Netzneutralität

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Netzneutralität

  1. 1. Netzneutralität Sebastian BeschkeDiskussionsbeitrag für die Sitzungder Jusos Tübingen am 2.12.2010
  2. 2. Übersicht● Einführung ● Das Internet ● Definition der Netzneutralität● Argumente● These
  3. 3. Das Internet: Physische Schicht● Das Internet hat eine logische und eine physische Schicht● Physische Schicht ● Leitungen (z.B. Glasfaser) gehören Netzbetreibern – In Deutschland größter Netzbetreiber: Telekom ● Betreiber tauschen Daten an Exchange Points aus ● Teilnehmer sind ans Netz eines Betreibers angebunden
  4. 4. Das Internet: Logische Schicht● Logische Schicht ● Teilnehmer A möchte Daten an Teilnehmer B schicken ● Betreiber leiten die Daten Richtung Ziel – Möglicherweise durch/in Netze anderer Betreiber ● Ermöglicht Aufbauen von Verbindungen unabhängig von physischer Infrastruktur● Die Schnittstelle zwischen beiden Schichten ist das Internet Protocol ● IP-Adressen entsprechen Absender-, Empfängermarkierungen
  5. 5. Das Internet: Pakete Abs: 91.32.30.41 An: 209.85.148.104 Nach:Independence, MO, USA
  6. 6. Netzneutralität● Wann ist ein Netz neutral? ● Wenn alle Kommunikationsvorgänge gleich behandelt werden... – unabhängig von Sender, Empfänger, Inhalt ● Zugriff auf bestimmte Dienste, Inhalte wird nicht degradiert oder eingeschränkt● Wann ist ein Netz nicht neutral? ● Zugriff auf bestimmte Dienste wird verhindert – Skype über mobiles Internet – P2P-Software (Bittorrent etc.) ● Bestimmte Dienste werden bevorzugt oder benachteiligt – Z.B.: Seiten von Google werden schneller ausgeliefert
  7. 7. Pro und Contra?● Netzneutralität ist eine Regulierungsfrage ● Pro Netzneutralität bedeutet: Pro Regulierung von Telekommunikationsunternehmen – Gesetzgebung soll zur Netzneutralität verpflichten● Es stehen sich Interessen verschiedener Gruppen gegenüber● Die Kontrahenten: ● Pro NN: Interessengruppen, Internetunternehmen ● Contra NN: Telekommunikationsunternehmen, Medienunternehmen
  8. 8. Argumente
  9. 9. Quality of Service● Contra NN ● Die Datenmengen steigen rasant. Quality of Service wird gebraucht, um Engpässe zu verhindern ● Bestimmte Anwendungen (Telemedizin, Videokonferenzen) brauchen Qualitätsgarantien● Pro NN ● Datenvolumen steigt seit Anbeginn des Internet, Kapazitätserhöhungen sind die richtige Maßnahme ● QoS-Infrastruktur ist teuer und zur Zensur geeignet – besser Kapazitäten ausbauen
  10. 10. Wem gehört das Netz?● Contra NN ● Es ist unser Netz und wir dürfen es für Profit nutzen – z.B. durch Preisstaffelung – Sonst ist der Ausbau von Kapazitäten nicht möglich ● Wir dürfen auch entscheiden, wer es nutzen darf● Pro NN ● Das Internet ist als öffentliche Infrastruktur zu betrachten – Kapazitätsausbau kann somit ggf. öffentlich gefördert werden ● Zensur durch Betreiber darf nicht stattfinden
  11. 11. Überholspur fürs Internet● Contra NN ● Zusatzverträge mit einzelnen Anbietern für bevorzugte Beförderung entsprechen kapitalistischer Logik – Mehr Leistung für mehr Geld ● Anbieter, die große Kapazitäten nutzen, müssen auch mehr zahlen● Pro NN ● Bevorzugung einiger Anbieter für Geld benachteiligt weniger finanzstarke Anbieter – Verringert die wirtschaftliche Dynamik, zementiert Marktmacht von Konzernen – Führt zur Kommerzialisierung des Internet – Demokratisches Potenzial des Internet kommt somit nicht zum Einsatz
  12. 12. These
  13. 13. Die Frage● Überlässt man das Internet den Telekom- und Medienunternehmen?● Oder erhält man sich die kreative Kraft auch nichtkommerzieller Nutzer?
  14. 14. Die Gefahr● Konzerne haben kein Interesse an Demokratie, Wettbewerb ● Hier muss also, wie bei Medien, regulierend eingegriffen werden● Konzerne agieren profitorientiert ● Nicht profitable Dienste würden ohne Regulierung wegfallen● Die Gefahr: ● Das Internet wird eine Art Privatfernsehen: irrelevante Kommerz-Berieselung
  15. 15. Die Möglichkeiten● Das Internet hat die Gesellschaft verändert ● Jeder kann ohne viel Geld Inhalte veröffentlichen – Dadurch gibt es Informationskanäle abseits des Mainstream – Und des Kommerz ● Das Internet bietet eine Plattform für innovative Startup-Unternehmen ● Möglich wurde dies durch die bisher de facto geltende Netzneutralität ● Dies darf nicht gefährdet werden
  16. 16. Folgerung● Netzbetreiber müssen alle Datenpakete gleich behandeln ● Einzige Ausnahme: Zur Behebung von temporären Problemen (wie Angriffen auf die Infrastruktur) ● Es ist nicht erlaubt, Daten aufgrund von Absender, Empfänger oder Inhalt zu beschleunigen, verlangsamen oder blockieren● Ein Zugang, der diese Bedingungen nicht erfüllt, darf nicht als „Internet-Zugang“ bezeichnet werden
  17. 17. Diskussion
  18. 18. Leseliste● La Quadrature du Net: Dossier: Protecting Net Neutrality in Europe https://www.laquadrature.net/en/Net_neutrality● Elektrischer Reporter: Netzneutralität – Alle Bits sind gleich? https://www.youtube.com/watch?v=ivPIIhOUXIo● Zeit Online: "Wir sind keine Zensurbehörde!", Interview mit Telekom-Chef Rene Obermann http://www.zeit.de/wirtschaft/2010-11/interview-obermann● Zu Medienpolitik allgemein: Robert W. McChesney, The Problem of the Media: U.S. Communication Politics in the Twenty-First Century, Monthly Review Press, New York 2004, ISBN-10:1-58367-105-6

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