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Diversität und Spaltung    Der folgende Abschnitt beschäftigt sich ausführlich mit den Auswirkungen im Allgemeinen und der...
auswirken. Ein generelles Fazit kann somit nicht gezogen werden, da sich jeder Fall wie anhand dererläuterten Beispiele ge...
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Wikileaks Ausarbeitung

  1. 1. Wikileaks Jerome Baensch, Robert Pense Unser Fallbeispiel Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Webplattform Wikileaks und ihren Auswirkungen auf die Politikund die Gesellschaft. Wikileaks wurde 2006 von einer anonymen Gruppe gegründet, bei der Julian Assangeals treibende Kraft und Initiator der Organisation gilt. Assange ist ein australischer politischer Aktivist,investigativer Journalist und ehemaliger Computer-Hacker. Mit der Webseite Wikileaks.org sollte einePlattform für Menschen geschaffen werden, die unethische Verhaltensweisen in der Politik an dieÖffentlichkeit bringen möchte. Der Name des Projekts geht darauf zurück, dass zeitweise dieKommentierung von veröffentlichten Inhalten in einem Wiki bearbeitet werden konnte. Dies ist jedochheute nicht mehr der Fall. Der englische Begriff „leaks“ bedeutet auf deutsch „Lecks“,„Löcher“,„undichteStellen“ und verweist auf die nicht für die Veröffentlichung bestimmten Dokumente. Diese werdenWikiLeaks von sogenannten „Whistleblowern“ zugespielt. Dies sind Informanten, die Missstände wieillegales Handeln oder allgemeine Gefahren am Arbeitsplatz oder in anderen Zusammenhängen, an dieÖffentlichkeit bringen. Seit Registrierung der Domain wurden 10.686 Seiten auf dem “Leaks” Bereich(Bereich in dem die Dokumente, die nicht für die Öffentlichkeit bestimmt waren, veröffentlicht werden)hochgeladen. Aus diesem Grund handelt es sich auch um eine Plattform des Web 2.0, jeder kann zum dazubeitragen den Content zu gestalten. Diese Arbeit geht im Detail auf zwei Veröffentlichungen der Wikileaks-Plattform ein. Zunächst wird überdas „colateral-murder-video“ informiert, das den Beschuss von Aufständischen, zwei Reportern und weiterenZivilisten dokumentiert. Am Morgen des 12. Juli 2007 wurden zwei amerikanische Apache Kampfhubschrauber entsandt, um ihreunter Beschuss stehenden Bodentruppen zu unterstützen. Die Hubschrauberpiloten erfassten eine Gruppevon Menschen, die sie als Aufständische einstuften. Unter der Gruppe befanden sich die Reporter NamirNoor-Eldeen und Saeed Chmagh der Reuter-Agentur, die für Mitglieder der Aufständischen gehalten wurdenund ausserdem als bewaffnet galten, da ihre Ausrüstung nicht klar erkennbar war. Die Hubschrauberpiloteneröffneten nach Genehmigung das Feuer auf die Gruppe, dabei wurde Namir Noor-Eldeen getötet und SaeedChmagh schwer verletzt. Ein Kleinbus, der kurz darauf vorbei fuhr, versuchte den verletzten Saeed Chmaghzu retten. Die Hubschrauberpiloten eröffneten nach erneuter Genehmigung das Feuer auf die Businsassen,bei dem Saeed Chmagh getötet wurde. [1,2] Das zweite Fallbeispiel handelt von der „Cablegate-Affäre“. Hier wurden rund eine Viertelmillioninterner Berichte und Lagebeurteilungen der US-Botschaften in aller Welt an das US-Außenministerium imZeitraum von 1966 bis Februar 2010 veröffentlicht. Enthalten sind 15.652 als geheim und 101.748 alsvertraulich eingestufte Berichte. Diese sorgten international für Aufsehen, da politisch brisante Themen undteilweise politisch unkorrekte Formulierungen benutzt wurden. Im Gegensatz zu verbreitetenAnkündigungen veröffentlichte WikiLeaks zunächst nur einen Bruchteil des Originalmaterials frei imInternet. Zeitgleich berichteten ebenfalls große Zeitungen wie The Guardian, Le Monde, El Pais, Der Spiegelsowie Spiegel Online über die Depeschen, da ihnen WikiLeaks vorab die Dokumente zur Auswertungzukommen lies. Bis zum 20.August 2011 wurden so in mehreren Teilschritten 19.791 Depeschen im Originalveröffentlicht. Am 27. August belief sich die Zahl der einsehbaren Depeschen auf 143.014. Etwa zeitgleichwurde durch Medienberichte bekannt, dass eine cables.csv bezeichnete verschlüsselte Datei von 1,6Gigabyte Umfang ebenso wie der Schlüssel und das Passwort zu der Datei. Sie enthielt die vollständigeSammlung der Botschaftsdepeschen, in der die Namen der Informanten nicht unkenntlich gemacht wurden.Als Informant gilt Private First Class Bradley Manning, dem eine lebenslange Haft oder sogar dieTodesstrafe droht. [3]
  2. 2. Diversität und Spaltung Der folgende Abschnitt beschäftigt sich ausführlich mit den Auswirkungen im Allgemeinen und derbeschriebenen Fallbeispiele bezüglich der Diversität und/oder Spaltung auf die Gesellschaft und der Politik,sowie einem abschließendem Urteil. Im Allgemeinen lässt sich festhalten, dass der Akt des zur Verfügung stellen von geheimen und sonstöffentlich nicht zugänglichen Informationen an die Bevölkerung als diversitätsfördernd anzusehen ist. So istes jedem möglich sich seine eigene Meinung über das Handeln der Regierung und deren Mitarbeiter zubilden und diese mit anderen Menschen zu diskutieren. Es darf allerdings auch nicht außer acht gelassen werden, dass Regierungen zum Wohle des Staates nichtimmer im Interesse der Gesamtbevölkerung handeln können. So werden einer Mehrwertsteuererhöhung wohlnur eine geringe Menge der Bevölkerung zustimmen, auch wenn diese absolut notwendig ist um die Zukunftdes Staates zu gewährleisten. Um solche komplexen Sachverhalte genau zu verstehen fehlt vielen Menschenein fundiertes Wissen über alle Aspekte des Urteils und somit lassen sie sich vorschnell zu einerFehleinschätzung verleiten. Die WikiLeaks Veröffentlichungen stellen oft nur ein Teil eines größeren,komplexeren Gesamtsachverhalts dar und sollten deswegen nicht ausschließlich zur Meinungsbildungverwendet werden. Ein weiterer Punkt sind aufgrund von Veröffentlichungen entstehende politische Spannungen, die indiesem Bereich zur Spaltung führen können und anhand der „Cablegate-Affäre“ später noch genauerausgeführt werden. Im Fall des “colateral-murder”-Videos trugen vor allem die Funkübertragungen der Soldaten zu derBrisanz des Videos bei. Ausdrücke, wie: “Oh, yeah, look at those dead bastards.” oder “Come on, let usshoot!” sind Menschenverachtend und umstritten. [1] Der mutmaßliche Informant Bradley Manning bekommteine lebenslängliche Haftstrafe, während die Piloten für die menschenverachtenden Funksprüche keineStrafe zu befürchten haben. Dies wirkt auf den normalen Menschenverstand wie ein Absurdum – der zurDiversität und somit zum Wohle der Allgemeinbevölkerung beitragende Informant wird hart bestraft,wohingegen die so menschenverachtend (und als Repräsentanten der Regierung) handelnden Soldatengänzlich straffrei bleiben. Symbolisch stehen sich somit die Regierung auf der einen Seite und die ungerechtbehandelte Bevölkerung auf der anderen gegenüber. Da mir jedoch nicht alle Aspekte des Urteils bekanntsind, werden wir an dieser Stelle auf eine endgültige Wertung verzichten. Bei den Veröffentlichungen der diplomatischen Berichte kam es vor allem in politischen Kreisen zustarken Spannungen, die teilweise zur Spaltung geführt, teilweise zu einer „erzwungenen“ Einigkeit geführthaben. Bundesaußenminister Guido Westerwelle wird in einer der Depeschen als „inkompetent“ und „eitel“beschrieben. [3] Zunächst hieß es aus Regierungskreisen, dass man sich öffentlich nicht zu denDiskriminierungen äußern wolle, doch Westerwelle nahm zu den Anschuldigungen in der TagesschauStellung: “Hier wird mit rechtswidrig, kriminell erworbenen Daten Kasse gemacht. Darum geht es.“ [3] An dieser Stelle wird klar deutlich, dass Westerwelle eine politische Spaltung um jeden Preis vermeidenmöchte. Er sieht über seine persönliche Diskriminierung zum Wohl der politischen Einigkeit hinweg, aberverkennt auch die Grundidee Wikileaks, Informationen die öffentliche Angelegenheiten betreffen derAllgemeinheit zugänglich zu machen. Dem entgegengesetzt unterstellt er der Plattform sogar nur ausfinanziellem Profit entsprechend zu handeln. Der Chef der linken Klaus Ernst äußerte sich bezüglich derVeröffentlichungen jedoch wie folgt:“absolut richtig“, “Regierungen gehören mehr kontrolliert als durchParlamente“. [3] Er unterstützt somit Wikileaks grundsätzliche Absichten, mehr Transparenz auch in diesensicherheitskritischen Bereichen zu schaffen. Aus den komplett unterschiedlichen Meinungen der beidenPolitiker lässt sich sehr gut erkennen, dass dies auch zur Spaltung in politischen Kreisen gesorgt hat. In Amerika wird der Drang von Wikileaks, mehr Transparenz zu schaffen und die Diversität derMeinungen in der Bevölkerung zu fördern sogar so sicherheitskritisch eingestuft, dass Julian Assange alsGefährdung der nationalen Sicherheit angesehen wird, eine Klage jedoch noch aussteht, da Assange sich aufden “Freedom of Information Act” beruft. Dieser gibt jedem US-Bürger das Recht, Zugang zu Dokumentender Exekutive der Vereinigten Staaten zu erlangen. Abschließend lässt sich festhalten, dass die Enthüllungen von Wikileaks sowohl Diversität, als auchSpaltung fördern können. Für die Allgemeinbevölkerung bringen die Veröffentlichungen neue Informationenmit sich, auf die sie sonst nie Zugriff bekommen hätten und sind somit fast immer diversitätsfördernd. Inpolitischen Kreisen, in denen die Sicherheit des Staats eine sehr große Rolle spielt, können solcheVeröffentlichungen schnell zu diplomatischen Spannungen führen und sich somit spaltungsfördernd
  3. 3. auswirken. Ein generelles Fazit kann somit nicht gezogen werden, da sich jeder Fall wie anhand dererläuterten Beispiele gezeigt, anders auswirken kann und individuell betrachtet werden muss. Literatur1.Collateral Murder Video leaked by Wikeleaks: http://www.youtube.com/watch?v=is9sxRfU-ik; Stand: 15.12.20122.CNN: http://edition.cnn.com/2010/WORLD/meast/04/06/iraq.journalists.killed/; Stand: 15.12.20123.Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Ver%C3%B6ffentlichung_von_Depeschen_US-amerikanischer_Botschaften_durch_WikiLeaks; Stand: 28.12.2012

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