ERKENNTNISPHILOSOPHIE
WAS KÖNNEN WIR WISSEN?

Anwendungsbeispiele: Behauptungen mit Rechtfertigungen
von Laurenz Hudetz
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BEISPIEL 1:
Behauptung eines Verwandten: “Der Bart
meines Philosophielehrers ist
ganz weiß.”
Seine Rechtfertigung: “Na, da...
BEISPIEL 2:
Behauptung einer Mathematiklehrerin:
“Es gibt unendlich viele Primzahlen.”
Ihre Rechtfertigung: “Das folgt
log...
BEISPIEL 3:
Behauptung eines Passanten: “Die
Ampel war schon rot als der
Autofahrer in die Kreuzung einbog und mit
der Rad...
BEISPIEL 4:
Behauptung einer analytischen
Philosophin: “Wenn alle Philosophen
Argumente für ihre Meinungen
vorbringen und ...
BEISPIEL 5:
Behauptung der Köchin: “Der Butler war
der Mörder.”
Ihre Rechtfertigung: “Ich habe durch
das Fenster gesehen, ...
BEISPIEL 6:

Behauptung eines griechischen
Geometers: “Zu einer Geraden g und
einem Punkt P, der nicht auf g liegt, gibt
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BEISPIEL 7:
Behauptung eines Philosophen der
Postmoderne: “Die analytische Philosophie
dient eigentlich dem amerikanischen...
BEISPIEL 8:
Behauptung der Schülerinnen und
Schüler: “Die Unterrichtseinheit ist aus.”
Ihre Rechtfertigung: “Wir haben geh...
BEISPIEL 9:
Behauptung eines neuzeitlichen
Philosophen: “Der Betrag der
Gravitationskraft zwischen zwei Körpern ist
propor...
BEISPIEL 10:
Behauptung eines Journalisten “Menschen, die anspruchsvolle
Literatur lesen, können die emotionale Verfassung...
BEISPIEL 11:

Behauptung eines Pfeifenrauchers in
Cambridge: “Es gibt zwei menschliche
Hände.”
Seine Rechtfertigung: “Ich ...
BEISPIEL 12:
Behauptung eines Im-Bett-Gebliebenen:
“Ich existiere.”
Seine Rechtfertigung: “Es ist intuitiv
evident, dass i...
BEISPIEL 13:
Behauptung eines alten Totengräbers:
“Alle Menschen sind sterblich.”
Seine Rechtfertigung: “Bisher ist noch
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Anwendungsbeispiele Erkenntnistheorie2013

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Anwendungsbeispiele für Rechtfertigungsarten der Erkenntnistheorie für den Philosophieunterricht der 8. Klasse.

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Anwendungsbeispiele Erkenntnistheorie2013

  1. 1. ERKENNTNISPHILOSOPHIE WAS KÖNNEN WIR WISSEN? Anwendungsbeispiele: Behauptungen mit Rechtfertigungen von Laurenz Hudetz erstellt und veröffentlicht von Elke Hammerl Layout Microsoft Office Home and Student 2013 → Kondensstreifen
  2. 2. BEISPIEL 1: Behauptung eines Verwandten: “Der Bart meines Philosophielehrers ist ganz weiß.” Seine Rechtfertigung: “Na, das sehe ich ja jede Woche.”
  3. 3. BEISPIEL 2: Behauptung einer Mathematiklehrerin: “Es gibt unendlich viele Primzahlen.” Ihre Rechtfertigung: “Das folgt logisch aus den Grundsätzen der Zahlentheorie (den Peano-Axiome) und die sind unmittelbar einleuchtend.”
  4. 4. BEISPIEL 3: Behauptung eines Passanten: “Die Ampel war schon rot als der Autofahrer in die Kreuzung einbog und mit der Radfahrerin zusammenstieß.” Seine Rechtfertigung: “Ich habe gesehen, dass die Ampel schon rot war, als der Autofahrer in die Kreuzung einbog und mit der Radfahrerin zusammenstieß.”
  5. 5. BEISPIEL 4: Behauptung einer analytischen Philosophin: “Wenn alle Philosophen Argumente für ihre Meinungen vorbringen und Jacques keine Argumente für seine Meinungen vorbringt, dann ist Jacques kein Philosoph.” Ihre Rechtfertigung: “Dieser Satz ist aus rein logischen Gründen wahr.”
  6. 6. BEISPIEL 5: Behauptung der Köchin: “Der Butler war der Mörder.” Ihre Rechtfertigung: “Ich habe durch das Fenster gesehen, dass der Butler den Hausherren mit einem Kerzenleuchter erschlagen hat.”
  7. 7. BEISPIEL 6: Behauptung eines griechischen Geometers: “Zu einer Geraden g und einem Punkt P, der nicht auf g liegt, gibt es genau eine Gerade g*, die durch den Punkt P geht und parallel zur ersten Geraden g ist.” (Euklids Parallelenpostulat) Seine Rechtfertigung: “Das ist intuitiv evident.”
  8. 8. BEISPIEL 7: Behauptung eines Philosophen der Postmoderne: “Die analytische Philosophie dient eigentlich dem amerikanischen Imperialismus.” Seine Rechtfertigung: “Die analytische Philosophie ist vorgeblich politisch neutral. Wir können aus zahlreichen Beispielen aus der Vergangenheit schließen, dass alles, was vorgeblich politisch neutral ist, eigentlich dem amerikanischen Imperialismus dient. Also dient die analytische Philosophie eigentlich dem amerikanischen Imperialismus”
  9. 9. BEISPIEL 8: Behauptung der Schülerinnen und Schüler: “Die Unterrichtseinheit ist aus.” Ihre Rechtfertigung: “Wir haben gehört, dass es gerade geläutet hat, und per Definition ist die Unterrichtseinheit aus, wenn es geläutet hat.”
  10. 10. BEISPIEL 9: Behauptung eines neuzeitlichen Philosophen: “Der Betrag der Gravitationskraft zwischen zwei Körpern ist proportional zum Produkt ihrer Massen und umgekehrt proportional zum Quadrat ihres Abstandes.” Seine Rechtfertigung: “Das folgt aus den Newton’schen Gesetzen und die Newton’schen Gesetze sind intuitiv evident.”
  11. 11. BEISPIEL 10: Behauptung eines Journalisten “Menschen, die anspruchsvolle Literatur lesen, können die emotionale Verfassung ihrer Mitmenschen besser erkennen.” [vgl. http://derstandard.at/1379293129606/Gute-Lektuere-hilft-beim-Gedankenlesen%5D] Rechtfertigung: “Eine psychologische Forschungsgruppe hat eine Stichprobe von Personen untersucht und herausgefunden, dass in der Stichprobe diejenigen, die anspruchsvolle Literatur gelesen hatten, die emotionale Verfassung ihrer Mitmenschen durchschnittlich etwas besser erkennen konnten, als die anderen. Die Forschungsgruppe hat dieses Ergebnis mit statistischen Mitteln auf die Grundgesamtheit verallgemeinert. Also gilt es für alle Menschen.”
  12. 12. BEISPIEL 11: Behauptung eines Pfeifenrauchers in Cambridge: “Es gibt zwei menschliche Hände.” Seine Rechtfertigung: “Ich sehe hier meine linke Hand und hier meine rechte. Also gibt es zwei menschliche Hände.”
  13. 13. BEISPIEL 12: Behauptung eines Im-Bett-Gebliebenen: “Ich existiere.” Seine Rechtfertigung: “Es ist intuitiv evident, dass ich existiere. Daran kann man keinen vernünftigen Zweifel haben.”
  14. 14. BEISPIEL 13: Behauptung eines alten Totengräbers: “Alle Menschen sind sterblich.” Seine Rechtfertigung: “Bisher ist noch jeder Menschen irgendwann gestorben. Deshalb werden sicher auch in Zukunft alle Menschen einmal sterben.”

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