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  1. 1. Finanzplanung 4 startup‘s Präsentiert von Reinhard Huber 1© © R.HUBER R.HUBER
  2. 2. INHALTSANGABEN: Grundlagen der Planung und Budgetierung Privatausgaben Kostenplanung Investitionsplanung Liquiditätsplanung Finanzierungsplanung Umsatzplanung 2© © R.HUBER R.HUBER
  3. 3. BWL Finanzplanung … Gründe zur Finanzplanung Wenn das Gründungskonzept die Seele ist, ist der Finanzplan das Herz eines Businessplanes. Dieses Zahlenwerk gibt Auskunft über das Ist und das Soll Ihrer Firma. Hier beschreiben Sie, wie groß der Kapitalbedarf für die Gründung, die Startphase und die Jahre danach ist. Welche kurz- und langfristigen Kosten kommen auf Sie zu, wenn Sie Ihre Ideen umsetzen? Berechnen Sie, wie viel Verdienst Sie machen möchten und geben Sie an, welcher Wert realistisch ist. In Kombination mit Ihren privaten Kosten können Sie über den Finanzplan für Existenzgründer schnell erkennen, ob sich der Aufwand überhaupt lohnt und ob Sie dauerhaft davon leben können. 3© © R.HUBER R.HUBER
  4. 4. BWL Finanzplanung … Für wen? Für was? Unternehmen Liquiditätsplanung = verfügbares Geld eines Unternehmens, d.h. Zahlungsfähigkeit eines Unternehmens Förderungen, Banken, Planumsatzberechnung, Liquiditätsplanung Bei Banken wird meistens eine 3 Jahresplanung verlangt Einstufung Finanzamt „Verf 24“ Für Einzelunternehmen um Steuernummer und UID-Nummer zu beantragen 4© © R.HUBER R.HUBER
  5. 5. BWL Finanzplanung … Begriffe zur Finanzplanung Buchhaltung Budgetierung EAR Planung Vergangenheit Zukunft < 1 Jahr 1-3 Jahre > 3 Jahre kurzfristig mittelfristig langfristig verpflichtend freiwillig 5© © R.HUBER R.HUBER
  6. 6. BWL Finanzplanung … Begriffe zur Finanzplanung Planung (Businessplan, Planumsatzberechnung, Liquiditätsplanung) Umsetzung (Geschäftstätigkeiten) Soll-Ist-Vergleich (Vergleiche geplantes mit dem tatsächlich Umgesetzten) Abweichungsanalyse (interne, externe Faktoren, warum kommt es zu Abweichungen) Gegenmaßnahmen bzw. Ausgleichsmaßnahmen (wie kann man entgegenwirken) 6© © R.HUBER R.HUBER
  7. 7. BWL Finanzplanung … Berechnung Privatkosten Zu Beginn müssen Sie sich einen Überblick über Ihre privaten Finanzen verschaffen. Das ist enorm wichtig, da Ihre Firma diese Kosten ziemlich schnell decken können muss. Wie z.B. Miete für die Wohnung, private Versicherungen, Bausparer, Lebensversicherung, Kredite, Telefon, Auto, Kinder usw. An der Höhe dieser Kosten bemisst sich daher der Mindestgewinn und damit der Mindestumsatz Ihrer Firma. Der erste Meilenstein eines jeden Gründers ist es daher von seiner selbstständigen Arbeit leben zu können. 7© © R.HUBER R.HUBER
  8. 8. BWL Finanzplanung … Gewerberecht „Gewerbliche Gründung“ Eine Tätigkeit gilt als gewerbsmäßig, wenn sie selbstständig (d. h., auf eigene Rechnung und eigenes Risiko), regelmäßig (also wiederholt) und mit der Absicht Gewinn zu erzielen, ausgeübt wird. Man unterscheidet zwischen reglementierten und freiem Gewerbe. Eine Klärung ist auf alle Fälle vor Aufnahme der selbstständigen Tätigkeit erforderlich! In allen Fällen unterliegt man aber der Gewerbeordnung und ist Mitglied der Wirtschaftskammer. 8© © R.HUBER R.HUBER
  9. 9. BWL Finanzplanung … Gewerberecht „Neue Selbstständige“ Mit dem Begriff „Neue Selbständige“ ist nicht eine neue Art von Selbständigen gemeint. Vielmehr ist dies ein Begriff aus dem österreichischen Sozialversicherungsrecht. Konsequenzen ergeben sich deshalb vor allem aus sozialversicherungsrechtlicher Hinsicht. Vom Gesetz her lautet dies wie folgt: Die „Neue Selbstständigen“ sind im Sinne des § 2 Abs. 1 Z 4 GSVG jene Personen, die auf Grund einer betrieblichen Tätigkeit im Sinne der §§ 22 und 23 EStG Einkünfte erzielen. 9© © R.HUBER R.HUBER
  10. 10. BWL Finanzplanung … Gewerberecht „Neue Selbstständige“ Folgende Berufe / Personen zählen z.B. zu den Neuen Selbständigen: • Vortragende, Künstler, Sachverständige, Aufsichtsräte • Journalisten und Schriftsteller • Selbständige Krankenpfleger • Nicht wirtschaftskammerzugehörige persönlich haftende Gesellschafter einer Personengesellschaft, soweit sie nicht bereits nach dem ASVG versichert sind. • Erwerbstätige Kommanditisten soweit sie nicht bereits nach dem ASVG versichert sind 10© © R.HUBER R.HUBER
  11. 11. BWL Finanzplanung … Planumsatzberechnung EU bzw. OG/ KG Dabei geht es um die Umsatz(Erlös)- und Kostenplanung für den Planungszeitraum, in der Regel für ein Jahr. Bruttoumsatz - Umsatzsteuer = Nettoumsatz - Betriebsausgaben (=Wareneinsatz, lfd. Ausgaben, Afa) = Gewinn vor Steuern und Abgaben - Gewerbliche Sozialversicherung (GSVG) = Gesamteinkommen (Basis für ESt) - Einkommensteuer = Gewinn/Verlust „Nettogehalt“ 11© © R.HUBER R.HUBER
  12. 12. BWL Finanzplanung … Planumsatzberechnung GmbH Dabei geht es um die Umsatz(Erlös)- und Kostenplanung für den Planungszeitraum, in der Regel für ein Jahr. Bruttoumsatz - Umsatzsteuer = Nettoumsatz - Betriebsausgaben (=Wareneinsatz, lfd. Ausgaben, Afa) = Gewinn vor Steuern und Abgaben - Körperschaftssteuer (KöSt) = Gewinn/ Verlust GmbH - entnommenener Geweinn, - Kapitalertragssteuer (KeSt) = Gewinn/Verlust GmbH netto 12© © R.HUBER R.HUBER
  13. 13. BWL Finanzplanung … Planumsatzberechnung Grundsätzlich wird der Planumsatz retrograd ermittelt (d.h. Kalkulationsschema von unten nach oben rechnen). Der Unterschied zur Liquiditätsplanung liegt darin, dass Durchschnittswerte ermittelt werden, d.h. durchschnittliche Aufwendungen und Umsätze. 13© © R.HUBER R.HUBER
  14. 14. BWL Finanzplanung … Einkommenssteuersätze Einkommen Prozent ESt in € bis 11.000 0% 0€ über 11.000 bis 25.000 36,5% (Einkommen-11.000)x36,5%+0 über 25.000 bis 60.000 43,2% [(Einkommen-25.000)x43,2143%]+5.110€ über 60.000 50%[(Einkommen-60.000)x50%]+20.235 Beispiel: Einkommen von EUR 35.000 (Wert von „Basis für die Einkommensteuer siehe Planumsatzberechnung) Berechnung: [(35.000-25.000) * 43,214 / 100] + 5.110 Ergibt eine Einkommensteuer von 9.431 (Absetzbeträge nicht berücksichtigt) 14© © R.HUBER R.HUBER
  15. 15. BWL Finanzplanung … Steuern GmbH Wenn Sie an Stelle eines Einzelunternehmens eine GmbH gründen, gestalten sich die Dinge etwas komplizierter. • Für eine GmbH benötigen Sie immer eine doppelte Buchführung. Es muss daher eine Bilanz sowie eine Gewinn- und Verlustrechnung erstellt werden. Eine Einnahmen-Ausgaben- Rechnung oder Pauschalierung ist nicht möglich! • Weiters benötigt die Gesellschaft ein Stammkapital von mindestens 35.000 €. • Die GmbH – so wie andere juristische Personen (Aktiengesellschaften, Vereine, Genossenschaften) – unterliegt der Körperschaftsteuer. 15© © R.HUBER R.HUBER
  16. 16. BWL Finanzplanung … Steuern GmbH Beispiel Der Gewinn einer Einpersonen-GmbH beträgt 40.000 € und wird – nach Berücksichtigung der 25%igen Körperschaftsteuer – zur Gänze an den Gesellschafter ausgeschüttet: . Betrag in € % Gewinn vor Steuern 40.000 100,00 davon 25% KSt -10.000 -25,00 Gewinnausschüttung 30.000 75,00 davon 25% KESt -7.500 -18,75 Gesellschafter erhält 22.500 56,25 1) Steuerbelastung insgesamt 17.500 43,75 16© © R.HUBER R.HUBER
  17. 17. BWL Finanzplanung … Gewerbliche Sozialversicherung Die GSVG wird aktuell wie folgt berechnet: Von der Bemessungsgrundlage: • 17,5% Pensionsversicherung • 9,18% Krankenversicherung (7,65% KV + 1,53% BVK) • Zuzüglich EUR 99,-- /Jahr Unfallversicherung Höchstbemessungsgrundlage: EUR 59.220,-- /Jahr – darüber liegende Beträge sind Sozialversicherungsfrei. Bei GmbH‘s besteht übrigens für Gewinnausschüttungen an GF keine Sozialversicherungspflicht! 17© © R.HUBER R.HUBER
  18. 18. BWL Finanzplanung … Gewerbliche Sozialversicherung Neuzugänger-Regelung Gewerbetreibende Mindestbemessungsgrundlage für die ersten 3 Jahre: EUR 6.453,36/Jahr = GSVG-Zahlung EUR 1820,76 /Jahr Achtung! Liegen die tatsächlichen Einkünfte über der Mindestbemessungsgrundlage, so kommt es zur Nachzahlung! Die Pensionsversicherung wird immer nach bemessen, die Krankenversicherung wird im Jahr 1 und 2 nicht nach bemessen. Die Unfallversicherung ist fix. 18© © R.HUBER R.HUBER
  19. 19. BWL Finanzplanung … Gewerbliche Sozialversicherung Neuzugänger-Regelung Neue Selbstständige Die Neuen Selbständigen unterliegen wie Gewerbetreibende dem GSVG. Eine Besonderheit von Neuen Selbständigen ist aber, dass eine Pflichtversicherung erst dann eintritt, wenn ihr Einkommen € 6.453,36 im Jahr nicht übersteigt, sofern keine weiteren Einkünfte vorliegen, bzw. € 4.515,12 im Jahr nicht übersteigt, sofern weitere Einkünfte vorliegen (z.B. aus einem Angestelltendienstverhältnis). 19© © R.HUBER R.HUBER
  20. 20. BWL Finanzplanung … Kostenplanung Unterteilung der Kosten in - Variable Kosten - Fixe Kosten Variable Kosten ändern sich mit dem Umsatz (z.B.: Material, Wareneinsatz [WES]…). Mehr Umsatz bedeutet somit mehr Materialkosten bzw. Wareneinsatz. Fixe Kosten sind unabhängig von der Umsatzentwicklung (z.B.: Miete, Gehälter, Telefon…). Diese Kosten fallen an, egal ob Sie einen Umsatz erzielen oder nicht. 20© © R.HUBER R.HUBER
  21. 21. BWL Finanzplanung … Kostenplanung - Betriebskosten - Material- und Wareneinsatz - Dazu zählen Aufwendungen wie Roh- und Hilfsstoffe - Personalkosten Diese setzen sich aus folgenden Komponenten zusammen: - Löhne, Gehälter, Lehrlingsentschädigung, Sonderzahlungen, Prämien - Gesetzliche Lohnnebenkosten (SV, Kommunalsteuer, DB u. Zuschlag) - Reisekosten, Km-Gelder, Diäten die an MitarbeiterInnen gezahlt werden - Freiwilliger Sozialaufwand z.B. Betriebsausflug Weihnachtsfeier - Weiterbildungskosten für MitarbeiterInnen 21© © R.HUBER R.HUBER
  22. 22. BWL Finanzplanung … Kostenplanung - Betriebskosten - Personalkosten Daumenregel für die Berechnung der durchschnittlichen Jahreslohnkosten: Bruttolohn x 14 (inkl. 13. und 14. Gehalt) x 1,3 (= +30% gesetzl. Lohnnebenkosten) 22© © R.HUBER R.HUBER
  23. 23. BWL Finanzplanung … Kostenplanung - Betriebskosten - Personalkosten Beispiel für die Berechnung der Anwesenheitszeit eines(r) Mitarbeiters/in Arbeitswochen pro Jahr 52 WO - Urlaub 5 WO - Krankenstand 2 WO - Feiertage 2 WO - Weiterbildung 1 WO - Sonstiges (Hochzeit, Arztbesuch) 1 WO = Anwesenheitszeit 41 WO Jahresstunden 1.640, davon ca. 80% produktiv, ergibt 1.312 Stunden 23© © R.HUBER R.HUBER
  24. 24. BWL Finanzplanung … Kostenplanung - Betriebskosten - Personalkosten Geringfügige Beschäftigung Die Grenze für die Geringfügigkeit beträgt 376,26 Euro (2012). Der/die Dienstnehmer/in ist der Gebietskrankenkasse zu melden. Kosten, die für Sie als ArbeitgeberIn entstehen, sind 1,4% Unfallversicherung. Diese wird in der Regel einmal jährlich im nachhinein an die GKK abgeführt. In Summe darf die Geringfügigkeit nicht mehr als das 1½ fache (das sind 564,39 Euro) ausmachen, sonst ist eine pauschale Abgabe von 17,8% zu zahlen. 24© © R.HUBER R.HUBER
  25. 25. BWL Finanzplanung … Kostenplanung - Betriebskosten - Betriebskostenübersicht - Hilfs- und Betriebsstoffe (z. B. Verpackungsmaterial) - Raumkosten (Miete, Heizung, Strom) - Reparatur und Wartungskosten ( Service von Maschinen) - Büromaterial (Papier, Schreibmaterialien, Druckerpatronen) - Marketing und Werbung (Folder, Inserate, Visitenkarte….) - Telefon/Fax/Handy/Internet (Grund- und Gesprächsgebühren) - Leasingkosten (Kopiergeräte, EDV-Anlagen, Gebäude) - Fremdkapitalkosten 25© © R.HUBER R.HUBER
  26. 26. BWL Finanzplanung … Kostenplanung - Betriebskosten - Fremdkapitalkosten (Zinsen, Spesen, Kontoführung) Ein Kredit setzt sich zusammen: Kredit Zinsrate Tilgungsrate (Betriebskosten) (Abschreibung) 26© © R.HUBER R.HUBER
  27. 27. BWL Finanzplanung … Kostenplanung - Betriebskosten - Steuerberatung - Rechtsberatung - Gebühren und Beiträge (Kammerumlage) - KFZ- und Reisekosten betriebliche Nutzung < 50% - Kilometergeld: (für maximal 30.000 km). Fahrtenbuch muss geführt werden. Kilometergeld beträgt 0,42 Euro/km. Zusätzlich werden keine Kosten angesetzt. betriebliche Nutzung > 50% - tatsächliche Kosten + Abschreibung: Kfz geht in das Betriebsvermögen© © R.HUBER R.HUBER über. (Benzin, Versicherung, Vignette, Parkgebühren etc.) 27
  28. 28. BWL Finanzplanung … Kostenplanung - Betriebskosten - Reisekosten - Diäten: Weiter als 25 km (einfache Strecke) und länger als drei Stunden, dann kann pro Stunde 2,20 Euro, maximal jedoch 26,40 Euro (=12 Stunden) zur Geltung gebracht werden. - Nächtigungen: tatsächlichen Kosten (Hotelbeleg) oder 15 Euro pro Nacht. - Betriebliche Versicherungen (Gebäude, Büroversicherung, Feuer, Haftpflicht, Rechtsschutz, Ausfallversicherung) - Weiterbildung (Kurse, Seminare) 28© © R.HUBER R.HUBER
  29. 29. BWL Finanzplanung … Kostenplanung - Abschreibungen Dabei geht es um Investitionen in Wirtschaftsgüter (Maschinen, EDV-Anlagen, Betriebsausstattung), die Ihrem Betrieb über einen längeren Zeitraum (länger als ein Jahr) zur Verfügung stehen. Die Anschaffungskosten können nicht sofort als Betriebsausgabe abgesetzt werden. Sie müssen „aktiviert“, d.h. ins Anlagenverzeichnis aufgenommen und über die Nutzungsdauer abgeschrieben werden. 29© © R.HUBER R.HUBER
  30. 30. BWL Finanzplanung … Kostenplanung - Abschreibungen Beispiel: Anschaffung einer Maschine im März bzw. September 2012 um 10.000 Euro. Die Nutzungsdauerwird mit 10 Jahren angenommen. Wenn die Anschaffung im ersten Halbjahr erfolgt, kann die Ganzjahresabschreibung vorgenommen werden. Erfolgt die Anschaffung im zweiten Halbjahr, dann kann die Halbjahresabschreibung geltend gemacht werden. Wirtschaftsgut Anschaffungs-datum Anschaffungswert Nutzungsdauer Abschreibung Maschine 14.03.2012 10.000 Euro 10 1.000 Euro Maschine 02.09.2012 10.000 Euro 10 500 Euro 30© © R.HUBER R.HUBER
  31. 31. BWL Finanzplanung … Kostenplanung - Abschreibungen In der angeführten Tabelle sehen Sie eine Übersicht über die mögliche Nutzungsdauer. Es wird empfohlen, sich mit einem/r Steuerberater/in abzu- Beschreibung Nutzungsdauer Gebäude, die zu mind. 80% der 33 1/3 Jahre sprechen, da die Betriebsausübung dienen Entscheidung für Maschinen 5-10 Jahre eine entsprechen- Einrichtungsgegenstände 10 Jahre de Nutzungsdauer PKW und Kombi 8 Jahre auch von der zukünf- LKW 5 Jahre tigen Entwicklung Computer 3-4 Jahre Ihres Unternehmens Software 2-4 Jahre abhängig ist. 31© © R.HUBER R.HUBER
  32. 32. BWL Finanzplanung … Kostenplanung - Investitionen - Geringwertige Wirtschaftsgüter Das sind Wirtschaftsgüter, deren Netto-Anschaffungswert von 400 Euro nicht übersteigen und sofort als Betriebsausgabe absetzbar sind, das heißt eine Verteilung auf die Nutzungsdauer ist möglich, aber nicht verpflichtend. Beispiel: Tisch 200 Euro Sessel 300 Euro Kasten 250 Euro Bildschirm 300 Euro Gehört PC 800 Euro zusammen Tastatur 70 Euro 1.170 Euro 32© © R.HUBER R.HUBER
  33. 33. BWL Finanzplanung … Umsatzplanung Mit dem Umsatzplan bestimmen Sie auf der Basis Ihrer Schätzungen im Voraus, wie viel Umsatz Ihr Unternehmen in Zukunft machen wird. Auch wenn es sich um eine Schätzung handelt, ist es wichtig, genau zu wissen, was Sie für die kommenden Zeiträume verdienen müssen und können. Danach richtet sich die Zielsetzung Ihrer täglich Arbeit, um eine ausreichende Finanzierung sicherzustellen. Anhand des Umsatzplanes können Sie zudem abschätzen, wie sich Ihre Liquidität in der nächsten Zeit entwickeln wird. 33© © R.HUBER R.HUBER
  34. 34. BWL Finanzplanung … Umsatzplanung Produktionsunternehmen Umsatz = Stückanzahl x Preis Dienstleistungsunternehmen Umsatz = verrechenbare Stunden x Stundensatz Produktive Stunden: Stunden, die an KundInnen direkt weiterverrechnet werden können.. Nicht direkt verrechenbar sind z. B. Kosten, die im Verwaltungsbereich anfallen (Telefonate, Angebots- Erstellung, Einnahmen-Ausgaben-Rechnung….) Handelsunternehmen Umsatz = Einkaufspreis + Aufschlag Hier werden verkaufsfertige Waren zugekauft und dem Einkaufspreis ein Rohaufschlag hinzugerechnet. 34© © R.HUBER R.HUBER
  35. 35. BWL Finanzplanung … Liquiditätsplanung Diese dient der Ermittlung des Kapitalbedarfs und der Planung bzw. Kontrolle der Ein- und Auszahlungen. Geplante Einzahlungen - geplante Auszahlungen = Über-/Unterdeckung Geldflussprinzip! Der Unterschied zur Planumsatzberechnung liegt darin, dass tatsächlich eingelangtes Geld bzw. zu einem bestimmten Tag ausgegebenes Geld eine Rolle spielen. Hier wird versucht die tatsächlichen Einzahlungen und Auszahlungen für einen Monat 35© © R.HUBER R.HUBER zu erfassen und dies auf 12 Monate zu berechnen.
  36. 36. BWL Übungen … Liquiditätsplan in der Praxis Liquiditätsplan Jahr 2008 Jänner Feber März April Mai Juni Juli August September Oktober November Dezember Einzahlungen brutto Umsatz brutto Kassa Umsatz brutto Bank Summe Einzahlungen Auszahlungen brutto Personalkosten Miete Strom Heizung Büromaterial Werbung Telefon/Handy/Internet Leasing Spesen Bankkonto Fremdkapitalzinsen Steuerberatung Gebühren und Beiträge Betriebliche Versicherung Weiterbildung Investitionen Ust-Zahllast GSVG Est sonstige Zahlungen Privatentnahme Summe Auszahlungen Summe Einzahlungen Summe Auszahlungen Unter/Überdeckung 36© © R.HUBER R.HUBER
  37. 37. BWL Finanzplanung … Finanzierungsplanung Im Finanzierungsplan legen Sie fest, wie die einzelnen Investitionen und Kosten für ihre Selbständigkeit finanziert werden. Sie haben folgende Möglichkeiten zur Finanzierung: Eigenkapital stellen UnternehmerInnen bzw. GesellschafterInnen dem Unternehmen zur Verfügung. Es kann in Form von Bargeld (z. B. Sparguthaben) oder Sachwerten (z.B. Wertpapiere, Wertgegenstände, Rechte und Patente) aufgebracht werden. Der Anteil des Eigenkapitals am Gesamtkapital ist branchenabhängig, wobei ein Anteil von ca. 75 % empfohlen wird. 37© © R.HUBER R.HUBER
  38. 38. BWL Finanzplanung … Finanzierungsplanung Fremdkapital Dabei handelt es sich in der Regel um Schulden an Banken bzw. Lieferanten. Banken verlangen Sicherheiten und ihre persönliche Haftung und Fremdkapital ist unabhängig von ihrer wirtschaftlichen Lage zurückzuzahlen. Beachten Sie auch, dass nur Zinsen steuerlich als Betriebsausgabe abzugsfähig sind, nicht aber die Kredittilgungen. Bei Fremdkapital ist zu beachten ob es für langfristige oder kurzfristige Investitionen dienen soll. 38© © R.HUBER R.HUBER
  39. 39. BWL Finanzplanung … Finanzierungsplanung - Fremdkapital - Investitionskredit Diesen benötigen Sie zur Finanzierung von langfristig gebundenen Vermögen, sprich Anlagevermögen. Dazu zählen Grundstücke, Gebäude, Maschinen, Fahrzeuge… Die Laufzeit des Kredites sollte nicht länger sein als die Nutzung des Gutes, welches sie mit dem Kredit gekauft haben. 39© © R.HUBER R.HUBER
  40. 40. BWL Finanzplanung … Finanzierungsplanung - Fremdkapital - Betriebsmittelkredit Dient dem laufenden Geschäfts- und Zahlungsverkehr (Überweisungen, Daueraufträge) und ist daher nur als kurzfristiges Finanzierungsmittel einzusetzen. Mit der Bank wird ein bestimmter Kreditrahmen vereinbart. Bis zu dieser Höhe können Sie frei verfügen und er wird einmal mehr, einmal weniger ausgenützt (Kontokorrentkredit). Zinsen werden nur für den tatsächlich in Anspruch genommen Kreditbetrag verrechnet. 40© © R.HUBER R.HUBER
  41. 41. BWL Finanzplanung … Finanzierungsplanung - Fremdkapital - Leasing Investitionsgüter werden gemietet und nach einer gewissen Dauer zum Rückkaufpreis übernommen oder nach Ablauf des Vertrages zurückgegeben. Der Vermieter Leasinggeber) ist rechtlicher Eigentümer und stellt das Wirtschaftsgut gegen Entgelt (Leasingrate) dem Leasingnehmer zur Verfügung. Kosten: Mietraten werden um Zinsen, Verwaltungskosten und Risikoprämie erhöht. 41© © R.HUBER R.HUBER
  42. 42. BWL Finanzplanung … Finanzierungsplanung - Fremdkapital - Lieferantenkredit Sie bezahlen eine Ware oder Dienstleistung nicht bei Erhalt, sondern später und verzichten auf den Skonto. Dieser Kredit ist bequem aber teuer! Den Zinssatz können Sie mit nachfolgender Formel berechnen: Skonto x 360 P= (Zahlungsziel – Skontoziel) 42© © R.HUBER R.HUBER
  43. 43. BWL Finanzplanung … Finanzierungsplanung - Fremdkapital - Lieferantenkredit Beispiel: Zahlbar innerhalb von 14 Tagen mit 3% Skonto oder innerhalb von 60 Tagen netto Kassa 3 x 360 P= 23,5% (60 - 14) - Fremdkapital - Kundenanzahlungen 43© © R.HUBER R.HUBER
  44. 44. BWL Finanzplanung … Zusammenfassend Kalkulationsschema Planumsatzberechnung Bruttoumsatz - Umsatzsteuer = Nettoumsatz - Betriebsausgaben (=Wareneinsatz, lfd. Ausgaben, Afa) = Basis für die GSVG - Gewerbliche Sozialversicherung (17,5%PV; 9,18%KV; € 99,-- UV) = Gesamteinkommen (Bemessungsgrundlage für ESt) - Einkommensteuer = Gewinn/Verlust „Nettogehalt“ 44© © R.HUBER R.HUBER
  45. 45. Das war‘s – besten Dank! Reinhard Huber silberexpert.com 45© © R.HUBER R.HUBER

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