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aus Schweden, Japan, Frankreich. Komischerweise bin ich in meinen jungen Jahren ein wichtiger
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Ein Thema in dem Film handelt davon, was wichtiger ist im Leben: Liebe, Wissen oder Ruhm. Wie ist
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"Filmemachen ist wie unglücklich verliebt zu sein"

  1. 1. "Filmemachen ist wie unglücklich verliebt zu sein" Ist endlich in seiner Jugend angekommen: Francis Ford Coppola© Natacha Pisarenko/AP "Jugend ohne Jugend" ist ihr erster Film nach zehn Jahren Abwesenheit. Wieso hat es so lange gedauert? Diese lange Zeit war nicht geplant. Ich wollte einfach keine "Programm"-Filme mehr machen, sondern etwas Originelles drehen. Ich habe versucht herauszufinden, wo ich hingehöre, wo mein Platz ist. Ich habe zuvor lange hart an meinem Projekt "Megalopolis" gearbeitet, das ich selbst geschrieben habe und mich viel Geld gekostet hat. Dieser Prozess war wie unglücklich verliebt zu sein. Um wieder eine Romanze in meinem Leben zu bekommen, habe ich mich auf die Geschichte des rumänischen Autoren Mircea Eliade "Jugend ohne Jugend" eingelassen. Warum ist aus "Megalopolis" nichts geworden? Von all den berühmten Filmemachern wie Martin Scorsese oder mich kann keiner die Filme drehen, die wir gerne machen würden (lacht). Wir alle müssen den Film machen, der für das Studio Geld bringt. Stephen Spielberg ist der einzige der jeden Film drehen kann, den er will. Aber auch nur weil es Filme helikopter filmaufnahmen sind, die das Publikum liebt. In meinem Fall finanziere ich nun meine Filme selbst auf dem Budget-Level von "Jugend ohne Jugend". Ich habe nicht mehr die Zeit, bei Leuten mit einem Sack voll Geld betteln zu gehen. Es ist für mich leichter, meinen Sack Geld selber zu machen. Was hat Sie an der Story von "Jugend ohne Jugend" fasziniert? Es ist die Geschichte von einem Mann in meinem Alter, der immer jünger wird. Ich wollte mich schon immer inspirieren lassen von den Filmen, die ich als 18-Jähriger gesehen habe - Filme
  2. 2. aus Schweden, Japan, Frankreich. Komischerweise bin ich in meinen jungen Jahren ein wichtiger Studio-Regisseur geworden. In Eliades Geschichte sah ich meine Chance, einen Film zu machen, wie ich ihn gerne als 18-Jähriger gemacht hätte. Diese neue Phase in meiner Karriere gibt mir die Chance, wieder ein junger Filmemacher zu sein. Ich möchte jedes Jahr einen Film drehen. Persönliche Geschichten. Es macht mich glücklich, dass ich meine junge Karriere in meinem jetzigen Alter habe, und meine alte Karriere als ich noch jung war (lacht). Sie haben den Film mit Bruno Ganz und Alexandra Maria Lara besetzt. Wie sind Sie auf diese Darsteller gekommen? Andre Hennicke gehört auch dazu. Ich war zwar mit Bruno Ganz vertraut, aber als ich ihn in "Der Untergang" als Hitler gesehen habe und Alexandra als seine Sekretärin, stand für mich die Besetzung fest. Bruno Ganz ist brillant. Alexandra Maria Lara fand ich erfrischend und schön. Als Schauspielerin kann man ihr vom Gesicht ablesen, was sie fühlt. Ihr Gesicht ist transparent. Andre Hennicke habe ich in einem anderen Film gesehen, wo er einen Serienmörder spielte und ich war inspiriert von ihm. Sie sind seit über 40 Jahren verheiratet. Was für einen Einfluss hat Ihre Frau Eleonor auf Sie? Ich habe meine Frau in diesen Jahren nie 100 Prozent verstanden. Sie ist mysteriös. Eleonor ist irischer Abstammung, eine sehr ruhige Person mit wenigen Worten. Ich dagegen bin sehr emotional und zerbreche Dinge. Ihre praktische Art tut mir gut, auch dass sie nicht auf alle meine Probleme eingeht. Ich hatte nie ihre volle Aufmerksamkeit. Vielleicht ist das der Grund, warum man so lange mit der gleichen Frau zusammen bleibt, wenn man sie nicht vollkommen konsumiert. Sie ist intelligent, interessant, kreativ und ich werde nie aufgeben, sie verstehen zu lernen. Wir haben das Glück, wunderbare Kinder und mittlerweile Enkelkinder zu haben. Sofias Töchterchen Romy ist 18 Monate alt, Französin und hat blaue Augen. Giancarla ist 21 und ich habe vielleicht die Chance, eines Tages Ur-Großvater zu werden. Das wäre eine große Ehre für mich. Wir sind eine sehr starke und traditionelle Familie. Mein einziger Herzensschmerz ist, dass wir so weit voneinander entfernt leben und uns leider nicht so oft sehen, wie ich es gerne hätte. Sofia lebt in Paris und mein Sohn Roman in Los Angeles. Sie leben in Napa Valley auf Ihrem Weingut, mit dem Sie extrem erfolgreich sind und mit dem Sie Ihre und zum Teil auch die Filme Ihrer Tochter finanzieren. Was ist Ihr Lieblings-Wein? Sie sind für mich wie Kinder (lacht). Liebe ich Sofia oder Roman mehr? Ich weiß es nicht. Haben Sie jemals von einem Wein namens Edizione Pennino gehört? Der wurde in diesem Jahr mit einer Note von 95 ausgezeichnet, was unglaublich hoch ist, weil es eben kein Cabernet ist. Das ist einer meiner Lieblingsweine, wenn ich in der richtigen Stimmung bin. Er ist nach meinem Großvater Francesco Pennino benannt. Ich finde es nicht gut, wenn Weine so teuer wie unser "Rubicon" wird, der über 100 Dollar kostet. Ich mag es, wenn Leute unsere Weine trinken und den Pennino kann sich jeder leisten. Welcher Ihrer Filme steht Ihnen am nächsten? "Apocalypse Now" war meine dramatischste, persönlichste Erfahrung, weil ich nicht nur mein ganzes Vermögen damit riskierte. "The Conversation" liebe ich, weil ich ihn selbst geschrieben und Regie geführt habe. "One for the heart" bedeutet mir viel, weil ich damals als erster den ganzen Film digital gedreht habe und dafür im Studio Las Vegas nachgebaut habe.
  3. 3. Ein Thema in dem Film handelt davon, was wichtiger ist im Leben: Liebe, Wissen oder Ruhm. Wie ist es bei Ihnen persönlich? Am Ende der Dreharbeiten hörte ich einen Rumänen sagen, dass Dominic, der Hauptdarsteller, wie ein Obdachloser sterben würde - alleine im Schnee. Ich bin der Meinung, dass es keine Rolle spielt, ob wir bei unserem Tod alleine sind oder Menschen um uns herum haben. Was den Unterschied macht, ist, ob man in seinem Leben geliebt hat oder geliebt wurde. Deswegen habe ich mich entschieden, dass der Hauptdarsteller mit einer Rose in der Hand, von der Frau die er liebte, stirbt. Was mich betrifft werde ich, wenn ich dem Tod nahe bin, daran denken, was ich für ein interessantes Leben geführt habe, ein wunderbares Leben. Ich habe alles erlebt, was einen Menschen ausmacht. Dazu gehört auch Tragik. Ich habe einen interessanten Beruf, eine wunderbare Frau und großartige Kinder - sie arbeiten in einem Gewerbe, das ich sehr liebe: dem Weingewerbe... Und während ich all das aufzähle, sterbe ich, ohne mir des Todes bewusst zu sein. Interview: Frances Schoenberger http://www.stern.de/kultur/film/interview-francis-ford-coppola-filmemachen-ist-wie-ungluecklich-verli ebt-zu-sein-626776.html

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