Zweiwöchentliche Nachrichten aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft der                                              Chi...
2Heuer jährt sich zum zwanzigsten Mal das Treffen, das im Jahr 1992 in Hongkong abgehaltenworden war zwischen der festland...
3                                        WirtschaftEngere wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen Taiwan und EUDie Wirtsch...
4Die Statistiken der Regierung haben gezeigt, dass die EU der viertgrößte WirtschaftspartnerTaiwans ist. Im vergangenen Ja...
5                                        GesellschaftMehr Geld für PensionäreDie Regulierungen der Pensionsbezüge von Beam...
6Bei dem Treffen der führenden Politiker der drei Regierungsbereiche seien Entscheidungengetroffen worden über die Verteil...
7geringe Menge an Informationen verarbeiten. Wenn man versucht alles auf einmal zu pauken,wird nicht viel davon hängen ble...
8aufs Beste, die Ebenen von Traum, Imagination und Wirklichkeit kunstvoll miteinander zuverbinden, wie es auch schon Yann ...
Nächste SlideShare
Wird geladen in …5
×

Taiwan Aktuell #558 30.11.2012

1.472 Aufrufe

Veröffentlicht am

* Präsident Ma bekräftigt den ’Konsens von 1992’
* Engere wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen Taiwan und EU
* Neue Regeln für Pensionäre
* Schüler sollen weniger lernen

0 Kommentare
0 Gefällt mir
Statistik
Notizen
  • Als Erste(r) kommentieren

  • Gehören Sie zu den Ersten, denen das gefällt!

Keine Downloads
Aufrufe
Aufrufe insgesamt
1.472
Auf SlideShare
0
Aus Einbettungen
0
Anzahl an Einbettungen
694
Aktionen
Geteilt
0
Downloads
1
Kommentare
0
Gefällt mir
0
Einbettungen 0
Keine Einbettungen

Keine Notizen für die Folie

Taiwan Aktuell #558 30.11.2012

  1. 1. Zweiwöchentliche Nachrichten aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft der Chi Republik China Herausgeber: Karl C.Y. Cheng, Chefredakteur: Bo-Sung Hsu Redaktion: Helga Doppler Taipeh Vertretung in der Bundesrepublik Deutschland, Büro München - Presseabteilung Sonnenstraße 25, 80331 München, Tel: 089-271 19 58, Fax: 271 32 02 Email:helga.doppler@gmx.net, Internet: www.taiwanembassy.org.de Präsident Ma bekräftigt den ’Konsens von 1992’ Engere wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen Taiwan und EU Mehr Geld für Pensionäre Schüler sollen weniger lernen Politik Präsident Ma bekräftigt den ’Konsens von 1992’ Der sogenannte “Konsens von 1992“ sei eine historische Tatsache, und dazu gebe es verbriefte Beweise, hat Präsident Ma Ying-jeou am Freitag, den 09. November 2012, erklärt. Er fügte hinzu, auch der frühere Staatspräsident Festlandchinas Hu Jintao habe im Rahmen seiner Rede bei der Eröffnungsfeier zum 18. Nationalkongress der Kommunistischen Partei Chinas vom ’Konsens von 1992’ gesprochen. Damit habe Hu die Bedeutung des Konsens als Richtlinie in den Beziehungen über die Taiwan-Straße unterstrichen.Nr. 558 30.11.2012 21. Jahrgang ISSN 0945-618X
  2. 2. 2Heuer jährt sich zum zwanzigsten Mal das Treffen, das im Jahr 1992 in Hongkong abgehaltenworden war zwischen der festlandchinesischen Gesellschaft für Beziehungen über die Taiwan-Straße (ARATS) und der Stiftung für den Austausch über die Taiwan-Straße (SEF) aus Taiwan.Während dieser Zusammenkunft, so heißt es, sollen sich die Beteiligten auf den Konsensgeeinigt haben.Präsident Ma hat erneut bekräftigt, dass der Konsens nicht allein eine historische Tatsache ist,sondern, dass er auch die Grundlage bildet für den Austausch über die Taiwan-Straße sowieder Schlüssel ist für die friedliche Entwicklung zwischen dem Festland und Taiwan.Daneben erklärte Ma, dass seinerzeit der Rat für Nationale Wiedervereinigung, dessen Vorsitzder damalige Präsident Lee Teng-hui innehatte, eine Resolution erarbeitet hatte zur “Bedeutungdes ’einen China’“. Der Inhalt der Resolution habe der Darstellung der SEF entsprochen, dass“beide Seiten an der Taiwan-Straße dahingehend übereinstimmen, dass es nur ein China gibt“.“Dennoch vertreten beiden Seiten an der Taiwan-Straße eine von einander abweichendeMeinung darüber, was das ’eine China’ bedeutet. Für Taipeh bedeutet ’ein China’ die RepublikChina, die im Jahr 1911 gegründet worden ist und die de jure die Souveränität über ganz Chinainne hat. Zum jetzigen Zeitpunkt erstreckt sich der Zuständigkeitsbereich der Republik Chinaallerdings nur auf Taiwan sowie auf die Inseln Penghu, Kinmen und Matsu.“In Erwiderung auf die Unterstellungen aller, die behaupten, der “Konsens von 1992“ sei vondem ehemaligen Minister der Kommission für Angelegenheiten des Festlandes Su Chi fabriziertworden, erklärte Ma, dass Su im Jahr 2000 tatsächlich den Begriff als solchen geprägt habe,dass aber hinsichtlich der Existenz des Konsens keinerlei Zweifel existierten.Der Präsident fügte hinzu, er sei erstaunt gewesen, dass sich der “Konsens von 1992“ währendder Präsidentschaftswahlen in diesem Jahr zu einem Gegenstand großerAuseinandersetzungen zwischen der Regierung und den Oppositionsparteien entwickelt hatte.Nun, da die Wahlen vorbei seien, werde man eine sachliche Diskussion darüber führen können,welche Rolle der Konsens in den Beziehungen über die Taiwan-Straße spielt. Ebenso könneman über seine Vor- und Nachteile sprechen sowie über die Möglichkeiten, die er bietet,ergänzte Ma.Der Präsident erklärte, der “Konsens von 1992“ sei in Einklang mit der Verfassung der RepublikChina formuliert worden, und er fügte hinzu, es handle sich dabei um einen wichtigen Schritt inden Bemühungen, umstrittene Themen beiseite zu legen und den politischen Realitäten insAuge zu sehen.Abschließend erläuterte Ma, der Konsens halte nicht allein am Wortlaut der Verfassung fest,sondern er folge auch der Resolution hinsichtlich der Definition des “einen China“ wie sie derRat für Nationale Wiedervereinigung unter dem Vorsitz des damaligen Präsidenten Lee Teng-hui vorschreibt.(cp) TAIWAN AKTUELL Nr. 558 30.11.12
  3. 3. 3 WirtschaftEngere wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen Taiwan und EUDie Wirtschafts- und Handelsbeziehungen zwischen Taiwan und der Europäischen Unionwerden aller Voraussicht nach zu immer besseren Ergebnissen führen, erklärte der Vizeministerdes Wirtschaftsministeriums der Republik China Francis Kuo-hsin Liang am Mittwoch, den 21.November 2012. Er führte diese Entwicklung auf die bilateralen Maßnahmen zur Förderung vonZusammenarbeit und Investitionen zurück.“Ich bin sehr zuversichtlich, was die Zukunft der wirtschaftlichen Verbindungen zwischenTaiwan und der EU angeht,“ sagte Liang und fügte hinzu, “Wir freuen uns darüber, dass mehreuropäische Unternehmen in Taiwan investieren wollen. Dadurch wird sich unser Land zu einerAusgangsbasis für die Unternehmenstätigkeiten in Ostasien entwickeln.“Der stellvertretende Wirtschaftsminister gab diese Erklärungen am 21. November gegenüberMedienvertretern in Brüssel ab im Anschluss an die dort jährlich stattfindendenWirtschaftsberatungen zwischen Taiwan und der EU.Liang erklärte, die Gespräche seien eine wichtige Plattform zur Förderung der Verbindungenzwischen Taiwan und der EU. Sie werden von vier Gruppen von Gesprächspartnern geführt, diefür unterschiedliche Bereiche des bilateralen Wirtschaftsaustausches zuständig sind.“Das diesjährige Treffen hat zu besonders lohnenden Ergebnissen geführt, da einige derThemen des gemeinsamen Interesses nun auf einer Ebene angelangt sind, wo sich Expertendamit auseinander setzen,“ sagte Liang.Unabhängig davon hat die in Taipeh ansässige Chinese National Association of Industry andCommerce and Business Taiwan, die Industrie- und Handelskammer Taiwans, eineAbsichtserklärung mit BusinessEurope in Brüssel unterzeichnet als Teil einesMaßnahmenpakets zur Erleichterung der Zusammenarbeit zwischen Unternehmen aus Taiwanund der EU.“Die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Taiwan und Europa ergänzen sich in hohem Maße,und sie werden von dem Abkommen maßgeblich profitieren,“ erklärte der Generalsekretär derKammer Fritz J.C. Jang. “Wir erwarten für beide Seiten eine verbesserte Zusammenarbeit derPrivatwirtschaft.“Laut Jang plant die Industrie- und Handelskammer im kommenden Jahr, eine Reise einerDelegation hochrangiger Regierungsbeamter und führender Industrieller der Republik China indie EU zu organisieren. TAIWAN AKTUELL Nr. 558 30.11.12
  4. 4. 4Die Statistiken der Regierung haben gezeigt, dass die EU der viertgrößte WirtschaftspartnerTaiwans ist. Im vergangenen Jahr betrug der wechselseitige Handel 40,1 Milliarden Euro, daswar ein Plus von 3,1 Prozent gegenüber dem Jahr 2010.Unabhängig davon hat die EU im gleichen Zeitraum 23,5 Milliarden Euro in Projekte in Taiwaninvestiert. Dadurch ist der europäische Wirtschaftsraum zum wichtigsten ausländischen Investorfür Taiwan geworden sogar noch vor Japan und den Vereinigten Staaten.Auch im Bereich kleiner und mittelständischer Unternehmen wächst die Zusammenarbeitzwischen Taiwan und der EU weiter. Die Small and Medium Enterprise Administration (SMEA),die dem Wirtschaftministerium der Republik China untersteht und das European Business andInnovation Center Network (EBN) haben eine für ein Jahr gültige Absichtserklärung zurFörderung der Zusammenarbeit bei Unternehmensgründungen unterzeichnet.“Dieses Abkommen ist die Erweiterung einer ähnlichen Absichtserklärung, die im Jahr 2011zwischen beiden Seiten unterzeichnet worden ist. Sie erlaubt eine weiterführende Partnerschaftbei Existenz- und Unternehmensgründungen, bei der Zusammenarbeit von Wissenschaft undIndustrie sowie bei der Kombinierbarkeit von Geschäftsmöglichkeiten,“ erklärte derGeneraldirektor der SMEA Yeh Yun-lung am 20. November.“Für Taiwan wird das Abkommen vorteilhaft sein, denn die Sparten unsererUnternehmensgründungen werden internationaler werden,“ fügte er hinzu. “Durch dieEinführung eines Konzeptes zur Zusammenarbeit hoffen wir für unsere Unternehmens- undExistenzgründungszentren wechselseitige Märkte zu entwickeln.“Lennard Drogendijk, der Vizepräsident des EBN, kündigte an, seine Behörde werde im Rahmendes Abkommens die Verbindungen zwischen den kleinen und mittelständischen Unternehmenund den Unternehmens- und Existenzgründungszentren in Europa und Taiwan noch engerziehen.Einzelheiten der Absichtserklärung beinhalten die Einrichtung eines Soft Landing Club inTaiwan, dabei handelt es sich um eine “Serviceleistung für gemeinschaftlicheUnternehmensgründungen für innovationsorientierte Unternehmen, die in neue Märktevorstoßen wollen“, die Teilnahme an Seminaren und internationalen Foren, die von beidenSeiten abgehalten werden, der Austausch von Informationen zu Unternehmensgründung undIndustrie durch geeignete Kanäle sowie die Umsetzung von Vorhaben, die den Interessenbeider Seiten dienen, erläuterte Yeh.Nach eigenen Angaben wurde der EBN im Jahr 1984 in Belgien gegründet als “einegemeinsame Initiative der Europäischen Kommission, der europäischen Branchenführer sowieder ersten zukunftsweisenden Unternehmens- und Innovationszentren,“ und widmet sich derFörderung von Unternehmertum, Innovation und Unternehmensgründungen.(taito) TAIWAN AKTUELL Nr. 558 30.11.12
  5. 5. 5 GesellschaftMehr Geld für PensionäreDie Regulierungen der Pensionsbezüge von Beamten werden wahrscheinlich neu angepasst.Derzeit unterliegen die vollen monatlichen Pensionen von Beamten des öffentlichen Dienstesder “Regulierung 85“, zuvor galt die “Regulierung 75“, erklärte der Präsident des Prüfungs-Yuans*, Kuan Chung. Er stellte jedoch in Aussicht, dass es in Zukunft eine “Regulierung 90“oder sogar eine “Regulierung 95“ geben könnte, um die finanzielle Stabilität aufrecht zuerhalten.Die Pensionsregulierungen ermitteln sich aus der Summe der Jahre, die der Beamte/dieBeamtin im öffentlichen Dient tätig war plus seinem/ihrem Alter. Mit der “Regulierung 85“ istdann folgendes Rechenbeispiel gemeint: eine verbeamtete Person kann die vollen monatlichenPensionsbezüge im Alter von 60 Jahren erhalten, wenn sie 25 Dienstjahre vorweisen kann. ImFalle einer Dienstzeit von 30 Jahren im öffentlichen Dienst kann der Beamte/die Beamtin bereitsmit 55 Jahren die volle monatliche Pension beantragen.Kuan bekräftigte, dass es sich hierbei um ein äußerst sensibles Thema handle, und dass derPrüfungs-Yuan mit großer Umsicht an die Reformen heran gehen werde. Dazu werde derPrüfungs-Yuan sowohl mit den Bediensteten im öffentlichen Dienst wie auch mit derBevölkerung in einen Dialog treten.Kuan war am Mittwoch, den 21. November 2012, mit Präsident Ma Ying-jeou, PremierministerSean Chen und dem Parlamentssprecher Wang Jin-pyng im Präsidialbüro zusammengetroffen,um über eine Strategie für das Reformvorhaben hinsichtlich der Pensionen und Ruhegelder zuberaten.Präsident Ma möchte die Reform des Pensionssystems so bald wie möglich in Angriff nehmen.Dazu versicherte er am 21. November 2012, dass die Pensionsfonds des Landes zwar vonVerlusten geplagten seien, dass sie jedoch nicht Pleite gehen können. Er versprach, bereits imJanuar des kommenden Jahres ein pragmatisches und machbares Reformprogrammvorzulegen. Die Oppositionsparteien beklagen sich währenddessen über die Art wie erversucht, die anstehenden Probleme zu lösen.Der Präsident will seinen Gegnern den Wind aus den Segen nehmen und kündigte an, dassdas gesamte Pensionssystem so schnell wie möglich komplett überarbeitet werden müsse. “DieAufgabe mag schwer zu bewältigen und äußerst komplex sein, aber wir können nichts mehr aufdie lange Bank schieben, denn das angeschlagene System könnte unser gesundesFinanzwesen beschädigen und das Wohlergehen der Angestellten sowohl im öffentlichenDienst wie auch in der Privatwirtschaft negativ beeinflussen, schlussendlich mit Auswirkungenauf die gesamte Gesellschaft unseres Landes“, so Ma. TAIWAN AKTUELL Nr. 558 30.11.12
  6. 6. 6Bei dem Treffen der führenden Politiker der drei Regierungsbereiche seien Entscheidungengetroffen worden über die Verteilung der Verantwortlichkeiten bei der Reform desPensionssystems. Außerdem sei ein Zeitrahmen festgelegt worden in dem die gesamteÜberarbeitung zu geschehen habe, erklärte Ma abschließend.Wie zu erwarten war, zeigte sich die opponierende Demokratisch Progressive Partei (DPP)unzufrieden mit der Planung des Präsidenten und erklärte dazu, es handle sich um eine’Pseudoreform’ von verschiedenen Pensionsformen. Ma müsse eine Nationalkonferenzeinberufen, an der Vertreter aller Parteien aus Wirtschaft, aus Wissenschaft und anderenBereichen des öffentlichen Lebens teilnehmen, um das komplexe Problem zu lösen.*Der Prüfungs-Yuan ist für die Prüfungen der Mitarbeiter im öffentlichen Dienst sowie für diePersonalverwaltung auf allen Verwaltungsebenen zuständig. Ihm sind das Prüfungsministeriumund das Personalministerium unterstellt.(tt/cp)Schüler sollen weniger lernenVerbringt Ihr Kind mehr als 12 Stunden am Tag in schulischen Einrichtungen? Die meistenEltern in Taiwan würden diese Frage bejahen. Acht von zehn Dritt- und Viertklässlern in Taiwanhaben nach der regulären Schule täglich Zusatzprogramme, wie den Besuch von Tagesstätten,Nachhilfeeinrichtungen oder ergänzendem Einzelunterricht.Die in Taipeh ansässige Child Welfare League Foundation stellt in ihrem jährlichenUntersuchungsbericht hinsichtlich außerschulischer Bildungsprogramme von Grundschülernfest, dass die Anzahl der befragten Kinder, die zusätzliche Verpflichtungen zur Schule haben,um fast sechs Prozent im letzten Jahr gestiegen ist – dies ist ein mehr als beunruhigenderTrend.In Taiwan ist es eine tiefverwurzelte Tradition seine Kinder in den Nachhilfeunterricht zuschicken, denn die Noten werden als absolut wichtige Grundlage für die spätere beruflicheKarriere angesehen. Seit Jahrhunderten ist es in Ostasien üblich, dass die Eltern für dieverschiedenen Aufnahmeprüfungen für ihre Kinder Tutoren beschäftigen. Im modernen Taiwanhat sich dieser Wettstreit und Prüfungsstress ins Extreme entwickelt, da die nationalenPrüfungen und Examen heute entweder etwas aus jemanden machen oder ihn vernichten.Kinder derartig lange in der Schule zu lassen ist schlussendlich sinnlos.Erziehungswissenschaftler schlagen vor, den Kindern keinen Nachhilfeunterricht erteilen zulassen. Es ist in der Tat eine ineffektive Lernmethode und das aus unterschiedlichen Gründen:Zunächst haben die Schüler im Alter zwischen acht und neun Jahren bereits viel für die Schulezu tun. Zusätzlicher Nachhilfeunterricht verstärkt nur den Stress, dem sie bereits ausgesetztsind. So verführerisch es auch sein mag die Kinder sieben Tage die Woche mit Extraunterrichtzu Höchstleistungen zu trimmen, sie schaffen es nicht. Das Gehirn kann gleichzeitig nur eine TAIWAN AKTUELL Nr. 558 30.11.12
  7. 7. 7geringe Menge an Informationen verarbeiten. Wenn man versucht alles auf einmal zu pauken,wird nicht viel davon hängen bleiben. Die Gehirne der Kinder sind wie Schwämme, die ersteinmal das, was sie in der Schule erfahren haben, aufsaugen und dann verarbeiten müssenbevor man versucht, ihnen zusätzliches Wissen durch Nachhilfeunterricht zu vermitteln.Außerdem hat der zusätzliche Unterricht auch Auswirkungen auf das körperliche Wohlergehender Kinder. Wenn sie bis spät abends aufbleiben und ihre Gedanken sich noch lange um all dieneuen Informationen drehen, fehlt der ausreichende gesunde Schlaf. Das Kind wird amnächsten Tag müde sein, sich nicht konzentrieren können, und die Leistungsfähigkeit wirdsinken.Die Eltern sollten versuchen mehr Zeit mit ihren Kindern zu verbringen, um ihnen Dingebeizubringen wie Schuhe binden oder Radfahren, und dabei sind sowohl die Regierung wieauch die Arbeitgeber und die Schulen gefordert, flexiblere Zeitrahmen anzubieten.(cp)KurzmeldungenRosa leuchtende Fische hat die National Taiwan Ocean University in Zusammenarbeit mit derJy Lin Company, Taiwans größtem Exporteur von Zierfischen, gezüchtet. Die Leuchtfische sindnun auf der International Aquarium Expo vom 09. bis 12. November 2012 in Taipeh demPublikum vorgestellt worden. Die Tiere leuchten im Dunkeln rosa nachdem in ihreFortpflanzungsorgane durch sogenannte Elektroporation, bei der ein elektrischer Impuls dieZellwände für die Einschleusung fremder Moleküle durchlässig macht, Leuchtstoffgene für einFloureszenzprotein-Gen injiziert worden waren. Bevor die rosa Leuchtfische fürs heimischeAquarium erworben werden können, müssen sie noch verschiedene Sicherheitstestsabsolvieren. Nach den Vorstellungen des Züchters könnten die Fische irgendwann in derZukunft als Nachtbeleuchtung für Kinderzimmer dienen.In Batmans Bett schlafen kann man nun auch als Normalsterblicher – man muss dazu nur einZimmer mieten im Stundenhotel “The Eden“ in Kaohsiung Stadt. Die “Batman Suite“ desEtablissements ist im Stil der Batman-Gruft aus Tim Burtons erster Verfilmung der Geschichteum den geflügelten Rächer aus dem Jahr 1989 ausgestaltet. Die Wände des Hotelzimmerswurden akribisch genau mit grobem Stein verkleidet, und der Boden besteht aus Metallplatten.Der Fernseher, das Bett und der Nachtisch tragen die Silhouette des schwarzen Flatterhelden,und das Sofa präsentiert sich in der Form eines aufgepolsterten Bat-Mobils. Das Vergnügen,sich für ein paar Stunden im Bat-Bett zu räkeln und dabei die Träume eines Superhelden zuträumen, ist bereits für 50 Dollar zu haben, das sind umgerechnet nicht einmal 39 Euro.Ang Lees 3-D-Abendteuerfilm Life of Pi – Schiffbruch mit Tiger wurde gerade von derDeutschen Film- und Medienbewertung (FBW) mit dem Prädikat “besonders wertvoll“ausgezeichnet. Am 28. November 2012 hatte der Oscarpreisträger seinen Film, der am 26.Dezember in den deutschen Kinos anläuft, in Berlin im Sony Center vorgestellt. In derBegründung der FBW heißt es: “In seinem neuen Meisterwerk versteht es Regisseur Ang Lee TAIWAN AKTUELL Nr. 558 30.11.12
  8. 8. 8aufs Beste, die Ebenen von Traum, Imagination und Wirklichkeit kunstvoll miteinander zuverbinden, wie es auch schon Yann Martel in seiner preisgekrönten literarischen Vorlagegelungen ist. Die farbenprächtigen Bilder von Pis Heimat Indien und die visuell grandioseingefangene Unendlichkeit des Meeres beeindrucken ebenso wie das intensive Spiel desHauptdarstellers, der Stück für Stück mit dem Wesen des Tigers verschmilzt und mit ihm eineunzertrennbare, vom Schicksal bestimmte Einheit bildet. Der Zuschauer wird getragen von denEmotionen, den Erinnerungen und den Abenteuern des Jungen. Ein mitreißender undbildgewaltiger Film über eine Freundschaft, die das Leben verändert.“Das erlesene Berliner Premierenpublikum nahm den Film begeistert auf. Unter den Gästenwaren neben dem Regisseur Ang Lee Twentieth Century Fox Produktionschefin ElizabethGabler, die indische Botschafterin Sujatha Singh, der britische Botschafter Simon McDonald,Suzanne von Borsody, Martina Gedeck, Thomas Heinze, Max Riemelt, Alexander Scheer,Volker Schlöndorff, Wim und Donata Wenders, der Moderator des Abends und deutscherSynchronsprecher der Rolle des älteren "Pi" im Film, Ilja Richter, und weitere illustre Gäste. AngLee hat für den Film u.a. Tiere aus dem Zoo von Taipeh ausgeliehen und mit riesigem Aufwandein überdimensionales Schwimmbecken anlegen lassen, in dem der Wellengang des Meereseindrucksvoll nachgeahmt werden konnte. Ein weiteres Highlight des Films: Gerard Dépardieuspielt eine Hauptrolle.Die Schauspielerin Gwei Lun-mei hat am 24. November 2012 beim Golden Horse FilmFestival 2012 im Landkreis Yilan in Osttaiwan den Golden Horse Award als besteHauptdarstellerin gewonnen für ihre Leistung im Liebesdrama “Gf*Bf“ (Girl Friend Boy Friend).Die heute 28-jährige Gwei begann ihre Filmkarriere im Alter von 17 Jahren. Die Auszeichnungsei für sie wie eine gute Note in der Schule und eine Motivation weiter zu machen, erklärteGwei. Der Preis für den besten Hauptdarsteller ging an Lau Ching-wen aus Hongkong. Alsbester Spielfilm wurde “Beijing Blues“ des Regisseurs Gao Qunshu aus Festlanchinaausgezeichnet, und der Preis für die beste Regie ging an Johnnie To aus Hongkong für denStreifen “Life without Principle“. Taiwan konnte noch weitere der begehrten Preise erringen. Inder Sparte Beste Neuentdeckung Regie ging die Auszeichnung an Chang Jung-chi, Regisseurvon “Touch of the Light“, und der 77-jährige Schauspieler Shih Chun erhielt eine Auszeichnungfür sein Lebenswerk. Die Golden Horse Awards werden seit dem Jahr 1962 jedes Jahrvergeben. Sie gelten als das Äquivalent zum Oscar für den chinesischen Sprachraum undzählen zu den begehrtesten Auszeichnungen, die Filmschaffende erhalten können.Abkürzungen:(cp) = China Post (cna) = Central News Agency (tn) = Taiwan News (tt) = Taipei Times(ten) = Taiwan Economic News (taito) = Taiwan Today (rti) = Radio Taiwan International(fotai) = Focus Taiwan (eB) = eigener Bericht TAIWAN AKTUELL Nr. 558 30.11.12

×