Namengebung
des mittelalterlichen Adels
zwischen Saale und Neiße
Workshop zur Namenforschung
„Personennamen in der Gesells...
Mein Zugang zum Thema
Warum Namen des Adels?
[1079] municipium, urbs
[1105] burcwardus, 1170 castrum
1090 Wicbertus, 1104 ...
Namengebung des Adels im Mittelalter
Gliederung
1. Einführung in das Thema
2. Die Zeit der Einnamigkeit
3. Das Aufkommen d...
Einführung (1)
Literaturauswahl
Fokus: Mediävistische Forschung
• Namenforschung, 2 Bde., hg. v. Ernst Eichler et al. (= H...
„Nomen et gens“ – Interdisziplinäres Forschungsprojekt – Frühmittelalter
• Projekt-Website und Publikationen, u.a.
• Name ...
Einführung (3)
Das Saale-Neiße-Gebiet, 7. bis 13. Jh.
Karte: Hans Walther (1989), zur Quelle siehe Folie 21
10. Juli 2013 ...
Einführung (4)
Adel und Lehnrecht
Quelle: Sachsenspiegel, Dresdner Bilderhandschrift, Lehnrecht fol. 57r
10. Juli 2013 Sus...
Einführung (5)
Personennamen in mittelalterl. Schriftquellen
Überlieferung im Saale-Neiße-Gebiet (themenbezogen, vereinfac...
Die Zeit der Einnamigkeit (1)
Exkurs: Personennamen in Urkunden
Quelle: MGH DH IV 455 – Regensburg 1097 Juni 14
10. Juli 2...
Zeit der Einnamigkeit (2)
Sprachliche Herkunft der Einzelnamen
Literatur im Anhang
Im Saale-Neiße-Gebiet des 9. bis 11. Jh...
Aufkommen der Beinamen (1)
Typologie der Beinamen
(Vgl. Namenforschung [HSK 11.2] 1247ff., Familiennamen)
Beinamen nach de...
Aufkommen der Beinamen (2)
Herkunftsbezeichnungen im 12. Jh.
Quelle: CDS I/2/3 – 1103, Bischof Walram von Naumburg für Geo...
Aufkommen der Beinamen (3)
Herkunftsbezeichnungen im 12. Jh.
Quelle: CDS I/2/270 – 1157 April 19
10. Juli 2013 Susanne Bau...
Aufkommen der Beinamen (4)
Beinamenwechsel – Ortswechsel
Die Familie von Rötha - Trachenau – Dohna (Auswahl, vgl. Lokaler ...
Colditz (1158) - Wolkenburg (1274) / Breitenhain (1274)
Knauthain (1174) / Knautkleeberg (1190) - Kleinzschocher (1253)
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Aufkommen der Beinamen (6)
Exkurs: Namen im Siegel
Heinrich Kämmerer von Groitzsch (1195-1197)
1197 A Heinricus camerarius...
Entstehung der Familiennamen (1)
Merkmale der Verfestigung von BN zu FN/HFN
Seit 2. Hälfte 13. Jh., Verdichtung im 14. Jh....
Entstehung der Familiennamen (2)
Exkurs: Namenvariation und -verfestigung
Die Familie Große von Rochlitz / Seebitzschen / ...
Entstehung der Familiennamen (3)
Exkurs: Vornamen des niederen Adels
• Slavische VN bis Ende 13. Jh. überliefert, danach k...
Namengebung des Adels
Fazit
und
Diskussion
Gehörten Hinz und Kunz zur Familie?
(zum Geschlecht, zur Burg, zur Klientel etc...
Bild- und Quellennachweis
Diese Angaben ergänzen die Nachweise auf den voranstehenden Folien.
Folie 6: Hans Walther (1989)...
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Namengebung des mittelalterlichen Adels zwischen Saale und Neiße

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Die Präsentation basiert auf der Publikation der Autorin zum "Lokalen Adel in Nordwestsachsen" und erweitert diese mit Blick auf das altsorbische Sprachgebiet. Die zitierten Namenbeispiele wurden für einen Workshop mit Studierenden und Namenforschern an der Universität Leipzig ausgewählt.

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Namengebung des mittelalterlichen Adels zwischen Saale und Neiße

  1. 1. Namengebung des mittelalterlichen Adels zwischen Saale und Neiße Workshop zur Namenforschung „Personennamen in der Gesellschaft“ Dr. Susanne Baudisch 10. Juli 2013 Universität Leipzig, Namenkundliches Zentrum & Deutsche Gesellschaft für Namenforschung e.V.
  2. 2. Mein Zugang zum Thema Warum Namen des Adels? [1079] municipium, urbs [1105] burcwardus, 1170 castrum 1090 Wicbertus, 1104 V. de Saxonia 1157 Theodericus castellanus de Groiz 1166 Fridericus, ministerialis regni 1195 Henricus camerarius de Grouze 1197 Gerhardus Leo de Greyz Wiprechtsburg Groitzsch 1992 Gehörten Hinz und Kunz zur adligen Familie? (zum Geschlecht, zur Burg, zur Klientel etc.) Welche Kriterien sind zu berücksichtigen? Welche Fragen sind zu beantworten? 10. Juli 2013 Susanne Baudisch, Namengebung des Adels 2
  3. 3. Namengebung des Adels im Mittelalter Gliederung 1. Einführung in das Thema 2. Die Zeit der Einnamigkeit 3. Das Aufkommen der Beinamen und der Übergang zur Mehrnamigkeit 4. Die Verfestigung von Beinamen zu erblichen Familiennamen 5. Fazit und Diskussion 10. Juli 2013 Susanne Baudisch, Namengebung des Adels 3
  4. 4. Einführung (1) Literaturauswahl Fokus: Mediävistische Forschung • Namenforschung, 2 Bde., hg. v. Ernst Eichler et al. (= Handbücher zur Sprach- und Kommunikationswiss. 11/1-2), Berlin/New York 1995/96. • Wilhelm Störmer: Adel und Ministerialität im Spiegel der bayerischen Namengebung (bis zum 13. Jh.), in: Deutsches Archiv für die Erforschung des Mittelalters 33 (1977), 84-152 (Online-Ressource). • Personennamen und Identität. Namengebung und Namengebrauch als Anzeiger individueller Bestimmung und gruppenbezogener Zuordnung, hg. von Reinhard Härtel, Graz 1997. • Michael Mitterauer: Ahnen und Heilige. Namengebung in der europäischen Geschichte, München 1993. • Michael Mitterauer: Traditionen der Namengebung. Namenkunde als interdisziplinäres Forschungsgebiet, Wien/Köln/Weimar 2011. 10. Juli 2013 Susanne Baudisch, Namengebung des Adels 4
  5. 5. „Nomen et gens“ – Interdisziplinäres Forschungsprojekt – Frühmittelalter • Projekt-Website und Publikationen, u.a. • Name und Gesellschaft im Frühmittelalter, hg. von Dieter Geuenich, 2006. • Namen des Frühmittelalters als sprachliche Zeugnisse und Geschichtsquellen, hg. von Albrecht Greule und Matthias Springer, 2009. Aufsätze / Studien - Spätmittelalter • Häuser, Namen, Identitäten, hg. v. Karin Czaja u. Gabriela Signori (Spätmittelalterstudien 1), Konstanz 2009. • Konkurrierende Zugehörigkeit(en). Praktiken der Namengebung im europäischen Vergleich, hg. v. Christof Rolker u. Gabriela Signori (Spätmittelalterstudien 2), Konstanz 2011. Einführung (2) Literaturauswahl Fokus: Mediävistische Forschung 10. Juli 2013 Susanne Baudisch, Namengebung des Adels 5
  6. 6. Einführung (3) Das Saale-Neiße-Gebiet, 7. bis 13. Jh. Karte: Hans Walther (1989), zur Quelle siehe Folie 21 10. Juli 2013 Susanne Baudisch, Namengebung des Adels 6
  7. 7. Einführung (4) Adel und Lehnrecht Quelle: Sachsenspiegel, Dresdner Bilderhandschrift, Lehnrecht fol. 57r 10. Juli 2013 Susanne Baudisch, Namengebung des Adels 7 Heerschildordnung (Mark Meißen, Mitte 14. Jh.) 1. König (Adlerschild) 2. Geistliche Reichsfürsten 3. Weltliche Reichsfürsten (Markgrafen von Meißen) 4. Freie Herren (Burggrafen von Meißen) 5. Vasallen der freien Herren (Herren v. Colditz) 6. Vasallen des 5. Heerschilds (Schild nicht zuzuordnen) 7. Heerschild leer und ohne Spitze, lässt Ausprägung der Lehnsfähigkeit offen
  8. 8. Einführung (5) Personennamen in mittelalterl. Schriftquellen Überlieferung im Saale-Neiße-Gebiet (themenbezogen, vereinfacht) 900 1300 Urkunden Diplomata (Könige, Kaiser) ‚Privaturkunden‘ (Adel, Städte) Amtsbücher/Akten Lehnbücher, Register etc. 1349/50 LbF (Wettiner) 15. Jh. Ehrbarm. Steuerregister Chroniken, Annalen … (Literarisch-historische Quellen) 1012-18 Thietm. Chron. um 1150 Ann. Pegav. um 1230 Chron. Montis Ser. 10. Juli 2013 Susanne Baudisch, Namengebung des Adels 8
  9. 9. Die Zeit der Einnamigkeit (1) Exkurs: Personennamen in Urkunden Quelle: MGH DH IV 455 – Regensburg 1097 Juni 14 10. Juli 2013 Susanne Baudisch, Namengebung des Adels 9
  10. 10. Zeit der Einnamigkeit (2) Sprachliche Herkunft der Einzelnamen Literatur im Anhang Im Saale-Neiße-Gebiet des 9. bis 11. Jh. Slavische (sorbische) Rufnamen (RN) 9. Jh. Semela, Miliduoch, Cimusclo, Zistibor  reges, duces, primores (Fürsten) 10. Jh. Cuchavic senior (971, Zwenkau)  sorbischer Adel (?) 11. Jh. Budislav (1017), Dirsico (1028), Zuliso, Szwisla (1031), Sememizl (1040), Moic (1041), Jarmir (1045), Vitic (1097)  milites, fideles der dt. Könige bzw. (fürstlichen) Adels Germanische bzw. deutsche RN 10./11. Jh. Ekkihardus, Herimannus, Heinricus, Wi(c)bertus, Rothardus etc. etc. Bsp.: Marcwardus (1041, 1068)  Zweigliedrige dt. RN stellen den Hauptanteil der Personennamen innerhalb einer noch schmalen Überlieferungsbasis  dt., vorwiegend fürstlicher bzw. edelfreier Adel, anteilig auch sorbischer Adel (?)  Fürstennachbenennung (sog. ‚Hinz- und Kunz‘-Phänomen), bis ins Spätmittelalter 10. Juli 2013 Susanne Baudisch, Namengebung des Adels 10
  11. 11. Aufkommen der Beinamen (1) Typologie der Beinamen (Vgl. Namenforschung [HSK 11.2] 1247ff., Familiennamen) Beinamen nach der Herkunft (HN) RN + de + ON 1103 Boppo de Cullidiz (Colditz) Beinamen aus Rufnamen (RN) RN + RN 1174 Heinricus qui et Knut; 1277 Timo Knut; 1322 Albertus Knut de Pultzitz (Pulschitz) Beinamen nach der Wohnstätte (WN) / Nähe zu HN RN + Präp. + WN 1254 Henrich unde Boleslawen von der Wira (Wyhra) Beinamen aus Berufs-, Amts-, Standesbezeichnungen (BB) RN + BB 1197 Heinricus marscalcus, 1204 Conradus camerarius 1228 Heinricus de Cunradus fratres de Nannenstein (Gnandstein) Beinamen aus Übernamen (ÜN) RN + ÜN 1216 Sifridus List, 1233 Sifridus List de Bennendorf (Benndorf) Warum HN führende Position bei Adelsnamen? 10. Juli 2013 Susanne Baudisch, Namengebung des Adels 11
  12. 12. Aufkommen der Beinamen (2) Herkunftsbezeichnungen im 12. Jh. Quelle: CDS I/2/3 – 1103, Bischof Walram von Naumburg für Georgenkloster Freie Herren 1103 Teto de Crozuc [Krosigk], Boppo de Poleb [Polkenberg], Boppo de Cullidiz [Colditz], (CDS I/2/3) – nobiles Fürsten 1131 Conradus marchio de Within (CDS I/2/85) 1134 Chunradus marchio de Misine (CDS I/2/98) 10. Juli 2013 Susanne Baudisch, Namengebung des Adels 12
  13. 13. Aufkommen der Beinamen (3) Herkunftsbezeichnungen im 12. Jh. Quelle: CDS I/2/270 – 1157 April 19 10. Juli 2013 Susanne Baudisch, Namengebung des Adels 13
  14. 14. Aufkommen der Beinamen (4) Beinamenwechsel – Ortswechsel Die Familie von Rötha - Trachenau – Dohna (Auswahl, vgl. Lokaler Adel, 318f.) 1127 Z Heinricus de Rotau (Rotov, Rotow), UBM 97 1143 Z Heinricus de Rodewa, DKO III 86 1144 Z Heinricus praefectus, CDS I/2/175 1145 T beneficium ... Ottonis de Rothowe, UBN I 175 1156 Z Heinricus castellanus de Donin, nobilis, CDS I/2/262 1157 Z Otto de Thraconov, UBN I 230 1159 Z Heinricus de Rotowe, nobilis, UBN I 236 1160 Z Heinricus prefectus urbis de Donin, CDS I/2/295 1161 Z Heinricus de Rodethowe et fratres eius Lambertus et Otto, CDS I/2/298 1170 Z Heinricus prefectus de Donin et frater eius Otto de Drachenowa, CDS I/2/364 1170 Z Henricus et Otto fratres de Rottowe, nobiles, UBN I 273 [1156-1170] Z Heinricus burgravius de Donin, CDS I/2/372 [1171] Z Henricus de Rothowe et frater eius Otto, nobiles, UBN I 279  Namensträger verfügen über einen ursächlichen Bezug zum namengebenden Ort.  Beinamen sind unfest und wechseln häufig (Ortswechsel korrelieren mit Namenwechseln). 10. Juli 2013 Susanne Baudisch, Namengebung des Adels 14
  15. 15. Colditz (1158) - Wolkenburg (1274) / Breitenhain (1274) Knauthain (1174) / Knautkleeberg (1190) - Kleinzschocher (1253) Kleinbothen (1181) - Grimma (1212)  zu Luppa (1244) - Döben (1330)? Lindenau (1182) - Leutzsch (1295) Leisnig (1185) - Döbeln (1200) Hohburg (1185) - Hennersdorf (1221) Altengroitzsch (1188) - Groitzsch (1196) Großpösna (1190) - Threna (1205) - Wolftitz (1229), zur Fam. v. Falkenhain b. Zeitz Brandis (1191) - Dölitz (1262) - Machern (1324) Weißenfels (1196) - Schladebach (1197) - Gnandstein (1228) - Frohburg (1317) / Mockeritz (1325) / Gruna (1333) / Wolftitz (vor 1352) Altenburg (1143) - Frohburg (1198) / Flößberg (…) Pletzschwitz (1203) - Wurzen (1203) Mildenstein (1205) - Kyffhausen (1222/1239) Gersdorf (1213) / Hartha (1228) - Blankenau (1269) Luppa (1213) - Döben (1214 Bgf.) Zeschwitz (1228) - Gorschmitz (1278) Aufkommen der Beinamen (5) Beinamenwechsel – Ortswechsel Weitere Beispiele für Namensvarianz aus Nordwestsachsen 10. Juli 2013 Susanne Baudisch, Namengebung des Adels 15
  16. 16. Aufkommen der Beinamen (6) Exkurs: Namen im Siegel Heinrich Kämmerer von Groitzsch (1195-1197) 1197 A Heinricus camerarius imperatoris S … DE.NUWENGRUIZ. Kaiserurk. in Abb., Nr. 10, 20b Konrad Knut (1288-1306) [1288-1291] A Konrad Knut S … Conradi Knut de Wizenvels HStADD Urkunde 131  Johannes Große von Döbeln (1290-1340) Quelle: SAWL IV, Tf. 23 1309 A Johannes dictus Magnus (unter castellani in Döbeln) S … Johannis castellani in Dobelyn dicti Magni HStADD Urkunde 1880  Urkundenausstellungen und Siegelgebrauch sind für den niederen Adel erst nach 1250 in größerem Umfang festzustellen, zuvor sind sie eher selten 10. Juli 2013 Susanne Baudisch, Namengebung des Adels 16
  17. 17. Entstehung der Familiennamen (1) Merkmale der Verfestigung von BN zu FN/HFN Seit 2. Hälfte 13. Jh., Verdichtung im 14. Jh. • hohe Namenskonstanz (Vererbung des BN, etwa über zwei bis drei Generationen) Überlieferung agnatischer Verbindungen als wichtiger Indikator • Gebrauch des dictus-Zusatzes 1265 fratres dicti de Coldicz • Differenzierung von HN und WN 1290 Otto dictus de Scecewyzc in Kurzmyzc residens 1350 Johannes von deme Hayne gesezzen zo Wenigen Schocher • Beibehalt des HN bei Entfernung vom namengebenden Ort Beispiel: Migrationsbewegungen nach Schlesien 1191 Conradus de Wloch (Auligk) > seit 1289 (bis Ende 14. Jh) zahlreich als Amtsträger und Vasallen der schlesischen Herzöge 10. Juli 2013 Susanne Baudisch, Namengebung des Adels 17
  18. 18. Entstehung der Familiennamen (2) Exkurs: Namenvariation und -verfestigung Die Familie Große von Rochlitz / Seebitzschen / Döbeln / Trebsen Reinhard (1254-1294) 1254 de Rocheliz, 1277 miles dictus de Rochlizt 1283 miles dictus de Deuzin castellanus in Dobelin 1288 de Dobelyn dictus de Deuszin castrensis de Rochelizc 1290-94 von Seebitzschen (13 Erw.) Johannes I. senior (1290-1340) 1309 castellanus in Dobelyn dictus Magnus 1314 Magnus miles de Dobelin 1319 de Zeuschin miles dictus Magnus 1321ff. Große von Döbeln / von Seebitzschen Johannes III. iunior (1328-1363) 1330ff. Magnus / Große von Döbeln, von Seebitzschen 1350 Deyn, genant Jungen Grozen von Dobelin Hans (1399-1400) 1399 Große zu Trebsen gesessen > 1400 von Trebsen 10. Juli 2013 Susanne Baudisch, Namengebung des Adels 18
  19. 19. Entstehung der Familiennamen (3) Exkurs: Vornamen des niederen Adels • Slavische VN bis Ende 13. Jh. überliefert, danach kaum noch 1185 Albertus de Libz et frater suus Burzlaus (Leipzig) 1203 Bronzlaus de Zhadele et Thipoldus frater eius (Zadel) • Neben dem Gros an dt. VN zunehmend biblische RN (lat., griech., hebr.) Petrus (1174), Iohannes (1183, 1185), Iacobus (1191), Bartholomäus (1265) • Innerfamiliale Nachbenennung > Leitvornamen Bsp.: Geschlecht derer von Bünau führt seit den frühesten Überlieferungen nur drei männliche Vornamen - Rudolf, Günther und Heinrich: 1166 Rudolfus de Bunowe, 1198 Gunterus de Bunowe etc. • Kurznamen (aus Vollnamen) – kaum vor 1300 Bsp. aus Nordwestsachsen: Apecz (1337), Hans (1332), Henczel (1348), Kunat (1333), Nickel (1359), Rulo (1329), Thizko (1276), Volczko (1348)  bleiben eher Ausnahmen und dann auf eine Person bezogen 10. Juli 2013 Susanne Baudisch, Namengebung des Adels 19
  20. 20. Namengebung des Adels Fazit und Diskussion Gehörten Hinz und Kunz zur Familie? (zum Geschlecht, zur Burg, zur Klientel etc.) Welche Kriterien sind zu berücksichtigen? Welche Fragen sind zu beantworten? info@susannebaudisch.de 10. Juli 2013 Susanne Baudisch, Namengebung des Adels 20
  21. 21. Bild- und Quellennachweis Diese Angaben ergänzen die Nachweise auf den voranstehenden Folien. Folie 6: Hans Walther (1989), Karte: Besiedlung im 7.-13. Jahrhundert, in: Geschichte Sachsens, hg. von Karl Czok, Weimar 1989, S. 74. – Die Verwendung erfolgt mit freundlicher Genehmigung des Autors, Prof. Hans Walther (Legende hier unvollständig). Folie 7: Die Dresdner Bilderhandschrift des Sachsenspiegels – Mscr.Dresd.M 32, SLUB Dresden, http://digital.slub-dresden.de/id272362328 vgl. auch Gott ist selber Recht, S. 72f. Folie 10: Zur Überlieferung von Personennamen des 9.-11. Jh. vgl. • Hans Walther (1989) Früh- und hochmittelalterliche Personennamen im Elbe-Saale- Gebiet, Zweitdr. In: Zur Namenkunde…, 433-442. • Manfred Kobuch (1977), Ein unbekannter Feudalsitz …, in: Rundkapellen des Wiprecht von Groitzsch, hier 155-161. • Gerhard Schlimpert (1978), Slawische Personennamen in mittelalterlichen Quellen zur deutschen Geschichte (völlig überarb. u. erw. Fassung). Folie 18: Belege siehe Baudisch, Herrensitze II, 185-194; Dies., Lokaler Adel, 319. 10. Juli 2013 Susanne Baudisch, Namengebung des Adels 21

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