Dekubitus Expertenstandard

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Der neue Expertenstandard:
Hilfen zur Umsetzung

Veröffentlicht in: Gesundheitswesen
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  • Teilzerstörung der Haut ( bis in die Dermis) , die als flaches, offenes Ulcus mit einem rot bis rosafarbenen Wundbett ohne Beläge in Erscheinung tritt. Kann sich auch als intakte oder offene/rupturierte, serumgefüllte Blase darstellen. Manifestiert sich als glänzendes oder trockenes, flaches Geschwür ohne nekrotisches Gewebe oder Bluterguss*. Diese Kategorie sollte nicht benutzt werden, um Gewebezerreißungen, verband- oder Pflasterbedingte Hautschädigungen, feuchtigkeitsbedingte Läsionen, Mazerationen oder Abschürfungen zu beschreiben.
    Achtung: Blutergüsse weisen auf eine tiefe Gewebsschädigung hin !

  • Zerstörung aller Hautschichten, subcutanes Fett kann sichtbar sein, jedoch keine Knochen , Muskeln oder Sehnen. Es kann ein Belag vorliegen, der jedoch nicht die Tiefe der Gewebeschädigung verschleiert. Es können Tunnel oder Unterminierungen vorliegen. Die Tiefe des Dekubitus Kategorie III variiert je nach anatomischer Lokalisation. Der Nasenrücken, das Ohr, der Hinterkopf und das Gehörknöchelchen haben kein subkutanes Gewebe, daher können Kategorie III Wunden dort auch sehr oberflächlich sein. Im Gegensatz dazu können an besonders adipösen Körperstellen extrem tiefe Kategorie III Wunden auftreten. Knochen und Sehnen sind nicht sichtbar oder tastbar.

  • echte Dekubiti“ sind nur Grad 3 und 4
    ( lt. Aktueller Definition)
    Die Zeitspanne zwischen der Schädigung und dem klinischen sichtbarem Bild eines Dekubitus kann Tage bis Wochen dauern
    Aus Grad 4 wird kein Grad 1 !?!
    Vermutete tiefe Gewebeschädigung- unbekannte Tiefe
    Violetter oder rötlichbrauner Bereich, umschriebener Bereich verfärbter intakter Haut oder blutgefüllte Blase aufgrund einer Schädigung des darunter liegenden Weichgewebes durch Druck oder Scherkräfte

  • Die Pflegefachkraft muss in der Lage sein, die Bewegungsunfähigkeit des Patienten zu erkennen und ihn in die Bewegungsabläufe mit einzubeziehen.
    Anwendung von verschiedenen Techniken ( Bobath-Kinästhetik) ist Voraussetzung um zusätzliche Haut- und Gewebeverletzungen zu vermeiden.
    Ausreichende Kenntnisse müssen vorhanden sein, die zu einem Freihalten der Körperzonen führen, welche die Eigenbewegungen des Betroffenen einleiten könnten.

    Alle zur Verfügung stehenden Möglichkeiten der Eigenbewegungen nutzen
    Bewegungsanalysen erstellen , um mit dem Patienten Eigenbewegungsmöglichkeiten zu entwickeln
    Anbieten von Mobilitätsreizen als Teil der Eigenbewegungsförderung
    Verwendete Lagerungshilfsmittel so einsetzten, dass die Eigenbewegung noch möglich ist
    Bewegungsförderung/ Druckentlastung müssen individuell bestimmt werden ( subjektive Äußerungen des Betroffenen stets mit einbeziehen)
  • Früher: Die PP leitet aufgrund der Risikoeinschätzung weitere Interventionen ein, die bspw. Die Erhaltung und Förderung der Gewebetoleranz betreffen und dokumentiert diese !Diese Handlungsebene wurde komplett gestrichen, da sich die Kriterien nicht evidend in Bezug auf eine Dekubitusentstehung belegen lassen !!!
    Die Pflegefachkraft
    ...verfügt über Fähigkeiten, sowie über Informations- und Schulungsmaterial zur Anleitung und Beratung des Patienten/Betroffenen und seiner Angehörigen zur Förderung der Bewegung des Patienten/Bewohners, zur Hautbeobachtung und zum Umgang mit druckverteilenden Hilfsmitteln und erläutert ihnen alles.
  • ...Die Einrichtung stellt sicher, dass alle an der Versorgung des Patienten/Bewohners Beteiligten den Zusammenhang von Kontinuität der Intervention und Erfolg der Dekubitusprophylaxe kennen und gewährleistet die Informationsweitergabe über die Dekubitusgefährdung an externe Beteiligte.
    Nur kontinuierliche Dekubitusprophylaxe ist wirksam
    Ein Dekubitus kann nur multidisziplinär verhindert werden
    Pflegefachkraft hat die Aufgabe alle an der Versorgung des Dekubitusbetroffenen beteiligten über die Pflegemaßnahmen zu informieren und sicherzustellen, dass diese auch kontinuierlich durchgeführt werden
  • Maßnahmen müssen regelmäßig auf Ihre Wirksamkeit hin überprüft werden
    Pflegefachkraft muss die Dekubitusgrade sicher von anderen Hautschäden unterscheiden können
    Regelmäßige Inspektion des Hautzustandes und Fingertest bei geröteten Körperstellen müssen durchgeführt werden
  • Dekubitus Expertenstandard

    1. 1. Dekubitus Muss man nicht haben Hartmut Vöhringer
    2. 2. Was ist ein Dekubitus? lokal begrenzte Schädigung der Haut und / oder des darunter liegenden Gewebes, in der Regel über knöchernen Vorsprüngen, infolge von Druck oder von Druck in Kombination mit Scherkräften ( EPUAP / NPUAP 2009) Dekubitus und Experten Hartmut Vöhringer 2
    3. 3. Grad 1 Dekubitus (Gefährdung) •Bleibende Rötung => Haut intakt •Auch nach Fingerdruck! •Vielleicht: –Schmerzempfindlich –Verhärtet –Weich –Wärmer –Kälter Dekubitus und Experten Hartmut Vöhringer 3
    4. 4. Grad 2 Dekubitus (Defekt) •Teilzerstörung der Hautschicht •Blase möglich •Kein Belag Centre of biomedical Technology and Physics, Medical University Vienna License: 4 Dekubitus und Experten Hartmut Vöhringer
    5. 5. Grad 3 Dekubitus (Defekt) Tiefe Zerstörung der Haut Belag der Wunde möglich Knochen sind noch nicht betroffen! 5 © Herbert Schwind/OKAPIA Dekubitus und Experten Hartmut Vöhringer
    6. 6. Dekubitusgrade Übersicht • Rötung / Veränderung der Haut • Obere Hautschicht geschädigt • Tiefe Hautzerstörung • Zerstörung „bis auf die Knochen“ Nanoxyde Dekubitus und Experten Hartmut Vöhringer 6
    7. 7. 7 Entstehung 1. Einwirkung von Druck 2. Schadensbild entsteht – Das Ausmaß des Schadens kann auch erst Tage oder Wochen später deutlich werden! • Man spricht eigentlich erst ab Grad 3 von Dekubitus Hartmut Vöhringer Dekubitus und Experten
    8. 8. Expertenstandard Dekubitus 1. Wissen: Dekubitus - Entstehung und Risiko 2. Bewegungsförderung (Lagern & Aktivieren) 3. Druckverteilende Hilfsmittel anwenden 4. Schulung und Beratung zum Dekubitus 5. Sektorenübergreifende Zusammenarbeit 6. Beurteilung der Prophylaxemaßnahmen Dekubitus und Experten Hartmut Vöhringer 8
    9. 9. Expertenstandard (Risiko) 1 • Wissen (Struktur) • Tun (Prozeß) • Ergebnis Pflege verfügt über aktuelles Wissen: Entstehung und Risiko Risikoeinschätzung zu Beginn, dann regelmäßig und bei Veränderungen Aktuelle systematische Einschätzung Dekubitus und Experten Hartmut Vöhringer 9
    10. 10. Neu • Einschätzung nicht durch Skalen (Braden) • Sondern systematisch durch Pflegefachkraft! – Bettlägerig oder nur sitzend – Veränderungen der Haut (Rot, trocken, feucht..) – Ernährungszustand - Durchblutungsprobleme – Alter und Gesundheit – Reibung und Scherkräfte – Empfindungsstörungen …. Dekubitus und Experten Hartmut Vöhringer 10
    11. 11. Expertenstandard (Bewegung) 2 • Wissen (Struktur) • Tun (Prozeß) • Ergebnis beherrscht haut- und gewebeschonende Bewegungs-, Lagerungs-und Transfertechniken Bewegungsplan, keine Scherkräfte, fördert Eigenbewegung Individueller Bewegungsplan Dekubitus und Experten Hartmut Vöhringer 11
    12. 12. Expertenstandard (Hilfsmittel) 3 • Wissen (Struktur) • Tun (Prozeß) • Ergebnis Geeignete Hilfsmittel sind bekannt, sofort zu-gänglich, Umgang klar Wenn keine Lagerung möglich oder ausreichend dann Hilfsmittel! Unverzüglich auf geeigneter Unterlage (Matratze), Dekubitus und Experten Hartmut Vöhringer 12
    13. 13. Expertenstandard (neu Beratung) 4 • Wissen (Struktur) • Tun (Prozeß) • Ergebnis Information und Informationsmaterial zu Dekubitus Erläutert Gefahr und Prävention, Evaluation dem Bewohner und Angehörigen Bewohner (Angehörige) wissen Bescheid und machen mit Dekubitus und Experten Hartmut Vöhringer 13
    14. 14. Expertenstandard (Zusammenarbeit) 5 • Wissen (Struktur) • Tun (Prozeß) • Ergebnis Alle sind über Wichtigkeit der kontinuierlichen Dekubitusprophylaxe informiert Alle an Versorgung Beteiligten werden informiert und einbezogen Gefährdung und Maßnahmen sind allen bekannt Dekubitus und Experten Hartmut Vöhringer 14
    15. 15. Expertenstandard (Beurteilung) 6 • Wissen (Struktur) • Tun (Prozeß) • Ergebnis Kompetenz: Wie wirksam sind Maßnahmen Hautzustand wird regelmäßig überprüft Pflegefachkraft stellt fest: Kein Dekubitus! Dekubitus und Experten Hartmut Vöhringer 15

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