schlussfolgerungen: Was tun? Im Wissenschaftsbetrieb:  Wissenschafts-PR verstärken (dezentral)  Anreize für Wissenschaftler zur Kommunikation über die Fachgrenzen hinaus schaffen (in der Forschungsförderung!)  Forschung zur Wissenschaftskommunikation verstärken
  68. 68. www.ejo.ch Schlussfolgerungen: Was tun? Im Journalismus:  Kontextorientiete und lokale Wissenschaftsberichterstattung ausbauen  Platz für Sozial- und Geisteswissenschaften schaffen  Personell: Naturwissenschaftlich-technisch-medizinische Kompetenz stärken  Auf Expertise der Forscher achten – bei Kontroversen: Quellenvielfalt  Quellen und Berichterstattungsbedingungen offenlegen  Gegenlesen: Auch Forscher-Statements auf sachliche Richtigkeit prüfen (lassen)
  69. 69. www.ejo.ch Hysterie : Beispiel BSE Kein nachgewiesener Todesfall, aber höchst reale Auswirkung der Medien: Sinkender Rindfleischkonsum Quelle: Roland Schatz, Medien Tenor: Von der Konjunktur- zur Strukurkrise? Präsentation beim 20. Sinclair-Haus-Gespräch, Bad Homburg 9./10.5.2003

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