KIT – Universität des Landes Baden-Württemberg und
nationales Forschungszentrum in der Helmholtz-Gemeinschaft
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ITAS2
Nichtwissen: empirische Beispiele
  Neulich bei der Vogelgrippe ....
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Nichtwissen: empirische Beispiele
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Nichtwissen: Systematisierung
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Bundesverfassungsgerichts im so genannten Kalkar-Urteil von
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Einleitung – Nichtwissen?
  Bedeutung von Nichtwissen:
  Nichtwissen verweist auf Fragen, deren Beantwortung sozial
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Gliederung
 Risikowahrnehmung / Risikokommunikation
 Risikokommunikation: EHEC
 Chemie im Alltag
 Geschichte: Chemie...
ITAS7
Risikowahrnehmung
  Keine „objektive“ Risikofeststellung, sondern
  Vielfältige Einflussfaktoren (u.a.)
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Risikowahrnehmung – Einschätzung Risiken
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  Zusammenspiel von Faktoren
  Soziale Risikoverstärkung (dynamisches Zusam...
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  Risikokommunikation
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Zitiert nach: Epp 2013
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Zitiert nach: Epp 2013
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Quelle: Epp 2013
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Böschen – Nichtwissen
Quelle: Epp 2013
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Quelle: Epp 2013
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Quelle: Epp 2013
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Quelle: Epp 2013
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Quelle: Epp 2013
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Quelle: Epp 2013
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Risikokommunikation: EHEC
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Gliederung
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 Risikokommunikation: EHEC
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  Durchgeführt für das Bundesinstitut für Risikobewertung
(BfR im Zeitraum 2008 - 2009)
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Chemie im Alltag: Übersicht Risikowahrnehmung
13.05.15
Quelle: BfR 2010a, S. 25
Böschen – Nichtwissen
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Chemie im Alltag: Imageprofil chemische Stoffe
13.05.15
Quelle: BfR 2010a, S. 26
Böschen – Nichtwissen
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Chemie im Alltag: Wahrnehmung Chemikalien im Alltag
13.05.15
Quelle: BfR 2010a, S. 28
Böschen – Nichtwissen
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Chemie im Alltag: Risikowahrnehmung – Produktgruppen
13.05.15
Quelle: BfR 2010a, S. 32
Böschen – Nichtwissen
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Chemie im Alltag: Risikowahrnehmung – Handlungspraxis
13.05.15
Quelle: BfR 2010a, S. 42
Böschen – Nichtwissen
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Chemie im Alltag: Risikowahrnehmung – Handlungspraxis
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ITAS31
Chemie im Alltag: Verantwortlichkeitszuordnung
13.05.15
Quelle: BfR 2010a, S. 51
Böschen – Nichtwissen
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Chemie im Alltag: Verantwortlichkeitszuordnung
13.05.15
Quelle: BfR 2010a, S. 52
Böschen – Nichtwissen
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EHEC / Chemie im Alltag
  Zwischenfazit aus den Beispielen
  Risikomündiger Bürger:
  Menschen wissen Nutzen zu sch...
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 Risikowahrnehmung / Risikokommunikation
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Geschichte: Chemieunfall Griesheim 1993
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Geschichte: Chemieunfall Griesheim 1993
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Geschichte: Chemieunfall Griesheim 1993
2) Ereignis und Kommunikation
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Geschichte: Chemieunfall Griesheim 1993
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Geschichte: Chemieunfall Griesheim 1993
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Geschichte: Chemieunfall Griesheim 1993
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Geschichte: Chemieunfall Griesheim 1993
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  Differenz: Diskurs, Narration und Meta-Narration
  Diskurs: jemand erzählt jemandem etwas ü...
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Diskurs und Narration
  Plot der Erzählung
  Synthese ganz unterschiedlicher Ereignisse und
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Diskurs und Narration
  Bedeutung von Narrationen
  Erfahrungsräume und Erwartungshorizonte (Koselleck)
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Diskurs und Narration
  Narrative und Öffentliche Kultur I: Öffentlichkeit und ihre
Funktionen
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Diskurs und Narration
  Narrative und Öffentliche Kultur II: Öffentliche Kultur, was
ist das?
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Diskurs und Narration
  Bedeutung von Erzählungen zur Strukturierung des
öffentlichen Raums – Warum?
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Diskurs und Narration
  Bedeutung von Erzählungen zur Strukturierung des
öffentlichen Raums – wie?
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Gliederung
 Risikowahrnehmung / Risikokommunikation
 Risikokommunikation: EHEC
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  Risikokommunikation – Wandel Randbedingungen I
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Risikokommunikation – wie weiter?
  Risikokommunikation – Wandel Randbedingungen II
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Risikokommunikation – wie weiter?
  Risikokommunikation – Wandel Randbedingungen III
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Risikokommunikation – wie weiter?
  Risikokommunikation – Wandel Randbedingungen:
Konsequenzen?
  Anforderungen an ...
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Herzlichen Dank für Ihre Aufmerksamkeit !
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Böschen – Nichtwissen
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Nichtwissen: soziologische Systematisierung
Argumentum ad ignorantiam
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Abschlussformulierung
Wenn die Techn...
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  Demnach erzielt die Satire durch Ironie ihre Wirkung. Sie will
systematisch die Erwartungen d...
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Anthropologisches Argument
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Stefan Böschen - Nichtwissen. Chancen der Wissensproduktion, Risiken der Wissenskommunikation

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Vortrag im Rahmen der Ringvorlesung "Wissenschaftskommunikation erforschen" der Abteilung Wissenschaftskommunikation am Institut für Germanistik des Karlsruher Institut für Technologie (KIT).

Gehalten am 07. Mai 2015 von PD Dr. Stefan Böschen (ITAS, Karlsruher Institut für Technologie).

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Stefan Böschen - Nichtwissen. Chancen der Wissensproduktion, Risiken der Wissenskommunikation

  1. 1. KIT – Universität des Landes Baden-Württemberg und nationales Forschungszentrum in der Helmholtz-Gemeinschaft ITAS (Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse) www.kit.edu Nichtwissen: Chancen der Wissensproduktion, Risiken der Wissenskommunikation Stefan Böschen Ringvorlesung Wissenskommunikation SoSe 2015
  2. 2. ITAS2 Nichtwissen: empirische Beispiele   Neulich bei der Vogelgrippe .... Zwei Hühner Sind Tot - Was bedeutet das? à Herausforderungen (Nicht-)Wissenskommunikation? 13.05.15 Böschen – Nichtwissen
  3. 3. ITAS3 Nichtwissen: empirische Beispiele   2011 .... EHEC.... Menschen Erkranken (3.842) Sterben (53) - EHEC ! Woher kommt es? Gurken?! – Sprossen !! à Herausforderungen (Nicht-)Wissenskommunikation? 13.05.15 Böschen – Nichtwissen
  4. 4. ITAS4 Nichtwissen: Systematisierung   Nichtwissen Bundesverfassungsgerichts im so genannten Kalkar-Urteil von 1978. Wir befinden uns „immer nur auf dem neuesten Stand unwiderlegten möglichen Irrtums“ (BVerfGE 49, 89, 143).   Formen von Nichtwissen verstehen lernen (Wehling 2006):   Nichtwissen als die andere Seite des Wissens   Nichtwissen und Risiko à Nichtwissen (Kenntnis; zeitliche Stabilität)   Nichtwissen als soziale Zuschreibung à Nichtwissen (Intentionalität) 13.05.15 Böschen – Nichtwissen
  5. 5. ITAS5 Einleitung – Nichtwissen?   Bedeutung von Nichtwissen:   Nichtwissen verweist auf Fragen, deren Beantwortung sozial bedeutungsvoll ist (sei es für Wissenschaft, Ökonomie, Staat, Öffentlichkeit)   Nichtwissen verweist auf die Grenzen wissenschaftlichen Wissens und damit ungewohnte Bearbeitungsprobleme   Herausforderung der (Nicht-)Wissenskommunikation:   Nichtwissen wird in Prozessen öffentlicher Kommunikation konstruiert.   Grenzen der Kontrolle bekennen – ohne Vertrauen in Problembewältigung unterminieren. 13.05.15 Böschen – Nichtwissen
  6. 6. ITAS6 Gliederung  Risikowahrnehmung / Risikokommunikation  Risikokommunikation: EHEC  Chemie im Alltag  Geschichte: Chemieunfall Griesheim  Diskurs und Narration  Risikokommunikation – wie weiter? 13.05.15 Böschen – Nichtwissen
  7. 7. ITAS7 Risikowahrnehmung   Keine „objektive“ Risikofeststellung, sondern   Vielfältige Einflussfaktoren (u.a.)   Unsicherheit ... Nichtwissen   Neuheit   Schwere der Effekte   Kontrolloptionen   Freiwilligkeit 13.05.15 Böschen – Nichtwissen
  8. 8. ITAS8 Risikowahrnehmung – Einschätzung Risiken 13.05.15 Böschen – Nichtwissen
  9. 9. ITAS9 Risikowahrnehmung – Kontextebenen 13.05.15 Böschen – Nichtwissen
  10. 10. ITAS10 Risikowahrnehmung / Risikokommunikation   Zusammenspiel von Faktoren   Soziale Risikoverstärkung (dynamisches Zusammenwirken unterschiedlicher sozialer Prozesse)   Risiko-Ereignisse entstehen durch Kommunikation   Schlüsselrolle medialer Kommunikation   Konstitution von Risiko-Wahrnehmung durch mediale Regeln 13.05.15 Böschen – Nichtwissen
  11. 11. ITAS11 Risikowahrnehmung / Risikokommunikation   Risikokommunikation   Risikokommunikation ist integraler Bestandteil von Prozessen der Regelung von Risiken (von der Vorphase bis nach Umsetzung der Maßnahmen)   Kommunikationsziel: interessierten BürgerInnen die Chance einer persönlichen Beurteilung jeweiliger Risiken zu erlauben (Hinweis auf bekannte Faktizitäten, unaufgeklärte Unsicherheiten, vertretbare Interpretationsspielräume) 13.05.15 Böschen – Nichtwissen
  12. 12. ITAS12 Gliederung  Risikowahrnehmung / Risikokommunikation  Risikokommunikation: EHEC  Chemie im Alltag  Geschichte: Chemieunfall Griesheim  Diskurs und Narration  Risikokommunikation – wie weiter? 13.05.15 Böschen – Nichtwissen
  13. 13. ITAS13 Risikokommunikation: EHEC 13.05.15 Böschen – Nichtwissen Zitiert nach: Epp 2013
  14. 14. ITAS14 Risikokommunikation: EHEC 13.05.15 Böschen – Nichtwissen Zitiert nach: Epp 2013
  15. 15. ITAS15 Risikokommunikation: EHEC 13.05.15 Böschen – Nichtwissen Quelle: Epp 2013
  16. 16. ITAS16 Risikokommunikation: EHEC 13.05.15 Böschen – Nichtwissen Quelle: Epp 2013
  17. 17. ITAS17 Risikokommunikation: EHEC 13.05.15 Böschen – Nichtwissen Quelle: Epp 2013
  18. 18. ITAS18 Risikokommunikation: EHEC 13.05.15 Böschen – Nichtwissen Quelle: Epp 2013
  19. 19. ITAS19 Risikokommunikation: EHEC 13.05.15 Böschen – Nichtwissen Quelle: Epp 2013
  20. 20. ITAS20 Risikokommunikation: EHEC 13.05.15 Böschen – Nichtwissen Quelle: Epp 2013
  21. 21. ITAS21 Risikokommunikation: EHEC 13.05.15 Böschen – Nichtwissen Quelle: Epp 2013
  22. 22. ITAS22 Risikokommunikation: EHEC   Zwischenergebnis   Bürger vertrauen prinzipiell Behördenhandeln   Wechsel bei Verzehrsempfehlungen überraschend unproblematisch   Bedeutung klassischer Medien in diesem Fall für die Informationssuche 13.05.15 Böschen – Nichtwissen
  23. 23. ITAS23 Gliederung  Risikowahrnehmung / Risikokommunikation  Risikokommunikation: EHEC  Chemie im Alltag  Geschichte: Chemieunfall Griesheim  Diskurs und Narration  Risikokommunikation – wie weiter? 13.05.15 Böschen – Nichtwissen
  24. 24. ITAS24 Studie Chemie im Alltag   Durchgeführt für das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR im Zeitraum 2008 - 2009)   Projektpartner: Hopp & Partner und SINE-Institut   Empirische Basis:   Fokusgruppen   Repräsentativbefragung der deutschen Bevölkerung mit CATI-Methode   Ausgesuchte Ergebnisse: Risikowahrnehmung und Handlungspraxis 13.05.15 Böschen – Nichtwissen
  25. 25. ITAS25 Chemie im Alltag: Übersicht Risikowahrnehmung 13.05.15 Quelle: BfR 2010a, S. 25 Böschen – Nichtwissen
  26. 26. ITAS26 Chemie im Alltag: Imageprofil chemische Stoffe 13.05.15 Quelle: BfR 2010a, S. 26 Böschen – Nichtwissen
  27. 27. ITAS27 Chemie im Alltag: Wahrnehmung Chemikalien im Alltag 13.05.15 Quelle: BfR 2010a, S. 28 Böschen – Nichtwissen
  28. 28. ITAS28 Chemie im Alltag: Risikowahrnehmung – Produktgruppen 13.05.15 Quelle: BfR 2010a, S. 32 Böschen – Nichtwissen
  29. 29. ITAS29 Chemie im Alltag: Risikowahrnehmung – Handlungspraxis 13.05.15 Quelle: BfR 2010a, S. 42 Böschen – Nichtwissen
  30. 30. ITAS30 Chemie im Alltag: Risikowahrnehmung – Handlungspraxis 13.05.15 1. Das Verbraucherwissen ist handlungspraktisch organisiert. 2. Das Wissen über Chemie wird eher über (Gefahren-)Symbole als über abstraktes Wissen gespeichert. 3. Die Hersteller sind aus Sicht der Verbraucher die Hauptverantwortlichen für die Produktsicherheit. 4. Staat und Verbraucherschutzverbände werden für die Regeleinhaltung verantwortlich gemacht. 5. REACH ist den Verbrauchern unbekannt. Quelle: BfR 2010a, S. 46 Böschen – Nichtwissen
  31. 31. ITAS31 Chemie im Alltag: Verantwortlichkeitszuordnung 13.05.15 Quelle: BfR 2010a, S. 51 Böschen – Nichtwissen
  32. 32. ITAS32 Chemie im Alltag: Verantwortlichkeitszuordnung 13.05.15 Quelle: BfR 2010a, S. 52 Böschen – Nichtwissen
  33. 33. ITAS33 EHEC / Chemie im Alltag   Zwischenfazit aus den Beispielen   Risikomündiger Bürger:   Menschen wissen Nutzen zu schätzen   Menschen zeigen differenziertes Risikobewusstsein   Menschen verhalten sich nicht prinzipiell risikoavers, sind nicht prinzipiell technikfeindlich   Entscheidender Einfluss des Faktors Freiwilligkeit / Autonomie   Bedeutung kultureller Faktoren (z.B. Unterscheidung Natur / Kultur) 13.05.15 Böschen – Nichtwissen
  34. 34. ITAS34 Gliederung  Risikowahrnehmung / Risikokommunikation  Risikokommunikation: EHEC  Chemie im Alltag  Geschichte: Chemieunfall Griesheim  Diskurs und Narration  Risikokommunikation – wie weiter? 13.05.15 Böschen – Nichtwissen
  35. 35. ITAS35 Geschichte: Chemieunfall Griesheim 1993 1) Ereignis 22. Februar 1993, Rosenmontag. Verhinderung einer Explosion, dabei 10t des Farbvorproduktes ortho-Nitroanisol über die Stadtteile Schwanheim und Goldstein „abgeblasen“, -> „Gelber Regen“ 13.05.15 Böschen – Nichtwissen
  36. 36. ITAS36 Geschichte: Chemieunfall Griesheim 1993 2) Ereignis und Kommunikation Hoechst, PR: Stoff „mindergiftig“ Dpa: Stoff sei laut US-Studie „krebserregend“ Es wird bekannt: Mitarbeiter Hoechst beteiligt an Studie über diesen Stoff für das UBA Fischer: „Geheimniskrämerei“ 13.05.15 Böschen – Nichtwissen
  37. 37. ITAS37 Geschichte: Chemieunfall Griesheim 1993 2) Ereignis und Kommunikation Sanierungsarbeiten Dann: Nächster Unfall (24.02.) „Erinnerungen an Seveso und Sandoz“ (FR) ... „Störfallserie“ – „schwarze Serie“ -> Ereignisketten und Kontrollverlust 13.05.15 Böschen – Nichtwissen
  38. 38. ITAS38 Geschichte: Chemieunfall Griesheim 1993 3) Unfallserie bei Hoechst 13.05.15 Böschen – Nichtwissen
  39. 39. ITAS39 Geschichte: Chemieunfall Griesheim 1993 4) Ministerielles Aufräumen a) Umweltminister Joschka Fischer Zitieren Konzernspitze: Sicherheitskonzept Sofortprogramm Anlagenüberwachung Forderung „geschlossene Kreisläufe“: Sicherheit nicht zu Lasten von Umwelt b) Sozialministerin Heide Pfarr Aufräumarbeiten: Schutzanzüge tragen 13.05.15 Böschen – Nichtwissen
  40. 40. ITAS40 Geschichte: Chemieunfall Griesheim 1993 5) Vergebung – Runde 1 a) Bekenntnis: 10 berechtigte Fragen an die Hoechst AG (1. März) b) Reue: Offizielle, dezidierte Entschuldigung Wolfgang Hilgers bei Anwohnern (4. März) c) Umkehr: 10-Punkte-Programm Sicherheit, Schulung und Kommunikation (8. April) -> Übernahme aller Forderungen des Umweltministeriums ... Aber: Zwischenrufe 13.05.15 Böschen – Nichtwissen
  41. 41. ITAS41 Geschichte: Chemieunfall Griesheim 1993 6) Irrlichtern: Hilgers a) „Lebensphilosophische“ Relativierung: Gastbeitrag Hilgers in FR: Murphys Law, „alles was passieren kann, wird irgendwann einmal passieren.“ (16. März) b) Der Uneinsichtige, Rede Hilgers auf der Aktionärsversammlung von Hoechst (27. April): Relativierung Regulierung: „einfältige politische Konzepte“ und: Töpfer habe „entweder keine Ahnung von den gesetzlichen Vorschriften oder von der Realität in Unternehmen“ Unfälle lediglich „statistische Häufung“ kein Schicksal 13.05.15 Böschen – Nichtwissen
  42. 42. ITAS42 Geschichte: Chemieunfall Griesheim 1993 7) Vergebung – Runde 2 a) Bekenntnis: Neue Konzernspitze – Ökonom Dormann (9. Juni) („Palastrevolution“) b) Reue: Gesprächskreis Höchster Nachbarn etablieren (14. Juni) c) Umkehr: von retrospektiver zu proaktiver Kommunikation ... Allerdings Epidemiologie-Studie erst 8. Oktober – 1994! -> Entwicklung anderer Kommunikationskultur und Anerkennen anderer Wissensakteure 13.05.15 Böschen – Nichtwissen
  43. 43. ITAS43 Geschichte: Chemieunfall Griesheim 1993   Zwischenergebnis   Hoechst: Fortschritt durch Wissenschaft, Bekämpfung von Fortschrittsfeinden („Lager der Öko-Stalinisten“), einsamer Riese -> Plot der Geschichte: Tragödie   Kritiker: Regulierer (Umweltminister) (unerwartete Helfer), Umweltbewegung, Lokale Akteure – David- gegen-Goliath-Situation; Täter: Höchst: „Der verstockte Gigant“ (Der Spiegel 12/1993) – „Giftfabriken“ kontrollieren -> Plot der Geschichte: Romanze 13.05.15 Böschen – Nichtwissen
  44. 44. ITAS44 Gliederung  Risikowahrnehmung / Risikokommunikation  Risikokommunikation: EHEC  Chemie im Alltag  Geschichte: Chemieunfall Griesheim  Diskurs und Narration  Risikokommunikation – wie weiter? 13.05.15 Böschen – Nichtwissen
  45. 45. ITAS45 Diskurs und Narration   Differenz: Diskurs, Narration und Meta-Narration   Diskurs: jemand erzählt jemandem etwas über die Welt (Akt des Erzählens).   Narration: die Konfiguration von Ereignissen zu einer zusammenhängenden Geschichte.   Meta-Narrativ: „Große Erzählungen“ im Sinne Lyotards; etwa: Fortschritt, Menschenwürde, Schlüsseltechnologie (‚Schlüssel zum Erschließen von Zukunft‘). 13.05.15 Böschen – Nichtwissen
  46. 46. ITAS46 Diskurs und Narration   Plot der Erzählung   Synthese ganz unterschiedlicher Ereignisse und Vorkommnisse in den Rahmen einer Geschichte   Aufbau einer zeitlichen wie räumlichen Ordnung   Figur (Menschen; CO2), Aktanten-Rollen (Held) Relationen, Handlungsmuster, Kausalitäten, Konflikte ... Matrix = Plot à Jede Geschichte hat ihren Plot – jede Geschichte hat ihr Personal. 13.05.15 Böschen – Nichtwissen
  47. 47. ITAS47 Diskurs und Narration   Bedeutung von Narrationen   Erfahrungsräume und Erwartungshorizonte (Koselleck)   Erfahrungsräume werden narrativ konstituiert, sind aber auch material verkörpert   Erwartungshorizonte werden überhaupt nur narrativ generiert à In der Erzählung für das Publikum werden nicht nur Erfahrungsräume präsentiert, sondern spezifische Erwartungshorizonte aufgespannt. 13.05.15 Böschen – Nichtwissen
  48. 48. ITAS48 Diskurs und Narration   Narrative und Öffentliche Kultur I: Öffentlichkeit und ihre Funktionen   Öffentlichkeit: „Artikulation von Problemen und Forderungen und der Formulierung von Politiken.“ (Peters 2007: 43)   Funktionen von Öffentlichkeit -> Transparenz -> Validierung -> Orientierung 13.05.15 Böschen – Nichtwissen
  49. 49. ITAS49 Diskurs und Narration   Narrative und Öffentliche Kultur II: Öffentliche Kultur, was ist das?   Öffentliche Kultur: „Reservoir an Symbolen, Bedeutungen, Wissen und Werten“ (Peters 2007: 45), die für ein Öffentlichkeitskollektiv bedeutungsvoll sind   Ordnungen des Sagbaren -> Relevante Ereignisse -> Etablierte Symbole -> Plausible Plots 13.05.15 Böschen – Nichtwissen
  50. 50. ITAS50 Diskurs und Narration   Bedeutung von Erzählungen zur Strukturierung des öffentlichen Raums – Warum?   Geschichten: Sinnhafte Organisation von Welt   Dramaturgie von Geschichten: Orientierung   Sortieren und Deuten von Fakten   Das Personal wird im Sozialen Raum aufgestellt   Entwicklungsperspektiven werden bewertet und in Bezug zur geltenden Ordnung gestellt   Begeisterung <-> Besorgnis 13.05.15 Böschen – Nichtwissen
  51. 51. ITAS51 Diskurs und Narration   Bedeutung von Erzählungen zur Strukturierung des öffentlichen Raums – wie? https://www.youtube.com/watch?v=oHQu3SeUwUI 13.05.15 Quelle: Mölders 2013 Böschen – Nichtwissen
  52. 52. ITAS52 Gliederung  Risikowahrnehmung / Risikokommunikation  Risikokommunikation: EHEC  Chemie im Alltag  Geschichte: Chemieunfall Griesheim  Diskurs und Narration  Risikokommunikation – wie weiter? 13.05.15 Böschen – Nichtwissen
  53. 53. ITAS53 Risikokommunikation – wie weiter?   Risikokommunikation – Wandel Randbedingungen I   Komplexes mediales / öffentliches Feld   Feld als Kampfraum um Aufmerksamkeit und Deutungshoheit (vgl. Bourdieu)   Balancierung von Chance / Gefahr   Wandel der „Gegner“: Investigativer Journalismus (z.B. Newsroom ProPublica) 13.05.15 Böschen – Nichtwissen
  54. 54. ITAS54 Risikokommunikation – wie weiter?   Risikokommunikation – Wandel Randbedingungen II   Neujustieren der Fortschrittserzählung   Nachlassen Duldensbereitschaft („blindes“ Vertrauen)   Optionen aktiven Vertrauens   Individualisierung („EGO“; Schirrmacher)   Gesteigerte Bereitschaft zur Optimierung individueller Nutzenkalküle?   Nachlassende Bereitschaft zur Fremdübernahme von Risiken? 13.05.15 Böschen – Nichtwissen
  55. 55. ITAS55 Risikokommunikation – wie weiter?   Risikokommunikation – Wandel Randbedingungen III   Schwierigkeiten authentischer Rede:   Offensichtliches: Exxon-Chef Rex Tillerson glühender Verfechter des Frackings <-> Aktivist gegen Fracking vor der eigenen Haustür (FAZ 26.02.2014)   Subtiles: strukturelle Unterstellungen (Opponenten: Unternehmen kennen keine nicht-interessengebundene Rede)   Ansprüche an ausgewogene Risikokommunikation? 13.05.15 Böschen – Nichtwissen
  56. 56. ITAS56 Risikokommunikation – wie weiter?   Risikokommunikation – Wandel Randbedingungen: Konsequenzen?   Anforderungen an Risikokommunikation   Ereignisse unterbrechen tendenziell Kontinuitätsvertrauen   Krisen und Nichtwissen als Entwicklungsgeschichten bewältigen   Krise als Ausnahme / bewältigbare Situation   Rückgewinnung von Kontrolloptionen   Anerkennen von Deutungsdifferenz 13.05.15 Böschen – Nichtwissen
  57. 57. ITAS57 Herzlichen Dank für Ihre Aufmerksamkeit ! 13.05.15 Böschen – Nichtwissen
  58. 58. ITAS58 Nichtwissen: soziologische Systematisierung Argumentum ad ignorantiam 13.05.15 Abschlussformulierung Wenn die Technologien irgendwie schädlich wären, hätte man dies mittlerweile in den Studien nachgewiesen Man hat aber keine Schäden gefunden. Also: die Technologie ist unschädlich – sicher Rückfragen 1)  Waren die Untersuchungen ausreichend? 2)  Stimmt es, daß wirklich nichts gefunden wurde? 3)  Sollten wir diesen Stand der Dinge akzeptieren, auch wenn er keine abschließende Sicherheit bietet? Nein, denn die Methodik der bisherigen Studien war unzureichend. Es gibt konkrete Mängel. Nein, denn gegen die bisherigen Studien gibt es generelle Einwände. Technisch-wissen- schaftliche Einwände Moralisch-politische Einwände Quelle: Jens Soentgen Böschen – Nichtwissen in soziologischer Perspektive
  59. 59. ITAS59 Plott-Möglichkeiten   Demnach erzielt die Satire durch Ironie ihre Wirkung. Sie will systematisch die Erwartungen des Lesers an den „normalen“ Ausgang der Geschichte enttäuschen. Wille und Bewusstsein des Menschen erweisen sich hier in der Regel als zu schwach, angesichts der anstehenden Aufgaben.   Die Komödie reagiert auf eine Bedrohung, die durch die Wiederherstellung der in Frage gestellten Ordnung überwunden wird. „In der Komödie“, schreibt White (1991: 23), „erscheint die Hoffnung als befristeter Triumph des Menschen über seine Welt durch die Aussicht auf gelegentliche Versöhnungen der in der Gesellschaft und der Natur wirkenden Kräfte.“   Die Romanze entfaltet das Drama eines Helden, der seine Erfahrungswelt überschreiten muss, um die Bedrohung oder Herausforderung an ihn, durch Prozesse der Selbstfindung zu überwinden. In der Regel siegt hier der vermeintlich schwache Held über das übermächtige Böse.   In der Tragödie wird der Untergang des Protagonisten zumeist als Lehrstück für das Publikum inszeniert. 13.05.15 Böschen – Nichtwissen
  60. 60. ITAS60 Anthropologisches Argument   Mensch und Problemlösen (Popper)   Problemlösen zwischen Erfahrung und Entwurf: Spannung zwischen Erfahrungsraum und Erwartungshorizont (Koselleck 1995)   Wirklichkeitsbezug vermittelt: keine Auskunft über Wirklichkeit, sondern nicht funktionierende Entwürfe   Lob der Routine ! 13.05.15 Böschen – Nichtwissen

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