E government in Bayern

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E government in Bayern

  1. 1. eGovernment in Bayern Auf dem Weg zur Spitze Open Data Open Government IT-Konsolidierung Dokumentenmanagement Nationaler IT-Gipfel eGovernment-Pakt Anzeigensonderveröffentlichung Dezember 2011
  2. 2. eGovernment-Wissen jederzeit & überall www.eGovernment-Computing.de das Informationsportal für eGovernment und Verwaltungsmodernisierung in Deutschland, für Ihre Mobiles automatisch optimiert. Neben tagesaktuellem Entscheider- wissen „on demand“ bietet der „Habbel-Blog“ „Randnotizen zu eGovernment und Verwaltungsmodernisierung“. Und: Ihre Meinung zu aktuellen Entwicklungen im Public Sector ist im Forum gefragt. • Aktuelle News • Webcasts • Whitepapers • Best Practices tagesaktuell auch auf http://mobil.eGovernment- Computing.de Registrieren Sie sich kostenlos, um alle Angebote unbeschränkt zu nutzen www.facebook.com/egovcomde www.twitter.com/egovcomde *)
  3. 3. 3 DDeshalb freut es mich besonders, dass der Nationale IT-Gipfel am 6. Dezember nach München kommt. Dies ist für uns sowohl eine hohe Auszeichnung als auch ein Ansporn, unsere IT-Kompetenz im interna- tionalen Wettbewerb mit nachhaltigem Engagement weiterzuentwickeln und zu verbessern. Denn nach wie vor zeichnet sich die Informations- und Kommu- nikationstechnologie durch hohe Stimulanz für den technologischen Fortschritt in anderen Branchen aus und stellt damit einen wichtigen Motor für die Stärkung unseres Wirtschaftsstandorts Deutschland im globalen Wettbewerb dar. Während des Jahres haben die neun Arbeitsgruppen des Gipfels mit Spitzenvertretern der deutschen Wirtschaft standortpolitische Themen zu IT und eGovernment vorbereitet. In diesem Rahmen wollen wir auch bayerische Themen vorstellen und insbesondere unsere Leuchtturm- projekte „Digitales Bildungsnetz“ und „Grenzübergreifendes eGovern- ment für den Schwerlastverkehr“ präsentieren. In Zusammenarbeit mit unseren Partnern wollen wir der Bundeskanzlerin, aber auch ande- ren Entscheidungsträgern in Politik, Wirtschaft und Verwaltung, unsere kreativsten IT-Lösungen zur Verwaltungsmodernisierung vorführen, aus denen sich auch Geschäftsmodelle für die Wirtschaft ableiten lassen. Wegweisend ist auch die Art der Zusammenarbeit im Rahmen des Gipfels. Politik und Verwaltung arbeiten deutschlandweit mit führen- den Wirtschaftsunternehmen sowohl auf der Entscheider- als auch auf den Arbeitsebenen zusammen, um wichtige Zukunftsfelder und Techno- logien zu adressieren, die unsere digitale Informationsgesellschaft prägen werden. Bereits jetzt möchte ich allen Mitwirkenden am Gipfel für Ihr Engage- ment herzlich danken und freue mich auf einen interessanten Verlauf. Grußwort Staatssekretär Franz Josef Pschierer Die Informations- und Kommunikationstechnologie zählt mit Steigerungsraten von jährlich bis zu zehn Prozent zu den größten Wachstumsmärk- ten der nächsten Jahre. Sie bietet der Ver- waltung und der Wirtschaft auch in Zukunft die Chance, ihre Geschäftsprozesse weiter zu optimieren und noch flexibler zu gestalten. Ihr Franz Josef Pschierer, MdL Finanzstaatssekretär und IT-Beauftragter der Bayerischen Staatsregierung
  4. 4. 4 eGovernment in Bayern 27 6 Inhaltsverzeichnis 8 10 14 24 Schwerlastverkehr ohne Grenzen Schwerlasttransporte über Staatsgrenzen hinweg sind nicht zuletzt auch deshalb „schwer“, weil für einen Transport mit sperrigen oder gefährlichen Gütern Genehmigungen bei unterschiedlichen Behörden in verschiedenen Ländern notwendig sind. Ein neues Verfahren – das Österreich und Bayern gemeinsam entwickeln – soll das erstmals ändern. Nur wer Sicht hat kann steuern! Das IT-Controlling der bayerischen Staatsverwaltung soll den IT-Verantwortlichen die richtigen Informationen zum richtigen Zeitpunkt und damit zusätzliche Entscheidungs- grundlagen liefern. Dazu hat der Freistaat in Zusammen- arbeit mit der TU München, der Staatskanzlei, den Ressorts und Rechenzentren ein tragfähiges Konzept erarbeitet. Bayerns Weg ins eGovernment Bereits 1994 startete der Freistaat seine Initiative „Bayern- Online“. Die Rund-um-die-Uhr-Verfügbarkeit von Infor- mationen und Leistungsangeboten im Internet wurde zum Meilenstein einer neuen Kommunikationskultur mit Behörden und Verwaltungsinstanzen. IT-Gipfel macht Schule Digitales Bildungsnetz Bayern: Durch den IT-Sektor wird die Innovationskraft der Wirtschaft enorm vorangetrieben. So gibt es kaum noch einen Beruf, den man ohne Computer oder moderne Kommunikationsmittel ausüben kann. 20 18 16 22 Open Government und seine Umsetzung in Bayern In spätestens zehn Jahren werden mehr als 95 Prozent der erwachsenen Bevölkerung in Europa und den USA das Internet und seine Dienste aktiv und regelmäßig nutzen. Eine konsequente Strategie zur Umsetzung der Prinzipien von Open Data und Open Government ist da so zwingend wie folgerichtig. Der Freistaat Bayern hat die ersten Schritte bereits getan. Netzdialog Bayern – Ein Forum mit Zukunft! Die Fachtagung im Bayerischen Landtag „Maximilianeum“ zeigte Bürgern, Politik, Verwaltung und Wirtschaft neue Wege in die vernetzte Informationsgesellschaft auf. Erfolgsfaktor IT-Konsolidierung Die Bayerische Staatsregierung begann 2003 mit einer grundlegenden Neuausrichtung ihres IT-Betriebs. Ausge- hend von der Überlegung, dass ein dezentraler Betrieb der Server Synergien fast unmöglich macht, wurde eine IT-Stra- tegie für die gesamte Staatsverwaltung definiert. Herausforderung eGovernment Die AKDB hat sich zu einem führenden kommunalen IT- Dienstleister entwickelt. Vorstandvorsitzender Alexander Schroth im Interview. Bürgerservice braucht Vertrauen Eine durch den Nationalen IT-Gipfel in Auftrag gegebene Studie untersucht „Zukunftsbilder der digitalen Welt“. Ana- lysiert wurden auch die Chancen digitaler Bürgerbüros. Impressum ... und Inserentenverzeichnis
  5. 5. 5 DDamit die Gelder bewilligt werden, bedarf es ei- ner Antragstellung durch den Landwirt: Dies erfolgt in der Regel einmal im Jahr mit dem sogenannten Mehrfachantrag. Dieser umfasst unterschiedliche Fördermaßnahmen: Kulturlandschafts-, Vertrags- naturschutzprogramm oder beispielsweise Betrieb- sprämien..Das Genehmigungsverfahren stellte bis- her für viele Betriebe eine Hürde dar. Um dies zu vereinfachen, unterstützt der IT-Dienstleister T-Sys- tems mit einer neu entwickelten SOA-Lösung (Ser- vice-Oriented Architecture) das Land Bayern bei der Vergabe von z. B. EU Fördergeldern. Im Antragsjahr 2011 wurden bereits 27% der 116000 „Mehrfachan- träge“ online gestellt. Letztes Jahr war diese Quote noch bei 12% und hat sich damit mehr als verdop- pelt. Als Ziel für nächstes Jahr wird jedoch „50+x%“ anvisiert. Agrarförderung auf neuen IT-Beinen Um dies zu erreichen und von den Vorteilen des neuen Systems schnell profitieren zu können, wird die vorhandene heterogene Anwendungslandschaft auf eine moderne Java-Plattform mit Web-Oberflä- che überführt. Neben der leichteren Antragstellung und der besseren Datenqualität, können neue sich laufend ändernde Vorgaben schneller umgesetzt werden. Als Basis dafür dienen moderne Java-Web- Frameworks in Verbindung mit relationalen Daten- banksystemen. „Eine Herausforderung stellt auch die Integration von Geo-Daten bei dem geforderten Mengengerüst und den Performanceanforderungen dar“, so Albert Spitzer, verantwortlicher Referatslei- ter im Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten. Zusätzliche Dienstleistung für den Landwirt Mit dem verbesserten Webzugang, wird es dem Landwirt ermöglicht, unter anderem seine förderfä- higen Flächen bereits direkt in die Berechnung ein- fließen lassen. Der gesamte Antrag kann so online er- stellt und an das zentrale Fördersystem des Ministe- riums übermittelt werden, beschreibt Albert Spitzer einige der Vorteile. Der Landwirt kann jederzeit im Jahr auf seine Hofdaten zugreifen, wodurch sich die Arbeiten während der eigentlichen Antragsphase re- duzieren. Zudem können bestimmte Datenbereiche für fremde Dienstleister (z.B. Vermieter von land- wirtschaftlichen Maschinen) freigeben werden. Dies hat Vorteile bei der Logistik landwirtschaftlicher Be- triebe und es spart Kosten. Ein weiterer Grund der Reorganisation ist dem demografischen Wandel geschuldet. Die bisher ein- gesetzen Systeme sind veraltet und es stehen kaum noch Experten zur Verfügung, die z.B. Natural oder PL/1 beherrschen. Zusätzlich wird der Betrieb von Host-Systemen immer kostspieliger. „Die Zusammenarbeit zwischen T-Systems und dem Staatsministerium funktioniert hervorragend. Das Projektteam unter Leitung der T-Systems besteht aus Mitarbeitern beider Partner. Jeder Projektschritt ist abgestimmt und verläuft auf Basis eines gemein- samen Projektplans“, freut sich Albert Spitzer. Mittelfristig soll das System in einer einheitlichen Anwendungsarchitektur münden, in der Sachdaten und GIS-Daten integriert sind. T-Systems International GmbH Guenther.Niederreiter@t-systems.com Verwaltung 2.0 – Bayerische Landwirte erhalten europäische Fördermittel online durch SOA Die Erzeugung hochwertiger Lebensmittel, die Lieferung erneuerbarer Energien, die Pfle- ge der Kulturlandschaft – die Landwirte sind heute mit sehr vielfältigen Anforderungen kon- frontiert. Damit sie diese Herausforderungen bewältigen können, ist eine finanzielle Unter- stützung über Agrarfördermaßnahmen der EU und des Freistaates Bayern notwendig. Das Land Bayern hat schon länger erkannt, dass die Verwaltung zu ihren Bürgern - in diesem Fall den Landwirten - kommen muss und nicht umgekehrt.Verwaltungsmo- dernisierung ist hier das Stichwort. Anzeige
  6. 6. 6 eGovernment in Bayern IIn Deutschland und in Österreich kann der geplante Transport über die Fachverfahren VEMAGS und SOTRA online angezeigt und die Genehmigung be- antragt werden. Ein Transport und zwei Antragsver- fahren. Im Bereich des Schwerlasttransportes gibt es in Europa derzeit kein einziges grenzüberschrei- tendes elektronisches Beantragungs- und Genehmi- gungsverfahren. Ein Transport, ein Antrag In Anlehnung an den „Europäischen eGovernment- Aktionsplan 2011-2015“, der unter anderem das Ziel hatte, den europäischen Binnenmarkt und die Mobilität der Unternehmen und Bürger zu bele- ben, sollen die beiden Systeme miteinander gekop- pelt werden. Mithilfe des Konzepts „Prozessdaten- beschleuniger (P23R)“ der Technischen Universität München (TUM) sollen die Systeme VEMAGS und SOTRA unter einem Portal zusammengeführt wer- den, um somit die Beantragung und die Genehmi- gung von grenzüberschreitenden Schwerlasttrans- porten für Speditionen effizienter zu gestalten. Ziel des Projektes „Grenzüberschreitende Beantragung und Genehmigung von Schwerlasttransporten“ des Freistaats Bayern, des Landes Oberösterreich und der Technischen Universität München sowie den in der Arbeitsgruppe 3 des IT-Gipfels vertretenen Fir- men ist: ein Transport, ein Antrag. Ein zentrales Portal Speditionen sollen über ein zentrales Portal Schwer- lasttransporte zwischen Deutschland und Öster- reich beantragen können und auf diesem Wege auch die Genehmigungen erhalten. Der Prozessdaten- beschleuniger übernimmt als zentrale Intelligenz die Verteilung der erforderlichen Antragsdaten an die länderspezifischen Fachanwendungen. Auf dem Nationalen IT-Gipfel möchte der Frei- staat zusammen mit dem Land Oberösterreich, der TUM sowie der Firmen ]init[ AG und Software AG ei- nen Prototyp für ein zentrales Portal zur grenzüber- schreitenden Beantragung und Genehmigung von Schwerlasttransporten mit einer intelligenten Da- tenverteilung an die Fachverfahren VEMAGS und SOTRA präsentieren. Der Prototyp ist mehr als nur eine Machbarkeitsstudie. Er zeigt, dass das Konzept desProzessdatenbeschleunigersinderRealitätgrenz- überschreitende Prozesse beschleunigen kann. Zum anderen ist er ein Beitrag zur Umsetzung des „Euro- päischen eGovernment-Aktionsplans 2011-2015“. Schwerlasttransporte über Staatsgrenzen hinweg sind nicht zuletzt auch deshalb „schwer“, weil für einen Trans- port mit sperrigen oder gefährlichen Gütern Genehmigungen bei unterschiedlichen Behör- den in verschiedenen Ländern notwendig sind. Eine Spedition, die mit einem Transport von Sperrgütern von Hamburg nach Linz beauftragt wurde, muss sowohl in Deutschland als auch in Österreich einen Genehmigungsantrag mit ver- schiedenen notwendigen Angaben zum Transport stellen. IT-Gipfel verkehrt: Schwerlastverkehr ohne Grenzen Quelle:Sapsiwai-Fotolia.com Der IT-Beauftragte der Bayerischen Staatsregierung
  7. 7. 7 V Anzeige Verborgen in erlaubten Dateiformaten schleusen An- greifer Schadcode von außen über Email, Web oder mobilen Umgebungen wie USB-Sticks oder PDAs in das Unternehmen ein. Der Benutzer bemerkt diese Angriffe nicht und wird dadurch ungewollt zum In- nentäter. Werden alle kritischen Inhalte von außen strikt verboten, wird die Sicherheit zum Arbeits-Ver- hinderer. Eine sichere Alternative zum rigiden Ver- bot ist die geeignete Kombination von Virtualisie- rung, Applikationskontrolle, Contentkontrolle und Verschlüsselung. Daten sind der „Rohstoff“ des 21. Jahrhunderts. Datenklau ist ein lukrativer Zweig aktueller Wirt- schaftskriminalität – nicht erst seit WikiLeaks Millio- nen Spenden für die Veröffentlichung von Daten öf- fentlicher Auftraggeber erhält und nebenbei die Re- putation beteiligter Organisationen schädigt. Daten von bester Qualität haben den höchsten „Wieder- verkaufswert“ – und Behörden und Kommunen be- sitzen Daten bester Qualität. Es gibt Innen- und Au- ßentäter - und Mechanismen, wie man „von außen“ den Mitarbeiter zum unbewussten Mittäter macht. Einige dieser Mechanismen sind in der letzten Zeit durch die Presse gegangen: PDF-Dateien, die Schad- software enthalten, Schwachstellen im Internet-Ex- plorer oder auch unsichere Verschlüsselungen auf Memory Sticks. Allerdings gehören auf modernen Arbeitsplätzen auch sicherheitskritische Aktionen zum effizienten Arbeiten dazu – sei es das freie Herunterladen von Anwendungen und Plug-Ins aus dem Internet oder das Installieren von Anwendungen, die man von Partnern, Kunden oder Dritten bekommen hat. Neue Anwendungen können für den Arbeitsablauf wesent- liche Inhalte enthalten – aber natürlich auch Schad- code enthalten. Damit ein Anwender seine Aufga- ben schnell und direkt von seinem Arbeitsplatz aus- führen kann, muss er die kritischen Aktionen sofort durchführen, kann aber deren Kritikalität nicht ein- schätzen. Executables in dem Format *.exe sind da- bei nur die Spitze des Eisberges – Makros in Excel- Dateien, JAVA-Skript in PDF-Dateien oder einfach in Word-Dokumente eingebettete, ausführbare Pro- gramme können genauso gefährlich sein. 1. Automatisches Erkennen von kritischen Ele- menten – auch eingebettet z. B. in Word-Doku- menten oder in verschlüsselten zip-Archiven. 2. Vollständiges Überführen mit dem entspre- chenden Kontext (z. B. ganze CD zur Installation) in die dafür geeignete virtualisierte Umgebung in Echtzeit (hinter einer Firewall, in der DMZ, lokal für Fremdanwendungen unterwegs ...) ohne zu- sätzliche Benutzerinteraktion. 3. Automatische, sichere Steuerung des Datenflusses in den beiden beteiligten Netzen / Umgebungen (produktiv und virtualisiert), so dass Drucken und Datenübergabe geeignet abgesichert ist. Sicherheit ohne Behinderung der IT-Prozesse – moderne Cyber Abwehr Öffentliche Auftraggeber besitzen Daten bester Qualität und sind des- halb den Angriffen der Daten-Piraten beson- ders intensiv ausgesetzt. Leider kann auch der loyale Mitarbeiter Opfer dieser versteck- ten Angriffe werden, ohne es zu bemerken. Or- ganisatorische Maßnahmen greifen hier nicht – die Haftung bleibt aber trotzdem bestehen. Technische IT-Sicherheit gegen den Anwender ist teuer. Dabei ist es einfach aktuelle Cyber- Abwehr ohne merkbare technische Einschrän- kung durchzuführen, dabei ist es zwingend notwendig, organisatorische Sicherheitsmaß- nahmen technisch zu unterstützen. Mehr zur patentierten Security Suite der itWatch: Info@itWatch.de, Tel.: 089/62030100 itWatch GmbH Quelle: Sashkin - Fotolia.com
  8. 8. 8 eGovernment in Bayern MMit dem Rahmenkonzept liegt erstmals eine Grund- lage für ein ressortübergreifendes IT-Controlling vor. Dieses Konzept wird im Rahmen des 2011 begon- nenen Echtbetriebs sukzessive weiter verfeinert. We- sentliche Elemente des Rahmenkonzeptes IT-Con- trolling sind: Der modulare Ansatz mit einem Rahmenkonzept IT-Controlling als Basis für ressortspezifische IT- Controlling-Konzepte, die von den jeweiligen Mi- nisterien nach Bedarf erstellt werden können. Dies ermöglicht auf Ressortebene eine flexible Anpassung an spezifische Rahmenbedingungen und Anforderungen. Die aus der IT-Landesstrategie systematisch ab- geleiteten gemeinsamen Ziele, deren Umsetzung durch das IT-Controlling unterstützt wird sowie die gemeinsam entwickelten Kennzahlen als Messgröße für die Zielerreichung. Diese unter- teilen sich in flächendeckend verpflichtend zu er- hebende Kennzahlen (Mindeststandard) für den Informationsbedarf der ressortübergreifend täti- gen IT-Stabsstelle und weiterführende optionale Kennzahlen als Hilfestellung für die Verwaltungs- praxis in den einzelnen Ressorts. Kennzahlen vermitteln Informationen in knapper Form, die jedoch einer eingehenden Analyse und In- terpretation bedürfen, damit sie einen Aussagewert für die Praxis besitzen und als Entscheidungsgrund- lage herangezogen werden können. Die drei Baustei- ¡ ¡ ¡ ne (Daten, Analyse, Interpretation) sind daher im- mer als Einheit anzusehen. Das Rahmenkonzept unterscheidet Kosten- und Leistungskennzahlen jeweils in Absolutwerten und Relationen. Beispiele sind Software- und Hard- warekosten, Personalkosten, Anzahl an IT-Mitarbei- tern sowie IT-Arbeitsplätzen und Endnutzern. Zu je- der Kennzahl gibt es einen ausführlichen Steckbrief, der Grundlage für die jeweiligen Erhebungen bildet und eine einheitliche Vorgehensweise bei den Erhe- bungen sicherstellt. Die Ergebnisse der Datenerhebung werden mit den IT-Verantwortlichen der Staatskanzlei, der Res- sorts und der Rechenzentren in Einzelgesprächen er- örtert und bereits ersten Analysen unterzogen. Ein weiterer wichtiger Schritt ist der ressortüber- greifende IT-Controlling-Workshop, der dem Erfah- rungs- und Informationsaustausch dient. Dabei wer- den steuerungsrelevante Fragestellungen in Klausur besprochen, weitere Handlungsanforderungen auf- gezeigt und Best-Practice-Ansätze offen diskutiert. Obwohl das IT-Controlling als dauerhaftes Steu- erungsinstrument erst 2011 in die Praxis eingeführt worden ist und damit noch am Anfang steht, lassen sich bereits wichtige Ergebnisse ableiten. Wichtige Beispiele sind die aus kameralen Haushaltsplänen nur schwer ableitbaren IT-Gesamtkosten der bayerischen Staatsverwaltung (ca. 420 Millionen Euro für das Geschäftsjahr 2010) gegliedert nach Hardware-, Software und Personalkosten, der prozentuale Anteil an Betreuungs- und Ent- wicklungspersonalkosten an den IT-Gesamtkos- ten für das Geschäftsjahr 2010 (gegenwärtig 21 Prozent Betreuungspersonalkosten, 15 Prozent Entwicklungspersonalkosten, 24 Prozent sonstige IT-Personalkosten), die wiederum Aussagen zum optimalen Personaleinsatz geben können, der Überblick über die Betreuungsquote und Nut- zungsintensitäten erkennbar aus der Gesamtzahl an IT-Arbeitsplätzen (rd. 120.000) sowie die hier- mit verbundene Betreuungsquote innerhalb der einzelnen Ressorts sowie rechenzentrumsspezifische Kennzahlen, die eine Aussage über Nutzerorientierung sowie Kundenzufriedenheit widerspiegeln. Die Weiterentwicklung aussagekräftiger Kennzahlen betrachten wir als ein wichtiges Instrument, die IT- Strategie im Freistaat Bayern nachhaltig umzusetzen und fortzuschreiben. ¡ ¡ ¡ ¡ Ein Controlling in der Informations- und Kom- munikationstechnik (IT-Controlling) der bay- erischen Staatsverwaltung soll den IT-Verant- wortlichen die richtigen Informationen zum richtigen Zeitpunkt und damit zusätzliche Ent- scheidungsgrundlagen liefern. Dazu ist in den vergangenen Jahren in Zusammenarbeit mit dem Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik der TU München (Prof. Dr. Krcmar) ein Rahmen- konzept für das IT-Controlling gemeinsam mit Staatskanzlei, Ressorts und Rechenzentren er- arbeitet worden. Dieses Konzept wird nunmehr schrittweise in die Praxis umgesetzt. Nur wer Sicht hat kann steuern! Der IT-Beauftragte der Bayerischen Staatsregierung
  9. 9. 9 Durchgängige eVergabe in einzelnen Schritten Anzeige BBekanntestes Aushängeschild des Verlags ist jedoch die Bayerische Staatszeitung mit dem Bayerischen Staatsanzeiger. Als Wochenzeitung für Politik, Wirt- schaft, Kommunales, Bauen und Kultur informiert sie über aktuelle Entwicklungen in Bayern und liefert die dazugehörigen Hintergrundberichte. Die monat- lich erscheinende Beilage „Unser Bayern“ betrach- tet den Freistaat in kulturhistorischer Hinsicht. Im Übrigen wird die Bayerische Staatszeitung im kommen- den Jahr 2012 ihr 100-jäh- riges Bestehen feiern Neu strukturiert unter dem Stichwort eServices bie- tetderVerlagseinkomplettes Leistungsspektrum nicht nur Auftraggebern der öffent- lichen Hand und der priva- tenWirtschaft,sondernauch den an Ausschreibungen in- teressierten Unternehmen an. Die elektronische Ver- gabeplattform unter www. Staatsanzeiger-eServices.de ist bei über 1800 Vergabe- stellen in Bayern im Einsatz. Von der Bekanntmachung über die duale Verteilung der Vergabeunterlagen (Print on demand und/oder Download mit Zugangsdaten) bis zur elektronischen Angebotsannahme bietet die eVergabeplattform al- les, was Ausschreiber und Bieter brauchen. Der als ASP-Lösung konfigurierte eService offeriert alle not- wendigen und hilfreichen Schnittstellen zu den Ver- öffentlichungsplattformen der EU und des Bundes - bis hin zur gedruckten Veröffentlichung im Bay- erischen Staatsanzeiger. Für die beschränkten und freihändigen Vergaben können die teilnehmenden Vergabestellen auf über 4000 registrierte und zertifi- zierte Unternehmen zugreifen, sowie die gewünsch- ten Firmen einladen und zur Angebotsabgabe auf- fordern. Den registrierten Vergabestellen stehen so- wohl die editierbaren Vergabeformulare der Obers- ten Baubehörde im Freistaat Bayern, als auch die des Boorberg Verlages CertiForm zur Verfügung. Durch „einen“ Mausklick informieren Vergabestellen ih- ren individuellen Bedürfnissen entsprechend über Änderungen von Vergaben online und offline, und geben Submissionsergebnisse bekannt. Nähern Sie sich schrittweise der durchgängigen eVergabe. Die eVergabeplattform www.Staatsanzeiger-eServices.de erleichtert allen Vergabestellen den Zugang und die Anwendung der durchgängigen elektronischen Ver- gabe. Für gerade einmal 155 Euro sichern sie sich die Teilnahme auf der eVergabeplattform www.Staats- anzeiger-eServices.de und erhalten zudem noch den kompetenten telefonischen Support rund um das Thema Vergabe. Ausschreibungen, Bekanntmachungen, Vergaben,VOB,VOL,VOF – Schlagworte aus dem Vergabewesen. Dies gehört seit je- her zur Kernkompetenz des Verlags Baye- rische Staatszeitung GmbH aus München. Als Dienstleister an der Schnittstelle von öffentlicher Hand und Privatwirtschaft im Freistaat Bayern bietet das Tochterunter- nehmen, Staatsanzeiger ONLINE LOGISTIK GmbH, aber nicht nur den kompletten eSer- vice rund um die eVergabe; Formulare für die öffentliche Verwaltung – Ihr Bürgerser- vice gehören neben der Einbindung eines kommunalen Druckerdienstes seit jüngster Zeit ebenso ins Portfolio. Staatsanzeiger ONLINE LOGISTIK GmbH Prager Straße 1, 82008 Unterhaching Tel: (+49) 89/69 39 07-0 E-Mail: vertrieb@staatsanzeiger-eservices.de Web: www.staatsanzeiger-eservices.de 3 auf einen Klick DIE NEUEN ANGEBOTE DER www.Staatsanzeiger-eServices.de eVergabe eFormulare Kommunaldruck ÜBER 1800 VERGABESTELLEN AUF IHRER HOMEPAGE FÜR IHRE BÜRGER DIE SPEZIAL-DRUCKEREI FÜR IHRE KOMMUNE
  10. 10. 10 eGovernment in Bayern UUm die Geschäftsprozesse und die IT-Infrastruktur der Behörden des Freistaats im Rahmen eines ganz- heitlichen Ansatzes zu verbessern, haben wir im Jahr 2002 die „eGovernment-Initiative“ ins Leben geru- fen. Ziel war es, die elektronischen Verwaltungs- leistungen konsequent nutzerorientiert auszubauen und dabei vor allem die bayerischen Kommunen als „Hauptlieferanten“ von Verwaltungsleistungen in- tensiv einzubinden. Hierfür haben wir den eGovern- ment-Pakt mit den kommunalen Spitzenverbänden als Kommunikationsplattform geschaffen. Staatli- che Verwaltung und Kommunen wirken gemeinsam daran mit, die Servicequalität im Verwaltungshan- deln mithilfe der Informationstechnik zu verbessern. Das bayerische Verwaltungsportal www.verwaltung. bayern.de erschließt dem Bürger das umfangreiche Gesamtangebot an Verwaltungsleistungen – 24 Stun- den pro Tag an 365 Tagen im Jahr und unabhängig von Öffnungszeiten und örtlichen Zuständigkeiten – komfortabel und einfach strukturiert nach gängigen Lebens- beziehungsweise Geschäftslagen. Der eGov- ernment-Pakt wird regelmäßig fortgeschrieben, um den wandelnden Bedürfnissen in der Gesellschaft nachzukommen. Ergänzend wird ein regelmäßiger „eGovernment- Dialog“ mit der Wirtschaft geführt, um gemeinsam mit den Unternehmen Bürokratiehürden abzubau- en. Dabei steht im Vordergrund, dass relevante Infor- mationen für geschäftliche Entscheidungen unkom- pliziert auffindbar sind: Auf dem „Dienstleistungsportal Bayern“ www. eap.bayern.de können sich Dienstleister über alle für ihre Tätigkeit erforderlichen Formalitäten und Verfahren sowie über die zuständigen Behörden informieren. Sämtliche Informationen können nach dem Prinzip des „single point of contact“ auch über einen sogenannten „Einheitlichen An- sprechpartner“ abgerufen werden. Dadurch wer- den bürokratische Hindernisse abgebaut und die FörderungdesgrenzüberschreitendenDienstleis- tungsverkehrs im EU-Binnenmarkt ermöglicht. In einem nächsten Schritt werden wir auch den Aus- tausch von Informationen und Dokumenten zwi- schen den Dienstleistern, dem Einheitlichen An- sprechpartner und den zuständigen Genehmi- gungsbehörden vollständig auf elektronischem Weg abwickeln können. Mit dem Gewerbemeldungsverfahren GEWAN haben wir in Zusammenarbeit mit den Wirt- schaftskammern und den kommunalen Spitzen- verbänden erreicht, dass Gewerbemeldungen in Bayern elektronisch abgewickelt und automa- tisch an die empfangenden Stellen weitergelei- tet werden können. In naher Zukunft werden wir diesen Prozess noch weiter vereinfachen und be- schleunigen, indem die Gewerbetreibenden ihre ¡ ¡ Bereits im Jahr 1994 startete der Freistaat seine Initiative „Bayern- Online“. Frühzeitig sollte die Euphorie des an- brechenden Internetzeitalters genutzt werden, um mithilfe der neuen technischen Möglich- keiten die Entwicklung von Web-Angeboten und Online-Diensten der Verwaltung voranzutreiben. Die Rund-um-die-Uhr- Verfügbarkeit von Informationen und Leistungs- angeboten im Internet wurde zum Meilenstein einer neuen Kommunikationskultur mit Behörden und Verwal- tungsinstanzen. Bayerns Weg ins eGovernment Der IT-Beauftragte der Bayerischen Staatsregierung
  11. 11. 11 Meldungen wahlweise bei den Kommunen oder bei den Wirtschaftskammern mit voller Rechts- wirkung durchführen können und die Empfangs- stellen besser aufbereitete Daten zur leichteren Weiterverarbeitung in ihren Vorort-Systemen er- halten. Eine wesentliche Entlastung für Unternehmen bei der Teilnahme an öffentlichen Ausschrei- bungen ist die elektronische Vergabe. Sämtliche Stufen eines behördlichen Vergabeverfahrens – von der Veröffentlichung der Angebote bis hin zur Zuschlagserteilung und dem Vertragsschluss mit dem Anbieter – können nun elektronisch durch- geführt werden. Dies schafft mehr Transparenz im Verfahren und Vereinfachungen für die Bieter. Im Standortinformationssystem SISBY (www.sis- by.de) der Bayerischen Industrie- und Handels- kammern steht ansiedlungswilligen Firmen und Investoren mit aufschlussreichen Standortexpo- sés eine wertvolle Planungsgrundlage für Stand- ortentscheidungen zur Verfügung. ¡ ¡ Bildmaterial:TheBlowfishInc-Fotolia.com »Seite 12 Die Welle mobiler Geräte erreicht das Behördenumfeld WWie in Unternehmen bringen iPhone und iPad auch für Behördenmitarbei- ter Vorzüge mit sich, durch die die täg- liche Arbeit effektiver erledigt werden kann. Nicht selten werden dabei pri- vate Geräte eingesetzt, wenn die IT- Abteilungen iPhones und iPads nicht bereitstellen. Die Herausforderung besteht für Behörden nun darin, die Geräte in die IT-Infrastruktur zu inte- grieren und die zentralen Aspekte – Sicherheit und Management – zu be- werkstelligen. Dabei können sie auf die Erfahrungen und Best Practices der Unternehmen zurückgreifen und darauf aufbauen. Mit Mobile-Device- Management-Lösungen von Dritther- stellern ist es jedoch nicht getan. Auf- grund der hohen Sicherheitsstandards von Behörden ist eine speziell auf diese Anforderungen zugeschnittene ganzheitliche und mehrgleisige Mobi- le-Device-Strategie unerlässlich. Die für die Strategie erforderliche Kompetenz kann intern aufgebaut oder über einen IT-Dienstleister wie Computacenter abgedeckt werden. Bei der Wahl des richtigen Dienstleis- ters sind dessen langjähriges Know- how bei der Beratung, Implemen- tierung und dem Betrieb von IT-Lö- sungen und Prozessen in Behörden und Verwaltungen sowie spezialisier- te Kenntnisse über die Security-Pa- rameter im öffentlichen Sektor uner- lässlich. Zusätzlich notwendig sind Er- fahrungen bei der Integration mobiler Endgeräte. DieTrends„ConsumerisationofIT“ und „Bring your own Device“ werden sich fortsetzen. Behörden sollten sich diesen Entwicklungen nicht verschlie- ßen. Sinkende Budgets und steigende Anforderungen im Hinblick darauf, mehr Aufgaben in immer kürzerer Zeit zu erledigen, sprechen dafür. Im Wett- bewerb um qualifizierte Mitarbeiter steigt zudem die Bedeutung eines at- traktiven Arbeitsplatzes. Neuartige mobile Endgeräte, angeführt von Apples iPhone und iPad, sind längst Teil des privaten Alltags und werden zu- nehmend geschäftlich in Unternehmen eingesetzt. Was in den Vorstandsebenen begann, hat sich auf die Fachabteilungen und den Vertrieb ausgeweitet.Ausge- hend von dem Wunsch nach mehr Mobili- tät und Flexibilität ziehen nun die Behör- denleitungen nach. Während der Einsatz mobiler Geräte in der Wirtschaft ein stei- gender Trend ist, beginnt er in der öffent- lichen Verwaltung gerade erst. Die Autoren Rainer Respondek, Geschäftsfeldentwickler Öffentliche Auftraggeber, Computacenter AG & Co. oHG und Günter Kurth, Business Leader Mobile Business Solutions, Computacenter AG & Co. oHG Anzeige
  12. 12. 12 eGovernment in Bayern eGovernment-Infrastruktur und IT-Betrieb Neben der Bereitstellung von nützlichen eGovern- ment-Anwendungen haben wir auch die Moderni- sierungderverwaltungsinternenIT-Infrastrukturvor- angetrieben. So wurden die bayerischen Behörden- kommunikationsnetze – als elementares Rückgrat einer modernen Verwaltung und eines kundenorien- tierten eGovernment – neu ausgeschrieben und auf eine zukunftsfähige technische Basis umgestellt. Da- mit wurden eine leistungsfähigere Vernetzung un- serer Behörden mit höheren Bandbreiten und gleich- zeitig eine Kosteneinsparung von mehr als 40 Prozent im laufenden Betrieb erreicht. Die höheren Band- breiten und eine Leitungsverschlüsselung unterstüt- zen den zentralen IT-Betrieb in unseren beiden staat- lichen Rechenzentren, wodurch im Zusammenspiel mit entsprechenden Virtualisierungstechniken ein effizienterer Ressourceneinsatz, ein erhöhtes Sicher- heitsniveau sowie ein verbesserter Kundenservice erreicht werden. Hierbei leisten wir durch optimier- te Serverauslastung verbunden mit niedrigerem Stromverbrauch sowie durch moderne Kühlsyste- me und Abwärmenutzung einen beträchtlichen Bei- trag zur Verringerung des CO2-Ausstoßes und damit zur Green IT. Unser Green-IT-Ansatz ist ganzheitlich ausgelegt und beginnt bereits bei der koordinierten Beschaffung von Geräten und Zubehör. Länderübergreifendes eGovernment Im Verlauf der weiteren Umsetzung der eGovern- ment-Initiative konnten wir durch den konse- quenten Ausbau elektronisch bereitgestellter Ver- waltungsleistungen, insbesondere auch im Rahmen bundeslandübergreifender Entwicklungskooperati- onen – wie etwa im Steuerverfahren ELSTER – einen wichtigen Beitrag zur Bürgerfreundlichkeit, Moder- nisierung unserer Verwaltung und zur Wettbewerbs- fähigkeit unseres Wirtschaftsstandorts leisten. Die globalen Herausforderungen unserer Zeit – Fi- nanzkrise, stark defizitäre öffentliche Haushalte, ver- kürzte technische Innovationszyklen verbunden mit einer wachsenden Nachfrage nach gut ausgebildeten Fachkräften, der demografische Wandel und nicht zuletzt der Klimawandel – stellen Wirtschaft, Ver- waltung und Politik vor Herausforderungen, die ge- meinsame, umfassende und länderübergreifend ab- gestimmte Maßnahmen erfordern. So hat die Euro- päische Union die Strategie „Europa 2020“ – und im Bereich IT und eGovernment – die Digitale Agenda beschlossen. Um diese strategischen Zielsetzungen in Deutschland umzusetzen, wurde die Zusammen- arbeit zwischen Bund und Ländern im IT-Bereich im Rahmen einer Grundgesetzänderung neu geordnet. IT hat in Deutschland Verfassungsrang! Als Ergebnis wurde im Jahr 2010 der IT-Planungsrat eingerichtet, der nun durch IT-Standardisierung und die Förde- rung länderübergreifender IT-Vorhaben sowie durch zentrale Sicherheitsvorgaben den weiteren Ausbau von eGovernment in Deutschland strategisch steu- ert. Einen wichtigen Meilenstein setzte dieses Gre- mium bereits mit der Verabschiedung der Natio- nalen eGovernment-Strategie, an deren Umsetzung wir derzeit intensiv mitarbeiten. Um die Zusammen- arbeit mit der EU-Kommission im Bereich gemein- samer eGovernment-Ziele zu verbessern, hat der IT- Planungsrat eine eigene Arbeitsgruppe eingerichtet, in die sich der Freistaat Bayern gestaltend einbringt. Transparenz und Teilhabe Ein wesentlicher Aspekt der neuen eGovernment- Strategien ist es, mehr als bisher das Kreativpotenzi- al der Gesellschaft für die Regierungs- und Verwal- tungsarbeit zu nutzen, um den beschriebenen Her- ausforderungen zu begegnen. Hierzu bedarf es ei- ner weitgehenden Öffnung des Staates hin zu mehr Transparenz und mehr Teilhabe der Bürger. Vor diesem Hintergrund wird den Themen Open Data und Open Government derzeit große öffent- liche Aufmerksamkeit geschenkt. Um diese Themen in Bayern stärker in den Fokus zu bringen, haben wir laufende eGovernment-Vorhaben auf diese Zielset- zung ausgerichtet und am 18. Juli 2011 zum ersten Mal den „Netzdialog Bayern 2011“ für Bürger, Politik und Wirtschaft veranstaltet, um neue Wege im eGov- ernment zu diskutieren (siehe auch die Beiträge zu „Open Data/Open Government“ und „Netzdialog – Ein Forum mit Zukunft“). Ausblick Wir werden uns demnächst auch mit den notwen- digen Grenzen von Open Government beschäftigen. Entscheidend wird hier sein, wo eine gewollte Bür- gerbeteiligung über Internetportale zu einem pro- blematischen Substitut demokratisch legitimierter Prozesse wird. Weiterhin gilt es, bestehende „Mo- dernisierungshürden“ abzubauen. So stehen der Nutzung moderner eGovernment Services vielfach noch Schriftformerfordernisse entgegen, die auf ihre rechtliche Notwendigkeit hin zu überprüfen sind. Deshalb arbeiten wir mit dem Bund und anderen Ländern an einem eGovernment-Gesetz. Die rechts- verbindliche Nutzung des elektronischen Identitäts- nachweises mit dem neuen Personalausweis soll ge- fördert werden. Es gilt zudem, die Potenziale der Mobilfunktech- nologie verstärkt für die Verwaltungsmodernisie- rung zu nutzen. Sie bietet uns die Chance, unsere » Bayerns Weg ins eGovernment
  13. 13. 13 Geschäfts- und Kommunikationsprozesse weiter zu optimieren und noch flexibler und kundenfreund- licher zu gestalten. In diesem Sinn werden wir unser eGovernment zum Mobile Government weiterent- wickeln, indem wir gezielt Applikationen für mobi- le Endgeräte bereitstellen und dadurch einen zusätz- lichen Mehrwert für Bürger und Wirtschaft erzie- len. Im Übrigen haben wir bereits damit begonnen, die LTE-Technik (Long Term Evolution) dazu zu nut- zen, um im Rahmen unserer Breitbandinitiative den ländlichen Raum mit schnellen Internetanschlüs- sen zu versorgen. Die erstmals veranstaltete Mobil- funk-Kongressmesse „Communication World 2011“ soll die Zusammenarbeit innovativer Unternehmen der Branche auch mit der Öffentlichen Verwaltung im Bereich mobiler Anwendungen fördern und in- tensivieren. Bei aller Bedeutung neuer, innovativer Techno- logien ist es aber auch wichtig, die Menschen auf dem Weg in die digitale Wissensgesellschaft mitzu- nehmen, um einer digitalen Spaltung der Gesell- schaft vorzubeugen. Die Bürger müssen in der Lage sein, mit den modernen digitalen Medien sicher und sachgerecht umzugehen. Deshalb haben wir in Bay- ern bereits frühzeitig die Initiative zur Förderung der Medienkompetenz im schulischen Bereich ergriffen. Unterstützt wird die Initiative durch das Projekt „Digitales Bildungsnetz Bayern“, in dem wir zusam- men mit unseren Projektpartnern Investitionen von mehr als 3,5 Millionen Euro vorsehen, um die erfor- derliche technische Infrastruktur bereitzustellen. Wir planen, weitere kompetente Projektpartner in ein „Bündnis für digitales Lernen“ einzubeziehen. Eine Ausweitung der Initiative auch auf außerschulische Bereiche ist vorgesehen. Als Gastgeber des 6. Nationalen IT-Gipfels am 6. Dezember 2011 in München haben wir eine ideale Gelegenheit, unsere eGovernment-Vorhaben deutschlandweit zu positionieren, und für zukunfts- weisende Projekte und Kooperationen zu werben. Insbesondere wollen wir die Themen des Gipfels in den unterjährig zusammentretenden Arbeitsgrup- pen unter intensiver Einbeziehung der Wirtschaft in- haltlich weiter voranbringen. ]init[ - Services for the eSociety U Anzeige Unsere größten Stärken bei der Um- setzung sind eine starke Verwaltungs- Expertise, große Flexibilität und ein umfassender Full-Service-Ansatz: ]init[ bietet das gesamte Spektrum moderner IT und digitaler Kommu- nikation aus einer Hand an. Unter unserem Leitmotiv „Services for the eSociety“ konzipieren und realisie- ren wir auf Basis moderner Informa- tions- und Kommunikationstechno- logien maßgeschneiderte Lösungen für föderale, nationale und internatio- nale Regierungen und Verwaltungen, NGOs sowie weitere gesellschaftliche Akteure. So leisten wir einen Beitrag dafür, dass der Freistaat Bayern neueste Standards und Technologien einsetzt und ein Vorreiter in einer modernen digitalen Kommunikation, Interaktion und Partizipation ist. Neben unserem Standort in Mün- chen ist ]init[ in Berlin, Mainz, Düssel- dorf, Brüssel und Abu Dhabi mit ins- gesamt über 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern vertreten. ]init[ wurde 1995 vom Vorstandsvorsitzenden Dirk Stocksmeier gegründet. Unsere Kunden in Bayern: Bayerische Staatskanzlei Bayerisches Staatsministerium der Finanzen Staatsministerium der Justiz und Verbraucherschutz Bayerisches Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Bayerisches Landesamt für Steuern Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung Landesamt für Vermessung und Geoinformation Bayern Oberste Baubehörde im Baye- rischen Staatsministerium des Innern Immobilien Freistaat Bayern Oberlandesgericht München ¡ ¡ ¡ ¡ ¡ ¡ ¡ ¡ ¡ ¡ Seit 2006 unterstützt ]init[ die Bayerische Staatsregierung bei der Konzeption, Gestaltung und Realisie- rung von Portalen und E-Government- Projekten. Mit unserer Niederlassung im Herzen Münchens zeigen wir große Kundennähe. Davon profitieren bay- erische Verwaltungen und Behörden, denen wir vor Ort unsere langjährige Erfahrung und übergreifenden Kom- petenzen in Beratungs-, Konzeptions- und Umsetzungsprojekten anbieten. Weitere Informationen ]init[ AG für Digitale Kommunikation Schönfeldstr. 8 80539 München Tel: 089/8904471-0 Fax: 089/8904471-90 E-Mail: muenchen@init.de www.init.de
  14. 14. 14 eGovernment in Bayern DDie neuen Technologien bergen aber auch für die Zukunft und damit für die kommenden Generati- onen noch unerschlossenes Potenzial. Daher gibt es seit über zehn Jahren bei Bund, Ländern und Kom- munen viele erfolgreiche Pilotierungen zum Einsatz digitaler Medien beim Lernen und Lehren. Schon das 2001 erstmals als Plattform für digitales Lernen auf der CeBIT einem internationalen Publikum vor- gestellte Mobile Vernetzte Klassenzimmer wurde in Bayern entwickelt. Ziel muss es nun sein, diese Er- kenntnisse für einen breiten Einsatz der IT in un- seren Schulen zu erschließen und zu nutzen. Der IT-Beauftragte der Bayerischen Staatsregie- rung, Staatssekretär Franz Josef Pschierer, und Kul- tusstaatssekretär Bernd Sibler sind sich einig: Der verantwortungsvolle und pädagogisch sinnvolle Um- gang mit der IT gehört neben Lesen, Schreiben und Rechnen zu den Kompetenzen, die wir unseren Kin- dern als Start für ein lebenslanges Lernen ebenfalls mitgeben müssen und wollen. In einem Sonderprojekt der Arbeitsgruppe 3 wur- de deshalb in einer Forschungskooperation zwi- schen dem Freistaat Bayern und Fujitsu ein Konzept zur Implementierung eines Digitalen Bildungsnetzes erarbeitet, das als Infrastruktur technische Unterstüt- zung zur Umsetzung pädagogischer Konzepte und Methoden für IT-gestützten Unterricht in der Schul-, Erwachsenen- und Berufsbildung bietet. Fujitsu-Vorstand Ruppert Lehner riet daher zu ei- ner konsequenten Ausrichtung des Projekts am Be- darf und den Anforderungen der Schulen, ihrer Lehr- kräfte, der Schülerinnen und Schüler sowie deren El- Die Informations- und Kommunikationstechnik hat in den ver- gangen Jahren unsere Arbeits- und Verhal- tensweise im privaten, öffentlichen und wirt- schaftlichen Sektor maßgeblich beeinflusst. Es gibt beispielsweise kaum einen Beruf, den man noch ohne Computer oder moderne Kommunikationsmittel ausüben kann. Gerade auf dem IT-Sektor wird die Innovationskraft unserer Wirtschaft enorm vorangetrieben. Der IT-Beauftragte der Bayerischen Staatsregierung IT-Gipfel macht Schule
  15. 15. 15 tern. Das Konzept deckt die Bereiche Technik und Pädagogik ebenso ab wie Fragestellungen der Finan- zierung. Mit dem Digitalen Bildungsnetz wird ein ganz- heitlicher Ansatz verfolgt, der eine IT-Bildungsplatt- form eingebettet in die Thematik „Digitales Lernen“ betrachtet: Technik und Pädagogik greifen damit op- timal ineinander – so werden Fehlinvestitionen ver- mieden. Die technische Basis bildet dabei eine sichere und hochverfügbare IT-Vernetzung aller beteiligten Ein- richtungen auf der Grundlage von „Virtual Private Networks“ (VPN). Dadurch werden Synergien im Be- trieb der notwendigen Systeme geschaffen. Voraussetzung für den Anschluss einer Bildungs- einrichtung an das „Bildungsnetz Bayern“ ist die Ein- haltung von Mindeststandards. Damit werden heu- te noch heterogene – und somit bei Wartung und Pflege kostenintensive – Insellösungen der Schulen vermieden. Ferner entstehen dadurch Synergieef- fekte, die es dem Sachaufwandsträger beispielswei- se erlauben, den Betrieb der schulinternen IT-In- frastrukturen bei Bedarf über mehrere Bildungsein- richtungen zu bündeln und gegebenenfalls an einen zertifizierten, regionalen Dienstleister (intern oder extern) auszulagern. Die Standardisierung ermögli- cht, die Wartung und Pflege der notwendigen IT-Sys- teme so wirtschaftlich wie möglich zu gestalten. Das Bildungsnetz kann ferner als Integrationsplattform zur Einbindung bereits bestehender IKT-Infrastruk- turen des Bildungsbereichs dienen. Gleichzeitig bleibt aber der pädagogische Frei- raum für selbstgesteuerte, personalisierte Lehr- und Lernprozesse erhalten und gestaltbar. Dazu wird das Digitale Bildungsnetz um etwa bereits bestehende pädagogische IT-Systeme –wie zum Beispiel Lern- plattformen, eine Online-Mediathek für kostenfreie Bildungsmedien und Kommunikations- und Pro- zessinfrastrukturen – erweitert. Lernende, Lehrende und Eltern erhalten so einen gesicherten und iden- tifizierten Zugang aus dem Internet zu den Inhalten und Diensten des Digitalen Bildungsnetzes. Insgesamt wird dabei folgende Architektur an- gestrebt, wie sie in der Grafik dargestellt wird. Transparenz, Kooperation, Nähe – die Technologien des Web 2.0 ermöglichen es den Behörden, enger an Bürger und Wirtschaft zu rücken. „Open Government ist für den Wirtschaftsstandort Deutschland ein Innovationstreiber. Es bietet ein enormes Potenzial, die Verwaltung gegenüber den Bürgern und der Wirtschaft aufzuwerten. Keine moderne Verwaltung kann sich dem heute verschließen. Daher engagiert sich MATERNA intensiv in diesem Bereich.“ Dr. Winfried Materna, Geschäftsführer MATERNA Wenn Sie an den Ergebnissen unserer Studie zur E-Partizipation interessiert sind, finden Sie weitere Informationen unter www.e-partizipation-studie.de. marketing@materna.de www.materna.de/opengovernment Mit Open Government näher am Bürger
  16. 16. 16 eGovernment in Bayern DDies ist eines der zentralen Ergebnisse der interna- tionalen Delphi-Studie 2030. Die größte Herausfor- derung dabei ist, die Digitale Spaltung zu überwin- den und Zugangsoptionen, Breitbandangebot und Kompetenz unabhängig von Bevölkerungsschichten, Herkunft oder Wohnort zu schaffen. Dabei ist die Entwicklung der Informationsgesellschaft kein Auto- matismus, der sich durch den rasanten Fortschritt technologischer Entwicklungen und dem einfachen Zugang zu Wissen über die Möglichkeiten des Inter- nets zwangsläufig einstellt. Eine stärkere Einbezie- hungderÖffentlichkeit,umdasInnovationspotenzial der Gesellschaft zu heben, wird der Schlüssel für künftige Innovationsprozesse sein. Förderung von Transparenz und Teilhabe Unbeschadet der Fortschritte, die wir durch unse- re eGovernment-Initiative bei der Verwaltungsmo- dernisierung in Bayern erzielt haben, gilt nun noch mehr als bisher, das Kreativpotenzial der Gesell- schaft für die Regierungs- und Verwaltungsarbeit zu nutzen, um den vielfältigen Herausforderungen des globalen Wandels zu begegnen. Hierzu sehen die Di- gitale Agenda der Europäischen Union sowie unse- re Nationale eGovernment-Strategie unter anderem eine weitgehende Öffnung des Staates hin zu mehr Transparenz und mehr Teilhabe der Bürger vor. Die Ergebnisse des eGovernment-Monitors 2011 weisen in dieselbe Richtung. So haben 68 Prozent der Befragten in Deutschland angegeben, in Zukunft On- line-Beteiligungsverfahren nutzen zu wollen. 64 Pro- zent der Befragten sehen allein schon darin Vorteile, sich schnell, einfach und überall über aktuelle Vorha- ben der Öffentlichen Hand informieren zu können. Die Beteiligungsmöglichkeit an Entscheidungen be- werten immerhin 51 Prozent als Vorteil. Vor diesem Hintergrund schenkt nicht nur der Freistaat Bayern den Themen Open Data und Open Government derzeit große Aufmerksamkeit. Um diese Themen in Bayern noch stärker in den Fokus zu bringen, habe ich zum einen laufende eGovern- ment-Vorhaben auf diese Zielsetzung ausgerichtet und zum anderen am 18. Juli 2011 zum ersten Mal den „Netzdialog Bayern 2011“ veranstaltet, um diese neuen Wege im eGovernment mit Bürger, Politik und Wirtschaft zu diskutieren. Open Data Folgende Open-Data-Angebote aus vielfältigen Be- reichen der Verwaltung stehen zur allgemeinen Nut- zung bereit: Im Portal BayernViewer-Bauleitplanung (www. bauleitplanung.bayern.de) erhalten Bauwillige, Planer und andere Interessierte die Möglichkeit, Bauleitpläne (insbesondere Bebauungspläne) der bayerischen Kommunen im Internet einzu- sehen. Vor dem Hintergrund von topografischen Karten und Luftbildern werden die Geltungsbe- reiche der Bauleitpläne dargestellt. Die Pläne, Le- genden und textliche Festsetzungen können im PDF-Format abgerufen werden. Die Bauleitpläne sind auch als sogenannte Web Services nutzbar. Damit können die Informationen zum Beispiel auch in das Standortinformationssystem SISBY der Bayerischen IHK integriert werden. Der Energie-Atlas Bayern (www.energieatlas. bayern.de) ist eine kostenfreie Informations- plattform im Internet rund um die Themen er- ¡ ¡ Die Informations- und Kommunikationstechnik (IKT) prägt mehr und mehr unser gesamtes Leben. Eine umfas- sende Vernetzung wird private, geschäftliche und öffentliche Bereiche noch stärker mitein- ander verbinden und damit sowohl die Ge- sellschaft als auch die Politik beeinflussen. In spätestens zehn Jahren werden mehr als 95 Prozent der erwachsenen Bevölkerung in Deutschland, Europa und den USA das Inter- net und seine Dienste aktiv und regelmäßig nutzen. Open Government und seine Umsetzung in Bayern Quelle: imageteam - Fotolia.com Der IT-Beauftragte der Bayerischen Staatsregierung
  17. 17. 17 neuerbare Energien, Energieeffizienz und En- ergiesparen. Er besitzt eine hohe wirtschaft- liche und ökologische Relevanz. Der Energie- Atlas Bayern soll Bürgern, Unternehmen und Kommunen als Grundlage zur Abschätzung von Energiepotenzialen und als Entscheidungshilfe für Schritte bei der Standortsuche, Planung, der Finanzierung und der rechtlichen Sicherung die- nen. Für den Energie-Atlas Bayern wurden zahl- reiche Informationen der Behörden digital aufbe- reitet und können von jedermann gebündelt ab- gerufen werden. Um den weiteren Ausbau der Breitbandversor- gung zu unterstützen, werden auf unserem Breit- bandportal (www.breitband.bayern.de) ausführ- liche Informationen zur Angebots- und Bedarfs- situation und zu Fördermöglichkeiten sowie Best- Practice-Beispiele angeboten. Ergänzend werden derzeit die geplanten kommunalen Baumaßnah- men und vorhandene Leerrohre georeferenziert erfasst und als Internetkarte aufbereitet. Damit können die Netzbetreiber diese Informationen in ihre Netzausbauplanungen einbeziehen und er- hebliche Tiefbaukosten sparen. Mit dem Geoportal Bayern (www.geoportal. bayern.de)bietetderFreistaateinenzentralenZu- gang zu Geodaten, Geodatendiensten und Geo- anwendungen für eine große Zahl von Informa- tionen bayerischer Behörden und der Wirtschaft. Es besteht aus einem Recherchetool und einem integrierten GeoViewer, in dem die recherchier- ten Informationen auf Hintergrundkarten direkt angezeigt werden können. Generell streben wir an, unsere Informations- angebote in den gängigen Datenformaten zur ¡ ¡ ¡ medienbruchfreien elektronischen Weiterverar- beitung zur Verfügung zu stellen. Aktuell arbeiten wir daran, die Angebote zu erweitern, im Hinblick auf eine Erleichterung des Zugangs miteinander zu verknüpfen und diese in einer zentralen Web- präsenz zu bündeln. Ein entsprechendes Online- Portal soll auf dem Nationalen IT-Gipfel in Mün- chen freigeschaltet werden. Open Government In einem weiteren Schritt wollen wir nicht nur Daten im Internet veröffentlichen, sondern den Bürger im Sinne von Open Government stärker an Regierungs- und Verwaltungsentscheidungen teilhaben lassen, um einerseits Transparenz und Vertrauen zu schaf- fen und andererseits sein Kreativpotenzial im bei- derseitigen Interesse besser zu nutzen. So haben wir im Jahr 2010 für unsere Zukunftsinitiative „Aufbruch Bayern“ eine erfolgreiche Beteiligungsplattform im Internet gestartet, auf der die Bürger ihre Ideen, Mei- nungen und Vorschläge zu den Themen Familie, Bil- dung und Innovation einbringen konnten. Weiter verspricht der Einsatz elektronischer Betei- ligungsverfahren bei öffentlichen Planungsvorhaben enorme Zeitersparnis und Effizienzgewinne. Dem- entsprechend haben wir ein Pilotprojekt zur Opti- mierung der Beteiligung der Träger öffentlicher Be- lange im Bebauungsplanverfahren auf den Weg ge- bracht. Die Bereitstellung von Planentwürfen im In- ternet ermöglicht eine interaktive Kommentierung durch die zuständigen Fachstellen und beschleunigt dadurch den Planungsfortschritt erheblich. Aus den Erfahrungen der Pilotprojekte werden wir weitere Planungen zum Open Government ableiten. Innovativ. Kraftvoll. Partnerschaftlich. Rudolf Schleyer Mitglied des Vorstands Alexander Schroth Vorstandsvorsitzender Die Bayerischen Kommunalen Spitzenverbände haben der AKDB bei ihrer Gründung 1971 den Auftrag mit auf den Weg gegeben, die Kommunen in allen Belangen der elektroni- schen Datenverarbeitung zu unterstützen. Die kommunale IT-Landschaft hat sich in vier Jahrzehnten in atemberaubendem Tempo verändert. Die AKDB ist den Herausforderungen dieses dynamischen Wandels immer mit der Entwicklung qualitativ hochwertiger, zukunftsweisender Produkte und Dienstleistun- gen begegnet. Im Bereich eGovernment nutzt die AKDB aktuell mit der Entwicklung des Bürgerservice- Portals die Chancen des neuen Personalausweises und bündelt die Bürgerdienste aus verschiedenen Fachbereichen. Das führt zu mehr Komfort für alle Bürger und zu einer spürbaren Entlastung der Verwaltungsmitarbeiter, wie das erfolgreiche Pilotprojekt bei der Stadt Ingolstadt gerade eindrucksvoll bewiesen hat. Sprechen Sie mit uns: 089 5903-0 40 Jahre Teil der kommunalen Familie
  18. 18. 18 eGovernment in Bayern MMit dem eintägigen Kongress gelang ein weiterer Schritt, wichtige Akteure zur Weiterentwicklung des bayerischen eGovernment noch enger einzubinden. In hochkarätig besetzten Vorträgen und Diskussions- runden wurde beleuchtet, wie durch die neuen kon- zeptionellen und technischen Ansätze staatliches Handeln transparenter gemacht und die gesellschaft- liche Teilhabe an politischen Entscheidungsprozes- sen gefördert werden könnte. Hierzu wurde mehr- fach auf die Initiative „Stuttgart 21“ Bezug genom- men, in welcher die Bürger ihr Recht auf Mitsprache massiv zum Ausdruck gebracht hatten. In diesem Zu- sammenhang wurde auch die Frage aufgeworfen, in- wieweit derartige Ansätze für die verfassungsmä- ßig legitimierten demokratischen Prozesse zu einem Problem werden könnten. Open Data versus Datenschutz? Hierzu führte der bayerische IT-Beauftragte Fol- gendes aus: „Die Herausforderung für Politik, Ver- waltung und IT-Fachleute wird sein, Open Govern- ment in bestehende Kommunikationsstrategien und -prozesse zu integrieren und so Mehrwerte zu schaf- fen. Dabei sollen bewährte Kommunikationskanäle nicht ersetzt, sondern sinnvoll ergänzt werden.“ Ein weiterer Diskussionspunkt war, inwieweit die immer intensiver werdende Kommunikation im In- ternet noch einer Reglementierung – etwa im Hin- blick auf Personalisierung, Datenschutz und der Wahrung von dienstlicher Vertraulichkeit – zu un- terziehen sei. Die anwesenden Experten vertraten hier ganz unterschiedliche Standpunkte: Das Spek- trum reichte von einer weitgehenden bis zu keiner- lei Reglementierung. Angesichts der anhaltenden Entwicklungsdynamik der Informationstechnologie wurde die Frage aufgeworfen, welche Daten in Zu- kunft im Netz kursieren sollen und wer darauf zu- greifen beziehungsweise diese nutzen dürfe. Das Ge- meinwohl sei hier gegen Partikularinteressen abzu- wägen. Der kontroverse Charakter der geäußerten Meinungen ist wohl als Hinweis zu werten, dass die gesellschaftliche Diskussion an dieser Stelle noch in vollem Gange ist. Anwesende Bürgermeister wiesen daraufhin, dass von kommunaler Seite zwar durchaus Interesse und Bereitschaft zur Schaffung von Transparenz und öf- fentlicher Teilhabe gegeben sei, jedoch aufgrund bis- lang noch fehlender technischer Voraussetzungen insbesondere kleinere Gemeinden auf Unterstüt- zung bei der Aufbereitung und Präsentation öffent- licher Daten angewiesen seien. Staatssekretär Pschierer konnte hierzu jedoch be- reits Abhilfe in Aussicht stellen, indem er ankündi- gte, noch im Jahr 2011 die erste Version eines ein- heitlichen Online-Zugangs zu öffentlichen Daten in Im Juli 2011 hat der IT-Beauftragte der Bayerischen Staats- regierung, Finanzstaatssekretär Franz Josef Pschierer, den „Netzdialog Bayern“ im Baye- rischen Landtag ins Leben gerufen. Ziel der Fachtagung für Bürger, Politik,Verwaltung und Wirtschaft war es, im Kreise von Experten und Entscheidern Wege, zur Nutzung von Open Gov- ernment, Open Data, Social Media und – damit verbunden – in die vernetzte Informationsgesellschaft aufzuzeigen. Netzdialog Bayern – Ein Forum mit Zukunft! Franz Josef Pschierer, Finanzstaatssekretär und IT-Beauftragter der Bayerischen Staatsregierung Der IT-Beauftragte der Bayerischen Staatsregierung
  19. 19. 19 Bayern zum Einsatz zu bringen. Dies wer- de in enger Zusammenarbeit mit den kom- munalen Spitzenverbänden angegangen und auch weiterhin fortgeführt. Aufgrund der hohen Resonanz der Teilnehmer und der Qualität der geführten Diskussion hat der IT-Beauftragte entschieden, den Netz- dialog im kommenden Jahr fortzusetzen und strate- gisch auszubauen, um frühzeitig richtungweisende Entwicklungen in den Bereichen Open Data, Open Goverment und Social Media mit Politik, Wissen- schaft und der Web-2.0-Gemeinde aufzugreifen und gemeinsam mit den Kommunen und der Wirtschaft einer Umsetzung zuführen zu können. Auch in den Pausen prägten rege Diskussionen der Teilnehmer das Bild der Veranstaltung Fotos: mk/vio Diskussionsrunde: Dr. Hans-Peter Uhl, innenpolitischer Sprecher der CDU/ CSU-Bundestagsfraktion, Franz Josef Pschierer; Prof. Dr. Helmut Krcmar, TU München; Anke Domscheit-Berg; Moderator Rudolf Erhard; Prof. Dr. Jörn von Lucke und Dr.Thomas Petri, bayerischer Datenschutzbeauftragter
  20. 20. 20 eGovernment in Bayern 22006 wurden für den IT-Betrieb weitere Grundsatz- entscheidungen getroffen und mit deren Umsetzung begonnen. Folgende Punkte sind für die Konsolidie- rung der Rechenzentren und IT-Betriebszentren seit- dem maßgebend: Die Gründung der beiden Rechenzentren Nord und Süd als staatliche Dienstleister für den IT-Be- trieb. Dabei ging das Rechenzentrum Nord aus dem Rechenzentrum der Steuerverwaltung und das Rechenzentrum Süd aus dem Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung hervor. Die Re- chenzentren haben ihre geografischen Schwer- punkte in Nürnberg und München. Die Verpflichtung für die Ressorts, den Rechenbe- trieb von den Rechenzentren auf der Grundlage von Service Level Agreements (SLA) erbringen zu lassen (sogenannter Anschlusszwang). Ein Verrechnungsprinzip zwischen Rechenzen- tren und Staatskanzlei beziehungsweise den Res- sorts sorgt dafür, das diese IT-Leistungen bei den Rechenzentren bestellen und bezahlen müssen. Ein Wettbewerb (der Ideen) zwischen den beiden Rechenzentren zur gegenseitigen Optimierung der IT-Dienstleistungen. Die Trennung von organisatorischer und physi- kalischer Konsolidierung. Die organisatorische Konsolidierung umfasst die Eingliederung der IT-Betriebszentren in das jeweilige Rechenzent- rum, den Übergang Betriebsverantwortung so- wie die Übernahme des Personals, der Verträge und der Sachmittel. Die physikalische Konsoli- dierung beinhaltet die anschließende Vereinheit- lichung und gegebenenfalls die Verlagerung der technischenSysteme.DabeistehtdenRechenzen- tren – nach Maßgabe von Wirtschaftlichkeit und ¡ ¡ ¡ ¡ ¡ Datensicherheit – die Möglichkeit der physika- lischen Übernahme der Systeme in das Rechen- zentrum, der Fernwartung der vor Ort stehenden Systeme sowie des Vor-Ort-Betriebs mit eigenem Personal offen. Stellenverlagerung und -einsparungen: Insge- samt sollen im Zuge der Konsolidierung rund 600 Stellen in die Rechenzentren verlagert und etwa 140 Stellen eingespart werden. Mittlerweile wur- den bereits mehr als 300 Stellen an die Rechen- zentren übertragen. Aus Gründen der Verwaltungsvereinfachung wur- den die einzelnen Verwaltungszweige 2006 zunächst nur einem Rechenzentrum zugeordnet. Die Ressorts mussten entscheiden, welche Verwaltungszweige mit ihren IT-Betriebszentren in welches Rechenzent- rum migrieren. Diese feste Bindung an ein Rechen- zentrum wurde im Zuge der Schwerpunktbildung der Rechenzentren 2010 aufgehoben. 2006 wurde festgelegt, dass die Konsolidierung der Rechenzentren und IT-Betriebszentren in zwei Stufen erfolgen soll. In der von 2006 bis Ende 2009 laufenden ersten Stufe wurden im Wesentlichen die IT-Betriebszentren der Staatskanzlei, der Ministeri- en, der Landesoberbehörden und der Mittelbehör- den konsolidiert. In Stufe 2 (von Anfang 2009 bis Ende 2013) folgen die restlichen IT-Betriebszentren. Zielvereinbarungen zwischen IT-Stabsstelle und Re- chenzentren sichern den Umsetzungsfortschritt ab. Zwei Stufen-Plan Die beiden Rechenzentren haben in den auf 2006 fol- genden Jahren im großen Umfang die Betriebsver- antwortung für IT-Systeme übernommen. Die Ziele der Stufe 1 sind inzwischen erreicht. Wo es praktika- bel und wirtschaftlich war, wurde noch vor 2009 mit der Stufe 2 begonnen. Der Erfolg der ersten Stufe der Konsolidierung liegt allerdings noch deutlich höher. Seit der Da- tenerhebung im Jahre 2003 ist die Zahl der zu migrie- renden Verfahren um etwa ein Drittel angestiegen. Die Rechenzentren sind damit neben der Konsoli- dierung der Altverfahren ständig mit der Übernah- me des Betriebs neuer Fachverfahren beschäftigt. ¡ Erfolgsfaktor IT-Konsolidierung Quelle:AndresRodriguez-Fotolia.com Die Bayerische Staatsregierung begann 2003 mit einer grundlegenden Neuausrichtung ihres IT-Betriebs.Ausgehend davon, dass ein dezen- traler Betrieb von Servern Synergien in Betrieb und Beschaffung fast unmöglich macht, wurde der Grundsatzbeschluss gefasst, eine gemein- same IT-Strategie für die gesamte Staatsverwal- tung zu formulieren und den IT-Betrieb auf zwei staatliche Rechenzentren zu konzentrieren. Der IT-Beauftragte der Bayerischen Staatsregierung
  21. 21. 21 Der frühe Start der Konsolidierung war auch deshalb richtig, weil viele dieser Neuverfahren unmittelbar bei den Rechenzentren in Betrieb genommen wer- den konnten und damit eine weitere Zunahme des Konsolidierungsaufwands vermieden wurde. DieKonsolidierungderRechenzentrenundIT-Be- triebszentren geht über einen bloßen „Umzug“ von Hardware in die Standorte der beiden Rechenzen- tren weit hinaus. Vielmehr können die angestrebten Effekte nur dann erzielt werden, wenn zugleich IT- Architektur, Arbeitsabläufe, Verfahren, Werkzeuge, Personaleinsatz und Fachwissen optimiert werden. Dies kann nur sukzessive geschehen – weil die Kon- solidierung parallel zum laufenden IT-Betrieb erfol- gen muss – und nimmt daher Zeit in Anspruch. Da- her ist die über siebenjährige Dauer der Konsolidie- rungsphase durchaus gerechtfertigt. Bei der Konsolidierung haben die beiden Rechen- zentren aufgrund unterschiedlicher Ausgangslage und Kundenstamm verschiedene Wege eingeschla- gen. Während sich das Rechenzentrum Nord vorran- gig auf die Zentralisierung von Anwendungen kon- zentrierte,richtetesichbeimRechenzentrumSüddas Augenmerk auf Betriebsstätten und Standarddienste wie den zentralen Internetübergang, File- und eMail- Dienste. Server in IT-Betriebsstätten werden zum Teil in sogenannten RZ-Süd-Schränke (standardisierte Server-Racks mit virtuellen Maschinen auf einer an- gepassten Menge von physikalischen Servern) kon- solidiert und fernadministriert. Der Erfolg der Konsolidierung zeigt sich in den Synergieeffekten: Durch zentrale Ausschreibungen und Beschaf- fungen können aufgrund der höheren Abnahme- mengen günstigere Preise erzielt werden. Das technische Know-how kann besser konzen- triert werden, sodass ein effizienterer und verbes- serter IT-Betrieb möglich ist. Die IT-Landschaft der bayerischen Staatsverwal- tung wird mittel- und langfristig hard- und soft- waretechnisch homogener, weil die Rechenzen- tren, die Staatskanzlei und die Ressorts aufgrund der erforderlichen Abstimmungsprozesse – und auch des Verrechnungsprinzips – stärker bestrebt sind, Standards einzuhalten. Durch die Homogenisierung wird es möglich, Dienste in einer Private Cloud anzubieten und so zeitlich begrenzte Lastspitzen aufzufangen. Durch die Kombination von energiebewuss- ter Beschaffung, klimatechnisch optimierter Re- chenzentrumsfläche und Virtualisierung können deutliche Beiträge zur Energieeffizienz der IT ge- leistet werden. Die Vereinheitlichung der IT-Prozesse an der Schnittstelle Fachverwaltung – Rechenzentrum optimiert Zeit und Aufwand (etwa bei der Inbe- triebnahme von Verfahren). ¡ ¡ ¡ ¡ ¡ ¡ Die Sicherheit wird durch ein zentrales und kon- sequentes Patch- und Sicherheitsmanagement verbessert. Erst die Konzentration des IT-Betriebs in den Re- chenzentren ermöglicht die verstärkte Einfüh- rung von verlängerten Betriebszeiten und eines 7 x 24-Stunden Betriebs, der für hochverfügbare Anwendungen unerlässlich ist. Beide Rechenzentren setzen die Kosten- und Leis- tungsrechnung sowie die Plankostenrechnung um. Die Trennung von Entwicklung und Betrieb der An- wendungenerforderteineNeugestaltungderSchnitt- stellen zwischen Ressorts und Rechenzentren, aus- gerichtet an ITIL. Eine Reihe von IT-Betriebszentren wurde bewusst nicht in die Konsolidierung einbezogen. Dazu zäh- len IT-Betriebszentren der Hochschulverwaltungen. In den Hochschulen ist die Verzahnung der Hoch- schulverwaltung mit dem Wissenschaftsbetrieb zu eng, um Verwaltungsanteile herauslösen zu kön- nen. Für den Bereich der Gerichte und Staatsanwalt- schaften wurde innerhalb des Rechenzentrums Nord eine eigene Einheit eingerichtet, um Anforderungen der Gewaltenteilung auch technisch zu entsprechen. Ausblick Während des Konsolidierungsprozesses haben sich einige Verbesserungsmöglichkeiten offenbart. So hat die anfangs strikte Bindung eines Verwaltungs- zweiges an eines der beiden Rechenzentren dazu ge- führt, dass die Rechenzentren ähnliche Services un- terschiedlich angeboten haben. Daher wurde 2009 zur Steigerung der Effizienz die strenge Bindung der Verwaltungszweige an ein Rechenzentrum aufgeho- ben und 2010 eine Schwerpunktbildung zwischen den Rechenzentren vereinbart. Die rechenzentrumsübergreifende K-Fall-Vorsor- ge und ein gemeinsames Flächenmanagement sind Beispiele für weiterführende Schritte zu einem – zu- mindest virtuell – einheitlichen Rechenzentrum. Neue Technologien (wie zum Beispiel Terminal- server und Desktop-Virtualisierung) erfordern auch, dass sich die Rechenzentren verstärkt der Betreuung der Arbeitsplatzrechner widmen. Dementsprechend erhalten die Staatskanzlei und die Ressorts die Mög- lichkeit, ihren Client-Betrieb einschließlich des zu- gehörigen Helpdesk an die beiden Rechenzentren zu übertragen. Ein Anschlusszwang besteht hier aber nicht. Nach heutigem Stand gehen wir davon aus, dass die Konsolidierung der Rechenzentren und IT- Betriebszentren 2013 abgeschlossen werden kann. Im Anschluss daran wird zu evaluieren sein, inwie- weit die bisherige Struktur mit zwei unabhängigen Rechenzentren in unterschiedlichen Geschäftsberei- chen zur Erfüllung künftiger Anforderungen weiter- entwickelt werden muss. ¡ ¡
  22. 22. 22 eGovernment in Bayern Bayern hat nach Expertenmeinung eine Vorreiter- rolle beim eGovernment. Welche Modernisierungs- projekte – auch Verwaltungsgrenzen überschreitend – sind dabei beispielhaft? Schroth: Ein Beispiel für die Vorteile bei der Nutzung des neuen Personalausweises ist das Bürgerservice-Portal in Ingol- stadt.Durch die neue Portaltechnologie erledigen die Bürger zahlreicheVerwaltungsvorgänge online von zu Hause aus,zum BeispielAnträge auf Meldebestätigungen,Führungszeugnisse, Aufenthaltsbescheinigungen, Wahlscheine, Wunschkennzei- chen usw. Dadurch werden auch die Funktionen des nPA er- kannt – immer mehr Bürger lassen bei der Antragstellung die für Online-Dienste notwendige eID-Option freischalten. Mit einer Quote von über 65 Prozent liegt man deutlich über dem Bundesdurchschnitt. Für 2012 ist eine kontinuierliche Erweiterung des Angebots geplant. Ein anderes Beispiel für mehr Bürgerservice ist die erweiterte Zuständigkeit bei der Kfz-Zulassung. Beim bundesweit größten Projekt dieser Art können jetzt in Oberbayern über eine Million Fahrzeuge land- kreisübergreifend und wohnortunabhängig bei der örtlich am günstigsten gelegenen Kfz-Behörde zugelassen, abgemeldet oder umgemeldet werden. Davon profitieren nicht nur Bür- ger und Zulassungsbehörden, sondern auch Fahrzeughänd- ler undVersicherungsvertreter.Inzwischen wollen sich immer mehr Landkreise an dem Projekt beteiligen. Die AKDB hat seit 1971 Erfahrung als IT-Dienst- leister für Kommunen. Wie stellen Sie sich in Zukunft den Herausforderungen der Verwaltungsmodernisierung? Schroth: Seit Gründung der AKDB durch die bayerischen kommunalen Spitzenverbände hat sich die IT-Technologie rasant weiterentwickelt. Entsprechend wuchsen die tech- nischen Herausforderungen an die Kommunen und an die AKDB. Durch ständige Planung und Entwicklung moderner Produkte und zukunftsweisender Dienstleistungen sind wir in dieser Zeit zum Branchenführer für Kommunalsoftware auf- gestiegen. Auf diesem Erfolg ruhen wir uns aber nicht aus: Mit einer auf Augenmaß und Partnerschaft mit den Kom- munen ausgerichteten Geschäftspolitik und dem Know-how von über 750 hochqualifizierten Mitarbeitern wollen wir uns weiter verbessern. Wie beurteilen Sie die Modernisierungsimpulse der Bayerischen Staatsregierung? Schroth: Seit zwei Jahren ist Staatssekretär Franz Josef Pschierer IT- Beauftragter der Staatsregierung. Durch den eGovernment- Pakt mit den bayerischen kommunalen Spitzenverbänden sind Freistaat und Kommunen sehr gut aufgestellt. Der Pakt soll den Bürgerservice erhöhen, den Verwaltungsaufwand verringern und Prozesse zum Wohle der Bürger und der Wirt- schaft beschleunigen und transparenter machen. Beispiel: Immer mehr Kommunen werden die Bebauungspläne digi- tal erfassen und standardisiert für Bürger,Wirtschaft undVer- waltung im Internet zur Verfügung stellen. Wo sehen Sie noch Verbesserungs- oder Nachholbedarf beim eGovernment? Schroth: Seit einem Jahr gibt es den neuen Personalaus- weis. Dieses ehrgeizige Technologie-Projekt sorgt für mehr Identitätssicherheit im digitalen Verwaltungsalltag sowie für mehr Bürgerservice durch vielseitige Anwendungen. Auch die AKDB freut sich über den erfolgreichen Start. Nun sollte man aber in der Überzeugungsarbeit für noch mehr Akzep- tanz nicht nachlassen. Je mehr Bürgerservice-Angebote es gibt, desto eher entdecken die Bürger die Vorteile der neu- en Technologie. Bei vielen Verwaltungsvorgängen behindern aber noch der Zwang zum persönliche Erscheinen auf dem Amt oder die Schriftform die Online-Bearbeitung. Hier kann der Gesetzgeber zu einer Vereinfachung beitragen. Das Interview führte Manfred Klein Die AKDB hat sich zu einem der führenden kommunalen IT-Dienstleister entwickelt. Vorstandvorsitzender Alexander Schroth zu den Chancen von eGovernment. AKDB – Partner der bayerischen Kommunen im eGovernment
  23. 23. 23 Damit nichts mehr ungenutzt im Papierkorb landet Anzeige EEntscheidend ist auch, wie viele Gesetzesände- rungen es innerhalb eines Jahres gibt, denn damit wird in der Regel eine Anpassung von Vordrucken notwendig. Die alten Vordrucke können dann nicht mehr verwendet werden. Allein in diesem Jahr muss- ten für die wichtigen Rechtsbereiche im öffentlichen Dienst schon über 100 Formulare angepasst bzw. neue Formulare bereitgestellt werden. Der Formularserver24 der Staatsanzeiger ON- LINE LOGISTIK GmbH, einem Tochterunternehmen des Verlags Bayerische Staatszeitung GmbH, unter www.Staatsanzeiger-eServices.de löst dieses Pro- blem. Formulare werden erst bei konkretem Bedarf zur Verfügung gestellt. Der Formularserver24 bietet für Bayern alle For- mulare für die wichtigen Rechtsbereiche papierlos über Internet und Intranet. Alle Dokumente werden fortlaufend auf Rechtssicherheit geprüft. Das Kontin- gent umfasst zurzeit rund 1400 aktuelle Formulare. Änderungen, egal ob inner- halb eines Formulares oder komplette Formularsätze, werden tagesaktuell einge- pflegt. Die Kommune kann sich aus dem kompletten Bayern-Kontingentindividu- elle Formularpakete für ihre Bürger und die Verwaltung zusammenstellen und diese mit wenigen Klicks in ihren Internetservice einbinden. Das Einbinden der Formu- lare erfolgt durch einfaches Kopieren der Linkadresse der Formularauswahl (Web- liste) oder einzelner Formu- lare in die eigene Webseite. Mithilfe des im Formularserver24 integrierten SCDS- Systems (Standard Content Deployment System) werden die ausgewählten Formulare automatisch im 24 Stunden Takt aktualisiert. Neue Formulare sind für alle Serverkunden sofort verfügbar. Somit gibt es kei- ne alten Formulare mehr, die im Papierkorb landen. Formulare müssen nicht mehr gedruckt werden. Sie können vom Bürger bzw. Sachbearbeiter über das Internet abgerufen, ausgefüllt, gespeichert und an die zuständige Stelle in der Kommune gesendet wer- den. Eine Kopie als Ausdruck auf Papier ist natürlich bei Bedarf jederzeit möglich. Der Formularserver24 bietet aber noch mehr. Ei- gene, bestehende Formulare, egal in welchem For- mat,könnenaufdemServergespeichertundgemein- sam mit den rechtssicher gepflegten Formularen an- geboten werden. Das Layout der Formularliste lässt sich an die Webseite der Kommune anpassen. Für die Bürger und Mitarbeiter der Kommune wird das Formularangebot damit wesentlich übersichtlicher. Die Formulare aus dem Bayern Kontingent des Formularserver24 können dem Bürger zudem in al- len gängigen Web- und Druck Formaten zur Verfü- gung gestellt werden. Das Basisdokument ist im of- fenen XML Format angelegt. Daraus generiert der Server innerhalb von Sekunden beim Aufruf au- tomatisch das gewünschte Format (PDF, PDF-Fill, Java/XML, HTML, Barrierefrei oder Mobile Compu- ting). Ein großer Vorteil davon ist, dass Änderungen nur in einem Dokument vorgenommen werden müs- sen und sofort in allen anderen Formaten zur Verfü- gung stehen. In der öffentlichen Verwaltung werden For- mulare für nahezu alle Geschäftsprozesse verwendet.Wie viele der unterschiedlichen Vordrucke im Jahr tatsächlich benötigt wer- den, kann nicht genau vorhergesagt werden. Deshalb kommt es nicht selten vor, dass teuer nachgedruckt, oder übrig gebliebene Formulare vernichtet werden müssen. Staatsanzeiger ONLINE LOGISTIK GmbH Prager Straße 1, 82008 Unterhaching Tel: (+49) 89/69 39 07-0 E-Mail: vertrieb@staatsanzeiger-eservices.de Web: www.staatsanzeiger-eservices.de 3 auf einen Klick DIE NEUEN ANGEBOTE DER www.Staatsanzeiger-eServices.de eVergabe eFormulare Kommunaldruck ÜBER 1800 VERGABESTELLEN AUF IHRER HOMEPAGE FÜR IHRE BÜRGER DIE SPEZIAL-DRUCKEREI FÜR IHRE KOMMUNE >> Weiter auf Seite 26
  24. 24. 24 eGovernment in Bayern DDas digitale Bürgerbüro stellt eine Vision dar, welche die kunden- und situationsorientierte Bündelung von elektronischen Informationen und Diensten der Verwaltung beschreibt. Technisch ist diese Vision nicht so fern, im Bereich der privaten Online-Diens- te und -Shops gibt es bereits zahlreiche Beispiele, die sich auf eine Basis von Nutzerprofilen und Kontext- analysen stützen. Diese Konzepte wurden an Verwal- tungsdienste bereits unter der Überschrift „Lebens- lagen“ adaptiert, bislang aber aus Bürgersicht nur unvollständig eingeführt. Ein weiterer Aspekt für die nutzerorientierte Weiterentwicklung der staatlichen Angebote ist die durchgängige Online-Abwicklung, die durch den Einsatz von elektronischen Medien zur Authentisierung und Signatur möglich wird. Die Vor- aussetzungen in technischer und methodischer Hin- sicht für die Realisierung des digitalen Bürgerbüros sind gegeben, rechtliche und organisatorische Fra- gen sind jedoch noch zu klären und die Prinzipien der Nutzerorientierung auf Verwaltungsleistungen anzuwenden. Doch gilt auch in der Verwaltung das Zitat „if we build it, they will come“ (Markus & Keil 1994), also die Annahme, dass die Nutzer ein neues Online-An- gebot gerne aufgreifen, wenn es nur nach dem Stand der Technik gut gestaltet ist und effizientere Abläu- fe ermöglicht. Doch diese Hoffnung trügt, wie aktu- elle Erkenntnisse zur Akzeptanz und Nutzung von eGovernment-Angeboten zeigen (vgl. eGovernment MONITOR 2011). Die Ergebnisse der vorliegenden Untersuchung zeigen nun, dass das Vertrauen der Bürger gewonnen werden muss, um sie auch für die Nutzung von Online-Angeboten der Verwaltung zu überzeugen. Einfach und lösungsorientiert Insgesamt erhält das Konzept der Bündelung von Verwaltungsleistungen zu unkomplizierten Online- Service-Paketen von den meisten Befragten gute No- ten – die Mehrzahl der Befragten findet, das vorge- stellte Beispiel sei zumindest einen Versuch wert. Mit Ausnahme der Befragten in den USA gruppieren sich die Antworten in den verschiedenen Ländern um ei- nen Mittelwert von 2, der einen persönlichen Ver- such zumindest als wahrscheinlich beschreibt. Vor allem innovationsoffene Befragte in Brasilien und Asien wollen ein derartiges Angebot in jedem Fall ausprobieren und geben im Schnitt Mittelwerte zwi- schen 1,4 und 1,7 an. Vertrauen durch Transparenz Die wichtigsten Barrieren gegen ein digitales Bürger- servicebüro haben mit Vertrauen zu tun. Vertrauen in die Zuverlässigkeit von Technologie, aber auch Vertrauen in den Anbieter des Online-Angebots. Bei der Zuverlässigkeit der Technik zeigt sich ganz klar Durch den Nationalen IT-Gipfel wurde eine ganze Reihe von Projekten und Initiativen an- gestoßen. Eines dieser Projekte ist die Stu- die „Zukunftsbilder der digitalen Welt. Nutzer- perspektiven im internationalen Vergleich“, die auf dem IT-Gipfel in München veröffentlicht werden wird. Neben vielen anderen Themen befasst sich die Studie auch mit eGovern- ment. Die Ergebnisse zum digitalen Bürger- büro veröffentlichen wir hier in Auszügen. eGovernment braucht Vertrauen Quelle: violetkaipa - Fotolia.com von Dr. Petra Wolf, ipima, und Wolfgang Bauer, Stabsstelle CIO Bayern Die Studie „Zukunftsbilder der digitalen Welt. Nutzerperspek- tiven im internationalen Vergleich“ wurde im Rahmen des Pro- jekts „Zukunftsstudie MÜNCHNER KREIS“ von den Heraus- gebern MÜNCHNER KREIS, EICT, Siemens, Deutsche Telekom, TNS Infratest, ZDF sowie den Förderern, dem IT-Beauftragten der Bayerischen Staatsregierung, Bird&Bird, Daimler, Deutsche Bank, Google, Sony, TU München und VDE (ITG), sowie den Kreativpartnern mc-quadrat und deep innovation durchgeführt. Das Vorhaben wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie als Projekt des Nationalen IT-Gipfel-Prozesses unterstützt. www.zukunft-ikt.de Aktuell
  25. 25. 25 ein Unterschied zwischen den Ländern. Während in den USA, Deutschland und Schweden dieses Risiko im Schnitt nur von 16 Prozent (USA) bis 23 Prozent (Schweden) der Befragten genannt wird, ist die Tech- nikverfügbarkeit in Asien und Südamerika durchaus ein Thema. Die Spannweite reicht hier von 28 Pro- zent (Brasilien) bis 37 Prozent (China). Hinsichtlich der Frage nach dem Vertrauen in die Fähigkeit des Staates als Diensteanbieter, die über- mittelten Daten vor Missbrauch zu schützen, sehen die Gruppierungen anders aus: Dieses Hemmnis wird in erster Linie von Bürgern in China und Korea mit rund 60 Prozent genannt. Die deutschen Bür- ger liegen mit 52 Prozent im Mittelfeld, während in Schweden, den USA und Brasilien jeweils nur zwi- schen 34 Prozent (USA) und 42 Prozent (Brasilien) dies als kritisch ansehen. Die Befragungsergebnisse legen den Schluss nahe, dass man dem Staat nicht zutraut, technologiebasierende Innovationen kom- petent einzusetzen. Andererseits traut man ihm aber auch zu, die Möglichkeiten der Technik für sei- ne eigenen Interessen einzusetzen. Immerhin fürch- ten rund 40 Prozent der Befragten in Deutschland, Schweden und China, dass die Verwaltung nicht alle relevanten Informationen, sondern nur jeweils die vom Anbieter (der Kommune, dem Bezirk, etc.) ge- wünschten zur Verfügung stellt. Um das Vertrauen in den Staat als Anbieter inno- vativer und nützlicher Online-Angebote zu stärken, scheinen zum einen die Transparenz über die ein- gesetzten Technologien sowie Kriterien und Metho- den zur Auswahl und Strukturierung des Informa- tions- und Diensteangebotes, zum anderen die an- gewendeten Qualitätssicherungsmaßnahmen von zentraler Bedeutung. Vertrauen kann auch dadurch gestärkt werden, dass Bürger direkt in die Gestaltung, Qualitätssicherung und Weiterentwicklung von On- line-Diensten im Sinne von Customer Integration und Open Government eingebunden werden. Deutsche sind vorsichtig optimistisch. Die Deutschen haben im Hinblick auf eGovernment den Ruf, besonders skeptisch und zurückhaltend zu sein. Dieses Vorurteil lässt sich angesichts der vor- liegenden Ergebnisse nur bedingt bestätigen. Zwar sehen die Deutschen viele der abgefragten Hemm- nisse ähnlich kritisch wie Befragte in anderen Län- dern, liegen hier mit ihren Bedenken aber nie vorne. Gerade die Deutschen haben offenbar vergleichs- weise großes Zutrauen und positive Erfahrungen mit den von der Verwaltung bereitgestellten Informa- tionsangeboten: Nur 33 Prozent (innovationsoffene Befragte: 23 Prozent) befürchten, dass die Informa- tionsqualität von Online-Angeboten zweifelhaft sein könnte. In den übrigen Ländern liegen diese Wer- te deutlich höher, bei 40 Prozent (Schweden) bis 57 Prozent (Korea). Für die Entwicklung und Umsetzung einer Vision des digitalen Bürgerservicebüros, die den Anforde- rungen der Bürger nach Einfachheit, Sicherheit und Public und Healthcare: Atos bietet nachhaltige Lösungen durch Innovation und Branchenkenntnis IIm Gesundheitswesen ist Intero- perabilität eine Voraussetzung um neue Prozesse, Lösungen und so- mit auch Kostensenkungen zu rea- lisieren. Erst dadurch lässt sich die Effizienz steigern und eine inter- sektorale Kommunikation ermög- lichen. Mit den Technologien für die sichere Kommunikation zwi- schen Leistungserbringern und Krankenversicherungen bietet Atos schon seit Jahrzehnten eine Basis für Interoperabilität. Durch die umfangreiche IT- Kompetenz und ausgewiesene Ex- pertise unterstützt Atos seine Kun- den beim Aufbau sicherer eAd- ministration-Prozesse und trag- fähiger Sicherheitsstrategien und -infrastrukturen. Mit neuen tech- nologischen Lösungsansätzen kann Atos auch hier einen wich- tigen Beitrag zur Optimierung von Verwaltungsabläufen leisten. Als kompetenter Partner ver- fügt Atos über jahrelange Bran- chenerfahrung und begleitet seine Kunden bei der erfolgreichen und zukunftsorientierten Umsetzung der unterschiedlichen, marktspe- zifischen Anforderungen. Anzeige Demografischer Wandel und wachsender Kostendruck gehören zu den derzeitigen Herausforderungen für die Öffentliche Verwaltung und das Gesundheitswesen. Mehr Informationen finden Sie unter: de.atos.net »nächsteSeite
  26. 26. 26 eGovernment in Bayern Zugänglichkeit entspricht, sollten die Nutzer da- her explizit in den Prozess der Gestaltung und Wei- terentwicklung einbezogen werden. Open Govern- ment wird damit auf den kompletten Lebenszyklus und alle bürgerbezogenen Aspekte von Verwaltungs- leistungen angewendet: angefangen mit dem „Citi- zen Crowd Sourcing“ zur Sammlung und Bewertung von Gestaltungsideen, über die Diskussion von De- tails der konkreten Ausgestaltung von Services mit der Online-Kommune, bis hin zu der Generierung von Mash-Ups aus Inhalten, die von der Verwaltung aber auch von Bürgern oder Vereinen beigesteuert werden, bis hin zur kooperativen Qualitätssicherung der Bürgerdienste im Echt-Betrieb. Die Adaption der Kundenintegrations- und Open- Innovation-Konzepte auf unterschiedliche Verwal- tungs- und Kooperationskulturen – die für vergleich- bare Aufgaben in der Privatwirtschaft angewendet werden – ist eine Herausforderung, die es zu lösen gilt. Nur so kann der Grad an Transparenz und Nut- zerorientierung geschaffen werden, der für Vertrau- en und Akzeptanz erforderlich ist. Handlungsempfehlungen Das digitale Bürgerservicebüro könnte bereits mit heute verfügbaren Technologien realisiert werden – das sehen auch die Befragten in den meisten Län- dern – 40 Prozent (USA, Brasilien) bis knapp 70 Pro- zent (China, Korea) – so. Dies bedeutet, dass die Umsetzung eigentlich überfällig wäre. Vielleicht ist das auch ein Grund für die insgesamt wenig über- schwängliche Bewertung der Bürger. Zudem haben die meisten Menschen nur selten Kontakt zur Ver- waltung, sodass die Relevanz einer komfortablen und leicht bedienbaren Online-Lösung im Vergleich zu anderen Lebensbereichen wie Einkaufen oder Banking auf den ersten Blick nicht so groß erscheint. Wenn allerdings eine Situation eintritt, in der man auf die Leistungen der Verwaltung angewiesen ist, stellt sich die Suche nach den notwendigen Infor- mationen und Leistungen der Verwaltung als rele- vanter Stressfaktor dar. In solchen Lebenslagen, in denen Bürger auf Orientierung und Hilfestellung an- gewiesen sind, sollten die dafür verfügbaren Infor- mationen und Services der Verwaltung (und mög- lichst auch weiterer Organisationen im Kontext der Lebenslage) problemorientiert sortiert, einfach auf- zufinden und bequem nutzbar angeboten werden. Hierfür müssen noch mehr als bisher funktionale Organisationsstrukturen zugunsten einer Organisa- tion entlang von Prozessen und Services aufgegeben werden. Damit die Verwaltung glaubwürdig als An- bieter innovativer Serviceangebote auftreten kann, sind auch neue Kompetenzprofile erforderlich, die fachliche und technische Expertise miteinander ver- binden. Die Öffnung für die Anliegen und Ideen der Bürger darf nicht auf öffentlichkeitswirksame aber wirkungsarme Schauplätze begrenzt werden, son- dern muss als systematischer Bestandteil in den Le- benszyklus der Bürgerservicegestaltung integriert werden. Fortsetzung: „Damit nichts mehr ungenutzt im Papierkorb landet“ Formulare online ausfüllen und speichern Das HTML Format ermöglicht das di- rekte Bearbeiten und Speichern der ausgefüllten Formulare mit jedem gängigen Internetbrowser, ohne zu- sätzliche Softwareinstallationen. Das Java/XML Format kann mit Open- Source-Werkzeugen gelesen, bear- beitet und gespeichert werden. Die Staatsanzeiger Online Logistik GmbH bietet den kostenlosen Cirali© For- mularviewer der Firma FJD AG an. Das Java/XML-Format eignet sich be- sonders für die Datenübergabe in Ba- ckendsysteme. Für die automatische Weiterleitung der Dokumente können im Formularserver24 Workflows ein- gerichtet werden. Der Formularserver24 ist die Lö- sung für professionelle Formularver- waltung und gebrauchsfertige rechts- sichere Formulare im öffentlichen Dienst in Bayern. Die Staatsanzeiger Online Logistik GmbH unterstützt bei allen Fragen zur Nutzung des Formu- larserver24. Beim Zuordnen der Formulare kann die Kommune entscheiden, in welchen Formaten die einzelnen For- mulare in ihrem Bürgerservice ange- boten werden sollen. Der Bürger hat dann die Wahl, ob das PDF-Formular ausdruckt, oder die PDF-Fill Version lieber online ausfüllt. Das HTML For- mat bietet den Vorteil, dass er außer einem Browser keine zusätzliche Soft- ware benötigt, um ein Formular zu be- arbeiten. Die Eingaben können sogar direkt gespeichert werden. Das Java/ XML Format kann mit OpenSource- Werkzeugen bearbeitet werden und eignet sich besonders für die Daten- übergabe in Backendsysteme. Formu- larserver24 Formulare können auch mit mobilen Geräten wie zum Bei- spiel Handy oder PDA ausgefüllt oder, wenn sie im barrierefreien Format ge- setzt wurden, auch mit einem Screen- Reader vorgelesen werden. Anzeige
  27. 27. 27 Die Fachzeitung eGovernment Computing erscheint monatlich seit 2001 Die Anzeigenhotline erreichen Sie unter der Rufnummer 0821/2177-212 Inserentenverzeichnis Impressum AKDB Anstalt für Kommunale Tel. 089/5903-0 www.akdb.de 17 Datenverarbeitung in Bayern Atos IT-Solutions and Services GmbH Tel. 089/636-02 www.siemens.de 25 Computacenter AG & Co. oHG Tel. 030/70785-156 www.computacenter.de 11 itWatch GmbH Tel. 089/69392803 www.itwatch.de 7 ]init[ AG für digitale Kommunikation Tel. 030/97006-0 www.init.de 13 Materna GmbH Tel. 0231/5599-00 www.materna.de 15 T-Systems International GmbH Tel. 0228/70922274 www.t-systems.de 5 Verlag Bayerische Staatszeitung Tel. 089/2901420 www.bsz.de 9, 23, 26 Vogel IT-Medien GmbH Tel. 0821/2177-0 www.egovcom.de 2, 28 Vogel IT-Medien GmbH August-Wessels-Straße 27 86156 Augsburg Tel. 0821/2177-0 Fax 0821/2177-150 eMail redaktion.egovcom @vogel-it.de Redaktion: Manfred Klein/mk (verantwortlich) Chef vom Dienst: Gerald Viola Geschäftsführer: Werner Nieberle Mediaberatung: Harald Czelnai, Charlotte Fellermeier EBV: Carin Böhm Grafik & Layout: Michael Büchner Systembetreuung: Karl- Heinz Thiemann Druck: Vogel Druck und Me- dienservice GmbH, Leibnitz- straße 5, 97204 Höchberg „eGovernment in Bayern“ entstand in Zusammen- arbeit mit dem IT-Beauftrag- ten der bayerischen Staats- regierung
  28. 28. MOBIL Den Public Sector mobil erleben. Mit den tagesaktuellen News, Bildergalerien und der interaktiven Printausgabe auf Ihrem persönlichen iPad. Kostenlos für registrierte User von eGovernment-Computing.de. Holen Sie sich jetzt die eGovernment Computing iPad-App unter www.egovernment-computing.de/app NEU! MOBIL

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