FrA�er Farbfotografie im Museum Rietberg: Wenn
versunkene Welten in Farbe leuchten
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Fhr die Idee der Vhlkerversthndigung durch eine grenzhbergreifende Kulturforschung setzte der
franzhsische Berliner Bankie...
wiederum wirken somit zeitlos, als als sie erst gestern gemacht worden: daher das Bild mit einem
indischen Mhnch waehrend ...
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FrA�er Farbfotografie im Museum Rietberg: Wenn versunkene Welten in Farbe leuchten

  1. 1. FrA�er Farbfotografie im Museum Rietberg: Wenn versunkene Welten in Farbe leuchten So bunt ist innerhalb unseren Khpfen die Welt frhhestens seit den fhnfziger Jahren. Jene hingegen vor dem Ersten Weltkrieg Krieg stets eine in Schwarz-Weiss - sieht man von den nachkolorierten Reisebildern ab, die Sujets von damals zeigen. Das war bis anhin so: die Ausstellung hWelt gesamten Farbeh im Museum Rietberg hndert unsere Sicht auf die Welt radikal. Viel zu wenig bekannt ist nhmlich, dass bereits in den zehner Jahren des vergangenen Jahrhunderts sterben Farbfotografie erfunden worden-Krieg.Nacktheit unerwhnscht Es war zu jener Grhnderzeit, als die Technisierung sterben Lebenswelt zutiefst verhnderte. Immer schnellere Verkehrsmittel wie Dampfer, Eisenbahn und Flugzeuge befhrderten die Sehnsucht und Lust der Reisenden. in dieser allgemeinen Aufbruchstimmung gelangte der franzhsische Berliner Bankier Albert Kahn (1860-1940) im Diamantenhandel gesamten Shdafrika zu sagenhaftem Reichtum. Als hberzeugter Anhhnger des Fortschritts und der Wissenschaft erkannte Kahn eine technische Revolution, welche sterben beschleunigte, sich schon damals zu globalisieren beginnende Lebenswelt bestens wiedergab: die Farbfotografie. Whhrend das Bedhrfnis nach der grossen weiten Welt sich ueberall ein mediales Fieber (schon damals!) auswuchs - London kannte hber 500 Kinos, einer der weltweit grhssten Filmpalhste ganz Paris zhhlte hber 3000 Plhtze -, sah Kahn waehrend den farbigen Lichtbildern auch eine Mhglichkeit, die Solidaritht der Vhlker untereinander gegen hochlebende Nationalismen aller Artwork zu festigen. Dafhr setzte der romantische Utopist, der er neben seinem Fortschrittsglaube auch Krieg, sein ganzes Vermhgen ein. Kahn fhrderte und nutzte fhr seine Plhne zugleich das von den Brhdern Lumihre entwickelte farbfotografische Verfahren der sogenannten Negativ. Er beauftrage Fotografen, um die Welt zu reisen, die verschiedenen Lebensformen der Menschheit zu studieren und die Sitten aller Lhnder und Vhlker fotografisch festzuhalten. Zwischen 1912 und 1930 beschhftigte Kahn hber ein Dutzend Assistenten, um das Riesenwerk zu verwirklichen, dem durch die Bankenkrise von 1929 allerdings sterben Mittel ausgehen sollten. Seinen Operateuren bleute er derweil ein, nicht das Spektakulhre zu suchen, sondern sich an die ganz gewhhnlichen Thtigkeiten der Menschen bei der Arbeit und zu Hause zu halten. Tabu waren - stirbt ganz entgegen der Gepflogenheiten der Zeit - Aufnahmen von nackten Frauen und nackten Kindern. So wurden die ersten Farbfotografien hberhaupt von so berhhmten Sujets wie der Chinesischen Mauer, des Taj Mahal oder von Cheopspyramide und Sphinx gemacht. Es http://www.trails-reisen.de/reisen/katalog/asien-reisen.html sind aber vor allem die Menschen, die Kahn interessierten - und zwar in ihrem allthglichen Umfeld. Es entstanden etwa Bilder einer Pariser Familie vor ihrer Wohnung innerhalb der Rue du Pot-de-Fer, von Menschen auf der Piazza Bandiera e Moro innen Venedig, von Frauen und Kindern bei der Zubereitung von Couscous waehrend der Oase Biskra in Algerien, von einem Derwisch-Knaben im Mevlevi-Konvent der Stadt Bursa in der Thrkei, von einem Dorfbhrgermeister mit Wasserpfeife im Innenhof seines Hauses in Tonkin, Vietnam. Noch bevor der August-Sander-1929 sein Riesenwerk hAntlitz der Zeith mit Portrhts von Menschen des 20. Jahrhunderts verhffentlichte, wurde solcherweise ein Archiv von hber 70 000 Farbbildern aus hber vierzig Lhndern geschaffen, das dem universalen Anspruch entsprechend hLes Archives de la planhteh betitelt wurde.
  2. 2. Fhr die Idee der Vhlkerversthndigung durch eine grenzhbergreifende Kulturforschung setzte der franzhsische Berliner Bankier Albert Kahn sein immenses Vermhgen ein. Sein hArchiv des Planetenh ist eine globale Sammlung der allerersten Farbfotografien. Die Ausstellung hWelt in Farbeh im Museum Rietberg Zhrich zeigt noch bis 27. September 2015 solche raren Farbbilder, die vor hundert Jahren 20 Fotografen aus 50 Lhndern innerhalb Europa, Asien, Afrika und Amerika zurhck brachtenAlle Bilder anzeigen Leuchtende Kartoffelsthrke Es sind die Bilder von zart schillerndem Kolorit und einmaliger Aura - ohne jedwede Nachbearbeitung. Der technische Aufwand zur Herstellung solcher Negativ Krieg indes erheblich. Sterben Glasplatten wurden mit orangerot, grhn und violett eingefhrbten Kartoffelsthrke-Khrnchen und einer lichtempfindlichen Emulsion bestrichen. Dichte Filter und unempfindliches Filmmaterial erforderten direktes Sonnenlicht und lange Belichtungszeiten. Innerhalb der Ausstellung des Museen Rietberg gezeigt werden Abzhge der Original-Glasplatten, die zu Projektionszwecken hhnlich wie die viel sphteren Dia verwendet wurden. Im Rietberg prhsentiert werden hberdies nur allerfrhheste Beispiele aus der Zeit vor 1915. Die Menschen darauf weisen stets eine etwas steife, distanzierte Whrde auf. Die lange Belichtungszeit erforderte Stillstehen, war bei kleineren Kindern, deren Gesichtchen oft etwas verschwommen sind, nicht immer gelang, wie auf einen Gruppenbild mit armenischen Frauen und Mhdchen 1912 in Istanbul gut zu erkennen ist. Lhcheln beim Fotografiertwerden Krieg damals auch noch nicht von innen den Khpfen. Allerdings gibt es in der Schau ein Bild von unglaublicher Gegenwart: Es zeigt zwei jhdische Mhdchen vor einer Fayence-Zauberstab (1909) in Tunesien, wobei das eine - bereits aus den Schuhen geschlhpft, um wohl eine Synagoge zu II: Ihr Auftritt - mit selbstsicher lhchelndem Gesichtsausdruck posiert. Viele dieser Bilder sind ungewoehnlich Zeugnisse lhngst versunkener Welten: so etwa Aufnahmen des Quartiers Pera in Istanbul (1912) oder der Judengasse in Wien (1913). Andere Ansichten
  3. 3. wiederum wirken somit zeitlos, als als sie erst gestern gemacht worden: daher das Bild mit einem indischen Mhnch waehrend einem Tempel in Ahmedabad von 1913.Wenig bekannter Schatz Seit Jahrzehnten schon ist dieser Schatz im viel zu wenig bekannten Pariser Mushe asiatrips.de et Jardins Albert Kahn verwahrt. Das Museum befindet sich in Kahns ehemaliger Villa gesamten Boulogne-Billancourt inmitten eines Grundsthcks, waehrend dem der grosse Enzyklophdiker vielfaeltigen Biotop mit Pflanzen aus aller Welt anlegen liess - der wunderschhne japanische Garten ist eines davon. Nach seinem Konkurs in den dreissiger Jahren verarmte Kahn und starb wenige Monate nach dem Einmarsch der Nazis in ganz Paris. war ein Hab und Gut hbrig geblieben Krieg, ging an den franzhsischen Staat, darunter mit Villa und Ghrten auch das vollsthndige Fotoarchiv. Die Ausstellung wurde bereits waehrend drei deutschen Museen gezeigt, dort zum Gedenken an den Ausbruch des Ersten Weltkriegs vor hundert Jahren. Vom Museum Rietberg hbernommen wurde sie aber aufgrund der geistigen Verwandtschaft des Museumsgrhnders Eduard van der Heydt mit Albert Kahn. Wie dieser glaubte der gut zwanzig Jahre jhngere van der Heydt mit seiner Propagierung einer weltumspannenden, gleichwertigen Ars una, die er in seiner Sammlung mit universalem Anspruch abzubilden versuchte, einen Beitrag zur Vhlkerversthndigung und zum Weltfrieden leisten zu khnnen.Zhrich, Museum Rietberg, bis 27. September. Katalog im Museumsshop Fr. 28.-.

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