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die strasse 1/1995

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das Straßenmagazin "die strasse" gibt es seit 1995 in Schwerin.

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die strasse 1/1995

  1. 1. N schweri ner straßen mag azin 1 995 I I Teufel Ams, Was macht Start e.V. ? s2I Wie lebt ein 0bdaGhloseroI : iWeihnaGhten in der City
  2. 2. die straße Nr.1 Seite 2 Die CftoTLce fiegt im Stort Seine Arbeit zu verlieren, plötzlich obdachlos zu werden und auf der Straße zu stehen, das könnte fast jedem passieren, bilanziert Dieter Hollnagel, Geschäftsführer bei Start e.V., aus seinen Erfahrungen. Gut, wenn sich Menschen finden, uffi den Benachteiligten in der Gesell- schaft zu helfen. Start e.V. ist so ein Verein, der sich Sozialschwachen und Obdachlosen zuwendet. Über den Weg der Be- ratung, Bildung und Förderung gibt er vor allem schwer vermittelbaren Arbeitslosen die Chance, auf dem ersten Arbeitsmarkt wieder einen Job zu finden. lm November 1992 gründete sich auf Initiative der Diakonie-Referentin Dietlind Grabosch und des Schweri- ner Oberkirchenrates Rainer Rausch dieser Verein, der Mitglied im Dia- konischen Werk der Ev.-Luth. Lan- deskirche ist. In mühevoller KIein- arbeit kon zapierte Geschäftsf uhrer Dieter Hollnagel Beschäftigungspro- gramme, uffi sie den verschiedenen Behörden und Institutionen vorzustel- len. Dabei war nicht nur die Aussicht auf eine Arbeit fur Lan gzeitarbeitslose wichtig, sondern Anliegen des Ver- eins ist es, diesen Menschen wieder Hoffnung, Mut und größere Chancen für die Zukunft zu geben. So sind jetzt Frauefl,die fruher in den ver- schiedensten Berufsgruppen tätig waren, wie die Näherin, Köchin oder Krankenschwester, heute im sozialen Dienst tätig. Männer übernahmen Arbeiten bei der Renovierung von sozialen Einrich- tungen, entrümpelten alte Gebäude der WGS, SWV und bauten sie a) schmucken Häusern um. Besonders stolz waren sie immer dann, wenn sie für Betroffene Woh- nungen schaffen konnten. Derzeit bauen Handwerker am Objekt Ziegelhof. Hier soll ein Projekt ,,Be- treutes Wohnen" für Jugendliche ent- stehen. Ein umfassendes Konzept entwickel- te der Verein, um in ABM Tätigen je nach Wunsch auch Kenntnisse in der Rechtsprech ung zu verm ittel n. Als vor drei Jahren der Verein gegrün- det u nd buchstäblich aus einem Nichts aufgebaut wurde, hatten sich die Grundungsmitglieder einem zu- tiefst humanistischen Anliegen zuge- wandt, der Sozialhilfe. Heute sind in 1 1 Projekten 54 Ar- beitnehmerlnnen beschäftigt. Und nun ist mit Unterstutzung des Ar- beitsamtes das Straßenm agazin ent- standen. In allem hat sich bestätigt, daß durch engagiertes Wirken des Vorstandes und der Mitarbeiter des Vereins erreicht wurde, daß diese Arbeit- nehmerlnnen wieder Mut zum Neubeginn ihres Lebens faflten. B.B. Mit lhrer Spende verhelfen Sle der neuen Straßenzei- tung zu einem guten Start. Was bewegt Sie dabei? Frau Angela Fleischer, eine der Geschäftsfuhrer in der Buchhan- delsgesellschaft, Buchhandel am Markt: ,,Mit unserer Spende von 1000,- DM unterstutzen wir das Vorhaben, weil es uns selbst am Herzen liegt. Eine solche Zettung hat die Möglichke' auf ernste Probleme einzugehert- deren Lösung größere Aufmerk- samkeit verlangt. Prima ist, daß Obdachlose selbst den Verkauf uber- neh men. " Frau Dorothee Beger, Inhaberin der Firma Gustav Müller, Haushalt & Eisenwaren in der Mecklenburg- straße: ,,Unsere Spende von 350,- DM ist für einen guten Zweck. In einer Situation, wo die Kluft zwischen arm und reich immer tiefer wird, muß man helfen. Wir stehen damit auch in der Trad ition u nserer U rg roßeltern, Großeltern und Eltern, die sicher genauso entschieden hätten." ' Herr Uwe Simoh, Geschäftsfuhrer der evangelischen Stadtmission e.V.: ,,Als Geschäftsstelle der Stadtmission unterstützen wir die Schweriner Straßenzeitung rnit einer Spende von 1 000,- DM, weil wir sie f ür außer- ordentlich wichtig ansehen. Sie muß es geben, um darin Probleme sozial sclrwacher Burger tiefer als in ande- ren Medien behandeln zu können. Die Zeitung kann aufzeigen, wie man oh ne eigenes Zutun von heut auf morgen obdachlos wird und Wege auffuhren, die aus der Situation her- ausf ühren. " t I OB Johannes Kwaschik beim Richtfest auf dem Ziegelhof im September 1995
  3. 3. die straße Nr.1 Seite 3 Wir sind nicht al lein Deutschlands jungste Straßenzeitung in Schwerin Ob in München, Stuttgart oder Mannheim, in Nurnberg, Hamburg oder Berlin, die Straßenzeitung liest man gern. Die Magazine sind freilich in der Gestaltung und Auflagen- höhe, in Größe, Form und Farb- gebung alle unterschiedlich. Doch wie der erste bundesweite Kongreß deutscher Straßenzeitungen im Oktober in Loccum bei Hannover zeigte, Verbindet trotz dieser Unter- schiedlichkeiten alle ein Ztel: fur sozial Schwache Hilfe zur Selbsthilfe zu sein. ..ln der Sozialarbeit wehen Sturm --,.1d Wind von vorne", so der Ge- schäftsfuhrer des ,,Start e.V.", Dieter Hollnagel. Er weiß, wovon er redet, denn er hat sich fur Bürgerlnnen in sozialer Not eingesetzt. Dabei mußte er feststellen, daß sich eine zunehmende Kluft zwtschen arm und reich im Lande entwickelt. Unsere neue Zeitung,,die straße" soll den Obdach losen helf en, aus dem Teufelskreis,,Keine Arbeit, keine Wohnung keine Wohnung, keine Arbeit" herauszukommen. Die erste Straßenzeitung entstand in Europa auf Initiative des Londoner Gordon Rodnick, der das Er- scheinen von ,,The bis issue" in hoher Auflagenhöhe finanziell stütz- vfs. Er wiederum hatte seine ldee für Straßenzeitungen aus New York mit- gebracht, wo ,,Street news" zu einer festen Einrichtung fur die Obdach- losen in der amerikanischen Metro- pole geworden sind. In Deutschland gibt es die ersten Straßenzeitungen seit 1993. Den Anfang machten damals,,BlSS" in München und ,,Hinz und Kunzt" in Hamburg. Derzeit sind es 28 deutsche Straßenzeilungen. Auch in Leipzig und in Chemnitz hat sie kürzlich Einzug gehalten. M it unserer Schweriner ,,straße" sind wir die Jüngsten im Bunde und stehen noch ganz am Anfang. Die 28 Straßenzeitungen gibt es in Deutschland Schweriner Straßenzeitung wird zum kunftigen Bild der Landeshauptstadt gehoren. Naturlich hoffen wir, daß das wie anderswo durch die Öttentlichkeit und viele Sponsoren unterstutzt wird und wünschen uns einen möglichst breiten Leserkreis. Mit lhrem Zei- tungskauf unterstützen Sie, liebe Leser, also nicht nur die Obdach- losen, sondern verhelf en der Schweriner,,straße" zum guten Start. Die obdachlosen Verkäufer, ganz gleich wo sie stehen, äffi Marienplatz oder am Bahnhof, äfl der Schelfkirche, am Berliner Platz oder anderswo ln Schwerin, eines haben sie gemeinsam: sie profitieren direkt vom Verkaufserlös. Und Sie sollten die Straß enzeitung nur bei obdachlosen Verkäufern beziehen, die sich als solche ausweisen kön- nen. Beim Preis von 1 ,80 DM fur unsere ,,straße" erhält der Verkäufer 1 ,00 EIIt Cr r lf5+ "rR| DM und 0,80 DM gehen in die Produktion der nächsten Zeihung. So macht ,,die straße" obdachlosen Verkäufern erstmals ein Angebot für einen Neubeginn. Wir wollen Ob- dachlose ermutigefl, sich an der re- daktionellen Arbeit unserer Zeitung zu beteiligen, einerseits ihre Erfah- rungen, äfldererseits ihre Erwartun- gen an die Gesellschaft und die Po- I iti ker aufzuschrei ben. Wir hoffen, daß Sie als Käufer unse- rer StraBenzeitung wirklich Gewinn und Spaß daran haben, daß d ie Zeitung auch fur Bürgerlnnen, die n icht in sozialer Not sind, interes- sant ist und nicht aus Mitleid gekauft wird. Wenn wir für unser erstes Straßenm agazin viele Leser und eine gute Resonanz haben, dann würden wir uns freuen. ÜOrl- gens wollen wir rm Februar des nächsten Jahres wieder erscheinen. So wünschen wir lhnen frohe und gesegnete Festtage und ein gutes Jahr 1996' Burghird Brunzel / lo Jt q
  4. 4. die straße Nr. 1 Seite 4 . ,. {em rLeuerLs trüerL- nLcLS&&LT! Die warmen Farben des Herbstes kundigen gleichzeitig die Jahreszeit än, in der d ie Nächte länger u nd empfindlich kalt werden. Wo Sturffi, Regen u nd Sch nee d ie Menschen ganz besonders froh macht Über das warme, trockene Zuhause. Genau in diese ZeiI fällt die erste Ausgabe des Schweriner Straßen- magazins, eine Zeitung, die in erster Linie für Menschen gemacht werden soll, die am Rande unserer Gesell- schaft als Obdachlose leben, einer Zeitung, die zur Solidarität aufruft und die Burger fur dieses Problem sensi- bilisieren sollte. Gleichzeitig sollte dieses Straßen- mag azin den Anspruch erheben, Wege aufzuzeigen, wie man diesen Teufelskreis, der häufig aus Schul- den, Alkohol, Arbeitsplatzverlust, Ob- dachlosigkeit besteht, durchbrechen kan n. lch möchte mit meinem Beitrag auf- zeigefl, wie in meinem Verantwor,- tungsbereich mit dem Problem der Obdachlosigkeit in Schwerin umge- gangen wird. Schwerpu n kt in der Arbeit des Bereiches Woh n u ngs- losenhilfe im Amt fur Jugend, So- ziales und Wohnen besteht in der Verh inderu ng von Obdach losig keit, weil der Erhalt der vorhandenen Wohnung für alle Beteiligten, also sowohl fur betroffene Familien oder Einzelpersonen, aber auch fÜr die städtische Verwaltu ng, d ie d ie Ob- dachlosigkeit zu beseitigen hat, die finanziell und sozial verträgliche Lösung ist. Die Stadtverwaltung Schwerin gibt allein 1995 1 Mio DM für die Gewährung von zinslosen Darlehen zur Begleichung von Mietschulden aus. Bereits zwei Monatsmieten Rück- stand berechtigen den Vermieter zur fristlosen Kündigung der Wohnung, und das wird auch in der Praxis voll- zogen. Meist fuhrt dies ohne fremde Hilfe dann zu einem Räumungs- verfahren und endet mit der Zwangs- vollstreckung durch den Gerichts- vollzieher. Du rch d ie konseq uente H ilfe der Stadt ist das in Schwerin glücklicher- werse nur äußerst selten der Fall. Leider greift unser Hilfsangebot nicht in allen Fällen, zudem gibt es Men- schen, die schon vor längerer Zeit - in welcher Stadt auch immer ihre Wohnung verloren haben und insbe- sondere in der kalten Jahreszeit auf H ilfe u nd U nterstutzu ng angewiesen sind. Durch die enge Zusammenarbeit ver- schiedener freier Träger, wie Stadt- mission. Caritas, Schweriner Arbeits- losenzentrum und andere, erhält die städtische Verwaltung Kenntnis uber Menscl-ren oh rre Obdaclr. Auch wenn nun der Winter wieder vor der Tür steht. vvo erfaht.i-trrgsgemäß die Anzahl derer, die keirr Dach Über dem Kopf haben, zuninrnrt, kann ich erklären, daß in Schwerin kein Mensch im Freien campiererr mu[J. ln den beiden Schlveriner Woi'rn- heimen in der Anne-Frartk-Straße 3?- Jochen Rößler auf dem Großen Dreesch, welches von der WGS-WH B bewirtschaftet wird, und dem Bodelschwingh-Haus der Evangellschen Stadtmission in der Bergstraße 42 ist für jeden Ob- dachlosen eine Unterkunft gesichert. Gemeinsam mit den städtrschen Wohnungsunternehmen bemÜht sic die Stadtverwaltung, den Aufenthaii- in den Obdachlosenheimen so kurz wie möglich zu gestalten, d.h. mog- lichst jedem eine erneute Chance fÜr einen Wiederbeginn in den eigenen rrier Wäncien zu ermöglichen. Unser erklärtes Ziel ist es, die Ka- pazität in den vorhandenen U nter- kunften nicht weiter ausbauen zu müssen, sondern ini Gegenteil, mög- iichst diese verringern zu konnen. Bei diesem Bemühen begrußen wir jeden Partner und so wünsche ich dem neuen Straßenmag azin viel Erfolg und eine große Leserschar. f ^^. {t /n ! - 'f ()^ tfui^J I 0 V-t*'* * [}ii rv--. it,| ;ochen Röß!er, t Sozialdezernent der Stadt Sr:hr,verin rn'r{ffi ,,die straße,, bratlcht lhre Unterstützung. Sie können Curch den Kai-tf Cer Zeitung, durch SpenCert , durcn die Ünernahme von Kosten fur Druckseiten, eingesandte Fotos oh ne Hono rar oder durch ein Jahresabonne- rnent dern neuen Straßen- magazin helfen.
  5. 5. die straße Nr.'1 Seite 5 Über den Weihnachtsmarkt'95 sprachen wir mit Reinhold Moll, Geschäftsführer der Werbeunion Schwerin. Frage: ,,Herr Moll, lhre Firma wurde in diesem Jahr mit der Organiation des Schweriner Weihnachtsmarktes beauftragt. Er soll attraktlver werden als die vorherigen. Was wird anders?" R. Moll: ,,lch will nicht alles verraten. Ab 30. November können die Schwe- riner selbst urteilen. Wir haben einige ÜOerraschungen in petto. So sind 'nter dem Motto ,,Weihnachten för .."<e Lütten" tolle Erlebnisbereiche fur die Kleinen geplant, auf dem Markt lassen wir eine Bühne errichten, auf der Kunstler unserer Stadt Lecker- bissen fur Auge und Ohr darbieten." Frage: ,,Apropos Leckerbissen da denkt man auch an Magenfreuden. Haben Sie spezielle Angebote?" R. Moll:,,Schweriner Lebkuchen" sind zwar noch nicht auf dem Markt, aber es wird viele weihnachtsspezifi- sche Leckereien geben, besonders natürlich aus unserer Region." Frage: ,,1fl welchen Straßen der lnnenstadt werden wir dem Weih- nachtsmann bis zum 22. Dezember -- begegnen können?" R. Moll:,,Wir planefi, die Meck- lenburgstraße, das Pfaffenteichsüd- ufer, den Markt und den Domplatz zu n utzen. Auch d ie ang renzenden Straßen werden einbezogen. Wir hat- ten Gespräche mit den Geschäfts- führern der gesamten Innenstadt- region, denn das Mitwirken aller ist wichtig. " Frage: ,,Aber es wird zur Zeit viel gebaut in der City. Also ein attraktiver Weihnachtsmarkt zwischen Bauge- rüsten und Baufahrzeugen?" R. Moll: ,,Das stellt uns wahrhaftig vor ein großes Problem. Doch durch die gute Zusammenarbeit mit den städtischen Amtern, dem Einzelhan- delsverband und der,,Werbegemein- schaft Altstadt" gelingen uns ÜOe- reinkunfte, die manche Schwierig- keiten bewältigen helfen." ,,Herr Moll, wir danken lhnen für die Auskunfte und lassen uns überra- schen. " ,,die straße" ist nicht nur eine Zeitung mit der obdachlose Verkäufer Geld verdienen, sondern in der sie auch zu Wort ri i Was wünschen sich II ri i Obdachlose zum inachtsfest? Weih- Garsten Dannenberg, 36 Jahre: ,,Was soll mich hier erwarten. lm Prinzip nichts. lch bekomme mein Essen, meinen Kaffee. Da ich Arbeit habe, geht alles. Wohnen tu ich in der Bornhövedstraße bei der Suchtge- fährdetenhilfe vom Blauen Kreuz e.V." Hartmut Walther, 38 Jahre: ,,lch wünsch mir eine 1-bis 2-Raum-Wohnung, da warte ich schon '10 Jahre drauf. Weihnachten feier ich nicht mehr. Da bin ich irgendwie schon abgestumpft. Wolfgang Weckert, 57 Jahre: ,,Weihnachten verbringe ich immer in der Suchtberatung, das ist herrlich. lch wunsch mir, daß ich gesund bleib. Ne Wohnung kann mir sowieso keiner besorgen." Es weihnachtet in der City kommen.
  6. 6. die straße Nr.1 Seite 6 dot de ?acte/? WAus dem Leben eines Schweriner Obdachlosen Kommt er lhnen entgegen, ist das kein Zufall, er hat Sie ausgewählt. Dafur hat er irgendwann in seinem Kopf ein Raster gespeichert. Sie hören seine weiche Stimmet ,,Ham Se ne Mark für mich?...Bitte!"- Dieses ,,Bitte" hängt er so an den Satz, daß es zwingend wird, der Bitte zu folgen. Sie erkennen, der Mann ist Trinker, ist süchtig, er braucht die Mark. Dieser Mann, Herr Winkelmann, wird sich sehr höflich bedanken. Dann wird er einige Meter zurückweichen. Er will kein Gespräch, mag lhre Fragen nicht. Gehen Sie weiter, wird er nach glei- chem Schema den nächsten Passan- ten auswählen und ansprechen. Seinen Erfolg wird er aber nur nutzen, bis das Geld für die nächste Dröh- nung zusammen ist. Dleter Winkelmann ist obdachlos, ar- beitslos, alkoholsuchtig; sein Alter 52 Jahre. Verwahrlost wirkt er nicht. Es blieb ein Rest aus ,,besseren Tagen"- aber er hat kaum eine Chance. lch bat ihn, mir seine Geschichte zu erzählen. Er tat es, leise und ohne Emotionen. Sonderbar, was er mir erzählt, ist an sich nichts Drama- tisches, er besch u ld igt n iemanden, schiebt keinem Verantwortung zu. 1943 wurde er in Aschersleben bei Magdeburg geboren. Der Vater kam aus dem Krieg und machte mit der Mutter eine Bäckerei auf. Sie hatte zwei Söhne durch die Wirren des Krieges gebracht. Die Schule verließ er nach der B. Klas- se, beim Vater begann er eine 3 jähri- ge Lehre. Die Bäckerei mauerte un- barmhe"zig seine Jugend ein. Im Gespräch macht Winkelmann eine Pause, um die nächsten Sätze zu erzählen. ,,Dann starb mein Vater, ganz plötz- lich. Aus. Meine Mutter konnte ohne den Vater nicht leben, sie wollte wohl auch nicht. Bald nach seinem Tod nahm sie Gift. Aus. Mein Bruder und ich standen ohne Eltern da." Den Brüdern blieb ein kleines Erbe. Plötzlich stand die Tur der Bäckerei offen. ,,Keiner hat mir gesagt, was jetzt zu tun ist. lch konnte etwas nachholen. Wir haben uns hingesetzt, so ganz einfach in eine Kneipe gesetzt, mein Bruder und ich :' erzählt er mir, ,,und haben das ganze Geld in den näch- sten Monaten versoffen." Nach dieser kurzen, wilden Zeit findet er Arbeit bei einem Bäckermeister in Aschersleben. Dieser zieht 197 B nach Schwerin, Winkelmann zieht mit. Er findet seine Liebe und heiratet. Dieter verdient gutes Geld. Das Paar wäre nach zwd Jahren noch glück- lich, wenn... Wenn in Dieter nicht diese Trauer wäre oder wenn er nicht unbedingt für seine Familie Verantwortung tra- gen müßte. An Verantwortung trägt er schwer. Dann ist da noch die Trauer um eine Kindheit und Jugend, die ihm verloren ging. Winkelmann weiß seine Probleme nicht zu deuten, aber er kennt den Seelentröster Alkohol. Langsam, über Wochen und Monate mehr, beginnt er zu saufen. Die Ehe zerbricht, wird geschieden. Sein Meister holt ihn im Auto zur Ar- beit, er mahnt, spricht mit ihm, droht mit Kündigung. Dieter hat immer wieder Phasen, in denen er trocken ist, gut und zuver- lässig arbeitet. Doch dann bricht wieder alles zusam- men und man bringt ihn zum Entzug. Von dort entlassen findet er erneut Zuflucht in der Bäckerei. Der Bäcker- meister wird seine Bezugsperson. Der kennt ihn, zahlt vom Lohn seine Verbindlichkeiten, wenn er nicht ganz durchhängt, holt er ih n zur Arbeit. Die Sucht frißt sich tiefer. Geldsorgen durch Schulden werden zum Pro- blem. Wie alle Suchtigen schiebt W. die Realität beiseite, zuerst muß die Sucht befriedigt werden. Dann kommt die Wende. Zwei Jahre nach dieser gibt der Meister wegen Besitzanspruchen des Alteigentü- mers die Bäckerei auf. Dieter Winkelmann ist 1992 arbeits- los. Keine Bezugsperson mehr, keine Familie, der Strudel der Sucht saugt ihn auf. Er verliert die Wohnung und kampiert auf der Parkbank oder in Abrißhäusern. Kumpels bringen ihm das ABC deY Überlebens auf der Straße bei. Arbeitslosengeld holt er nicht ab, er hat Angst. ,,Solche Angst kann man nicht erklären," sagt er, ,,du willst da hinge- hen, dein Geld holen, ein Konto hast du nicht mehr, du hast auch keine Anschrift fur eine Überweisung, und dann bist du am frühen Morgen ein- fach schon besoffen. Oder du fühlst dich so beschissen, daß du den Gang einfach auf den nächsten Tag verschiebst, und dann läßt du das einfach ganz." Winkelmann wird aufgegriffen. Er wird zum Fall der Amter und in das Obdach losen heim ,, Bodelschwing h- Haus,, in der Bergstraße eingewiesen. Hier lebt er seit 3 Jahren. Y Hat er noch ein Ziel? Mir beantwor- tet er die Frage im Gespräch nicht. Er trägt in sich einen sonderbaren Rest. Etwas, an das er sich auch im Rauschzustand noch klammefi. Nach einigen Tagen treffe ich ihn auf der Straße, keine Reaktion von seiner Seite, daß wir uns kennen. Halblaut spricht er vor sich hin: ,,Winkelmann ist ein guter Mensch, Winkelmann ist ein guter..." Die Heimleitung, seine Zimmerge- nossen bestätigen: Mit Dieter Win- kelmann haben wir keine Probleme. ?lefu, aniilt lzior d//7 Oskar Starke
  7. 7. die straße Nr.'1 Seite 7 ilotqlo arr//bßol lst Wi nterfütterung nötig? Ja, sie ist notwendig, da der Mensch die Natur von sich abhängig gemacht hat. Dies wird gerade im Winter deut- lich, wenn Felder, Gärten, Wälder und Wiesen den Vögeln keine Nahrung mehr bieten. lnsbesondere in den frostbesetzten Wochen, Ende De- zember bis Ende Februar, ist es sinn- voll, die Nahrungssuche der einheimi- schen Vögel zu unterstützen. Wo sol- len die Vögel noch naturliche Nah- rung finden? lhre Lebensräume sind durch Abh olzungen und andere Eingriffe in die Natur weitgehend ein- geengt. Früher waren die Vögel nicht auf menschliche Hilfe angewiesen, denn eigentlich hilft sich die Natur selbst. Überall wuchsen Wildbeeren und -fruchte, wucherten Wildkräuter, lab es reichlich Samen und Büsche. -Diese boten Nahrung auch bei Kälte und Schnee. An und in vermoderten Bäumen fanden Meisen z. B. Raupen, Eier und Puppen von Insekten. Nun, da die Natur dies nicht mehr in dem Maße anbietet, wie es die Gef ie- derten zum Überleben benötigen, gilt es das, was man macht, richtig zu machen. Begonnen werden sollte mit der Futterung bereits im November, um die Vögel an Futterplätze zu gewöh- nen . Zunächst muß das Futter noch nicht so reichhaltig sein, da die Natur noch genug zum Überleben bereit hält. Erst wenn Dauerf rost und Schnee einsetzen, sollte d azu über- gegangen werden, reichhaltige Nah- ru n g anzub iete n . Auf jed en Fal I ist darauf zu achten, daß die Nahrung energiereich ist und den normalen Er- näh ru ngsgewohn heiten nahekom mt. So sind Bucheckern für den Buchfink, Eicheln fur den Eichelhäher und Kirschkerne für Kernbeißer eine gute zusätzliche Futterung. Auch dje üblichen Sonnenblumenkerne und Leinsam€fl, in welcher Verpackung auch immer, sind nach wie vor sehr gut geeignet, spezifische Vogelarten bevorzugt zu füttern. Um auch Arten, die nicht Vegetarier sind, eine Futter- quelle anzubieten, ist unbehandeltes Fleisch eine wichtige und gern gese- hene Nahrung. Hüten sollte man sich davor, Brot zu f üttern, denn Brot enthält Hefe und/oder Sauerteig, was Gärvor- gänge verursacht und den Vogel zum Trinken animiert. Wo aber findet er im Winter Wasser? Er würde elend zugrunde gehen. Wichtig ist es zu wissen, daß eine begonnene Füt- ''terung uber den gesamten Winter fortgeführt werden sollte, uffi dem Gewohnheitseffekt der Tiere zu genü- iqr gen. Unterbricht man in Zeiten ohne Frost und Schnee die Futterung, ver- lieren die Vögel die Futterquelle und finden sie bei Wiedereinsetzen extre- merer Witterung nicht schnell genug wieder. Eines sollte man noch beachten: Futteranlagen, wie Häuschen o.ä. sollten nicht ztr groß gewählt und nicht versteckt angebracht werden. Zum einen verschmutzen sie dann sehr schnell , zum anderen können in Gebüschen Jäger lauern. Rainer Mann, Leiter der Naturschutzstation Zippendorf i
  8. 8. Seite 8 die straße Nr.1 8000 s"hweriner neigen zur ALK@H@LABHANGIGKE[T Es riecht nach Farbe in der Ferdi- nand-Schultz-Straße 12. Der nach hinten verwinkelte Altbau gibt sich Mühe, frisch und jung auszusehen. Jetzt neu renoviert, trug er vor weni- gen Monaten noch alle Narben seines Lebens. Das Haus wurde kein Neu- bau, aber es ist bereit sein ,,Leben und Wirken" zum Nutzen vieler zu verlängern. Den Besucher stimmt das optimistisch. Hier ist eine besondere Adresse' Noch vor gut fünf Jahren hat man diese Adressen möglichst versteckt. Sie paßten nicht in das Bild des real existierenden Sozial ismus. In diesem Haus ist die Wirkungsstätte des ,,Referat für Gefährdetenhilfe des Diakonischen Werkes". Mit der Geschäftsfuhrung wurde Herr Peter Grosch betraut. Seit 15 Jahren ist dieser Mann mit aller Energie tätig, die Alkoholsucht zu bekämpfen. Er weiß, wovon er sPricht, das ist spü rbar beim Zuhören. ;, Er spricht von Hunderten, die zu DDR-Zeiten die Suchtberatung auf- gesucht haben und räumt eine sehr hohe Dunkelziffer ein. lnzwischen schätzt man die Zahl der Abhän- gigen allein in der Landeshaupt- stadt Schwerin auf 8000. ,,Diese Menschen schreien nicht nach Hilfe", erklärt er. ,,Sie verstecken und verkriechen sich. Nur ihre blanke Not zeigt sie uns. Wenn sie den Weg zur Beratung gefunden haben, ist ihre Krankheit, Sucht ist eine Krankheit, schon so fortgeschritten, daß sie keine Möglichkeit zur Selbsthilfe mehr haben. Angst, Not, Obdach- losigkeit und oft auch Krankheit machen sie stumm." Den Weg in die Abhängigkeit, erklärt Grosch als ein vielschichtiges und kompliziertes ZusammensPiel von Seele und körperlichen Eigenschaf- ten des Menschen. Darüber sind Bände wissenschaftlicher Abhand- lungen geschrieben worden. Geklärt wurde das Problem der Sucht- erkrankung noch nicht. Es wirft immer wieder neue Fragen auf . Zum Beispiel jene, warum hält der Norden Deutschlands, insbeson- dere die Region Mecklenburg-Vor- pommern seit Jahren die SPitze im Alkoholverbrauch? 16 Liter reiner Alkohol im Jahr, egal ob Säugling oder Rentner, fließen hier durch die Kehlen. Eine eindeutige Antwort hat Peter Grosch darauf nicht, lrolzdem ver- sucht er eine Erklärung: ,,llr südlichen Ländern, auch im Peter Grosch, Referent für Gefährdetenhilfe des Diakonischen Werkes der evangelischen Kirche Suden Deutschlands, leben die Men- schen mit Alkohol. Hier im Norden, das hat traditionelle und sicher auch psychische Wurzeln, wird Alkohol a)m Leben benutzt. lch meine, er übernimmt Funktionen wie: Stim- mungsmacher, Seelentröster, Sor- genabknipser und anderes. Mit Alkohol lassen sich persönliche Sor- gen und Probleme wegdrücken. Aber 1989, dem Jahr der Wende, hat sich fur viele Menschen in unse- rer Region auch Einschneidendes gewendet. Aus LebensPassivität wurde plötzlich Lebensangst. Diese Angst ist von zwei Kom- ponenten besonders gePrägt, der Sorge um die Arbeit und der Sorge um das Wohnen. Machen Wohnen und Arbeit Angst, fügt er ein treffendes Bild ein, werden sie sehr schnell zur Einflugschneise des Alkohols, deren Flugbetrieb vom Tower nicht mehr kontrolliert werden kann. Nach 19Bg haben sich Lebenswerte verschoben. Denken wir doch daran, daß vor der Wende ,,Nicht arbeiten" ein Straftatsdelikt sein konnte. Es gab kaum Klagen der Gerichte zur Zwangsräumung von Wohnungen. Diese Sicherheiten, Arbeiten und Wohnen sind ausgefallen, haben sich umgedreht, wurden zur Unsicherheit. Das haben sehr viele nicht gepackt. Dann wurde Plötzlich der Mangel der DDR-Zeit zum Kauf - rausch. Aber nur zum Rausch, dem der Katzenjammer der Rechnung folg- te. Gelebte Leben hatten innerhalb von Tagen und Monaten ihren Sinn verloren, Menschen wurden nicht mehr gebraucht, waren überflÜssig... Unsicherheit bedeutet oft Angs da schließt sich der Kreis zudf Alkohol. Sucht geht uber das Befinden der Psyche in den Menschen ein. Sie macht dann korPerlich krank' Die physische Abhängigkeit läßt sich durch gezielte Therapie oder mit Medikamenten bekämPfen. Die PSY- ch ische Sucht ist viel breiter, viel komplexer und viel schwieriger aus- zuschalten. Wichtig ist, daß der Abhängige fruh- zeitig Hilfe sucht, allein kann er diese kaum bekämpfen. t ItI rl rj Sein Schweigen muß er Wörtlich fühd Herr Grosch brechen. AUS: ist keine-- kann das Schand€, ,,suchtkrank zu sein Schande. Jeder Mensch werden. Es ist aber eine nichts dagegen zu tun. Der Weg in die Beratungsstelle oder zum Hau sarzt lohnt sich immer. Und entgegen vieler landläufiger Meinun- gen. Es g ibt keinen hoff n u ngslosen Fal l. " Auf dem Weg zurÜck zur Straße riecht wieder die frische Farbe des renovierten Hauses. Gut zu wissen, meine ich, daß auch Menschen mit schweren Schäden hier eine Chance haben. Das ist, als wÜrde ein altes Haus renoviert. Es ist kein Neubau, hat aber wieder Standfestigkeit. o.st.
  9. 9. r- die straße Nr.1 Seite 9 oro fI/IPFEHLUIQ oor EMPFEHLUNG ..o EMPFEHI_[.,fQ ooo ,,lDie Woffen fer frauen sinf fie Mänrter... Maria hat ihren Gatten umgebracht und ist aus ihrem Land geflohen, uffi bei Elisabeth, der Königin von England, Schutz zu suchen. Doch Elisabeth läßt Maria, die Königin von Schottland, ihre Rivalin als ,Königin und als Frau, einkerkern. Der junge Mortimer, der heimlich zum katholischen Glauben übergetreten ist, sucht Maria in ihrer Zelle auf - er will sie mit Gewalt befreien. Doch Maria setzt auf Graf Leicester, mit dem sie einst ein Verhältnis hatte und der, da ist sie sicher, sie immer noch liebt. Leicester versucht tatsächlich, Zeit zu gewinnen, uffi über eine Befreiung Marias nachzusenken. Doch er hat die Rechnung ohne Elisabeth gemacht... Regie: Ingo Waszerkas, Ausstattung: Dorin Kroll Musik: Thomas Möckel Es spielen: Brigitte Peters (Maria Stuart), Cordula Gerburg (Elisabeth), Hans-Jürgen Wildgrube (Graf Leicester) u.a. Aus der Reihe DEUTSCHE KLASSIK : :'y: .0.?: : : T: :'1.": .t:L"."."1"1 i 3 : : Mafia StU aft von Fnednch schiner (Premiere) am 08. 12. 1995 um 20.00 Uhr in deT KAMMERBÜHNE Y.o.ry.. i I I 3.".1tJ':.* : i.u.r. f 9 : : 'l/om fiscfter unf seiner frou Märchen Fritz-Reuter-Bühne 06., 07., 08., 1 1 ., 12.,18., 19. 12., um 1 1 .00 Uhr As cfreruputte[ (La Cenerento to) Opernakademie Großes Haus 07.,08., 1 1 ., 12.,13., 14.,15., 17.,18., 19., 20., 22., 26., uffi 11.00 Uhr Der gestiefefte l(ater Märchenspiel nach Gebr. Grimm 13., 14. 12. -jeweils um 9.00 Uhr und um 11.00 Uhr ...oder zum Beispiel NACHT - CAFE III ,,Die siaße Weaner Luft aus der Kapuzinergruft" am 09. 1 2. um 23.00 Uhr im Foyer - Cafö (Rudolf Kostas, Kay-Gunter Pusch, Axel Kober) NACHT - CAFE IV Erotika I oder Schweine mit Flugel am 22. 12. um 23.00 Uhr Szene aus dem NACHT-CAFE lll Wenn Sie als Veranstalter auch auf dieser Seite erscheinen möchten schicken Sie uns lhre lnformationen!
  10. 10. die straße Nr. 1 Seite 10 in ,,Man hat hier irgendwo sein Zuhause." Leben der Frauenpension Kathrin Smietana (1 B) und Marita Radolke (30) sind zwei der vier Bewohnerinnen der im Oktober eröff- neten Frauenpension in der Schwe- riner Max-Planck-Str. 1 9. Daß sie nun seit etwa zwei Wochen hier wohnen dürfen, verdanken sie der schnellen Hilfe vorn Wohnungs- amt und der Frauenpension. In den abgeschlossenen 3-Raum-Wohnun- gen können jeweils zwei Frauen woh- nen. Neue Möbel stehen in jedem Zimmer. Fur die beiden Frauen sind das fast paradiesische Zustände. ,,die straße" befragte Kathrin Smietana dazu, wie sie sich hier eingelebt hat. Redaktion: ,,Kathrin, wärum bist Du hier eingezogen?" Kathrin:,,Meine Mutter hat rnich zuhause rausgesclrmissen. Dann bin ich zu meinem Freu nd aufs Dot"f gezogen. Er wohnt bei seirrern Vater, der Alkoholiker ist. Wir gingen uns alle auf die Nerven. lch hab mtch mit rneinem Frettnd ganz doll gestritten, bis er meine Sachen packte." Redaktion: ,,Welche Folgen hätten sich für Dich ergeben, wenn Du jetzt nicht hier untergekommen wärst?" Kathrin: ,,lch hätte nicht gewußt, wo ich bleiben soll. Meine Lehre als Friseuse hätte ich abbrechen müssen." Redaktion: ,,Gefällt es Dir hier?" Kathrin: ,,lch bin zufrieden, man hat hier irgendwo sein Zuhause." Aus Kathrins Augen strahlt ein Stuck Hoffnung. Sie vertraut der Haus- wirtschafterin Hannelore Sch ulze, die sich viel Zeit fur sie und die anderen Hausbewohnerinnen der Frauenpen- sion nimmt. Die Redaktion fuhrte anschließend ein Gespräch mit ihr zum gegenwärti- gen Stand der Arbeit. Redaktion: ,,Sie wollen den hier lebenden Frauen nach etwa einem Jahr Wohnung und Arbeit besorgen. Wie stellen Sie sich das vor?" Hannelore Schulze: ,,Besorgen ist nicht richtig. Wir wollen versucheh, gemeinsam mit dem Arbeitsamt einen Weg zu finden. Wir denken auch an eine Umschulung. Simone zum Beispiel macht jetzt eine Fort- bildung, Kathrin ist in der Ausbildung. Fur Marita können wir vielleicht eine Beratung mit den Mitarbeiterinnen vom Sozialamt, die die Hilfe zum Lebensu nterhalt bearbeiten u nd berechnen. " Redaktion:,,Es wohnen zur Zeit noch keine cbdachlosen Frauen ,,von Kathrin Smietana (1.v.1.) und Marita Radolke (3. Umschulung bekommen. Zu unseren nächsten Kontakten gehören deshalb die zum Arbeitsamt." Redaktion:,,Gibt es auch schon Kontakte zu anderen Amtern und wie gestaltet sich die Zusammenarbeit?" Hannelore Schulzer,,Eigentlich sehr gut. Wir haben eine ganz gute Zu- sammenarbeit mit dem Wohnungs- amt, das uns die Frauen vermittelt. Neulich hatten wir eine gemeinsame v.l.) bei der Besprechung der Straße" hier. Haben Sie vor, diese Frauen nicht anzusprechen?" Hannelore Schulze.,,Eigentlich ist der Weg so, daß wir uber das Woh- nungsamt die Frauen zugewiesen bekommen. Auf die Straße z-u gehen, ist im Moment nicht angedacht. Frauen, die das Projekt annehmefl, können nur solche sein, die ihr Leben wieder in den Griff kriegen wollen." Redaktion: ,,Nehmen Sie auch alko- holkranke Frauen auf oder weisen Sit diese ab?" Hannelore Schulzet,,Grundsätzlich können wir diese nicht aufnehmen. Aber wir weisen sie auch nicht ab. Wir versuchen sie an Beratungs- stellen zu vermitteln. lch denke da an die Evangelische Stadtmission, mit denen wir eine Zusammenarbeit an- geknupft haben. So konnten wir jetzt eine Frau über die Stadtmission in die Entgiftung, also in den Entzug, brin- gen. Ansonsten kön nen wir alkohol- abhängige Frauen erst nach über- standener Therapie unterbringen." Notunterkunft für eine Nacht Marina Westphal
  11. 11. die straße Nr.1 lst wo?Was Heimatliteratur Amt für Wohnungswesen Zum Bahnhof 5-7 19055 Schwerin Erhalt eines Wohnberechtigungsscheines Öffn u ngszeiten: Mo-Fr Do 8.00-12.00 Uhr 14.30-18.00 Uhr 0385/55 90 Literatur über unsere Heimat - Meck- ; wohnu"ttittlungsstetle und tenburs-Vorpommern - ,ro r'artiö i ffi-T::J-:i:f;geschrieben von Autoren aus der i tgoss schwerin Region liegt heute zahlreich im Ange- ; Wohnungsvermittlung und Tauschzentrate; Souvenir zum Jahreswechsel : Zwischen allen bunten Jahreskalen- : So=ialamt dern sticht ein einfacher, in seiner ! nnn"-Frank-Straße ss-s6 trarbgebu ng zurückhaltender Wo- : 19061 Schwerin 2 lenkalender über das historische : Antragstellung So-zialh-ilfe; Schwerin besonders hervor. Er ent- i Ansprechpartner für Mietrückstände; i Beantragung von Beihilfen fur Kosten, die hält viele wertvolle Aufnahmen auch i durch umzug und Bezug von wohnraum ent- aus jener Zeit, in der die Fotografie i stehen noch das Laufen lernte. Seine Her- i offnungszeiten: bot des Buchhandels. !ö+ Sie ist sicher auch ein beliebtes Ge- : y.tftYngszeiten: i Mo, Mi-Fr schenk zum Weihnachtsfest oder ein i oi u. Do : Max-Planck-Str. 19 i Eintrag in die Liste Wohnungssuchender 8.30-12.00 Uhr 9.00-18.00 Uhr 8.30 - 12.00 Uhr 14.00 - 18.00 Uhr 0385/34 09 00 14.00 - 22.00 Uhr 0385/56 50 07 0385/32 10 33 Caritativer Verband für Mecklenburg e.V. Tagesstätte und Beratungsstelle Große Wasserstr. 35 19053 Schwerin Ambulante Gefährdetenhilfe, Mittagstisch Öffnungszeiten: Mo-Fr Tel.: Lichtblick e.V. Sch u ld nerberatung Apothekerstr. 37 19055 Schwerin Beratung zu Fragen der finanziellen Haushaltsanierung und Schadenregulierung Off nungszeiten: Mo-Do Fr Tei.: Arbeiterwohlfahrt Kreisverband Schwerin J ustus-v. - Liebig-Straße 29 19063 Schwerin Off rr u rrgszeiten: stellung übernahmen der Stock & iXoo-tt Stein Verlag, die Texte verfaßte Jür- i r"r., gen Borchert . Zu beziehen ist dieser i schöne Kalender nur über die Schwe- i'' OOOactrlosenunterkunft riner Buchhandels-GmbH in ihrem i für alleinstehende wohnungslose Geschäft auf dem Marktplatz. , Männer Ab 1996 läßt der Hinstorff Verlag eine ! aersstr. 42 Tradition neu auf leben. Auf dem : 19055 Schwerin Markt ist bereits der aus den dreißi- : offnungszeiten: ger Jahren bekannte ,,Voß un tta""" i ä?l'tn Kalender. In seinen besten Jahren : 9.00 - 14.00 Uhr 0385/59 05 90 8.00 - 16.00 Uhr 8.00 - 12.00 Uhr 0385/5 81 27 76 9.00-11.00Uhr 13.00 - 15.00 Uhr a3B5/21 20 38 wurden 100 000 Exempla.re..von ih,m i Fr"uenpension und Frauenladen gedruckt. Er wurde weit über die : ^,^.. n,^^^,- o+- {6 )renzen Mecklenburgs bekannt und i r goo3 schwerin :-jr"r.r """ Ä;;;";;ä;; ;;;-usA ! Betreutes wohnen von areinstehenden gern gelesen. Diäser Heimatkalender i obdachlosen Frauen; Notunterkunft; Nutzutrg versteht sich als Anthologie g"- : flgid"rkammer'xüche.und waschmaschine schichilicher und titerariscrrer"textä '" i fllliitszeiten Frauenlää"iir.oo rn, Hoch und Platt. Er ist in fast allen i rer.: über0385i3420.12 Buchhandlungen unserer Stadt vor- i rätig. Frauenhaus Bewundernswert ist auch die ,,Kleine i Alternative Fraueninitiative e.v. Geschichte des Landes Mecklen- : Zufluchtstätte für Frauen und ihre Kinde( die bUrg-VOrpOmmern" VOn ROlf SChnei- ; physischer und psychischer Gewalt ausge- : setzt sind Mo Fr Tel.: der, im Argon Verlag erschienen. i *=o,rrf ret.: Geschichte und Geschichten, die: noch wenig bekannt sind: Von der i Wohnheim der WGS-WHB Eiszeit bis zur Einheit. Historische : Anne-Frank-Str. 32 Abbildungen und Pläne illustrieren oie , ,1^?-061 Schwerin spannende Lektüre. ein ar"h irii "rr", i ff::il::Hil:ilJ::jffi 'o":.äi"l.jl?; die Geschichte entdecken und erle- i öffnungszeiten: tägt.7.00 _ 15.00 uhr ben wollen. O.Starke V Tet.: O3gb/g22}12 Schweri ner Arbeitslosenzentru m ,,sALZ" Wismarsche Str. 152 19053 Schwerin Kostenlose Beratung für Arbeitslose; Betreuung von Arbeitslosen, deren Kinder, Vorruheständler und Empfänger von Altersübergangsgeld Öffnungszeiten: 13.00 - 15.30 Uhr 9.00 - 15.30 Uhr 9.00 - 17.00 Uhr 9.00 - 12.00 Uhr 0385/5 81 14 01 Mo Di-Mi Do Fr Tel.:
  12. 12. die straße Nr.1 Seite 12 Aus einem l@rncften Waftrfteit 6ä.ck7 [ie Lüge einen Lai6 ßrot Am Platz der Jugend in Schwerin begegnen sich zwei Penner. Fragt einer den anderen: ,,Wo arbeitest du?" ,,Nirgends." ,,Und was tust du?" ,,Gar nichts." ,,lst das eine gute Beschäftigung?" ,,Eine sehr gute! Aber leider viel Konkurrenz!" {. Zwei Penner, ein blinder und ein lah- mer begegnen einander. ,,Wie geht es dir?", fragt der Blinde. ,,Wie du siehst", antwortet der Lahme. + Der Mann wirft wütend den Hörer auf die Gabel." Wieder falsch verbunden!" - ,,Was wollte er denn?" fragt die Frau aus dem Bett. ,, Der wollte wissen, ob die Luft rein ist!" -,,Und?" -,,lch hab' ihm gesagt, er soll den Wetterdienst anrufen. " Wem das Leben so mitspielt ... ,,Woher hast d u denn das blaue Auge", wird Emil gefragt. ,,Von meiner Frau!" - ,,lch denke, sie ist verreist Das dachte ich auch." Ein verlobtes Mädchen will sich Rat bei ihrer Oma holen. ,,lch glaube, ich kann den Emil nicht heiraten", sagt sie, ,,ar kennt so viele unanständige Lieder." ,,Singt er sie dir vor?" ,,Nein, das nicht, er pfeift sie aber." ,,Kannst du dich noch an deine letzten Angelausflüge erinnern?",,Aber ja, Wochen her, wo ich Forellen gefangen habe." - ,,Genau, eine hat jetzt angeru- fen. Sie bekommt ein Kind von dir." ryfLifumerL Es ist gesagt worden, daß die Liebe zum Geld die Wu rzel alles Bösen sei. Fur den Mangel an Geld ist das ebenso wahr. Samuel Butler Ein Mann, der sehr beschäftigt ist, ändert selten seine Meinung. F. W. Nietzsche Körperliche Bewegung ist Bist du gesund, brauchst nicht; bist du krank, sollst meiden. lmpressum Herausgeber: Dieter Hollnagel, Start e.V. Redaktion: Burghild Brunzel (v.i.S.d.P.) Marina Westphal Anschrift der Redaktion. Lubecker Straße 53 '19053 Schwerin Tel.: (0385) 73 30 22 Fax: (0385) 73 30 08 Vertrieb: Start e.V. Gestaltung u. Satz: Werbeagentur Starke & Partner Bergstraße 69 19055 Schwerin Quatsch. du sie du sie ver- Henry Ford Druck: Turo Print GmbH Bergstraße 69 19055 Schwerin Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzung von Artikeln vor. Für unverlangt eingesandte Manuskripte und Fotos übernehmen wir keine Haftung Vielleicht schreiben Sie ults. ,,die straße", das Sprachrohr für Sozialschwache, lreut sich über lhre Einsendungen. Winter im Schweriner Burggarten

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