18.04.2008




             THINK!DESK CHINA STANDPUNKT Nr. 23*
             „Chinas Stahlindustrie – Ein Gigant auf dem V...
2


frage nach niederen Qualitätsstufen bedienen          über die subventionierte Bereitstellung von
würde, hat sich in W...
3




Eine    derartige    Konsolidierungsbewegung             Insgesamt werden diese Strukturen die zu-
wäre sowohl aus m...
4


China Research & Consulting verfügt über 20        Haben Sie Anregungen, Kritik oder Fragen zu
                       ...
Nächste SlideShare
Wird geladen in …5
×

Chinas Stahlindustrie – Ein Gigant auf dem Vormarsch - THINK!DESK CHINA STANDPUNKT Nr. 23

1.155 Aufrufe

Veröffentlicht am

Das Der während der letzten Jahre zu beob-
achtende, geradezu atemberaubende Aufstieg der chinesischen Stahlindustrie hat Stahlproduzenten weltweit in Aufruhr versetzt. Innerhalb weniger Jahre hat sich China an die Spitze der globalen Stahlproduktion
gesetzt. In China wird heute mehr als ein Drittel (35%) der Weltstahlproduktion erzeugt. Bei Roheisen hält China mittlerweile sogar einen Anteil von 50% der globalen Produktion. Dabei ist das Wachstum der chinesischen Stahlerzeugung keinesfalls auf geringwertige
Produkte auf niedrigen Qualitätsstufen beschränkt. Das Gegenteil ist der Fall: Insbesondere technologieintensive Produktgruppen mit hoher Wertschöpfung verzeichnen
hohe Steigerungsraten! Egal ob rostfreier Stahl, feuerverzinkte Bleche oder nahtlos geschweißte Rohre, Chinas führende Hersteller rüsten mit Hochdruck auf. Mit Erfolg: Auch bei rostfreiem Stahl ist China bereits 2006
zum weltweit größten Produzenten aufgestiegen.

Veröffentlicht in: Business
0 Kommentare
0 Gefällt mir
Statistik
Notizen
  • Als Erste(r) kommentieren

  • Gehören Sie zu den Ersten, denen das gefällt!

Keine Downloads
Aufrufe
Aufrufe insgesamt
1.155
Auf SlideShare
0
Aus Einbettungen
0
Anzahl an Einbettungen
2
Aktionen
Geteilt
0
Downloads
4
Kommentare
0
Gefällt mir
0
Einbettungen 0
Keine Einbettungen

Keine Notizen für die Folie

Chinas Stahlindustrie – Ein Gigant auf dem Vormarsch - THINK!DESK CHINA STANDPUNKT Nr. 23

  1. 1. 18.04.2008 THINK!DESK CHINA STANDPUNKT Nr. 23* „Chinas Stahlindustrie – Ein Gigant auf dem Vormarsch“ Prof. Dr. Markus Taube und Peter Thomas in der Heiden Das Der während der letzten Jahre zu beob- balen Stahlmarkt grundlegend gewandelt. achtende, geradezu atemberaubende Auf- Während das Land noch bis 2004 ein Stahl- stieg der chinesischen Stahlindustrie hat importeur mit einem Netto-Einfuhrsaldo von Stahlproduzenten weltweit in Aufruhr ver- 13,8 Mio. Tonnen war, hatte es sich bereits setzt. Innerhalb weniger Jahre hat sich China 2006 zum weltgrößten Stahlexporteur entwi- an die Spitze der globalen Stahlproduktion ckelt. Im Jahr 2007 überstiegen dann sowohl gesetzt. In China wird heute mehr als ein Drit- die Gesamtexporte (62,6 Mio. Tonnen) als tel (35%) der Weltstahlproduktion erzeugt. auch die Netto-Exporte (55 Mio. Tonnen) chi- Bei Roheisen hält China mittlerweile sogar nesischer Stahlwerke die deutsche Jahres- einen Anteil von 50% der globalen Produkti- produktion (48 Mio. Tonnen). on. Dabei ist das Wachstum der chinesischen Stahlerzeugung keinesfalls auf geringwertige Chinas weltweite Stahlausfuhren haben sich Produkte auf niedrigen Qualitätsstufen be- zwischen 2000 und 2007 versechsfacht – die schränkt. Das Gegenteil ist der Fall: Insbe- in die Europäische Union sind sogar um das sondere technologieintensive Produktgrup- Zwanzigfache angewachsen. Und nicht nur pen mit hoher Wertschöpfung verzeichnen das: Der Anteil höherwertiger, technologiein- hohe Steigerungsraten! Egal ob rostfreier tensiver Produkte hat deutlich zugenommen, Stahl, feuerverzinkte Bleche oder nahtlos ge- während relativ einfach herzustellende Pro- schweißte Rohre, Chinas führende Hersteller dukte zurückgefahren worden sind. Gerade rüsten mit Hochdruck auf. Mit Erfolg: Auch für die chinesischen Exporte in die EU ist die- bei rostfreiem Stahl ist China bereits 2006 ser Trend besonders auffällig. Qualitativ zum weltweit größten Produzenten aufgestie- hochwertige Produkte dominieren die chinesi- gen. schen Ausfuhren. Die Vorstellung eines kom- plementären Handels, bei dem europäische Parallel zu dieser quantitativen und qualitati- Hersteller hochwertige Produkte nach China ven Ausweitung der Produktionskapazitäten liefern, während China die europäische Nach- hat sich auch die Rolle Chinas auf dem glo-
  2. 2. 2 frage nach niederen Qualitätsstufen bedienen über die subventionierte Bereitstellung von würde, hat sich in Wohlgefallen aufgelöst. Landnutzungsrechten, Strom und Wasser bis hin zu an F&E- oder Export-Aktivitäten aus- gerichteten Steuererleichterungen und nicht Angesichts dieser Zahlen kann es nicht ver- marktgerechten Kreditkonditionen stärken wundern, dass gerade die europäische Stahl- diese Unternehmen weit über ihre marktge- industrie mit mehr als gemischten Gefühlen mäße Leistungskraft hinaus. Die gegenwärtig nach China schaut. Bevor jedoch ein Abge- seitens der USA und Europas vor der WTO sang auf die europäische Stahlindustrie an- angestrengten Klagen gegen chinesische gestimmt wird, lohnt sich ein genauerer Blick Stahlhersteller sind wohl fundiert. auf die inneren Strukturen der chinesischen Stahlindustrie und ihre faktische Leistungsfä- higkeit. Wie die aktuelle THINK!DESK CHINA STU- DIE „Chinas Stahlindustrie: Ein Gigant auf dem Vormarsch. Entwicklung und Wettbe- Nicht wegzuleugnen ist die Tatsache, dass werbsfähigkeit der chinesischen Stahlindus- die führenden chinesischen Stahlkonzerne – trie“ verdeutlicht, ist die chinesische Stahlin- mit Baosteel an der Spitze – bereits heute in dustrie auch jenseits ihrer aus wettbewerbs- der gleichen Liga wie die bislang den Welt- politischer Sicht zweifelhaften Ausrichtung mit markt dominierenden OECD-Stahlkonzerne schwerwiegenden Strukturproblemen belas- spielen. Diese Konzerne verfügen mittlerweile tet. Leitmotivisch findet sich dabei eine duale nicht nur über erstklassige Produktionsanla- Struktur, die Chinas Stahlunternehmungen gen (oft made in Germany) und Infrastruk- auf zwei Welten aufteilt. tureinrichtungen, sie besitzen auch eine mehr als hinreichende Größe, um substantielle Synergien zu entfalten und verfügen über Die Gesamtzahl der Stahlwerke in China wird starke eigene Forschungs- & Entwicklungska- auf über 1000 geschätzt, wobei einer kleinen pazitäten. Gruppe leistungsstarker und international auf- gestellter Stahlkonzerne eine große Zahl klei- nerer und technologisch weit abgeschlagener Aber letztlich gilt auch hier die alte Weisheit Unternehmungen gegenübersteht. Obwohl „wo Licht ist, herrscht auch Schatten“ – und die 94 größeren Stahlunternehmen in 2007 zwar nicht zu knapp. Denn letztlich muss 81% aller Nachsteuergewinne der Industrie auch bei Chinas führenden Stahlkonzernen einfahren konnte und die Masse der kleineren konstatiert werden, dass ihre derzeit auf den Akteure kaum rentabel arbeitet, kommt ein Weltmarkt projizierte Wettbewerbsfähigkeit Konsolidierungsprozess im Sinne einer Redu- nur zum Teil auf eigener Klasse beruht. Di- zierung der im Markt aktiven Akteure nicht verse staatliche Fördermaßnahmen von der recht in Gang. bevorzugten industriepolitischen Behandlung – © 2008 THINK!DESK China Research & Consulting
  3. 3. 3 Eine derartige Konsolidierungsbewegung Insgesamt werden diese Strukturen die zu- wäre sowohl aus marktlicher als auch indus- künftige Entwicklung der chinesischen Stahl- triepolitischer Perspektive sinnvoll. Sie schei- industrie hemmen. Für Europas Unterneh- tert aber an einem doppelten Markt- plus Poli- men ist wichtig, dass es letztlich nicht ein chi- tikversagen. Ein marktgetriebener Konsolidie- nesischer Stahlgigant ist, der plötzlich auf der rungsprozess scheitert an einem starken lo- Weltbühne erschienen ist, sondern dass fak- kalpolitischen Protektionismus, der in den tisch nur eine Handvoll chinesischer Stahl- letzten Jahren z.B. zahlreiche provinz- und konzerne die etablierten Weltmarkt- und Oli- auch kreisübergreifende M&A-Transaktionen gopolstrukturen herausfordert. Mit diesen Un- verhindert hat. Gleichermaßen kommen auch ternehmen wird man sich allerdings sehr wohl industriepolitische Initiativen Beijings, die ver- auseinandersetzen müssen. suchen, Betriebsschließungen bzw. -zusam- menführungen durch (oftmals mit Umwelt- * Dieser THINK!DESK CHINA STANDPUNKT schutzargumenten versehene) technologi- erschien zuerst in der Fachzeitschrift sche Auflagen voranzutreiben, nicht gegen ChinaContact Ausgabe 04/2008. lokale Interessen an. Offener Widerstand und die Nichtverfolgung zentraler Vorgaben auf der lokalen Ebene waren in jüngster Zeit im- mer wieder zu beobachten. Beijing hat dem bislang wenig entgegensetzen können. THINK!DESK China Research & Consul- ting ist spezialisiert auf die Beratung von Un- ternehmen, die einen Marktzutritt in China Im Ergebnis befindet sich Chinas Stahlindus- planen oder bereits seit vielen Jahren im trie derzeit in einem paradoxen Zustand: lo- „Reich der Mitte“ tätig sind und Möglichkeiten kalpolitisch überreguliert und gesamtwirt- für einen Marktausbau suchen. Darüber hin- schaftlich unterreguliert gelingt es nicht, gra- aus führt THINK!DESK China Research & vierende Strukturprobleme zu überwinden. In Consulting im Auftrag Branchen- und Indus- der chinesischen Stahlindustrie existieren triestudien durch, erstellt Prognosen und Sze- derzeit massive Überkapazitäten in Höhe von narioanalysen zu ökonomischen und politi- 100-150 Mio. Tonnen (auch in China kennt schen Trends in China sowie gesamtwirt- niemand den genauen Wert), die dazu beitra- schaftliche China-Analysen. Das erklärte Ziel gen, dass das Preisniveau für Stahlprodukte von THINK!DESK China Research & Consul- auf dem chinesischen Binnenmarkt deutlich ting ist es, seine Kunden sowohl mit fundier- unter den Weltmarktpreisen liegt (z.T. bis zu ter und erprobter Beratung als auch streng 40%) und somit die Profitabilität der Branche praxisorientierter Wissenschaft zu unterstüt- insgesamt untergräbt. zen. Das deutsche Team von THINK!DESK – © 2008 THINK!DESK China Research & Consulting
  4. 4. 4 China Research & Consulting verfügt über 20 Haben Sie Anregungen, Kritik oder Fragen zu unserem aktuellen Standpunkt? Jahre Erfahrung in chinabezogenen Bera- Unsere Autoren stehen Ihnen gerne zur tungs- und Forschungsprojekten. Ein entspre- Verfügung! chend intensiver Zugang besteht u.a. zu chi- nesischen Regierungseinrichtungen, Liefe- ranten von monatsaktuellen Industrie- und THINK!DESK Branchendaten sowie Experten vor Ort. In China Research & Consulting Shanghai verfügen wir über ein erprobtes deutsch-chinesisches Partner-Team. Auch Prof. Dr. Markus Taube unsere nicht-chinesischen Mitarbeiter spre- 0176 - 21 603 441 chen die Landessprache mitunter verhand- taube@thinkdesk.de lungssicher. Ausführliche Informationen zu THINK!DESK China Research & Consulting sowie eine Reihe von kostenlosen Publikatio- nen erhalten Sie auf unserer Website unter www.thinkdesk.de – © 2008 THINK!DESK China Research & Consulting

×