Aktionärsbrief Q3 2012/13

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Mehr Infos unter http://bit.ly/WvGhYzTrotz des anhaltend schwierigen wirtschaftlichen Umfeldes konnte der voestalpine-Konzern den Umsatz in den ersten 9 Monaten des laufenden Geschäftsjahres weitgehend stabil und den Rückgang des operativen Ergebnisses in engen Grenzen halten

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Aktionärsbrief Q3 2012/13

  1. 1. Aktionärsbrief 1. – 3. Quartal 2012/13www.voestalpine.com
  2. 2. voestalpine-Konzern in Zahlen1 Q – 3 Q 2011/12 vs. 1 Q – 3 Q 2012/13Mio. EUR 1 Q – 3 Q 2011/12 1 Q – 3 Q 2012/13 01.04.– 01.04.– Veränderung 31.12.2011 31.12.2012 in %Umsatzerlöse 8.877,2 8.652,5 –2,5EBITDA 1.118,0 1.051,7 –5,9EBITDA-Marge 12,6 % 12,2 %EBIT 676,4 615,1 –9,1EBIT-Marge 7,6 % 7,1 %Ergebnis vor Steuern (EBT) 533,8 473,7 –11,3Ergebnis nach Steuern1 411,4 369,5 –10,2Gewinn je Aktie (EUR) 2,09 1,83 –12,4Investitionen SAV, IAV und Beteiligungen 353,8 498,4 40,9Abschreibungen 441,5 436,6 –1,1Capital Employed 8.456,9 8.200,5 –3,0Eigenkapital 4.873,9 5.041,5 3,4Nettofinanzverschuldung 2.989,4 2.508,5 –16,1Nettofinanzverschuldung in % des Eigenkapitals (Gearing) 61,3 % 49,8 %Beschäftigte (Vollzeitäquivalent) 45.144 44.696 –1,01 Vor Abzug von nicht beherrschenden Anteilen und Hybridkapitalzinsen.
  3. 3. Aktionärsbrief 1. – 3. Quartal 2012/13 Sehr geehrte Damen und Herren, es war ein langer Weg, den der voestalpine-Konzern gegangen ist, um die Wandlung vom typischen Stahlunternehmen zum Technologie- und Industriegüterkonzern zu schaffen. Die ersten Schritte liegen 15 Jahre zurück, Spezialisierung auf anspruchsvolle Stähle und Stahl- produkte hieß es damals. Weg von Massenware und Commodities, deren Produktion auf Dauer in einer Wirtschaftsregion wie Europa mit global gesehen immer weniger konkurrenz- fähigen Kosten, rückläufiger Bevölkerungsentwicklung und einem zunehmend industrie­ kritischen, gesellschaftlichen und politischen Umfeld keine Zukunft haben kann. Vor etwas mehr als zehn Jahren dann, im Zuge des Strategieprozesses 2001/02, der end­ ültige g Bruch mit den Zielen der Stahlindustrie: die Abkehr vom Tonnendenken der Stahlindustrie und die gezielte Ausrichtung des Konzerns auf Hightech-Produkte in anspruchsvollsten I ­ ndustriesegmenten. Nicht mehr die Menge, sondern die Marge sollte ausschlaggebend sein für die Produktentscheidungen der Zukunft. Der Konzern erhielt eine neue Struktur, an die Stelle der zwei traditionellen Divisionen (Stahl-)„Flachprodukte“ und (Stahl-)„Langprodukte“ traten „Bahnsysteme“, „Profilform“, „Automotive“; „Stahl“ blieb nur mehr eine von vier D s ­ ivi­ ionen. Der Schwerpunkt des Konzerns verlagerte sich rasch in Richtung der in den g ­ eänderten Divisionsnamen zum Ausdruck kommenden Kunden und Produkte. Und mit einer Vielzahl von Akquisitionen, deren größte die von BÖHLER-UDDEHOLM im Jahr 2007 war, wurde die Transformation des Unternehmens zum Technologie- und Industriegüterkonzern unwiderrufliche Realität. Im in Kürze zu Ende gehenden Geschäftsjahr 2012/13 erfolgte in konsequenter Fortsetzung dieser Strategie die Entscheidung, den Konzern mit den inhaltlich nochmals deutlich erwei- terten Divisionen „Metal Engineering“, „Metal Forming“, „Special Steel“ und „Steel“ in den nächsten zehn Jahren noch konsequenter als bisher auf die Megatrends der Zukunft auszu- richten – und das mit Produkten, die weitgehend am Ende einer möglichst langen Wertschöp- fungskette stehen sollen, um auch in schwierigen Zeiten weiterhin wertsteigerndes Wachstum zu ermöglichen. Schon heute entfallen auf klassische Stahlprodukte nur mehr rund 30 % unseres Konzern­ umsatzes – aber die gehören zum Besten, was in dieser Branche verfügbar ist, und wir ­ enötigen b sie als Basis für unsere Top-Position im Industriegüterbereich. Dort wird in den nächsten zehn Jahren noch mehr als bisher der Schwerpunkt unserer weiteren strategischen Ausrichtung liegen. Mobilität und Energie bilden dabei die Schlüsselsegmente der Strategie – und das nicht nur in Europa, sondern weltweit. Mehr zur Strategie des voestalpine-Konzerns im Geschäftsbericht 2012/13 am 5. Juni 2013. Linz, 7. Februar 2013 Der VorstandWolfgang Eder Herbert Eibensteiner Franz Kainersdorfer Robert Ottel Franz Rotter 3
  4. 4. Aktionärsbrief 1.– 3. Quartal 2012/13 Highlights Makroökonomisches Umfeld durch negative Entwicklung im Jahresverlauf geprägt. Gegen Jahresende konjunkturelle Stabilisierung auf niedrigem Niveau im Gefolge schuldendämpfender Maßnahmen in Europa und den USA sowie Erholungs­ tendenzen in China. Verhaltene Nachfrage in den wichtigsten Industriesegmenten (Bau- und Bauzulieferindustrie, Automobilindustrie, Energiesektor), nur Luftfahrt und Bahn­ infrastruktur mit stabil positiver Entwicklung. Langfristige Konzernstrategie im Dezember verabschiedet – Fortsetzung des w ­ ertsteigernden Wachstums bis 2020 – Umsatzziel 20 Mrd. EUR. Trotz anhaltend schwierigem Umfeld anhaltend solide Entwicklung in allen G ­ eschäftsbereichen des Konzerns – weitestgehende Vollauslastung aller wesent­ lichen Produktionsanlagen. Im Jahresvergleich nahezu stabile Umsatzentwicklung: aktuell 8.652,5 Mio. EUR nach 8.877,2 Mio. EUR in den ersten neun Monaten des Vorjahres (Rückgang um 2,5 %). Ergebnisse aufgrund schwieriger Gesamtkonjunkturentwicklung leicht rückläufig: ­ Operatives Ergebnis (EBITDA) nach 1.118,0 Mio. EUR im Vorjahr um 5,9 % auf 1.051,7 Mio. EUR gesunken, Betriebsergebnis (EBIT) mit 615,1 Mio. EUR um 9,1 % unter Vorjahr (676,4 Mio. EUR) und Jahres­ berschuss (Ergebnis nach Steuern) ü mit 369,5 Mio. EUR um 10,2 % schwächer (411,4 Mio. EUR). Eigenkapital per 31. Dezember 2012 gegenüber Beginn des Geschäftsjahres (4.836,3 Mio. EUR) um 4,2 % auf 5.041,5 Mio. EUR gesteigert, im gleichen Zeitraum Abbau der Nettofinanzverschuldung um 3,0 % von 2.585,7 Mio. EUR auf 2.508,5 Mio. EUR aufgrund deutlich positiver Cashflow-Entwicklung. Gearing Ratio (Nettofinanzverschuldung im Verhältnis zum Eigenkapital) sinkt damit um 3,7 Prozentpunkte von 53,5 % zu Beginn des Geschäftsjahres (31. März 2012) auf aktuell 49,8 % (31. Dezember 2012). Anzahl der Beschäftigten (Vollzeitäquivalent) seit Beginn des Geschäftsjahres (46.473 FTE) konjunkturbedingt um 3,8 % auf 44.696 FTE per 31. Dezember 2012 gesunken.4
  5. 5. Aktionärsbrief 1. – 3. Quartal 2012/13ZwischenlageberichtWirtschaftliches Umfeld Konzern immer noch der eindeutig wichtigste Markt, wenngleich die auf die außereuropäischenDie ersten neun Monate des Geschäftsjahres Wachstumsmärkte fokussierte künftige Entwick-2012/13 waren von einer insgesamt schwierigen lung des Konzerns diese Abhängigkeit in denökonomischen Situation sowohl in Europa als nächsten Jahren schrittweise verringern wird.auch den wichtigsten außereuropäischen Wirt- Das für Europa wirtschaftspolitisch wohl wich-schaftsräumen geprägt, die sich in einzelnen tigste Ereignis im bisherigen GeschäftsjahrIndustriesegmenten im Herbst 2012 nochmals 2012/13 war das klare Statement von EZB-Chefverschärfte. Vor allem in der europäischen Auto- Mario Draghi zur europäischen Gemeinschafts-mobilindustrie war die Lage durch gegen Ende währung, mit dem er in zwei kurzen Sätzen diedes Kalenderjahres nochmals verringerte Ver- „Eurokrise“ für beendet erklärte. Medial geht eskaufszahlen geprägt. Global gesehen stellte sich seither „nur“ mehr um die Verschuldungskrise,vor allem der Energiebereich zunehmend unein- der Euro selbst wird nicht mehr in Frage gestellt.heitlich dar: Während die Energieexploration Die Kapitalmärkte haben darauf ausgesprochenungebrochen hohe Dynamik zeigte, waren sowohl positiv reagiert, wogegen der Funke bislang aufder Pipeline- als auch der Energiemaschinenbau die Realwirtschaft noch nicht übergesprungen(Kraftwerksbau) verstärkt von schwacher Nach- ist. Der Süden Europas zeigt nach wie vor keinefrage geprägt. Erholungstendenzen und bleibt wirtschaftlichDer allgemeine Maschinenbau entwickelte sich unverändert auf schwachem Niveau. West-, Nord-über die ersten drei Quartale 2012/13 insgesamt und Zentraleuropa waren nach einer leichtenauf durchaus solidem Niveau, die Bauindustrie Erholungsphase zu Jahresbeginn 2012 in weite-tendierte dagegen unverändert schwach, und das rer Folge ebenfalls von rückläufigen Konjunktur-auch mit wenig Aussicht auf kurzfristige Besse- tendenzen gekennzeichnet. Vor allem die „Kon-rung. junkturlokomotive“ Deutschland zeigte in einigenMit Ausnahme der Automobilindustrie positiver Wirtschaftsbereichen eine doch deutliche Ab-– nämlich vergleichsweise stabil – verlief die Ent- schwächung.wicklung in Europa in jenen Abnehmerbranchen, In Nordamerika sind die USA volkswirtschaftlichwelche weniger von den Investitionszyklen der mit ähnlichen Herausforderungen wie EuropaIndustrie bzw. der öffentlichen Hand, sondern konfrontiert, mit dem Unterschied, dass die „fiscal ­direkt vom Verhalten der Endkonsumenten ab- cliff “-Problematik in immer kürzeren Zeitab­hängen. Dies gilt insbesondere für die Seg­ ente m ständen aufgeschoben wird, ohne einem wirk­Haushaltsgeräte und Konsumgüter, wo sich zu- lichen Ausweg näher zu kommen. Die Realwirt-letzt sogar Belebungstendenzen zeigten. Auch schaft war in den USA über weite Strecken desindirekt abhängige Branchen, wie etwa die Lager­ Geschäftsjahres 2012/13 durchaus von positivertechnik, konnten vom privaten Konsumverhalten Dynamik geprägt, erst die Annäherung an dieprofitieren. Schuldenobergrenze gegen Ende des Jahres 2012Die europäische Automobilindustrie begann sich brachte Verunsicherung in die Märkte.nach unterjährig teils stark rückläufiger Entwick- Der südamerikanische Kontinent konnte 2012lung gegen Ende des Kalenderjahres 2012 auf nicht an die Dynamik der Vorjahre anknüpfen.niedrigem Niveau zu stabilisieren. Brasilien, der für den voestalpine-Konzern wich-Ungebrochen erfreulich entwickelten sich die tigste Wirtschaftsraum in dieser Region, war vonMärkte im Bereich der Luftfahrt sowie – vor allem ökonomischen Unsicherheiten und rückläufigeraußerhalb Europas – der Eisenbahninfrastruktur. Nachfrage in den meisten AbnehmerbranchenRegional betrachtet ist Europa für den voestalpine-­ gekennzeichnet. 5
  6. 6. Aktionärsbrief 1.– 3. Quartal 2012/13 Im wohl wichtigsten „Emerging Market“ China allen Divisionen gleichermaßen ein nach dem kam es im letzten Quartal 2012 zu einem von Sommer – sprich im 3. Geschäftsquartal – ein­ langer Hand geplanten, geordneten Macht­ setzender Abwärtstrend, der in wesentlichen wechsel, wobei die Vorphase der Machtübergabe Marktsegmenten des voestalpine-Konzerns zu ökonomisch von einer Periode latenter Unsicher- sinkenden Verkaufsmengen und/oder -erlösen heit und Zurückhaltung – vor allem bei Investi- führte. tionen – geprägt war. In der Zwischenzeit zeigt Das operative Ergebnis (EBITDA) für die ersten die chinesische Volkswirtschaft aber wieder eine drei Quartale des aktuellen Geschäftsjahres über- deutlich positive Tendenz. Insgesamt verlief die traf zwar neuerlich die Milliardengrenze, kam wirtschaftliche Entwicklung in Asien im Herbst jedoch mit 1.051,7 Mio. EUR um 5,9 % unter dem 2012 aber auf einem – im globalen Vergleich – Vorjahreswert von 1.118,0 Mio. EUR zu liegen. immer noch ansprechenden Niveau. Dies bedeutet aktuell eine EBITDA-Marge von 12,2 %, nach 12,6 % im letzten Jahr. Die Entwicklung des Betriebsergebnisses (EBIT) Geschäftsverlauf des verlief weitgehend analog, es beläuft sich nach voestalpine-Konzerns einem Rückgang von 9,1 % im Jahresvergleich auf 615,1 Mio. EUR (Vorjahr: 676,4 Mio. EUR). In diesem insgesamt herausfordernden konjunk- Im Verhältnis zum Umsatz ergibt sich damit eine turellen Umfeld konnte der voestalpine-Konzern Marge von aktuell 7,1 % nach 7,6 % im Vorjahr. die Umsatzerlöse im bisherigen Geschäftsjahr Während die Steel Division im Jahresvergleich 2012/13 im Vergleich zu den ersten neun Mona- beim operativen Ergebnis (EBITDA) eine stabile ten des Vorjahres weitestgehend konstant halten, Entwicklung und die Metal Engineering Division ­ in der Ergebnisentwicklung mussten jedoch – nur eine marginale Verminderung auswiesen, überschaubare – Abschläge hingenommen fiel der Rückgang in der Special Steel Division w ­ erden. Aufgrund des sowohl deutlich positiven mit 11,5 % und der Metal Forming Division mit Ergebnisses nach Steuern als auch einer soliden 10,8 % jeweils deutlicher aus. Maßgeblich dafür Entwicklung des Free Cash Flow konnte weiter waren wie im Bereich der Umsatzentwicklung Eigenkapital auf- und (Netto-)Verschuldung ab- auch hier die konjunkturellen Voraussetzungen gebaut werden. Damit konnte das Gearing weiter, des 3. Geschäftsquartals, welches nach dem sai- und zwar unter 50 %, gesenkt werden. sonal schwächeren Sommerquartal keine nen- nenswerte Belebung mit sich brachte. Im Detail beläuft sich der Umsatz des Konzerns In der Betrachtung zum unmittelbaren Vor­ uartal q in den ersten neun Monaten des laufenden Ge- zeigt sich die sequenzielle Abschwächung ganz schäftsjahres auf 8.652,5 Mio. EUR; dies bedeu- deutlich: Der Konzernumsatz ging um 5,6 % von tet im Jahresvergleich (8.877,2 Mio. EUR) einen 2.882,2 Mio. EUR im 2. Quartal auf 2.719,9 Mio. moderaten Rückgang von 2,5 %. In den einzelnen EUR im vergangenen Geschäftsquartal zurück, Divisionen ergibt sich aber durchaus ein diffe- wobei alle Divisionen in etwa zu gleichen Teilen renziertes Bild. So konnte die Metal Engineering zu der Entwicklung beitrugen. In Bezug auf die Division aufgrund ihres breiten und teilweise Profitabilität übersetzt sich die vergleichsweise weniger konjunktursensiblen Geschäftsportfolios überschaubare Umsatzabnahme von einem Quar- den Umsatz sogar geringfügig von 2.228,5 Mio. tal zum nächsten in einen Rückgang des opera- EUR um 0,5 % auf 2.239,2 Mio. EUR ausweiten, tiven Ergebnisses (EBITDA) um 9,3 % und des während die übrigen Divisionen mit Umsatzrück- Betriebsergebnisses (EBIT) um 17,0 %. Während gängen von 4 % bis 5 % konfrontiert waren. aber die Metal Engineering Division im Quar- Entscheidend für die im Vergleich zum Vorjahr talsvergleich deutlich zulegen konnte (EBITDA überwiegend schwächere Entwicklung war in +9,5 %, EBIT +10,9 %), musste vor allem die6
  7. 7. Aktionärsbrief 1. – 3. Quartal 2012/13Steel Division im Vergleich zum vorangegange- des Vorjahres um 11,3 % (Ergebnis vor Steuern:nen Sommerquartal Einbußen von 22,2 % beim 473,7 Mio. EUR per 31. Dezember 2012) bzw.operativen Ergebnis (EBITDA) sowie 41,5 % beim 10,2 % (Ergebnis nach Steuern: 369,5 Mio. EURBetriebsergebnis (EBIT) hinnehmen. Die Hinter- per 31. Dezember 2012).gründe für diese Entwicklung liegen einerseits Das Eigenkapital erhöhte sich zum 31. Dezemberin der schon erwähnten Abschwächung des wirt- 2012 auf 5.041,5 Mio. EUR, was eine Steigerungschaftlichen Umfeldes und andererseits in einem von 3,4 % im Vergleich zum Vorjahr (4.873,9 Mio.untypisch starken 2. Geschäftsquartal, welches EUR per 31. Dezember 2011) und um 4,2 % imvon fallenden Rohstoffpreisen bei noch stabilen Vergleich zum Beginn des GeschäftsjahresVerkaufserlösen gekennzeichnet war. 2012/13 (4.836,3 Mio. EUR per 31. März 2012)Aber auch die Special Steel Division und die bedeutet.M­ etal Engineering Division waren im 3. Ge- Die Nettofinanzverschuldung konnte mit einemschäftsquartal gegenüber dem unmittelbaren Stand von 2.508,5 Mio. EUR per 31. DezemberVorquartal mit Rückgängen in allen Ergebnis­ 2012 im 12-Monats-Intervall um 16,1 % (2.989,4kategorien konfrontiert. Während in der Special Mio. EUR per 31. Dezember 2011) und auch ge-Steel Division das generell schwierigere makro- genüber dem Beginn des Geschäftsjahres 2012/13ökonomische Umfeld vor allem auf die Absatz- (2.585,7 Mio. EUR per 31. März 2012) um 3,0 %mengen drückte, war die Metal Forming Divi­ ion s gesenkt werden.in erster Linie mit den Folgen des Abschwungs Die Gearing Ratio (Nettofinanzverschuldungin der europäischen Automobilindustrie konfron- im Verhältnis zum Eigenkapital) sank damit auftiert. 49,8 %. Dies entspricht einem Rückgang umDas Ergebnis vor bzw. nach Steuern entwickelte 3,7 Prozentpunkte gegenüber dem Beginn dessich bei weitgehend stabilem Finanz- und Steuer­ Geschäftsjahres (53,5 % per 31. März 2012) sowieergebnis jeweils analog zum Betriebsergebnis: um 11,5 Prozentpunkte im JahresvergleichSie fielen gegenüber den ersten drei Quartalen (61,3 % per 31. Dezember 2011).Quartalsentwicklung des voestalpine-Konzerns Mio. EUR 1 Q–3 Q 1 Q 2012/13 2 Q 2012/13 3 Q 2012/13 2012/13 2011/12 01.04.– 01.07.– 01.10.– 01.04.– 01.04.– Veränderung 30.06.2012 30.09.2012 31.12.2012 31.12.2012 31.12.2011 in %Umsatzerlöse 3.050,6 2.882,2 2.719,7 8.652,5 8.877,2 –2,5EBITDA 375,0 354,8 321,9 1.051,7 1.118,0 –5,9EBITDA-Marge 12,3 % 12,3 % 11,8 % 12,2 % 12,6 %EBIT 230,7 210,0 174,4 615,1 676,4 –9,1EBIT-Marge 7,6 % 7,3 % 6,4 % 7,1 % 7,6 %Beschäftigte(Vollzeitäquivalent) 46.075 46.115 44.696 44.696 45.144 –1,0 7
  8. 8. Aktionärsbrief 1.– 3. Quartal 2012/13 Steel Division Mio. EUR 1 Q–3 Q 1 Q 2012/13 2 Q 2012/13 3 Q 2012/13 2012/13 2011/12 01.04.– 01.07.– 01.10.– 01.04.– 01.04.– Veränderung 30.06.2012 30.09.2012 31.12.2012 31.12.2012 31.12.2011 in % Umsatzerlöse 999,8 979,8 926,4 2.906,0 3.011,6 –3,5 EBITDA 108,7 129,6 100,8 339,1 340,2 –0,3 EBITDA-Marge 10,9 % 13,2 % 10,9 % 11,7 % 11,3 % EBIT 52,2 72,7 42,5 167,4 171,0 –2,1 EBIT-Marge 5,2 % 7,4 % 4,6 % 5,8 % 5,7 % Beschäftigte (Vollzeitäquivalent) 10.459 10.591 10.414 10.414 10.408 0,1 Marktumfeld und Geschäftsverlauf den Energiebereich. Verzögerungen bei ­ rößeren g Die generellen Marktbedingungen für die euro- Line-pipe-Projekten sowohl in Europa als auch päische Stahlindustrie stellen sich bereits seit in Übersee führten zu rückläufigen Auftrags­ Herbst 2011 anhaltend schwierig dar, haben sich volumina im Geschäftsbereich Grobblech. Auch nach dem Sommer 2012 noch weiter verschärft der Bereich der alternativen Energien zeigte eine und etwa Mitte November ihren Tiefpunkt er- unverändert schwache Nachfrage. reicht. Gegen Ende des Kalenderjahres 2012 kam Eine über das gesamte Kalenderjahr 2012 solide es am Sportmarkt aufgrund lagerzyklischer Entwicklung – allerdings vor allem in der 2. Jahres­ E ­ ffekte zu einer leichten Belebung der Nach­ rage f hälfte mit erheblicher Volatilität im Auftragsein- mit vereinzelten Preiserhöhungen, wenngleich gang – nahm die europäische, insbesondere die die Visibilität weiterhin gering bleibt. Bedingt deutsche Maschinenbauindustrie. Die Rohr- und durch das in der Steel Division dominierende Profilindustrie bewegte sich in den vergangenen Kontraktgeschäft werden diese Preisanstiege im Monaten eher seitwärts, wogegen die Nachfrage­ voestalpine-Konzern jedoch erst zeitverzögert entwicklung in der Hausgeräte-, Konsumgüter- wirksam werden. und Elektroindustrie in den letzten Monaten eine Das Marktumfeld wird in den letzten Quartalen gewisse Belebung erkennen ließ. nicht zuletzt auch durch eine bisher nicht ge- Durch die langjährigen Kundenbeziehungen kannte kurzfristige Volatilität der Erzpreise be- einer­ eits und die Ausrichtung auf hochqualita- s stimmt, die zunehmend zu einem diskontinuier- tive Produkte andererseits konnte die Steel Divi- lichen Auftragsverhalten der Kunden führt. In sion in den ersten drei Quartalen des laufenden der europäischen Automobilindustrie, dem wich- Geschäftsjahres ihre Kapazitäten aber trotz eines tigsten Kundensegment der Division, trat im insgesamt herausfordernden Marktumfeldes L ­ aufe der 2. Jahres­ älfte eine gewisse Stabilisie- h weiterhin zur Gänze auslasten. rung der Ordertätigkeit ein. Insgesamt aber ver- lor die im Frühjahr 2012 vorübergehend herr- Entwicklung der Kennzahlen schende Marktdynamik im weiteren Verlauf In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres des Geschäftsjahres 2012/13 rasch wieder an 2012/13 verringerten sich in der Steel Division M ­ omentum. Neben der Automobil- und Automo- trotz gestiegener Versandmengen die Umsatz­ bilzulieferindustrie gilt dies vor allem auch für erlöse gegenüber den ersten drei Quartalen des8
  9. 9. Aktionärsbrief 1. – 3. Quartal 2012/13Vorjahres um 3,5 % von 3.011,6 Mio. EUR auf Im unterjährigen Vergleich reduzierten sich die2.906,0 Mio. EUR. Ausschlaggebend für den Umsatzerlöse von 979,8 Mio. EUR im 2. QuartalRückgang war das gesunkene Preisniveau in- 2012/13 auf 926,4 Mio. EUR im 3. Quartalfolge der zum Teil stark rückläufigen Rohstoff- 2012/13, d. h. um 5,5 %. Saisonal bedingte Men-kosten insbesondere im 3. Kalenderquartal 2012. genrücknahmen und ein regressives PreisniveauDie Entwicklung des operativen Ergebnisses bei Quartalsverträgen in Verbindung mit einem(EBITDA) ist mit 340,2 Mio. EUR ident mit dem verzögerten Wirksamwerden der gesunkenenVorjahr (339,1 Mio. EUR), wobei die einzelnen Rohstoffkosten führten im 3. Quartal zu einemQuartale ein stabileres Ergebnisniveau aufweisen Rückgang des EBITDA um 22,2 % von 129,6 Mio.als im Jahr zuvor, zurückzuführen auf eine noch EUR auf 100,8 Mio. EUR. Das Betriebsergebnisschnellere Anpassung der internen Abläufe an (EBIT) lag mit 42,5 Mio. EUR vor allem saisonalgeänderte Marktgegebenheiten. In einem insge- bedingt um 41,5 % unter dem Vorquartal (72,7samt schwierigen Marktumfeld konnte die Steel Mio. EUR). Dadurch ergibt sich für das 3. Quar-Division die EBITDA-Marge von 11,3 % auf tal eine EBIT-Marge von 4,6 % verglichen mit11,7 % erhöhen. Wenngleich sich das Betriebs­ 7,4 % im Vorquartal.ergebnis (EBIT) in den ersten drei Quartalen des Zum 31. Dezember 2012 waren in der Steel Divi­aktuellen Geschäftsjahres mit 167,4 Mio. EUR sion 10.414 Beschäftigte (FTE) tätig, was fastim Vergleich zum Vorjahr (171,0 Mio. EUR) leicht exakt dem Stand des Vorjahres (10.408 Beschäf-rückläufig darstellte, nahm die EBIT-Marge tigte) entspricht.g­ eringfügig von 5,7 % auf 5,8 % zu.Special Steel DivisionMio. EUR 1 Q–3 Q 1 Q 2012/13 2 Q 2012/13 3 Q 2012/13 2012/13 2011/12 01.04.– 01.07.– 01.10.– 01.04.– 01.04.– Veränderung 30.06.2012 30.09.2012 31.12.2012 31.12.2012 31.12.2011 in %Umsatzerlöse 735,7 686,4 642,7 2.064,8 2.165,6 –4,7EBITDA 104,9 90,6 79,7 275,2 311,1 –11,5EBITDA-Marge 14,3 % 13,2 % 12,4 % 13,3 % 14,4 %EBIT 68,8 54,2 43,8 166,8 196,8 –15,2EBIT-Marge 9,3 % 7,9 % 6,8 % 8,1 % 9,1 %Beschäftigte(Vollzeitäquivalent) 12.348 12.322 12.144 12.144 12.060 0,7Marktumfeld und Geschäftsverlauf reren Quartalen auf einem mäßigen Nachfrage-Auch in den Kernmärkten der Special Steel Divi­ niveau bewegt und weiterhin keine Erholungsion kam es im 3. Quartal 2012/13 zu deutlichen absehbar ist, hat sich im Verlauf des bisherigenkonjunkturellen Abkühlungstendenzen. Während Geschäftsjahres auch der Bedarf aus den Sek­sich der Energiemaschinenbau bereits seit meh- toren Automobil- und Maschinenbauindustrie 9
  10. 10. Aktionärsbrief 1.– 3. Quartal 2012/13 sowie der Konsumgüterindustrie abgeschwächt. Entwicklung der Kennzahlen Die seit Geschäftsjahresbeginn ebenfalls deutlich Ähnlich dem Stahlbereich musste auch die rückläufige Nachfrage aus der Nutzfahrzeug­ Special Steel Division in den ersten neun Mona- industrie machte in den letzten Monaten Kapa- ten 2012/13 im Vergleich zum entsprechenden zitätsanpassungen am Standort Wetzlar, Deutsch- Vorjahreszeitraum rückläufige Umsatzerlöse land, notwendig. h ­ innehmen. Im Unterschied zur Steel Division Auf stabil zufriedenstellendem Niveau entwickeln ist hier aber das Preisniveau durch Produktmix- sich hingegen nach wie vor die Luftfahrtindustrie verschiebung sogar leicht gestiegen, der rund sowie der Bereich der Öl- und Gasexploration, 10%ige Rückgang bei den Versandmengen wodurch auch die Nachfrage nach den entspre- k ­ onnte damit aber nicht ausgeglichen werden. chenden Spezialstählen im bisherigen Verlauf Somit reduzierten sich die Umsatzerlöse um des Geschäftsjahres ungebrochen robust blieb. 4,7 % von 2.165,6 Mio. EUR auf 2.064,8 Mio. Neben der allgemeinen Konjunkturschwäche EUR. Vor diesem Hintergrund sank das opera­ ivet wirkte sich im Geschäftsbereich Werkzeugstahl Ergebnis (EBITDA) gegenüber dem Vorjahreswert und Edelbaustahl auch ein forcierter Lagerabbau um 11,5 %. Während es sich in den ersten drei negativ auf die Geschäftsentwicklung aus. Ge- Quartalen 2011/12 noch auf 311,1 Mio. EUR nerell ist festzustellen, dass sich das Bestellver- (Marge 14,4 %) belief, liegt es in der aktuellen halten der Kunden zunehmend kurzfristiger und Berichtsperiode bei 275,2 Mio. EUR (Marge vorsichtiger gestaltet. 13,3 %). Entsprechend stellte sich die Entwick- Der Geschäftsbereich Special Forgings zeigt eine lung des Betriebsergebnisses (EBIT) dar, das sich stabile Entwicklung auf gutem Niveau, welche um 15,2 % von 196,8 Mio. EUR auf 166,8 Mio. vor allem auf eine anhaltend solide Nachfrage EUR verschlechterte. Das entspricht einer EBIT- aus der Flugzeugindustrie zurückzuführen ist. Marge von 8,1 % (Vorjahr 9,1 %). Aus regionaler Sicht ergibt sich kein einheitliches Ein ähnliches Bild ergibt sich im unmittelbaren Bild. In den wichtigsten Absatzmärkten Europas Quartalsvergleich, bei dem die Special Steel Divi­ ist die Entwicklung seit Sommer 2012 rückläufig. sion die Preise im letzten Quartal zwar sogar Vor allem verstärkte sich in Deutschland – dem leicht erhöhen konnte, die Produktions- und Ver- wichtigsten Markt der Division – zuletzt in einer sandmengen – teilweise auch saisonal bedingt Reihe von Industriesegmenten die Kaufzurück- – jedoch um rund 10 % unter dem Vorquartalswert haltung der Kunden. In den USA wurde der po- lagen. Damit fielen die Umsatzerlöse um 6,4 % litische Streit um die „Fiscal Cliff“ zwar vorüber- von 686,4 Mio. EUR auf 642,7 Mio. EUR. Etwas gehend entschärft, die Gesamtwirtschaftslage deutlicher stellt sich der Rückgang auf der Ergeb­ zeigt aber trotzdem bislang noch keinen deut­ nisseite dar: Die Division weist im 3. Quartal ein lichen Aufwärtstrend. Hinzu kommt, dass die operatives Ergebnis (EBITDA) von 79,7 Mio. EUR Wachstumsdynamik in den Märkten der Schwel- aus, das entspricht einer Abnahme um 12,0 % lenländer im Vergleich zur Vergangenheit deut- verglichen mit dem Wert des Vorquartals (90,6 lich nachgelassen hat. So ist etwa die aktuelle Mio. EUR). Daraus ergibt sich eine EBITDA- Entwicklung Brasiliens durch eine sinkende Marge von 12,4 % gegenüber vorher 13,2 %. Das Auto­ obilproduktion, einen generell rückläufi- m Betriebsergebnis (EBIT) liegt im 3. Quartal gen Konsum und Verzögerungen bei Großpro- 2012/13 mit 43,8 Mio. EUR um 19,2 % hinter dem jekten aus der Öl- und Gasindustrie geprägt. In Vorquartal (54,2 Mio. EUR) zurück, die EBIT- Asien – vor allem in China – stellt sich das wirt- Marge reduzierte sich damit von 7,9 % auf 6,8 %. schaftliche Umfeld zwar insgesamt noch robuster In der Special Steel Division waren per 31. De- dar, dennoch kam es im Verlauf des Jahres 2012 zember 2012 12.144 Beschäftigte (FTE) tätig, das auch dort zu einer deutlichen Wachstumsverlang- entspricht im Vergleich mit dem Stichtag des samung. Vorjahres (12.060 Beschäftigte) einem leichten Anstieg von 0,7 %.10
  11. 11. Aktionärsbrief 1. – 3. Quartal 2012/13Metal Engineering Division Mio. EUR 1 Q–3 Q 1 Q 2012/13 2 Q 2012/13 3 Q 2012/13 2012/13 2011/12 01.04.– 01.07.– 01.10.– 01.04.– 01.04.– Veränderung 30.06.2012 30.09.2012 31.12.2012 31.12.2012 31.12.2011 in % Umsatzerlöse 805,6 740,3 693,3 2.239,2 2.228,5 0,5 EBITDA 111,4 95,0 104,0 310,4 320,1 –3,0EBITDA-Marge 13,8 % 12,8 % 15,0 % 13,9 % 14,4 %EBIT 83,8 67,2 74,5 225,5 235,2 –4,1EBIT-Marge 10,4 % 9,1 % 10,7 % 10,1 % 10,6 %Beschäftigte(Vollzeitäquivalent) 11.291 11.426 11.137 11.137 11.080 0,5Marktumfeld und Geschäftsverlauf aber auch die Aktivitäten in Deutschland habenDie globale Ausrichtung und das diversifizierte sich vor allem aufgrund der geringeren Export-Portfolio in Kundensegmenten mit vergleichs­ aktivitäten abgeschwächt. Ein hoher Bedarf be-weise geringer Konjunkturabhängigkeit sind steht nach wie vor in Nordamerika und Brasilien,ausschlaggebend für die anhaltend erfreuliche auch die Länder des Mittleren Ostens entwickelnEntwicklung der Metal Engineering Division. sich zufriedenstellend. Projekte in China wurdenIm Geschäftsbereich Schienentechnik konnte die im Kalenderjahr 2012 wieder stärker vergeben,teilweise rückläufige Investitionstätigkeit in die jedoch mit einer teilweisen Verlagerung vone­ uropäische Eisenbahninfrastruktur durch Ex- Hochgeschwindigkeitsstrecken hin zum Nahver-porte in rohstoffreiche Länder bzw. in Länder mit kehr.Hochgeschwindigkeitsprojekten wie etwa Russ- Die Nachfrage im Geschäftsbereich Draht warland, Südafrika, Australien und Brasilien ausge- durch die Konjunkturschwäche der europäischenglichen werden. Die am Standort Donawitz her- Autoindustrie und einen Lagerabbau der Kundengestellten wärmebehandelten Premiumschienen in Erwartung eines rückläufigen Preisniveauswerden dabei unverändert erfolgreich für den beeinflusst. Gegen Ende des 3. Quartals 2012/13Schwer-, Hochgeschwindigkeits- und Mischver- hat sich die Lage allerdings wieder stabilisiert.kehr eingesetzt. Die Produktion von Standardqua- Obwohl die Explorationstätigkeit in dem für denlitäten am Standort Duisburg ist dagegen seit Geschäftsbereich Nahtlosrohre wichtigen Absatz-Längerem einem intensiven, aus gravierenden markt Nordamerika rückläufig ist, blieb der Ge-Überkapazitäten resultierenden Wettbewerb aus- schäftsverlauf in diesem Segment stabil aufgesetzt. Der Betrieb wird daher – wie bereits an- h ­ ohem Niveau. Durch die Stärken in der Pro-gekündigt – gegen Ende des Kalenderjahres 2013 duktentwicklung und das Ausweichen auf andere ­eingestellt. Märkte wie Russland, den MENA-Raum oderDie weltweite Aufstellung im Geschäftsbereich Australien konnte der Rückgang in NordamerikaWeichentechnik unterstützt den stabilen Ge- ausgeglichen werden. Auch die im Vergleich zuschäftsverlauf der Division und kompensiert die Mitbewerbern geringere Abhängigkeit vonteilweise rückläufige Entwicklung in Europa. S ­ tandard-Industrierohren, die dem Konjunktur-Regional betrachtet blieb die Nachfrage im süd- lauf stärker ausgesetzt sind, begünstigte die so-europäischen Raum auf ein Minimum beschränkt, lide Entwicklung. 11
  12. 12. Aktionärsbrief 1.– 3. Quartal 2012/13 Der Geschäftsbereich Welding Consumables war um 4,1 % zurück (Vorjahr 235,2 Mio. EUR). Die in den ersten drei Quartalen des Geschäftsjahres EBIT-Marge von 10,1 % ist damit immer noch 2012/13 von einem zurückhaltenden Marktum- zweistellig (10,6 % im Geschäftsjahr 2011/12). feld in Europa gekennzeichnet. Deutlich besser Im direkten Quartalsvergleich ergibt sich ein stellte sich die Nachfrage in Nordamerika dar. In uneinheitliches Bild. Während die hohen Auslie- Asien, insbesondere in China, blieb das konjunk- ferungsmengen von Schienen des Vorquartals im turelle Umfeld aufgrund der schleppenden Ent- aktuellen Berichtsquartal nicht erreicht wurden wicklung bei Kraftwerksprojekten verhalten. und der Absatz von Draht konjunkturell bedingt Dennoch war der Geschäftsverlauf auch in die- zurücklag, konnten die Versandmengen bei Naht- sem Bereich zufriedenstellend. losrohren deutlich gesteigert werden. Die Durch- schnittspreise lagen im 3. Quartal 2012/13 bei Entwicklung der Kennzahlen gleichzeitig geringeren Vormaterialkosten über Als einzige Division konnte die Metal Enginee- alle Produktgruppen mit Ausnahme der Nahtlos- ring Division ihre Umsatzerlöse in den ersten rohre unter dem Niveau des 2. Quartals. Somit neun Monaten 2012/13 in der Gegenüberstellung ergibt sich bei den Umsatzerlösen ein Minus von mit dem Vorjahr steigern. Zurückzuführen ist das 6,3 % von 740,3 Mio. EUR auf 693,3 Mio. EUR. in erster Linie auf eine Ausweitung des Geschäf- Das operative Ergebnis (EBITDA) konnte hinge- tes im Kundensegment Eisenbahninfrastruktur. gen um 9,5 % von 95,0 Mio. EUR auf 104,0 Mio. Leicht rückläufig stellte sich hingegen das gene- EUR zulegen, womit auch die EBITDA-Marge relle Preisniveau dar. Insgesamt erhöhten sich von 12,8 % auf 15,0 % ausgeweitet werden konnte. ­ die Umsatzerlöse marginal um 0,5 % von 2.228,5 In einer ähnlichen Größenordnung, und zwar um Mio. EUR auf 2.239,2 Mio. EUR. Auf einem sehr 10,9 % von 67,2 Mio. EUR auf 74,5 Mio. EUR, ansprechenden Niveau und nur leicht abge- verbesserte sich das Betriebsergebnis (EBIT). schwächt gegenüber dem Vorjahr entwickelte Somit ergibt sich eine EBIT-Marge im 3. Quartal sich das operative Ergebnis (EBITDA) in den 2012/13 von 10,7 % (2. Quartal 9,1 %). ersten drei Quartalen 2012/13. 310,4 Mio. EUR Zum 31. Dezember 2012 arbeiteten in der Metal (EBITDA-Marge 13,9 %) bedeuten einen Rück- Engineering Division 11.137 Beschäftigte (FTE). gang um 3,0 % gegenüber dem Vorjahreswert von Im Vergleich zum 31. Dezember 2011 (11.080 320,1 Mio. EUR (EBITDA-Marge 14,4 %). Mit Beschäftigte) bedeutet dies ein Plus von 0,5 % 225,5 Mio. EUR ging das Betriebsergebnis (EBIT) bzw. 57 Beschäftigten (11.080). Metal Forming Division Mio. EUR 1 Q–3 Q 1 Q 2012/13 2 Q 2012/13 3 Q 2012/13 2012/13 2011/12 01.04.– 01.07.– 01.10.– 01.04.– 01.04.– Veränderung 30.06.2012 30.09.2012 31.12.2012 31.12.2012 31.12.2011 in % Umsatzerlöse 611,1 567,0 548,2 1.726,3 1.813,5 –4,8 EBITDA 68,5 57,7 54,4 180,6 202,5 –10,8 EBITDA-Marge 11,2 % 10,2 % 9,9 % 10,5 % 11,2 % EBIT 46,1 35,4 32,4 113,9 134,0 –15,0 EBIT-Marge 7,5 % 6,2 % 5,9 % 6,6 % 7,4 % Beschäftigte (Vollzeitäquivalent) 11.272 11.068 10.283 10.283 10.912 –5,812
  13. 13. Aktionärsbrief 1. – 3. Quartal 2012/13Marktumfeld und Geschäftsverlauf Bereich, wo Bestellungen von HochregallagernDas wirtschaftliche Umfeld in der Metal Forming durch die Lebensmittel-, Getränke- und Beklei-Division war in den ersten drei Quartalen des dungsindustrie sowie seitens des VersandhandelsGeschäftsjahres 2012/13 von einer zunehmend dominierten.angespannten Nachfragesituation in den wesent- Aus regionaler Sicht waren die Nachfrageim­ ulse plichen Kundensegmenten gekennzeichnet. Ins- aus Europa überwiegend auf eher mäßigembesondere in der 2. Hälfte des Kalenderjahres N ­ iveau. Dies gilt insbesondere für Südeuropa,2012 sind die Auftragseingänge unter den Erwar- zuletzt aber auch für Frankreich. Deutlich posi-tungen geblieben. tiver stellte sich dagegen das KonsumverhaltenIm Geschäftsbereich Automotive Body Parts hat in England dar. Außerhalb Europas verlief diesich im 3. Quartal 2012/13 zusätzlich zu der sai- Geschäftsentwicklung in Nordamerika auf einemsonal bedingt geringeren Produktion aufgrund durchaus ansprechenden Niveau, wogegen derder Weihnachtsstillstände vor allem der Markt brasilianische Markt von konjunkturellen Un­für Automobile der Premiumklasse eingetrübt. sicherheiten geprägt war.Im Volumensegment trat dagegen in den letztenMonaten eine Stabilisierung auf niedrigem Entwicklung der KennzahlenN­ iveau ein. Die für die nächsten Jahre prognos- In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahrestizierten rückläufigen Absatzzahlen der Automo- 2012/13 reduzierten sich die Umsatzerlöse in derbilindustrie in Europa bestätigen jedenfalls die Metal Forming Division um 4,8 % von 1.813,5Strategie der Metal Forming Division, Kunden Mio. EUR im Vorjahr auf 1.726,3 Mio. EUR, wasin ihren Internationalisierungsschritten zu be- auf ein im Jahresverlauf schwächer gewordenesgleiten, um die Abhängigkeit vom stagnierenden Umfeld zurückzuführen ist. Demzufolge ist aucheuropäischen Markt zu verringern. die Entwicklung des operativen ErgebnissesDer Geschäftsbereich Tubes & Sections war im (EBITDA) mit 180,6 Mio. EUR im Vergleich zumLaufe des Geschäftsjahres 2012/13 mit einer – vorhergehenden Geschäftsjahr (202,5 Mio. EUR)teilweise auch saisonal bedingten – deutlich rück- mit einem Minus von 10,8 % rückläufig. Dieläufigen Geschäftsentwicklung im Segment Bau- EBITDA-Marge verringerte sich von 11,2 % aufmaschinen konfrontiert, während sich der Bereich 10,5 %. Das Betriebsergebnis (EBIT) ging umAgrarmaschinen auf gutem Niveau konstant 15,0 % von 134,0 Mio. EUR (Marge von 7,4 %)entwickelt hat. Differenziert ist die Betrachtung auf 113,9 Mio. EUR (Marge von 6,6 %) zurück.der Nutzfahrzeugindustrie zu sehen. Während Gegenüber dem unmittelbaren Vorquartal gabenregional ausgerichtete Hersteller unter der ge- die Umsatzerlöse aufgrund eines vorwiegendringen Investitionstätigkeit in Europa leiden, saisonal bedingten Mengenrückgangs vor allempartizipieren exportorientierte Produzenten am im Geschäftsbereich Tubes & Sections um 3,3 %höheren Wirtschaftswachstum der Schwellenlän- von 567,0 Mio. EUR im 2. Quartal auf 548,2 Mio.der. Die Ausrichtung der Metal Forming Division EUR im 3. Quartal 2012/13 nach. Eine leichteauf exportstarke Unternehmen hat zu einer ins- Abschwächung um 5,7 % von 57,7 Mio. EUR aufgesamt zufriedenstellenden Entwicklung in die- 54,4 Mio. EUR zeigte sich auch beim operativensem Industriezweig beigetragen. Ergebnis (EBITDA) bzw. bei der EBITDA-MargeIm Geschäftsbereich Precision Strip ergibt sich von 10,2 % auf 9,9 %. Das Betriebsergebnis (EBIT)auf der Kundenseite ein differenziertes Bild. Wäh- sank von 35,4 Mio. EUR auf 32,4 Mio. EUR undrend die Nachfrage aus dem Investitionsgüter- somit um 8,5 %, während die EBIT-Marge ge-sektor unter Druck gekommen ist, befinden sich ringfügig von 6,2 % auf 5,9 % zurückfiel.die Absatzzahlen im Umfeld der Konsumgüter- In der Metal Forming Division arbeiteten zumindustrie auf stabil gutem Niveau. Ende des 3. Quartals 2012/13 10.283 ­ eschäftigte BZufriedenstellende Auftragseingänge im Ge- (FTE), das bedeutet einen produktionsbedingtenschäftsbereich Material Handling resultierten Rückgang von rund 6 % zum Vergleichstag desebenfalls in erster Linie aus dem konsumnahen Geschäftsjahres 2011/12 (10.912 Beschäftigte). 13
  14. 14. Aktionärsbrief 1.– 3. Quartal 2012/13 Kartellverfahren tung noch verbliebener Aufträge gegen Ende des Bahnoberbaumaterial K ­ alenderjahres 2013 erfolgen (zur bilanziellen Rückstellung siehe Kapitel „Kartellverfahren Im Kartellverfahren betreffend Eisenbahn-Ober- Bahnoberbaumaterial“). baumaterial hat das deutsche Bundeskartellamt Anfang Juli 2012 Bußgelder in Höhe von insge- samt 124,5 Mio. EUR gegen vier Hersteller und Geschäftsbeziehungen Lieferanten von Schienen wegen wettbewerbs- mit nahestehenden widriger Absprachen zu Lasten der Deutschen Unternehmen und Personen Bahn AG verhängt. Davon entfielen 8,5 Mio. EUR auf Gesellschaften des voestalpine-Konzerns. Informationen zu den Geschäftsbeziehungen Dieses Ergebnis hat den angestrebten Kronzeu- mit nahestehenden Unternehmen und Personen genstatus für den weitaus überwiegenden Teil befinden sich in den erläuternden Anhang­- des Verfahrens bestätigt, das vergleichsweise an­gaben. geringe Bußgeld betrifft lediglich Randbereiche. Damit ist dieses Verfahren zum Hauptkomplex Deutsche Bahn abgeschlossen. In weiterer Folge Investitionen wird das Bundeskartellamt Lieferungen von Bahnoberbaumaterial an regionale und lokale Die Investitionstätigkeit des Konzerns wurde Nachfrager untersuchen. Wann mit einer Ent- nach einer Phase der Konsolidierung im Gefolge scheidung in diesen weiteren Sachverhaltskom- der Großakquisition BÖHLER-UDDEHOLM so- plexen zu rechnen ist, ist aus heutiger Sicht nicht wie der Finanzkrise 2008/09 in den ersten drei abschätzbar. Quartalen des Geschäftsjahres 2012/13 wieder Die für den Themenkomplex Kartellverfahren deutlich ausgeweitet. Die Zuwächse betreffen sowie für die Schließung der TSTG Schienen alle vier Divisionen, wobei die Metal Engineering Technik GmbH & Co KG im Jahresabschluss Division aufgrund der seit Langem geplanten 2011/12 gebildete Rückstellung in Höhe von ins- Hochofen-Großreparatur die prozentuell ­ tärkste s gesamt 205,0 Mio. EUR wurde im Wesentlichen Zunahme aufweist. Insgesamt wurden die Inves- um die Bußgeldzahlung in Höhe von 8,5 Mio. titionen im voestalpine-Konzern in den ersten EUR reduziert. Die verbleibende Rückstellung neun Monaten 2012/13 gegenüber dem Vorjahr wird weiterhin als angemessen erachtet. um 40,9 % von 353,8 Mio. EUR auf 498,4 Mio. EUR gesteigert. Schließung TSTG Schienen In der Steel Division nahmen die Investitions- Technik GmbH & Co KG ausgaben in den ersten drei Quartalen 2012/13 im Vergleich zum Vorjahr um mehr als ein Drittel Nach dem Beschluss im März 2012, die Schie- von 140,4 Mio. EUR auf 188,3 Mio. EUR zu. Im nenproduktion der TSTG Schienen Technik Fokus standen dabei neben einer Reihe von Er- GmbH & Co KG in Duisburg zu schließen, wur- satz- und Nachrüstinvestitionen die letzten den die seit diesem Zeitpunkt geführten Verhand- V ­ orhaben des Investitionsprogramms „L6“. Nach lungen mit dem Betriebsrat über einen Inter­ der plangemäßen Inbetriebnahme der DeNOX- essenausgleich am 4. Februar 2013 für gescheitert Anlage am Sinterband gegen Jahresende 2012 erklärt. Es wird nun der gesetzlich vorge­ ehene s wird „L6“ im kommenden Geschäftsjahr mit der Weg beschritten und die Einigungsstelle ange- Fertigstellung der auf Elektroband fokussierten rufen, um die Verhandlungen dort weiterzufüh- Kontiglühe 2 (Investitionsvolumen 150 Mio. ren. Ungeachtet dessen werden parallel dazu EUR) abgeschlossen. Gespräche über einen Sozialplan aufgenommen. Das Investitionsprogramm „Linz 2020“, welches Die Schließung wird entsprechend der Abarbei- das Projekt „L6“ ablöst, sieht grundsätzlich keine14
  15. 15. Aktionärsbrief 1. – 3. Quartal 2012/13weitere Mengenausweitung am Standort Linz werden. Nach dreimonatigen Arbeiten ging dervor, sondern dient der Absicherung der Techno- erneuerte Hochofen Anfang Oktober wieder inlogie- und Qualitätsführerschaft sowie der Pro- Betrieb. Auf der Drahtseite wurde bei der vor rundduktmixverbesserung. Darüber hinaus hat „Linz acht Monaten mehrheitlich übernommenen CPA2020“ – neben den in den nächsten Jahren plan- Filament GmbH die Errichtung einer Produk­mäßig vorzunehmenden Großreparaturen an tionsanlage zur Herstellung von ultrafestenallen drei Hochöfen – umfangreiche Maßnahmen Feinstdrähten weitergeführt (siehe auch Kapitelzur weiteren Optimierung der Wirtschaftlichkeit, „Akquisitionen“).unter anderem auch im Bereich der Rohstoffver-sorgung, zum Gegenstand. Aus diesem Programm Die Metal Forming Division weist im Hinblickbereits in Umsetzung befindet sich der Neubau auf die Investitionstätigkeit im aktuellen Ge-des Walzgerüstes im Segment Grobblech (Ab- schäftsjahr mit einem Zuwachs von 17,3 % aufschluss im Geschäftsjahr 2014/15), der in erster 89,3 Mio. EUR zwar den prozentuell niedrigstenLinie der Erschließung neuer Produktqualitäten Wert aller vier Divisionen aus, setzt dabei aberdient. auf ein bereits sehr hohes Vorjahresniveau (76,1 Mio. EUR) auf. Mitte November 2012 fand derDie Special Steel Division investierte in den Spatenstich für die Errichtung eines Werkes zure­rsten neun Monaten 2012/13 insgesamt Herstellung von Automobilkomponenten in91,9 Mio. EUR und damit um 44,7 % mehr als Cartersville, Georgia/USA statt. Der Produktions-im Vorjahr (63,5 Mio. EUR). Zu den wesentlichs- ­ beginn ist bereits für die 1. Hälfte des Geschäfts-ten Investitionen im Produktionsbereich zählte jahres 2013/14 geplant. Als Teil der Globalisie-im bisherigen Verlauf des Geschäftsjahres die rungsstrategie im Automotive-Bereich werdenErweiterung der Kapazitäten zur Herstellung parallel dazu ähnliche Investments auch in ­ hina Cpulver­ etallurgischer Stähle am Standort m und Südafrika umgesetzt.K­ apfenberg /Österreich. Ein weiterer Fokus liegt Ebenfalls in China wurde im 3. Quartal des ak-derzeit auf der Neukonzeption des Stahlwerkes tuellen Geschäftsjahres der Auftrag für die Er-in Wetzlar/Deutschland, das im Zuge eines vier- richtung einer Halle und des Maschinenparksjährigen Programms noch stärker in Richtung zur Produktion von Sonderprofilen vergeben. ImProduktivität, Qualität sowie Umweltschutz und Geschäftsbereich Precision Strip befindet sichArbeitssicherheit ausgelegt wird. Laufende In- das neue Walz- und Bandbearbeitungszentrumvestitionen finden darüber hinaus auch in den am Standort Kematen/Österreich kurz vor derVertriebsgesellschaften statt, wobei es primär um Fertigstellung.Erweiterungen und Ergänzungen in den Berei-chen An- und Bearbeitung geht – nicht nur zurVerlängerung der Wertschöpfungskette, sondern Akquisitionenauch zur generellen Erhöhung der Schlagkraftim Kundenservice. Im 1. Quartal 2012/13 erfolgte eine von der G ­ rößenordnung relativ überschaubare, aberDie Metal Engineering Division wendete im von der strategischen Bedeutung her wichtigeL­ aufe des bisherigen Geschäftsjahres 123,0 Mio. Akquisition in der Metal Engineering Division.EUR für Investitionen auf und liegt damit an­ Die voestalpine Austria Draht GmbH erweitertenähernd beim Doppelten des Vorjahreswertes von ihre Aktivitäten in der Drahtweiterverarbeitung67,0 Mio. EUR. Das Hauptaugenmerk lag dabei durch den Erwerb von 54 % an der CPA Filamentauf der Hochofen-Großreparatur („Zustellung“) GmbH von der österreichischen Steinklauber-am österreichischen Standort Donawitz. Durch Gruppe. Zusammen mit dem Partner wird eineVorproduktion von Knüppeln und Blöcken ­ onnte k neue Produktionsanlage für die Herstellungdie Versorgung der nachgelagerten Betriebe auch von ultrahochfesten Feinstdrähten (bis 0,08 mm)während der Zustellung ausreichend gesichert errichtet. 15
  16. 16. Aktionärsbrief 1.– 3. Quartal 2012/13 In den nächsten Jahren sind weitere Aus­­ bau­ Rückgang von 1,0 % oder 448 Beschäftigten stufen geplant. Beide Partner bringen ihr jewei- (FTE), gegenüber dem Beginn des Geschäfts­ liges Know-how in die Zusammenarbeit ein: jahres (46.473) bedeutet es eine Verringerung um voestalpine verfügt über umfassende Werkstoff- 3,8 % bzw. 1.777 Beschäftigte. kompetenz, metallurgisch-technologische Erfah- 2.993 Beschäftigte (FTE) befanden sich zum Ende rung und profitiert zudem von der Nähe des des 3. Quartals 2012/13 in einem Leiharbeitsver- e ­ igenen Stahlwerkes in Donawitz und den brei- hältnis, dies entspricht gegenüber dem Beginn ten Kooperationsmöglichkeiten innerhalb der des Geschäftsjahres einem Minus von 1.312 Be- Gruppe. Die Kompetenz der Steinklauber-­ ruppe G schäftigten (FTE) bzw. 30,5 %. Die Zahl der Lehr- als Anlagenbauer und Technologieführer liegt linge, die im voestalpine-Konzern ausgebildet in der Herstellung hochfester Feinstdrähte und werden, ist mit 1.594 Jugendlichen zum Stichtag K ­ orde. Im Endausbau sollte der Umsatz des 31. Dezember 2012 nahezu auf dem Stand des n ­ euen Unternehmens in einer Größenordnung Vorjahres (1.603). von 70 bis 80 Mio. EUR liegen. Im 3. Quartal 2012/13 hat die Special Steel Divi- Forschung und Entwicklung sion mit der Übernahme der Sturdell Industries Inc. durch die Böhler-Uddeholm Canada Ltd. ihre Einer der zentralen Forschungsschwerpunkte Serviceaktivitäten im Bereich mechanische Be- im voestalpine-Konzern liegt in der Weiterent- arbeitung von Formenstählen in Kanada und im wicklung von innovativen Stahlgüten und Werk- Nordosten der USA erweitert. Durch diese Anar- stoffqualitäten, die vor allem im Automobilbau beitungsaktivitäten im Werkzeugstahlbereich, zum Einsatz kommen und dort einerseits zur insbesondere Sägen, Fräsen, Schleifen und Boh- Gewichtsreduzierung und damit Treibstofferspar- ren, sowie durch die hohe Serviceorientierung nis beitragen sowie andererseits die Entwicklung von Sturdell Industries wird die Special Steel von alternativen Antriebskonzepten unterstützen. Division ihre Marktposition in Nordamerika in Mit der Genehmigung des Projekts ALIVE (Ad- diesem Segment weiter ausbauen. Die Akquisi- vanced High Volume Affordable Lightweighting tion entspricht exakt der langfristigen Strategie for Future Electric Vehicles) der „green car“- des voestalpine-Konzerns, die auf eine kontinu- Initiative, eingereicht im 7. Rahmenprogramm ierliche Ausweitung der Wertschöpfungskette der Europäischen Union, konnte Anfang 2013 ausgerichtet ist. Insgesamt wurden mit dem Kauf der entsprechende Vertrag unterzeichnet und das zwei Standorte übernommen, die sich in der Nähe Projekt damit gestartet werden. Ein Konsortium bestehender Vertriebsniederlassungen der Spe- aus 23 Partnern – bedeutenden Automobilher- cial Steel Division befinden, wodurch sich Syn- stellern, namhaften Automobilzulieferern, wis- ergien im Bereich des Marktes ergeben und auch senschaftlichen Partnern sowie der voestalpine die Kostenstrukturen optimiert werden können. als einzigem Werkstoffunternehmen – hat sich Zuletzt erzielte die Sturdell Industries Inc. bei zum Ziel gesetzt, ein großserientaugliches, stark einem positiven Ergebnis einen Jahresumsatz gewichtsreduziertes Elektrofahrzeug in Multi- von 19 Mio. EUR. materialbauweise zu entwickeln. Im Sinne der spezifischen Anforderungen des automobilen Leichtbaus ist es jüngst mit der Mitarbeiter Fertigung von maßgeschneiderten Profilen („tailored profiles“) gelungen, Sonderprofile für Zum Stichtag 31. Dezember 2012 waren im voest­ den Automobilbau herzustellen, die optimal an alpine-Konzern 44.696 Beschäftigte (Vollzeitäqui- die jeweiligen Einsatzbedingungen angepasst valent, kurz FTE, für Englisch „Full Time Equi- sind. Dabei werden unterschiedliche Stahlgüten valent“) tätig. Gegenüber dem Vergleichsstichtag und Blechdicken mittels Laserschweißungen des Vorjahres entspricht dies einem leichten zusammengesetzt, Ausnehmungen maßgenau16
  17. 17. Aktionärsbrief 1. – 3. Quartal 2012/13vorgestanzt und die Bauteile anschließend roll- auf pulvermetallurgischem Weg hergestellt undprofiliert. Diese „tailored profiles“ ermöglichen ist in den thermischen Eigenschaften den her-günstigste Materialausnutzung bei gleichzeitig kömmlichen Schnellarbeitsstählen überlegen,größtmöglicher Gewichtsreduktion. Sie kommen was in weitaus höheren Standzeiten des Werk-bereits als Längsträger in Autobussen zum Ein- zeugs resultiert.satz.Von Herstellern von Hybrid- und Elektrofahrzeu-gen verstärkt nachgefragt wird höherfestes Elek- Umwelttroband mit sehr guten magnetischen Eigenschaf-ten, welches höhere Drehzahlen der Motoren Einmal mehr steht aktuell das Thema CO2-Zerti­ermöglicht, ohne dass die Fliehkräfte ein Versa- fikate im Zentrum der Umweltagenda: Die Zu-gen des Rotors verursachen. Auf Basis neuartiger teilung von kostenfreien EmissionszertifikatenMotorbaukonzepte kann durch die damit ­ rzielte e erfolgt gemäß der EU-EmissionshandelsrichtlinieMaterialersparnis der Motor effizienter als in der sowie dem österreichischen Emissionszertifi­Vergangenheit betrieben werden. Nicht nur im kategesetz am 28. Februar jeden Jahres. DaherFahrzeugbau, sondern auch beim Einsatz großer wird spätestens am 28. Februar 2013 die Jahres-Generatoren, z. B. bei Pumpspeicherkraftwerken, zuteilung für 2013 erfolgen. Dieser Vorgang wie-wird damit ein Versagen der Rotoren, bedingt derholt sich bis 2020 (3. Handelsperiode 2013 bisdurch große Rotordurchmesser und hohe Dreh- 2020). Der Entwurf der Zuteilungsmengen, daszahlen, verhindert. Nach kleintechnischen Ver- österreichische NIM-Verzeichnis (National Im-suchsserien an Simulatoren und einer anschlie- plementation Measures), wurde national bereitsßenden großtechnischen Versuchsanwendung an am 5. März 2012 veröffentlicht und der EU-Produktionsanlagen erfolgten zwischenzeitlich Kommission zugestellt. Allerdings haben anderebereits erste Probelieferungen an Kunden. Mitgliedstaaten ihre Unterlagen erst später über­ mittelt, sodass die Prüfung dieser VerzeichnisseSowohl offshore als auch onshore werden ­ exible fl derzeit noch andauert. Da erst nach AbschlussRohrleitungen für korrosionsbeständige Hoch- aller Prüfungen der sektorübergreifende Korrek-druck-Pipelines im Bereich der Öl- und Gasex- turfaktor CSCF (Cross-Sectoral Correction-­ploration, aber auch für den Transport von Wasser Factor) zum Abgleich der Zuteilungen mit demund Gasen eingesetzt. EU-weiten Cap durch die EU-Kommission fest-Diese flexiblen Rohrleitungen bestehen aus meh- gelegt werden kann, können auch die einzelnenreren metallischen Schichten, gewickelt aus Zuteilungen erst nach Abschluss der Prüfungenhochqualitativen Flach- und Profildrähten, wel- aller EU-weiten Daten finalisiert werden. Aus­che hohe Zug- und Druckbelastungen aufneh- sagen zur konkreten CO2-Kostenbelastung dermen können und darüber hinaus üblicherweise nächsten Jahre sind damit derzeit noch nichtauch sauergasbeständig sein müssen. Eine neue möglich.Generation dieser Drähte weist eine deutlicheVerbesserung der Sauergasbeständigkeit auf und Die „2050-Fahrpläne“ („roadmaps“) der Europä-wurde darüber hinaus im Kaltumformverhalten ischen Union stellen das zentrale Element ihreroptimiert. Strategie für die Entwicklung einer „Low-Carbon-Mit dem Böhler MC90 INTERMET wurde in der Economy“ dar. Diese Fahrpläne streben u. a. bisSpecial Steel Division ein neuer Werkstoff ent- zum Jahr 2050 vor allem die Verringerung derwickelt, der optimal für das Schneiden von CO2-Emissionen innerhalb der EU um 80 % bisschwierig zu bearbeitenden Materialien wie 95 %, gemessen am Niveau von 1990, an. Ermög-T­ itanlegierungen, rostfreier Stahl oder Nickel­ lichen sollen dies in erster Linie ein Umstieg auflegierungen geeignet ist und eine ideale Alter- eine CO2-freie Stromerzeugung, eine drastischnative zu den bisher dafür eingesetzten Zement- gesteigerte Energie- und Ressourceneffizienzcarbiden darstellt. Der MC90 INTERMET wird sowie ein weitgehender Umbau von Infrastruktur 17
  18. 18. Aktionärsbrief 1.– 3. Quartal 2012/13 und Transportflotten. Um den Beitrag der Werk- richtlinie auf nationaler Ebene ist der Konzern stoff erzeugenden Industrie zu diskutieren, hat in den laufenden Umsetzungsprozess aktiv ein- die Kommission die einzelnen industriellen Sek- gebunden. toren dazu aufgerufen, sektorielle Fahrpläne zu erarbeiten. Der europäische Stahlverband EU- ROFER hat 2012 die Arbeit an einem eigenen Ausblick Fahrplan für die Stahlindustrie aufgenommen. Dieser wird die Bedeutung des Werkstoffes Stahl Nach eineinhalb Jahren negativer Konjunktur­ für die europäische Gesellschaft sowie dessen erfahrungen – unterbrochen nur von einer kurzen Beitrag zum Klimaschutz aufzeigen. Phase der Entspannung zu Jahresbeginn 2012 In diesem Zusammenhang erscheint es vom – mehren sich in den letzten Wochen die ­ timmen, S Grundsatz her sinnvoller, den Weg zur Erreichung die von einer sich abzeichnenden konjunkturellen ­ der Klimaziele der EU nicht durch die derzeitige Trendwende sprechen. War das 4. Quartal 2012 Praxis der Bepreisung bzw. Pönalisierung von noch von zurückhaltender Erwartung dominiert, ­ CO2 anzustreben, sondern die politischen Wei- kommen in letzter Zeit vor allem aus Politik und chen dafür zu stellen, dass nach 2020 für die ökonomischen Think Tanks unter ­ inweis auf H Werkstoff erzeugende Industrie eine technologie­ eine wirtschaftliche Erholung Chinas und Fort- orientierte Klimapolitik Platz greift. Eine solche schritte in der Bewältigung der europäischen würde die Industrie emissionsseitig über techno- Schuldenkrise verstärkt optimis­ ische Töne. Fak- t logiebezogene Emissionswerte regulieren, Tech- tum ist allerdings, dass die Nachhaltigkeit eines nologieentwicklung und Investitionen unter­ Aufschwungs in China genauso erst im weiteren stützen, die entsprechenden Rohstoffe und Ener- Jahresverlauf beurteilt werden kann wie die giequellen verfügbar machen und rezyklierbare F ­ rage einer beginnenden Ent­ pannung im euro- s Werkstoffe sowie recyclinggerechtes Konstruieren päischen Schuldendilemma. Darüber hinaus ­ in allen Lebensbereichen vorantreiben. sollte nicht übersehen werden, dass aus wichtigen Wirtschaftsregionen wie ­ ndien und Südamerika I Die neue Fassung der Industrieemissionsricht­ keine nennenswerten Wachstumsimpulse zu er- linie (IE-RL) 2010/75/ EU ist Anfang 2011 als warten sind und – was noch schwerer wiegt – das Ersatz für die IVU-Richtlinie (Richtlinie über die „fiscal cliff-­ roblem“ der USA nach wie vor nicht P integrierte Vermeidung und Verminderung der dauerhaft gelöst ist. Umweltverschmutzung) in Kraft getreten. Es Vor diesem Hintergrund scheint ein erster echter handelt sich dabei um eine Regelung zur Ge- Schritt in Richtung einer globalen Konjunk­ währleistung einer europaweiten Vereinheit­ turentspannung vor der 2. Jahreshälfte 2013 lichung der anlagenbezogenen Grenzwerte und wenig wahrscheinlich. Kurzfristig könnte es Maßnahmen für bestimmte industrielle Tätigkei- a ­ llerdings in einzelnen Industriesegmenten aus ten. Derzeit erfolgt die Umsetzung in nationales lagerzyklischen Gründen zu einer gewissen Be- Recht sowie auch in einzelne Materienrechte, lebung der Nachfrage kommen. wie etwa AWG (Abfallwirtschaftsgesetz), GewO In den wichtigsten Kundenbranchen zeichnet (Gewerbeordnung) und WRG (Wasserrechtsge- sich für die nächsten Monate überwiegend eine setz). Im voestalpine-Konzern werden derzeit die weiterhin eher verhaltene Bedarfsentwicklung entsprechenden Betriebsanlagen in Bezug auf ab, wobei es regional betrachtet durchaus zu er- einen etwaigen Anpassungsbedarf überprüft, um heblichen Unterschieden kommen kann: So wird die aus diesen europäischen Reglementierungen die Bau- und Bauzulieferindustrie in Europa und notwendigen Maßnahmen und Änderungen zeit- den USA weiterhin überwiegend unter den Bud- gerecht planen und realisieren zu können. Zur getrestriktionen der öffentlichen Hand leiden, Gewährleistung einer ökoeffizienten Implemen- wogegen sich in China bedingt durch die Kon- tierung der Vorgaben der Industrieemissions- junkturförderprogramme der neuen Regierung18
  19. 19. Aktionärsbrief 1. – 3. Quartal 2012/13in diesem Segment ein Aufschwung abzeichnet. Special Steel Division: etwas schwächere Be-Ähnliches gilt für die Automobilindustrie, wo die darfssituation insbesondere in der EU bei weit-Erwartungen für Europa stark zurückgenommen gehend stabilem Preisniveau sowohl im Seg-wurden; China und auch die USA sollten sich ment Tool Steel als auch bei Special Forgings2013 in diesem Bereich dagegen weiterhin als Steel Division: Vollauslastung bei Rohstahl­konjunkturstabil erweisen. Auf der Energieseite erzeugung und Bandprodukten, gleichzeitigzeichnet sich im Jahresverlauf bei Öl und Gas anhaltender Preisdruck in Europa und stei­weltweit eine Belebung der Projekttätigkeit ab, gende Rohstoffpreiseder übrige konventionelle Energiebereich dürftesich hingegen auch in nächster Zeit auf eher Einmal mehr macht die aktuelle Entwicklung derm­ äßigem Niveau entwickeln; Ähnliches gilt für voestalpine-Gruppe im Konkurrenzvergleich diedie Alternativenergie, welche vor allem unter der Richtigkeit der strategischen GrundausrichtungKürzung von Subventionen in einer Reihe von der vergangenen zehn Jahre deutlich: Mit derLändern leidet. Im Bereich der Konsumgüter- und Strategie „Weg vom klassischen Stahlunterneh-Hausgeräteindustrie ebenso wie in der Elektro- men, hin zum spezialisierten Technologie- undindustrie sollte es im Jahresverlauf 2013 zu einer Industriegüterkonzern mit langer Wertschöp-gewissen Belebung kommen. Im Maschinenbau fungskette und anspruchsvollen Nischenproduk-und in der Luftfahrt dürfte die vergleichsweise ten“ differenziert sich der Konzern gerade inimmer noch solide Entwicklung anhalten. Glei- konjunkturell schwierigen Zeiten durch eineches gilt in Bezug auf den für den voestalpine- vergleichsweise stabile Ergebnisentwicklung aufKonzern wichtigen Sektor Eisenbahninfrastruk- nach wie vor attraktivem Niveau.tur, wo gewisse Schwächen in Europa durch eine Trotz des anhaltend herausfordernden wirtschaft-anhaltend solide Entwicklung in allen übrigen lichen Umfeldes bleibt der Vorstand auch ausTeilen der Welt kompensiert werden. heutiger Sicht für das Geschäftsjahr 2012/13 beiIm Licht dieser nach wie vor inhomogenen Ent- der schon anlässlich des Halbjahresberichteswicklung der einzelnen Branchen und Regionen dargelegten Ergebniserwartung, d. h. einem ope-erscheint es derzeit noch zu früh, von einer be- rativen Ergebnis (EBITDA) in einer Größenord-ginnenden Erholung der Weltwirtschaft zu spre- nung von etwa 1,4 Mrd. EUR und einem Betriebs-chen. Allerdings deutet doch einiges darauf hin, ergebnis (EBIT) von rund 800 Mio. EUR, wobeidass der breite konjunkturelle Abwärtstrend der sich die Voraussetzungen für ein Erreichen dieserletzten Quartale mit dem Jahreswechsel 2012/13 Zielwerte in den letzten Monaten deutlich ver-zum Stillstand gekommen ist. schärft haben.Für den voestalpine-Konzern zeichnet sich imletzten Quartal des Geschäftsjahres eine sehrähnliche Entwicklung wie im unmittelbaren Vor-quartal ab, wobei beide Quartale traditionelldurch erhebliche saisonale Effekte geprägt sind.Im Einzelnen stellt sich die aktuelle Lage in denvier Divisionen wie folgt dar: Metal Engineering Division: anhaltend sehr gute Entwicklung bei solider Nachfrage, Voll- auslastung und weitgehend stabilem Preis­ niveau in allen Geschäftsbereichen Metal Forming Division: Nachfrage und Preise ­ seit Sommer 2012 zunehmend unter Druck, dennoch gute Auslastung sowohl bei tubes and sections als auch automotive body parts 19
  20. 20. Aktionärsbrief 1.– 3. Quartal 2012/13 Investor Relations voestalpine AG im Vergleich zu ATX und internationalen Indizes Veränderungen gegenüber Ultimo März 2012 in % voestalpine ATX STOXX Index (Europa) DJ Industrial Index 115 110 105 100 95 90 85 80 75 1. April 2012 31. Dezember 2012 Kursverlauf starke Verunsicherung der Anleger spürbar, die der voestalpine-Aktie dadurch gerade zyklische Sektoren eher gemie- den haben. Die (überschaubare) Revision der Die Entwicklung der europäischen Kapitalmärk- Gewinnprognose für das laufende Geschäftsjahr te war in den ersten neun Monaten des Geschäfts- kurz vor Veröffentlichung der Halbjahresresul­ ate t jahres 2012/13 weiterhin eng mit den Themen hatte nur einen kurzfristigen Einfluss auf den Schuldenkrise der öffentlichen Hand und globa- Aktienkurs zur Folge. Getragen von den über den le Konjunkturerwartungen verbunden. Vor allem Erwartungen der Analysten gelegenen Konzern­ im ersten Drittel des Geschäftsjahres wurde eine ergebnissen des 2. Quartals 2012/13 und einer20
  21. 21. Aktionärsbrief 1. – 3. Quartal 2012/13zunehmend positiven Grundstimmung am Kapi- dem Durchschnitt der Börsenschlusskurse dertalmarkt konnte in der Folge binnen weniger Wo- voestalpine-Aktie in den letzten zehn Handels-chen ein Kursplus von über 20 % erzielt werden. tagen vor Beschlussfassung durch den VorstandÜber den gesamten Zeitraum vom 1. April 2012 am 12. September 2012.bis zum 31. Dezember 2012 weisen sowohl die Die jungen Aktien dienen dem Ausbau und derAktie der voestalpine AG als auch der ATX, der Absicherung des Mitarbeiterbeteiligungspro-Leitindex der Wiener Börse, eine Steigerung von gramms der voestalpine AG. Im Konzern wurdeetwa 10 % aus. Der Index der wichtigsten euro- bereits im Jahr 2000 ein Mitarbeiterbeteiligungs-päischen Aktien (Stoxx Index Europe) hat sich programm eingeführt, das seither kontinuierlichim gleichen Zeitabschnitt etwas schwächer ent- ausgebaut wird. Die Kapitaler­ öhung aus dem hwickelt, während der amerikanische Dow Jones genehmigten Kapital wurde am 24. NovemberIndustrial Index eine sogar deutlich schlechtere 2012 im Firmenbuch der Gesellschaft eingetra-Performance zeigte. Der Aktienkurs der voest­ gen. Damit beträgt das Grund­ apital der voest­ kalpine AG per Ende Dezember 2012 erreichte alpine AG nunmehr EUR 313.309.235,65 und isteinen Wert von EUR 27,66 und liegt damit nur zerlegt in 172.449.163 Aktien. Jede Aktie gewährtgeringfügig hinter dem Höchstkurs (EUR 27,76) eine Stimme.des aktuellen Berichtzeitraums zurück.Etwa 20 Analysten berichten regelmäßig über dieEntwicklung des voestalpine-Konzerns. Die Ana- Anleihenlystenempfehlungen sind zum aktuellen Zeit-punkt überwiegend positiv – bei keiner einzigen Hybridanleihe (2007–2014)Verkaufsempfehlung. Im Zuge der Finanzierung des Erwerbs der BÖHLER-UDDEHOLM Aktiengesellschaft wur- de im Oktober 2007 eine nachrangige Hybrid­Kapitalerhöhung um 2 % anleihe mit einem Emissionsvolumen vonzum weiteren Ausbau des 1.000 Mio. EUR und einem Kupon von 7,125 %Mitarbeiterprogramms begeben. Die frühestmögliche Call-Option sei- tens der voestalpine AG besteht im Oktober 2014.Der Vorstand der voestalpine AG hat am 12. Sep- Die Hybridanleihe notierte in den ersten beidentember 2012 beschlossen, von seiner Ermächti- Jahren aufgrund der damals generell schwierigengung zur Erhöhung des Grundkapitals gemäß Finanz- und Wirtschaftslage fast stets unter dem§ 4 Abs. 2 der Satzung Gebrauch zu machen und Ausgabekurs mit einem Tiefstkurs von 75 (% desdas Grundkapital der voestalpine AG durch Aus- Face Value) im Frühjahr 2009. In weiterer Folgegabe von 3.400.000 neuer, auf Inhaber lautende entwickelte sich die Anleihe ab Beginn desStückaktien, somit um rund 2 %, zu erhöhen. Der Kalenderjahres 2010 äußerst positiv und schlossAusgabebetrag pro Stückaktie wurde mit EUR mit Ende des 3. Quartals 2012/13 bei etwa 105,523,51 festgelegt. Der Ausgabebetrag entspricht (% des Face Value). 21
  22. 22. Aktionärsbrief 1.– 3. Quartal 2012/13 Unternehmensanleihe 1 (2009–2013) Deutschland, der Schweiz und Großbritannien, Im März 2009 hat die voestalpine AG zur Siche- gezeichnet. Das Orderbuch hatte eine Größen- rung der Liquidität eine Unternehmensanleihe ordnung von 1,7 Mrd. EUR und umfasste mit einem Volumen von 400 Mio. EUR und einem 270 verschiedene Investoren. Die Ausgabe und Kupon von 8,75 % begeben. Die Tilgung der An- Handelsaufnahme der Anleihe an der Luxembur- leihe wird im Frühjahr 2013 erfolgen. Die An­ eihe l ger Börse erfolgte am 5. Oktober 2012. Wie groß war gleich zu Beginn stark nachgefragt und er- das Vertrauen seitens der Anleihegläubiger in reichte etwa ein Jahr nach Begebung einen das Unternehmen ist, zeigt die Kursentwicklung Höchstwert von über 114 (% des Face Value). am Sekundärmarkt. Bis Ende Dezember 2012 Nachdem der Rückzahlungszeitpunkt näher stieg der Kurs dieser Anleihe auf etwa 105 (% des rückt, ist auch der Kursverlauf der Anleihe rück- Face Value). läufig. Ende Dezember 2012 lag der Kurs bei etwa 101,5 (% des Face Value). Analysen über die voestalpine AG werden derzeit von folgenden Investmentbanken/ Unternehmensanleihe 2 (2011–2018) Instituten erstellt: Anfang Februar 2011 wurde von der voestalpine Baader Bank AG, München AG eine siebenjährige Anleihe mit einem Kupon Bank of America/Merrill Lynch, London von 4,75 % und einem Volumen von 500 Mio. Citigroup, London EUR erfolgreich am Kapitalmarkt platziert. Die Commerzbank, Frankfurt Nachfrage seitens der Anleger war von Beginn Credit Suisse, London an sehr stark, was sich in einer positiven Kursent- Davy, Dublin wicklung manifestierte. Insbesondere im Kalen- Deutsche Bank, London derjahr 2012 konnten signifikante Steigerungen Erste Bank, Wien verzeichnet werden. Zum Ende des 3. Quartals Exane BNP Paribas, Paris 2012/13 lag der Kurs dieser Anleihe bei ca. 108,5 Goldman Sachs, London (% des Face Value). HSBC, London Jefferies, London Unternehmensanleihe 3 (2012–2018) JP Morgan, London Ende September 2012 hat die voestalpine AG Kepler, Frankfurt erfolgreich eine weitere Anleihe, und zwar mit MainFirst, Frankfurt einem Volumen von 500 Mio. EUR und einer Morgan Stanley, London Verzinsung von 4 %, am Kapitalmarkt begeben. Raiffeisen Centrobank, Wien Die Anleihe wurde weitaus überwiegend von Steubing, Frankfurt internationalen Investoren, vor allem aus UBS, London22
  23. 23. Aktionärsbrief 1. – 3. Quartal 2012/13Informationen zur AktieAktiennominale 313.309.235,65 EUR, zerlegt in 172.449.163 StückaktienStand der Aktien im Eigenbesitz zum 31. Dezember 2012 90.629 StückAktiengattung Stammaktien lautend auf InhaberWertpapierkennnummer 93750 (Börse Wien)ISIN AT0000937503Reuters VOES.VIBloomberg VOE AVKurse (jeweils zum Tagesende)Börsenhöchstkurs April 2012 bis Dezember 2012 27,76 EURBörsentiefstkurs April 2012 bis Dezember 2012 19,98 EURKurs zum 31. Dezember 2012 27,66 EURAusgabekurs IPO Oktober 1995 5,18 EURAll-Time-High-Kurs (12. Juli 2007) 66,11 EURBörsenkapitalisierung zum 31. Dezember 2012* 4.767.437.050,44 EUR * Basis: Gesamtaktienanzahl abzüglich rückgekaufter Aktien.Geschäftsjahr 2011/12Gewinn/Aktie 1,98 EURDividende/Aktie 0,80 EURBuchwert/Aktie 28,24 EURTerminvorschau 2013Geschäftsbericht 2012/13 5. Juni 2013Hauptversammlung 3. Juli 2013Ex-Dividenden-Tag 8. Juli 2013Dividenden-Zahltag 15. Juli 2013Veröffentlichung 1. Quartal 2013/14 7. August 2013Veröffentlichung 1. Halbjahr 2013/14 6. November 2013Veröffentlichung 3. Quartal 2013/14 11. Februar 2014 23
  24. 24. Aktionärsbrief 1.– 3. Quartal 2012/13 voestalpine AG Finanzdaten zum 31.12.2012 Nach International Financial Reporting Standards (IFRS) Konzernbilanz Aktiva 31.03.2012 31.12.2012 A. Langfristige Vermögenswerte Sachanlagen 4.378,3 4.421,8 Firmenwert 1.421,2 1.421,5 Andere immaterielle Vermögenswerte 322,0 298,9 Anteile an assoziierten Unternehmen 149,4 151,4 Andere Finanzanlagen 160,5 124,8 Latente Steuern 369,8 339,3 6.801,2 6.757,7 B. Kurzfristige Vermögenswerte Vorräte 2.952,7 2.992,0 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen 1.774,4 1.544,7 Andere Finanzanlagen 406,6 479,9 Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 677,2 490,2 5.810,9 5.506,8 Summe Aktiva 12.612,1 12.264,5 Mio. EUR24
  25. 25. Aktionärsbrief 1. – 3. Quartal 2012/13Passiva 31.03.2012 31.12.2012A. Eigenkapital Grundkapital 307,1 313,3 Kapitalrücklagen 405,7 473,3 Hybridkapital 992,1 990,6 Gewinnrücklagen und andere Rücklagen 3.061,0 3.194,6 Eigenkapital der Anteilseigner des Mutterunternehmens 4.765,9 4.971,8 Nicht beherrschende Anteile 70,4 69,7 4.836,3 5.041,5B. Langfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten Pensionen und andere Arbeitnehmerverpflichtungen 852,9 848,8 Rückstellungen 131,3 126,1 Latente Steuern 204,0 216,5 Finanzverbindlichkeiten 1.970,6 2.007,8 3.158,8 3.199,2C. Kurzfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten Rückstellungen 631,1 560,7 Steuerschulden 78,8 57,5 Finanzverbindlichkeiten 1.799,2 1.531,6 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten 2.107,9 1.874,0 4.617,0 4.023,8Summe Passiva 12.612,1 12.264,5 Mio. EUR 25

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