Karriere Coaching

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Immer mehr Menschen suchen das Gespräch mit einem erfahrenen Coach, um sich selbst über ihre Karrierechancen klar zu werden. Außerdem möchten sie einen Leitfaden in die Hand bekommen, um die Wege zu beschreiten, die ihre Chancen Wirklichkeit werden lassen. KarriereCoaching selbst ist mithin ein komplexer Prozess, der in diesem eBooklet eingehend beschrieben wird.

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Karriere Coaching

  1. 1. Karriere Coaching coach academy F ü r die Führ ungskräfte von morgen!
  2. 2. KarriereCoaching 1 Inhalt Vorwort 2 Einleitung 3 Zwei Klienten 5 Standortanalyse Welche Ressourcen sind vorhanden? 6 Berufliche Entwicklung 8 Persönliche Entwicklung 9 Stärken und Schwächen 9 Reiseplanung Zielhafen 13 Entwicklungsschritte 16 Das Coaching-Konzept der CoachAcademy 22 Literaturhinweise 27 Über die Autorin 28 Impressum 29
  3. 3. KarriereCoaching 2 Vorwort Liebe Leserin, lieber Leser! Ein junger Mann betrat im Traum einen Laden. Ähnlich wie mit dieser Geschichte verhält es sich Hinter der Theke stand ein Engel. Hastig fragte er mit diesem eBooklet zum KarriereCoaching. Wir ihn: „Was verkaufen Sie, mein Herr?“ Der Engel stellen Ihnen hier vor was KarriereCoaching be- antwortete freundlich: „Alles, was Sie wollen.“ Der deutet, was es kann, welche Chancen es bietet junge Mann begann aufzuzählen: „Dann hätte ich und geben Ihnen eine Anleitung an die Hand, mit gerne einen Job, der mir Spaß macht, Arbeit für der Sie sich in Zukunft selbst coachen können. die Arbeitslosen, Frieden auf der Welt....“ Sie finden in diesem eBooklet den Samen für die Früchte Ihrer Wahl. Da fiel ihm der Engel ins Wort: „Entschuldigen Sie, junger Mann, Sie haben mich nicht richtig verstan- In diesem Sinne viel Erfolg und viel Spaß beim den. Wir verkaufen keine Früchte, wir verkaufen Lesen! nur den Samen.“ Carolin, Lüdemann, Jörn Tschirne Was ist die Moral von der Geschichte? Der jun- und Heiko Lüdemann ge Mann konnte in dem „Traumladen“ zwar alles kaufen - aber nie die reife Frucht, sondern immer nur den Samen dafür. Um sein Wunschziel zu er- reichen, muss er selbst mitwirken, den Samen ein- pflanzen und ihn hegen und pflegen bis schließlich das Ziel erreicht ist.
  4. 4. KarriereCoaching 3 Einleitung Wie die Böning-Consult-Coachingstudie 2004 zeigt, sind Nachwuchsführungskräfte (High Po- tentials bzw. Trainees) die am zweithäufigsten ge- coachte Berufsgruppe. 1) Danach befragt, was die Anlässe für ein Coaching sind, geben Coachs ne- ben der Bearbeitung persönlicher und beruflicher Probleme am häufigsten die Themen Karrierepla- nung, Neuorientierung und Weiterentwicklung an. Coaching ist mehr denn je gefragt. In der langjäh- rigen Arbeit von CoachAcademy mit Studenten, Hochschulabsolventen und Young Professionals hat sich gezeigt, dass neben Training und Semina- ren zu bestimmten Themen individuelle Beratung und Coaching wirkungsvolle Instrumente in Bezug auf die berufliche Entwicklung sind. Gerade der Übergang von der Hochschule in den Beruf stellt für viele junge Menschen eine Lebensphase dar, die von Unsicherheit und Zweifeln geprägt ist. Wie geht es jetzt weiter? Wie finde ich den für mich passen- den Job? Wie setze ich meine Fähigkeiten in der Arbeitswelt um? Fragen dieser Art sind wichtig! 1) Die aus Sicht von Personalmanagern am häufigsten gecoachte Gruppe sind Manager des mittleren Managements. Diese Studie wurde von Böning-Consult 2004 durchgeführt und basiert auf einer ausführlichen und fragebogenbasiertetelefonischen Befragung von 70 Personalmanagern und 50 Coachs.
  5. 5. KarriereCoaching Vorwort 4 Im KarriereCoaching unterstützt CoachAcademy Dieses eBooklet richtet sich an drei Personen- Menschen dabei, die nächsten beruflichen Schritte gruppen: zu durchdenken und zu planen, neue Ressourcen zu entdecken und das eigene Potenzial zu entfalten. 2) Erstens an interessierte Leser, die mehr über KarriereCoaching erfahren möchten. Dieses eBooklet vermittelt einen Einblick, wie Coach und Klient im KarriereCoaching zusammen- Zweitens an Personen, die sich in einer ähnlichen arbeiten. Die Anlässe für ein Coaching sind vielsei- Situation befinden wie Mark W. und Susanne M. In tig. Deshalb stellen wir Ihnen im zweiten Kapitel die den Kapiteln Standortanalyse und Zielhafen haben beiden fiktiven Klienten Mark W. und Susanne M. wir deshalb die direkte Ansprache gewählt, um mit konkreten Anliegen vor: Mark W. möchte seine diese Leser im Sinne von „Selbstcoaching“ zum Arbeitsstelle wechseln und bereitet sich im Rah- Nachdenken über die eigene Entwicklung und die men eines KarriereCoachings darauf vor. Das An- eigenen beruflichen Ziele anzuregen. liegen von Susanne M. liegt in dem Wunsch, mehr Aufschluss über die eigenen Fähigkeiten und Stär- Drittens an (angehende) Coachs und Berater, die ken zu bekommen. Selbstverständlich beschreiben dieses eBooklet als Unterstützung für ihre eigene wir hiermit keinen vollständigen Coaching-Prozess Arbeit nutzen möchten. sondern einzelne Sequenzen daraus. Eine anregende Lektüre wünscht Ihnen Cordula Schaub Business Coach der CoachAcademy 2) Über unser Verständnis von Coaching und unsere Arbeitshaltung informieren Sie sich bitte in unserem Coaching-Konzept ab Seite 22.
  6. 6. KarriereCoaching 5 Zwei Klienten Mark W. Herr W. ist 35 Jahre alt, Diplom-Kaufmann und seit dreieinhalb Jahren im Rechnungswesen / Control- ling eines mittelständischen Unternehmens tätig. Er plant einen Stellenwechsel und nimmt dafür die Unterstützung eines Karrierecoach in Anspruch. Susanne M. Frau M. ist 28 Jahre alt, Sozialwissenschaftlerin M. A., und hat ihr Studium vor einem halben Jahr abgeschlossen. Seitdem ist sie auf der Suche nach einem Berufseinstieg. Sie ist sich sehr unschlüs- sig, was sie genau machen möchte und wo ihre Stärken liegen. Um mehr Sicherheit über ihre Fä- higkeiten und Talente zu bekommen und sich klar zu werden, welcher Tätigkeit sie in Zukunft gerne nachgehen möchte, entscheidet sie sich für ein KarriereCoaching.
  7. 7. KarriereCoaching 6 Standortanalyse: Welche Ressourcen sind vorhanden? Am Beginn eines KarriereCoachings stellen Klienten wie zum Beispiel Susanne M. oftmals die Frage nach dem „Was kann ich? Was zeich- net mich aus? Wie kann ich meine bisherigen Erfahrungen verwerten?“ Dadurch rückt der eige- ne Werdegang in den Mittelpunkt und somit auch Themen, die sich mit Fragen beschäftigen wie „Was hat mich beeinflusst und geprägt?“ Der Blick zurück ist in solchen Fällen ange- bracht, obwohl im Coaching vorwiegend zukunfts- orientiert gearbeitet wird. Welche Fertigkeiten und Fähigkeiten hat der Klient während seiner gesamten Ausbildungszeit in Schule, Beruf und Hochschule gelernt und entwickelt? In einem zweiten Schritt werden diese Ressourcen kritisch überprüft im Hinblick auf deren „Verwertbarkeit“ für den Arbeitsmarkt und im Besonderen für die zukünftige Tätigkeit, die sich der Klient vorstellt. Klient und Coach betrachten dafür sowohl die fachliche Qualifikation als auch die persönliche Entwicklung des Klienten. Dies scheint im ersten Moment einfach zu sein, da die Anforderungsprofile in den Stellenausschrei- bungen neben den fachlichen Anforderungen genügend Hinweise liefern wie Teamfähigkeit,
  8. 8. KarriereCoaching Standortanalyse 7 Organisationstalent etc. Es ist jedoch nicht Kommunikative Kompetenzen: damit getan, diese Fähigkeiten einfach in das Präsentationstechniken, Diskussionsfähigkeit und Repertoire des eigenen Könnens einzureihen, gute schriftliche und mündliche Ausdrucksfähig- sondern zu überlegen, in welcher Situation eine keit. Fähigkeit wahrgenommen wurde und wodurch sich diese zu einer stabilen Fähigkeit herausge- Soziale Kompetenzen: bildet hat. Welche Rückmeldungen in Bezug auf Teamfähigkeit, Durchsetzungsvermögen, Einfüh- diese Fähigkeit kamen von Außenstehenden wie lungsvermögen, kundenorientiertes Verhalten, Familienmitgliedern, Freunden oder Kollegen und Führungsqualitäten und Konfliktfähigkeit. Mitarbeitern? Wodurch unterscheiden sich diese Feedbacks voneinander? Kognitive Kompetenzen (methodische Kompetenzen): Konzeptionelles Denken, Problemlösungsfähig- Persönlichkeitsmerkmale und keit, logisches und abstraktes Denken und das Schlüsselkompetenzen Denken in Zusammenhängen. Nicht nur erlerntes Wissen und erworbene Wie ist Ihre berufliche Entwicklung verlaufen? Wie Fertigkeiten gehören zu den Ressourcen, die haben Sie sich parallel dazu persönlich entwickelt? ein Mensch hat. Eine sehr wichtige Rolle für das Durch gezieltes Nachfragen des Coachs kommen berufliche Vorankommen spielen die persönlichen Erfahrungen und Einstellungen in den Blickpunkt, und sozialen Fähigkeiten, die ein Mensch im die der Klient als Meilensteine in seiner beruflichen Laufe seiner Sozialisation entwickelt. Auf folgende und persönlichen Entwicklungsge-schichte emp- Unterscheidungen ist zu achten: findet. Persönlichkeitsmerkmale: Disziplin, Fleiß, Leistungs- und Lernbereitschaft, Eigeninitiative, ethische Urteilsfähigkeit, Kritik- vermögen, Zuverlässigkeit, geistige Offenheit, Mobilität, Eigeninitiative, Verantwortungsbereit- schaft, Kreativität und selbstständiges Arbeiten.
  9. 9. KarriereCoaching Standortanalyse 8 Berufliche Entwicklung gen? Welche Begleitumstände des Studienfaches gefallen Ihnen und welche nicht? Was lernen Sie Schulzeit konkret im Studium und was lernen Sie nebenbei? Mit welchen Themen und Wissensgebieten haben Welche Erfahrungen im Studium zeigen Ihnen, Sie sich in Ihrer Schulzeit gerne beschäftigt? Lagen dass Sie bestimmte Dinge besonders gut können Ihre Neigungen in diesem Zeitraum eher im natur- und andere nicht. wissenschaftlichen oder geisteswissenschaftlichen Bereich? Vielleicht sogar auf beiden Gebieten? Praktische Erfahrungen Sind die Leistungsfächer der Ausgangspunkt Welche praktischen Tätigkeiten üben Sie während für die darauf aufbauende Entwicklung? Welche des Studiums aus? Wie beschreiben Sie Ihre zusätzlichen Fächer haben Ihnen Freude bereitet Aufgaben und was lernen Sie daraus? Können und was genau hat Sie daran fasziniert? Sie theoretisches Wissen in der praktischen Tätigkeit umsetzen und integrieren? Wie sind die Berufsausbildung Rückmeldungen Ihrer Kollegen? Wie qualifiziert ist Aus welchem Grund haben Sie sich für eine das Feedback zu Ihrer Leistung? Welche Tätigkeit Berufsausbildung nach dem Abitur entschlos- üben Sie am liebsten aus? sen? Welche Verbindung besteht zwischen der Berufswahl und den schulischen Fächern? Welche Auslandsaufenthalt Fertigkeiten haben Sie neu gelernt, welche vertieft Welche verwertbaren Erfahrungen haben Sie im und erweitert? Welche Aufgaben haben Ihnen Ausland gesammelt? Welche Fähigkeiten konn- Schwierigkeiten bereitet, welche haben richtig ten Sie ausbauen und welche haben Sie dazu- Spaß gemacht? Wie sind Sie mit schwierigen gelernt? Welche Qualitätsunterschiede sind Ihnen Themen umgegangen? Welche Konsequenzen aufgefallen im Vergleich zu einer Tätigkeit bzw. haben Sie daraus für sich gezogen? zum Studium in Deutschland? Wodurch haben Sie Ihr Bewerberprofil für potenzielle Arbeitgeber Studienfach verbessert? Welcher Bereich aus Ihrem Studienfach reizt Sie ganz besonders? Was genau interessiert Sie daran? Welche Kriterien haben Sie bei der Entscheidung für eine Studienrichtung einbezo-
  10. 10. KarriereCoaching Standortanalyse 9 Persönliche Entwicklung Freizeitinteressen nachzugehen? Einmal ange- nommen, Sie würden diesen Motivationsfaktor auf Soziales Engagement Ihre Berufstätigkeit übertragen, was würde sich an Soziales Engagement hat viele Gesichter. Manche der Einstellung zu Ihrer Arbeit, an der Ausführung Personen engagieren sich in Fachschaften oder und am Resultat Ihrer Arbeit verändern? Tutorien, während andere in Verbänden oder Vereinen bestimmte ehrenamtliche Tätigkeiten Was bereitet Vergnügen? ausüben. Hiermit zeigt eine Person, dass sie Bei welchen Aktivitäten vergessen Sie, wie schnell Tätigkeiten ausübt, die einem anderen Motiv die Zeit vergeht? Welche Beschäftigungen füh- als dem der Hauptbeschäftigung folgen oder ren dazu, dass Sie sich entspannen, gute Laune einem „höheren Ziel“ dienen. Was motiviert Sie bekommen und lachen? Worin liegt Ihr Beitrag, um zu Ihrem Engagement? Welche Ihrer persönlichen dieses vergnügliche Gefühl auszulösen? Was genau Wertvorstellungen finden Sie darin verkörpert? tun andere, damit es ausgelöst wird? Wie sehen die Auf welche Gegenwerte, die Sie für Ihren Einsatz äußeren Rahmenbedingungen und Umstände aus, erhalten, möchten Sie auf keinen Fall verzichten? die dieses Wohlbefinden auslösen? Besondere Kenntnisse Welche Sprachen beherrschen Sie? Gibt es neben Stärken und Schwächen den Sprachen Englisch und Französisch noch Grundkenntnisse in einer weiteren Sprache? EDV- Unsicherheit und das mangelnde Vermögen, klar und Internet-Kenntnisse gehören ebenfalls in über das sprechen zu können, was man gerne diese Sparte. Vorausgesetzt, es gäbe einen Markt macht und gut kann, sind für viele Menschen einer für Kenntnisse aller Art außerhalb des beste- der Gründe, weshalb sie im Bewerbungsprozess henden Arbeitsmarktes, welche Kenntnisse und scheitern. Mit Hilfe zweier anerkannter Persön- Fertigkeiten könnten Sie dort anbieten? lichkeitsfragebögen, dem Herrmann-Dominanz- Instrument (H.D.I.) und dem Myers-Briggs-Typen- Freizeitaktivitäten Indikator (M.B.T.I.) bekommen Sie mehr Sicherheit Welche Eigenschaften kennzeichnen die Aktivitä- in Bezug auf eigene Talente, Fähigkeiten und ten, die Sie in Ihrer Freizeit unternehmen? Was Kompetenzen. gefällt Ihnen daran? Was motiviert Sie, Ihren
  11. 11. KarriereCoaching Standortanalyse 10 Das Herrmann-Dominanz-Instrument (H.D.I.) Quadrant B: Mit diesem Persönlichkeitsfragebogen lässt sich kontrolliert, konservativ, organisiert, strukturiert herausfinden, wo Ihre Stärken und Schwächen in Bezug auf Ihr Denken liegen. Quadrant C: bildhaftes Denken, intuitiv, konzeptionell, Im Gegensatz zu anderen Persönlichkeitsfrage- einfallsreich bögen, die sich auf psychologisches und beo- bachtbares Verhalten stützen, konzentriert sich das Quadrant D: H.D.I. auf die Art der Nutzung unseres Gehirns. Die emotional, kommunikativ, musikalisch, Auswertung des Fragebogens zeigt, in welchem zwischenmenschlich. Ausmaß Sie bestimmte Denkweisen bevorzugen, nutzen oder vermeiden. 3) Jeder Mensch bevorzugt bestimmte Denkweisen, so genannte Dominanzen, die für ihn typisch sind. Die linke Hälfte unseres Großhirns ist für logisches Sie entwickeln sich einerseits aufgrund von anla- und vernünftiges Denken und die Sprache zustän- gebedingten Faktoren, andererseits aufgrund der dig. Hier wird analytisch und detailliert gearbei- individuellen Sozialisation und schlagen sich darin tet. Zahlen und Begriffe spielen dabei eine Rolle. nieder, wie ein Mensch mit seiner Umwelt kommu- Mit Hilfe der rechten Gehirnhälfte verarbeiten wir niziert, wie er lernt, entscheidet und mit anderen Emotionen und Bilder; von dort holen wir auch den Menschen zusammenarbeitet. Stoff, aus dem unsere Träume und Ideen sind. Für jede Person stellt das H.D.I. eine besondere Diese beiden Hemisphären sind unterteilt in vier Kombination von Denkpräferenzen anschaulich Quadranten A – B – C – D, die bestimmte Merk- dar. So sind die Ergebnisse des H.D.I. wertfrei male umfassen: – Bewertungen wie „bestanden“ oder „durchge- fallen“ gibt es nicht. Genauso wenig gibt es gute Quadrant A: oder schlechte Profile. begriffliches Denken, logisch, rational, analytisch 3) In den 1970er Jahren wurde das H.D.I. von dem Amerikaner Ned Herrmann entwickelt. Sein Gehirnmodell ordnet die Denk- und Verhaltensweisen in vier Kategorien: Linke und rechte Gehirnhälfte und oberer bzw. unterer Bereich.
  12. 12. KarriereCoaching Standortanalyse 11 Der Myers-Briggs-Typen-Indikator (M.B.T.I.) Wie beim H.D.I. gilt auch bei diesem Persönlich- Der M.B.T.I. ist ein Persönlichkeitsfragebogen, keitsfragebogen, dass es sich nicht um einen Test der dazu dient, die eigenen Fähigkeiten und Be- handelt, sondern um einen Indikator, der beschreibt, gabungen besser kennen und verstehen zu ler- was für ein Typ Mensch Sie sind. Er bewertet nicht. nen. Er erfasst nicht das Verhalten oder die Folglich gibt es kein richtiges oder falsches, kein Eigenschaften einer Person, sondern wurde ent- gutes oder schlechtes Ergebnis. wickelt, um bestimmte Neigungen zu verdeut- lichen. Grundlage für den M.B.T.I. bildet Carl Persönlichkeitstyp Mark W. - Kurzprofil Gustav Jungs Typentheorie auf der Basis von Mark Ws. Auswertung aus den beiden Fragebögen Wahrnehmung und Beurteilung. macht deutlich, dass er eine logische und ratio- nale Denkweise bevorzugt. Diese wird unterstützt Jung ging davon aus, dass es bei Menschen durch ein strukturiertes und sicherheitsorientiertes trotz aller Unterschiedlichkeit und Einzigartigkeit Denken. Mark W. ist ein Typ Mensch, der Freude hat „typische“ Verhaltensfunktionen gibt. Mithilfe sol- an Tätigkeiten, bei denen er Fakten aufnehmen und cher Typen lassen sich Voraussagen darüber erinnern kann. Berechnungen und Entscheidungen treffen, wie Menschen Informationen erfassen und kann er stets mit den nötigen Fakten belegen. Bei Entscheidungen treffen. der Lösungsfindung konzentriert er sich am liebsten auf Methoden und Vorgehensweisen, die sich in der Der M.B.T.I. führt in seiner Auswertung zu einem Vergangenheit bereits bewährt haben. Neuen Ideen Code aus vier Buchstaben. Aus diesem Typenbild gegenüber ist Herr W. dann aufgeschlossen, wenn lassen sich folgende Fragen beantworten: Sie exakt formuliert sind und er absehen kann, dass deren Umsetzung nicht mit einem zu großen Risiko • Woher beziehen Sie Ihre Lebensenergie? verbunden ist. Dennoch neigt er dazu, kreative Aspekte nicht wirklich ernst zu nehmen. • Wie nehmen Sie Ihre Umwelt wahr? Bei seiner Arbeit geht Mark W. gründlich und • Wie treffen und beurteilen Sie systematisch vor. Er achtet auf Einzelheiten Entscheidungen? und ein schrittweises Vorgehen. Ausdauer und Durchhaltekraft zeichnen seinen Arbeitsstil aus. • Wie viel Struktur benötigen Sie in Ihrem Leben? Er lässt sich für bestimmte Projekte nicht sofort
  13. 13. KarriereCoaching Standortanalyse 12 begeistern, da er Zeit benötigt, um das Für und Persönlichkeitstyp Susanne M. – Kurzprofil Wider abzuwägen. Wenn er sich jedoch für eine Die Ergebnisse von Susanne M. zeigen, dass es Sache entschieden hat, lässt er sich nicht mehr sich bei ihr um einen Typ Mensch handelt, der davon abbringen. kreative und ganzheitliche Denkweisen bevorzugt. Gefühlsbetonte Aspekte und Gemeinschaftsgefühl Seine Gefühlsregungen kann man Mark W. meist sind ihr ebenfalls sehr wichtig. Neben ihrer Fähigkeit nicht ansehen. Auch wenn er sich in einer belas- des sprachlichen Ausdrucks bevorzugt Susanne tenden Situation befindet, erscheint er nach außen M. Tätigkeiten, die im Bereich der Planung und ruhig und gelassen. Im Inneren jedoch empfin- Organisation liegen. Für Susanne M. ist es von det Herr W. intensiv. Er legt an andere dieselben Bedeutung, die Meinung anderer einzuholen. Maßstäbe wie an sich selbst an und neigt manch- Entscheidungen trifft sie vorwiegend aufgrund mal dazu, andere vorschnell zu beurteilen. persönlicher Beziehungen und weniger aufgrund logisch-rationaler Überlegungen. Sie legt Wert auf Tätigkeiten, bei denen sie mit anderen Menschen zusammenkommt, muss jedoch darauf achten, dass ihre Neigung zur Geselligkeit sie nicht von der Arbeit abhält. Bei Problemlösungen verlässt sie sich mehr auf ihre Intuition und auf Ideen, die ihrer Phantasie ent- springen. Sie schätzt Gespräche mit Teamkollegen, die oftmals neue Impulse setzen. Susanne M. legt zwar Wert auf eine gewisse Struktur, lehnt jedoch ein zu detailliertes Vorgehen ab.
  14. 14. KarriereCoaching 13 Reiseplanung Im KarriereCoaching geht es nun darum, mit den bisher erarbeiteten Fähigkeiten und Kompetenzen die kommenden Schritte zu erarbeiten. Ab jetzt gestalten Coach und Klient gemeinsam die Zukunft nach den Vorstellungen des Klienten. Wohin geht die Reise? 4) Zielhafen Wie sieht der Zielhafen genau aus? Um das Bild der Reise aufzunehmen, geht es bei der Beschreibung des Zielhafens darum, so detailliert wie möglich die Zielvorstellung des Klienten herauszuarbeiten unter Berücksichtigung seiner Wünsche, Fähigkeiten und Kompetenzen. Nicht nur die Art der gewünschten Tätigkeit, sondern auch die Rahmenbedingungen und das Umfeld, in welches die Tätigkeit eingebet- tet ist, werden gemeinsam erforscht. Hilfreich für 4) Das Bild der Reise entstammt dem Entwicklungsfluss. Mit dieser Methode den Klienten ist dabei, wirklich bei den Grundlagen lassen sich die einzelnen Entwicklungs- schritte auf der Reise in den Zielhafen anzufangen, gerade wenn der Klient zum Beispiel anschaulich und gezielt festlegen (s. Coaching-Konzept, ab Seite 22). im letzten Job Erfahrungen gemacht hat, die sich 5) Der amerikanische Pastor Richard auf eine bestimmte Weise - positiv oder nega- Nelson Bolles entwickelte dieses Verfahren zu Beginn der 1970er Jahre in den USA. Sein Buch „What color is tiv – auf ihn ausgewirkt haben. Bei dieser Arbeit your parachute?“ (deutsch: „Durch- starten zum Traumjob“, übersetzt von empfiehlt es sich, Aspekte aus dem Ansatz des Madeleine Leitner) wurde mittlerweile in zehn Sprachen übersetzt und gilt mit Life-Work-Planning (LWP) zu verwenden und diese über sieben Millionen verkauften Exem- plaren weltweit als das meistverkaufte methodisch einzusetzen. 5) Buch zum Thema Jobsuche.
  15. 15. KarriereCoaching Reiseplanung 14 Drei wesentliche Fragen stehen im Vordergrund: Je nach dem, wie viel Vorarbeit der Klient bereits WAS, WO und WIE. Die Frage WAS zielt ab auf eine geleistet bzw. wie konkret seine Vorstellungen in Bestandsaufnahme der eigenen Fähigkeiten und Bezug auf eine zukünftige Tätigkeit sind, werden Talente, die nach persönlichen Vorlieben gewichtet folgende Aspekte im KarriereCoaching bearbeitet: werden. Durch die Beschäftigung mit den eigenen Fähigkeiten schärft sich einerseits der Nutzen für Anatomie der angestrebten Aufgabe den zukünftigen Arbeitgeber, andererseits lernen Wodurch soll sich die kommende Aufgabe von Sie, diesen Nutzen auch zu kommunizieren. der bisherigen unterscheiden? Welche konkreten Tätigkeiten stellen Sie sich vor? Was würden Sie als Die Frage WO erschließt das bevorzugte Umfeld nächstes tun, wenn Sie nicht scheitern könnten? und den Rahmen für die angestrebte Tätigkeit. Wissensgebiet Der dritte Kernbereich beschäftigt sich mit der In welchem Themengebiet ist die zukünftige Frage, WIE Sie Jobs finden, bei denen Sie Ihre Tätigkeit angesiedelt? Aus welchem Wissensvorrat Stärken einsetzen können. Hier besteht die schöpfen Sie bei dieser Tätigkeit? Welche neuen wesentliche Aufgabe in der Recherche nach den Wissensfelder müssen Sie sich dafür erschließen? Organisationen, die entsprechend des zuvor erar- beiteten Profils passend sind. Im LWP wird emp- Werkzeuge fohlen, sich mit den Menschen zu unterhalten, Mit welchen Gegenständen/Dingen wollen Sie die den betreffenden Beruf bereits ausüben. Dort tagtäglich arbeiten und mit welchen Dingen wollen fragen Sie nach, wie diese Personen ihren Job Sie nicht in Berührung kommen? Worin liegt für Sie gefunden haben und was ihnen an der Arbeit der entscheidende Unterschied zwischen diesen gefällt bzw. nicht gefällt. Diese Vorgehensweise beiden Gegenständen/Dingen? Welche Produkte/ dient dazu, in einem Vergleich zwischen konstru- Dienstleistungen möchten Sie verkaufen/vermark- iertem Profil bzw. Zielhafen und der Realität in ten/herstellen? den Unternehmen und spezifischen Arbeitsplätzen Gewissheit zu bekommen. Gewissheit darin, dass Kollegen und Kunden Sie im angestrebten Arbeitsgebiet wirklich tätig Mit welcher Art von Personen möchten Sie zusam- werden wollen. menarbeiten? Welche Altersstruktur wünschen Sie sich für Ihre Kollegen/Kunden? Welche (einschlä-
  16. 16. KarriereCoaching Reiseplanung 15 gige) Ausbildung wünschen Sie sich für die Per- bestärkt hat, sich einen neuen Wirkungskreis zu sonen, mit denen Sie zusammenarbeiten? suchen. Er möchte sich ohne Druck einen neuen Arbeitsplatz suchen und sich dafür Zeit nehmen. Belohnungen Welche Gegenleistung für Ihre Arbeit, die über eine geldwerte Entlohnung hinausgeht, ist für Sie not- Susanne Ms. Zielhafen wendig und welche würde Sie am meisten moti- vieren? Susanne M. möchte durch ein KarriereCoaching mehr Sicherheit darin bekommen, welches Sinn Tätigkeitsfeld Ihren Stärken entspricht und welcher Welchen Sinn verfolgen Sie mit Ihrer Tätigkeit? berufliche Einstieg für sie geeignet ist. Ihr bisheri- Welche inneren Antreiber für Ihre Arbeit nehmen ges Vorgehen in Sachen Bewerbung beschreibt sie Sie wahr? Welches langfristige Ziel verfolgen Sie als ziellos und ungeplant. Susanne M. wünscht mit Ihrer Tätigkeit? Welches höhere Ziel – wenn sich eine Tätigkeit, in der sie mit Menschen zu tun überhaupt – wollen Sie mit Ihrer Arbeit erreichen? hat. Die Arbeit im Team ist ihr wichtig, ebenso ein gutes Betriebsklima. Sie ist zwar bereit, adminis- trative und organisatorische Aufgaben zu erledi- Mark Ws. Zielhafen gen, wünscht sich jedoch, dass der Anteil solcher Aufgaben möglichst gering ist (maximal 40 %). Viel Mark W. entscheidet sich für ein KarriereCoaching, lieber möchte sie in Kontakt mit Kunden stehen um mit der Unterstützung eines Coachs heraus- und die Bedürfnisse der Kunden befriedigen. Sie zuarbeiten, worauf er bei seiner nächsten Stelle betrachtet sich selbst als Problemlöserin, die ihren achten sollte, um mehr Arbeitszufriedenheit zu Kunden gezielte Lösungen anbietet. erlangen als bisher. Er möchte sich beruflich weiterentwickeln und mehr Verantwortung über- nehmen. In seiner derzeitigen Stelle sind weitere Karriereschritte nicht möglich. Vor einem halben Jahr hat er einen neuen Kollegen bekommen, mit dem sich die Zusammenarbeit schwierig gestaltet. Dies ist ein weiterer Grund, der Mark W. darin
  17. 17. KarriereCoaching Reiseplanung 16 Entwicklungsschritte Piraten Welche Piraten nehmen Sie wahr? Welche Hinder- In dieser Phase des KarriereCoachings klären nisse kommen ziemlich sicher auf Sie zu? Welche Coach und Klient, welche konkreten Schritte der eventuell? Welche Möglichkeiten sehen Sie, um Klient bereit ist, zu gehen. Welchen Preis ist er sie zu überwinden? Wie haben Sie bislang erfah- bereit zu bezahlen, um das gewünschte Ergebnis rene Rückschläge auf dem Weg zum Zielhafen zu erreichen? überwunden? Wofür könnte ein Hindernis bzw. ein Rückschlag nützlich sein? Auf der Reise zum Zielhafen des Klienten spielen Inseln und Piraten eine Rolle. Inseln versinnbildlichen Zwischenziele bzw. Meilensteine. Sie dienen auch Mark Ws. Entwicklungsprofil dazu, dem Klienten zu bestätigen, dass er sich auf dem von ihm gewünschten Weg befindet. Eine Insel Angestrebte Aufgabe kann aber auch eine Gewohnheit bedeuten, die den In Mark Ws. nächster Tätigkeit ist ihm eine klare Klienten auf dem Weg zum Zielhafen noch einmal Aufgabenstellung und Stellenbeschreibung sehr zu einer kurzen Rast einlädt. Längerfristig möchte wichtig. Er strebt eine Tätigkeit in einem großen der Klient sie jedoch ablegen oder durch eine ande- Unternehmen oder Konzern an, da er dort mehr re Verhaltensweise ersetzen. Piraten verdeutlichen Möglichkeiten für sein berufliches Fortkommen Hindernisse und Rückschläge auf dem Weg in den sieht. Sein längerfristiges Ziel ist es, Verantwortung Zielhafen. Welche Möglichkeiten sieht der Klient, sie für ein internationales Projekt zu übernehmen. zu überwinden bzw. sie zu umschiffen? Wissensgebiet Lerninseln Seine bisherige Berufserfahrung im Bereich Was sind Sie bereit zu investieren, um das Rechnungswesen/Controlling betrachtet Herr W. gewünschte Ziel zu erreichen? Welche als verwertbar für die kommende Beschäftigung. Lernerfahrungen müssen Sie gezielt herbei- Mittelfristig möchte er neues Fachwissen in einer führen? Was verändert sich am Zielzustand in berufsbegleitenden Ausbildung erwerben. Für den Anbetracht des Investitionsaufwandes? Welche anstehenden Stellenwechsel, den er im gleichen Entwicklungsschritte sind für Sie machbar und Tätigkeitsbereich ansiedelt, ist das Erlernen neuen realistisch? Fachwissens nicht erforderlich.
  18. 18. KarriereCoaching Reiseplanung 17 Werkzeuge Zielvereinbarungen betrachtet Herr W. ebenfalls Der tägliche Umgang mit Zahlen, Daten und als Belohnung. Fakten ist ihm wichtig. Wie die Auswertung seines Persönlichkeitstyps gezeigt hat (s. Kapitel III.3.c) Sinn liegen auch in diesem Bereich seine Stärken Eine sinnhafte Tätigkeit liegt für Herrn W. im und bevorzugten Denkweisen. Er möchte diese gemeinsamen Streben nach einem Zielzustand, Fähigkeiten in seiner täglichen Arbeit einset- der von der Firmenkultur und -philosophie geprägt zen können, dabei selbstständig und eigenver- ist. Mit seiner Tätigkeit sieht er sich als wesentli- antwortlich arbeiten. Eine genaue und präzise cher Teil eines Ganzen. Vorgehensweise sind ihm dabei wichtig. Er bevor- zugt einen Arbeitsplatz in einem Unternehmen aus Lerninseln der Automobilbranche/Automobilzuliererindustrie. Mark W. wünscht sich mittelfristig, im Rahmen der kommenden Tätigkeit in einem interdisziplinären Kollegen und Kunden Projektteam mitzuarbeiten. Sein längerfristiges Ziel Mark W. möchte gerne in einem heterogenen ist es, Verantwortung für ein internationales Projekt Team arbeiten. Er wünscht sich gleichaltrige zu übernehmen. In seiner aktuellen Tätigkeit hat Teamkollegen genauso wie ältere Arbeitnehmer er bisher an einem kleineren Projekt mitgearbeitet. und einen älteren Chef, von denen er lernen kann. Welche Möglichkeiten sieht Herr W. im Rahmen Er wünscht sich einen respektvollen Umgang mit- seiner aktuellen Tätigkeit, neue Aufgaben zu über- einander und möchte seinen Teamkollegen gegen- nehmen? Gibt es eine Projektarbeit, die er über- über Distanz wahren. Persönliche Beziehungen nehmen bzw. betreuen kann? Diese Überlegungen innerhalb der Firma strebt Mark W. nicht an. gehen dahin, die Zeit, die ihm bis zu seinem Stellenwechsel noch bleibt, effektiv zu nutzen und Belohnungen Lernerfahrungen zu machen, die er im Hinblick auf Neben einem angemessenen Gehalt wünscht sich seine gewünschte Aufgabe nutzen kann. Herr W. Anerkennung für seine Arbeit. Darüber hinaus möchte er eine Arbeitsumgebung, in der Mark Ws. Wunsch, längerfristig ein internationa- seine präzise und genaue Arbeitsweise respektiert les Projekt zu betreuen wirft die Frage nach Sprach- wird und er nicht als „kleinkariert“ angesehen wird. kenntnissen auf. Welche Sprachen beherrscht er? Die erfolgreiche Umsetzung von Zielvorgaben und Er hatte auf dem Gymnasium zwar den Englisch-
  19. 19. KarriereCoaching Reiseplanung 18 Leistungskurs besucht, danach seine Englisch- Mark W. mit hoher Wahrscheinlichkeit rechnen? Kenntnisse jedoch kaum mehr gepflegt. Außer Absagen auf seine Bewerbungen sind eine mög- wenigen Grundkenntnissen in Französisch, kann liche Antwort. Wie geht er am besten damit um? er keine weiteren Sprachkenntnisse vorweisen. Bis Er muss damit rechnen, dass er sich bei seinen auf einen Schüleraustausch in England in der ach- Bewerbungen gegen Mitbewerber durchsetzen ten Klasse hat Herr W. keine Auslandserfahrung muss. Wie könnten seine Mitbewerber aussehen anzubieten. Welche Möglichkeiten sieht er, Englisch und was hebt Herrn W. von ihnen ab? Welche zu lernen? In welchem Rahmen? Welcher zeitliche unerwarteten Hindernisse sind noch denkbar? Aufwand ist für Herrn W. realistisch? Stehen sie mit Mark Ws. aktueller Firma in Verbindung? Entspringen sie vielleicht seinem An dieser Stelle stellt sich auch die Frage nach privaten Umfeld? einer geeigneten Bewerbungsstrategie. Welchen Rechercheaufwand nach geeigneten Arbeitgebern muss er betreiben? Wie geht er dabei konkret vor? Susanne Ms. Entwicklungsprofil Welche nützlichen Informationen kann er dadurch gewinnen? Welche Informationen benötigt Mark Susanne M. ist sich über ihre Fähigkeiten und W. im Hinblick auf die Gestaltung einer ansprech- Kompetenzen unschlüssig. Sie hat das Gefühl, enden Bewerbungsunterlage? Kauft er sich zu vieles zu können, aber nichts richtig. Im Laufe ihres diesem Thema eigene Lektüre? Wie viel Zeit Studiums wurde sie zunehmend unsicherer, ob sie kann er darin investieren? Besucht er lieber ein das richtige Studienfach gewählt hat. Sie hat es Seminar zum Thema Bewerbung, um Leute ken- durchgezogen, um einen akademischen Abschluss nen zu lernen und Erfahrungen auszutauschen? zu haben. Im KarriereCoaching empfiehlt es sich Oder möchte er mit Hilfe des Coachs seine deshalb, eine ausführliche Standortanalyse zu Bewerbungsunterlagen erstellen? machen. Welche Fähigkeiten und Kompetenzen hat Susanne M. während ihrer bisherigen beruf- Piraten lichen und persönlichen Entwicklung ausgebildet? Bei der Beschäftigung mit den Piraten, die auf dem Worauf ist sie besonders stolz? Das aus dieser Weg in den Zielhafen auftreten könnten, empfiehlt Arbeit entstehende Kompetenzprofil und die es sich, mehrere Szenarien durchzuspielen: Mit Ergebnisse aus den beiden Persönlichkeitsfrage- welchen Hindernissen oder Rückschlägen muss bögen geben Frau M. Sicherheit.
  20. 20. KarriereCoaching Reiseplanung 19 Sie lernt daraus, Ihre Fähigkeiten, Talente und kann. Dabei ist sie offen und möchte sich für kein Stärken klar zu formulieren. Diese Standortanalyse bestimmtes Sachgebiet festlegen. Diverse prakti- ist der Ausgangspunkt für Überlegungen in Bezug sche Erfahrungen, die Frau M. in Call Centern und auf den Zielhafen. bei Direktmarketingaktionen gesammelt hat, sind für kommende Bewerbungen verwertbar. Angestrebte Aufgabe Nicht nur der gelegentliche Umgang mit Menschen, Werkzeuge sondern ein kontinuierlicher Austausch und Kom- Susanne M. hat in ihrem Studium vor allen Dingen munikationsprozess ist Susanne M. sehr wichtig. gelernt, komplexe Sachverhalte mit eigenen und Sie geht gerne auf Menschen zu und macht den einfachen Worten auszudrücken. Ihre Fähigkeit, ersten Schritt. Sie beschreibt es als einen eigenen sich innerhalb kurzer Zeit in neue Themenbereiche Ansporn, Menschen bzw. Kunden von etwas zu einzuarbeiten, möchte sie in ihrer beruflichen Zu- überzeugen, wovon sie selbst überzeugt ist. Da kunft nutzen. Ihre rhetorischen Fähigkeiten möchte sie gerne „auf der Bühne steht“ macht ihr das sie im direkten Kontakt zu Kollegen/Kunden einset- Sprechen vor einer Gruppe Freude. Sie findet zen – genauso wie ihre sehr guten Fremdsprachen- eine Tätigkeit reizvoll, bei der sie repräsentative kenntnisse in Englisch und Spanisch. Aufgaben wahrnimmt und Präsentationen durch- führt. Sie kann sich ebenso gut vorstellen, ein Kollegen und Kunden Produkt oder eine Dienstleistung zu vertreiben, Susanne M. wünscht sich – genau wie Mark W. von der sie selbst überzeugt ist. – ein Team von unterschiedlichen Menschen mit unterschiedlichen Fähigkeiten und Kenntnissen. Wissensgebiet Eine enge Zusammenarbeit mit den Kollegen, egal Mit den Nebenfächern Geschichte und Psychologie welcher Altersstruktur, ist ihr wichtig. Frau M. erwar- und dem Schwerpunkt „Gesellschaftspolitische tet von Teamkollegen, dass sie ihr Rückhalt geben Theorien“ in ihrem Hauptfach fühlt sich Susanne und ihre Arbeit wertschätzen. Sie wünscht sich, zu M. als Generalistin ausgebildet. In ihrer kommen- einzelnen Kollegen eine freundschaftliche Beziehung den Tätigkeit möchte sie weniger auf ihr fachli- aufbauen zu können. Sie möchte gerne mit Kunden ches Wissen aus dem Studium zurückgreifen. Sie zusammenarbeiten, die aus unterschiedlichen Bran- wünscht sich, neue Wissensgebiete kennen zu ler- chen und Unternehmen kommen. nen, in die sie sich innerhalb kurzer Zeit einarbeiten
  21. 21. KarriereCoaching Reiseplanung 20 Belohnungen als Quereinsteigerin – bereit einzugehen? Wie kann Anerkennung und Wertschätzung für ihre Arbeit sie lernen, ihre Wünsche und Vorstellungen in rea- sind für Susanne M. wesentliche Aspekte listische und vor allem erreichbare Zwischenziele ihrer Motivation. Kritisches Feedback und zu transformieren? Und dabei eine langfristige Verbesserungsvorschläge sind für Frau M. wichtig, Perspektive aufzubauen, die ihrer visionären um sich kontinuierlich zu verbessern. Sie wünscht Denkpräferenz durchaus entspricht? sich für ihre Arbeitsleistung ein überdurchschnitt- liches Gehalt, da sie aufgrund ihrer unterschied- Welches Gehalt kann Susanne M. als Quer- und lichen Interessen entsprechend hohe Ausgaben Berufseinsteigerin erwarten? Wie lernt Frau M., hat. sich auf wenige, aber ihren aktuellen Bedürfnissen entsprechende Interessen zu konzentrieren? Sinn Welche Interessen kann sie zurückstecken, Die Sinnhaftigkeit ihrer künftigen Tätigkeit hängt um dadurch mehr Zeit zu gewinnen? Welche in den Augen von Susanne M. davon ab, ob sie Zusatzqualifikationen bzw. Weiterbildungen könn- von den Qualitäten des Produktes bzw. der ent- ten Frau M.’ s Handlungsmöglichkeiten erweitern? sprechenden Dienstleistung, die der potenzielle Arbeitgeber anbietet, überzeugt ist und persönlich Piraten dahintersteht. Woran erkennt Frau M., dass sie Obwohl Susanne M. während ihres Studiums sich mit dem entsprechenden Produkt oder der praktische Erfahrungen gesammelt hat, die für entsprechenden Dienstleistung identifiziert? eine Bewerbung in den Bereichen Vertrieb/ interne-externe Kommunikation/Repräsenta- Lerninseln tion verwertbar sind, stößt sie auf eine große Susanne M. plant ihren Berufseinstieg und Konkurrenz. Darunter befinden sich Bewerber, erhofft sich, dass sie im kommenden Einstiegsjob die sich bereits im Studium speziell für diese ihren Zielhafen erreicht! Wie realistisch sind ihre Bereiche qualifiziert haben. Worin also liegen Vorstellungen in Bezug auf einen Berufseinstieg? Susanne Ms. Qualitäten im Vergleich zu diesen Wie idealistisch sind Susanne Ms. Vorstellungen Mitbewerbern? Wodurch kann sie sich bereits im in Bezug auf die aktuelle Wirtschaftslage und den Bewerbungsprozedere von ihren Mitbewerbern Arbeitsmarkt? Welche Kompromisse ist Frau M. – unterscheiden und die Aufmerksamkeit auf sich
  22. 22. KarriereCoaching Reiseplanung 21 lenken? Sollte Susanne M. sich innerhalb einer bestimmten Zeit erfolglos für einen Direkteinstieg bewerben, ist es überlegenswert, welche Chancen sich ergeben, wenn sie sich für ein Praktikum bewirbt. Genauso wie bei Mark W. sind diese Überlegungen das Fundament für Frau Ms. Bewerbungsstra- tegien, die sie zusammen mit dem Coach ent- wickelt. Susanne M. kann auf der einen Seite mehrere Strategien gleichzeitig verfolgen oder sie entwickelt auf der anderen Seite Strategien, die aufeinander aufbauen bzw. nacheinander erfol- gen.
  23. 23. KarriereCoaching 22 Das Coaching-Konzept der CoachAcademy Unsere Werte Initiativ. Mit CoachAcademy sind wir in der Beratung und im Coaching von Studenten und Jungakademikern initiativ. Wir geben damit einen Anstoß, die ersten beruflichen Schritte zu planen und umzusetzen. Großes Engagement und Begeisterung zeichnen uns dabei aus – so beschreiben uns Klienten und Teilnehmer. Gestaltend. Wir gestalten gemeinsam mit Ihnen Wege und Lö- sungen. Dabei gehen wir von einer systemischen Sichtweise aus. Persönlich. Wir nehmen uns persönlich für Sie die Zeit, die wir benötigen, um gemeinsam Lösungswege zu fin- den, die für Sie passen. Im Dialog nehmen wir Sie als gleichrangigen Partner wahr. Vertraulich. Gegenseitiges Vertrauen ist für uns die Basis, auf der wir mit Ihnen zusammen arbeiten.
  24. 24. KarriereCoaching Das Coaching Konzept der CoachAcademy 23 Was wir tun le als Coach nehmen wir die Einladung unseres Kli- Mit unserer Initiative CoachAcademy begleiten wir enten an, uns kommunikativ durch seine Wirklich- Studenten, Hochschulabsolventen und Young keit zu führen. Ein systemischer Beratungsansatz Professionals in den ersten Job und während der liegt unserer Arbeit zugrunde: Wir gehen davon ersten Berufsjahre. Wir sind Schnittstelle zwischen aus, dass der Mensch in ständiger Wechselwir- akademischer Hochschulausbildung und berufli- kung mit dem System steht, in dem er sich gerade cher Praxis. befindet. Im KarriereCoaching erarbeiten wir mit den Klien- Wir erarbeiten zusammen mit dem Klienten, was er ten die einzelnen Schritte der Berufs- und Karriere- im Hier und Jetzt und für sein Handeln in der Zu- planung. Wir klären aber auch persönliche Themen kunft benötigt. Deshalb ist unsere Arbeit zukunfts- aus dem beruflichen Kontext, die oftmals die ge- orientiert. Wir verstehen Coaching nicht als Thera- samte Lebensgestaltung betreffen. Ziel des Coa- pie, sondern als Begleitung auf einem vom Klienten ching ist es, gemeinsam neue Denk- und Hand- eingeschlagenen Weg nach vorn. Wir sprechen im lungsoptionen zu gewinnen. Coaching und in der Karriereberatung ausschließ- lich deutsch und erwarten von unseren Klienten, Unsere Grundsätze dass sie die deutsche Sprache gut verstehen und Im Vordergrund unserer Arbeit steht die persönli- sich darin auch gut ausdrücken können. che Weiterentwicklung unserer Klienten. Im Coa- ching unterstützen wir den Klienten dabei, neue Unser Rollenverständnis Ressourcen zu entdecken und sein eigenes Poten- Als CoachAcademy sind wir eine Organisation, zial zu entfalten. in der die Mitarbeiter drei unterschiedliche Rollen einnehmen können: Wir sind Trainer und Lehrer im Wir verstehen Coaching als ein auf die Bedürfnis- Seminargeschäft mit dem Ziel, den Teilnehmern se des Klienten zugeschnittenes Beratungs- und Lernimpulse zu geben und neuestes Wissen zu Unterstützungsangebot mit thematischer und zeit- vermitteln. licher Begrenzung. Wir sind Coach und Begleiter einer vom Klienten Im Coaching ist der Klient für uns der „Kundige“, gewollten Entwicklung. In dieser Rolle sind wir nicht also der Experte auf seinem Gebiet. In unserer Rol- Lehrer, sondern Beraterpartner auf gleicher Au-
  25. 25. KarriereCoaching Das Coaching Konzept der CoachAcademy 24 genhöhe. Wir sind gleichzeitig Trainer und Coach konzentriertes Hinhören und Fragen gestalten wir unserer eigenen persönlichen und fachlichen Ent- unsere Zusammenarbeit. Wir sprechen mit dem Kli- wicklung. Durch den Austausch mit Teilnehmern, enten offen darüber, wie wir ihn wahrnehmen. Wir Klienten und unseren Partnerunternehmen lernen sprechen auch offen über unsere Methoden und wir jeden Tag hinzu und sind offen für neue Impul- Interventionsformen und deren Einsatz. Der Klient se. Darüber hinaus bilden wir uns an mindestens ist und bleibt während des Coaching-Prozesses für 8 Tagen im Jahr weiter, um unsere Trainings- und sein Handeln selbst verantwortlich. Beratungsleistungen weiter zu optimieren. Unser Methodenrepertoire Unsere Arbeitshaltung Folgende Methoden setzen wir zur Zeit im Coa- In einem unverbindlichen Briefing-Gespräch lernt ching und in der Karriereberatung ein: der Klient uns kennen, schildert seine Situation und sein Anliegen. Wünscht der Klient danach die Inszenario Zusammenarbeit, beginnt der Coaching-Prozess. Bei dieser Methode handelt es sich um eine inter- aktive Methode, die von Dipl. Psychologe Gunter Sind Klient und Auftraggeber nicht identisch, so König entwickelt wurde. Die Holzfiguren werden empfiehlt es sich, das Briefing-Gespräch zu dritt eingesetzt, um z. B. Auswirkungen schnell zu er- durchzuführen, um die gemeinsame Zielfindung zu fassen oder gruppendynamische Prozesse kreativ gewährleisten. Der Klient entscheidet, wann das zu gestalten. Coaching beginnt und wann für ihn das Anliegen geklärt und die Zusammenarbeit beendet ist. Das Innere Team Um die inneren Stimmen, die sich in bestimmten Unsere Werte initiativ, gestaltend, persönlich und Situationen zu Wort melden, kennen und steuern vertraulich bestimmen unsere Arbeit. Wir geben zu lernen, verwenden wir ebenfalls das Inszenario. dem Klienten Anstoß zur Selbstreflexion und Hilfe zur Selbsthilfe. Entwicklungsfluss Mit dieser Methode lassen sich einzelne Entwick- Das, was der Klient im persönlichen Gespräch äu- lungsschritte bis hin zum Zielhafen anschaulich ßert, geben wir an niemanden weiter. Durch wert- und gezielt festlegen. schätzende Kommunikation, aufmerksames und
  26. 26. KarriereCoaching Das Coaching Konzept der CoachAcademy 25 Zirkuläres Fragen Der leere Stuhl Mit dieser Fragetechnik hinterfragen und beleuch- Auf diesem Stuhl stellt sich der Klient eine Person ten wir im Coaching das System, in dem sich der vor, der er das sagt, was in der Realität nicht aus- Klient befindet. Dadurch werden Beziehungen, zusprechen ist. Diese Methode wirkt entlastend Verstrickungen und Zusammenhänge sichtbar. und regt Lösungsfindungen an. Postkarten Verfahren des Life/Work Planning Der Einsatz von Postkarten oder anderen bildhaften Mithilfe dieses Verfahrens, das von Richard Nelson Medien ermöglicht dem Klienten, sein Anliegen in Bolles entwickelt wurde, unterstützen wir unsere einen anderen Kontext zu übertragen und dadurch Klienten dabei, ihre Fähigkeiten zu entwickeln und andere Wege der Problemlösung zu verankern die geeigneten Suchstrategie nach dem passen- bzw. seine Wahrnehmungsfähigkeit zu erweitern. den Job festzulegen. Rollenspiel Hermann-Dominanz-Instrument Im Rollenspiel werden neue Verhaltensweisen bzw. Der H.D.I.- Fragebogen hilft dabei, sich selbst spezifisches Verhalten in unbekannten Situationen einzuschätzen und Aufschluss über den eigenen wie Vorstellungsgesprächen eingeübt und trainiert. Denkstil zu bekommen. Dieses Instrument konzen- triert sich auf die Art der Nutzung unseres Gehirns. Wertequadrat Die Auswertung des Fragebogens zeigt, in wel- Diese Methode von Friedemann Schulz von Thun chem Ausmaß eine Person bestimmte Denkweisen eignet sich dazu, die eigenen Werte zu entwickeln bevorzugt, nutzt oder vermeidet. bzw. Wertekonflikte zu beleuchten. Myers-Briggs-Typen-Indikator Zeitreise Der M.B.T.I. ist ein Persönlichkeitsfragebogen, der Hierbei begleiten wir den Klienten auf einer Reise dabei hilft, die eigenen Fähigkeiten und Begabun- in bereits erlebte Situationen, um vorhandene Res- gen besser kennen und verstehen zu lernen. Er er- sourcen (neu) zu entdecken und für die Gestaltung fasst nicht das Verhalten oder die Eigenschaften von zukünftigem Handeln zu nutzen. einer Person, sondern verdeutlicht bestimmte Prä- ferenzen.
  27. 27. KarriereCoaching 29 Impressum Das eBooklet No. 11: KarriereCoaching ist erschienen bei: CoachAcademy Perspektive GmbH Silberburgstraße 187 70178 Stuttgart Tel: +49 711 658357 00 Fax: +49 711 658357 11 info@coachacademy.de www.coachacademy.de Herausgeber: Heiko Lüdemann (V.i.S.d.P.) Redaktionsleitung: Carolin Lüdemann Redaktion: Dirk Baranek Autorin dieser Ausgabe: Cordula Schaub Layout/DTP-Grafik: Fladda, Visuelle Konzepte Urheberrecht: Alle Artikel, Beiträge, Abbildungen und Fotos innerhalb von CoachAcademy sind urheberrechtlich geschützt. Eine Nutzung dieser Inhalte für nicht-private Zwecke bedarf der schriftlichen Genehmigung der Geschäftsführung von CoachAcademy.

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