Die Folien vom 08.06.2004

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  • Grundidee: Unternehmen mit umfangreichen Finanzaktiva können sich mit ABS-Transaktionen eine kostengünstige Refinanzierung ihrer Forderungen über den Kapitalmarkt verschaffen. Dies geschieht, indem sie einen Bestand von unverbrieften, bereits bestehenden oder künftig zu erwartenden Forderungen („Assets“) an eine eigens zu diesem Zweck gegründete Zweckgesellschaft (Special Purpose Vehicle, SPV) verkaufen. Zur Finanzierung des für die Forderungen an das Unternehmen zu zahlenden Kaufpreises begibt die Zweckgesellschaft Wertpapiere oder Schuldscheindarlehen („Securities“). Deren Bedienung ist durch die erworbenen Forderungen besichert („Backed“) und erfolgt durch Zins- und Tilgungszahlungen, die die Schuldner der erworbenen Forderungen in der Folge leisten. Der Begriff Asset Backed Securities lässt sich somit mit „ forderungsgestützte Wertpapiere “ treffend übersetzen. Entwicklung und Stand -Technik der Securitization und damit Entstehung der Asset-Backed-Securities 70er Jahre in den USA -Markt in den USA heute sehr weit entwickelt; Verbriefung als Finanzierungs-instrument bei Unternehmen und Investoren fest etabliert -Europäischer Markt noch zurück (hinsichtlich Volumen und Anzahl der Anlageklassen)
  • Rückgriff auf den Kapitalmarkt zur Aufbringung der Mittel hat zwei direkte Folgen: -> stark disziplinierende Wirkung aufgrund der Transparenz, die sich in der unmittelbaren Preisfestsetzung am Markt sowie dem Festlegen der Eigenschaften der Wertpapiere begründet -> Strukturierung der Finanzierung ergibt sich als wesentlicher Erfolgsfaktor, da sie die Verknüpfung eines Forderungspools mit Kapitalmarkttiteln leisten muss
  • Obwohl die Motive nicht völlig überschneidungsfrei abgegrenzt werden können, lassen sich zumindest Motivgruppen bilden: - günstigere Refinanzierung : Trennung von der Bonität der emittierten Papiere von der Bonität des forderungsverkaufenden Unternehmens (hervorragende Bonitätseinstufung der Wepa = niedrige Renditeerwartungen der Anleger) - Liquiditätsmanagement: erhöht flüssige Mittel; Verringerung der Kapitalbindung des Unternehmens - Diversifizierung: mittelbaren Zugang zum Kapitalmarkt auf für noch nicht börsennotierte Gesellschaften -Matched Funding : gezielte Verbindung zwischen Mittelverwendung und Mittelherkunft herstellen und somit Risiken eliminieren (Emission der Wertpapiere sollte in der Währung , mit der Laufzeit und mit dem Zins vorgenommen werden, die auch bei den zugrunde liegenden Vermögensgegenständen relevant sind.) - Optimierung Bilanzstruktur : erster Schritt Aktivtausch; i.d.R. wird neu geschaffene Liquidität jedoch dazu verwendet, Positionen zurückzuführen, die zur Finanzierung der Vermögensgegenstände gedient haben (führt zu Off-Balance Sheet Financing). Verbesserung diverser Bilanzkennzahlen (ROE – Verkürzung der Bilanz), ROA.
  • Performance-Orientierung Unternehmen haben durch Securitization die Möglichkeit, die Performance für die Anteilseigner zu steigern (z.B. durch effizientere Reinvestition der erzielten Mitttel, Disziplinierung und Transparenz infolge Marktbewertung der Risiken, Senkung der Kapitalkosten, bessere Kapitalnutzung) Risikomanangement Mit Hilfe der ABS haben sowohl Unternehmen als auch Banken die Chance, eine (Re-)Allokation von Risiken zu vollziehen. Dies spielt für die Finanzdienstleister im Rahmen des Asset-Liability-Management eine große Rolle, da durch (Ver)-kauf gezielt Risikopositionen ab- und aufgebaut werden können.
  • -rechtliche, aufsichtsrechtliche, buchhalterische sowie allgemein juristische Abklärungen erforderlich -Vielzahl der involvierten Parteien Die Finanzierung mittels ABS wird nur dann stattfinden, wenn die Erträge die Aufwendungen im Vergleich zu anderen Finanzierungsalternativen übersteigen. Den Erträgen, die aus den oben aufgeführten Vorteilen resultieren, stehen Aufwendungen wie z.B. die Gebühren für Rating-Agenturen, Credit Enhancer und Treuhänder gegenüber.
  • Idealtypische Form der ABS-Finanzierung gibt es nicht; es existieren jedoch wesentliche Elemente , die in jeder Transaktion wiederkehren und charakteristisch für dieses Finanzierungsinstrument sind.
  • Im Kern der Transaktion steht eine Zweckgesellschaft (Special Purpose Vehicle/ SPV), welche die illiquiden Vermögenswerte in liquide Mittel transformiert. Um die Charakteristika der zu verbriefenden Zahlungsströme beeinflussen zu können, erwirbt sie die Finanzaktiva vom verkaufenden Unternehmen (Originator) und finanziert den Kaufpreis durch die Emission geeigneter Wertpapiere am Kapitalmarkt auf Basis der Vermögenswerte. Das SPV ist vorzugsweise niedrig kapitalisiert und in steuerlich begünstigten Gebieten angesiedelt. Sollte unabhängig sein, sodass eine Zurechnung zum Konsolidierungskreis im Kontext der Rechnungslegung weder für das forderungsverkaufende Unternehmen noch für die beratende Bank vorzunehmen ist. Aus diesem Grund halten häufig gemeinnützige Trust-Companies die Beteiligungen an den Zweckgesellschaften. Den Verkauf der ABS an die Investoren, d.h. die Platzierung, übernimmt üblicherweise ein Bankenkonsortium. Investoren: Die größten Gruppen bei öffentlich platzierten Emissionen sind Banken, Investment-Gesellschaften, öffentliche Institutionen und Unternehmen. Investoren von privat platzierten ABS sind bei mittel- und langfristigen Laufzeiten Banken, Anlagefonds und Versicherungen, bei kurzfristigen Laufzeiten investieren vorwiegend Geldmarktfonds.
  • Originator: -verkauft einen Teil seines bestehenden oder zukünftigen Forderungsbestandes an das SPV und tritt gleichzeitig Forderungen gegen Referenzschuldner an das SPV ab -erhält dafür einen Kaufpreis Grundsätzlich kommen Forderungen jeder Art in Betracht. Forderungsportfolio sollte jedoch zuverlässig prognostizierbaren, lfd. Cash Flow generieren und ein möglichst geringes Ausfallrisiko aufweisen. Forderungen müssen aus rechtlicher Sicht bestimmbar, übertragbar und gleichartig sein. Ebenso zwingend erforderlich : technische Separierbarkeit . Volumen: i.d. R. zwei- oder dreistellige Millionenbeträge in Euro um die Kosten der Strukturierung zu amortisieren. Unter bestimmten Voraussetzungen (Multi-Seller-Programme), kann das Volumen durch Aufteilung der Kosten auf ca. 10-20 Millionen Euro gesenkt werden.
  • Service-Agent -SPV entfaltet über Forderungsverkauf hinaus keine Aktivitäten; verfügt weder über Mitarbeiter noch Geschäftsaustattung um die Verwaltung der vom Originator gekauften Forderungen selbst durchführen zu können. -Abwicklung der Zahlungsströme wird somit – gegen Zahlung einer Gebühr (Service Fee) an den Service-Agenten übertragen. -Zu den Aufgaben des Service-Agenten zählen: +datentechnische Verarbeitung +Mahnwesen +Debitorenbuchhaltung +Weiterleitung der Cash Flows an den Treuhänder Der Service-Agent muss dem Treuhänder und den Investoren regelmäßig Rechenschaft über seine Tätigkeit ablegen. Meist übernimmt die Funktion des Service-Agenten der Originator , wodurch der Forderungsschuldner vom Verkauf der Forderung nichts merkt. Vorteil: Der Originator ist i.d.R. am besten über die Forderungen informiert.
  • Treuhänder (Trustee): -treuhänderische Verwaltung der verbrieften Vermögenswerte für die Investoren -Hauptzahlstelle für die Bedienung der verbrieften Wertpapiere -Bindeglied zwischen SPV und Investoren -Überwachung der vertragskonformen Erfüllung der gesamten Transaktion Der Treuhänder leitet die Zahlungsströme an die Investoren weiter und ist verantwortlich für die Verwertung der Forderungen und Sicherheiten im Insolvenzfall. Die Funktion des Treuhänders übernehmen i.d.R. Banken oder Wirtschafts-prüfer.
  • Liquiditätsgeber: I.d.R. Banken (Liquiditätslinie zum Spitzenausgleich, falls Zahlungseingänge unregelmäßig erfolgen.)
  • Sicherungsgeber: Sicherungsgeber können der Originator, Banken, Versicherungen oder Kombinationen dieser Parteien sein. Kreditverbesserung (Credit Enhancement) -> ermöglicht erst hervorragende Einstufung der Wertpapiere durch die Rating-Agenturen.
  • Kreditverbesserung: -Das Rating ist bei der Platzierung der Wertpapiere ein wesentliches Argument. (Viele Investoren engagieren sich lediglich bei Wepa mit hervorragendem Rating [AAA], z.T. aus regulatorischen Anforderungen heraus.) Idee: Trennung der Bonität der emittierten Wertpapiere sowohl von der Bonität des Originators als auch von der Bonität des Vermögenspools. Logik: Ein Vielfaches an historisch messbaren und vorhersehbaren Ausfällen wird abgedeckt, so dass ein Ausfall von Zahlungsströmen aus dem Ver-mögenspool nicht zu erwarten ist.
  • Nachordnung Der auf das SPV übertragene Forderungsbestand entspricht den emittierten ABS, die eingehenden Zahlungen werden vorrangig zur Bedienung einer ersten Wertpapierklasse ( Senior Class ) verwandt. Erst, wenn diese vollständig bedient ist, folgt die Bedienung einer nachrangigen Klasse ( Junior Class ). Damit ist das Kreditrisiko bei der Junior Class konzentriert, während die erste Klasse (die das Hauptvolumen darstellt) ein erstklassiges Rating erzielt. Übersicherung des Forderungsbestandes Übertragung eines höheren Forderungsbestandes auf das SPV als nominal zur Bedienung der ABS erforderlich; Überschüsse werden zur Absicherung auf separatem Konto gesammelt und stehen nach Abschluss der Transaktion dem Verkäufer zu. Reservekonto (spread account) Die Differenz zwischen den Zins- (und ggf. Tilgungs-) zahlungen der Forderungsschuldner und den zur Bedienung der ABS erforderlichen Mitteln fließt auf ein Reservekonto zum Ausgleich evtl. Ausfälle. (Inhaltlich mit der Übersicherung vergleichbar.)
  • Rating-Agenturen: Schlüssel zur Gewinnung der Investoren, da deren Entscheidung maßgeblich vom Rating der Wertpapiere abhängig ist. +Untersuchung der Qualität der übertragenen Forderungen +Bewertung der Struktur der Transaktion +Einschätzung der Kompetenz sämtlicher Beteiligter Merke: Es findet eine Abkopplung vom individuellen Kreditrisiko des Origina-tors statt. -> Die Anzahl der involvierten Parteien macht deutlich, welche vielfältigen Fragestellungen bei der Strukturierung zu beachten sind. Die hier skizzierte Grundstruktur kann erheblich komplexer werden, wenn andere Anforderungen, z.B. hinsichtlich der zu verbriefenden Aktiva zu beachten sind.
  • Auswahl der zu verbriefenden Aktiva -Anforderungen an zu verbriefende Aktiva: +Ableitbarkeit sowie Prognostizierbarkeit der Cash Flows +eigenständiger Cash Flow muss generiert werden +separationsfähig (bestimmbar, übertragbar, gleichartig) -zusätzliche Anforderungen (die Transaktion erleichtern können): +Homogenität des Pools +breite Diversifikation (demografisch, geografisch) + niedrige historische Zahlungsrückstände) und Ausfallquoten +akzeptables Mindestvolumen Beratung: Transaktion erscheint nur sinnvoll, wenn beim Originator ein Forderungspool vorliegt, der hinsichtlich Volumen, Erfassbarkeit, Bewertungsfähigkeit und bonitätsmäßiger Einstufung Anforderungen an Strukturierung erfüllt. Auf Nachfrageseite ist zu prüfen, ob hinsichtlich der vorgesehenen Begebung der ABS-Papiere ein ausreichendes Interesse existiert und welche Vorstellun-gen hinsichtlich Pricing, Bonitätseinstufung und Platzierungsvolumen bestehen.
  • Über die „klassischen“ Verbriefungen hinaus nimmt die Verbriefung „exo-tischer“ Forderungsportfolios zu. So haben zum Beispiel der Musiker David Bowie (1997: 55 Mio US-Dollar) und die Rockgruppe Iron Maiden künftige Einnahmen aus Plattenverkäufen und Konzertveranstaltungen verbrieft.
  • Bei der Betrachtung verschiedener Varianten von ABS-Strukturen wird deutlich, dass ein entscheidendes Kriterium bei der Klassifizierung die zugrunde liegenden Vermögenswerte darstellen. Unterschiedliche Typen von ABS-Finanzierungen greifen auf verschieden-artige Klassen an Aktiva zurück und werden häufig nach diesen bezeichnet. Transaktionen haben sich historisch entwickelt. Zunächst auf Basis gesicherter Zahlungsströme; sodann auch Verbriefung unsicherer, erwarteter Cash Flows (Sonderform der ABS, da die hier begebenen Wepa nur teilweise mit Aktiva unterlegt sind.) Belegt eindrucksvoll, dass zunehmend ursprünglich bestehende Restriktionen beispielsweise hinsichtlich der Erfassung und Bewertung von Cash Flows fortschreitend aufgelöst und die Grenzen der Securitization immer weiter hinausgeschoben werden.
  • -Unterschiedliche Ausprägungen -Entwicklung in den USA sehr schnell und dynamisch zu einem der größten Segmente innerhalb der ABS -Entwicklung in Europa noch nicht so weit fortgeschritten. Rückstand liegt in Deutschland u.a. daran, dass es seit geraumer Zeit ein vergleichbares Produkt, den Pfandbrief gibt.
  • Bei CLOs werden ordnungsgemäß bediente Kredite von Banken verbrieft. (Einfluß auf Bilanzstruktur, Kreditrisiken gezielt managen) -Spezifische Eigenarten (meist aufgrund mangelnder Standardisierung heterogener, inwieweit Diversifizierung? Und evtl. Konzentration auf einzelne Schuldner?) Diese Eigenarten legen insbesondere bei der Bewertung durch die Rating-Agenturen einen etwas abweichenden Ansatz nahe. Marktpotenzial für CLOs am deutschen Markt enorm: Da sich viele Unternehmen und hier insb. der Mittelstand, zu großen Teilen durch Kredite finanzieren, verfügen die deutschen Banken über ein rel. breit gestreutes Portfolio an Krediten, was eine Verbriefung erleichtert. Zudem Ausfall- und Verlustraten in Vergangenheit relativ gering.
  • Pass-Throughs: Da diese Verfahrensweise einem Anlagefondsanteil stark ähnelt, wird dieses Konzept auch Fondszertifikats-Konzept genannt. Besteht für die ursprünglichen Schuldner des Originators die Möglichkeit einer vorzeitigen Tilgung ihrer Schulden, sind die durchschnittliche Laufzeit und somit die Rendite der Papiere ex ante nicht genau bekannt. Somit tragen die Investoren das Reinvestitionsrisiko. Pay-Throughs: Die Pay-Throughs sind besicherte schuldrechtliche Wertpapiere, d.h. sie haben für das SPV Fremdkapitalcharakter – mit festen Zins- und Tilgungs-terminen; daher wird das Konzept auch als Anleihekonzept bezeichnet. Die Planbarkeit der Höhe und der Termine der Zahlungen bei Pay-Throughs führen für den Investor üblicherweise zu einer geringeren Rendite im Vergleich zu Pass-Throughs.
  • -> Artikel aus „Bankinformation“ zu synthetischen ABS.
  • Wählt das Kreditinstitut zur Erreichung eines Top-Ratings für die ABS Forderungen hoher Qualität aus, kommt es zu einer relativen Verschlech-terung der verbleibenden Aktiva. Die Eigenkapitalanforderungen des BAKred gehen von einem Forderungs-bestand durchschnittlicher Qualität aus. Ferner hat der Abschlussprüfer „zu einer eventuellen durch eine Asset-Backed Securities-Transaktion bedingten wesentlichen Verschlechterung des Portfolios Stellung zu nehmen“ (BAKred RS 4/97).
  • Die Folien vom 08.06.2004

    1. 1. Corporate Finance/ Investment Banking Berufsakademie Berlin Fachbereich der FHW Berlin Fachrichtung Bank / 6. Semester Irene Backs, Juni 2004
    2. 2. Agenda - Vorlesung IV <ul><li>Diplomklausur </li></ul><ul><li>Structured Finance </li></ul><ul><ul><li>Asset Backed Securities (ABS) </li></ul></ul><ul><ul><li>ABS bei Kreditinstituten </li></ul></ul>
    3. 3. Klausur (01.07.2004) <ul><li>5. Semester Kreditgeschäft Risikomanagement / Kreditwürdigkeitsprüfung </li></ul><ul><ul><li>35 Minuten (14 Punkte) </li></ul></ul><ul><li>6. Semester Kreditgeschäft Corporate Finance / Investment Banking </li></ul><ul><ul><li>21 Minuten (10 Punkte) </li></ul></ul>
    4. 4. Inhalte: 5. Semester (I) <ul><li>Einführung in das Kreditrisikomanagement </li></ul><ul><ul><ul><li>Risikoarten </li></ul></ul></ul><ul><ul><ul><li>Struktur und Instrumente des Risikomanagement </li></ul></ul></ul><ul><ul><ul><li>Einordnung der Risikoanalyse in die Wertschöpfungs-kette des Kreditgeschäfts </li></ul></ul></ul><ul><ul><ul><li>Aktuelle Herausforderungen an das Kreditgeschäft/ Kredit-risikomanagement </li></ul></ul></ul>
    5. 5. Inhalte: 5. Semester (II) <ul><li>Die Kreditwürdigkeitsprüfung (KWP) </li></ul><ul><ul><ul><li>Personelle KWP (Beurteilung von Gesellschaftern und Management) </li></ul></ul></ul><ul><ul><ul><li>Materielle KWP (quantitativ und qualitativ) </li></ul></ul></ul><ul><ul><ul><li>(Offenlegung der wirtschaftlichen Verhältnisse nach § 18 KWG) </li></ul></ul></ul>
    6. 6. Inhalte: 5. Semester (III) <ul><li>Rating - Scoring </li></ul><ul><ul><ul><li>Grundlagen </li></ul></ul></ul><ul><ul><ul><li>Interne Ratings der Kreditinstitute </li></ul></ul></ul><ul><ul><ul><li>Externe Ratings durch Rating-Agenturen </li></ul></ul></ul><ul><ul><ul><li>(Basel II – neue Herausforderungen für Kreditinstitute und Firmenkunden) </li></ul></ul></ul>
    7. 7. Asset Backed Securities
    8. 8. Begriffsbestimmung Asset Backed Securities <ul><li>Asset backed  forderungsgestützt </li></ul><ul><li>Securities  Wertpapiere </li></ul><ul><li>Eine Wertpapierform, durch die ein Forderungs-bestand eines Unternehmens verbrieft wird. </li></ul>
    9. 9. Ziel <ul><li>… illiquide Aktiva in liquide Wert- papiere umwandeln! </li></ul>
    10. 10. Motive für ABS-Transaktionen (I) <ul><li>finanzielle </li></ul><ul><ul><li>günstigere Refinanzierung </li></ul></ul><ul><ul><li>Liquiditätsmanagement </li></ul></ul><ul><ul><li>Diversifizierung der Refinanzierungsquellen </li></ul></ul><ul><ul><li>„ Matched Funding“ </li></ul></ul><ul><li>bilanzielle </li></ul><ul><ul><li>Optimierung der Bilanzstruktur </li></ul></ul><ul><li>regulatorische </li></ul><ul><ul><li>insb. aus Sicht des Finanzdienstleisters </li></ul></ul>
    11. 11. Motive für ABS-Transaktionen (II) <ul><li>zunehmende Performance-Orientierung der Unternehmen </li></ul><ul><li>Risikomanagement </li></ul><ul><ul><li>Steuerung von Zinsänderungs-, Kredit- und Liquiditätsrisiken durch Abgabe unterschiedlich gebündelter Risiken an den Kapitalmarkt </li></ul></ul>
    12. 12. Mögliche Nachteile <ul><li>… äußerst aufwendige und komplexe Art der Finanzierung </li></ul><ul><li>lfr. strategischer Prozess, der i.d.R. zu man-gelnder Flexibilität bezüglich der gewählten Struktur während der Transaktion führt </li></ul>
    13. 13. Grundstruktur einer ABS-Transaktion (I) Forderungs- schuldner Trust Company Forderungs- verkäufer (Originator) Zweckgesellschaft (SPV) Investor Service- Agent Treuhänder Liquiditäts- geber Sicherungs- geber Rating- Agenturen Abwicklung Verwaltung Kredit-verbesserung Bewertung Liquiditäts- linie Leistungen Beteiligung Zins- u. Tilgung Liquidität Kaufpreis Forderungs- verkauf Zah- lungen
    14. 14. Grundstruktur einer ABS-Transaktion (II) Forderungs- schuldner Trust Company Forderungs- verkäufer (Originator) Zweckgesellschaft (SPV) Investor Service- Agent Treuhänder Liquiditäts- geber Sicherungs- geber Rating- Agenturen Abwicklung Verwaltung Kredit-verbesserung Bewertung Liquiditäts- linie Leistungen Beteiligung Zins- u. Tilgung Liquidität Kaufpreis Forderungs- verkauf Zah- lungen
    15. 15. Grundstruktur einer ABS-Transaktion (III) Forderungs- schuldner Trust Company Forderungs- verkäufer (Originator) Zweckgesellschaft (SPV) Investor Service- Agent Treuhänder Liquiditäts- geber Sicherungs- geber Rating- Agenturen Abwicklung Verwaltung Kredit-verbesserung Bewertung Liquiditäts- linie Leistungen Beteiligung Zins- u. Tilgung Liquidität Kaufpreis Forderungs- verkauf Zah- lungen
    16. 16. Grundstruktur einer ABS-Transaktion (IV) Forderungs- schuldner Trust Company Forderungs- verkäufer (Originator) Zweckgesellschaft (SPV) Investor Service- Agent Treuhänder Liquiditäts- geber Sicherungs- geber Rating- Agenturen Abwicklung Verwaltung Kredit-verbesserung Bewertung Liquiditäts- linie Leistungen Beteiligung Zins- u. Tilgung Liquidität Kaufpreis Forderungs- verkauf Zah- lungen
    17. 17. Grundstruktur einer ABS-Transaktion (V) Forderungs- schuldner Trust Company Forderungs- verkäufer (Originator) Zweckgesellschaft (SPV) Investor Service- Agent Treuhänder Liquiditäts- geber Sicherungs- geber Rating- Agenturen Abwicklung Verwaltung Kredit-verbesserung Bewertung Liquiditäts- linie Leistungen Beteiligung Zins- u. Tilgung Liquidität Kaufpreis Forderungs- verkauf Zah- lungen
    18. 18. Grundstruktur einer ABS-Transaktion (VI) Forderungs- schuldner Trust Company Forderungs- verkäufer (Originator) Zweckgesellschaft (SPV) Investor Service- Agent Treuhänder Liquiditäts- geber Sicherungs- geber Rating- Agenturen Abwicklung Verwaltung Kredit-verbesserung Bewertung Liquiditäts- linie Leistungen Beteiligung Zins- u. Tilgung Liquidität Kaufpreis Forderungs- verkauf Zah- lungen
    19. 19. Grundstruktur einer ABS-Transaktion (VII) Forderungs- schuldner Trust Company Forderungs- verkäufer (Originator) Zweckgesellschaft (SPV) Investor Service- Agent Treuhänder Liquiditäts- geber Sicherungs- geber Rating- Agenturen Abwicklung Verwaltung Kredit-verbesserung Bewertung Liquiditäts- linie Leistungen Beteiligung Zins- u. Tilgung Liquidität Kaufpreis Forderungs- verkauf Zah- lungen
    20. 20. Kreditverbesserung (I) <ul><li>… durch den Originator: </li></ul><ul><ul><ul><li>Kaufpreisabschlag </li></ul></ul></ul><ul><ul><ul><li>Ausgleichszahlungen </li></ul></ul></ul><ul><ul><ul><li>Rückkaufzusage </li></ul></ul></ul><ul><ul><ul><li>(Ausfall-)Garantien </li></ul></ul></ul><ul><li>… durch Dritte: </li></ul><ul><ul><ul><li>Garantien </li></ul></ul></ul><ul><ul><ul><li>Versicherungen </li></ul></ul></ul><ul><ul><ul><li>SWAP-Vereinbarungen </li></ul></ul></ul><ul><ul><ul><li>Ziel: Risiko gegen Zahlung einer Prämie an einen Dritten </li></ul></ul></ul><ul><ul><ul><li>abgeben. </li></ul></ul></ul>
    21. 21. Kreditverbesserung (II) <ul><li>… innerhalb der Transaktion: </li></ul><ul><ul><ul><li>Begebung mehrerer Klassen von Wertpapieren (z.B. eine Tranche unter besonderer Absicherung), Nachordnung </li></ul></ul></ul><ul><ul><ul><li>Überbesicherung </li></ul></ul></ul><ul><ul><ul><li>Einrichtung von Reservekonten </li></ul></ul></ul><ul><li>I.d.R. kommt es zu einer Kombination der je-weiligen Instrumente der Kreditverbesserung. </li></ul>
    22. 22. Grundstruktur einer ABS-Transaktion (VIII) Forderungs- schuldner Trust Company Forderungs- verkäufer (Originator) Zweckgesellschaft (SPV) Investor Service- Agent Treuhänder Liquiditäts- geber Sicherungs- geber Rating- Agenturen Abwicklung Verwaltung Kredit-verbesserung Bewertung Liquiditäts- linie Leistungen Beteiligung Zins- u. Tilgung Liquidität Kaufpreis Forderungs- verkauf Zah- lungen
    23. 23. Leistungsbereiche der Investmentbanken Banken als Arrangeure Vermögens- ansprüche Auswahl der Aktiva Struktu- rierung Platzierung Handel Servicing
    24. 24. Beispiele verbriefbarer Vermögensansprüche auf Basis bestehender, abgesicherter Ansprüche auf Basis unsicherer, erwarteter Ansprüche <ul><li>Kreditkartenforderungen - Hypothekendarlehen - Konsumentenkredite - Unternehmenskredite - Leasing - Debitoren von Industrie- und Dienstleistungsunternehmen - etc. </li></ul><ul><li>Medienrechte - Künftige Einnahmen aus Sportveranstaltungen - Versicherungsprodukte - etc. </li></ul>
    25. 25. Typologie von ABS-Strukturen Asset Backed Securities i.w.S. auf Basis bestehender, abgesicherter Ansprüche (ABS i.e.S.) auf Basis unsicherer, erwarteter Ansprüche Mortgage Backed Securities klassische ABS Collaterized Debt Obligations -> Collaterized Bond Obligations -> Collaterized Loan Obligations
    26. 26. Mortgage Backed Securities <ul><li>Wertpapiere, die in spezifischer Weise mit Hypothekendarlehen unterlegt sind. </li></ul><ul><li>Besonderheit: grundpfandrechtliche Besicherung </li></ul><ul><li>Insbesondere genutzt durch (Hypotheken-) Banken und andere Finanzdienstleister zur Refinanzierung eigener bonitätsmäßig hochwertiger Portfolios </li></ul>
    27. 27. Collaterized Debt Obligations <ul><li>Instrumente, die auf ABS-Strukturen zurück-greifen und dabei mit Schuldtiteln unterlegt werden </li></ul>Collaterized Bond Obligations … basieren auf Anleihen Collaterized Loan Obligations … basieren auf (Unternehmens-) Krediten
    28. 28. ABS auf Basis unsicherer, erwarteter CFs <ul><li>Es kann nicht von einer „echten“ Verbriefung gesprochen werden! </li></ul><ul><li>„ hybride ABS“? </li></ul><ul><li>Aufgrund Spezifität i.d.R. keine Bündelung und damit Risikodiversifikation möglich! </li></ul><ul><li>Besondere Bedeutung der Kredit-verbesserung ! </li></ul>
    29. 29. ABS nach Art der Weiterleitung der Zahlungs-ströme <ul><li>Pass-Throughs </li></ul><ul><ul><ul><li>Die aus dem Asset-Pool resultierenden Zahlungen (Cash-Flows) werden unmittelbar, d.h. unverändert und zeitgleich an die Investoren durchgeleitet. </li></ul></ul></ul><ul><ul><ul><li>Investoren besitzen Miteigentumspapiere, die einen prozentualen Anteil an der Gesamtemission verkörpern. </li></ul></ul></ul><ul><li>Pay-Throughs </li></ul><ul><ul><ul><li>Vermeidung der Repayment-Risiken für den Investor </li></ul></ul></ul><ul><ul><ul><li>Aktives Zahlungsstrommanagement </li></ul></ul></ul><ul><ul><ul><li>Cash Flows werden intern umstrukturiert </li></ul></ul></ul>
    30. 30. Emission der ABS <ul><li>Rating der Wertpapiere durch anerkannte Agentur </li></ul><ul><ul><li>erstklassiges Rating gewünscht </li></ul></ul><ul><ul><li>ggfs. Maßnahmen zur Verbesserung der Kreditqualität </li></ul></ul><ul><li>Verkaufsprospekt </li></ul><ul><li>Platzierung </li></ul><ul><ul><li>Feste Übernahme durch KI zum Zweck der Weiterveräußerung </li></ul></ul><ul><ul><ul><li>Grundsatz I – Entlastung erst nach vollständigem Absatz bzw. Erlöschen der Underwriting-Verpflichtung </li></ul></ul></ul><ul><ul><li>Kommissionsweise Übernahme durch KI </li></ul></ul><ul><ul><ul><li>Grundsatz I – Entlastung mit Veräußerung der Forderungen an SPV, aber evtl. (Zwischen-)Finanzierungsproblem beim SPV </li></ul></ul></ul>
    31. 31. Haftungsverhältnisse bei ABS <ul><li>Kreditrisiko wird von den Anlegern getragen. </li></ul><ul><li>Bonität der ABS orientiert sich an der der verbrieften Forderungen, nicht an der des Unternehmens. </li></ul><ul><li>Verkäufer haftet für den rechtlichen Bestand der Forderung und ggfs. der übertragenen Sicherheiten, nicht aber für die Bonität. </li></ul><ul><li>Der Servicer haftet für eine vertragsgemäße Verwaltung der Forderungen und für die Weiterleitung der Zahlungs-eingänge an den Treuhänder. </li></ul>
    32. 32. Struktur von ABS-Transaktionen <ul><li>True-Sale Strukturen (Grundstruktur) Unternehmen verkaufen ihre bestehenden oder zukünftigen Forderungen an eine Zweckgesell-schaft. </li></ul><ul><li>synthetische ABS-Strukturen Nicht Forderungen, sondern lediglich deren Ausfallrisiken werden übertragen. </li></ul>
    33. 33. ABS bei Kreditinstituten
    34. 34. Eigenkapitalentlastung der KI durch ABS <ul><li>Ziel einer ABS-Transaktion eines Kreditinstitutes ist die Eigenkapitalentlastung hinsichtlich des Forderungs-bestandes. </li></ul><ul><li>Grundsatz I – Entlastung bei ABS-Transaktionen unter gewissen Voraussetzungen möglich, sofern die Zweck-gesellschaft außerhalb des Konsolidierungskreises liegt. </li></ul><ul><li>Durch Basel II keine vollständige Entlastung bei ABS, da entfallendes Kreditrisiko durch erhöhtes Überwachungs-risiko (u.a. aus der Servicer-Funktion) teilkompensiert wird. </li></ul>
    35. 35. Tauglichkeit der Kreditforderungen von Banken für ABS-Transaktionen <ul><ul><li>erforderliches Volumen </li></ul></ul><ul><ul><li>Erzeugen kontinuierlichen Zahlungsstrom , der nach Verbriefung Voraussetzung für die Bedienung der Wertpapiere mit Zins und Tilgung ist. </li></ul></ul><ul><ul><li>Banken sind aufgrund ihrer technischen Aus-stattung gut in der Lage, die Servicer-Funktion (Forderungsverwaltung und -einzug) zu übernehmen. </li></ul></ul>
    36. 36. Anforderungen des BaFin an Forderungs-übertragung <ul><ul><li>Kreditrisiko muss endgültig auf SPV (Special Purpose Vehicle = Zweckgebilde) übergehen </li></ul></ul><ul><ul><li>Rückgriff des SPV auf Verkäufer hinsichtlich aus-fallender Forderungen muss ausdrücklich ausge-schlossen sein. </li></ul></ul><ul><ul><li>Vollständiger Übergang der rechtlichen Inhaber-schaft an den Forderungen </li></ul></ul>
    37. 37. Problem der Forderungsauswahl <ul><li>„ Cherry Picking“ - Problematik </li></ul><ul><li>Die Auswahl qualitativ hochwertiger Bonitäten für die ABS könnte zu Sonderverhältnissen führen, die höhere EK-Unterlegung erforderlich machen, so dass der Zweck der ABS nicht erreicht würde. </li></ul><ul><li>Zur Anerkennung der ABS-Transaktion durch das BaFin muss daher die Forderungsauswahl nach dem Zu-fallsprinzip erfolgen . </li></ul>
    38. 38. Verbesserung der Kreditqualität (I) <ul><li>Von Seiten des Verkäufers (in diesem Falle die Bank): </li></ul><ul><ul><li>-> Dem forderungsveräußernden KI ist es untersagt, sich an der Finanzierung des SPV zu beteiligen. Maßnahmen, wie beispielsweise Ausfallgarantien oder Rückkaufzusagen werden seitens des BaFin unter Finanzierung / Rückgriff subsumiert und sind daher unter dem Gesichtspunkt der EK-Entlastung für deutsche KI nicht geeignet . </li></ul></ul>
    39. 39. Verbesserung der Kreditqualität (II) <ul><li>Im Rahmen der Strukturierung : </li></ul><ul><ul><li>Sicherungsmaßnahmen im Rahmen der Struk-turierung sind vom BaFin ausdrücklich zuge-lassen. </li></ul></ul>
    40. 40. BaFin-Anforderungen an das SPV (I) <ul><li>Das SPV betreibt nach deutschem Recht kein erlaubnispflichtiges Bankgeschäft und unterliegt nicht der Bankenaufsicht. </li></ul><ul><li>Die bankaufsichtsrechtliche Anerkennung einer ABS-Transaktion ist allerdings an Bedingungen geknüpft, die auch das SPV betreffen: </li></ul><ul><ul><li>keine rechtliche Einstandsverpflichtung des Verkäufers </li></ul></ul><ul><ul><li>keine faktische (moralische) Einstandsverpflichtung des Verkäufers </li></ul></ul>
    41. 41. BaFin-Anforderungen an das SPV (II) <ul><li>Faktische (moralische) Einstandsver-pflichtung: </li></ul><ul><li>Die Bank sieht sich aus Gründen ihrer Reputation genötigt, das SPV finanziell zu unterstützen!! </li></ul>
    42. 42. BaFin-Anforderungen an das SPV (III) <ul><li>Daher : </li></ul><ul><ul><li>Keine konzernrechtliche, gesellschaftsrechtliche, kapitalmäßige, organisatorische oder personelle Verbindung zwischen KI und SPV. (Anforderung geht weit über Konsolidierungskreis gem. §10 a KWG hinaus) </li></ul></ul><ul><ul><li>Namensidentität bzw. -ähnlichkeit zwischen KI und SPV ist ausgeschlossen! </li></ul></ul>

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