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Abbildung links: Den Störfaktor Mikro­                                                                                    ...
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Eine Schweizer Idee in Madagaskar: Ein Comic für das Stromgeld

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Olten/Antsiranana (ots) - - Hinweis: Der Newsletter "Mad'Eole: Nach der Elektrifizierung die nachhaltige Haushaltführung: Haushaltsbudgets gegen Kreditfalle" im pdf-Format sowie Bildmaterial stehen zum kostenlosen Download bereit ... / http://ots.ch/600d4cb

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Eine Schweizer Idee in Madagaskar: Ein Comic für das Stromgeld

  1. 1. Mad’Eole Newsletter Nr. 14 | April/Mai 2012Mad’Eole: Nach der Elektrifizierungdie nachhaltige Haushaltführung:Haushaltsbudgets gegen KreditfalleDer Projektleiter von Mad’Eole im Gesprächmit Frauen in Ambolobozobe über die Prob­leme der finanziellen Planung. Die Frauen aufdem Bild sind Mitglieder des Kreditkomitees,welches sich mit den Auswirkungen der von vie­len Haushalten aufgenommenen, extrem teurenKleinkredite befasst.Der Nutzen des Stromes zur Einkommensförde­rung kann nur über ein Haushaltsbudget erfol­gen, das die Grundlage für schuldenfreie Kleinst­investitionen bildet. Doch zuerst müssen in vielenHaushalten leichtfertig abgeschlossene Kleinkre­dite abbezahlt werden. Deshalb: Jiro-Trosa-Sakafo.Strom-Schulden-Essen (Seite 32 des Comics).
  2. 2. Mit einem Comic zu einer besseren HaushaltsplanungInvestitionen statt SchuldendienstIm Newsletter Nr. 13 haben wir ausführlich über die techni­ einzudämmen und das Elend in den Städten zu verringern, rückt inschen Aspekte der Dorfelektrifizierung und erste Kleinstpro­ Sichtweite, wie die Erfahrungen in den ersten vier Dörfern zeigen.jekte berichtet, die sich dank der Stromversorgung und dank Ohne das Gift der GeschenkeEigeninitiative der Betroffenen zu entwickeln beginnen. Fast eben so vieles bleibt aber noch zu tun. Der sozio-kulturelleDiese Ausgabe steht ganz im Zeichen des sozio-kulturellen Sprung von der noch weit verbreiteten faktischen Tauschwirt-Wandels, der sich in einem Dorf abspielt und auch abspielen schaft in ein Haushalten mit realem Geldverkehr erweist sich als komplexe Herausforderung. Aber noch weit schwerer wiegtmuss, wenn die Vorteile der Stromversorgung für die Ein­ der geschichtliche, genauer der kolonialgeschichtliche Ballast.kommensförderung genutzt werden wollen. Dabei spielt der Die einst totale Abhängigkeit von der Kolonialmacht FrankreichUmgang mit dem Geld die Hauptrolle. Und ein in Madagaskar mutierte in der Folge – man sprach ab 1960 in vielen Ländernproduzierter Comic, der, zusammen mit einer Sensibilisie­ Schwarzafrikas von Unabhängigkeit – zur mindestens eben sorungskampagne, das heikle Thema etwas leichter angehen totalen Abhängigkeit von angeblich gut gemeinter zwischenstaat- licher – heute überwiegend multilateraler – Entwicklungshilfe.lässt. Die im August 2011 tödlich verunfallte madagassische Familien- ministerin, Nadine Ramaroson, rechnete kurz vor ihrem Tod inMit den Dorfelektrifizierungen nach der bisher einzigartigen einem Interview mit der Zeitung «La Gazette de la Grand Ile» vor,Me­ hode von Mad’Eole werden unmittelbar die Lebensbedingun- t dass Madagaskar in den vergangenen 30 Jahren rund das Drei­gen vor allem für Frauen und Kinder verbessert und durch die För- fache der Summe als Hilfe erhalten habe, welche in den Marshall-derung von Kleinstgewerbe zusätzliche Einkommensmöglichkei- Plan für den Wiederaufbau Europas gesteckt worden sei (Red.ten und Jobs, z.B. als Dorfelektriker, geschaffen. Die von Mad’Eole Das entspricht ohne Berücksichtigung des aktuellen Geldwerteselektrifizierten Dörfer entwickeln sich wirtschaftlich und sozial etwa 38 Milliarden US-Dollar). Und sie schob die – wohl eher rhe-besser als Dörfer ohne Strom oder jene nur mit einzelnen Diesel- torische – Frage nach: Was angesichts der Tatsache, dass es demoder Benzingeneratoren für die Bessergestellten ausgerüsteten. überwiegenden Teil der Bevölkerung schlechter gehe als vor 30Vieles deutet daraufhin, dass eine nachhaltige Dorfentwicklung Jahren, mit all dem Geld passiert sei? Die Antwort lautet: Es wur-eingesetzt hat. Der Zweck der Dorfelektrifizierung, die Landflucht den Geschenke verteilt. Die öffentliche Entwicklungshilfe der letzten Jahrzehnte kann, zu­ - mindest in Madagaskar, kaum als Erfolgsstory bezeichnet werden. Die Verarmung der Bevölkerung geht im Gleichschritt mit einem horrenden Bevölkerungswachstum von jährlich rund drei Prozent ungebremst weiter. 70 Prozent der Landbevölkerung lebt statis- tisch betrachtet unter der Armutsgrenze. In den Städten ist es etwa die Hälfte. Sie verdienen weniger als 250 Dollar pro Jahr. In den Städten ist es etwa die Hälfte. Und die seit drei Jahren dau- ernde politische Krise hat daran natürlich nichts geändert, ausser dass sich nach Auffassung aller Beobachter und einiger mutiger Die Dorfelektrikerinnen (Bild oben in Ambolobozokely) spielen bei der Mobilisierung der Stromabonnenten eine wichtige Rolle. Abbildung links: Dank des Comics kann auch das technische Verständnis verbessert werden.
  3. 3. Abbildung links: Die Hausinstalla- tionen werden von den Dorfelek- trikern ausgeführt. Und schliess- lich wird auch die Endmontage der ganzen Anlage – Windmühlen, Solarpannels, Wechselrichter, Bat- terieblöcke usw. – vom Dorf unter Anleitung der Mad’Eole-Leute bewerkstelligt. Bei der Inbetrieb- nahme – ein grosses Fest für alle – weiht das Dorf «sein eigenes» Projekt ein. Ab jetzt sind die nun- mehr im Angestelltenverhältnis mit Mad’Eole stehenden Dorfelektriker für Überwachung und Unterhalt verantwortlich. Nur in schwierigen Fällen werden die Ingenieure von Mad’Eole gerufen.Zeitungskommentare die gerade herrschende politische Klasse in Die neuen Räuberder Hauptstadt Antananarivo in einem Ausmass an Korruption, Nach dem Normalbetrieb in bisher vier Dörfern ist die Selbstver-Vetternwirtschaft und offener Veruntreuung bereichert hat, das antwortung für das buchstäblich Selbstgeschaffene überall spür-jede Vorstellung sprengt. Trotzdem: Nach Aussage des aktuellen, bar. Das sicherste Indiz: Es wurde noch nicht ein einziger Metervon der Armee gestützten starken Mannes, Andry Rajoelina, wer- Kabel gestohlen oder Sabotage verübt. Die Dörfer schützen ihreden die Staatsausgaben zu 70 Prozent vom Ausland gedeckt. Ein Werke aus eigenem Interesse. Das Gift der Geschenke hat sichBlick in die zahlreichen, natürlich alle in der Hauptstadt heraus- nicht entwickelt, weil es nichts Geschenktes gab.gegebenen Zeitungen genügt, um die Aussage bestätigt zu finden: Schwieriger ist die Sache mit dem Geld. Hier geht es um einenDie Hälfte aller Artikel hat Geschenke von UN-Organisationen, kulturellen Sprung erster Güte, weil es ganz einfach nicht insder EU oder «befreundeter» Staaten zum Inhalt. Ganz zu schwei- bisherige Verhaltensmuster passt, über die Dauer eines ganzengen von zum Teil mehr als fragwürdigen Aktionen der Weltbank, Monates finanziell zu planen. Heute eine Kerze, morgen ein Dezi-wie etwa die Finanzierung hunderter Dieselgeneratoren für die liter Petrol, nächste Woche eine Batterie für die Taschenlampe,grösseren Städte des Landes, statt den Aufbau einer auf erneuerba- das normale Verhalten. Bisher. Nun muss an einem Zieldatumren Energien basierenden Energiewirtschaft zu fördern. Entwick- soviel Geld in der Kasse sein, wie man vorher in kleinen Beträgenlungshilfe im Jahr 2012. für den täglichen Bedarf ausgegeben hat. Eine neue Haushalts-Es braucht neue Modelle planung drängt sich auf. Mad’Eole geht sie mit einer innovativenDie Folge dieser fadenscheinig als Entwicklungshilfe getarnten Lösung an. Ein Comic dient als Grundlage für ein eigentlichesGeschenktradition ist eine bis in den letzten Winkel verbreitete Sensibilisierungsprogramm für Haushaltsführung. ÖffentlicheLethargie, ein kaum zu fassender Fatalismus. Selbst beim gerings- Lesungen des Comic beleuchten einzelne wichtige Aspekteten Problem wartet man einfach, bis jemand kommt, der einemdas Problem in Form von Geschenken löst. Das Gift der Geschenke.Der Teufelskreis von Geschenk, verhinderter Eigeninitiative, Ver-antwortungslosigkeit, vorzeitigem Materialverschleiss, fehlenderReparaturen, Bricolage – im Norden unverständlicherweise immernoch als Beweis für das afrikanische Genie gefeiert – und wie-derum die Lieferung neuer Geschenke durchbricht die Initiativevon Mad’Eole.Es geht dabei in allererster Linie darum, die Bevölkerung, welcheStrom im Dorf haben will, aus der landesüblichen zivilen Toten-starre zu erwecken. Indem der Vorteil der Elektrizität möglichstfür alle in Aussicht gestellt wird (und nicht wie üblich nur für diePrivilegierten), weshalb der Preis für alle erschwinglich seinsoll, in der Summe der Erträge aber die laufenden Kosten deckenmuss. Diese von allen in langen Debatten erarbeitete und schliess-lich in individuelle Anschlussverträge übersetzte Übereinkunftkann nicht durch blosses öffentliches Gerede erzielt werden;in letzterem sind die Vertreter einer mündlich geprägten gesell-schaftlichen Kultur ohnehin Meister. Das Gesagte wird von Danyo und Dirimany, zwei Absolventen der Universität vonAnfang an durch konkrete Taten bestätigt. Das Dorf muss die von Diego-Suarez, beim Testlauf für die SensibilisierungskampagneMad’Eole zu Dorfelektrikern ausgebildeten Frauen und Männer mit Frauen von Ambolobozobe.bestimmen. Es muss die Übertragungsmasten beschaffen (Euka-lyptusstämme) und an den richtigen Standorten versenken. EinGelände für die Produktionsanlagen ist zur Verfügung zu stellen.
  4. 4. Abbildung links: Den Störfaktor Mikro­ finanz, der in einzelnen Dörfern der Mad’Eole-­ rojekte mehr als 50 Prozent P der Haushalte betrifft, versuchen nun die Windstromer mit Aufklärung der Stromabonnenten zu reduzieren. Der Slogan für die Einkommensverwaltung heisst: Jiro –Trosa–Sakafo, was soviel heisst, wie Strom–Schulden–Essen. Den Stromabonnenten geht unausge- sprochen ein Licht auf, wenn sie erfah- ren, dass der Schuldendienst wesent- lich mehr kostet als Essen oder eben der Strom. Selbsterkenntnis als erster Schritt in eine leichtere Zukunft. Ziel dabei: nach dem Schuldenabbau soll das Sparen gefördert werden, was in einem nächsten Schritt zu einer besseren wirtschaftlichen Nutzung der Elektrizität durch schuldenfreie Kleinstinvestitionen führen kann.im Zusammenhang mit dem Leben mit Strom. Indirekt wirddabei auch ein neues Phänomen armer Länder angesprochen:Mikrofinanz. Gegen eine freiwillige Spende erhalten Interessierte ein OriginalWenn in einem Land, das seit drei Jahren keinen gewählten Staats- des Comics bei:präsidenten, geschweige ein gewähltes Parlament hat, somit auchkeine demokratisch legitimierte Regierung oder gewählte Regio- Förderverein Mad’Eole Schweiz,nalchefs und Bürgermeister; wenn die Wirtschaft am Boden liegt, Stefan Frey, Postfach 355,weil es aufgrund der politischen Instabilität keine Investitionen 4603 Olten odermehr gibt, ist es kaum verwunderlich, dass die Zahl der verarm- mad-eole@bluewin.chten Haushalte in der Stadt und auf dem Land sprunghaft zuge-nommen hat. Schon eher erstaunlich ist es dabei jedoch, wenn Eine deutsche Überset-ausgerechnet die Mikrofinanz-Institute, die in den letzten Jahren zung der Sprechblasenwie Pilze aus dem Boden schossen, Rekordgewinne und ständig kann nur per Mailzunehmende Kundschaft vermelden. Denn eigentlich müssten verschickt werden.auch diese in grössten Schwierigkeiten stecken. Stecken sie abernicht, weil sie bei näherer Betrachtung vor allem Kleinkredit- Mehr Informationenhaie sind, die die verarmte Bevölkerung mit schnellem Geld und unter:horrenden Zinsen – bis zu 90 Prozent pro Jahr – über den Tisch www.madeole.orgziehen. Die neuen Räuber in den armen Ländern sind drauf unddran, die Millionen bereits durch die traditionellen Wuchererüberschuldeten Kleinbauern­amilien mit hunderttausenden von fKlein-Kreditschuldnern aufzustocken. Interessanterweise geltenMikrofinanzunternehmen im Norden immer noch als wohltätigeVereinigungen. n Mitglied werden Impressum Der Förderverein Mad’Eole Schweiz Förderverein Mad’Eole Schweiz: steht allen Interessierten offen. Stefan Frey Solothurnerstrasse 72, BP 355, Die Mitgliedschaft kostet 100 Franken Wir danken CH-4603 Olten im Jahr und ist eine wertvolle Unter­ T/F ++41 62 212 44 03 Folgende privaten Stiftungen und öffentlichen Institutionen unterstützten bisher die Elektrifizierung stützung der Mikro-Projekte in den 15 Mobile: ++41 79 509 47 89 von 15 Dörfern und den Start-up von Mad’Eole in Diego-Suarez (alphabet.): E-Mail: mad-eole@bluewin.ch Dörfern der Wind-Region von Corymbo-Stiftung, Zürich; Drittweltgruppe Würenlos; C. und E. Elsener-Gut Stiftung, Ibach; elea www.madeole.org Diego-Suarez. Foundation for Ethics in Globalization, Zürich; Energiestadt Olten; Fontana Foundation, Herrliberg; Good Energies Foundation, Zug; Hamasil-Stiftung, Zürich; Karl Mayer Stiftung, Triesen; Leopold Mad’Eole in Madagaskar: Bachmann-Stiftung, Adliswil; Lotteriefonds des Kantons Solothurn; Kirchgemeinde Münsingen; Der Förderverein Mad’Eole Schweiz Mad’Eole Association & S.à.r.l. MIGROS-Hilfsfonds, Zürich; Paul Schiller Stiftung, Lachen; Ökostrom AG, Wien/Innsbruck; Ref. Stefan Frey ist eine von den Steuern befreite Kirchgemeinde Buchs-Rohr; REPIC-Plattform –Förderung der erneuerbaren Energien in der inter- 5, rue François de Mahy, BP 639 anerkannte gemeinnützige Organisa­ 201 Diego-Suarez nationalen Zusammenarbeit von seco, DEZA, BAFU und BFE, Bern; Salus Trust, Monaco; Stanley Thomas Johnson Stiftung, Bern; Stiftung Fons Margarita, Zürich; Stiftung Fürstlicher Kommerzienrat tion. Beiträge können in der ganzen ++261 32 40 487 37 Guido Feger, Vaduz; Temperatio Stiftung, Kilchberg; Velux Stiftung, Zürich. Materialsponsoren: Schweiz von den Steuern abgezogen Spendenkonto: Aare Energie AG, Olten; Elektra-Untergäu, Kappel; Meteotest AG, Bern; Mitech AG, Oberwil BL; ST1, werden. PC/CCP: 60–563 331–7 Förderverein Helsinki FI. Mad’Eole Schweiz 2700 Spenderinnen und Spender aus der Schweiz, aus Deutschland, Finnland, Frankreich, Anmeldung unter: IBAN: CH-65 0900 0000 6056 3331 7 Luxemburg, Österreich. SWIFT: POFICHBEXXX mad-eole@bluewin.ch

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