www.voestalpine.comGeschäftsbericht2012/13
Entwicklung der KennzahlenMio. EUR 2008/09 2009/10 2010/11 2011/12 2012/13Umsatzerlöse 11.724,9 8.550,0 10.953,7 12.058,2 ...
Kennzahlen im Überblickvoestalpine-KonzernMio. EUR 2011/12 2012/13 Veränderungin %Umsatz 12.058,2 11.524,4 –4,4EBITDA 1.30...
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3Geschäftsbericht 2012/13	 Globale konjunkturelle Abkühlung über gesamtes Geschäftsjahr 2012/13. Stabilisierungs­tendenzen...
4 Geschäftsbericht 2012/13Unternehmen Lagebericht	 3	Highlights	 6	 voestalpine – weltweite Präsenz	 8	 voestalpine-Konzer...
5Geschäftsbericht 2012/13Divisionsberichte KonzernabschlussService	 60	 Steel Division	 66	 Special Steel Division	 72	 Me...
8 Geschäftsbericht 2012/13UnternehmenDer voestalpine-Konzern ist in vier Divisionen gegliedert, diemit ihren Produktportfo...
9Geschäftsbericht 2012/13UnternehmenDie voestalpine Metal EngineeringDivision hat sich mit ihren ultralangenkopfgehärteten...
10 Geschäftsbericht 2012/13UnternehmenDr. Joachim LemppenauVorsitzender des Aufsichtsrates (seit 01.07.2004)Erstbestellung...
11Geschäftsbericht 2012/13UnternehmenMag. Dr. Josef PeischerMitglied des AufsichtsratesErstbestellung: 01.07.2004Direktor ...
12 Geschäftsbericht 2012/13RubrikMag. Dipl.-Ing. Robert Ottel, MBAgeboren 1967Mitglied des Vorstandes seit 2004Leitung des...
13Geschäftsbericht 2012/13RubrikDer Aufsichtsrat der voestalpine AG hat in seiner Sitzung vom 22. März 2013 die mit 31. Mä...
14 Geschäftsbericht 2012/13Unternehmenrund 25 Jahre ist es her, dass die europäische Stahlindustrie nach den Boomjahren de...
15Geschäftsbericht 2012/13UnternehmenManche gesellschaftliche und politische Gruppierungen tendieren heute – auch als Reak...
16 Geschäftsbericht 2012/13UnternehmenInvestor RelationsKursverlaufder voestalpine-AktieDie negative Stimmung auf den Fina...
17Geschäftsbericht 2012/13Unternehmenaus weniger liquiden Märkten zurückziehen bzw.von konjunkturabhängigen Werten trennen...
18 Geschäftsbericht 2012/13UnternehmenDer Ausgabebetrag pro Stückaktie wurde mit23,51 EUR festgelegt. Er entspricht damit ...
19Geschäftsbericht 2012/13UnternehmenAnalysen über die voestalpine AG werden derzeitvon folgenden Investmentbanken/Institu...
20 Geschäftsbericht 2012/13UnternehmenInformationen zur AktieAktiennominale 313.309.235,65 EUR,zerlegt in 172.449.163 Stüc...
21Geschäftsbericht 2012/13UnternehmenBekenntnis zumÖsterreichischen CorporateGovernance-KodexMit dem Österreichischen Corp...
22 Geschäftsbericht 2012/13UnternehmenZusammensetzung des Vorstandes	 Dr. Wolfgang Eder	 geboren 1952Mitglied des Vorstand...
23Geschäftsbericht 2012/13UnternehmenZusammensetzung des Aufsichtsrates	 Dr. Joachim Lemppenau	 geboren 1942Vorsitzender d...
24 Geschäftsbericht 2012/13UnternehmenAngaben zur Unabhängigkeitder AufsichtsratsmitgliederSämtliche von der Hauptversamml...
25Geschäftsbericht 2012/13UnternehmenWeiters hat der Präsidialausschuss das Recht, indringenden Fällen Entscheidungen zu t...
26 Geschäftsbericht 2012/13UnternehmenEinhaltung der die Abschlussprüfung betreffen­den Regeln des Kodex (Regeln 77 bis 83...
27Geschäftsbericht 2012/13UnternehmenComplianceSeit dem Börsengang im Jahr 1995 hat der voest­alpine-Konzern seine Complia...
28 Geschäftsbericht 2012/13UnternehmenDer Verhaltenskodex und die Compliance-Richt­linien gelten konzernweit und stehen in...
29Geschäftsbericht 2012/13LageberichtWirtschaftliches UmfeldDie globale Konjunktur fand seit dem Ausbruchder Finanz- und W...
30 Geschäftsbericht 2012/13Lageberichtder grundlegenden Versorgungsstrukturen ge­prägt ist. Vergleichsweise solide hingege...
31Geschäftsbericht 2012/13Lageberichtdem Kraftwerksbau, blieb die schon seit Länge­rem verhaltene Nachfrage auch über das ...
32 Geschäftsbericht 2012/13LageberichtMio. EUR	2008/09	2009/10	2010/11	2011/12	2012/1311.524,412.058,210.953,78.550,011.72...
33Geschäftsbericht 2012/13Lagebericht25 %Metal EngineeringUmsatz nach Divisionen23 %Special Steel19 %Metal Formingin % der...
34 Geschäftsbericht 2012/13LageberichtDer Sondereffekt aus der erwähnten Rückstellungvon 205,0 Mio. EUR im Geschäftsjahr 2...
35Geschäftsbericht 2012/13LageberichtMio. EUR	2008/09	2009/10	2010/11	2011/12	2012/13EBITDA – Ergebnis der betrieblichen T...
36 Geschäftsbericht 2012/13LageberichtEUR	2008/09	2009/10	2010/11	2011/12	2012/133,260,653,041,982,61Ergebnis je AktieEUR ...
37Geschäftsbericht 2012/13LageberichtInnen­finanzierungskraft des Konzerns stellt einewichtige Basis für die Umsetzung der...
38 Geschäftsbericht 2012/13LageberichtWesentliche Ereignisseim JahresverlaufVerabschiedung derlangfristigen Konzernstrateg...
39Geschäftsbericht 2012/13LageberichtUmsatzanteil dieser beiden Bereiche bei rund70 % liegen.	 Ähnlich auffällig stellt si...
40 Geschäftsbericht 2012/13LageberichtSchienenkartells zu erzielen (wobei bezüglichdes konkreten Betrages Stillschweigen v...
41Geschäftsbericht 2012/13Lageberichtjahr: 197,8 Mio. EUR, +40,2 %). Im Zentrum derAktivitäten standen die letzten Maßnahm...
42 Geschäftsbericht 2012/13LageberichtAkquisitionenIm Geschäftsjahr 2012/13 erfolgten insgesamtdrei Akquisitionen durch di...
43Geschäftsbericht 2012/13LageberichtMitarbeiterEntwicklung desBeschäftigtenstandesZum 31. März 2013 lag der Gesamtbeschäf...
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Geschäftsbericht 2012/13

  1. 1. www.voestalpine.comGeschäftsbericht2012/13
  2. 2. Entwicklung der KennzahlenMio. EUR 2008/09 2009/10 2010/11 2011/12 2012/13Umsatzerlöse 11.724,9 8.550,0 10.953,7 12.058,2 11.524,4EBITDA 1.710,1 1.004,3 1.605,6 1.301,9 1.441,8EBITDA-Marge 14,6 % 11,7 % 14,7 % 10,8 % 12,5 %EBIT 988,7 352,0 984,8 704,2 853,6EBIT-Marge 8,4 % 4,1 % 9,0 % 5,8 % 7,4 %Ergebnis vor Steuern (EBT) 700,0 183,3 781,0 504,4 654,7Ergebnis nach Steuern1611,6 186,8 594,6 413,3 521,9Gewinn je Aktie (EUR) 3,26 0,65 3,04 1,98 2,61Summe Aktiva 12.846,5 12.294,1 13.076,4 12.612,1 13.079,3Cashflow aus der Betriebstätigkeit 1.357,9 1.606,1 957,6 856,5 1.321,9Investitionen in Sachanlagen, immaterielleVermögenswerte und Beteiligungen 1.078,9 542,5 422,7 574,6 851,5Abschreibungen 721,3 652,3 620,8 597,7 588,2Eigenkapital 4.262,5 4.262,4 4.691,1 4.836,3 5.075,3Nettofinanzverschuldung 3.761,6 3.037,3 2.713,1 2.585,7 2.259,2Nettofinanzverschuldung in %des Eigenkapitals (Gearing) 88,2 % 71,3 % 57,8 % 53,5 % 44,5 %Return on Capital employed (ROCE) 11,4 % 4,4 % 12,4 % 8,6 % 10,6 %Börsenkapitalisierung Ende Geschäftsjahr 1.645,0 5.043,3 5.585,1 4.255,0 4.128,8Anzahl der ausstehenden Aktienzum 31.03. 167.003.706 168.390.878 168.581.289 168.749.435 172.358.534Aktienkurs Ende Geschäftsjahr (EUR) 9,85 29,95 33,13 25,22 23,96Dividende je Aktie (EUR) 1,05 0,50 0,80 0,80 0,902Beschäftigte (Vollzeitäquivalent)Ende Geschäftsjahr 44.004 42.021 45.260 46.473 46.3511Vor Abzug von nicht beherrschenden Anteilen und Hybridkapitalzinsen.2Gemäß Vorschlag an die Hauptversammlung.
  3. 3. Kennzahlen im Überblickvoestalpine-KonzernMio. EUR 2011/12 2012/13 Veränderungin %Umsatz 12.058,2 11.524,4 –4,4EBITDA 1.301,9 1.441,8 10,7EBITDA-Marge 10,8 % 12,5 %EBIT 704,2 853,6 21,2EBIT-Marge 5,8 % 7,4 %Beschäftigte (Vollzeitäquivalent) 46.473 46.351 –0,3voestalpine-DivisionenMio. EUR Steel Special Steel Metal Engineering Metal FormingUmsatz 3.921,7 2.748,4 2.913,6 2.310,2EBIT 218,4 223,6 319,6 167,6EBIT-Marge 5,6 % 8,1 % 11,0 % 7,3 %Beschäftigte (Vollzeitäquivalent) 10.676 12.721 11.374 10.853Mio. EURUmsatzMio. EUREBITDA Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit vor Abschreibungenin %ROCE Return on Capital employedMio. EUREBIT Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit11.724,9988,71.710,111,48.550,0352,01.004,34,410.953,7984,81.605,612,412.058,2704,21.301,98,611.524,4853,61.441,810,6 2008/09 2009/10 2010/11 2011/12 2012/13 2008/09 2009/10 2010/11 2011/12 2012/13 2008/09 2009/10 2010/11 2011/12 2012/13 2008/09 2009/10 2010/11 2011/12 2012/13
  4. 4. Den aktuellen Geschäftsberichtfinden Sie auch als Online-Version auf unserer Websitewww.voestalpine.com
  5. 5. 3Geschäftsbericht 2012/13 Globale konjunkturelle Abkühlung über gesamtes Geschäftsjahr 2012/13. Stabilisierungs­tendenzen im 2. Halbjahr fehlt ausreichende Dynamik, um Trendwende herbeizuführen. Regional unterschiedliche Entwicklungen – Aufschwungtendenzen in den USA und zuletztauch in Brasilien steht ein nachlassendes Momentum in Asien (vor allem China) gegenüber,in ­Europa weiterhin rezessive Tendenzen durch Krise im Süden und nationale Sparmaß­nahmenauf ­breiter Front. Größte Auslandsinvestition des Konzerns in Angriff genommen – Bau einer Direktreduktions­anlage in Texas. Steel Division in schwierigem Umfeld mit weitgehend stabiler Ergebnisentwicklung, Bench­mark in der EU-Stahlindustrie. Divisionen Special Steel und Metal Forming trotz jeweils moderatem Ergebnisrückgang­weiterhin mit solider Ertragslage. Metal Engineering Division aufgrund breiter Aufstellung und hoher Spezialisierung mit­hervorragender Entwicklung. Konzernumsatz gegenüber Vorjahr vor allem aufgrund geringerer Rohstoffpreise um 4,4 %von 12,1 Mrd. EUR auf 11,5 Mrd. EUR gesunken. Alle Ergebniskategorien gegenüber dem (durch einmalige Vorsorgen von 205,0 Mio. EUR­belasteten) Vorjahr deutlich verbessert. Operatives Ergebnis (EBITDA) nach 1.301,9 Mio. EUR im Vorjahr um 10,7 % auf1.441,8 Mio. EUR gesteigert; Betriebsergebnis (EBIT) mit 853,6 Mio. EUR gegenüber 2011/12(704,2 Mio. EUR) um 21,2 % erhöht. Trotz um 48,2 % gesteigertem Investitionsaufwand Verbesserung des Free Cashflow um50,5 % von 337,8 Mio. EUR auf 508,3 Mio. EUR. Bilanzstruktur deutlich gestärkt: Eigenmittel erstmals über 5 Mrd. EUR, Nettofinanzver­schuldung auf 2,26 Mrd. EUR verringert, Gearing Ratio (Nettofinanzverschuldung imVerhältnis zum ­Eigenkapital) per 31. März 2013 auf 44,5 % gesenkt (Vorjahr: 53,5 %). Dividendenvorschlag an die Hauptversammlung: 0,90 EUR je Aktie (nach 0,80 EUR je Aktieim Vorjahr) – Dividendenrendite von 2,9 % auf 3,8 % erhöht. Mitarbeiteranzahl (FTE/Vollzeitäquivalent) per 31. März 2013 mit 46.351 im Wesentlichen­konstant (Vorjahr 46.473).Highlights
  6. 6. 4 Geschäftsbericht 2012/13Unternehmen Lagebericht 3 Highlights 6 voestalpine – weltweite Präsenz 8 voestalpine-Konzern im Überblick 10 Aufsichtsrat 12 Vorstand 14 Brief des Vorstandes 16 Investor Relations 21 Corporate Governance-Bericht 27 Compliance 29 Wirtschaftliches Umfeld 32 Geschäftsverlauf 38 Wesentliche Ereignisse im Jahresverlauf 40 Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag 40 Investitionen 42 Akquisitionen 43 Mitarbeiter 45 Rohstoffe 46 Forschung und Entwicklung 49 Umwelt 52 Risikomanagement 57 Angaben gemäß § 243a UGB 58 AusblickInhaltsverzeichnis
  7. 7. 5Geschäftsbericht 2012/13Divisionsberichte KonzernabschlussService 60 Steel Division 66 Special Steel Division 72 Metal Engineering Division 78 Metal Forming Division 87 Bericht des Aufsichtsrates 88 Konzernbilanz 90 Konzern-Kapitalflussrechnung 91 Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, Gesamtergebnisrechnung 92 Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung 94 Anhang zum Konzernabschluss 174 Uneingeschränkter Bestätigungsvermerk 176 Erklärung des Vorstandes gem. § 82 (4) BörseG 177 Beteiligungen 193 Glossar 194 Kontakt, Impressum
  8. 8. 8 Geschäftsbericht 2012/13UnternehmenDer voestalpine-Konzern ist in vier Divisionen gegliedert, diemit ihren Produktportfolios jeweils zu den führenden Anbieternin Europa oder weltweit gehören.voestalpine-Konzern im ÜberblickDie voestalpine Steel Division iststrategischer Partner für Europasnamhafte Automobilhersteller undgroße Automobilzulieferer. Darüberhinaus ist sie einer der größten Liefe­ranten an die europäische Konsum­-güter- und Haus­geräteindustrie sowiean den Maschinenbau. Für den Energie­bereich fertigt sie Grobbleche, welchein der Öl- und Gasindustrie bei Anwen­dungen unter extremen Bedingungen– etwa für Tiefsee-Pipelines oder imDauerfrost­bereich – eingesetzt werden.Die Division ist darüber hinaus welt-weit führend im Guss von Groß­turbinengehäusen.Die voestalpine Special Steel Divisionist global führender Hersteller vonmetallischen Hochleistungswerkstoffen(High Performance Metals), welchespezifisch entwickelte Materialeigen­schaften bezüglich Verschleißfestigkeit,Schleifbarkeit und Zähigkeit aufweisen.Abnehmer dieser Werkstoffe sind dieAutomobil- und Konsumgüterindustrieim Bereich Werkzeugstahl­anwendungensowie der Kraftwerksbau und dieÖl- und Gasindustrie im Bereich vonSpezialkomponenten. Die Division istauch führender Lieferant von Schmiede­teilen für die Luftfahrt und die Energie­erzeugungsindustrie.33% 23%des Konzernumsatzes des KonzernumsatzesUmsatz (Mio. EUR) 3.921,7EBIT (Mio. EUR) 218,4EBIT-Marge 5,6 %Beschäftigte (Vollzeitäquivalent) 10.676Umsatz (Mio. EUR) 2.748,4EBIT (Mio. EUR) 223,6EBIT-Marge 8,1 %Beschäftigte (Vollzeitäquivalent) 12.721Europäischer Top-PlayerEuropäischer Top-Lieferant von höchst-wertigem Stahlband und weltweitführende Position bei Grobblech füranspruchsvollste Anwendungen sowiebei Großturbinengehäusen.Steel DivisionWeltweite FührerschaftWeltweite Führerschaft im Werkzeug-stahl, führende Position bei Schnell­arbeitsstahl und Spezialschmiedeteilen.Special Steel Division
  9. 9. 9Geschäftsbericht 2012/13UnternehmenDie voestalpine Metal EngineeringDivision hat sich mit ihren ultralangenkopfgehärteten HSH©-Schienen mitLängen bis zu 120 m am weltweitenEisenbahnmarkt eine führende Positionerarbeitet. Die Division ist darüberhinaus weltweit größter Anbieter vonhöchstentwickelten Weichen­systemensowie Streckenmonitoring-Equipmentfür alle Bahneinsatzbereiche. Darüberhinaus nimmt sie führende Positionenbei veredeltem Draht, anspruchsvollenNahtlosrohren für die weltweite Öl- undGasindustrie sowie hoch qualitativenSchweißzusatzwerkstoffen ein.Die voestalpine Metal Forming Divisionist ein führender globaler Anbieter vonkundenspezifischen Spezial- undPräzisionsprofilen sowie von Profil­systemlösungen in den Bereichen Bau,Kabinenbau für Nutzfahrzeuge undLuftfahrt. Die Division beliefert die­Automobilindustrie sowohl mit an­spruchvollsten Karosseriepressteilen alsauch hoch innovativen Strukturteilenund Sicherheitskomponenten. Darüberhinaus produziert die Division kalt­gewalztes Spezial-Präzisionsdünnbandund Gesamtlösungen im BereichHochregallagertechnologie.25% 19%des Konzernumsatzes des KonzernumsatzesUmsatz (Mio. EUR) 2.913,6EBIT (Mio. EUR) 319,6EBIT-Marge 11,0 %Beschäftigte (Vollzeitäquivalent) 11.374Umsatz (Mio. EUR) 2.310,2EBIT (Mio. EUR) 167,6EBIT-Marge 7,3 %Beschäftigte (Vollzeitäquivalent) 10.853Weltweite FührerschaftWeltmarktführer in der Weichentechno­logie, europäischer Marktführer beiSchienen und veredeltem Draht, führendePosition bei Nahtlosrohren für Spezial­anwendungen und hoch qualitativenSchweiß­zusatzwerkstoffen.Metal Engineering DivisionWeltweite FührerschaftWeltweit führender Anbieter von hoch-wertigen Metallverarbeitungslösungenin den Bereichen Sonder- und Spezial-profilen, Präzisionsstahlband sowie vonSpezialkomponenten für die Kraftfahr-zeug- und Luftfahrtindustrie.Metal Forming Division
  10. 10. 10 Geschäftsbericht 2012/13UnternehmenDr. Joachim LemppenauVorsitzender des Aufsichtsrates (seit 01.07.2004)Erstbestellung: 07.07.1999Vorstandsvorsitzender a. D. der Volksfürsorge Versicherungsgruppe, HamburgDr. Heinrich Schaller (seit 04.07.2012)Stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrates (seit 04.07.2012)Erstbestellung: 04.07.2012Generaldirektor der Raiffeisenlandesbank Oberösterreich AG, LinzKR Mag. Dr. Ludwig ScharingerStellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrates (bis 04.07.2012)Erstbestellung: 20.01.1994Generaldirektor a. D. der Raiffeisenlandesbank Oberösterreich AG, LinzKR Dr. Franz Gasselsberger, MBAMitglied des AufsichtsratesErstbestellung: 01.07.2004Generaldirektor der Oberbank AG, LinzDr. Hans-Peter HagenMitglied des AufsichtsratesErstbestellung: 04.07.2007Generaldirektor der VIENNA INSURANCE GROUP AGWiener Versicherung Gruppe, WienDr. Josef KrennerMitglied des AufsichtsratesErstbestellung: 01.07.2004Leiter der Direktion Finanzen des Landes Oberösterreich, LinzDr. Michael Kutschera MCJ. (NYU)Mitglied des AufsichtsratesErstbestellung: 01.07.2004Rechtsanwalt, Partner bei Binder Grösswang Rechtsanwälte GmbH, WienDer Aufsichtsrat der voestalpine AG
  11. 11. 11Geschäftsbericht 2012/13UnternehmenMag. Dr. Josef PeischerMitglied des AufsichtsratesErstbestellung: 01.07.2004Direktor a. D. der Kammer für Arbeiter und Angestellte für Oberösterreich, LinzDipl.-Ing. Dr. Michael SchwarzkopfMitglied des AufsichtsratesErstbestellung: 01.07.2004Generaldirektor der Plansee Holding AG, ReutteVom Betriebsrat entsandt:Josef GritzMitglied des AufsichtsratesErstentsendung: 01.01.2000Vorsitzender des Arbeiterbetriebsrates der voestalpine StahlDonawitz GmbH & Co KG, DonawitzBrigitta Rabler (ab 01.05.2013)Mitglied des AufsichtsratesErstentsendung: 01.05.2013Vorsitzende des Angestelltenbetriebsrates der voestalpine AG, LinzJohann Heiligenbrunner (bis 30.04.2013)Mitglied des AufsichtsratesErstentsendung: 24.03.2000Vorsitzender des Angestelltenbetriebsrates der voestalpine AG, LinzGerhard ScheidreiterMitglied des AufsichtsratesErstentsendung: 01.01.2012Vorsitzender des Arbeiterbetriebsrates der BÖHLER EdelstahlGmbH & Co KG, KapfenbergHans-Karl SchallerMitglied des AufsichtsratesErstentsendung: 01.09.2005Vorsitzender des Konzernbetriebsrates der voestalpine AG, LinzVorsitzender des Europäischen Betriebsrates der voestalpine AG, Linz
  12. 12. 12 Geschäftsbericht 2012/13RubrikMag. Dipl.-Ing. Robert Ottel, MBAgeboren 1967Mitglied des Vorstandes seit 2004Leitung des Ressorts FinanzenZugeordnete Konzernfunktionen:Bilanzen; Controlling einschließlichBetei­ligungscontrolling; Konzern-Treasury;Steuern; Managementinformations-systeme; RisikomanagementDipl.-Ing. Franz Rottergeboren 1957Mitglied des Vorstandes seit 2011Leitung der Special Steel DivisionZugeordnete Konzernfunktion:Langfristige Entwicklung neuerProdukte und MärkteDer Vorstand der voestalpine AG
  13. 13. 13Geschäftsbericht 2012/13RubrikDer Aufsichtsrat der voestalpine AG hat in seiner Sitzung vom 22. März 2013 die mit 31. März 2014 auslaufenden Mandatealler fünf Mitglieder des Vorstandes mit unveränderten Zuständigkeiten um weitere fünf Jahre verlängert.Dipl.-Ing. Herbert Eibensteinergeboren 1963Mitglied des Vorstandes seit 2012Leitung der Metal Forming DivisionZugeordnete Konzernfunktion:InformationstechnologieDr. Wolfgang Edergeboren 1952Mitglied des Vorstandes seit 1995Vorsitzender des Vorstandes seit 2004Leitung der Steel DivisionZugeordnete Konzernfunktionen:Konzernentwicklung einschließlich Roh­stoffstrategie; F&E- und Innovationstrategie;Corporate Human Resources; Konzern­kommunikation und Marktauftritt; Compliance;Recht; M&A; Strategisches Umwelt­management;Investor Relations; RevisionDipl.-Ing. Dr. Franz Kainersdorfergeboren 1967Mitglied des Vorstandes seit 2011Leitung der Metal Engineering DivisionZugeordnete Konzernfunktion:Beschaffungsstrategie
  14. 14. 14 Geschäftsbericht 2012/13Unternehmenrund 25 Jahre ist es her, dass die europäische Stahlindustrie nach den Boomjahren des Wieder­aufbaus von einer existenziellen Krise erschüttert wurde. Politisch dominierte Eigentümerstruk­turen, der Glaube an grenzenloses Wachstum und das Ignorieren von Grundprinzipien derMarktwirtschaft zugunsten eines zunehmend durch Protektionismus und Subventionen gepräg­ten Staatsdirigismus führten letztlich dazu, dass sich immer mehr Länder „ihre“ durch enormeÜberkapazitäten geprägte Stahlindustrie nicht mehr leisten konnten. Was folgte, waren Werks­schließungen verbunden mit Demonstrationen, Streiks und wilden Auseinandersetzungen ­zwischenPolitik, Gewerkschaften, Belegschaften und Unternehmensleitungen sowie schließlich als letzteKonsequenz der grundsätzliche Paradigmenwechsel – Privatisierung und Konsolidierung. Auseiner durch Staatseigentum geprägten Industrie wurden börsennotierte oder privat geführteKonzerne, von rund 30 größeren Stahlunternehmen noch zu Beginn der 1990er-Jahre sind ­heutein der Europäischen Union weniger als zehn mehr oder weniger große Unternehmensgruppenverblieben.Man müsste meinen vorbildlich – eine Entwicklung wie aus dem Lehrbuch für Betriebswirtschaft:Die europäische Stahlindustrie und mit ihr die Politik haben bewiesen, dass sie in der Lage sind,aus Fehlern der Vergangenheit zu lernen. – Weit gefehlt! Was ist tatsächlich passiert? Nach den– letztlich überschaubar gebliebenen – Strukturanpassungsmaßnahmen der 1990er-Jahre setztekurz nach den Ereignissen von „9/11“ ein vor allem vom wirtschaftlichen Erwachen Chinas­getriebener weltweiter ökonomischer Aufschwung mit einer bis dahin in der jüngeren Wirtschafts­geschichte noch nicht dagewesenen Dynamik ein, der erst mit den Vorgängen um „Lehman“ imSeptember 2008 ein jähes Ende fand. Der globale, alle wesentlichen Industriebereiche ­erfassendeNachfrageboom deckte über Jahre die nach wie vor bestehenden gravierenden strukturellenSchwächen der europäischen Stahlindustrie zu – ja er verstärkte sie insofern sogar noch, alsviele Unternehmen der Versuchung des schnellen Geldes durch eine Erweiterung ihrer Kapazi­täten im Massenstahlbereich nicht widerstehen konnten und damit zu einer zusätzlichen Ver­schärfung der Kapazitätsproblematik beitrugen.Die nunmehr seit bald fünf Jahren anhaltende Staatsschulden-, Finanz- und Wirtschaftskrise,unter der Europa stärker als alle anderen Wirtschaftsregionen dieser Welt leidet, beschert derStahlindustrie mehr als nur ein leidvolles Déjà-vu der 80er- und 90er-Jahre des vorigen Jahr­hunderts: Denn nicht nur, dass Staatsinterventionismus, Arbeitskampf sowie Protektionismus undSubventionsüberlegungen die aktuelle Diskussion wieder anheizen, ist die überwiegend unterimmer stärkerem finanziellem Substanzverlust leidende Industrie zunehmend weniger in derLage, sich die zur Erhaltung der globalen Konkurrenzfähigkeit erforderlichen Investitionen inzukunftsorientierte Technologien und Qualität zu leisten. Die europäische Stahlindustrie ist vordiesem Hintergrund gerade dabei, ihre jahrhundertelange technologische Vorherrschaft zu­verlieren.Nicht zu leugnendes Faktum am Lauf der Dinge ist, dass jedes Produkt, jeder Prozess einem mehroder weniger langen Lebenszyklus unterliegt und damit irgendwann an sein Ende kommt. Dasgilt auch für Stahlprodukte, Stahlerzeugungsverfahren und Stahlstandorte. Wenn Produkte,Verfahren und Standorte, gleich in welchem Industriebereich, nicht einer permanenten Erneue­r­ung unterzogen werden – und dies stößt aufgrund härter werdenden Wettbewerbs und damitimmer häufiger limitierter finanzieller Mittel naturgemäß an Grenzen –, ergibt sich für sie einAblaufdatum – und je kompetitiver eine Branche, je beschränkter die Nachfrage, umso klarerwird dieses Datum im Einzelfall erkennbar.Sehr geehrte Damen und Herren,
  15. 15. 15Geschäftsbericht 2012/13UnternehmenManche gesellschaftliche und politische Gruppierungen tendieren heute – auch als Reaktion aufkritische, da nur am ultimativen monetären Nutzen orientierte Entwicklungen der letzten Jahr­zehnte – dazu, diesen ökonomischen Kreislauf außer Kraft setzen zu wollen. Das heißt, nicht mehrkonkurrenzfähige Produktionsstandorte unter allen Umständen erhalten zu wollen – sei es durchpolitischen Druck auf Eigentümer und Management, Subventionen, protektionistische Maß­nahmen oder letztlich Verstaatlichung –, und bedeutet damit nichts anderes, als die ­Grundgesetzevon Angebot und Nachfrage außer Kraft zu setzen. Die Erfahrungen des ersten derartigen Versuchsin den 1980er-Jahren lehren uns, dass dies schon insofern nicht funktioniert, als daraus letztlichzwangsläufig ein Subventionswettlauf entsteht, den sich Staaten auf Dauer nicht leisten können.Am Ende des Tages kommt es damit erst recht zu den dann überfälligen Strukturbereinigungen,allerdings in nur noch größeren Dimensionen, mit noch schmerzvolleren sozialen Härten und zunoch höheren Kosten, da durch das künstliche Erhalten unrentabler Unternehmen mit zuneh­mender Dauer auch gesunde in ihrer Existenz in Frage gestellt werden. Für die betroffenenMenschen stellt diese Vorgangsweise alles andere als einen fairen Weg dar, da sie in einer ­letztlichtrügerischen Hoffnung auf einen sicheren Arbeitsplatz gehalten werden. Menschlich fairer undgleichzeitig ökonomisch sinnvoller wäre es, ihnen rechtzeitig und offen die Fakten darzu­legenund ihnen damit – solange noch ausreichend Mittel vorhanden sind – eine fundierte beruflicheUm- oder Neuorientierung zu ermöglichen. Aber eine solche Vorgangsweise würde gleicher­maßenMut und Ehrlichkeit voraussetzen, heute bei vielen Entscheidungsträgern nicht wirklich heraus­ragende Eigenschaften. Probleme aufzuschieben, „wegzudiskutieren“, zu versuchen, sie „auszu­sitzen“, funktioniert in einer globalisierten und extrem dynamisch gewordenen Wirtschaftsweltnicht mehr. Wer aussitzt, wird von den Konkurrenten überrollt – genau das droht heute der euro­päischen Stahlindustrie.Einmal mehr bleibt uns damit in Bezug auf unser Unternehmen nur die Feststellung, dass sichder Weg weg vom klassischen Stahlunternehmen hin zum stahlbasierten Technologie- undIndustrie­güterkonzern im Hochqualitätsbereich als richtige Alternative zu einer immer nochin Millionen Tonnen denkenden Industrie erwiesen hat. – Und auf eines können Sie sich ver­lassen: Wir werden diesen Weg mit größter Konsequenz weiter fortsetzen. Die Basis dafür habenwir gemeinsam mit unserem Aufsichtsrat in Form des Konzepts „Strategie 2020“ gelegt, für dienächsten zehn Jahre – und darüber hinaus.Linz, 27. Mai 2013Der VorstandWolfgang Eder Herbert Eibensteiner Franz Kainersdorfer Robert Ottel Franz Rotter
  16. 16. 16 Geschäftsbericht 2012/13UnternehmenInvestor RelationsKursverlaufder voestalpine-AktieDie negative Stimmung auf den Finanzmärktenzu Beginn des Geschäftsjahres 2012/13, von derauch die Aktie der voestalpine AG betroffen war,beruhte einerseits auf globalen Konjunktur­ängsten und anderseits auf der anhaltendenSchuldenkrise vor allem in Europa, aber auchden USA. Im Sommer 2012, zu einem Zeitpunkt,als sich die konjunkturelle Erwartungshaltungnoch weiter einzutrüben begann, setzte auf deninternationalen Aktienmärkten eine Gegenbewe­gung ein, ausgelöst vor allem durch die Ankün­digung von EZB-Präsident Mario Draghi, bereitsnotleidende Länder bei weiterer Krisenverschär­fung de facto unbegrenzt zu stützen. Damit ver­zeichneten Aktien in einer Phase von ausgepräg­tem Konjunkturpessimismus zum Teil enormeKursgewinne. Die starken Kurszuwächse dervoest­alpine-Aktie gegen Ende des Kalender­jahres2012 waren dabei aber nicht nur auf externe Fak­toren zurückzuführen, sondern basierten auchauf der guten Ergebnisentwicklung des 1. Halb­jahres 2012/13.Die im 1. Quartal 2013 eskalierende Banken­krisein Zypern verdeutlichte anhand der Entwicklungder voestalpine-Aktie einmal mehr, dass sichinter­nationale Investoren in Zeiten unsichererMarktgegebenheiten zuallererst vorzugsweisevoestalpine AG im Vergleich zu ATX und internationalen IndizesVeränderungen gegenüber Ultimo März 2012 in %voestalpine ATX STOXX Index (Europa) DJ Industrial Index1. April 2012 31. März 2013140130120110100908070
  17. 17. 17Geschäftsbericht 2012/13Unternehmenaus weniger liquiden Märkten zurückziehen bzw.von konjunkturabhängigen Werten trennen. Da­rüber hinaus gab es im 1. Kalenderquartal 2013auch keine Unterstützung aus fundamentalerSicht, im Gegenteil wurden die Wachstums­erwartungen 2013 für Europa im Quartalsverlaufgesenkt.Auf das gesamte Geschäftsjahr 2012/13 gesehenführte dieses Umfeld dazu, dass die Indizes ATX,STOXX Index (Europe) und DJ Industrial Indexim Geschäftsjahresverlauf um jeweils etwa 10 %zulegen konnten, sich der Wert der voestalpine-Aktie aber im gleichen Zeitraum um 5 % von25,22 EUR auf 23,96 EUR verringerte.Investmentin die voestalpine-AktieDie Aktie der voestalpine AG ist seit Oktober 1995an der Wiener Börse gelistet und wurde kurz da­rauf (Dezember 1995) in den ATX aufgenommen.Der Ausgabekurs von 20,71 EUR entspricht nachdem Aktiensplitt von 1:4 im August 2006 einemKurs von 5,18 EUR, womit bis Ende März 2013ein Gesamtwertzuwachs (ohne Dividenden) von363 % erzielt werden konnte. Inklusive geleiste­ter Dividenden konnte in diesem Zeitraum einTotal Shareholder Return von 572 % erreicht wer­den. Seit dem Börsengang hat die voestalpineAG damit nicht nur für ihre Kunden und Mit­arbeiter, sondern auch für ihre Aktionäre nach­haltig Wert geschaffen.Durch die konsequente Fokussierung auf hoch­qualitative Nischenprodukte für anspruchs­vollsteKundensegmente ist es in den Vergangenheitgelungen, die Abhängigkeit vom „klassischen“Stahlzyklus deutlich zu limitieren. Das solideGeschäftsmodell mit einer breiten Diversifizie­rung der Produktpalette nach Regionen und Bran­chen trägt dazu bei, die Konjunkturabhängigkeit– sprich Zyklizität – insgesamt zu reduzieren. Dieführende Marktposition in sämtlichen großenGeschäftsbereichen stützt sich auf innovativeProduktlösungen rund um den Werkstoff Stahlsowie die Technologie- und Qualitätsführerschaftdurch einen starken Fokus auf Forschung undEntwicklung.Die langfristigen Wachstumsperspektiven desvoestalpine-Konzerns erstrecken sich vorwiegendauf die Bereiche Mobilität und Energie mit einemklaren Wachstumsschwerpunkt außerhalb Euro­pas und dem Ziel, den Umsatz bis 2020 von der­zeit 11,5 Mrd. EUR auf eine Größenordnung von20 Mrd. EUR zu steigern. Die dafür notwendigenInvestitionen werden die Dividendenpolitik dervoestalpine AG, die unter normalen Konjunktur­bedingungen eine nachhaltige vierprozentigeVerzinsung auf den Durchschnittskurs des jewei­ligen Geschäftsjahres vorsieht, nicht beeinträch­tigen. Seit dem Börsengang 1995 wurde ohneUnterbrechung und somit auch in wirtschaftlichturbulenten Zeiten jährlich eine Dividende andie Aktionäre ausgeschüttet. Dabei liegt diedurchschnittliche Dividendenrendite für die Ge­schäftsjahre 1996 bis 2012/13 trotz der vergan­genen Krisenjahre mit 3,9 % nur knapp unterdieser 4-Prozent-Marke.Kapitalerhöhung um 2 %zum weiteren Ausbau desMitarbeiterprogrammsDer Vorstand der voestalpine AG hat am 12. Sep­tember 2012 beschlossen, von seiner Ermächti­gung zur Erhöhung des Grundkapitals gemäߧ 4 Abs. 2 der Satzung Gebrauch zu machen unddas Grundkapital der voestalpine AG durch Aus­gabe von 3.400.000 neuer, auf Inhaber lautendeStückaktien, somit um rund 2 %, zu erhöhen.
  18. 18. 18 Geschäftsbericht 2012/13UnternehmenDer Ausgabebetrag pro Stückaktie wurde mit23,51 EUR festgelegt. Er entspricht damit demDurchschnitt der Börsenschlusskurse der voest­alpine-Aktie während der letzten zehn Handels­tage vor Beschlussfassung.Die neu geschaffenen Aktien dienen dem Ausbauund der Absicherung des Mitarbeiterbeteili­gungsprogramms der voestalpine AG. Bereits imJahr 2000 wurde im Konzern ein Mitarbeiterbe­teiligungsprogramm eingeführt, das seither kon­tinuierlich ausgebaut wird. Die Kapitalerhöhungwurde am 24. November 2012 im Firmenbuchder voestalpine AG eingetragen. Damit beträgtdas Grundkapital des Unternehmens nunmehr313.309.235,65 EUR und ist zerlegt in 172.449.163Aktien. Jede Aktie gewährt eine Stimme.AnleihenHybridanleihen (2007–2014, 2013–2019)Im Zuge der Finanzierung des Erwerbs der­BÖHLER-UDDEHOLM Aktiengesellschaft­wurde im Oktober 2007 eine nachrangige Hybrid­anleihe mit einem Emissionsvolumen von 1.000Mio. EUR und einem Kupon von 7,125 % bege­ben. Die frühestmögliche Call-Option seitens dervoestalpine AG ist im Oktober 2014. Die Hybrid­anleihe notierte in den ersten beiden Jahren auf­grund der damals generell schwierigen Finanz-und Wirtschaftslage unter dem Ausgabekurs. Sieerreichte ihren Tiefstkurs von 75 (% des FaceValue) im Frühjahr 2009. In weiterer Folge ent­wickelte sich die Anleihe ab Beginn des Kalender­jahres 2010 äußerst positiv und schloss mit Endedes Geschäftsjahres 2012/13 bei etwa 105 (% desFace Value).Mit dem Ziel einer Optimierung des Finanzie­rungsportfolios hat die voestalpine AG im Feb­ruar 2013 allen Inhabern der Hybridanleihe 2007angeboten, einen Umtausch in eine neue Hybrid­anleihe 2013 mit einem Volumen von bis zu 500Mio. EUR zu tätigen. Da über 70 % der ­Investorenvon der Umtauschmöglichkeit Gebrauch machenwollten, mussten entsprechende Kürzungen derZuweisung vorgenommen werden. Der Kuponder (neuen) Hybridanleihe 2013 beträgt bis zum31. Oktober 2014 fix 7,125 %, danach liegt er bis31. Oktober 2019 bei 6 %. Die Nachfrage nachdieser Schuldverschreibung war derart hoch, dassder Kurs innerhalb weniger Tage nach Laufzeit­beginn (20. März 2013) auf ca. 109,5 (% des FaceValue) anstieg.Unternehmensanleihe 1 (2009–2013)Im März 2009 hat die voestalpine AG zur Siche­rung der Liquidität eine Unternehmensanleihemit einem Volumen von 400 Mio. EUR und einemKupon von 8,75 % begeben. Die Tilgung der An­leihe erfolgte mit Ende März 2013. Die Anleihewar gleich zu Beginn stark nachgefragt und er­reichte etwa ein Jahr nach Begebung einenHöchstwert von über 114 (% des Face Value).Unternehmensanleihe 2 (2011–2018)Anfang Februar 2011 wurde von der voestalpineAG eine siebenjährige Anleihe mit einem Kuponvon 4,75 % und einem Volumen von 500 Mio.EUR erfolgreich am Kapitalmarkt platziert. DieNachfrage seitens der Anleger war von Beginnan sehr stark, was sich in einer positiven Kursent­wicklung manifestierte. Insbesondere im Kalen­derjahr 2012 konnten signifikante Steigerungenverzeichnet werden. Per Ende März 2013 lag derKurs dieser Anleihe bei ca. 109,5 (% des FaceValue).Unternehmensanleihe 3 (2012–2018)Ende September 2012 hat die voestalpine AGerfolgreich eine weitere Anleihe, und zwar miteinem Volumen von 500 Mio. EUR und einerVerzinsung von 4 %, am Kapitalmarkt begeben.Die Anleihe wurde weitaus überwiegend von in­ternationalen Investoren, vor allem aus Deutsch­land, der Schweiz und Großbritannien, gezeich­net. Das Orderbuch hatte eine Größenordnungvon 1,7 Mrd. EUR und umfasste 270 ver­schiedeneInvestoren. Die Ausgabe und Handelsaufnahmeder Anleihe an der Luxemburger Börse erfolgteam 5. Oktober 2012. Wie groß das Vertrauen­seitens der Anleihegläubiger in das Unternehmenist, zeigt die Kursentwicklung am Sekundär­markt. Bis Ende März 2013 stieg ihr Kurs aufetwa 106 (% des Face Value).
  19. 19. 19Geschäftsbericht 2012/13UnternehmenAnalysen über die voestalpine AG werden derzeitvon folgenden Investmentbanken/Instituten erstellt:Baader Bank AG, München Bank of America/Merrill Lynch, London Citigroup, LondonCommerzbank, Frankfurt Credit Suisse, London Davy, Dublin Deutsche Bank, LondonErste Bank, Wien Exane BNP Paribas, Paris Goldman Sachs, London HSBC, LondonJefferies, London JP Morgan, London Kepler Cheuvreux, Frankfurt MainFirst, FrankfurtMorgan Stanley, London Raiffeisen Centrobank, Wien Société Générale, ParisSteubing, Frankfurt UBS, London.Größte EinzelaktionäreRaiffeisenlandesbank Oberösterreich Invest GmbH & Co OG < 15 %voestalpine Mitarbeiterbeteiligung Privatstiftung 14,4 %Oberbank AG 7,9 %Norges Bank > 4 %EigentümerstrukturDie (indikative) Eigentümerstruktur nach Regionen zeigt per 1. April 2013 folgendes Bild:14 %Mitarbeiterbeteiligung1 %Asien9 %Nordamerika2 %Frankreich7 %Skandinavien7 %Großbritannien, Irland3 %Deutschland54 %Österreich3 %Übriges EuropaEigentümerstruktur
  20. 20. 20 Geschäftsbericht 2012/13UnternehmenInformationen zur AktieAktiennominale 313.309.235,65 EUR,zerlegt in 172.449.163 StückaktienStand der Aktien im Eigenbesitz zum 31. März 2013 90.629 StückAktiengattung Stammaktien lautend auf InhaberWertpapierkennnummer 93750 (Börse Wien)ISIN AT0000937503Reuters VOES.VIBloomberg VOE AVKurse (jeweils zum Tagesende)Börsenhöchstkurs April 2012 bis März 2013 28,71 EURBörsentiefstkurs April 2012 bis März 2013 19,98 EURKurs zum 31. März 2013 23,96 EURAusgabekurs IPO Oktober 1995 5,18 EURAll-Time-High-Kurs (12. Juli 2007) 66,11 EURBörsenkapitalisierung zum 31. März 2013* 4.128.848.681,97 EUR* Basis: Gesamtaktienanzahl abzüglich rückgekaufter Aktien.Geschäftsjahr 2012/13Gewinn/Aktie 2,61 EURDividende/Aktie 0,90 EUR*Buchwert/Aktie 29,06 EUR* Gemäß Vorschlag an die Hauptversammlung.Terminvorschau 2013/14Hauptversammlung 3. Juli 2013Ex-Dividenden-Tag 8. Juli 2013Dividenden-Zahltag 15. Juli 2013Veröffentlichung 1. Quartal 2013/14 7. August 2013Veröffentlichung 2. Quartal 2013/14 6. November 2013Veröffentlichung 3. Quartal 2013/14 11. Februar 2014Geschäftsbericht 2013/14 4. Juni 2014Hauptversammlung 2. Juli 2014
  21. 21. 21Geschäftsbericht 2012/13UnternehmenBekenntnis zumÖsterreichischen CorporateGovernance-KodexMit dem Österreichischen Corporate Gover­nance-Kodex wird inländischen Aktiengesell­schaften ein Ordnungsrahmen für die Führungund Überwachung des Unternehmens zur Ver­fügung gestellt. Der Kodex verfolgt das Ziel einerverantwortlichen, auf nachhaltige und langfris­tige Wertschaffung ausgerichteten Leitung undKontrolle von Gesellschaften und Konzernen.Damit soll ein hohes Maß an Transparenz für alleStakeholder des Unternehmens erreicht werden.Grundlage des Kodex sind die Vorschriften desösterreichischen Aktien-, Börse- und Kapital­marktrechtes, die EU-Empfehlungen zu den­Aufgaben der Aufsichtsratsmitglieder und zurVergütung von Direktoren sowie in ihren Grund­sätzen die OECD-Richtlinien für CorporateGovernance. Der Kodex wurde seit 2002 mehr­fach überarbeitet. Der vorliegende CorporateGovernance-Bericht basiert auf dem Status derKodex-Revision vom Jänner 2012. Der Kodex istunter www.corporate-governance.at öffentlichzugänglich.Er erlangt Geltung durch freiwillige Selbstver­pflichtung der Unternehmen. Vorstand und Auf­sichtsrat der voestalpine AG haben bereits imJahr 2003 beschlossen, den Corporate Gover­nance-Kodex anzuerkennen, und auch die zwi­schenzeitlich erfolgten Regeländerungen ange­nommen bzw. umgesetzt. Die voestalpine AGbekennt sich somit zur Einhaltung des Österrei­chischen Corporate Governance-Kodex in dergeltenden Fassung.Neben den verbindlich einzuhaltenden „L-­Regeln“ werden auch sämtliche „C-Regeln“ und„R-Regeln“ des Kodex eingehalten.1Unter Bezugnahme auf die Regel 49 des Kodexwird festgehalten, dass die Kanzlei Binder Gröss­wang Rechtsanwälte GmbH, bei der das Auf­sichtsratsmitglied Dr. Michael Kutschera alsPartner tätig ist, als Rechtsberater der ­voestalpineAG im Geschäftsjahr 2012/13 Beratungsleistun­gen für Fragen im Zusammenhang mit dem Ge­sellschafterausschlussverfahren betreffend dieBÖHLER-UDDEHOLM Aktiengesellschaft er­bracht hat. Die Abrechnung dieses Mandats er­folgte zu den jeweils geltenden allgemeinenStundensätzen der Kanzlei Binder GrösswangRechtsanwälte GmbH. Das Gesamtvolumen derim Geschäftsjahr 2012/13 für die Kanzlei BinderGrösswang Rechtsanwälte GmbH angefallenenHonorare betrug netto 35.420,83 EUR.Sämtliche Aufsichtsratsmandate der Kapitalver­treter enden mit Beendigung der Hauptversamm­lung der voestalpine AG, die über das Geschäfts­jahr 2013/14 beschließt.Kein Mitglied des Aufsichtsrates hat im abgelau­fenen Geschäftsjahr bei mehr als einer Sitzungdes Aufsichtsrates gefehlt.Vergütungsbericht fürVorstand und AufsichtsratZum Vergütungsbericht für Vorstand und Auf­sichtsrat wird auf den Anhang zum Jahresab­schluss verwiesen.Corporate Governance-Bericht1 Im Corporate Governance-Kodex sind folgende Regeln vorgesehen: „L-Regeln“ (= Legal), das sind gesetzlich vorgeschriebene Maßnahmen; „C-Regeln“ (Comply or Explain), deren Nichteinhaltung begründet werden muss; „R-Regeln“ (Recommendations), das sind Empfehlungen.
  22. 22. 22 Geschäftsbericht 2012/13UnternehmenZusammensetzung des Vorstandes Dr. Wolfgang Eder geboren 1952Mitglied des Vorstandes seit 1995;Vorsitzender des Vorstandes seit 2004;Ende der laufenden Funktionsperiode: 31.03.2014(am 22.03.2013 wiederbestellt bis 31.03.2019);Mitglied des Aufsichtsrates der Oberbank AG, LinzLeitung der Steel DivisionZugeordnete Konzernfunktionen:Konzernentwicklung einschließlichRohstoffstrategie; F&E- und Inno­vationstrategie; Corporate HumanResources; Konzernkommunikationund Markt­auftritt; Compliance; Recht;M&A; Strategisches Umweltmanage-ment; Investor Relations; Revision Dipl.-Ing. Herbert Eibensteiner geboren 1963Mitglied des Vorstandes seit 01.04.2012;Ende der laufenden Funktionsperiode: 31.03.2014(am 22.03.2013 wiederbestellt bis 31.03.2019);Mitglied des Aufsichtsrates der GemeinnützigeDonau-Ennstaler Siedlungs-AktiengesellschaftLeitung der Metal Forming DivisionZugeordnete Konzernfunktion:Informationstechnologie Dipl.-Ing. Dr. Franz Kainersdorfer geboren 1967Mitglied des Vorstandes seit 2011;Ende der laufenden Funktionsperiode: 31.03.2014(am 22.03.2013 wiederbestellt bis 31.03.2019);Mitglied des Aufsichtsrates der VA Erzberg GmbHLeitung der Metal EngineeringDivisionZugeordnete Konzernfunktion:Beschaffungsstrategie Mag. Dipl.-Ing. Robert Ottel, MBA geboren 1967Mitglied des Vorstandes seit 2004;Ende der laufenden Funktionsperiode: 31.03.2014(am 22.03.2013 wiederbestellt bis 31.03.2019);Vorsitzender des Aufsichtsrates der VA IntertradingAktiengesellschaft, Linz;Vorsitzender des Aufsichtsrates derAPK-Pensionskasse AG, Wien;Mitglied des Aufsichts­rates der Josef Manner& Comp. AG, WienLeitung des Ressorts FinanzenZugeordnete Konzernfunktionen:Bilanzen; Controlling einschließlichBeteiligungscontrolling; Konzern­treasury; Steuern; Managementinfor-mationssysteme; Risikomanagement Dipl.-Ing. Franz Rotter geboren 1957Mitglied des Vorstandes seit 2011;Ende der laufenden Funktionsperiode: 31.03.2014(am 22.03.2013 wiederbestellt bis 31.03.2019)Leitung der Special Steel DivisionZugeordnete Konzernfunktion:Langfristige Entwicklungneuer Produkte und Märkte
  23. 23. 23Geschäftsbericht 2012/13UnternehmenZusammensetzung des Aufsichtsrates Dr. Joachim Lemppenau geboren 1942Vorsitzender des Aufsichtsrates (seit 01.07.2004)Erstbestellung: 07.07.1999Vorstandsvorsitzender a. D. der Volksfürsorge Versicherungsgruppe, Hamburg Dr. Heinrich Schaller geboren 1959Stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrates (seit 04.07.2012)Erstbestellung: 04.07.2012Generaldirektor der Raiffeisenlandesbank Oberösterreich AG, LinzMitglied des Aufsichtsrates der Raiffeisen Bank International AG, WienMitglied des Aufsichtsrates der AMAG Austria Metall AG, Braunau-Ranshofen KR Mag. Dr. Ludwig Scharinger geboren 1942Stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrates (seit 01.07.2004, bis 04.07.2012)Erstbestellung: 20.01.1994Generaldirektor a. D. der Raiffeisenlandesbank Oberösterreich AG, LinzStellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrates der Raiffeisen Bank International AG, WienMitglied des Aufsichtsrates der AMAG Austria Metall AG, Braunau-Ranshofen KR Dr. Franz Gasselsberger, MBA geboren 1959Mitglied des AufsichtsratesErstbestellung: 01.07.2004Generaldirektor der Oberbank AG, LinzVorsitzender des Aufsichtsrates der Bank für Tirol und VorarlbergAktiengesellschaft, InnsbruckStellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrates der BKS Bank AG, KlagenfurtMitglied des Aufsichtsrates der AMAG Austria Metall AG, Braunau-Ranshofen Dr. Hans-Peter Hagen geboren 1959Mitglied des AufsichtsratesErstbestellung: 04.07.2007Generaldirektor der VIENNA INSURANCE GROUP AG Wiener Versicherung Gruppe, Wien Dr. Josef Krenner geboren 1952Mitglied des AufsichtsratesErstbestellung: 01.07.2004Leiter der Direktion Finanzen des Landes Oberösterreich, LinzVorsitzender des Aufsichtsrates der AMAG Austria Metall AG, Braunau-RanshofenMitglied des Aufsichtsrates der Lenzing AG, Lenzing Dr. Michael Kutschera, MCJ (NYU) geboren 1957Mitglied des AufsichtsratesErstbestellung: 01.07.2004Rechtsanwalt, Partner bei Binder Grösswang Rechtsanwälte GmbH, Wien Mag. Dr. Josef Peischer geboren 1946Mitglied des AufsichtsratesErstbestellung: 01.07.2004Direktor a. D. der Kammer für Arbeiter und Angestellte für Oberösterreich, Linz Dipl.-Ing. Dr. Michael Schwarzkopf geboren 1961Mitglied des AufsichtsratesErstbestellung: 01.07.2004Generaldirektor der Plansee Holding AG, ReutteMitglied des Aufsichtsrates der Mayr-Melnhof Karton AG, WienMitglied des Board of Directors von Molibdenos y Metales S.A., Santiago, Chile
  24. 24. 24 Geschäftsbericht 2012/13UnternehmenAngaben zur Unabhängigkeitder AufsichtsratsmitgliederSämtliche von der Hauptversammlung gewähltenMitglieder des Aufsichtsrates haben bestätigt,dass sie sich auf der Grundlage der vom Auf­sichtsrat festgelegten Kriterien als unabhängigbetrachten (Corporate Governance-Kodex, Regel53). Die vom Aufsichtsrat festgelegten Kriterienfür die Unabhängigkeit sind auf der Websitewww.voestalpine.com einsehbar und entsprechenim Wesentlichen dem Anhang 1 zum CorporateGovernance-Kodex. Zudem sind mit Ausnahmeder Herren Dr. Heinrich Schaller, der den An­teilseigner Raiffeisenlandesbank OberösterreichInvest GmbH & Co OG vertritt, und Dr. Peischer,der die voestalpine Mitarbeiterbeteiligung Privat­stiftung vertritt, sämtliche von der Hauptver­sammlung gewählten Mitglieder des Aufsichts­rates solche Mitglieder, die nicht Anteilseig-ner mit einer Beteiligung von mehr als 10 % sindoder Interessen solcher Anteilseigner vertreten(Regel 54).Ausschüsse des AufsichtsratesDer Aufsichtsrat ist durch die Satzung befugt,aus seiner Mitte Ausschüsse zu bilden und derenAufgaben und Rechte festzulegen. Den Ausschüs­sen kann auch das Recht zur Entscheidung über­tragen werden. Die Arbeitnehmervertreter imAufsichtsrat haben das Recht, für Ausschüsse desAufsichtsrates Mitglieder mit Sitz und Stimmenach dem in § 110 Abs.1 ArbVG festgelegten Ver­hältnis namhaft zu machen. Dies gilt nicht fürAusschüsse, die die Beziehungen zwischen derGesellschaft und den Mitgliedern des Vorstandesbehandeln.Folgende Ausschüsse des Aufsichtsrates sind ein­gerichtet:PräsidialausschussDer Präsidialausschuss ist gleichzeitig Nominie­rungs- und Vergütungsausschuss im Sinne desCorporate Governance-Kodex.Der Präsidialausschuss unterbreitet als Nominie­rungsausschuss dem Aufsichtsrat Vorschläge zurBesetzung frei werdender Mandate im Vorstandund befasst sich mit Fragen der Nachfolgepla­nung. Er ist als Vergütungsausschuss auch zu­ständig für den Abschluss, die Änderung bzw.die Auflösung von Dienstverträgen mit den Vor­standsmitgliedern sowie für alle Angelegenheitenim Zusammenhang mit der Abwicklung vonAktien­optionsplänen für Vorstandsmitglieder.Vom Betriebsrat entsandt: Josef Gritz geboren 1959Mitglied des AufsichtsratesErstentsendung: 01.01.2000Vorsitzender des Arbeiterbetriebsrates der voestalpine StahlDonawitz GmbH & Co KG, Donawitz Brigitta Rabler geboren 1959Mitglied des Aufsichtsrates (ab 01.05.2013)Erstentsendung: 01.05.2013Vorsitzende des Angestelltenbetriebsrates der voestalpine AG, Linz Johann Heiligenbrunner geboren 1948Mitglied des Aufsichtsrates (bis 30.04.2013)Erstentsendung: 24.03.2000Vorsitzender a. D. des Angestelltenbetriebsrates der voestalpine AG, Linz Gerhard Scheidreiter geboren 1964Mitglied des AufsichtsratesErstentsendung: 01.01.2012Vorsitzender des Arbeiterbetriebsrates der Böhler Edelstahl GmbH & Co KG, Kapfenberg Hans-Karl Schaller geboren 1960Mitglied des AufsichtsratesErstentsendung: 01.09.2005Vorsitzender des Konzernbetriebsrates der voestalpine AG, LinzVorsitzender des Europäischen Betriebsrates der voestalpine AG, Linz
  25. 25. 25Geschäftsbericht 2012/13UnternehmenWeiters hat der Präsidialausschuss das Recht, indringenden Fällen Entscheidungen zu treffen.Er entscheidet auch über die Zulässigkeit derÜbernahme von Nebentätigkeiten durch Vor­standsmitglieder.Mitglieder des Präsidialausschussesdes Aufsichtsrates: Dr. Joachim Lemppenau (Vorsitzender) Dr. Heinrich Schaller (Stellvertretender Vorsitzender) Hans-Karl SchallerPrüfungsausschussDer Prüfungsausschuss ist für die Überwachungdes Rechnungslegungsprozesses, die Überwa­chung der Arbeit des Abschlussprüfers und diePrüfung und Vorbereitung der Feststellung desJahresabschlusses, des Vorschlags für die Ge­winnverteilung und des Lageberichts zuständig.Er hat auch die Konzernrechnungslegung zuüberwachen, den Konzernabschluss zu prüfensowie einen Vorschlag für die Auswahl des Ab­schlussprüfers zu erstatten und darüber demAufsichtsrat zu berichten. Darüber hinaus hat derPrüfungsausschuss die Wirksamkeit des unter­nehmensweiten Internen Kontrollsystems, desInternen Revisionssystems und des Risikoma­nagementsystems zu überwachen.Mitglieder des Prüfungsausschussesdes Aufsichtsrates: Dr. Joachim Lemppenau (Vorsitzender) Dr. Heinrich Schaller (Stellvertretender Vorsitzender) KR Dr. Franz Gasselsberger, MBA Dr. Josef Krenner (Finanzexperte) Hans-Karl Schaller Josef GritzAnzahl und wesentlicheInhalte der Aufsichtsrats-und Ausschusssitzungenim GeschäftsjahrDer Aufsichtsrat hat im Geschäftsjahr 2012/13 dieihm nach Gesetz und Satzung zukommendenAufgaben im Rahmen von sieben Plenarsitzun­gen, drei Sitzungen des Prüfungsausschussesund vier Sitzungen des Präsidialausschusseswahrgenommen. In diesen Sitzungen wurdenneben den laufenden Berichten über die ­aktuellegeschäftliche und finanzielle Situation der Unter­nehmensgruppe insbesondere Fragen der stra­tegischen Weiterentwicklung des Konzerns, kar­tellrechtliche Angelegenheiten, Maßnahmen desRisikomanagements und der Liquiditätssiche­rung sowie die Verlängerung der Mandate desVorstandes behandelt. Der Prüfungsausschussbefasste sich mit der Vorbereitung und Prüfungdes Konzern- und Einzelabschlusses der Gesell­schaft, mit der Vorbereitung des Vorschlages fürdie Bestellung des Abschlussprüfers sowie mitThemen des Internen Kontrollsystems, des Risi­komanagementsystems und der Internen Revi­sion. Der Präsidialausschuss befasste sich schwer­punktmäßig mit Fragen zur Konzernstrategiesowie zu kartellrechtlichen Belangen und darüberhinaus in seiner Funktion als Vergütungsaus­schuss insbesondere mit Fragen im Zusammen­hang mit der Vergütung der Vorstandsmitglieder.In seiner Funktion als Nominierungsausschussbildeten die Vorbereitung des Vorschlages zurWahl des Nachfolgers von Dr. Scharinger, HerrnDr. Heinrich Schaller, zum Mitglied des Auf­sichtsrates der voestalpine AG sowie die Verlän­gerung der Vorstandsmandate die Tätigkeits­schwerpunkte.In der letzten Sitzung des Geschäftsjahres ­führteder Aufsichtsrat auch die gemäß Regel 36 desCorporate Governance-Kodex vorgeseheneSelbst­evaluierung durch und behandelte anhandeiner Frageliste die generelle Zusammenarbeitzwischen Vorstand und Aufsichtsrat, Qualität undUm­fang der dem Aufsichtsrat zur Verfügung­gestellten Unterlagen sowie organisatorischeFragen.Externe Evaluierung der­Einhaltung des CorporateGovernance-KodexDer Corporate Governance-Kodex sieht eine re­gelmäßige externe Evaluierung der Einhaltungdes Kodex durch das Unternehmen vor. Diesewurde im Zuge der Prüfung des Jahresabschlus­ses 2012/13 durch den Wirtschaftsprüfer des Kon­zerns durchgeführt (Prüfung gemäß Regel 62 desCorporate Governance-Kodex). Die Prüfung der
  26. 26. 26 Geschäftsbericht 2012/13UnternehmenEinhaltung der die Abschlussprüfung betreffen­den Regeln des Kodex (Regeln 77 bis 83) er­folgtedurch die Rechtsanwaltskanzlei Wolf ­TheissRechtsanwälte GmbH. Als Ergebnis der Evalu­ierung haben die Prüfer festgestellt, dass die vonder voestalpine AG abgegebene Erklärung zurEinhaltung des Corporate Governance-Kodex inder Fassung 2012 den tatsächlichen Gegeben­heiten entspricht. Der Prüfbericht der externen Evaluierung ist auf der Homepage www.voestalpine.com einsehbar.Frauenförderungin Vorstand, Aufsichtsratund leitenden StellenDer Anteil weiblicher Führungskräfte (ausge­nommen Vorstandsmitglieder) lag im Geschäfts­jahr 2012/13 bei rund 10,1 % und blieb damitgegenüber dem Vorjahr praktisch unverändert.Im Rahmen der internen Führungskräfteentwick­lung wird großer Wert darauf gelegt, den Anteilan weiblichen Teilnehmern weiter auszubauen.Aus diesem Grund sieht der diesbezügliche Vor­standsbeschluss vor, dass Frauen auf jeder Aus­bildungsstufe des Management-Development­systems vertreten sein müssen. Im Geschäftsjahr2012/13 waren von insgesamt 146 Teilnehmern22 Frauen. Der Frauenanteil ist damit in der Ma­nagementausbildung gegenüber dem Vorjahr von12,4 % auf 15,1 % gestiegen.Insgesamt lag der Frauenanteil in der voestalpine-­Gruppe im Geschäftsjahr 2012/13 bei 12,6 %.­Diese im Vergleich zu anderen Wirtschaftsberei­chen nach wie vor niedrige Quote hat branchen­spezifische, historische und kulturelle Hinter­gründe. Im öffentlichen Bewusstsein dominiertin Bezug auf einen Stahl- und Industriegüterkon­zern nach wie vor das Bild der Schwerindustrieund entsprechend schwierig stellt sich auch dieRekrutierung von Mitarbeiterinnen auf breiterBasis dar.Explizite „Frauenquoten“ gibt es in keiner Kon­zerngesellschaft, aber es besteht das generelleBestreben, den Anteil von Frauen im Konzern aufallen Ebenen nachhaltig mit geeigneten Maß­nahmen zu steigern. Dies umfasst eine Reihe vonteilweise auch länderspezifischen Aktivitätenwie die Teilnahme am Girls’ Day, Förderung von­Frauen in technischen Lehrberufen und/oder dieverstärkte Einstellung von weiblichen Absolven­ten technischer Schulen und Universitäten. Außer-­dem wird der Auf- und Ausbau von betrieblichenKinderbetreuungseinrichtungen bzw. von Koope­rationen mit entsprechenden externen Einrich­tungen forciert, um Frauen den Eintritt bzw. Wie­dereintritt in das Berufsleben zu erleichtern.Mittlerweile sind aufgrund dieser Bemühungenauch in traditionell männerdominierten techni­schen Unternehmensbereichen (z. B. Feuer­ver-zinkungsanlagen, Drahtverarbeitungs­anlagen)Frauen in obersten Führungspositionen tätig,leitende Funktionen nehmen Frauen auch imFinanz-, Personal- und Rechtsbereich in einerReihe von Konzernunternehmen ein.Im Rahmen des jährlichen Personalreportingswird zum Monitoring der Nachhaltigkeit allerMaßnahmen der Frauenanteil bei Führungs­kräften nach Qualifikationen und in Ausbil­dungsprogrammen regelmäßig erhoben undanalysiert.Linz, 21. Mai 2013Der VorstandWolfgang Eder Herbert Eibensteiner Franz Kainersdorfer Robert Ottel Franz Rotter
  27. 27. 27Geschäftsbericht 2012/13UnternehmenComplianceSeit dem Börsengang im Jahr 1995 hat der voest­alpine-Konzern seine Compliance-Aktivtätenzum Schutz des Unternehmens vor finanziellenSchäden und Reputationsverlusten kontinuier­lich ausgebaut. Zu Beginn stand im Zuge desBörsen­gangs der Aufbau der Kapitalmarkt-Com­pliance, die in der Folge durch zusätzliche Com­pliance-Themen ergänzt wurde. So gab es seitdem Jahr 2002 regelmäßig Kartellrechtsschulun­gen in ­allen Divisionen des Konzerns. Eine we­sentliche weitere Maßnahme war im Jahr 2009die Ein­führung eines für alle Mitarbeiterinnenund Mitarbeiter des Konzerns gültigen Verhal­tenskodex.Im Geschäftsjahr 2011/12 kam es schließlich –nicht zuletzt als Konsequenz aus dem „Schienen­kartellverfahren“ – zur Implementierung einesneuen, umfassenden Compliance ManagementSystems. Neben einem Group Compliance Officerwurden auch Compliance Officer in allen Divi­sionen des Konzerns bestellt. Der Group Com­pliance Officer ist direkt dem Vorstandsvorsitzen­den unterstellt und weisungsfrei. Die divisionalenCompliance Officer berichten an den GroupCompliance Officer und an die jeweiligen Divi­sionsvorstände.VerhaltenskodexDer im abgelaufenen Geschäftsjahr aktualisierteVerhaltenskodex (Code of Conduct) der voest­alpine AG ist die Basis für moralisch, ethisch undrechtlich einwandfreie Verhaltensweisen desManagements und aller Mitarbeiterinnen undMitarbeiter des Konzerns. Der Verhaltenskodexrichtet sich aber nicht nur an das Managementund die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, son­dern auch an die Kunden, Lieferanten und an­dere Geschäftspartner.Im Fall eines Verstoßes gegen gesetzliche Vor­schriften, interne Richtlinien oder gegen Bestim­mungen des voestalpine-Verhaltenskodex mussjeder Mitarbeiter mit disziplinären Konsequenzenrechnen. Darüber hinaus können Zuwiderhand­lungen auch straf- und zivilrechtliche Konse­quenzen haben, wie z. B. Regress- und Schaden­ersatzforderungen.Compliance-RichtlinienDie Bestimmungen des Verhaltenskodex werdendurch Konzernrichtlinien ergänzt und konkreti­siert: Business ConductDiese Richtlinie regelt etwa die Zulässigkeit vonGeschenken, Einladungen und anderen ­Vorteilen,Spenden, Sponsoring, Nebentätigkeiten und denprivaten Bezug von Waren und Dienstleistungendurch Mitarbeiter von Kunden und Lieferanten. Richtlinie betreffend den Umgang mit Geschäftsvermittlern und BeraternIn ihr ist die Vorgehensweise festgelegt, welchevor der Beauftragung von Handelsvertretern,sonstigen vertriebsbezogenen Beratern, Konsu­lenten oder Lobbyisten einzuhalten ist. Auf Basiseiner objektivierten Prüfung des Umfeldes unddes Tätigkeitsrahmens des Geschäftspartners vorAufnahme von Geschäftsbeziehungen soll sicher­gestellt werden, dass auch die Geschäftspartnerdie Gesetze und den Verhaltenskodex des voest­alpine-Konzerns einhalten.
  28. 28. 28 Geschäftsbericht 2012/13UnternehmenDer Verhaltenskodex und die Compliance-Richt­linien gelten konzernweit und stehen in insge­samt 14 Sprachen zur Verfügung.Whistleblowing-SystemIm Jänner 2012 wurde ein webbasiertes Hinweis­gebersystem eingeführt. Meldungen über Com­pliance-Verstöße sollen in erster Linie zwar offen,das heißt unter Nennung des Namens des Hin­weisgebers, erfolgen, das neue System bietet aberzusätzlich die Möglichkeit, Fälle von Fehlverhal­ten auch auf anonymer Basis zu melden und mitHinweisgebern unter Wahrung ihrer vollkom­menen Anonymität zu kommunizieren. Mit die­sem System sollen zusätzlich interne Infor­-ma­tionen zur frühzeitigen und effektiven Auf-deckung von Compliance-Risiken im Unterneh­men systematisch genutzt werden.PräventionIm Vordergrund eines Compliance ManagementSystem stehen präventive Maßnahmen. In die­sem Zusammenhang wurden auch im Geschäfts­jahr 2012/13 umfangreiche Schulungs- und­Trainingsmaßnahmen in allen Divisionen desKonzerns durchgeführt. Um eine möglichst breit­flächige Schulungswirkung zu erzielen, werdendabei neben Präsenzschulungen insbesonderee-learning-Systeme forciert. So wurden allein imletzten Geschäftsjahr im Rahmen eines web­basierten e-learning-Kurses mehr als 4.500 Mit­arbeiter des Konzerns einer spezifischen Kartell­rechtsschulung und mehr als 18.000 Mitarbeitereiner Schulung zum Verhaltenskodex – jeweilssamt Abschlusstest – unterzogen. Compliance-Schulungen erfolgen bereits seit einigen Jahrenauch im Rahmen der Führungskräfteausbildung.Darüber hinaus wird das Thema Compliance denMitarbeitern durch regelmäßige Kommunika­tionsmaßnahmen, insbesondere durch Mitarbeiter­magazine, Plakatkampagnen oder im Rahmenvon Konzern- und Divisionsveranstaltungen,immer wieder nahegebracht.Informationen zum Thema Compliance im voest­alpine-Konzern sind auch auf der Homepage dervoestalpine AG sowie für Mitarbeiter im Intranetdes Konzerns abrufbar.
  29. 29. 29Geschäftsbericht 2012/13LageberichtWirtschaftliches UmfeldDie globale Konjunktur fand seit dem Ausbruchder Finanz- und Wirtschaftskrise 2008 trotz­massiver staatlicher Interventionen sowie desum­fassenden Eingreifens von Institutionen derinter­nationalen Staatengemeinschaft keine nach­haltige Stabilisierung.War 2011 ein gewisser Optimismus auf breitererBasis spürbar, wurde er im Laufe des Jahres 2012und damit über das gesamte Geschäftsjahr2012/13 des voestalpine-Konzerns wieder voneiner pessimistischen Stimmung in den meistenWirtschaftsregionen der Welt abgelöst. Es kamweltweit zu einer Abkühlung der Konjunktur, dervon den einzelnen Volkswirtschaften seither mitunterschiedlichen Methoden und bislang eben­solchem Erfolg begegnet wird. Wirtschaftssanie­rung über konsequente Sparprogramme oderüber – schuldenfinanzierte – Wachstumspro­gramme lautet dabei die grundsätzliche ideolo­gische Auseinandersetzung.EuropaBislang haben die in fast ganz Europa ergriffenenSparmaßnahmen in einigen Ländern zwar zuersten budgetären Sanierungserfolgen geführt,nicht jedoch zu einer Belebung der Konjunktur.Südeuropa verharrt insgesamt in einer rezessivenEntwicklung, wobei es im Laufe des Geschäfts­jahres 2012/13 zu einem Übergreifen der nega­tiven Stimmung auch auf einzelne Länder deseuropäischen Zentralraumes kam (Frankreich,Slowenien). Branchenbezogen waren von dieserEntwicklung fast alle für die voestalpine AG­wesentlichen Abnehmerbereiche betroffen, wobeisich auf Kundenebene ein durchaus differenzier­tes Bild ergibt: So befinden sich Kunden mit glo­baler Aufstellung und damit der Möglichkeit,Schwächen in Europa durch Exporte abzu­mildern, in einer deutlich besseren Lage alsUnter­nehmen, die sich auf den europäischenMarkt fokussieren.Dies gilt grundsätzlich für alle Branchen, zeigtsich aber ganz besonders in der europäischenAutomobilindustrie, dem weitaus wichtigstenKundensegment des voestalpine-Konzerns. Wäh­rend die deutsche Automo­bil­industrie die rück­läufigen Absatzzahlen in ­Europa überwiegenddurch Exporte, vor allem in die USA und nachAsien, kompensieren konnte, wurden die Her­steller mit Fokus auf dem europäischen Heim­markt von den Zulassungsrückgängen massivgetroffen und müssen nun in einem gesättigtenund schrumpfenden Markt Produktionskapazi­täten anpassen, was in ihren jeweiligen Heimat­regionen auch die gesamtwirtschaftliche Ent­wicklung weiter schwächt. Die Lkw-, Bus- undMaschinenbauindustrie folgt grundsätzlich dem­selben Prinzip. Die Bauindustrie mit ihren über­wiegend regional orientierten Märkten bleibtweiterhin das schwächste Branchensegment, daeinerseits die öffent­lichen Infrastrukturinvesti­tionen durch die Schwäche der Staatsfinanzenin fast allen europäischen Ländern auf Jahre­hinaus auf niedrigem Niveau verharren werdenund andererseits auch der private Bau­sektordurch Finanzierungs­restriktionen und generelleVorsicht geprägt ist. Ähnliches gilt auch für denEnergiesektor, der in Europa durch eine breiteVerunsicherung über die langfristige AusrichtungDieser Konzernlagebericht bezieht sich auf den IFRS-Konzernabschluss imSinne des § 245a (1) UGB. Von der Bestimmung des § 267 (4) UGB wirdGebrauch gemacht. Der Lagebericht der voestalpine AG sowie der Konzern­lagebericht werden zusammengefasst.Bericht des VorstandesLagebericht 2012/13
  30. 30. 30 Geschäftsbericht 2012/13Lageberichtder grundlegenden Versorgungsstrukturen ge­prägt ist. Vergleichsweise solide hingegen bliebder private Konsum, wodurch der Konsumgüter-und Hausgerätebereich im Geschäftsjahr 2012/13eine relativ robuste Nachfrageentwicklung ­zeigte.USA / NordamerikaDie Vereinigten Staaten von Amerika setzen an­ders als Europa vornehmlich auf eine Politik derWirtschaftsbelebung. Vorerst gibt die ökonomi­sche Entwicklung dieser Strategie recht, warendie Wachstumsraten im abgelaufenen Geschäfts­jahr dort in den meisten Segmenten doch deutlichpositiver als in Europa. Neben einer Stabilisie­rung im Baubereich konnte vor allem die ameri­kanische Autoindustrie einen imposanten Re­bound feiern. Der private Konsum als eine tra­gende Säule des amerikanischen Wirtschafts­modells zeigte über weite Strecken des abgelau­fenen Geschäftsjahres ebenfalls eine eherrobuste Entwicklung, wenn auch gegen Jahres­ende insgesamt eine Verlangsamung der Wachs­tumsraten erkennbar war. Trotz aller Problemeum den „Dreamliner“ unverändert erfolgreichentwickelte sich die US-Luftfahrtindustrie.Kurzfristige konjunkturelle Rückschläge durchdas Erreichen der im Bundesgesetz verankertenSchuldenobergrenze haben in jüngster Zeit anIntensität verloren, wenngleich die Nachhaltig­keit der amerikanischen Fiskalpolitik dadurch(un)regelmäßig in Frage gestellt wird. Das Pro­blem der enormen Staatsverschuldung bleibtjedenfalls weiterhin ungelöst.BrasilienDie Konjunkturentwicklung Brasiliens, dem fürden voestalpine-Konzern wichtigsten Wirtschafts­raum Südamerikas, konnte im Geschäftsjahr2012/13 nicht an die Dynamik vergangener ­Jahreanschließen. Vor allem auf der Industriegüter­seitezeigte sich eine tendenziell zurückhaltende Ent­wicklung, während das private Konsumverhaltendurchaus auf ansprechendem Niveau verblieb.Gegen Ende des Geschäftsjahres ließen Ankün­digungen von politischer Seite betreffend zusätz­liche Konjunkturförderprogramme wieder eineoptimistischere Stimmung zum weiteren gesamt­wirtschaftlichen Grundtrend aufkommen.AsienDie Entwicklung der chinesischen Volkswirt­schaft verlor im Laufe des Geschäftsjahres2012/13 an Dynamik. Vor allem im Herbst 2012war nicht zuletzt in Folge der politischen Macht­übergabe eine deutliche Abflachung der Wirt­schaftstätigkeit spürbar. Gegen Ende des Ge­schäftsjahres gewann die gesamtökonomischeEntwicklung zwar wieder etwas an Momentum,allerdings verdichten sich gleichzeitig Zweifelan der Nachhaltigkeit im Sinne eines „echten“Aufschwungs.Japan, seit zwei Jahrzehnten in einer Stagna­tionsphase gefangen, reagierte gegen Ende desGeschäftsjahres 2012/13 auf die verhaltenen glo­balen Entwicklungen mit einer massiv expansi­ven Geldpolitik. Dieser unerwartete Strategie­wechsel der Bank of Japan zeigte unmittelbarAuswirkungen auf die Währungsparitäten undbeschert seither der traditionell stark export­orientierten japanischen Industrie zusätzlichenRückenwind im globalen Wettbewerb. Vor allemim Bereich der Energieindustrie waren diese Ent­wicklungen durch eine unmittelbare Verbesse­rung der Position gegenüber europäischen Wett­bewerbern bei globalen Projekten spürbar.Generelle TendenzenUnabhängig von der dargestellten spezifischenEntwicklung in den großen Wirtschaftsräumenlassen sich die Tendenzen in für den voestalpine-Konzern wichtigen global verzweigten Industrie­segmenten wie folgt zusammenfassen:Der im Energiesektor zentrale Bereich der Pipe­lineprojekte zeigte im abgelaufenen Geschäfts­jahr praktisch in allen Wirtschaftsräumen der Weltrückläufige Tendenzen. Während die Explora­tionstätigkeit, vor allem getrieben von den USA,auf gutem Niveau blieb, wurden große Pipeline­projekte praktisch weltweit zeitlich nach hintenverschoben. Im Bereich der Energieumwandlung,
  31. 31. 31Geschäftsbericht 2012/13Lageberichtdem Kraftwerksbau, blieb die schon seit Länge­rem verhaltene Nachfrage auch über das ge­samteGeschäftsjahr 2012/13 global betrachtet unver­ändert niedrig.Weitgehend konträr verhielt sich im abgelaufenenGeschäftsjahr die globale Nachfrage aus demBereich Eisenbahninfrastruktur. Mit AusnahmeEuropas bestimmen hohe Infrastrukturinvesti­tionen in fast allen übrigen Regionen der Weltdas Bild dieser Industrie. Neben einer anhaltendstarken Nachfragesituation in Nordamerika, denmeisten Ländern Asiens und praktisch allenMinen­regionen der Welt, kamen zusätzliche Im­pulse aus dem Mittleren Osten und Südafrika.Die Luftfahrtindustrie trotzte – wie auch der land­wirtschaftliche Nutzfahrzeugsektor – der globalenKonjunkturabkühlung. Beide Segmente zeigtenüber den gesamten Verlauf des Geschäftsjahres2012/13 eine sehr stabile Nachfrageentwicklung.Entwicklung der DivisionenDie Divisionen des voestalpine-Konzerns warenvon diesen Entwicklungen – je nach regionalerund branchenmäßiger Ausrichtung – unterschied­lich betroffen. Während die Metal EngineeringDivision auf breiter Basis, das heißt praktisch inall ihren Segmenten, eine durchaus erfreulicheGeschäftsentwicklung verbuchen konnte, warendie übrigen Divisionen mehr oder weniger starkvon der rückläufigen Gesamtkonjunktur betrof­fen, ohne dass allerdings auch nur eine Divisionvon der Auslastung oder dem Ergebnis her inProbleme geraten wäre. Die Special Steel Divi­sion konnte durch ihre globale Aufstellung dieKonjunkturrückgänge in Europa und in anderenTeilen der Welt überwiegend kompensieren undauch die vor allem im Branchenvergleich hervor­ragend performende Metal Forming Divisionwird anhand ihrer Ziffern in der Richtigkeit überihre Internationalisierungsstrategie bestätigt. DieSteel Division war durch die zu rund 85 % aufden europäischen Wirtschaftsraum fokussierteAufstellung und die insgesamt schwierige Situ­ation der europäischen Stahlindustrie mit dengrößten Herausforderungen konfrontiert, hat sichdabei aber einmal mehr als Benchmark der Bran­che in der Europäischen Union erwiesen.Die Stahlindustrie 2012/13Die Weltrohstahlproduktion wuchs im Kalender­jahr 2012 nur mehr sehr moderat um 1,2 % aufinsgesamt 1.518 Mio. Tonnen, wobei dieser An­stieg überwiegend auf die vergleichsweise nochgünstigere Entwicklung in der 1. Jahreshälftezurückzuführen ist.Europa konnte zum globalen Wachstum nichtbeitragen, war die Produktion mit –4,7 % imJahres­vergleich doch deutlich rückläufig. DieseEntwicklung spiegelt die gesamtökonomischeSituation des Kontinents klar wider, wobei „zyk­lische“ Industrien wie die Stahlindustrie vonrezessiven Entwicklungen überproportional tan­giert werden. Die gesunkene Produktionsmengeverdeutlicht einmal mehr die strukturellen Aus­lastungsprobleme der in Europa installiertenRohstahlkapazitäten. Der anhaltende Wettbewerbum Mengen, der immer noch mehr über die Preis­seite ausgetragen wird, führt unvermeidbar zuimmer niedrigerer Profitabilität des gesamtenSektors. Auf breiter Basis antwortet die europä­ische Stahlindustrie auf diese Situation bereitsseit längerer Zeit mit verstärkten Kostensen­kungsprogrammen, was die Industrie insgesamtzwar produktiver macht, gleichzeitig aber auchdie konkrete Gefahr in sich birgt, durch fehlendeMittel auf der Investitions- und Entwicklungs­seite im globalen Wettbewerb an Schlagkraft zuverlieren, die aber mehr denn je für die Bewälti­gung der Herausforderungen an die Zukunft desWerkstoffes unverzichtbar ist. Stichwort: alter­native Werkstoffe!Global betrachtet konnte die deutlich positivereEntwicklung in Nordamerika und Asien, hier vorallem in China, den Rückgang in Europa mehrals kompensieren. Konkret trugen in erster LinieNordamerika mit einem Wachstum von 2,5 % undAsien insgesamt mit einem von 2,7 % (China+3,1 %) zum globalen Produktionszuwachs bei.Auffällig ist dabei allerdings, dass China mit
  32. 32. 32 Geschäftsbericht 2012/13LageberichtMio. EUR 2008/09 2009/10 2010/11 2011/12 2012/1311.524,412.058,210.953,78.550,011.724,9Umsatz des voestalpine-Konzerns­einem Anstieg von 3,1 % 2012 deutlich hinter denhohen Zuwächsen der vergangenen Jahre(+9,3 % 2010 und +8,9 % 2011) zurückblieb.Einmal mehr unterstreicht die Entwicklung dereuropäischen Stahlindustrie die Richtigkeit derStrategie der voestalpine AG, sich im klassischenStahlbereich nur auf die anspruchsvollsten Pro­duktsegmente zu konzentrieren und im Übrigendie Unternehmensgruppe weiter konsequent inRichtung Technologie- und Industriegüter­konzern – ebenfalls mit dem Fokus auf zukunfts­orientierten Produktlösungen – zu entwickeln.Geschäftsverlaufdes voestalpine-KonzernsUmsatz und operatives ErgebnisDie Umsatzentwicklung des voestalpine-Kon­zerns bildet im Jahresvergleich mit einem Rück­gang um 4,4 % auf 11.524,4 Mio. EUR (gegenüber12.058,2 Mio. EUR im Vorjahr) zum einen diegesamtkonjunkturelle Abschwächung, zum an­deren aber auch die gesunkenen Vormaterial­kosten ab.Der Umsatzrückgang betraf alle Divisionen, wo­bei er in der Metal Engineering Division mit–1,4 % in engen Grenzen blieb.Auf der Ergebnisseite verzeichnete der Konzernim Vergleich zum Vorjahr in allen Kategorien –zum Teil sehr erhebliche – Zuwächse: In diesemZusammenhang ist allerdings bei Betrachtungder Vergleichszahlen des Geschäftsjahres 2011/12auf negative Einmaleffekte in Form der damalsgebildeten Rückstellungen in Höhe von 205,0Mio. EUR für Vorsorgen im Zusammenhangmit Risiken aus dem Bahnkartellverfahren inDeutschland sowie der Schließung der Standard­schienenproduktion in Duisburg hinzu­weisen.Das operative Ergebnis (EBITDA) erreichte2012/13 1.441,8 Mio. EUR, dies entspricht einerSteigerung um 10,7 % gegenüber dem Vorjahres­wert von 1.301,9 Mio. EUR.Das Betriebsergebnis (EBIT) konnte um 21,2 %von 704,2 Mio. EUR im Geschäftsjahr 2011/12auf aktuell 853,6 Mio. EUR gesteigert werden.
  33. 33. 33Geschäftsbericht 2012/13Lagebericht25 %Metal EngineeringUmsatz nach Divisionen23 %Special Steel19 %Metal Formingin % der addierten DivisionsumsätzeGeschäftsjahr 2012/1333 %Steel2 %Luftfahrt11 %Maschinen- und Stahlbau29 %AutomobilindustrieUmsatz nach Branchen16 %Energieindustrie5 %Haushaltsgeräte/Konsumgüter2 %Lagertechnik9 %Bauindustriein % des GruppenumsatzesGeschäftsjahr 2012/1313 %Bahnsysteme13 %Sonstige5 %Brasilien8 %NordamerikaUmsatz nach Regionen6 %Asien5 %Übriges Europa4 %Übrige Weltin % des GruppenumsatzesGeschäftsjahr 2012/1372 %Europäische Union(davon Österreich: 10 %)
  34. 34. 34 Geschäftsbericht 2012/13LageberichtDer Sondereffekt aus der erwähnten Rückstellungvon 205,0 Mio. EUR im Geschäftsjahr 2011/12fiel zur Gänze in der Metal Engineering Divisionan, weshalb sich dort im 12-Monats-Vergleichnaturgemäß große Zuwächse in der Entwicklungder Ergebnisdaten ergeben. Aber auch bereinigtum diesen Effekt konnte die Division im abge­laufenen Geschäftsjahr die bereits sehr hohenVorjahreswerte sowohl beim EBITDA als auchbeim EBIT nochmals übertreffen.In den anderen Divisionen stellt sich die Ergeb­nisentwicklung im Vergleich zum Vorjahr unter­schiedlich dar: Während die Steel Division nurmarginale (EBITDA –1,6 %, EBIT –3,6 %) und dieMetal Forming Division moderate (EBITDA–6,7 %, EBIT –9,5 %) Rückgänge hinnehmenmussten, verfehlte die Special Steel Division diehervorragenden Ergebnisse des Geschäftsjahres2011/12 doch deutlicher (EBITDA –14,2 %, EBIT–18,1 %).Insgesamt gesehen ist die sowohl in Anbetrachtdes konjunkturellen Umfeldes als auch im Bran­chenvergleich erfreuliche Entwicklung der­voestalpine-Gruppe auf die breite Aufstellungdes Konzerns sowohl in geografischer als auchin branchenmäßiger Hinsicht einerseits sowiedie Kombination von Stahlerzeugung und derVerarbeitung von Stahl, aber zunehmend auchanderen Werkstoffen, jeweils fokussiert auf tech­nologisch anspruchsvollste Segmente, zurück­zuführen. Die in den vergangenen zwölf Jahrenkonsequent umgesetzte Strategie der Verlänge­rung der Wertschöpfungskette auf Basis von Pre­miumprodukten findet in der Ergebnisentwick­lung gerade unter konjunkturell herausfordern­den Rahmenbedingungen ihre Bestätigung.Ergebnis vor und nach SteuernDas Ergebnis vor Steuern stieg im Jahres­vergleich von 504,4 Mio. EUR im Vorjahr um29,8 % auf 654,7 Mio. EUR im Geschäftsjahr2012/13. Das Ergebnis nach Steuern beläuft sichper 31. März 2013 auf 521,9 Mio. EUR, was einemZuwachs um 26,3 % gegenüber dem Vorjahres­wert von 413,3 Mio. EUR entspricht. Das Ergeb­nis je Aktie stieg demnach um 31,8 % von1,98 EUR je Aktie im Vorjahr auf 2,61 EUR jeAktie für das Geschäftsjahr 2012/13.DividendenvorschlagVorbehaltlich der Zustimmung der am 3. Juli 2013stattfindenden Hauptversammlung der voest­alpine AG wird an die Aktionäre eine Dividendevon 0,90 EUR je Aktie ausgeschüttet, was einerSteigerung gegenüber der Vorjahresdividendevon 0,80 EUR je Aktie um 12,5 % entspricht. Be­zogen auf das Ergebnis je Aktie von 2,61 EURentspricht dieser Vorschlag einer Ausschüttungs­quote von rund 35 %.Gemessen am durchschnittlichen Börsenkurs dervoestalpine-Aktie im Geschäftsjahr 2012/13 von23,99 EUR, ergibt sich daraus eine Dividenden­rendite von 3,8 %.Gearing per 31. März 2013 von 53,5 %auf 44,5 % gesunkenFür die Struktur der Bilanz des voestalpine-Kon­zerns brachte die Entwicklung im abgelaufenenGeschäftsjahr eine weitere deutliche Stärkung.Trotz des schwierigen wirtschaftlichen Umfeldesund einer Steigerung der Investitionen um an­nähernd 50 % verringerte sich die Gearing Ratio(Nettofinanzverschuldung im Verhältnis zumEigenkapital) im Jahresvergleich zum 31. März2013 um 9 Prozentpunkte auf 44,5 %.Die deutliche weitere Verbesserung der Eigen-/Fremdmittelrelation im wirtschaftlich sehr­herausfordernden abgelaufenen Geschäftsjahrkonnte sowohl durch eine Steigerung des Eigen­kapitals (um 4,9 % von 4.836,3 Mio. EUR per31. März 2012 auf 5.075,3 Mio. EUR per 31. März2013) als auch durch eine Senkung der Netto­finanzverschuldung (um 12,6 % von 2.585,7 Mio.EUR per 31. März 2012 auf 2.259,2 Mio. EURper 31. März 2013) erzielt werden. Vor allem derAbbau der Verschuldung um weitere 326,5 Mio.EUR bedeutet insoferne eine bemerkenswerteEntwicklung, als das abgelaufene Geschäftsjahrmit Investitionen in Höhe von 851,5 Mio. EURbereits einen ersten Schritt zur Umsetzung derWachstumsstrategie 2020 brachte. Die starke,2012/13 einmal mehr unter Beweis gestellte
  35. 35. 35Geschäftsbericht 2012/13LageberichtMio. EUR 2008/09 2009/10 2010/11 2011/12 2012/13EBITDA – Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit vor Abschreibungen1.710,11.004,31.605,61.301,91.441,8Mio. EUR 2008/09 2009/10 2010/11 2011/12 2012/13EBIT – Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit988,7352,0984,8704,2853,6Mio. EUR 2008/09 2009/10 2010/11 2011/12 2012/13Ergebnis nach Steuern611,6186,8594,6413,3521,9
  36. 36. 36 Geschäftsbericht 2012/13LageberichtEUR 2008/09 2009/10 2010/11 2011/12 2012/133,260,653,041,982,61Ergebnis je AktieEUR * Gemäß Vorschlag an die Hauptversammlung. 2008/09 2009/10 2010/11 2011/12 2012/131,050,500,80 0,800,90*Dividende je AktieMio. EUR Nettofinanzverschuldung Eigenkapital— Gearing (in %)Nettofinanzverschuldung, Eigenkapital, Gearing3.761,688,23.037,371,32.713,157,82.585,72.259,253,544,54.836,35.075,34.691,14.262,44.262,5 2008/09 2009/10 2010/11 2011/12 2012/13
  37. 37. 37Geschäftsbericht 2012/13LageberichtInnen­finanzierungskraft des Konzerns stellt einewichtige Basis für die Umsetzung der Wachstums­ambitionen der Zukunft dar.CashflowDer Cashflow aus der Betriebstätigkeit konntemit 1.321,9 Mio. EUR gegenüber dem Vorjahres­wert von 856,5 Mio. EUR um 54,3 % erhöht wer­den. Neben dem besseren Ergebnis nach Steuernist diese Steigerung auf die Entwicklung desWorking Capital zurückzuführen, welche imGeschäftsjahr 2012/13 eine Freisetzung von­liquiden Mitteln in der Höhe von 225,0 Mio. EURermöglichte. Diese positive Entwicklung gründetsich neben dem Umsatzrückgang im 12-Monats-Vergleich vor allem auf eine strukturelle Ver­ringerung des Working Capital, das im Verhält-nis zum Umsatz per 31. März 2013 auf 15,9 %­gesenkt werden konnte (von 16,9 % per 31. März2012).Die Investitionen wurden gegenüber dem Vorjahrdeutlich erhöht, was sich in der Entwicklung desCashflow aus der Investitionstätigkeit im Ge­schäftsjahr 2012/13 mit –829,6 Mio. EUR entspre­chend niederschlug – eine sehr deutliche Stei­gerung von 73,3 % gegenüber dem Vorjahreswertvon –478,6 Mio. EUR. Diese Zunahme bei derMittelverwendung wurde aber durch den nochstärker gestiegenen Cashflow aus der Betriebs­tätigkeit mehr als nur kompensiert.Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeitwar im Geschäftsjahr 2012/13 mit –74,7 Mio. EURnur mehr leicht negativ, eine deutliche Verände­rung gegenüber dem Vorjahreswert von –933,7Mio. EUR. Diese Entwicklung des Cashflows ausder Fi­nanzierungstätigkeit ist neben planmäßi­gen Tilgungen von Krediten und Schuldver­schreibungen auf Mittelaufnahmen unter ande­rem durch die sehr erfolg­reiche internationalePlatzierung einer weiteren Benchmark-Anleiheim Oktober 2012 zurück­zuführen.Quartalsentwicklung des voestalpine-KonzernsMio. EUR GJ1. Quartal2012/132. Quartal2012/133. Quartal2012/134. Quartal2012/132012/13 2011/12 Veränderungin %Umsatzerlöse 3.050,6 2.882,2 2.719,7 2.871,8 11.524,4 12.058,2 –4,4EBITDA 375,0 354,8 321,9 390,1 1.441,8 1.301,9 10,7EBITDA-Marge 12,3 % 12,3 % 11,8 % 13,6 % 12,5 % 10,8 %EBIT 230,7 210,0 174,4 238,6 853,6 704,2 21,2EBIT-Marge 7,6 % 7,3 % 6,4 % 8,3 % 7,4 % 5,8 %Ergebnisvor Steuern (EBT) 185,1 162,7 125,9 181,0 654,7 504,4 29,8Ergebnis nach Steuern 144,9 124,6 100,0 152,4 521,9 413,3 26,3Beschäftigte(Vollzeitäquivalent) 46.075 46.115 44.696 46.351 46.351 46.473 –0,3
  38. 38. 38 Geschäftsbericht 2012/13LageberichtWesentliche Ereignisseim JahresverlaufVerabschiedung derlangfristigen KonzernstrategieDer voestalpine-Konzern hat bereits ab demBörsen­gang 1995, insbesondere aber seit der­strategischen Neuausrichtung im Geschäftsjahr2001/02, konsequent den Weg des wertsteigern­den Wachstums beschritten. Mit dieser aus­schließlich „high tech/high quality“- und nichtan Umsatz und Menge orientierten Strategienimmt die Unternehmensgruppe heute sowohlin Bezug auf die Profitabilität als auch qualitativund technologisch in ihren Kernsegmenten eineführende Position in Europa ein und ist darüberhinaus in wesentlichen Geschäftsbereichen Welt­marktführer.Diesen Anspruch gilt es, insbesondere vor demHintergrund eines sich permanent – und das im­mer schneller – ändernden globalen makroöko­nomischen Umfeldes, auch langfristig nicht nurabzusichern, sondern auch auszubauen.Im Dezember 2012 hat daher der Aufsichtsrat dervoestalpine AG – nach einem intensiven und de­taillierten zwölfmonatigen Diskussionsprozessmit dem Vorstand – die Grundzüge der Konzern­strategie 2020 genehmigt, die folgende Prämissenund Zielsetzungen beinhaltet: Der voestalpine-Konzern setzt den Weg deswertsteigernden Wachstums langfristig konse­quent fort. Der Wachstumsfokus liegt dabei auf den Bran­chen Mobilität und Energie, geografisch vorallem auf den Wachstumsmärkten außerhalbEuropas. In Europa steht die Festigung derMarkt-, Qualitäts- und Technologieführerschaftin den Kernsegmenten im Vordergrund. Der weitere Ausbau des bereits heute dominie­renden Verarbeitungsanteils – und damit derforcierte Wandel vom Stahlunternehmen zumTechnologie- und Industriegüterkonzern – wirdkonsequent vorangetrieben. In den technologisch anspruchsvollsten Markt-und Produktsegmenten Mobilität und Energiestrebt der Konzern in den von ihm bearbeitetenBereichen eine global führende Position an. Gleichzeitig wird damit die nachhaltige Ab­sicherung der Ergebnisführerschaft angestrebt.Unter der Voraussetzung eines sich mittelfristigwieder stabilisierenden globalen Konjunkturum­feldes beträgt der Zielumsatz für das Geschäfts­jahr 2020/21 20 Mrd. EUR, als EBITDA- bzw.EBIT-Marge werden 14 % bzw. 9 % und als Returnon capital employed (ROCE) 15 % im langfristi­gen Durchschnitt angestrebt.Um diese quantitativen Zielsetzungen zu reali­sieren, geht es in der langfristigen Ausrichtungvor allem um den konsequenten Ausbau des qua­litativen Führungsanspruchs in den Kernseg­menten des Konzerns. Seit dem IPO 1995 wurde das Umsatzvolumenaußerhalb Europas von damals gerade einmal6 % auf aktuell 23 % kontinuierlich ausgebaut.Langfristig wird das Ziel verfolgt, ein ausge­glichenes Umsatzverhältnis zwischen Europaund der übrigen Welt zu erreichen, wobei fürdas Geschäftsjahr 2020/21 40 % des Umsatzesauf Märkte außerhalb Europas entfallen sollen.Europa stellt dabei weiterhin den Ausgangs­punkt für Innovationen dar, wird aber im Unter­schied zu Asien und den beiden Amerika keinprimärer Wachstumstreiber mehr sein. Seit 1995 erhöhte sich der Anteil der aus­Konzernsicht zentralen WachstumsbranchenMobilität (Automobil, Bahn, Luftfahrt) undEnergie von 32 % des Konzernumsatzes aufmittler­weile 60 %. 2020/21 soll der konzernale
  39. 39. 39Geschäftsbericht 2012/13LageberichtUmsatzanteil dieser beiden Bereiche bei rund70 % liegen. Ähnlich auffällig stellt sich in den vergangenenJahren die Entwicklung der „klassischen“, zy­klischen Stahl- versus die vergleichsweisestabileren Verarbeitungsaktivitäten dar: Seit2001/02 wurde der „Stahl­anteil“ von 55 % aufnur noch 29 % des Konzernumsatzes verrin­gert; er soll bis 2020/21 weiter auf etwa 25 %reduziert werden. Ein völliger Ausstieg aus derStahlproduktion war zwar ebenfalls Gegen­stand der Strategie­diskussion, wurde aber ver­worfen, da eine Abgabe der hoch qualitativeneigenen Stahlbasis eine massive Schwächungder auf dem eigenen Werkstoff-Know-how auf­bauenden Down­streambereiche nach sich­ziehen würde.Mit der Umsetzung der Strategie 2020 wird dervoestalpine-Konzern auch in einem noch mehrals bisher permanenten Veränderungen unter­liegenden globalen Umfeld ein innovativer undverlässlicher Partner seiner Kunden, Mitarbeiterund Aktionäre sein.Schließung TSTG SchienenTechnik GmbH & Co KGNach dem Vorstandsbeschluss vom März 2012,die Schienenproduktion der TSTG SchienenTechnik GmbH & Co KG in Duisburg zu schlie­ßen, wurden die in der Folge geführten Verhand­lungen mit dem Betriebsrat über einen Interes­senausgleich und Sozialplan für die verbleiben­den rund 350 Mitarbeiter am 16. Mai 2013 er­folgreich zum Abschluss gebracht. Die Schlie­ßung wird nach Abarbeitung noch verbliebenerAufträge planmäßig gegen Ende des Kalender­jahres 2013 erfolgen (zur bilanziellen Rückstel­lung siehe Kapitel „Kartellverfahren Bahnober­baumaterial“).Straffung der KonzernstrukturDie vormals eigenständigen Divisionen Profilformund Automotive wurden zu Beginn des Geschäfts­jahres 2012/13 zusammengeführt und bildenseither gemeinsam die Metal Forming Division.Die Gesamtkompetenzen des Konzerns werdendamit erstmals in vier ähnlich großen Divisionengebündelt.Nach dem ersten Jahr der neuen Division stelltsich ihre Bilanz durchwegs positiv dar. Die um­fangreichen Globalisierungsschritte der Ge­schäftsbereiche Tubes & Sections bzw. Auto­motiveBody Parts, getragen von Aufträgen renommier­ter Unternehmen, laufen sowohl terminlich alsauch kostenmäßig exakt nach Plan. Die neueDivision kann durch die gemeinsam stärkere­globale Präsenz ihre Marktposition effizienterund zielorientierter ausbauen. Insgesamt in­vestiert sie derzeit rund 120 Mio. EUR in denAufbau oder Ausbau von Produktionsstandortenin Deutschland, Rumänien, den USA, China,Südafrika und Brasilien.Zu den wirtschaftlichen Eckdaten der Metal­Forming Division wird auf das Kapitel „Divi­sionsberichte“ verwiesen.KartellverfahrenBahnoberbaumaterialIm Kartellverfahren betreffend Eisenbahn-Ober­baumaterial hat das deutsche BundeskartellamtAnfang Juli 2012 Bußgelder in Höhe von insge­samt 124,5 Mio. EUR gegen vier Hersteller undLieferanten von Schienen wegen wettbewerbs­widriger Absprachen zu Lasten der DeutschenBahn AG verhängt. Davon entfielen 8,5 Mio. EURauf Gesellschaften des voestalpine-Konzerns.Dieses Ergebnis hat den angestrebten Kronzeu­genstatus für den weitaus überwiegenden Teildes Verfahrens bestätigt, das vergleichsweisegeringe Bußgeld betrifft lediglich Randbereiche.Damit ist dieses Verfahren zum HauptkomplexDeutsche Bahn abgeschlossen. In weiterer Folgewird das Bundeskartellamt Lieferungen vonBahnoberbaumaterial an regionale und lokaleNachfrager untersuchen. Wann mit einer Ent­scheidung in diesen weiteren Sachverhaltskom­plexen zu rechnen ist, ist aus heutiger Sicht nichtabschätzbar.Nach intensiven Verhandlungen ist es Ende­April 2013 gelungen, eine Einigung mit der Deut­schen Bahn in Bezug auf Schadenersatzleis­tungen für direkte Lieferungen im Rahmen des
  40. 40. 40 Geschäftsbericht 2012/13LageberichtSchienenkartells zu erzielen (wobei bezüglichdes konkreten Betrages Stillschweigen verein-bart wurde). Damit ist ein erster, vom Umfangher großer Teilkomplex des Kartellverfahrensfür die ­voestalpine AG abgeschlossen. Darüberhinaus sollte hierdurch auch die Basis für einelangfristig trag­fähige weitere Zusammenarbeitmit der Deutschen Bahn wiederhergestellt sein.Die für den Themenkomplex Kartellverfahrensowie für die Schließung der TSTG SchienenTechnik GmbH & Co KG im Jahresabschluss2011/12 gebildete Rückstellung in Höhe von ins­gesamt 205,0 Mio. EUR wurde entsprechend deraktuellen Einschätzung auf 204,4 Mio. EUR an­gepasst und wird als angemessen erachtet.Wesentliche Ereignissenach dem BilanzstichtagDazu verweisen wir auf die Angaben im Kon­zernanhang unter Punkt 29.InvestitionenWaren die Investitionen der letzten Jahre imInter­esse einer progressiven Entschuldung derBilanz durch eine Beschränkung des Aufwandesauf etwa dem Abschreibungsniveau geprägt,wurde mit Unterschreiten der Gearing-Ratio von50 % im abgelaufenen Geschäftsjahr die Investi­tionstätigkeit im voestalpine-Konzern wiederdeutlich dynamischer.Mit 851,5 Mio. EUR (Vorjahr 574,6 Mio. EUR)lagen die Investitionen 2012/13 erstmals seit demGeschäftsjahr 2008/09 wieder deutlich über Ab­schreibungsniveau (Abschreibungen im Ge­schäftsjahr 2012/13: 588,2 Mio. EUR). Es han­delte sich dabei neben notwendigen Instandhal­tungsmaßnahmen wie der Zustellung einesHochofens in der Metal Engineering Divisionvor allem um Vorhaben, die konsequent dem­weiteren Ausbau der Technologie- und Qualitäts­führerschaft dienen und gleichzeitig die regio­nale Diversifikation des Konzerns außerhalbEuropas vorantreiben. Im Detail stellte sich dieInvestitionstätigkeit der einzelnen Divisionen imGeschäftsjahr 2012/13 wie folgt dar:Mit 277,3 Mio. EUR entfiel ein knappes Dritteldes konzernalen Investitionsaufwandes im Ge­schäftsjahr 2012/13 auf die Steel Division (Vor­
  41. 41. 41Geschäftsbericht 2012/13Lageberichtjahr: 197,8 Mio. EUR, +40,2 %). Im Zentrum derAktivitäten standen die letzten Maßnahmen desseit 2009 laufenden Großinvestitionsprogramms„L6“, ergänzt um notwendige Ersatz- und Erhal­tungsinvestitionen. Nach der Inbetriebnahme derDeNOX-Anlage am Sinterband mit Jahresende2012 bildet die Inbetriebnahme der Konti­glühe 2(Investitionsvolumen 150 Mio. EUR) den Ab­schluss von „L6“. Die Steel Division wird dannüber das derzeit weltweit modernste Aggregatzur Herstellung von Elektroband verfügen.Das neue Investitionsprogramm „Linz 2020“dient der langfristigen Absicherung der Techno­logie- und Qualitätsführerschaft sowie der Kos­ten- und Produktmixoptimierung. WesentlicheProjektbestandteile sind unter anderem Zustel­lungen aller drei Hochöfen einschließlich derInstallation von Kohleeindüsungsaggregaten(„PCI“), der Ausbau der sekundärmetallurgischenKapazitäten auf 80 % der Stahlwerkskapazitätsowie die Erneuerung der Brammenbearbei­tungsanlagen. Eine Erweiterung der Stahlerzeu­gungskapazität am Standort Linz über 6 Mio.Tonnen hinaus ist im Rahmen dieses Programmsnicht vorgesehen. In der Grobblechfertigung be­findet sich derzeit der Neubau des Walzgerüstesplanmäßig in Umsetzung. In Verbindung miteiner neuen Walztechnologie wird in diesem Seg­ment damit die Erschließung neuer Produktqua­litäten möglich.Die Special Steel Division investierte im Ge­schäftsjahr 2012/13 insgesamt 257,2 Mio. EURund verdoppelte damit den Vorjahreswert von128,7 Mio. EUR. Zu den wesentlichsten Investi­tionen zählte dabei die Erweiterung der Kapazi­täten zur Herstellung pulvermetallurgischerStähle am Standort Kapfenberg. Planmäßig ver­läuft die Umsetzung der Neukonzeption desStahlwerkes am Standort Wetzlar (Deutschland),wobei dort im Zuge eines insgesamt vierjährigenAusbauprogramms der Fokus noch stärker aufProduktivität, Qualität sowie Umweltschutz undArbeitssicherheit gelegt wird.Im weltweiten Service- und Vertriebsnetzwerkder Division wird kontinuierlich in den Ausbauder An- und Bearbeitungsaktivitäten investiert.Die Schwerpunkte lagen dabei im vergangenenJahr in Kanada, China und Deutschland. DieDivision Special Steel zielt damit nicht nur aufdie Verlängerung der Wertschöpfungskette, son­dern auch auf eine signifikante Stärkung dereigenen Position im Kundenservice ab.Die Investitionen der Metal Engineering Divi­sionlagen im Geschäftsjahr 2012/13 mit 164,9 Mio.EUR um rund 27,5 % über dem Vorjahreswert(129,3 Mio. EUR). Das kostenmäßig umfang­reichste Projekt bildete dabei die Zustellung einesder beiden Hochöfen am Standort Donawitz. Aufder Drahtseite wurde bei der vor rund einem Jahrmehrheitlich übernommenen CPA FilamentGmbH die Errichtung einer Produktionsanlagezur Herstellung von ultrafesten Feinstdrähtenweitergeführt und weitgehend abgeschlossen.Das Unternehmen beginnt derzeit die Hochlauf­phase (siehe auch Kapitel „Akquisitionen“).Neben einer Vielzahl kleinerer Projekte, die sichplangemäß in Umsetzung befinden, sei exempla­risch die Einrichtung von umfangreichen Labor-und Test­geräten in Kindberg/Österreich für dieQualitätsüberprüfung von Nahtlosrohren hervor­gehoben.Der Investitionsaufwand der Metal Forming­Division erhöhte sich im abgelaufenen Geschäfts­jahr gegenüber dem Vorjahr um 30 % von 109,8Mio. EUR auf 142,6 Mio. EUR. Mitte November2012 erfolgte der Spatenstich für die Errichtungeines Werkes zur Herstellung von Automobil­komponenten in Cartersville, Georgia/USA, mitgeplantem Produktionsbeginn noch in der1. Hälfte des Geschäftsjahres 2013/14. Im ­Rahmender forcierten Internationalisierung des Ge­schäftsbereiches Automotive Body Parts werdenparallel dazu auch in Südafrika und China neueProduktionsstandorte errichtet. Ebenfalls für­China ­wurde im 3. Quartal des abgelaufenenGeschäftsjahres der Auftrag zur Errichtung einerSonderprofilproduktion (Kundenschwerpunkte:Bau- und Landwirtschaftsmaschinen) vergeben.Im Geschäftsbereich Precision Strip wurden dieInvestitionen in ein neues Walz- und Bandbear­beitungszentrum am Standort Kematen/Öster­reich weitgehend abgeschlossen.
  42. 42. 42 Geschäftsbericht 2012/13LageberichtAkquisitionenIm Geschäftsjahr 2012/13 erfolgten insgesamtdrei Akquisitionen durch die Special Steel Divi­sion. Zunächst wurde im 3. Quartal das kana­dische Unternehmen Sturdell Industries Inc. mitje einem Standort in Kanada und den USA in derNähe schon bestehender Vertriebsniederlassun­gen der Division erworben, um die Serviceakti­vitäten im Nordosten Amerikas zu verstärken.Dies betrifft insbesondere den Bereich der me­chanischen Bearbeitung (Sägen, Fräsen, Schlei­fen) von Werkzeugstählen. Der Kauf ermöglichtdie Nutzung von Synergien bzw. die Optimierungder Kostenstruktur in den lokalen Märkten.Im 4. Quartal des Geschäftsjahres hat die SpecialSteel Division von der in Düsseldorf ansässigenEifeler-Gruppe neun Gesellschaften – davonsechs in Deutschland, zwei in der Schweiz undeine in den USA – mit einem Umsatz von rund50 Mio. EUR und etwa 330 Mitarbeitern erwor­ben. Die Unternehmen sind auf qualitativ hoch­wertige und innovative Beschichtungen vonWerkzeugen spezialisiert. Damit kann die Divi­sion ihr Serviceangebot im obersten Qualitäts­bereich erweitern und noch besser auf die Be­dürfnisse von Werkzeugbauern und Werkzeug­anwendern eingehen.Bereits im 1. Quartal 2012/13 tätigte die MetalEngineering Division eine strategisch wichtigeAkquisition im Geschäftsbereich Draht. Die­voestalpine Austria Draht GmbH erweiterte ihreAktivitäten in der anspruchsvollen Drahtweiter­verarbeitung durch den Erwerb von 54,1 % derAnteile an der CPA Filament GmbH von der­österreichischen Steinklauber-Gruppe. Im Rah­men dieses Joint Ventures wurde am StandortFürstenfeld (Steiermark) eine neue Produktions­anlage für die Herstellung von ultra­hochfestenFeinstdrähten (bis 0,08 mm Dicke) errichtet, diederzeit ihren Betrieb aufnimmt.In den nächsten Jahren sind weitere Ausbau­stufen geplant. Im Endausbau sollte der Umsatzdes neuen Unternehmens in einer Größenord­nung von 70 bis 80 Mio. EUR liegen.Nach dem Bilanzstichtag erfolgten die Übernah­men der Assets von Rieckermann Steeltech Ltd.(Shanghai) und P.M. Technology Ltd. (Shenzen)zur Stärkung der Position der Special Steel Divi­sion im Wachstumsmarkt China. An beidenStandorten sind insgesamt etwa 100 Mitarbeitermit der Anarbeitung und Wärmebehandlung vonanspruchsvollen Sonderstählen beschäftigt,­welche vor allem in der Öl- und Gasförderung,der Energie- und Kraftwerkstechnik sowie derLuftfahrtindustrie zum Einsatz kommen und einhohes Wachstumspotenzial aufweisen.
  43. 43. 43Geschäftsbericht 2012/13LageberichtMitarbeiterEntwicklung desBeschäftigtenstandesZum 31. März 2013 lag der Gesamtbeschäftig­tenstand im voestalpine-Konzern bei 46.351 Per­sonen (auf Basis FTE/Vollzeitäquivalent) undblieb damit gegenüber dem Vorjahr (46.473) weit­gehend unverändert. Der marginale Rückgangum 0,3 % ergibt sich bei einer leichten Erhöhungim Bereich der Stammbelegschaft (+1,0 % von41.649 auf 42.078 Mitarbeiter) und der Lehrlinge(+6,9 % von 1.263 auf 1.350 Jugendliche) durcheine im Jahresvergleich rückläufige Beschäfti­gung von Leiharbeitskräften (–11,4 % von 4.305auf 3.816 Personenjahre).Die kontinuierliche Internationalisierung desKonzerns spiegelt sich nicht zuletzt im weiter –wenn auch nur leicht – gestiegenen Anteil deraußerhalb Österreichs beschäftigten Mitarbeiterwider. Zum Ende des Geschäftsjahres waren mit22.567 Personen 53,6 % (Vorjahr: 53,5 %) der­Mitarbeiter an internationalen Standorten tätig,46,4 % bzw. 19.511 Mitarbeiter (Vorjahr 46,5 %)entfielen auf österreichische Konzerngesell­schaften.Bei den Lehrlingen blieb der Anteil der Jugend­lichen, die an außerhalb Österreichs gelegenenStandorten ausgebildet werden, mit 490 Personenbzw. 36,3 % (Vorjahr: 36,4 %) praktisch unver­ändert.MitarbeiterbeteiligungDas bereits seit dem Jahr 2001 bestehende undseither schrittweise ausgebaute Mitarbeiter­beteiligungsmodell ist derzeit außerhalb Öster­reichs auch für Konzernmitarbeiter in Groß­britannien, Deutschland, den Niederlanden,Polen und ­Belgien zugänglich. Insbesondere inden beiden letztgenannten Ländern wurden imGeschäftsjahr 2012/13 weitere Unternehmen indas Modell einbezogen und die Mitarbeiterbe­teiligung damit insgesamt deutlich ausgeweitet.Zum 31. März 2013 sind über die voestalpineMitarbeiterbeteiligung Privatstiftung insgesamtrund 22.600 Mitarbeiter an der voestalpine AGbeteiligt und halten rund 23 Mio. Stück Aktien.Durch eine generelle Stimmrechtsbündelunggehören die Mitarbeiter mit einem Anteil von13,3 % am Grundkapital (Vorjahr: 11,9 %) zu denbeiden größten Kernaktionären der voestalpineAG. Ebenfalls im Wege der Stiftung werden da­rüber hinaus rund 1,8 Mio. Stück Privataktienehe­maliger und derzeitiger Konzernmitarbeiterverwaltet, das entspricht 1,1 % der stimmberech­tigten Aktien. Insgesamt befinden sich derzeitsomit 14,4 % des Grundkapitals der voestalpineAG (Vorjahr: knapp 13 %) im Eigentum der Mit­arbeiter.Stahlstiftung in ÖsterreichDie 1987 gegründete Stahlstiftung bietet ausge­schiedenen voestalpine-Mitarbeitern aus fastallen österreichischen Konzerngesellschaften dieMöglichkeit, bis zu vier Jahre lang ­zielgerichteteAus- und Weiterbildungsmaßnahmen zur beruf­lichen Neu- bzw. Aufqualifizierung zu absolvie­ren. Mit dieser Einrichtung können zum einendie ­sozialen Folgen von Freisetzungen deutlichgemildert und zum anderen die Teilnehmer beider Suche nach neuer Beschäftigung bestmöglichunterstützt werden. So haben mehr als 85 % derarbeit­suchenden Teilnehmer im Geschäftsjahr2012/13 mihilfe der Stahlstiftung einen neuenArbeitsplatz gefunden; diese auch im interna­tionalen Vergleich hohe Vermittlungsquote bliebdamit gegenüber dem Vorjahr unverändert.Zum Ende des Geschäftsjahres befanden sichinsgesamt 437 Personen in der Betreuung derStahlstiftung, davon entfielen 37,3 % auf Teilneh­mer von Unternehmen außerhalb des voestalpine-­

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