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■ Juan Carlos Duarte aus Santiago, Chile                                                                                  ...
■ Diego Rosende aus Tenerife, Spanien                                                                                     ...
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  1. 1. Feature Special Transmission ModesErschwerter Empfangfür DXer - die Tricks derSendeanstaltenThomas HaringWer Informationen über Satellit überträgtmuss damit rechnen, dass diese imgesamten Sendegebiet des Satelliten auchempfangen werden können. Beim DTH(Direct To Home) TV- und Radioempfangist das natürlich erwünscht, schließlichwird hier ein für den Endverbraucheraufbereitetes Programm übertragen, dasmöglichst viele Zuseher erreichen soll.Um dieses Programm aber zur Verfügungstellen zu können, ist es oftmals nötig,dass TV-Anstalten auch untereinanderSignale übertragen; in der Fachsprachewerden diese Sendungen Feeds genannt.Ein Feed kann z.B. die Übertragung einesBaseballspiels aus den USA nach Europasein, oder der Bericht eines Reporters livevom Geschehen einer Naturkatastrophe. ■ Erst eine drehbare Satellitenantenne ermöglicht den Feedempfang ■ SCPC Empfang mit nur 1.6 Ms/s ■ Eine in Europa übliche Multifeed Empfangsanlage für die Satelliten ASTRA 19.2° Ost und HOTBIRD 13° Ost. Mit ihr können keine Feeds empfangen werden156 TELE-satellite International — The World‘s Largest Digital TV Trade Magazine — 09-10/2012 — www.TELE-satellite.com
  2. 2. ■ Übersicht der Feedübertragungen des heutigen Tages In beiden Fällen sind die Fernsehan-stalten wenig darin interessiert, dassihre Zuseher das Rohmaterial empfan- ■ Gleich geht‘s los und die Feedübertragung startetgen können, schließlich möchte man dasfertig produzierte Programm inklusiveWerbung an den Mann bringen. Nichtohne Grund bedient man sich deshalbbei der Übertragung von Studio zu Studiobzw. von TV-Anstalt zu TV-Anstalt oftterrestrischer Glasfaserverbindungen,die nur dem gewünschten Verbindungs-partner Zugriff auf das zu übertragendeMaterial gestatten. Glücklicherweise, zumindest für unsSatelliten-DXer, sind aber meist jeneFeeds am interessantesten, bei denenvor Ort kein Glasfasernetzwerk zurVerfügung steht und die Verbindungzwischen Übertragungswagen und TV-Anstalt daher über Satellit erfolgenmuss. Allerdings bedienen sich auch hierdie TV-Anstalten so manches techni-schen Kniffes, damit die Zahl der unge-betenen Zaungäste überschaubar bleibt.Im folgenden möchten wir Ihnen diewichtigsten Möglichkeiten nennen, mitdenen die Sendeanstalten ungewünschteZuschauer fernhalten wollen: ■ MPEG 4:2:2 Feed aus dem deutschen Bundestag. Mit einem handelsüblichen Digitalreceiver wäre dieser Feed nicht darstellbar. Erst der PC und eine entsprechende Software zaubern ein Signal auf den Bildschirm. Verschlüsselung Der effektivste Schutz, um eine Über-tragung nicht öffentlich einsehbar zumachen, ist die Verschlüsselung. Wenndie Übertragung von Studio zu Studioerfolgt, ist es auch kein Problem, diesezu realisieren. Etwas schwieriger wirdes, wenn ein mobiler Übertragungswa-gen zum Einsatz kommt. Der hat zwarje nach Ausstattung meist die notwen-dige Verschlüsselungshardware an Bord,allerdings bedeutet das Einrichten derVerschlüsselung einen nicht zu unter-schätzenden Mehraufwand, der geradebei Live Berichterstattungen von unvor-hergesehenen Ereignissen zum Zeitpro-blem werden kann. In der Regel kommenbei Feedübertragungen direkt adressier-bare Verschlüsselungssysteme wie z.B.PowerVu oder BISS zum Einsatz. Geradeletzteres zeichnet sich durch ein fixesCodewort aus, das von Seiten des Sen-ders festgelegt und dann dem Empfängerz.B. telefonisch mitgeteilt wird. Selbstwenn sich jemand größte Mühe gibt, das ■ Fashion TV über den ABS1 75° Ost mit einer FEC von 7/8.158 TELE-satellite International — The World‘s Largest Digital TV Trade Magazine — 09-10/2012 — www.TELE-satellite.com
  3. 3. Bekannte Feedhunter Codewort mittels BruteForce zu erraten, so reicht in den allermeisten Fällen die digitale Videosignale verwendet wird, anders, denn es wird zwischen horizon- aus aller relativ kurze Zeit einer Feedübertragung nicht aus, um alle möglichen Kombinati- taler und vertikaler Farbunterabtastung unterschieden. Die Abtastung in horizon- Welt onen zu testen. Immerhin sprechen wir taler Richtung ist nur halb so groß wie hier von 16 hexadezimalen Zeichen. die in vertikaler Richtung, doch durch das bei der analogen Fernsehnorm NTSC Handelt es sich um eine medienrecht- bzw. PAL übliche Zeilensprungverfahren lich relevante Feedübertragung (z.B. von ist die Farbauflösung in beiden Raum-■ Applesat aus Beijing, China einem Rockkonzert, dessen Rechtever- richtungen identisch. Um solche Signale wertung genau geklärt ist), so werden korrekt darstellen zu können, werden sich die TV-Anstalten peinlichst genau eigens dafür gebaute Receiver benötigt. darum bemühen, für eine entsprechende Sie sind, da für den professionellen Markt Verschlüsselung zu sorgen. Bei weniger entwickelt, sehr teuer und damit für den heiklen Inhalten genügen oft auch nicht Normalverbraucher nicht erschwinglich. ganz so drastische Maßnahmen, die aber Allerdings verfügen die meisten moder- zum Ausschluss einer breiten Masse an nen Linux Receiver über die Möglichkeit, Zusehern beinahe ebenso effektiv sind. TV Signale per Netzwerkanschluss live auf den PC zu streamen. Dort können Wahl des Satelliten dann Softwaredecoder, die kostenlos oder gegen geringe Gebühr im Internet Wenn ein TV-Anbieter einen populä- erhältlich sind, die Darstellung von MPEG ren DTH Satelliten zur Feedübertragung 4:2:2 Signalen übernehmen und ermög- wählt, so darf er sich nicht über jede lichen somit dem geübten DXer, in den Menge Zaungäste wundern. Und warum Genuss dieser Signale zu kommen. sollte er auch solch einen Satelliten■ Feedhunter Rini aus wählen? Die Preise für Übertragungs- kapazitäten z.B. auf den in Europa sehr Niedrige Symbolrate Amsterdam, Niederlande beliebten Positionen ASTRA 19.2° Ost Ein weiterer sehr beliebter Kniff, um oder HOTBIRD 13° Ost sind exorbitant TV Programme nicht für jedermann emp- hoch und es stehen Dutzende andere fangbar zu machen, ist die Verwendung Satelliten auf weniger bekannten Posi- einer geringen Symbolrate. Fast alle tionen bereit. Sie bieten nicht nur den am Markt befindlichen DVB-S Digitalre- Vorteil, dass die Übertragungskosten ceiver sind für Symbolraten zwischen 2 weitaus geringer sind, sondern sind auch und 45 MS/s ausgelegt. Die Symbolrate von 99% aller Besitzer einer Satelliten- gibt die Anzahl der Zustandsänderungen antenne überhaupt nicht empfangbar. des Trägersignals pro Sekunde an, hat Beliebte und bekannte Feedpositionen aber nichts mit der Bitrate zu tun, die in Europa sind z.B. der EUTELSAT W2 die Menge der zu übertragenden Bits pro auf 16° Ost, der EUTELSAT W3A auf 7° Sekunde angibt und die somit ein Maß- Ost, der EUTELSAT W1 auf 10° Ost oder stab für die Bildqualität eines Senders in Richtung Nordamerika der TELSTAR ist. Sehr wohl hängen aber beide Werte 12 auf 15° West, der ATLANTIC BIRD 1 in gewisser Weise zusammen, denn je auf 12.5° West und ganz im Westen der geringer die Symbolrate, desto weni- PAS3R auf 43° West. Wer nicht gerade ger Informationen können übertragen eine motorgesteuerte Antenne oder eine werden und dementsprechend geringer■ Roy Carman aus Multifeedanlage sein eigen nennt, hat muss auch die verwendete Bitrate sein. London, England keine Chance, diese Satellitenpositionen Für die TV-Sender ist die Verwendung zu empfangen. einer geringen Symbolrate zur Feedü- MPEG 4:2:2 bertragung also quasi ein Spagat. Auf der einen Seite zwischen niedriger Sym- Mit Hilfe einer veränderten Farbun- bolrate, um unerwünschte Zuseher aus- terabtastung versuchen die TV-Sender zusperren, aber auf der anderen Seite schon seit vielen Jahren, ungebetene darf diese nicht zu gering sein, da sonst Zuseher von ihren Übertragungen aus- die Bildqualität darunter leiden würde. zuschließen. Beim digitalen TV-Emp- In der Regel kommen daher Symbolra- fang über Satellit kommt gewöhnlich das ten zwischen 5000 und 6000 Ks/s zum 4:2:0 Verfahren zum Einsatz. Es weist in Einsatz. Dies schließt bereits eine große beiden Raumrichtungen eine identische Anzahl an DTH Satellitenempfänger aus, Farbabtastung auf, so wie sie auch bei ermöglicht aber andererseits noch die komprimierten Bildern im Format JPEG Übertragung eines TV Signals in sehr zum Einsatz kommt. Bei MPEG 4:2:2 hin- guter Qualität. gegen ist diese Farbunterabtastung, die ursprünglich aus den analogen Farbfern- Natürlich gibt es in diesem Bereich aber sehstandard NTSC entstanden ist und auch Extrembeispiele, so z.B. die Signal- im Rahmen der Norm ITU-R BT 601 für zuführungen einiger italienischer Sender 160 TELE-satellite International — The World‘s Largest Digital TV Trade Magazine — 09-10/2012 — www.TELE-satellite.com
  4. 4. ■ Juan Carlos Duarte aus Santiago, Chile auf dem NSS7 22° West oder einiger internationaler Sender auf dem EUTEL- SAT SEASAT 36° Ost. Diese verwenden Symbolraten weit unter 2000 KS/s und sind daher mit den meisten Receivern kaum zu empfangen. Natürlich stellt sich jetzt die Frage, weshalb etliche Receiver ein Problem mit geringen Symbolraten haben und andere wiederum nicht? Das liegt hauptsächlich an der Qualität des Tuners und der Feinabstimmung in der Software. Beim Empfang eines Trans- ponders mit extrem niedriger Symbol- rate muss die Bandbreite entsprechend der Symbolrate exakt reduziert werden, um einen geringeren Rauschpegel und dadurch ein optimales C/N (Carrier to Noise Ratio) zu erhalten, während die■ Ingo Salomon aus Johannesburg, Südafrika Frequenz immer exakter eingehalten werden sollte, um ein stabiles Signal erzeugen zu können. Viele Hersteller sparen in diesem Bereich sowohl an der Hardware als auch am Feintuning der Software. Vorwurf kann man ihnen daraus jedoch keinen machen, immerhin weisen fast alle in den technischen Spe- zifikationen darauf hin, dass der Emp- fang erst ab mindestens 2 MS/s oder mehr möglich ist. Niedrige FEC Wenn für eine Feedübertragung ein Transponder mit entsprechend großer Kapazität benötigt wird und ein Redu- zieren der Symbolrate daher nicht in Betracht kommt, so besteht für die Sendeanstalten die Möglichkeit, unge- betene Zaungäste mit einer niedrigen FEC zu ärgern. Die FEC (Forward Error Correction) ist ein mathematisches Kor- rekturverfahren, mit dessen Hilfe Ver- luste bei der Signalübertragung über Satellit ausgeglichen werden. Gäbe es dieses Verfahren nicht, wäre kaum ein stabiler Signalempfang über Satellit■ Vincent Witjhun aus Pontianak, Indonesien möglich und wenn, dann nur mit sehr großen Antennendurchmessern. Die FEC N/M gibt an, für wie viele N Netto- Bits M Brutto-Bits aufgewendet werden müssen. Bei einer FEC von 1/2 bedeu- tet das also, dass zur Übertragung eines Bits zwei Bits notwendig sind, bei 3/4 sind es für 3 Bits 4 Bits usw. Je höher die Werte, desto geringer sind die Mög- lichkeiten, das Signal mathematisch zu korrigieren. Sendet man also mit einer FEC von 7/8, so sind die Korrekturmög- lichkeiten schon derart gering, dass nur mehr Benutzer mit entsprechend großer Antenne das Signal störungsfrei empfan- gen können. Auf diese Weise lässt sich anhand der FEC bestimmen, wie groß der Antennendurchmesser zum Empfang sein muss. Auf einem Transponder kann so mittels der FEC gesteuert werden, ob der Empfang leicht z.B. mit einer FEC 162 TELE-satellite International — The World‘s Largest Digital TV Trade Magazine — 09-10/2012 — www.TELE-satellite.com
  5. 5. ■ Diego Rosende aus Tenerife, Spanien von 1/2 oder schwer z.B. mit einer FEC von 7/8 möglich ist. Mit dem neuen DVB- S2 Standard wurden übrigens weitere FEC Modi wie z.B. 2/3, 3/5, 4/5, 8/9 oder 9/10 eingeführt. Nahe nebeneinander liegende Transponder Die vom Endverbraucher im Receiver eingegebenen Empfangsparameter stel- len einen Mittelwert dar. So ist z.B. ein Transponder mit der Frequenz 12600 MHz in aller Regel nicht genau auf dieser Frequenz zu empfangen, sondern bedingt durch die Verkabelung und vor allem die Frequenzumsetzung des LNBs liegt der optimale Werte bei z.B. 12598 MHz. Digitale Satellitenreceiver sind daher ■ Satheesan Puzhakkara aus Thiruvananthapuram, Indien so gebaut, dass sie den optimalen Wert erkennen und sich entsprechend darauf einstellen. Bei leistungsstarken Trans- pondern, die in entsprechend großem Abstand zueinander senden, ist das nicht weiter problematisch, doch wenn SCPC Transponder mit identischer oder ähnli- cher Symbolrate sehr nahe nebeneinan- der liegen und einer von beiden zudem ein deutlich stärkeres Signal überträgt, so sind die allermeisten Receiver ver- sucht, diesen Transponder zu locken und den schwächeren Transponder zu igno- rieren. Dazu kommt, dass die allerwenigs- ten Receiver im Privatanwenderbereich heute noch die Möglichkeit bieten, die Empfangsbandbreite einzuschränken und daher den Receiver zu zwingen, nur aus einem ganz engen Bereich um die eigene Frequenz zu wählen. Die Folge ist, dass sich auf diese Weise einzelne Transponder relativ leicht hinter anderen „verstecken“ lassen. Wer möchte, kann die diesbezüglichen Fähigkeiten seines Receivers testen und versuchen, die Sender zwischen 11619 MHz und 11645 MHz in horizontaler Polarisation auf dem NSS7 22° West zu empfangen. Gleiches gilt für die Sender im Bereich 12507 MHz bis 12655 MHz auf dem EUTELSAT SEASAT 36° Ost. Auch dort beisst sich so mancher Receiver die Zähne aus. Sie sehen also, dass es eine Menge Tricks gibt, mit denen die TV-Anstalten auch ganz ohne Verschlüsselung den Normalverbraucher am Feedempfang hindern können. Wer aber die Tricks kennt, der kann sich darauf einstellen und entsprechend geeignete Hardware verwenden. Wir von der TELE-Satellit weisen in allen Testberichten darauf hin, wie gut oder schlecht ein Receiver für■ Ron Roessl aus New York, USA den SCPC Empfang geeignet ist und wie sensibel sein Tuner auf schwache Signale reagiert. 164 TELE-satellite International — The World‘s Largest Digital TV Trade Magazine — 09-10/2012 — www.TELE-satellite.com

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