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  1. 1. L* ." l! b ?-:- 'I : :3. ::äj*i!ig eiäöffiter6,lr. l? lll,til ?l)ll) Stcit: :! Grto r-: * Z€tt hnung: Phiipp Julien GRsr+lAUs Neue Netr feA911ro*"rr-E(cggs tslnus rur gerueerecr Gescl]tc+trE uNo oEETNorr-Uct<eNDES BAuoeru grvnc *3:*: - -- - (Ariikel und Fotos über lubildum siehe Seiie 22 24)
  2. 2. Londrülin ^ oniko Bochmonn feierte runden Geburtstog Moniko Bochmonn ous Hülzweiler, seit l.Oklober 2004 Londrdiin des sroßen [ondkreises Soorlouis und Chefin von vielen Bediensteten der Kreisverwoltuns, konnte om 24.Februor ihren 60. Geburtstos feiern. Seii dem 22.November 2004 isi sie ouch Vorsiizende des über 800 Mitslieder zöhlenden Vereins tur die Heimotkunde im Londkreis Soorlouis. Sie wor und ist der Heimotkunde besonders zueelon. Dos zeist sich ouch durch ihre reselmößigen Be' suche beim Heimotkundeverein Lisdorf. Seil wir die Grünkohlessen durchfiihren, hotsiekotz vieler onderweitigen Verpf lichlungen noch keines versöuml. Moniko Eochmonn wurde om 24.Februor I950 in Hülzweiler seboren. Die selernte Sporkossenongestelhe und Versicherungsfochlrou engogiertesich schon früh in der CDU. Von 1994 bis 2004 sehörre sie dem soorlöndischen Londtos on. lm.iuni2004 wurde sie in einer Direkn/rohl mii einer kloren Mehrheii von den wählern im Londkreis Soorlouis ols Noch' folserin von Dr. Peter Winler zur Londrätin sewöhli. lhre Amlsperiode endet om 30.Sep- tember 2012. Sie isi donn ersi 62 lohre iuns und in einem Aher, in dem mon noch Konrod Adenouer ols po iti- scher Mensch eßi gerode ,,trocken hinter den Ohren" sei. Sie könnte 2012 für eine 2. Amisperiode kondidieren, doch dos lösst sie jetzt noch offen. Moniko Eochmonn wünscht sich für die nöchsten.Johre: ,,Eine glück iche Fomilie, Gesundheil und eln orbeitsreiches, erfüllies teben ols Londrätin und Vorsitzende der Heimoikunde-Vereinisuns". Der Verein für Heimotkunde Lisdorf e.V und die Redokiion des Lisdorfer Heimotblofies schließen sich diesen su' ten Wünschen on und hoffen oufweilere lreue Verbundenheit. lmpressum: Herousseber: Verein für Heimolkunde Lisdorf e. V (VHL) Am Ginderbers 13, 66740 Soorlouls-Lisdorf Tel.: 06831 /41 694, Fox: 06831 / 1 2A7 53 Druckr Heiner Groß (verontwortlich) Geors Groß (PC Beorbeltuns), Asnes Groß, Monfred Nebe uns Druckerei und Ver os Heinz Klsin GmbH, Alf der wies 7, 66740 Soor ouls-Lisdo Kreissporkosse Soonouis (BLZ 593 501 l0), Kto.Nr.: 74 30088 0 Volksbo.k Soorlouis (BLZ 593 901 00), Kro.Nr.; )401217629 3 Euro ie Hefi, Vereinsmllglieder erhohen es kosle.Los gekennzeichnete Artikel geben die Meinung des Verlossers, nlchr unbedlngt der Redokllon *iede.. ooch ouszussweise, nur mit Genehmigung des Hero!sgebers
  3. 3. Verehrle Leserinnen und Leser, zu Beginn des 2. Johresquorlols können wir lhnen wieder ein Lisdorler Heimolbloil vorslellen. In dieser Ausgobe ist eine VieTlolt von heimotkund- lichen Themen behondelt, von denen wir hoffen, doss sie lhr lnleresse finden. Do ist zunöchsl die Geschichie der Fomilie Ruff, die zwor nur von etwo 1870 bis I940 in Lisdorf onsdssig wor, in dieser Zeii ober eine dominierende Rolle gespielt hoi. Noch der Veröflentlichung eines Bildes der sog. Villo Ruff, dem herrschofllichen Wohnsitz der Fomilie, in unserer letzten Ausgobe wor die Resononz dorouf derorl groß, doss wir uns in der Fo ge mit der Lebensge- schichte der Fomilie Ruf{ intensiv beschdftigt hoben und lhnen dos Ergebnis in einem größeren Artikel ouf den Seiten 4 bis l2 vorstellen können. Dos Schicksol dieser Fomilie hot offenbor vie e Menschen in Lisdorf und Ensdorf bewegt, do uns sowohl in der Vergongenheit ols ouch bei den iefzt ongestell- len Recherchen von Vielen ln{ormolionen gegeben wurden. Trofrdem isl es uns in der Kürze der Zeit nicht gelungen, die Lebensumstönde der einzelnen Angehörigen der Fomilie Ruff vollstöndig oufzuklören, so doss wir weileren Klörungsbedorf hoben und für weiiere lnformolionen donkbor sind. Dos stolze Jubilöum unseres Orles im nöchslen Johr, Lisdorf existierl donn olfiziell I100 lohre, wor beslimmend für die Auswohl der weileren Beitröge in dieser Ausgobe. Auf den Seilen 25 bis 29 los- sen wir den 198'l in Soorlouis verstorbenen verdienstvollen Heimotforscher Dr. Andreos Moilönder mii einem von ihm 1977 verfossten Artikel über die Enlstehungsgeschichte von Lisdorf zu Wori kommen. lhm verdonken wir den bisher ersten Nochweis über Lisdorf im lohre 9l l. Auch in dieser Ausgobe bringen wir mit dem Abdruck eines bereits vor 72 lohren veröffentlichlen Artikels über die Geschichte der Pforrei Lisdorf-Ensdorf einen für beide Orte gleichermoßen inleressonien Beitrog zur gemeinsomen Geschichte von l"isdorf und EnsdorJ. Beide Orle gehöden rJber viele lohrhunderte trotz der lrennenden Soor sowohl pforrlich ols ouch gemeindemößig zusommen. Wöhrend die Trennung bei der fforrei bereils 1868 vollzogen wurde, douerle es bis zur kommunolen Trennung bis 1936. Vor einigen Wochen konnie die Fomilie Julien-Zimmer ihr 60iöhriges Eigentümerjubilöum im Gost- hous Neue Welt feiern. Dieses hoben wir zum Anloss genommen, die Historie der,,Neuen Welt" et- wos nöher zu belerJchten, do sie or.rf der Gemorkung Lisdorf steht und demnoch zum Stodtteil Lisdorl gehört. Die Entslehung der Neuen Welt reicht bis zum Bou der Feslung Soorlouis zurück. Die posiiive Resononz ouf unsere bisher veröffent ichten Hochzeitsbilder ous unserer Ausslellung in der Lisdorfer Heimotsiube veronlossl uns, ouch in dieser Ausgobe wieder etliche Hochzeitsbilder zu zei- gen. lm Übrigen b.ingen wir - wie bisher ouch inleressonle Kurzbeitröge zu ortsgeschichtlichen und oktuellen Themen und ho{fen ouch domit lhr lnteresse on der Heimolgeschichte zu wecken Meinen Mitorbeilern on dieser Ausgobe: Georg Groß für die oufwöndige Fertigung der druckfertigen Vorloge, Agnes Groß für die Auswohl der Bilder und ihre Textbeitröge, Morionne Fousl für ihre Mundorl- beiiröge, Morio Scholly für die Personendoten, Günter Mong für die Bereiistellung von Unterlogen ous seinem Archiv, Monfred Nebelung und Gobi Feld für dos Lektorot und schließlich Berthold Nogel und Horold Weiler für die Bereitsiellung von Folos und Bildern donke ich gonz herzlich. lch wünsche ouch dieser Ausgobe eine große Leserschofl und lhnen, liebe Leserinnen und Leser, viel lnleresse und Freude beim Lesen. lhr Heiner Groß Vorsilzender des Verein5 lür Heimotkunde Lisdorf e.V, I100 Johre Lisdorf Ende des nöchslen Johres wird Lisdorf I100 Johre olt. Dos ergibt sich ous einer Urkunde, die Kö- nig Korl lll. von Wesdronken und Lothringen om 20. Dezember 9Il ousgestellt hot. Dos Originol der Urkunde befindet sich in einem Archiv in Lille (Nordfronkreich), Kopien dieser Urkunde hoben dos Kreis- !nd Slodiorchiv Soorlouis. Auch der Heimotkundeverein Lisdorf ist im Bes;iz einer Ur- kunden-Kopie. Vor 100 Johren, ols Lisdorl sein 1000-iöhriges Ortsiub;löum hötte feiern können, wussle mon im Soorgebiel nichls von der Exislenz dieser Urkunde in Lille. Der Soorlouiser Heimoi- forscher Dr. Andreos Moilönder (t) hotte sie spöter im Zuge seiner Forschungen über die mittelo - terliche Siodt Wollerfongen ousfindig gemocht und uns eine Kopie zur Verfügr-:ng gestelli. Lisdor{ ist demnoch eine der ölleslen Siedlungen im mittleren Soortol. Dos lubilöum soll unter Be- gefeieri werden 3 teiligung oller Ortsvereine und der Bevölkerung gebührend und ongemessen I I
  4. 4. Heiner Groß llas lcbcr des Max [ufl, Büruermeislfi uon lisdorf-Insdort und seinü thefrau Anna luisc S0[nic ge[.lä[[le erdetc t]agiscn! Villo Ruff Dos Titelbild unserer letzten Ausgobe, dos die Viilo Ruff in der Provinziolsfroße in Lisdorf um die vorleizle Johrhunderwende zeigt, hot eine über- roschend große Resononz unler den Lesern des Lisdorfer Heimotblottes ousgelösf. Viele öliere Leser konnlen sich noch gul on dieses herrschofi- liche Gebäude erinnern und Efliche sogor on die Bewohner dieses Anwesens, die Fomilie Ruff. Zwi- schen 1940 und 1960 wor dori eine Firmo Rei- ners KG onsössig, die Cremes oller Art produ- zierte und zeiiweise bis zu 35 Mitorbeiier be- schöftigle. Der Produktionsbereich befond sich in den Wirtschoflgeböuden des Ruffschen Anwe- sens, wdhrend die Büros der Firmo in der Villo selbst logen. Noch dem 2. Weltkrieg wurde dos Anwesen im Volksmund ols,,Creme-Fobrik" be- zeichnet. Au{grund der großen Wohnroumnot noch Ende des 2. Wehkrieges woren in der Villo Ruff und Nebengeböuden bis zu 8 Lisdorfer Fo- m;iien untergebrocht. Eine gonze Reihe der Anfrogen, insbesondere von Ensdor-fer Lesern, bezieht sich ouf die Fomi- ie Ruff, besonders ouf Mox Ruff, den früheren Bürgermeisler von Lisdorf und Ensdorf. Um dor- über in dieser Ausgobe berichlen zu können, ho- ben wir in den lelzlen Wochen intensiv recher- chiert. Wir hoben viele öltere Bürger, die zur Fo, milie Ruff und späler zur Creme-Fobrik nöheren Kontokt hotfen, befrogt und diverse Archive und Slondesömter konsulliert. Die betreffenden Per- sonen sind mil ihrem Einversiöndnis om Schluss dieses BeiIogs rm Einzelnen oufgefül-r-. Als Ergebnis unserer Recherche konnten wir die Fomiliengeschichie Ruff mii vie en interessonien 4 Deloils weitgehend rekonstruieren. Allerdings ist einiges offen geblieben. so doss wir nicht den Anspruch erheben, die Lebensgeschichte der Lis- dorfer Ruffs lückenlos und umfossend dorzustel- len. Moncre der gescl'ilderten Dorlegungen, ins- besondere über Mox Ruff, bosieren nur ouf Ver- mulungen, die ollerdings durch Aussogen der bef roglen Personen geslülzf werden- Mon könnle diese Fomiliengeschichte ouch ols Sto- ry mit der Uberschrift,,Aufstieg und Foll einer groß- bürgerlichen Fomilie im Koiserreich" bezeichnen. Friedrich Wilhelm Ruff, der Voter von Mox Ruff, wurde om 7.1 .l 835 in der württembergischen Kleinstodt Hechingen geboren. Dori liegi dos Slommschloss der Hohenzollern, die über Johr- hunderfe die preußischen Könige und deutschen Koiser (bis 1918 Koiser Wilhelm ll.) stellten. Der Voier wor Obermeisler in Hechingen und ebte in gutbürgerlichen Verhdltnissen. Sohn Friedrich Wilhelm mochte sowohl eine militörische ols ouch eine koufmönnische Ausbildung. Als Soldot im O{fiziersrong kom er 1856 noch Soorlouis. Hier lernte er seine Frou Theresio Schmitz, geb. l4.l .1833 ir Soo.louis, <ennen, die er om 3.3.,l859 heirotete. Aus der Ehe gingen vier Kin- der hervor, von denen nur Sohn Mox, geb. om 15.,10.1875 in Soorlouis. dos Jugendolter über- iebte. Friedrich wilhelm Ru{{ blieb noch seinem Militördiensf in Soorlouis und betöiigle sich ols erfolgreicher Koufmonn. Seine engen Kontokte zum Militör verholfen ihm zu gulen Geschöf'ten. Er kouJte zu günsfigen Preisen umfongreiche Löndereien - zumeist nosses Wiesen ond vor den Mouern der Feslungsstodl Soorlouis, die er noch einigen Jqhren, spöleslens ober noch Schlei{ung der Fesfungsmouern 1889 mii gro, ßem Gewinn wieder veröußerie. So hobe er noch seiner Militörze;t dos Ge önde der heuti, gen Grof-Werder-Koserne on der Wollerfonger Stroße ols domols leuchtes Wiesenlond erwor- ben und es Johre spdfer ols Bou ond zum Bou der Koserne mil einem Riesengewinn verkouft. Allein dieses Geschafi soll ihm fosi eine M:llion Reichsmork eingebrocht hoben. lm Johre l87l koufie er den Lobocher Hci zvii- schen Soorwel ingen r..rnd Reisboch i" d.. io- t t ''l t 'ti Ji ir
  5. 5. I? LTSDORF Soorlouis und wurde mit militöri- scher Strenge erzogen. Voier Fried- rich Wilhelm, nun bereits im Alier von 52 Johren Witwer, ging unver- öndert seinen Geschöften noch und kümmerte sich ouch sehr um sei- nen verpochtelen Lobocher Hof, der ihm eine gule Rendite gebrocht hoben soll. Am 13.2.1888, knopp ein Johr noch dem Tod seiner Frou Theresio, heirotete er die lunge Lisdorfer Wilwe Elisobeth Morgr-ret geb. Louis, die Ehelrou des om 24-7 -1883 verstorbenen Goslwir- les Mollhios Morguel, dessen Gost- wirtschoft direkt gegenüber der Vil- lo Ruff gelegen wor. Ruffs zweile Ehefrou Elisobeth wor zum Zeitpunkt der Eheschließung 34 Johre olt, olso l9 Johre iünger ols ihr Ehemonn Friedrich Wilhelm Ruff. Sie wor die Tochter des Mühlenbesitzers Johonn Louis von der Lisdorfer Mühle (Kopellen- mühle) und brochte drei Kinder im Alter von 13, I I und 7 Johren mit in die Ehe. Dem Ehepoor Ruff wur- de om l 3.,l889 eine Tochter ge- schenkt, die ollerdings om 28.9. desselben Johres verstorb. Ausschnitl ous DGK 5, 5462 Lisdorl mols noch selbslöndigen Gemeinde Loboch, den er fodon mit vielen Hilfskröften bewirtschof- tete. Doch noch wenigen lohren zog es ihn wie- der noch Soorlouis zurück, wo er ein Hous in Lis- dorf bewohnie. Gleichzeitig blieb er ols Groß- grundbesitzer Miiglied im Lobocher Gemeinde- rot von 1872 bis 1894. Als Lisdorfer Bürger koufte Friedrich Wilhelm Ruff ein größeres Areol on der Provinziolskoße, dos sich bis zum Weg ,,ouf der Wies" erstreckle. Dorl boute er 1885/86 ein herrschoftliches Hous, dos spöler ,yillo Ruff" qenonnl wurde, und dohinter ein soqenonntes Gesindehous und verschiede- ne Wirtschofi sgeböude einschließlich eines Pfer- de- und Reitstolles ouf der Wies (heute Drucke- rei Klein GmbH). Am 18.6.1887 storb die Ehefrou von Friedrich Wilhelm Ruff im Alter von 54 Johren. Dos einzi- ge noch lebende Kind, Sohn Mox, wor gerode l2 Johre olt. Er besuchte dos Gymosium in Friedrich Wilhelm Ruff versiorb om 21 .12.1894 im Aller von 59 Johren. Seine zweile Ehefrou Elisobeth wor gerode 40 Johre olt, ihre Kinder ous ersier Ehe 19, t 7 und l3 Johre olt. Friedrich Wilhelm Ruff holle seinen Sohn ous er- ster Ehe, Mox Ruff, geb. om I5.10.1875, ols Al- leinerbe eingeselzt. Er wor om Todeslog seines Voiers gerode l9 Johre olt. Mox Ruff hotte noch der Schulzeit in Soorlouis (Abschluss nicht be- konnl) vom 1.10.1893 bis zum 30.9.1894 ols Freiwilliger einen einiöhrigen Militördienst in Ludwigsburg bei Stuitgort obsolvier-t und kehrte ols Vize Feldwebel noch Lisdorf zurück. Knopp drer Monole donoch slorb sein Voler on einer schweren LungenenlzÜndung. Der 19iöhrige Mox Ruff kehrte ollerdings nicht ollein ous Lr.rdwigsburg zurück, sondern in Be- gleilung seiner Broul Anno Luise Sophie Löpple ous Connstoit (heute Bod Connstotf in Stuitgod), die er wöhrend seines Militördienstes kennenge- lernt hotte. Sie wor om 21.2.1875 in Connstofl 5
  6. 6. geboren und enislommle einer gebildeten, großbürgerlichen Fomilie. Spöiere Bekonnle be- richieten, doss Anno Löpple sowohl die klossi- sche deulsche Lilerofur ols ouch die klossische Musik liebte und beherrschte . Dorothee Breinig, die mit ihrem Ehemonn Joo- chim bis vor einigen lohren die oheingesessene Lisdorfer Böckerei Breinig führte, erzöhlte uns. doss sie in ihrer Sommlung olier Kochbücher ein von Anne Löpple unierzeichnetes, hondge- schriebenes Koch- und Rezeplbuch ous dem Johre 1894 besitze wohl ein Geschenk qn die domols befreundete Fomilie Breinig. Die Böcke- rei Breinig log domols gegenüber der Villo Ruff in der Provinziol§roße. Es isl onzunehmen, doss die Ruffs dort ihre Bockworen kouften, und do- durch ein freundschoflliches Verhällnis enlslon- den isl. Erno Jungmonn-Breinig, die ous der Bök- kerei Breinig stommf und heute in Schworzen- holz ebt, erzöhlte uns, doss sie und ihre Schwe- siern oft im Hot:se Ruff verkehrien, wos onderen Nochborskindern verwehri wor. Am 21.10.1895 heiroleie Mox Ruff seine Brout Anno Lr-:ise Sophie Löppie. Die Trouung lond in der kotholischen Pforrkirche in Lisdorf stott, ob- wohl die Broul evongelisch wor. Beide woren 20 Johre olt. ln den Johren 1896 bis 1908 wurden ihnen folgende Kinder geboren: Lcobriele Morio Anno, 24.11 .1896 - 12.3.1897 2.Giselo Anno Morio, 17.6.1899 in Oppenou/ Schworzwold verstorben, ob 1.3.1937 verh. 3.Renote Morio Anno, 19.07.1900 9.10.1900 4. Chorlotte, 27.06.1903 nichi bekonnt 5. Eberhord Ludwig, 17.05.1908 10.02.1909 Von fünf Kindern überleblen nur die Töchier Gise- lo und Chor olte dos Kindesolter. Eveniuelle Noch- kommen konnten von uns bisher nichl ermifieli wer- den. Auch dos Schicksol von Elisobeth Ruff, verw. Morguet, geb. Louis und ihrer drei Kinder Mor- goreihe, Motthios und Elisqbeth Angelo (Siiefge- schwisier von Mox Ruff) konnie von uns bisher eben- folls nichi geklaa werden. lm Johre 1920 wdre Eli- sobe$ Ruff 66 lohre oll gewesen, folls sie domols noch lebte, und ihre Kinder Morgorethe 45 Johre, Motfhios 43 .Johre und Elisobeth Angelo 39.lohre. Ab l.l.1910 wor Mox Ruff Beomler bei der Bür- germeisterei Lisdorf-Ensdorf. Die Gemeinden Lis- dorf und Ensdorf hilderen seii dem Mitelolrer - mit wehigen Unterbrechungen noch der fronzö- sischen Revolofion 179A-1794 und dem Mocht- wechsel zwischen Fronkreich und Preußen in den Johren l8l5/16 - eine Verwohungseinheit mil Sitz im domols größeren Lisdorf. Ob Mqx Ruff eine Verwoltungsousbildung ge- mocht hoite, isi nicht bekonnt. Noch seinem Dienstontritt bei der Bürgermeisterei Lisdorf- Ensdorf im Johr I 9l0 wor er zunöchsl ku.ze Zeit beomieter Beigeordneter und donoch bis l9l9 Beomier. Vom 22.3.'1915 bis zum 25.2.1917 lei- stete er ols 40 bis 42-Jöhriger Kriegsdienst im l. wel'lrieg. Unmirelbor donocl' nohm e. sei- nen Dienst bei der Bürgermeisterei wieder out bis er om 2.6.1919 ols geschöftsführender Bürger- meister eingesetzt wurde on Stele von Friedrich Wilhelm John. Dieser wor von den fronzösischen Besotzungsbehörden seines Amles ols Bürger- meisler (1897-1919) von Lisdorf-Ensdorf eniho- ben und des Soorgebiels verwiesen worden- Friedrich Wilhelm John, om 22.1.1865 in Schiff- weiler/Soor geboren, wor sowohl in Lisdorf ols or,ch in Ersdo4 ein öußerst belieb'er Bürgermei- sler. Er wor wie seine ous Trier stommende Ehe- frou evongelisch und wie fost olle Amtslröger zur domoligen Zeil deutschnotionol und koiserireu gesinni wohL der Grund für seine Ver-treibung. Folgende wichtige Proiekie follen in seine Amls- zeit in Lisdorf: '1897 Bou einer Kleinbohnbrücke über die Soor noch Ensdod, Verkehrsfreigobe der Kleinbohn- sirecke Wollerfongen SoorLouis Lisdorf Ensdorf 1898 Einweihung des Bohnhofgeböudes in der Provinziolstroße 1905 Bou einer Wosserleitung im gonzen Od, Bou der Bürgermeislerei in der Provinziolslroße I9I I Ve,kehrst.eigobe St.oßerbohr rien von Soorlouis über Lisdorf noch Wodgossen und noch Ensdorf und Bous. 1912 Bou des Schu gebäudes ouf Hof Soor l9l7 Renovierung des Pforrhouses neben der Kirche o s Schwesiernhous und Einzug der ersten vier Herz-Jesu-Schweslern Kurz noch Beginn des 1. Weltkrieges, den ouch Bürgermeisler lohn mit seiner Lisdorfer und Ensdorfer Bürgerschofi begeistert feierte, zumol olle ouf einen schnellen deuischen Sieg hofften wie im Krieg mit Fronkreich 1870/71-, tichlele John im Schulgeböude ein Militörlozoretl ein, ln dem ob Miiie August 1914 erste Kriegsverleizie eingeliefert wurden. Frou Bürgermeisier John hotte die Leiiung, unterstülzt von Frou Schulrekior Becker sowie mehreren Lehrerinnen und Fronz- 6
  7. 7. iskonerschweslern ous der St. Eliso beth-Klin ik Soorlouis und dem Klosler in Ensdorf. Die Ehe- frou von Bürgermeister John storb kurz noch die- sem ehrenomllichen Einsolz om l5.ll.l9l5 im Alter von 49 lohren. Weder seine Verdienste noch seine Beliebtheil bei der Bevölkerung nulzten John bei der Mocht- übernohme durch die fronzösischen Besotzer Bei der Absetzung von Bürgermeisler John soll ouch der ihm unlerslellte Beomle Mox Rr.rI{ milgewirkt hoben. Beweise h;erfür gibt es noch 90 Johren nicht mehr, ober gloubhofte Außerungen ehrbo- rer Personen, die sowohlJohn ols ouch Ruff noch gui gekonnl hoben. Jedenfolls wurde Mox RuIf von den Fronzosen ols Nochfolger von John eingesetzt, obwohl er eben- so wie sein Vorgönger ein Anhönger des deut- schen Koiserreiches und ein Befürworter des Krie- ges wor, on dem er durch Kriegsonleihen gul zu verdienen beobsichtigte. Die totole deutsche Nie- derloge und der Niedergong des deutschen Koi- serreiches kosteten ihn ober fosl sein gesomles Ver- mögen. Außerdem ist onzunehmen, doss er wöh- rend seines persönlichen Kriegseinsokes 1915 bis l9l7 zu der Erkennlnis gelongle, doss dieser ver heerende Krieg nichl zu gewinnen sei. Vielleicht kom es I917l18 zu einem Zerwürfnis mil seinem Vorgeselzlen F. W John, der bis zuleizt ouf den Sieg hoffte und ouf dos Koiserreich bouie . Den von seinem Voler ererblen Lobocher Hof, der ihm den Titel ,,Gutsbesilzer" einbrochte, hoite Mox Ruff bereiis 1908 on eine Fomilie Fontoine verkouft, deren Nochfohren ihn noch heute be- wirtschoften. Der derzeitige lnhober des Holes ist Prösident des Bouernverbondes Soor. Den Erlös ous dem Verkouf des Hofes investierte Mox Ruff zum einen in eine umfongreiche fferdeholtung, die er noch dem Bou eines großen fferde- und Reilstolles im hinleren Bereich seines Lisdorfer An- wesens betrieb; den onderen Teil legte er in Goldmork on, den er noch Ausbruch des I Welt- krieges on dos deulsche Koiserreich ols Kriegson- leihe gegen hohe Zinszusoge verpföndete. Seine Pferde wurden zum größien Teil ols Gru- benpferde unter Toge eingesetzl, wos ongeblich sehr gewinnbringend wor. Die übrigen Pferde dienten der Fomilie ols Reit- und Kulschen- pferde. Noch heuie wird in Lisdorf von ölteren Miibürgern, die es wiederum von ihren E tern ge- höa hoben, erzöhlt, wie die Fomilie von Mox Ruff in vornehmen Kutschen, mit 4 bis 6 Pferden be- sponnl, zum Einkoul oder zur Schule noch Soor- louis oder ouch nur zum Spoß durch den Ort kut- schiert wurde. Gegen Ende des Krieges mussle er ouch der Ko- vollerie Plerde zur Verfügung stellen, und zwor ohne Entschödigung. Noch dem verlorenen l. Weltkrieg woren seine Kriegsonleihen on dos deutsche Koiserreich unwiederbringlich verloren. So konnte Mox Ruff Iroh sein, doss er ob 1919 ols geschö+ts{ührender Beigeordneler und ob 1920 ols Bürgermeister der Gemeinde Lisdorf Ensdorf ein geregelles monolliches Einkommen hotie. Es liegt die Vermulung nohe, doss Mox Ruff 1919/2O mil den Fronzosen sympothisierte, sonsl wöre er wohl nicht Bürgermeisler geworden. ledenfolls hot keine diesbezügliche Wohl durch die Bevölkerung oder den Gemeinderoi sloltge- funden. Außerdem wor Mox Ruff noch l920wie- der gut im Geschöft mit seinen Pferden bei den Soor-Gruben, die unier fronzösischer Verwol" lung slonden, obwohl deren Einsolz unler Toge durch zunehmenden Moschineneinsotz von.Johr zu Johr zurückging. Die Fomilie Rulf lebte ouch in den Zwonziger Johren noch ,,ouf großem Fuß". Zur Unterhol- iung und Pflege des gesomten Anwesens gob es mehrere Angesleille. Zu dem Ruffschen Anwe- sen mil einer Flöche von mehr ols 6000 qm, dos zur Provinziolsiroße hin mit einem schmie- deeisernen, mossiven Zoun obgegrenzl wor, gel,ö.te hinter der Villo ein Gesindehous, ein Wirtschoftsgebdude, ein großer, gepflegier Pork, eine Obstplonioge und im hinleren Be- reich die Geböude, Anlogen und Weiden für die Pferde. Trolz seiner Vorliebe für Kutschen- fohrten legte sich Mox Ruff bereils 1906 ein Aulo zu, und zwor imporlierfe er ous den IJSA einen komfortoblen Ford mit offenem Verdeck. Spöter komen noch weitere Fohrzeuge hinzu. Er wor der ersie Auiobesitzer in Lisdorf. Unlöngst erzdhlte uns der Lisdorfer Guido Klein, dessen Muller m;i der Fomilie Ruff gut bekonnt wor, doss vor etwo 50 Johren Fröulein Morio Löpple, eine Schwögerin von Mox Ruff, die ouch in der Villo lebie, ihm ein werivolles Sioffuerdeck mit der Aulschriti FORD 1906 schenkte. Es ist onzunehmen, doss es zu dem 1906 ous den USA importierien Auto gehörte. DieZeitvom 2.6.1919 biszum 17.12.1933, in der Mox Ruff zundchst ols geschüftsführender 7
  8. 8. Beigeordneler und donn ob 01.10.1920 o1s Bürgermeisler in den Gemeinden Lisdorf und Ensdorf dos Sogen hoite, wor ous heuliger Sichl eine sehr schlechle Zeit. Noch dem verlorenen Wellkrieg wor olles onders, vor ollem für Führ- ungspersonen wor es eine horte Zeit. Aber in Lisdorf-EnsdorJ spiellen die Arbeiier- und Sol- dotenräte, die sich in den meisien Stödien und Gemeinden des Deulschen Reiches noch der Abdonkung von Koiser Wilhe m ll. und der Aus- rufung der Republik gebildet und die Mochl vorübergehend on sich gerissen hoiten (ouch in Soorlouis), keine Rolle. Die fronzösischen Besot- zungsiruppen, die bereits om 23.11.1918 offi- zie I in Soorlouis Einzug hielten, woren beslrebl, Ruhe und Ordnung in ihren erober-len Gebieten (dos gesomie linksrheinische Gebiet) zu woh- ren. Aus diesem Grund wurden Bürgermeisier nJr von ihrer oder m t ihrer Zustimmung einge- seizt, um eine Poliiik noch dem Willen Fronk- reichs zu gewöhrleisten. Zur Zeil des urschönen Wecl^sels im Burgermei- steromt Lisdorf Ensdorf von lohn zu Ruff herr- schte in der gesom-en Reg:on eine G ippeepi- demie, von der koum eine Fomilie verschonl blieb und die ollein in Lisdorf 34 Todesopfer forderie. Dos gesomte Gemeindeleben kom über löngere Zeit zu Erliegen. Hinzu kom die wirtschofiliche Nol oge vieler Fomilien infolge des Krieges. Der Krieg hoile zwor in Lisdorf kei- nen größeren moleriellen Schoden hinierlos- sen, iedoch musslen etwo 100 Lisdorfer ihr Le- ben ouf den verschiedenen Schlochifeldern Eu- ropos ossen, viele dovon in Verdun. Auch Mqx Ruif soll noch dem Erleben von Verdun ols Sol- dol nur noch vom Wohnsinn des Krieges ge- sprochen hoben und dem preußischen Gene- roLf eldmorscholl Grof Helmuih von Moltke (1800 - l89l ) zugeslimml hoben, der domols sogie: ,,Wenn mon ihn (den Krieg), wie ich, ous der Nöhe gesehen hof, konn mon nü liele Ab- scheu vor ihm hoben- Er ist die schiimmste Gei- ßel der Menschheit, und sicher muss mon o//es f0n, um ihn zu vermeiden." Diese Wornung von Helmuih von Moltke wurde in Deutschlond fost 45 Johre beochtef, bis l914 dos Unheil des 1. Wehkrieges über 4 Johre ong seinen Lou{ nohm. Am 28.6.1919 wurde in Versoilies der Friedens- vertrog der Siegermöchie mil dem om Boden liegenden Deulschen Reich ousgehondeli, der donn om 10.6.1920 in Krofi troi. Dieser Frie- densvertrog forderie von Deulschlond immense Repo roiionsleistungen. Dos Soorgebiel wurde ouf zunöchsl l5 lohre vom Deutschen Reich ob- getrennl und unier die Verwoltung des Völker- bundes (Vorgdnger der IJN) gesiel t, der noch dem 1 .Weltkrieg in Genf gebildet worden wor. ln- {olge des Versoi ler Verlroges wurde die seil l9l8 o-)trerende fronzös,sche Militdnegierung 1920 durch die slork fronkophil geprögie Regie- rungskomrrission des Völkerbundes obgelöst. Die {ronzösischen Besolzungstruppen blieben bis Dezember 1930 im Soorgebiet slolionierl. Am 1.6.1923 wurde der fronzösische FroncolsWöh- rung eingeführt und 1925 erfolgte die Einb;n- dung in dos fronzösische Zollsystem. ln den ersien Johren ols Bürgermeisier hoiie Mox Ruff mehrfoch gemeindliche Koiosiro- pheneinsötze wegen Soor-Hochwosser zu orgo- nisieren, von dem Lisdorf jeweils hort beiroffen wor. Besonders dos Hochwosser über Weihnoch- ten 1919 hotte verheerende Auswirkungen und richiete große Schöden on. Dodurch wurde die wirtschoftliche Not der Bevölkerung noch er- heblich vergrößert. Besonders die Londwiri- schofi, die in Lisdorf der Houplerwerbszweig wor, holte unler dem Hochwosser sehr zu leiden. Hinzu ko.n rn den lol'.en 1922/23 ere ve-- heerende, weltweite lnflotion. Es isi überliefert, doss die Fomiiie Ruff in diesen Johren fost ihr gesomies reslliches Geldvermögen verlor. FÜr Mox Ruff, den ehemo igen G roßg ru nd besitzer, Gulsbesilzer und Aktionör wor es ielzt mii dem vom Vofer ererblen Reichtum endgültig vorbei. Er wor ongewiesen ou{ ein reloliv bescheidenes Einkommen ols Bürgermeisler. Die bere'ts nil seinem ATtsonlrilt ols Bürgerrrei- ster im Johr 1920 einsetzenden Besirebungen der Stodl Soorlouis, Lisdorf in die Kreissiodt ein- zugemeinden, wurden von ihm und ouch von den Lisdorfer Bürgern obgelehnt; denn er be- fürchtete den Ver usl seines Amies, oul dos er fi- nonziell ongewiesen wor, und die Bürger befürch- ielen höhere Steuern und Abgoben sowie belo- slende Verwoliu ngsvorsch rifien. Dos konkrele Vorhoben der Stodt Soorlouis, Lisdorf 1926 ein- zugemeinden, führte in Lisdorf zu mehreren Pro- lesiversommlungen mit ieweils 5 - 600 Teilneh- mern, in denen mon sich vehemenl gegen die Eingemeindungspläne wehrte. Der Gemeinderol von Lisdorf wurde verpflichtet, keine diesbezüg- lichen Gespröche mit der Stodtveiwoltung zu füh- ren (vgl. Arnl Finkenberg: ,,Lisdorf von derStein- zeii bis zur Gegenworl" S.225fL). 8
  9. 9. Bürgermeisier Mox Ruff hoite es in dieser Zeii schwer, kommunole Projekie ouf den Weg zu brin- gen. Es fehlte om nöligen Geld, und Zuschüsse gob es erslmo nichi. Trotzdem isi es ihm gelun- gen, zwei Bouvorhoben umzuselzen, und zwor ließ et 1928 im Ortsieil Obstgorten dos ersle Gemein- de Siedlungshous entlong der Provinziolsiroße bouen, in dem spöter 2l Fomilien mil insgesomi 80 Personen uniergebrochl werden konnien. lm folgenden Johr 1929 wurde dos Gefollenendenk- mol ouf dem Lisdorfer Friedhof errichtef. lm Herbst desselben Johres broch donn die Weltwirtschofis" krise ous, die über mehrere Johre mii Höhepunki im Johr 1933 der Wet und selbstverstöndlich ouch Lisdor{ viele Arbeits ose bescherle. Aufgrund der desoloten wirtschofi ichen Siiuotion und Mil ionen von Arbeilslosen hollen es rodiko- le Kröfte, wie die NSDAP unler ihrem demogo- gischen Führer Adolf Hitler, leicht, die Menschen für sich zu gewinnen. Am 30.I .l 933 gelong Hit- ler die Mochtergreifung im Deutschen Reich. Mox Ruff hobe diesen Tog, der ouch im Soorge- biel von o len politischen Gruppierungen verfoigt wurde, ols schworzer Tog Jür Deutschlond be- zeichnet. Die nolionolsozio islische Mochlergrei- fung hotte ouf dos Soorgebiet nur indirekien Ein- f uss, weil es immer noch vom Deufschen Reich obgetrennt wor und unler Völkerbund Verwo - lung siond. Doch dos poliiische Geschehen wur- de bereits seit 1931 ouch im Soorgebiet und in Lisdorf weitgehend von Nolionolsoziolisten be- stimmt. Die holten in Alois Sponiol, om 19.9 .19O4 ols Lehrersohn in Lisdorf geboren, ihren inte lektuellen Kopf und eifrigsten Akfivi- sten. Am 1.5.1931 trol er der NSDAP bei und wor von luli l93l bis Oktober 1932 Ortsgrup- penleiter in Lisdorf und Leiter des SA-Sturmes Soorlouis; onschließend wor er bis Junil933 Kreisleiter für Soorlouis und Merzig, ob 14.6.1933 NSDAP-Londesleiter im Soorgebiet. lm September 1933 wurde er durch die NSDAP-Führung in Berlin in den Preußischen Sloolsrol berufen. Zudem wor Alois Sponiol Mii- glied im Bürgermeisterei und Gemeinderol Lis- dorf. Nochdem er im Herbst 1933 wegen Ar- beitsüberloslung ous dlesen Amiern ousgeschie- den wor, verlieh ihm die Gemeinde Lisdorf ols ersiem und bisher einzigem LisdorJer dos Ehren- bürgerrecht. Die Urkunde wurde uns ols Kopie von der Nichle Alois Sponiols, Frou Morgorete Gebler-Kohlhose ous Hohensiein-Trebro in Thüringen, zur Verfügung gestellt und trdgl die L,nierschriflen der domoligen Beigeordneten und der Gemeinderolsmitglieder sowie des Orts- gruppenleilers der NSDAP Lisdorf. Die wichtigste Unierschrift, die des Bürgermeisiers Mox Ruff, fehlt ouf der Urkunde. Ein Beomter der Bürger- meisterei hol verlretungsweise unlerzeichnet. Die oben erwöhnle Morgoreie Gebler (Mitglied unseres Heimotkundevereins Lisdorf) ist die Tochter von Greto Sponiol ous Lisdorf, einer Schwesler von Alois Sponiol, die von 1933 bis 1939 Führerin des ,,Bund deutscher Mddel" (BdM) im Gou Soor wor und während des 2. We tkrieges den Gulsbesitzer Oskor Kohlhose in Trebro/Thüringen heirotete. Noch unseren lnformolionen weigerie sich Bür- germeisier Mox Ruff hortnöckig, den Beschluss der Lisdorfer NSDAP Vertreter bezüglich der Ver- leihung des Ehrenbürgerrechis on Alois Sponiol zu okzeplieren, ouch nur zur Kenninis zu nehmen, Desholb hot er konsequenlerweise die Urkunde ouch nichl unlerzeichnel. Andere Zeiizeugen be- richteten uns, doss mon Mox Ruff dobei einfoch übergongen hobe. Ob sich ruox Ruff der vollen Trogweile seines Hondelns bewussf wor, dorüber konn heule noch 77 Johren nur gerölsell werden. Die Soor Zeilung vom 2.12.1933 ber;chtete in ei- nem kurzen Beiirog über die vermutlich leizte Gemeinderolssiizung des Johres 1933 in Lisdorf om 24.1 I .1933. Die Togesordnung dieser Sil- zung umfossle demnoch fünf Punkte, die olle be- hondelt wurden. A s TOP I wurde für den ous dem Bürgermeisterei- und Gemeinderot ousge- schiedenen Stootsroi Alois Sponiol Michel Becker von der Holzmühle für be;de Grem;en verpflich- tet. Die Siizung leiiete Bürgermeisier Mox Ruff, der ouch für die Aufstellung der Togesordnung zuslöndig wor. Ob er die Aufnohme des Punkles "Verleihung des Ehrenbürgerrechtes on Alois Sponiol" verweigert holle oder diese Soche bewussl nichl in dieser Sitzung behondelt wurde, ist nicht bekonni. Ohne einen enlsprechenden Gemeinderoisbeschluss hötte Alois Sponiol nicht dos Ehrenbürgerrechi verliehen werden dürfen. Es isf ober onzunehmen, doss der Gemeinderot von Lisdorf zwischen Anfong bis Mitle Dezember '1933 diesen Beschluss ohne Bürgermeisler Mox Rufl gefosst hot. ln der Verleihungsurkunde fehlt oußer der Unlerschrift von Mox Ruff ouch dos Beschlussdoium. Noch heutigem Recht und Ge- setz wöre ein solcher Beschluss rechtswidrig und somil unwirksom. ln der domols schon sehr deutschlond- und nozifreundlichen Presse isi 9
  10. 10. dorüber nichis zu finden, wos sehr verwunderlich isi. lmmerhin wor der neu ernonnle Ehrenbürger mdchiigster NSDAP-Monn im Soorgebiet und Preußischer Stootsrot. ln Lisdorf wor mon möch- tig stolz über dos, wos Alois Sponio innerholb weniger Johre erreicht hoiie. ln der Urkunde wird er u-o. ols der größle Sohn der Gemeinde Lis- dorf bezeichnet. Vielleicht össt sich dorous dos Vorgehen der domoligen Lisdorfer Gemeinde' rolsvertreler und einiger Bürgermeisterei-Verlre- ter erk.ören, sich in dieser Soche über Bürgermei' sier Mox Ruff hinwegzusetzen. Es ist ollerdings bekonnt, doss bereiis Ende 1933 und 1934, ols dos Soorgebiei noch unler der Verwollung des Völkerbundes siond, Beschlüsse nichi immer un- ler Beochlung der geltenden Rechtsvorschriflen zuslonde komen. Dennoch herrschie im Soorgebiet bereiis eine Erworiungsholtung f ür die ersehnte Angliederung ons Deuische Reich. Wornungen vor den Nozis und ihrem Führer Adolf Hitler fonden wenig Be- ochtung. Der größle Worner in Lisdorf wor Postor Jose{ Spengler, der spöiere Dechont des Deko- noies Soodouis und Ehrenbürger der Stodt Soor- louis (vg. A. Finkenberg: Lisdorf, s. 220 ff.). Noch dem kloren Ergebnis der Soor-Absiim- mung om l3.Jonuor I935 erfolgte bereils om l.Mörzl935 die Rückgliederung und domit ouch die Mochtübernohme der Nozis. Zwischen Mox Ruf{ und Alois Sponiol, dessen El- iernhous on der Ecke Provinziolslroße/tlolz- mühler Stroße (heuie Zohnorzlproxis Boumonn) nichf weit von der Villo RufI entfernt log, herrschle bereils seil 1925 ein gesponnles Verhöltnis. lm Sommer desselben lohres wurde ouch in LisdorJ die "Rheinische Johrtousend-Feier" unler Belei- ligung der Orisvereine gefeiert. Arnt Finkenberg, der Verfosser des Bond 4 der Geschichte der Kreisslodi Soorlouis ,,Lisdori von der Steinzeit bis zur Gegenwod ( 1996) berichtet dorüber oul S. 215 wie folgf: ,,Einen siorken Aufschwung erfuhr dos Lisdorfer Vereinsleben 1925 mit der Ausgesloliung der ,,Rheinischen lohrtousend-Feier". Sie sollie on die Rückkehr des domoligen Herzogiums Lolh- ringen in dos Deulsche Reich im lohr 925 erin nern und wurde im gonzen Rheinlond und ouch im Soorgebief, in Bezug ouf die po itische Loge, zu einem ,,Bekennlnis für dos Deulschlum" um- funkiionieri. Die Lisdorfer begingen dieses Ereig- nis festlich mil einem imposonlen Fockelzug durch den Ort zum Schulhof on der Soor. Dort hotle sich eine große Menschenonsommlung zu- sommengefunden, und die Feuerwehr enizündete einen Holzsloß. ln Reden und Liedern bekonnle sich die Versommlung onschließend mehrfoch und eindeufig zum Deulschtum. Dobei tot sich der spötere NSDAP-Gouleiter Alois Sponiol erslmols hervor, der eine glühende Rede,,vor lousend Volksgenossen seines Dorfes gegen die Vergewohigung seiner Heimoi durch dos Dikiot von Versoilles" hielt. Neben dem MGV 1859 umrohmlen noch Turner mii dem Bou von Pyro- miden und Theoterfreunde mii der Aufführung des 51ückes,,Die Erschießung der elf Schill'schen Off iziere" die Veronstoltung." Obwohl Alois Sponiol domols ersi 2l lohre olt wor, gelong es ihm durch seine hervorrogende Rheiorik, die ouf dem Schulhof versommelien Lis- dorfer zu einem eindeutigen Bekennlnis zum Deulschtum und zu einer schorfen Verurleilung des Versoiller Friedensverlroges zu bewegen. DieserVerlrog knebelteDeutschlond wirischoft- lich bis zum Außersien, so doss ein douerhofler Friede schwerlich zu erworten wor. Mox Ruff wor ebenfolls ols Redner bei dieser Ver- sommlung ouf dem Schulhof onwesend, kom ober gegen den redegewondlen Alois Sponiol nicht o1. Er velor sogor on E.nfluss, do er iruwi- schen offen mil den Fronzosen sympothisierte, denen er sowoh sein Aml ols Bürgermeisler ols ouch ein gules Zusolzeinkommen durch seine Grubenp{erde verdonkle. ln der Folge verschärfte sich dieser Zwist. Mox Ruff mussle Anfong der 3Oiger Johre einsehen, doss er den örtlichen Mochikompf mii den poli- iischen, immer störker notionolsoziolistisch orien- iierten Kröften nichi gewinnen konnie. lrr Ge- meinderoi, in dem nun ouch NSDAP-Verireter soßen, trole,1 oie polil sche r Gegensötze 'mner stärker hervor Mox Ruff wo lte zwor eine Rückkehr ins deutsche Voleriond, ober nichl unler Hillers Führung, wöhrend die große Mehrheit der Lisdor- fer,,heim ins Reich" wo lie. Er soh sich plötzlich in einer ousweglosen Situolion, do er befürchten musste, noch einer Rückgliederung des Soorge- bieles ins Der:ische Reich von den Nozis obge- setzt, wenn nichl sogor verfolgt zu werden. Domil hötte er ouch sein gesomies Einkommen ver oren, ouf dos er und selne Fomilie seil dem Ver ust sei- 1es Vermögens nocl'dem I. Wel_l. ieg orgewie- sen woren. Mox Rulf wurde von großer Existenz- ongsl ergriffen, die ihm in der Folge sehr zuseiz- t0
  11. 11. le. Zudem kom es zum Affronl mit den notionol- soziolisiischen Krölten im Gemeinderol wegen der Verleihung de. Ehrenbü.gerschoF on seinen großen Gegner Alois Sponiol. Dos ging über sei- ne Kröfte. Am 17 -12.1933 nohm er sich im Alier von 58 Johren dos Leben. Seine Ehefrou Anno Luise Sophie und die bei- den noch im Ellernhous lebenden unverheiro- lelen Töchler Giselo Anno Morio (34 Johre) und Chorlotte (30 Johre) versuchlen verstönd' licherweise, den Freitod ihres Fomilienober- houptes zu verheimlichen, doch in Lisdorf und ouch in Ensdorf hotte sich die wohre Todesurso- che bold herumgesprochen. ln einer Anzeige in der Soor-Zeifung gob die Fomilie den Tod von Bürgermeister Mox Ruff bekonnt. Von Seiien der Gemeinden Lisdorf und Ensdorf, deren omlierender Bürgermeisler er im- mer noch gewesen wor, gob es weder eine An- zeige noch irgendeinen Ausdruck des Bedou- erns oder der Trouer. Poslor Josef Spengler zelebrierte in der Lisdor- fer Pforrkirche eine Tolenmesse, in deren An- schlr.rss Mox Ruff in der Ruffschen Erbbegröb- nisstötte ouf dem Alten Friedhof in Soorlouis beigeselzt wurde. Dos fünfstellige Grob der Fo- milie Ruff, in dem bereits die Eliern bestottet woren, ist noch Gernol Korge,,Der Ahe Friedhof in Soorlouis, lJnsere Heimoi" Nr. 2/1999 S. 68 ff. im lohr 1962 obgeröumt worden. Der Grob- stein sei iedoch noch vorhonden. Die Soor'Zeiiung berichlete in ihrer Ausgobe vom 19.12.1933 wie folgt: ,,Lisdor{. (Bürgermeister Ruff f) Wie bereils durch Todesonzeige in unserer Zeilung mitgeieilt wur- de, isi Herr Bürgermeisier Ruff Lisdorf om Sonn- log plötzlich verstorben. Der Verslorbene, der frü- her Gulsbesilzer in Lisdorf wor, wurde noch Ent' hebung seines Vorgöngers vom Amte durch die Besotzungsbehörde, ouf Vorschlog der Bürger- meistereiverlretung zum Bürgermeisler von Lis- dorf ernonnt, welche Stellung er nunmehr seit I4 Johren innehotte. Wöhrend er in moncher Bezie- hung eine slork umkömpfie Persönlichkeit wor, erfreute er sich ondererseils in weiten Kreisen großer Beliebtheit. Möge Gott ihm die ewige Ruhe schenken." Es ist bedouerlich, doss Mox Ruff, troiz seiner nochweisboren Verdienste für Sloot und Gesell- schoft und ols longjöhriger Beomler, Beigeord- neler und Bürgermeisler der Bürgermeislerei Lis- dorf Ensdorf, so ous dem Leben scheiden muss- le und seinem Lebenswerk domols die verdien- te Würdigung verweigert wurde. Bis ouf den zwiespültigen Kurzberichi brochte die Soor-Zei- iung, domols führende Lokolzeitung im Roum Soorlouis, spöter weder ein Folo des Verstorbe- nen noch eine Würdigung seiner Leistungen, wos ouf die domolige po ilische Einstellung schließen lösst. Für die Fomilie Ruff bedeutete der plötzliche Tod von Mox Ruff nichl nur einen schmerzlichen Ver- lust, sondern ouch den Beginn eines unoufholtso- men soziolen Abstiegs. Die politischen Großereign;sse der folgenden Johre: die Soor-Abslimmung om 13.1.1935, die Rückgliederung ins Deufsche Reich om 1.3.1935 die Eingemeindung von Lisdorf in die Stodt Soorlouis om 1.4.I936 hotten für Anno Ruff und ihre Töchier keine besonderen Auswirkungen. Giselo und Chorloite Ruff verlie- ßen wöhrend dieser Zeit dos Eliernhous in Lis- dorf und gingen in den Schworzwold, die Hei- mol ihres Großvofers vöterlicherseits. Giselo heiroiele om 3.1 .I 937 im Aller von 38 Johren und isi spdler in Oppenou.on der Rench im Schworzwold verstorben. Uber den Verbleib von Chorloite ist uns nichts bekonnl. Es konn- 't I I Tod.s.Anr.it. t"- -T-I th s.- o* r.t- ",a Tod ü.r 6 b rtla I "".d-dx.r,- R{".hI,$.r.rrlhi,n.'r.E li.ü.n I o.n-.,o*-, a.- vr.r, Sdinad{*. G'ot I v{d uod sd.ad Herrn Bürgermeister illax Bufl h.ur. n..hDn6a @ 2,1s Uhr ur.Ban.t bloh. ddß S.hlternldl.!, b Ahi. Y.tr 56 Jrlr.r r n,i i, !Ü. Eri4l& ürüur.n. Di. tiau.rnd.! HintdblicbcD.E !IsDoRt. dm 17, De.nb..1933, Ds S!.l.ntßt 6ndd .h YMoö, d.n m. dr X.! lomdira. 9ro L]lr ln d.t Plrnli.ö. tr Lßd.d rtli Anldrli!6ltd hi.r.d.rlolC! dl. Eie .r4dü'a und t .b.nührun* d IA.h. Dr(b d.r E bb.firbdl$ .G rul dr6 L*h. Pn.dtol h vor B.tl.id.b6ü.i6 'lrd !.h..q ab!6d
  12. 12. te bisher ouch nichl geklörl werden, ob es ir- gendwelche Nochfohren gibt. Morie-Sophie Ldpple, geb. om 26.7.1881 in Ludwigsburg, eine Schwögerin von Mox Ruff, übersiedelte noch dessen Freitod noch Lisdorf, um ihrer Schwesler beizustehen. Diese konnie den Selbstmord ihres Ehemonnes nichl verkroften und wurde psychisch sehr kronk. Noch mehreren sloiionören Behondlungen in Nervenkliniken, die erfo glos blieben, verstorb Anno Luise Sophie Ruff wöhrend des 2. We ikrieges in einer Klinik im Roum Slroßburg. Zu Beginn des 2. Welikrieges wor es den Erben nicht mehr möglich, dos weiildufige Ruffsche An- wesen ongemessen zu unlerholten, Der frühere Pferde und Reitstoll (heulige Druckerei Klein) wurde on die Möbelschreinerei Porl veröuße11, wöhrend die Villo mii dem Gesindehous, den Wirischoftsgeböuden, dem Pork, Obst und Ge- müsegörlen und weiteren Reit- und Wiesenflöchen (co.95 % der Gesomtflöche) on eine Firmo Rei- ners KG verkoufi wurde. Diese Firmo produzier- le wöhrend des Krieges über-wiegend Houlcreme für die Wehrmochf. Noch dem Krieg wurde die Produktion ouf Schuhcreme unter dem Morkenno- men ,,Kisino" und ouf Bohnerwochs umgestelli. Geschöffsführer und Miigesellschofter der Fo. Rei- ners wor ein ous dem Rheinlond slommender Apoiheker nomens Kor B oil. Zeii.weise beschöItig- le diese Firmo bis zu 35 Personen. Der Produkii- onsbereich beJond sich in einem größeren Hinler- gebäude, wöhrend die Büros in der Vilo Ruff lo- gen. Mil der Zeil nonnte mon dos Ruffsche Anwe- sen,,Creme-Fobrik". Ehemolige Beschöfligte der Fo. Reiners schwärmen noch heufe von der groß- ortigen Ausslotfung der Villo Ruff. Als Mifie bis Ende der SOiger Johre sich die Ge- schdfie der,,Creme-Fobrik" wegen wochsender Konkurrenz zusehends versch echlerien, wurde dos vordere Gelönde on der Provinziolsiroße mit der Vi lo Ruff und den Betriebsgeböuden on den Lisdorfer Gemüsegroßhöndler Adolf Schmitt ver kouft. Dos hintere Gelönde, dos mittlerweile zum Gemüseonbou genulzi wurde, ging on den Lond- wirt Alois Schworz. Dos Betriebsgeböude der Möbelschreinerei Port (ehemoliger Ruffsche Reit, sloll)wor inzwischen on die Druckerei Heinz Klein veröußeri worden. Gemüsegroßhöndler Adolf Sch mitt beseitigie noch und noch die Ruffschen Geböude (Ende 1958/ Anfong 1959 ouch die Villo) und erstell, 12 ie dorf mehrere komfortoble Wohngebdude und ein größeres Wirischoftsgeböude mit zohlreichen Gorogen für seinen Großhondelsbetrieb. Auch dort hot inzwischen ein Wechsel sioltgefunden. Noch dem Tod von Adolf Schmitt wurde der G roßho nd elsbetrieb eingestelll. Die Wohnge- böude gehören Sohn und Tochter, wöhrend dos villenortige Houpigeböude verkouft wurde. Spö- ieslens Anfong der 6Oiger Johre wor von dem ehemoligen feudo en RuJfschen Anwesen mii der imposonlen Villo nichts mehr zu sehen. Heule erinnern nur noch Ansichtskorten, Zeichnungen und sellene Fotos doron, wie es dorf vor 100loh- ren ousgesehen hol. An dieser Fomilien- und Zeitgeschichte konnte oufgezeigt werden, wie vergönglich olles lrdische isi, wie schnell sich großer Reichtum ouflösen konn und wie undonkbor Menschen sein können. Morie Sophie Löpple, die Schwesier von Anno Ruff, wohnle iolol verorml bis zulelzl in der Villo, donn kurze Zeit zur Miete in der Morxslroße und gegen Ende ihrer Lisdorfer Zeit in einem einzigen Zimmer in der Bürgermeislerei Lisdor{. Am 2.8.1966 lst sie im Ater von 85 Johren im Alienheim in Scl^wolboch gestorben. B;s zule_zt wurde s e von der Böcker-Fomilie Breinig unierslützl und von Friedel Breinig regelmdßig im Alienheim besucht. Wir bedonken uns herzlich bei folgenden Perso- nen, die uns für diesen Bericht lnformotionen ge- lieferi hoben, ouch bei denen, die bereiis verslor- ben sind und dem Verfosser longe vor dieser Berichtslegung Rede und Antworl sionden: Bohr Nobel Clemenline; Breinig Friede t; Breinig Dorothee und Joochim; Comtesse Bop- tist t; Follert Wol{gong; Greßnich-Follerl Morgo; Jungmonn Breinig Erno; Korge Ger- nol; ein Guido; Klein-Jocob Mor'onne; Leinenboch Günter t; Mong Günier; Morguei- Comiesse Leno; Morguel Johonn f; Nogel Berthold; Port Johonn t; Rupp Reinhold J; Schü12 Robert; Schütz Dieimor; Schmiti Rein- hold; Schworz Josef; Senzig-Emmes lrmgord; Zenner Rudoll. Herzlich willkommen! Der Verein für Heimotkunde Lisdor{ e.V be- grüßl ols neue Mitglieder: MoriinoDröger-Groß Leboch-Hoxberg Rolond Dröger Leboch-Hoxberg
  13. 13. $chulrat i.B. ludwig lhil Balzer wuJde,,90" Am 5. März feierie Ludwig Korl Bolzer in körper- licher und geistiger Frische seinen 90. Geburts- log. Dozu hotle er neben seinem engeren Fomi- lienkreis ouch etliche Freunde und ireue Weg- geföhrten in dos Soorlouiser Altsiodtokol ,,Mor6chol Ney" eingeloden. Zu diesen zöhlen ouch der Vorsilzenoe des He r"olkunoevereins Lisdorl nebst Ehefrou, der ob 1968 Slodtrois- kollege von L. K. Bolzer wor Die Verbundenheil geht ober weit über die gemeinsome kommu- nolpolrtische Wegslrecke hinous. Dos gemein- some große lnleresse on der Geschichle unse' rer Heimot verb;ndel zusötzlich. So wor es für L. K- Bolzer selbstuerstöndlich. doss er noch Grün- dung des Lisdorfer Heimotkundevereins diesem beigetreten und seilher lreues Mitglied isi. Zu Lisdorf hoi er seil vielen Johren eine besonde- re Beziehung. Dort hot er 1948 seine ersie Lehrersielle on der Koih. Vo ksschule ongelreten und wor dort bis 1957. Die Soorbrücker Zeitung würdigte Ludwig Korl Bolzer on seinem 90. Geburtslog in einem grö- ßeren Artikel unter der Überschrifl ols,,Soor- louiser, wie mon ihn sich nur wünschen konn". Dos kom ouch bei seiner Gebudslogsfeier zum Ausdruck. Er hot ols Pödogoge, Schulrot, CDU Kommunolpolitiker, Ml:seumsleiler, Heimotfor- scher und Buchouior Großes geleislel. Ludwig Korl Bolzer wurde om 5. Mörz 1920 in Soor ouis geboren. Noch seiner Schulzeit und derr Leh.erstudium wurde er im 2.weltkrieg zu. Wehrmochi einberufen. Den Krieg erlebte er on verschiedenen Fronlen r.:nd kom donoch in englische Kriegsgefongenschoft, ous der er 1947 in Minden/ Westfolen enllossen wurde. Noch der Rückkehr in seine soorlöndische Heimof, kom er 1948 ols Lehrer on die Koth. Volksschule in Lisdorf, wo er bis I957 onterrichiete. Donoch wor er zunöchsi ols Volksschul Direklor und ob 1964 ols Schulrot für Soorlouis und Dillingen tötig. lm gleichen Johr mochte er erslmols ols Buchor.rlor mit,,Soorlouis Aktuelle und historische Berichte über die Stodt Soorlouis und ihre sechs Stodtteile" ouf sich oufmerksom, in dem erstmolig die domolige Gesomtstodt behondelt und desholb ols Grundlogenwerk für die Stodtgeschichte von Soorlouis ouch heuie noch von Bedeutung ist. 1982 ging er in den Ruhestond. Neben seiner beruflichen Töiigkeit wor L. K. Bolzer noch viele.Johre ehrenomtlich in verschiedenen Bereichen tdtig. Von 1957 bis 1972 wor er Mitglied des Stodtrotes von Soorlouis, zu- dem von l96l bis l97l Vorsiizender der CDU Stodtrotsfroktion und von 1968 bis 1972 ehrenomtli- cher Beigeordneler lm Johre 1980 übernohm er die Leitung des Stodtmuseums Soorlouis, die er über l4lohre bis 1994 ousübfe. Obwohl domols bereits 74iöhrig, seize er sich noch nicht zur Ruhe, sondern bereiiele mil wissenschoftliche Akribie sein krönendes Lebenswerk vor, dos reprösenlolive Stondordwerk ,,Soo rlouis-Dos könig liche Sechseck", dos er 2001 o ls 8l iöhriger in der Buchhondlung Pieper o m Großen Morkf in Soor ou;s einem großen lnleressenlenkreis vorstellte. Ludwig Korl Bolzer hot sich mit diesem großortigen Werk in Soorlouis ein Denkmol gesetzf, dos be, slirrmi noch viele Geschichlsinteressierle in den nochfolgenden Generotionen bewundern werden. (hg) VHL Vorsiizender Heiner Groß grotuliert Ludwig Korl Bo zer zu seinem 90. Geburlslog t3
  14. 14. Agnes Groß Am Ende des Ortsteils Holzmühle on einem Fe dweg, der ouch o1s Abkürzung des Weges noch Neuforweiler genutzt wurde, slond dos Holzmühler Sprilzenhous. Die heutige Loge- bezeichnung ist Ecke Neue-Welt Slroße und Strqße ,,lm Bogen". Erboui wurde es um I900- Dos Grundstück wurde von meinen Vorfohren der Freiwilligen Feuerwehr Holzmühle zur Verfügung gestellt für den Bou eines Spritzenhouses. Die Mönner der Fomilie meines Großvoters woren nömlich olle begeislerle Feuerwehrleule. Bis zur Auflösung bzw. Verschmelzung der FreiwiLligen Feuerwehr Holzmühle mit der Freiwi ligen Feuer- wehr Lisdorf im )ohre 1948/49 wurde dos Sprit- zerhous o s solcl^es gerutTt. Sornlogs^1orgers in olLer Frühe fonden dort regelmäßig Ubr.:ngen stotl. An diese Übungen hobe ich vieLe Kindheits- erinnerungen, do dos Sprilzenhous sich on der Ecke unseres Housgorlens befond. Für uns Kin' der wor es schon interessonf, wenn wir einen Blick durch dos geöffnete Tor in dos Spritzenhoos mii der,,Spriize" und den vielen Schläuchen weden durften. Domoliger und leizter Wehrführer wor A ois Klein von der Holzmühle. Fosi olle Ho z- mühler Mdnner gehörten der Feuerwehr on. Bei den Übungen ging es ouch monchmo sehr luslig zu. Meine Großmutter mochle immer ihre Wilze, wenn einmol die so genonnle,,Spritze" nicht on- springen wo lte. lm Johre 1955 wurde dos leersfehende Holz- mühler Spritzenhous von der Stodt Soorlouis ols Eigeniümerin veröußerl on meine Mulier, Mo" rio Groß. Forlon wurde dos Spritzenhous ols Goroge genulzl. llas Holzmühler $pfiuen[aus ilDos Holzmüh erSpritzenhous (Foto Agnes Groß) Wegen des Ausboues der Neue Welt Stroße musste dos Sprilzenhous weichen und wurde im Johre 1979 obgerissen. - t lr - IE Mitg ieder der Freiwilligen Feuerwehr Holzmüh e 14 m Johre 1928 (Foloous BesitzvonAdol{ Klein) I tt-5a ,' I =. lL* ffiffi
  15. 15. Mqriqnne Fqusl Vozehlches Off de Derfo hott ett io emmo Leil genn, vonn denen vozehlt mo jo noch no lohren klön Spichtcho.lwwo zween honn de Leeischdrowwo enn de dreißijo Johren schon geschmunselt.Onn houi, wenn öm so öbbes ennJöllt moß mo och noch grennzen. Döo ön vonn den zween woo do Friddem. Döo hoti emmo beim Kneipchin enn do Wurschtkich gehollf. Weil do Friddem de Schwodemo so göo göss hott,do hoddo emmo Somschdes no Feioowend vomm Kneipchin enn Fotzen mett hömm greeit. An ööm Somschdoch hot do Friddem sich beschwöol onn hot gesool: ,,Oh, Kneipchin, emmo Schwodemo, foo wott donn emmo Schwodemo?" Do hot do Kneipchin emm Friddem ett Mösso enn de Hond gedreggf, onn hot gesoot: ,, So iitz geh renn onn schneid do grod ob woil de wellschd." All woren se vorwözich wott wöado sich lo ob- schneiden. Wie o rous komm ess ous emm Kühlhous, hott do Kneipchin gefroot: ,,So Friddem wolt hoschde do donn iitz geholl?" Do sood do Friddem: ,,Mö Kneipchin Schwodemo , wott donn sonschl, gudden Schwodemo, de wööschd io wie göo eich denen össen." Onn döo onno vonn den zween doli woo do Fronsipopo. Vill Leit kennen enn bestemml noch vomm No- men. Mo konn sich noch so bißin voostellen wie o durch ett Dorf getoppl ess memm Spoziostock omm Boggel onn dodroon ho11 son ot Läddotosch gehonk. Voo siebzich oddo fünfonsiebzich Joo woo etl io öbbes seldenes wönn öno Aulo gefoo ess. Ett woren emm Dorf ioo nell mee wie drei oddo veeijo Audos. Foo de Führoschein se greeiien, ess dottt ohne Grombuiosch onn Wibbcho gong. Awwo richdich fooren honn de Leit sich meßden sellwo lehren. Do ess önes Dochs do Fronsipopo mett seim Broudo seim Aulo ous do Stodt ent Dorf gefoo komm. Obb o en Führoschein holt wöß mo nett. Doli woo enn döo Zeil och neti so wichdich. Sein Kolleien senn geloof komm onn honn de Frcnsi onn eli Aulo ongehimmeli. Do Fronsi woo stolz wie enn Koiso. ,)Vösen do wott ?" hoddo gesoot:" Mio mochen oweil enn Spretztuo, woll end Auio renn geht hol eich meä." Off ännol wie enn Gewiddo keei do Fronsi off eit Gos onn furt woro. Die Annon honn sich ongeloui onn honn gesool;" Wotl woo donn dolt ioo, wo ess döo donn hin?" Nom gudden Sturm esso nomoll komm. De Kollejen honn zomm gesoof:" So moll, dou houschl öfoch ob onn loschi us lo siehen, mö wo wooschl dou donn hin?" Do soot do Fronsi: ,,Mö dio honn guft schwötzen, mo merkl, doss dio vomm Aulofohren kön Ahnung honn, eich honn doch meßden off de großen Mook de Keo hollen gehn." Loo dron gesitl mo, doss de Leil freeiio gonz onoschl Auto geloo senn wie de leif hout. De Drowwonden senn emm Fronsi emmo nogeloof onn honn gerouf,, Fronsi gib Gosi !" Us gutt Kennd Oh, wie senn se oll so froo, do longosenden Bou ess doo. De gonz Fomill die ess voreckf, doss doii loo so gufi gekleckt. Etl wird nuo noch noorr Kennd gefrool, onn neii gespoot memm gudden Rool. Wenn de Momo ett eoschlmol spozieren fool, wird och mell Vorwölz netl gespool. An ollen Aggen mossen de Röödo roun, weil iedo well enn de Wöönchin loun. So klöönen senn och puzzich onn niedlich, se schloofen scheen onn senn so friedlich. Se luischen de Doumen onn senn so fein, wenn se so rosich enn ihren Keßjo lein. Se wirn vonn iedem donn beslouni, memm vollen Bouch senn se och gutt gelounl. Dousend Frooen wirn donn geslollt, ,,mdnschde nett döo Klöön grööt ko i?" Monchen froon:"Wem g eicht o donn? Eli kommt mo voo, o gleicht deim Monn. Wievell hoddo donn gewoo? Gött wie senn do meti dem loon so froo A schlooft geweß Noods noch nell durch? No enn poo Wochen ess o Noods och rooich. Lou moll wie o mett de Angelcho locht, onn wie o metl de Höndcho mochl. Derf moo froon wie o höscht? Onn wonn wird o donn gedööft?" Oh, lou of{ amol geht ett loß, jiz hoddo Hongo ddo klön Sproß. Aweilo höschdefl neischt wie hörnm, o hott wied scheint iiz doch de Flömm De guft Loun vogeet onn doll gonz rosch, omm schnellschden Wech ha lfl nuo de Flosch. Jiz esso emmo noch gonz niedlich, schood, owwo nemmö grod so friedlich. Mo moss och onn de Boggs ronn gehn, do ess ett och nemmö grod so scheen. Wenn donn do KohLdomp noch gestillt, donn ess ett nommoll enn Kennd wie enn Bild. Beiräge rur lisdoiler illundart t5
  16. 16. Bildet aus det Hoclueits[ilder-Auss ? lohonn Siegfr;ed - 1901 - t87l 11947 lohonn Amonn - 1908 - 1475 t r9s8 " 1876 11947 Kothorino Weiler ' 1884 t 191 8 . 1882 11962 Johonn Seidel - 1884 t 194s Anno Kneip - 1883 t r968 And,eos Ru ons ,, I901 - 1886 t r 95s Morio Mogdleno Nl es ' 1886 t r9s3 Nikolous Rupp * 1899 1197s Aufgrund der großen Resononz Bilder ous der Hochzeitsbi der ' zeigen wir in dieser Ausgobe wr den Ausstellung. Zur Vervol slöndigungunseres be gonz herzlich, uns Hochtzeitsb Gruppenbilder) und ouch onder: len. Noch Fertigong von Kopien der zurück. Rückfrogen bille onI 16 , I908
  17. 17. ;llung in detlisdorlg Hcimatstu[G Morgorethe Schmitt - 1887 119s7 losef Breininger r 1893 11944 a I929 Morio K ein Peier Welsch , 1899 . 1900 t lgso i 1967 @ I930 Elisobeth Klein ,1902 t 1975 I o 1933 Morio Breininger ' 1909 t 1997 I T 1921 Mortho Fuß .189l t 1967 :die im leizten Heimotblofi gezeigten stellung in der Lisdorfer Heimotstube re Bilder ous dieser weilerhin loufen- s umfongeichen Bildorchivs bitten wir *r*l 'ous lhrer Fomilie (Poor- und /oder eressonle Fofos zur üerfügung zu stel- Augusi Bolthosor o rer Sie lh e Org,nole l.urzfnst g we- ' lo05 r Agnes Groß, Tei: 0683t/a06it. t 197s -1931 Kothorino Welsch * 1907 t r 998 t Fronz Seidel . 1904 11975 17
  18. 18. Geschichte der Pfarei lisüorl- tnsdoil (Abdru.k eines Beri.htes in der Soor-Zeitung vom 24./30.! l. und 3.I2.I938,) ArChiv Günler Mqng l. Die Plorrei unler der Ablei Wodgossen dorf noch Ensdorf, Holzmühle, Morienhof und Fomorhof. Die Pforrei Lisdorf ist unstreitig eine der öhesten unserer Heimoi. Schon früh gingen die Poiro- nots , Zehni und eigenl ichen Pforrrechte zu Lis- dorf on die Abtei Wodgossen über, die bold die weltliche und kirchliche Herrschoft zu Lisdorf be- soß. Bereits im Johre 1220 schenkte Lucordis von Wied dem Klosler Wodgossen dos Poironoi und o e Kirche des Cr'spin und Crispirionr"s n Lisdorf, ein Beweis, doss Lisdorf domols schon Plorrdorf wor. lm selben lohre schenkfe der Wild- grol Conrod ll. einen Teil seines Polronols in Lis- dorl ebenlol s dem Abt von Wodgossen. Des- gleichen Friedrich von Leiningen im lohre 1223. Lothor von Wied und Lucordis schenkten im glei- chen Johre dem Abt noch ein Driltel ihres Zehn- ten ;n Lisdorf. Doroufhin übertrug der Erzbischof von Trier dem Kloster die Seelsorge in Lisdorf, die mon wohl sehr gewissenhofl ousgeübt hoben muss, denn die Gemeinde wurde ouch wöhrend der Refor- motion in ihrem Glouben nicht wonkend. Der Wi dgrof Conrod hotie ols Schwiegersohn des Grofen Simon ll. von Soorbrücken den Anieil on Lisdorf, den er der Abfei schenkte. Lucordis wor die Goilin des Grofen Simon ll. Sie heirote- le zwischen 1218 und 1220 noch dem frühen Tode ihres erslen Gemohls den Grofen Lolhor von Wied. Friedrich von Leiningen wiederum wor ein Bruder von Lucordis. Wir sehen olso, doss olle Schenkungen ou{ den Grofen Simon ll. von Soorbrücken ols ehemoligen olleinigen Besitzer Lisdorls zurückgehen. Simon scheinl ein Gönner des Kloslers gewesen zu sein. Von den Erben Si- mons erhieli donn Wodgossen noch und noch o le Rechie, Besilzungen und Einkünfte in Lisdorf, so doss Lisdorf donn ouschließlich dem Klosler Wodgossen gehörte. Die Schenker sfelien durchweg die Bedingung, enlweder im Kloster begroben zu werden oder ein Johrgedöchtnis zu erho len oder beides. Dos Klosler Wodgossen wor ols Grobsiöile sehr ge- suchl. Es wurde 1135 gegründet, und 100 Joh- re spüler hotle es schon so viele Pforreien zu be- lreuen, doss mon dorous neben dem gro8en Ver- trouen zum Kloster ouch seine Leistungsfdhigke;t erkennen konn- Der Konvenl wor domols schon in der Loge, eine ousgedehnle Seelsorge zu be- wdlligen. Zur Pforrei Lisdorf gehörte oußer Lis- t8 Do die Pforrei zum Kloster gehörte, kom bei Be- dorf ein Mönch noch Lisdorf, um die Seelsorge ouszuüben; denn bei der Visiloiion des Lond- kopitels Per im Johre 1569 erschien der Abi von Wodgossen noch o s Pforrer von Lisdorf. Bold donoch scheint der Abi einen Poler zum ous- schließlichen Pfqrrer von Lisdorf ernonnl zu ho- ben, der donn dorf wohnie. Denn bei der Visito- lion von '1743 heißt es: ,,Dos Pforrhous wor wohnlich." Die Einkünfie des Pforrers bestonden zu dieser Zeit in der Hölfie des Zehnlen und in der Nt}znießung von 14 Morgen Ackerlond und Wiesen zu sechseinholb Fuder Heu. lm Letzten Güterbestond der Abiei Wodgossen mit ihren Einkünfien von 1790 heißt es ,,Der Zehnle von den Lisdorfer Eergen erlrdgi durchschniltlich pro Johr 200 Quon Roggen, und wos den Werl des Mehrertroges ouf dem Bonne von Lisdorf ongeht, ' überlatßt die Abtei denseiben lähriich dem Herrn Poslor zu seinem Unfehoh." ln einem omllichen Berichi von l718 werden die Einkünfte des Pfor- rers wie folgt ongegeben: l. Dem ungeleilien großen Zehnien in bestimmten Gemorkungen von Lisdod und Ensdorf, 2. dem ungeteilten klei- nen Zehnlen im gonzen Pforrberinge,3. dem Er- lrog des onsehnlichen ous Wiesen und Ackerlond bestehenden Witlumguies,4. ous dem Erlrog der großen Kirchenstiftungen. Der Visitolor von 1657 (olso kurz noch dem 30- löhrigen Kriege, der von 1618-1648 douerte) fond in der Kirche vier Altöre, ober mii Ausnoh- me eines si bernen Kelches nur kupferne Geröie und den Tou{stein zerbrochen vor. Es wor dies ohne Zweifel die Wirkung der vorhergegong- enen Kriege und der noch herrschenden Unru- hen, infolge derer sich viele Einwohner den Er- pressungen der Fronzosen durch die Fluchi ent- zogen hotlen und der Pforrer se bsi in sein Klo- sier zurückgekehrl wor. ln den lohren 1635 und ,1636 hotte ouch die Pest hier zohlreiche Opfer ge{orderl, so doss die Pforrgemeinde größten- ieils ousgestorben wor- Die Erbouung der Stodt und Fesiung Soorlouis brochle nichl nur viele Iremde Arbeiier ins Dorf, sondern ouch die Ge- meinde 1697 unfer fronzösische Hoheii. lm Anlong des 18. lohrhunderis wor die Kirche boufö lig geworden. Der Turm mussle schon l7l7 erneueri werden, der Neubou des Chors
  19. 19. und des Schiffs erfolgte ober erst im .lohr 1764. Bei dem Orl befond sich eine zu Ehren des No- mens Moriö errichtete Kopelle, die viel besucht wurde. Die ehemolige Schule log 1743 in Trüm- mern, es wurde ober im Winter Unterricht erteilf. Der Schullehrer empfing von ieder Ehe ein Moß Korn und von jedem Schüler monotlich vier Aß (oltrömische Gewichtseinheit). Der Küsler bezog vor 1806 von jeder Ehe im Pforrsprengel drei hol- be Melzen Korn. Dos beruhle ouf oltem Herkom- men. Die Pforrei Lisdorf Ensdorf gehörte bis zur fronzösischen Revolution zur Abtei Wodgossen. ll. Die Frqnzösis.he Reyolution und ihre Nochwlrkungen lm lohre 1792 drongen die {ronzösischen Revo- lulionstruppen in unsere Heimot ein. Die Mön- che von Wodgossen wurden verlrieben, dos Klo- sler mil ollen Besilzungen zum Stoolseigentum erklört und öffentlich versteigert. Die Seelsorge in Lisdorf log einige Johre donieder, bis unler Nopoleon l. ollmöhlich wieder Ruhe und Ord- nung eintroten. Noch den RevoLutionswirren om- tierte der P{orrer erneut von 1801 b;s 1804. Schode, doss dieser P{orrer seine Erlebnisse mil ins Grob nohm. Sie zu kennen, wdre heute von unschöizborem heimotkundlichem Wert. (Anmer- kung der Redoktion: Es hondelte sich um P .lo- honn Lutz ous Trier. Sein letzler Sterbeokt in Lis- dorf trögl dos Dotum vom 4.10.1791; donoch emigrierie er l80l kehrte er noch Lisdorf zurück und blieb bis 1.7.1804. Vgl. Rudolf Zenner: Die Einwohner von Lisdorf,lBd 1 S. 76) Gemeinden. Die Pforrer woren, verglichen mil der Zeit vor der Revolution, sehr schlecht bezohh, so doss die preußische Regierung 1817 Erhe- bungen dorüber onslellen ließ, wie die finonziel- le Loge vor und noch der Revoluiion wor. Die Angoben ous diesem Johre sind sehr oufschluss- reich, so doss wir noch mehrmols dorouf zurück- kommen werden. l8l 6 hotte der Plorrer von Lis- dorf ein Stootsgeholi von 500 Fronken jöhrlich. Die fforreizohlte dozu 300 Fronken (Lisdorf 200 und Ensdorf 100 Fronken). Die sogenonnien Stolgebühren (Nebenbezüge des Geistlichen für gottesdiensiliche Hondlungen) wurden mit 190 Fronken ongegeben. Die gewöhnliche Unterholtung der Kirche und Kirchengeröte geschoh vor der Revolulion ous Mitteln der Kirchen{obrik (Einkommen, Vermö- gen der Kirche). Dos Pforrhous wurde von der Abtei unlerholten, die ouch oußergewöhnliche Reporoluren on der Kirche vornohm. Dieser Kirchenfobrikfonds, der noch dem oben erwdhn- ten Bericht von l87l ,,schon bedeutend wor, hot- le Mitlel irfi Ueberfluß, für die 8edürfnisse des Gottesdienstes zu beslreifen. Er ging ober durch die Gesehe, welche zur Zeit der Revolufion erlos- sen wurden, gönzlich verloren- Vom Auslou{en der Revolution bis 1800 wurden die Bedürtnis- se des Goltesdiensles durch Kirchenkollekte und ondere freiwillige Goben bestritten. Durch Ge- selz vom 30. Sept. 1809 kom die Verpochtung d e r Kir che nbänke hi nzu - " ln demselben Bericht heißt es on einer onderen Stelle: ,.Die hiesige (Lisdorfer) Kiche wurde im Jahre 1764 erbouf und zwor ouf Kosten der Ab- lei Wodgossen. Dos ehemoiige Plorrhovs, zu des- sen Erbouung ebenfoils die Abtei gehollen wor, würde im Anlonge der fronzösischen Revo/ulion o/s Stoolsgut etklött ünd verkouft, wodurch die Gemeinde genöligt wurde, im Johre 1813 ein neues Pforrhous zu bouen. Die Gemeinde lisdorf bezohlfe ihren Anfei/ der Kosten von den Gel- dern, welche spdlerhin von Fronkreich wegen veröußetlet Gemeindegü,er zurückbezohlt wer- den mußlen (Zusofz des Verfossers, Lisdorf lor- derte om 20. April 1816 {ür seine veräußerlen Gemeindegüter 70.695,65 Fronken). Ensdorf brochfe seinen Anteil oul miltels Umlogen noch dem Moßstob der Grund- und Klossensteuer". Alles in ollem wor die Loge der Pforrei und des Pforrers örmlich und unwürdig. Dem wollle die Mullerkirche, Lisdorf I 764 19 rr{ G dr,-t I lT-r, LlEä H I 'i, ir mi l-! -] :) t, -rl § rr ii:j lr L E- F; ..-, -,a'.. '..fü ilä
  20. 20. Regierung obhellen, so weil sie konnle. Denn wir müssen bedenken, doss Preußens Niedergong und Erhebung gerode vorbei woren. Durch Verfügung vom 26. August l8l 7 wurden die Bürgermeister verpflichtet, die Schöflenröte der einzelnen Gemeinden zu versommeln ond Vertröge über zu bewilligende Geholtszuiogen bei Pforrern zu schließen. Um die Belonge der Pforrer einheitlich und erfolgreich vertrelen zu können, ernonnle dos Generolvikoriol zu Trier die beiden fforrer Hennrich von Rehlingen und Gobi von Lisdorf zu Kommissorien für diesen besonderen Zweck. Für die Pforrei Lisdorf kom bei der Schaffen- berotung om 12. November 1817 folgender Be- schluss zustonde, der von beiden Por,eien onge- nommen und unlerschrieben wurde: l. Die Pforrei Lisdorf bewilligt dem Pforrer ein iöhrliches Zulogegeholt von 95 Tolern und 6 Gro- schen nebst Nufznießung von ungeföhr 4 Morgen Ackerlond, do derselbe sie onietzo besitn- 2. Dovon entrichtet die Gemeinde Lisdorf 52 To- ler und l2 Groschen und die Nutznießung des besogten Londes. 3. Die Gemeinde Ensdorf entrichtet 42 Toler und 24 Groschen. Noch der Besitzergreifung unserer Heimol durch Preußen enlwickelte sich die fforrei so, doss sie 1848 256 Seelen zöhlte. Die Schöffen erreichten noch vielem Hin und Her (weil sie onfongs nichts vergüten wollten) eine sonntögliche Frühmesse. 1859 kom ein Koplon. lm selben Johr storb der longiöhrige P{orrer Schusfer. '1860 kom Postor Prinz ols fforrer noch Lisdorf, unter dem Ensdorf obgelrennl und selbstöndige fforrei wurde. !ll. Ensdorl wird selbständige Plorrei Dos Verhöltnis zwischen Lisdorf und Ensdorf und die Enhaickh,rg de" beiden Orte ist sehr bezeichnend {ür unsere Heimot. Uber secl^s Johrhundene gehcir- ten beide Dörfer zusommen. lmmer wor Lisdorf der größere Ort und betreute Ensdorf in der welilichen und kirchlichen Verwoltung. ln der zweiten Hölfte des vorigen Johrhunderts beginnt ouf einmol mit der ouf blühenden lndustrie die Tochtergemeinde Ensdorf der Mutter über den Kopf zu wochsen und reißt sich zuerst kirchlich und donn ollerdings erst 1936 - ouch weltlich los und mocht sich se bstön- dig. lm Johre 1802 hoite Lisdorf 944 Einwohner und Ensdorf 375. Bis 1890 rückt Ensdori ollmöhlich noch und überflügelt Lisdorf von do ob schnell. Der Wunsch der Ensdorfer, eine eigene fforrkir- che zu hoben, reicht zurück bis um die Mitte des 18. Johrhunderts. Domols bestellten sie sich wöh- Godehord Prinz, Pforrer von Lisdorf Ensdorf, Gründer der Pfonei Ensdorf,Erbouer der Pforrkirche Ensdorf rend des Winlers schon einen eigenen Schulleh- rer. Dos wor ober keine Douererscheinung. Tou- fe, Hochzeit, Begröbnis und der Sonnlogsgo}tes- diensi wurde den Ensdorfern oft gor schwer ge- mocht. Die Soor, die seit jeher die Bonngrenze zwischen beiden Dörfern bildet, wor bei Hoch- wosser und Eisgong unüberschreiibor- Die Lei- chen mussten oft togelong oufgebohrt bleiben, bis die Soor überquerl werden konnte. Der Ver- kehr wurde nömlich nur durch eine Föhre, die vor der fronzösischen Revolution der Abtei Wodgos- sen gehörie, oufrechl erhollen. Die feste Eisen- brücke ließ der Kreis erst 1894 erbouen. Ofi, wenn Hochwosser oder Eisgong o lzu longe dou- erten, ging der Leichenzug von Ensdorf über Frouloulern und Soorlouis noch Lisdorf. Die Kin- der ließ mon donn monchmol in Frouloutern loufen. Dos ist der Grund, wesholb monche Ensdorfer Volksgenossen die Geburtsurkunden ihrer Ahnen ston in Lisdorf in Froulouiern finden. Aus oll diesen Gründen wurden schon 1765 Ver- hondlungen zum Kirchenbou in Ensdorf oufge- nommen. Der Abf von Wodgossen erklörte sich 1771 bercil, den Ensdorfern einen Vikor zu ge- ben, sobold sie den Bou ousgeführt hötten. Die bischöfliche Behörde zu Trier erteilte om 7. Mörz desselben.lohre die erbelene Erloubnis zu diesem Vorhoben, dos ober ersl ein Johrhundert spöter zur Ausführung kom. Bold kom die fronzösische Revo- lulionj donn komen die nopoleonischen Kriege, die Preußen, zu dem l8l5 unsere Heimot kom, oussouglen. All dos wor nichl dozu ongeton, Mit- tel für einen Kirchenbou oufzubr;ngen. Als von 1860 ob der Kirchenneubou unumgöng- lich wurde, wor mitllerweile die Zohl der Schüler 20 L. t, §-,
  21. 21. so gesliegen, doss die Regierung oL-rf den Bou einer neuen Schule drüngte. ln einem Schreiben vom 24.1.i863 mochle Posior Prinz von Lisdorf dem Bürgermeisier Sorg den Vorschlog, den Schulhousneubou zu verschieben und die dofür verfügboren Gelder für den Kirchenbou zu ver- wenden, weil der Kirchenbou ungleich notwendi- ger sei. Eine gonze Moppe voll Schriflstücke flog hin und her von der weltlichen zur geistlichen Be- hö.de und inrerholb dieser Behö.den von eirer lnslonz zur onderen. Jedenfolls wurde die Schu- le 1863 gebout. Sie kosiele 3.600 Toler. lm sel- ben Johre wurde ouch der Kirchenbor.: grund- sötzlich genehmigt. Dos wor nun leichter gesogl ols gelon. Wenn zwei Gemeinden lohrhunderte long eine Pforrei bil- den, l'oben sie ouch gemeinsores Vermögen. Als der Ensdorfer Gemeinderot in seiner Sitzung vom 21. Seplember 1849 sich vom Lisdorfer Friedhof lossogte und einen eigenen onlegen ließ, geschoh schon dos nicht ohne Hindernisse. Und nun? Ensdorf vedongle von Lisdorf für den {erneren Verzicht ouf Kirche. Pforrhous und Kir- chenvermögen eine Abfindung von 4.000 To- lern. Herunter konn mon immer gehen, werden sie gedocht hoben! Lisdorf wollte onfongs 1.000 Toler geben, reduzierle ober im Verloufe der Ver- hondlungen ouf 750 Toler. ln einem Vertrog zwi' schen beiden Gemeinden vom '15. Juni 1864 gob Ensdorf sich schließlich mit 750 Tolern zufrie- den. Die Lisdorfer Einwohner sommelten freiwil- lig noch 500 Toler für die Ensdorfer Kirche. Dozu woren im Voronschlog 5.000 Toler freiwi lige Spenden der Ensdorfer festgesetzt; die Umlogen der nöchslen sechs Johre sollten 3.900 Toler er- geben, der Borbestond der Gemeindekosse be- trug 500 Toler, Gemeindelond wollte mon für 2.500 Toler veröu8ern (ln Wirklichkeit wurden beim Verkouf om 18. Moi 1864 sogor 4.910 To- ler gelöst). Dos mochle zusommen 13.150 Toler, so doss nur 2.250 Toler fehlten. Der Bischof ge- nehmigie eine Kirchenkollekte im Bistum, mon hoffte ou{ eine Houskollekte in der gonzen Rhein- provinz. Die Ensdorfer wolhen die Fuhren im Frondiensl übernehmen. lhre Opferwilligkeit wor groß, die Aussichten günstig. Es wurde gebout. Lisdor{ zöhlte im Februor 1863 2.146 Einwoh- ner, wovon 46 evongelisch woren, und Ensdorf 1.25i, dorunter 29 Evongelische. Am 5. Moi 1864 wurde der Grundstein gelegt. Die dobei eingemouerle Urkunde hot, ins Deulsche über- sefzi, {olgenden Worflout: ,,Zur Ehre der ollerheiligsten Dreifo tigkeii und der seligsten Jungfrou Morio, ohne Erbsünde empfongen. Amen." Pforrkrche,,St. Morien" Ensdof, 1868 lm Johre des Heiles 1864, rm 18. des Pontifikots des heiligen Volers Pius des Neunten, bei Erle- digung des Bischöflichen Sluhles zu TtieL !ntet dem Kopifulor-Vikor Molthios Morlini, Sr- Hei- ligkeit Housprölol und Domdechont zu ftieL un- ler dem Poslor Gollhord Prinz zu Lisdorl und den Kirchenrotsmitgiieder n Pele r Mor guel, Gobri el We/sch, Johonn Weisch, Nikoious Ecker ous lis- dorl und Pefer Sch/ichfer und Georg Ney ous Ensdorf, unler der Regierung 5r Moiestdt des König Wilheln L unler dem Königl. Londßt von Se/ofinsky und dem Bürgermeisler Georg Sorg, wurde diese kotholische Kirche, zv der die Plorr- kinder selbst zum größten leil die Geldnittel oulgebrocht hoben, für den Filiolort Ensdorf, der domols unge{öhr 1.300 Seeien zöhlte, zu bou- en begonnen noch dem Plon und der Leitung des Architekten Fronz Georg Himpler ous Bilurg und der Grundstein gesegnel und ge/eg, von dem Hochw. Herrn threncononicus und Dechonlen Fronz Hecking, Postor zu Sooriouis, om Feste der Himmelfohrt unseres Herrn Jesu Chrisli, den 5. Moi 1864- Alles zut größeren Ehre Golles und zum Heile der seeien." 21 fru &
  22. 22. Histolisches Gasthaus lleue welt IeiGrtG lu[iläum 60 Johre im Besitz der Fomilie Julien-Zimmer Seit Ende 1949 isl dos Goslhous Neue Well im Besit der Fomilie .Julien-Zimmer. Der Hotelier, Meizoermeister und Koch Ludwig Zimmer, ous dem -Bohnhofshotel Zimmer slommend, und sei' ne Ehefrou Morio ersteigerlen dos Anwesen, be_ wonnten es und betrreben oo 16. M<irz 1950 lOstern) die Gostwinschoft Die Übernohme wur' de vor 60 Johren mil folgender Zeilungsonzeige in der Oslerousgobe ongekündigl: "Dos oltbe' Gosthous NeueWell im Johre I920 konnte.Ausfiugsreslouronl,,Neue V'/elt", Soor' iouis, wird heute durch den Besilzer Ludwig Zim' mer, Küchenchel und Melzgetmeisler, etöff net. Ostermonlog Tonz." ln dq Folgezeit betrieb Lud' wig Zimmei im House noch eine Metzgerei und nebenon eine Tonkslelle. Aul den Toq genou 60 Johre noch Übe'nohme durch die Fomilie Zimmer wurde dos Jubilöum qebührend gereiea. Viele treue SlommkLrden und Gösle ous Noh und Fern woren der Einlo- duno von Morie- Luise Zimmer und ihren Söhne sowie der ietzigen Pöchlerin Julto Seibel und Tochter Kolio gelolgt und zur zünfligen Ferer in d,e,,Neue Wel"'geLommen. lJnter den zohlrer_ chen Gösten befonden sich u.o. der ous Lisdorf slonrrende Slootssekreldr Georg Jungmonr in Verlrelunq des Mi,1islerprös denler Pe'er MÜl'er, der PrösiJent der IHK des Soo"rondes urd Chef 22 der Korlsberg-Brouerei Dr. Richord weber sowie Oberbürgermeister Rolond Henz. Alle sprochen sich sehi lobend über dos gesomle Erschei- nungsbild wie ouch über die FÜhrung des Gost- horie. ou.. Für die stilgerechte Renovierung des Geböudes, dos seit 1997 unler Denkmolschutz stehl. zeiqten sich oie EigentÜmerin Morlies h,lien-Zirimer und vor ollem ihr öltesler Sohn Philipp veroniwortlich, der ols Architekl die Re- itc,rf,-,1 stourierunq durcl'geführt hor' Dos Lob !Ür die or.:le Fihruio des Houses goh Morlies.Julien, den Facr,tern ldälf (Addi) und Gerlinde w:ll'nes ous Lisdorf sowie .lutto und Kotio Seibel, die dos Hous seil dem 1. Moi 2009 führen. Ni.hl olloemein bekonnr isl, doss dos Goslhous ..tl.r. vie,l"ru- Stod*e I Lisdorl gel"öri, do es ä"{ Gr,-rnd r,no Boder der Gemorkung Lisdor{ sieht. So kommt ouch ein großer Teil der Kunden ous Lisdorf, besonders ous dem Ortsleil Holz- mühle. Die besondere Verbundenheit der Eigen- lümer und der bisherigen Pöchterfomilie Willmes mit Lisdor{ zeigl sich ouch durch ihre Mitglied- schoft im Heimotkr..rndeverein Lisdorf. Die ,,Neue Welt" isi seit mehr ols 200 Johren weit über Soorlouis hinous ein Begriff. Außer der Gosiwirischofi wird ouch die slork frequenlierle Slroßenkreuzung Melzer und Überherrner Siro_ ,.-.:i ';-13 ,1r ! iil
  23. 23. ße und die zur Hoizmüh e obzweigende Stroße so genonnt. Um dos zu begründen, muss mon bis zur Erbouung der Feslung Soorlouis ob 1680 zurückgehen. Diesen gesch ichtlichen Hinfer- grund erlöuterte Architeki Philipp Julien im offi- ziellen Teil der.Jubilöumsfeier. Noch wöhrend der Bor:moßnohmen on der Fe- slung kouften hohe fronzösische Festungsoffiziere oußerholb der Feslung von der Abtei Wodgos- sen, dem domo igen Grundherrn des Lisdorfer Gosthous Neue Welt noch der siigerechien Renovierung Bonnes, größere Flöchen im nöheren Bereich der heutigen,,Neuen Welf' und errichteten dort größere Hofonlogen. So entsionden 1682 der Souty Hof r.:nd 1688 der Morienhof. Der Bonn Lisdorf erstreckte sich domols von Wodgossen bis kurz vor Wollerfongen. Die Festung Soorlouis ist bekonntlich 1680 fost vollsiöndig ouf Lisdor- fer Bonn geboui worden; nochher verlief die Bonngrenze direkt on der dußeren Festungs- Noch der Fertigste lung des Morienhofes, der ösilich der Holzmühle ouf unbesiedeliern Gebiet im sogenonnlen Lisdorfer Bruch erbout wurde, nonnie der Volksmund dos Gebiet,,Neue Welt", do hier im ,,Niemondslond" vor den Toren der Festung, quos ous dem N'ch's herous, eine neue Weli enlsionden wor Noch und noch verbreitete und verfesligte sich diese Bezeichnung für dos gesomle Areol zwischen Morienhof und Soufy- Hof derort, doss sie ouch von omilicher Se;te übernommen wurde. Der Nome,,Morienhof" gehi zurück ouf die Ehefrou des Erbouers Chermonl, die Morio hieß. Die Fomilie des lngenieur-Olliziers Chermor-t be- wol_nte öngere Zei_ den Morienhof. doch wöhrend der fronzcisiscl-en Revo- luiion wechsellen die Besitzer mehrfoch. Ein ehemoliger Besilzer nomens Michel Wogner wurde 1793 von einem Revo- lutionsgericht in Poris zum Tode verur- teilt und durch dos Follbeil hingerichtet. Ein re _ere' Bes tzer ricl.tete spö er dor_ eine Scl_orlw'rtscl.ofi eir. Leider isr uns nichi bekonnt, wo sich diese genou be- funden hot und wonn sie wieder oufge- geben wurde- As im Johre 1833 zu preußischer Zeit der Soor ouiser Slodlrol Cordier den Morienhof koufte, soll die Schonk- wirischoft nicht mehr bestonden hoben. Nochfoh- ren von Cordier sind ouch heute noch im Besitz des Morienhofes- Ob es sich bei der Schonkwiri- scholt om Morienhof und dem Gosihous,,Neue We t" um dosselbe Objekt hondeli, konnie bislong nicht geklört werden. Vermullich wurde dos Anwe- sen,,Neue Welf" wdhrend der nopoleonischen Ze;t errichtet. ln einer Urkunde von 1855 wird der Ackerer lohonn Rupp ous Neulorweiler, ein Vor- Iohr der Fomilie lulien ous Picord, o s ,,Wirt der Neuen Well" en öhnl. Unler seiner Führung wurde dos ursprünglich im Lothringer Sfil erboute Bouern- hous in eine größere Gostwirtschofi mit Tonz- und Feslsool umgeslollet. Spöler wechselie dos Hous mehrfoch seine Besilzer. Ein uns vorliegendes Gewerbeverzeichnis von l93l weist Nikolous Bo- stior ols dorroiiger BesitTer oJs, oer es ru einem florierenden Unlernehmen mit regelmößigen Tonzveronstoliungen, Vereinsböllen und sommer- licher Gortenwirtschoft gemochi hoben sol . Domols wor dos Geböude seitlich und hinten von möchiigen Koslonienböumen umgeben, die dos Anwesen weithin sichtbor mochfen und im Sommer für Schotten in der Go rtenwirtschoft sorglen. Für die Jugend ous Picord, von der Holzmühle, teilweise ouch ous Neuforweiler und Beoumorois wor es über Johrzehnle die Stomm- kneipe schlechthin. Noch dem 2. Weltkrieg, der ouch Jür dos Gos! hous "Neue Welt" storke Kriegsschdden mit sich Heiner Groß groiu ieri Morlies lulien 23
  24. 24. Tourlsten-Vereln,,Edelwelß'l Holzmllhle. am sonntao, d.m to. l.lltt v.r.n.lrl,.n wir llD Lokal. Ell. Neue Welt a*" Blumenball!r dcm wlr Sl. h,.rBll hlrrl. .ln- l.d.r. B.glrn t lrh!. EmüAigl. Pr.ls. ht O.fünk.n. 116l Häu!t.p.ll. BIlt. De. Vorsland. Anzeise in derSoor-Zeituns vom 9.9.1933 gebrocht hotle, gesloheie sich der Wiederoufbou und der geschöftliche Neuonfong mehr ols be- schwerlich. Allerdings woren die Schöden nicht so groß wie beim direkt gegenüber liegenden Herr- schoflshous des Souty Hofes, dos durch mehrere Gronoteinschlöge völlig zerstört wor. Altere Leser können sich bestimml noch on den Trümmer- houfen erinnern, der von der zum Souty Hof ge- hörenden Villo übrig geblieben wor. Als die Eheleute Ludwig und Morio Zimmer dos Gosthous ,,Neue Welt" om 5. März '1950 über- nohmen, kom neues Leben in dos Hous. Als Metzgermeister und ousgebildeter Küchenmeis. ter boute Ludwig Zimmer den goslronomischen Bereich ous. Vor ollem viele lronzösische Kun- den, Geschäfts euie und Fernfohrer, die ouf ihrem Weg von und noch Fronkreich om Goslhous vor- beikomen, kehrlen regelmößig ouf der ,,Neuen Welt" ein. Mir ist noch gut in Erinnerung, wie ich domols ols Jugendlicher mil Freunden von der Holzmühle für eine Limo oder Colo in dos Gosl- hous einkehrte und von der Theke ous den schlemmenden Fronzosen zuschoute, wie sie ihre üppigen Mohlzeiien verzehrten und dozu I bis 2 Floschen Rotwein lronken. Ebenfolls in guler Erinnerung sind die beliebten Kornevolsveronstollungen ouf der,,Neuen Weli" sowie die viel benutzte Freiluftkegelbohn im Gor- ten. Bedor.rerlicherweise musslen die möchtigen Koslonienböume seitlich der Goslwirlschofl einer Tonkslel enonloge weichen. Nichi unerwöhnl bleiben so ie, doss kurz noch der Übernohme durch Ludwig Zimme'in eire.n H inierzimmer geheime Zusommenkünfte der domols noch verbolenen CDU oul Kreisebene slottfonden. die spöter zur Gründung des CDU- Kreisverbo ndes SoorJouis führten. Wolier Covelir.:s, der spöiere CDU-Kreisgeschöftsführer und Kommunolpolitiker orrongierte diese Ge- heimireffen, bei denen u.o. der spölere CDU- Ministerpräsident Dr. Hubert Ney rJnd der spöte- 24 re Bundeslogsobgeordneie Albert Boldouf teil- nohmen. Wolter Covelius wohnte domols im Hous Ecke Überherrner und Melzer Slroße, dos seine ous Picord stommende Ehefrou geerbt hot- fe. Spöter boute er dos Hous zur Speisegostslötte ,,Zur Linde" um, die heuie ols Holel-Reslouronl von seiner Tochler Cormen und ihrem Ehemonn Josef Schmitt ous Lisdorf geführt wird. ln den 60er Johren verpochteie Fomilie Zimmer dos Gosthous ,,Neue welt". Die Meizgerei und der Tonzsool wurden ols ALssre Lrgsröu.ne 7u- nöchsl von der Firmo Schirro Anliquilöten, heu- le von zwei gewerblichen Betrieben genulzl. Am l. Moi 1978 übernohm Morie-Luise Julien die Goslstötte und führie sie bis zum l. Juni I987. Donoch wurde dos Lokol wieder verpoch- tet. ob 1995 on dos Lisdorfer Ehepoor Adolf (Addi) und Gerlinde Willmes, die es bis zur kronk- heitsbedingten Aufgobe im Johre 2009 ols be- liebtes Lokol für Einkehrer ous Noh und Fern ebenso erfolgreich führten, wie vormols Morlies JL,lien. Seit '1. Moi 2009 sind Jutto Seibel und ihre Tochter Kolio die Pächter, die dos iroditions- reiche Hous in bewcihrter Weise weiierführen. ln den 90er Johren woren umfongreiche Reno- vierungsorbeiten erforder ich, um dem Goslhous dos heulige Aussehen zr.: verleihen. Diese wurden - wie bereits erwöhnt - von dem Architekien Phil- ipp Julien detoilliert geplont und ousge{ührt. Noch einem kompletlen Umbou erfolgte im 2. Bouobschnitt die Umgesloltung des Dochge- schosses zu Wohn- und Geschöfisröumen. Der Umbou erfolgte unier ökologischen Gesichts- punkten, die dem Hous die,,Grüne Housnum- mer" einbrochle. Unier onderern wurde neben der Verwendr.rng von ökologishen Bousloffen ouf dem Doch eine Photovohoik Anloge instollierf. Dos gesomle ouf die Dochflöche niedergehende Regenwosser wird im rückwdrtigen Gorlenbe- reich zur Versickerung gebrocht. Es ist bisher dos erste und einzige denkmolgeschünte wohn und Geschdftshous, dos diese ökologische Auszeich- nung erhollen hot. Zu dem Gesomlerscheinungsbild irogen gonz wesenllich die zohlreiche- s 'lechten Sp.ossen- fensler ous Eiche, die historischen Dochgouben sowie der Schrifizug ,,Gosihous Neue Welt" ous erhobenen Leäern bei. All dos verleiht dem oit- ehrwürdigen Anwesen einen Glonz, der es sicher- lich weit über dos diesjohrige Jubilöum hinous erslrohlen lösst. Zur Erinnerung on die drei möchtigen Kostonienböume, die der Tonkstellen- onloge weichen mussien, pf onzle die Fomilie Julien-Zimmer vor einigen Johren drei neue Ko- slonienböume. (hs)
  25. 25. Dr. Andreos Moilönder f llie Geschichle uon tisdorl Der bekonnie Soor- louiser Hisioriker und Philologe Dr. Andreos Moilönder, der 1958 die Vereinigung für Heimotkunde im Kreis Soorlouis grün- dele und deren ersler Vorsilzender wor, hol sich im Zeit- rouml960 bis 1975 schwerp u n ktmcißig mit der Geschichte der mittelolterlichen Stodt Wollerlongen und weil diese ou{ dem Lisdorfer Bonn errichtel wurde, zwongsldufig ouch mit der Geschichte von Lisdorf besit afligr. lhm isl es zu verdonken, doss die Wolierfonger Stodtgründungsurkunde von 9l I in einem Archiv in Lille entdeckf wurde, in der Lisdorf ersimols ur, kundlich e,wöhnt ist uno desholb g,rt oos.Johr 9l I ols die offizielle Gebudsstunde von Lisdorf. Dr. Andreos Moilönder Lal im Zeitroum 1977 /78 die Geschichte von Lisdorf rn kurzgelossrer Form niedergeschrieben und r.rns zur Verfügung gestellt. Nochfolgeno drucl.en wir diese unve-röndert ob. Auf der Grundloge der von Dr Moilönder in Lille enldecklen Urkunde von 9l I verfosste er dos bedeutende wissenschoflliche Werk,,Die Entsie- hr.rng der europdischen Stodlfreiheit in der Grün- dungsstodt Wollerfongen,, dos 1976 vom Lond- kreis Soorlouis h e ro r..rsg eg e ben wurde. Die Auffossung von Dr. Moilönder wird durch olle Heimotlo.scher und H;storiker gestützt, so u.o. durch Johonn Goergen: ,,Die Geschichte der Stodf Soorlouis Ortsteil Lisdorf,,l975. Leo Grieb e.: ,,Lisdor{ Geschich.e in Doten und Nomen" 1980, Arnl Finkenberg: ,,Die Geschich- te der Kreisstodt Soorlouis - Lisdorl von der Sieinzeit bis zur Gegenwort,, 1987. Dr. Andreos Moilönder wurde tB88 in Gresou- coch ols Bouernsohn geboren. Noch Abitur und S'-dium in Bonn und Münsler promovierle er :-- Dokior der Philosophie. Donoch unterrich- -:: :. om Gymnosium in Soorlouis und wurde : :- 3Jrger dieser Stodt mit Wohnsitz in der Lis_ :: ' ! -o3e. An 6. Oktoberlg8l is.e. im ge- ::: _:-=- A ier von fost 93 Johren verstorben und :,- ::- : 'en Friedhof Soorlouis, nicht weit von :: ':- -:-: entfernt, beigesetzt worden. Die Redoktion Wohl nur wenige dörfliche Siedlungen hoben eine so vielgestoltliche und reiche Geschichte wie Lisdorf. Schon ous der Sfeinzeit sind Funde ouf dem Lisdorler Bonn gemocht worden. Beson- ders reichlich sind sie ous der Römerzeit. lm Mitteloher sind ouf ihrem Bonn zwei Slödte enislonden. lm lohre 9l ldie bedeutende mit- telolterliche, befestigie und freie Koulmonns- und Verwoltungsstodt {ür den großen Bezirk Deutsch- lothringen, nömlich Wolderf ingen-Wollerfongen om Fuße des Limberges. Sie wurde im Johre 1687 von dem fronzösischen König Ludwig XIV obgerissen und oul der Iisdorfer Au die Wosser- feslung Soorlouis errichfet, ebenso dos Dorf Beoumorois-Picord. Die Siedlung Lisdorf blieb ober bis hetie in seiner Grundstruktur ols Acker- bor.r und houptsöchlich ols berühmtes Gemüse- onbor.r-Dorf bestehen. Über die Funde ous der Slein- und Römerzeit ouf dem ursprünglichen Bonn hot Dr Hermonn Moisont in seinem zweiteiligen Buch,,Der Kreis Soorlouis in vor und frühgeschichtl;cher Zeit,, o'Jsführlich geschrieben. Hierher gehören ouch die Bönne von Wollerfongen, Soorlouis und Beoumorois-Picord. lch konn dieses Werk I und ll ollen lnteressenten dringend empfehlen (Kulturomt des Londrotsom- les, Soorlouis). lch m_öchre doher hier nur d;e wichtigsien purk- te onlühren: Dr. Andreos Moil6ndert Funde ous der Steinzeit l. Moisont schreibt, doss Pforrer Honsen (Lis- dorf)1835 und 1836 in der Zeitschrifr Tre;iris ousführt, doss Hohlsteine (steinbeile) nicht nur bei Lisdorf, sondern ouch in der Umgegend ge- tunder wurden, ebenso Sleinöxte, ohne A'1gobe der nöheren Umstdnde. ll. Johonn Frilz, Lisdorf berichtet in seinem Toge- buch: November 1902 fond der Bouer .Johonies beim Pflügen ouf Flur Differter Loch, wo der Fuß, weg ouf der Höhe in den Houptweg einmündei, eine Axl ous der Steinzeit. Er wor mit dem pflug ouf einen Stein oufgestoßen, er grub denselbei ous und fond dort:nfer die Axi, links vom Weg, wenn dos Gesicht noch Süden gerichtet ist. Moisont hölt iedoch den Fund Jür einen durch- bohrten Schuhleistenkeil. lll. Bei Feldorbeii fond der Londwirt lohonn Berdin ous Lisdorf 1930: L Den Vorderteil eines Steinbeiles.2. l93l den Schneideteil einer Breit- 25
  26. 26. hocke usw. Beide Steingeröte logen efwo l5 cm voneinonder entfernl. Der Fundplotz liegi om Westrond eines sondiglehmigen Höhenrückens, der noch Wesien sleil zu einem ousgeirockneien Bochtol obföllt. ln diesem Tol befond sich einst der Weiher,,Breilengries". Auf der gegenüber- liegenden Seite des Bochtoles wurde ouf der Neuforweiler Gemorkung ebenfolls ein Stein- beil gefunden. Die Steinoxt von Nr ll wurde om Osthong dieses Höhenrückens gefunden, co. 400 m in östlicher Richiung von diesem Fund- ploiz enlfernl. lV Fundplotz,,in der mittleren Au" Hier {ond der Londwiri lohonn Berdin, Lisdorf, 1933 ein Steinbeil usw Der Fundplotz liegt in der Toloue der Soor in der Lisdorfer Au. Römische Zeit l. Einen römischen Punkl enldeckle Pforrer Schmitt etwo 600 Schritte hinter dem Geisberger Hof. ll. Justizrot Moite, der Altere, fond in der Nöhe der Soorlouiser Gör-ten (wohl der heuligen Gor- tenreihen) dos Siück einer römischen ,,Hond- mühle". lll. Der Londwirt Johonn Ecker ous Lisdorf-Holz- mühle befrieb ouf dem Gröberfeld Flur 6,,Got- terloch", Porzelle 6916 Gotterstroße, vor Johren eine Sondgrube. Dobei stieß er 1924 oul 6 rö- mische Tongeföße, die er geborgen und spöter dem Heimotmuseum Soorlouis geschenki ho1. Die Geföße slonden im Umkreis von 3 4 m in einer Tiefe von co. 0,80 m in ge blichem Sond, offenbor Beigoben meh rerer spötrömischer Brondgröber. J. Ecker {ond mehrloch Tonscher- ben von weiteren Gefößen. Etwo 120 m nördlich dieser Fundsle e wurden im Zuge der Bebouung des Gelöndes der heuti" gen Golterslroße weilere römische Grdber ouf- gedeckf. Beim Ausschochlen der Bougrube für dos Wohnhqus Ru long, Gotlerslt 3, Flur 6, Por- zelle 4O/26, siieß mon ouf mehrere Urnen, Krü- ge, Scholen und Scherben verschiedener Gefdße, die in 0,80 m Tiefe in humoser, hellsondiger Erde ouf einer Kiesschichi stonden. Der Regierungsomlmonn Leick, der in unmitiel- borer Nöhe des Fundplotzes wohnte, teilte Moisonl Iolgendes mii: ,,Gelegentlich eines Son nlogsspoziergongs enldecklen mein Sohn Korlheinz und ich on der Grobenwond der Ko' nolousschochiung in der Gollerskoße Tonscher- ben. Bei nöherer lnougenscheinnohme wurde eine Tonschole entdeckt und {reigelegt. Bei wei- lerem Budde n wurden noch mehrere gonze Ge- föße ousgegroben, die ober beim Reinigen zer- fielen, oußerdem noch Scherben von mindesiens 10-12 größeren Gefößen. Bei systemotischer Suche wurden noch weitere Tongefdße bei den Boustellen Rullong und Rupp entdeckt. Die Gefö- ße stonden rund 0,60 m unter der domoligen Erdober{löche (vor Boubeginn) in Mulden, die mii schworzer Erde verfüllt woren. ln den Urnen siond verschiedenflich ein kleinerer Tonkrug von co. l2 cm Höhe. Weiter logen in den Urnen Knochenreste und Metollteile (Lonzen- spilzen, Messer) und ouch Nögel." Ein geschlossener Groblund ist von diesem Fundplotz nicht bekonnt. Wie Korlheinz Leick noch mitteilte, sei unler den oufgefundenen Scherben ouch eine mil dem Stempel ,,Lucius" gewesen. Auch eine Toube (Spie zeug) sei in der Tosche eines om Neubou Beschöftiglen ver- schwunden. Noch Angobe des Grundsiücksei- gentümers wurde eine Anzohl größerer Sond- steinplotten on der Grenze zum Nochborgrund- stück freigelegt. Mon ließ sie liegen und über- boute sie durch die Fundomenlmouern. Beim Ausschochien der Bougrube für dos Wohn- hous J. Rupp, Golterslroße 5, wurde 1949 ein weileres römisches Brondgrob freigelegt mit 5 Fur-oer. Alle oulgelüh.ten Funde gehö.er zr: ei- nem GräberJeld, dos über mehrere Johrhunder- te hindurch belegi worden wor. Zu diesem Grö- berfeld gehörte wohl ouch dos olte Grob, dos nqch dem Bericht Honsens zwischen Lisdorf und Soorlouis noch 1832 oufgedeckt worden ist. (s. Nr.302 bei Stodtteil Neuforweiler S.213 von Moisonls Buch, Texf) Auf der Korte von Pforrer Schmitt (s. Moisonts Buch Tofeln Nr. 2) ist eiwo on der Ste le des Grö- berfeldes, vielleicht ouch on seinem Nordrond, eine römische Siedlung eingeirogen, vielleichl ouch Gräber, die Zeichen sind leider nicht genou Dos Gröberfeld log ouf einer longgesireckien sich westwörts löngs der Soor hlnziehenden Bo- denwelle,,Co redon", die von Lisdod bis über Soorlouis hinous reichie und deren Resle noch hinler dem Londrotsom_ urd de'Broue"e'zu se- hen sind. Diese Bodenwele wird von der Neuen Brouereistroße fost senkrechl geschnitten. lm üb- rigen Teil der Siodi soll sie beim Bou der Fesiung obgelrogen worden sein. Auch w;rd vielleicht dos Gröberfeld durch den Bou eines Siichkonols von dem Soorknie bei Ensdorf in nordweslLicher Richtung zur Stodtmit- te und durch den Bou der Feslungswerke Fod Rouch in Miileidenschoft gezogen worden sein. Beir Bou der arloger de, vSE -Jrdar 'r reue. 26
  27. 27. rer Zeil wiederum erhebliche Bodenbewegungen durchgeführl, so doss die ursprünglichen Ge- löndeverhöltnisse nicht mehr zu erkennen sind. Unbekqnnle Zeilstellung Fundpldtze 8 und 9: Grobfunde,,im Dorf" und ,,zwischen Lisdorf und Soorlouis", genoue Loge unbekonnl, wohrscheinlich Flur 5.,im Dorf" und Gemorkung Soorlouis, lnnenslodt F[-:r 4 oder Gemorkung Lisdorf, Flur 6, ,,Gotterloch". Honsen schreibt: ,,Seit dem Johre 1832 hot mon iedoch zwei olte Gröber oufgedecki, eines im Dorfe selbst, dos ondere zwischen Lisdorf und Soor- louis, und mir wurde bei dieser Gelegenheit ge- sogl, doss mon früherhin ouf mehrere deroriige Gröber gestoßen sei." Es ist möglich doss es sich um römische Gröber hondelle, von denen dos letztere zu dem römischen Gröberfeld,,Gotier- stroße" gehören könnle. Es isi ober ouch nicht ousgeschlossen, doss es "Totensörge" woren, von denen Schmitt berichtete und von denen er nicht sogen konnte. doss sie römisch woren. Fundplotz l0: Groblunde zwischen Lisdorf und Soorlouis, genoue Loge unbekonnl, wohrschein' lich Flur 6 ,,Gotterloch" oder Gemorkung Soor- louis-lnnenslodl Flur 4. Zwischen Lisdorf und Soorlouis wurden ,,zur Zeii" mehrere Tolensörge ousgegroben. Schmitt hot sie onscheinend nichl selbsl gesehen, denn er berichtel, doss er nicht wisse, ob es römische Gräber woren. Soweil Dr. Hermonn Moisonl. Wir sehen hierous, doss schon in der Römerzeil in Lisdorf bestimmt schon eine römische Sied- lung bestond. Dle lrühlrönkische Zeit Aus der Londnohme- und Frühfrönkischen Zeit sind in Lisdorf bis heute noch keine Funde ge- mochi worden. Dos besogl ober nicht, doss do- mols hier keine Siedlung bestonden hot. Wissen wir doch, doss noch der Londnohme der Fron- ken im Trierer Bereich, zu dem Lisdorf gehörte, vielfoch die Londbevölkerung in ihren Siedlun- gen verblieb, zumol viele Germonen ols Kolo- nlsien oder ols Bouernkrieger von den Römern cngesiedeh wurden. )en erslen oulhenlischen Hinweis über die Exi- :-enz der Siedlung Lisdorf erholien wir durch : -e lJrkunde König Korls lll. von Wesilronken- -:'-'ingen vom 20.12.91l. Diese öltesie Ur- .,_:e isf ouch zugleich die inleressonlesie. Aus ' .:ohren wir, doss die villo Letsiorph Lisdorf : -: ierrschofl bildete, zu der ouch der spöte- re Bonn von Wolderfingen Wo lerfongen bis zum Scheidberg gehörte. Sein Privolbesilzer wor der Bischof Stephon vom Combroi, ein Sproß der berühmten loth- ringischen Herzogsdynoslie, die von 1048 1736 hier herrschte. ln der Urkunde stehi, doss die villo Letstorph eins, durch den Leib des hei- ligen Crispinus ousgeTeichnel gewesen sei. Doror.:s gehl hervor, doss vorher, sehr wohr- scheinlich schon longe vorher, zum mindesten ein Teil des Körpers des hl. Crispinus in der Kir- che von Lisdorf geruht hot. Heute noch werden hier die hl. Crispinr.:s und Crispinionus verehrt. Do stellen sich zwei Frogen: l. Wie kom der Leib des hl. Crispinus noch Lisdorf? 2. Wohin wurde er von Lisdorf gebrocht? Zur Beonlworfung der ersien Froge helfen uns die ,,Zehn Bücher frönkischer Geschichte", ge- schrieben von dem Bischof Gregor von Tours um 590. Er e.zöhlr, die beide,1 He ligea seier unler dem römischen Sloitholter Riccius Vorus, in Gollien den Mörtyrertod gesiorben. Von Crispinus wird berichtet: ,,Er mochte den Armen die Schuhe und stellte dos Leder noch dozu". Sie woren beide Brüder und vornehme Potrizier- söhne ous Rom. Sie stonden neben dem hl. Medordus in Soissons, der Residenz des iüng- sten Sohnes Clodwigs, Chlotors 1., in hohen Eh- ren. lhnen wor hier eine Kirche geweihl in der sie ouch begroben seien. Chlolor lerhielt noch dem Tode seiner drei ölleren Brüder dos gesom- le Merowing e rreich, olso ouch unser Gebiel, Auslrosien, onfongs mit der Houptstodi Reims, späler Melz. Noch seinem Tod wurde sein Sohn Sigibert l. König von Auslrosien mii der Houpt- siodt Metz von 561-575. Er wor in Soissons geboren und oufgewochsen, olso ouch in der Verehrung für die beiden Heiligen Crispinus und Crispinionus. Sein Voter begonn, und Sigiberi vollendete die dem hl. Medordus geweihie Bo- siliko, wo beide Könige ouch begroben wurden. Es bestond ober schon vorher die Kirche der Heiligen Crispinus und Cr;spinionus. ln dem engeren Einflußbereich des Trierer Erzbistums wurden noch E. Ewig dem hl. Medordus vermul- lich von dem Erzbischof Nicelius, der in enger freundschoftlicher Verbindung zu Sigibert l. stond, welcher in spöteren Urkunden ols ersler der königlichen wohltöter der Trierer Kirche ge- nonnl v/ird, mehrere Kirchen geweiht, ober kei- ne den Heiligen Crispinus und Crisp rionus. Nun wor ober Sigibert 1., wie gesogl, in großer Verehrung zu den beiden Heiligen oufgewoch- sen. Kein spdlerer ouslrosischer König hotte so enge Beziehungen zu Soisson wie Sigibert l. 27

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