Klient sowie eine Nachuntersuchung nach Ablauf von acht
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Klientenzentrierte Lebensauff assung
Nach Jahren therapeurischer Erfahrung bin ich tastend zu der
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Rogers1974a

  1. 1. Klient sowie eine Nachuntersuchung nach Ablauf von acht Monaten. Tests wurden unmitrelbar vbr Beginn derTherapie, mehrmals während der Therapie und inmicelbar näch Abschluß der Therapie durchgeführt. Von dem Gefühl, ,mit der Flur zu rreiben., gelangte Mr.Tapa zu dem Gefühl, sein Leben selbst zu sreuern. Er wurde in wachsendem Maß kreativ und produktiv. Seine Kommunikation mit anderen und mit seinem eigenen Selbst verbesserte sich, und statt sich gegen die Gesellschaft zu srellen, verspürte er den Wunsch, einen Beitrag zur Gesellschaft zu leisten. Sein Vertrauen und sein Unabhängigkeirsgefühl waren gewachsen. Literatur BUTLER, J.M. u. HArcH, c.v., "Changes in the relation between self_ concepts and. ideal conceprs conrequint upon client-centered counsel_ ng", n lsychotherapy and Personality Change, Hrsq.: c. R. RocERs u. R.DyMoND, University of Chicago press, Clicago-l)54. FREUD, s., Die endliche und die unindliche Analysä G.ü.XVI, Frank_ furt: S. Fischer Verlas. RANK, o., WillTherapy, Alfred A. Knopf, New york 1936. Ro-cERs, c.x., Coznseling and Psycbotherapy.Houghton Mifflin, Ne*. York 1942. RocERs, c. n., "Jls case of Mrs. Oak: A research analysis., in: psycho_ tberapy and Peronality Change, Hrsg.: c.*.*o"u*, u. R.DyMoND. University of Chicago press, ChicagJ 195+. RocERS, c. n., "The necessary and sufficient conditions of therapy", in: J. consub. Psycbol., 1957, 21. SHLIEN,. J. y., ."An experimental.investigation of time-limited therapy: Practical value and theoretical limitatiöns", in: J. couns. psychol. lfzts. rAFr, J.. Dyna_mics 9[ f.herapy in a Controlled Relationship. Macmillan Company, New York 1933. Carl R.Rogers und John K.Vood 3. Kapitel: Klientenzentrierte Theoriel: il ,Gern würde ich alle lVorte dieses Manuskriptes ior: wenn es mir auf irgendeineVeise gelänge, unmittelba Geschehen hinzuzeigen, was Therapie ist. Therap:, Prozeß, ein Ding an sich, ein Erlebnis, eine Beziehu wirkende Kraft. Was dieses Buch davon sagt, das is: *'enig die Therapie selbst, wie die Beschreibung i. nikers oder die Begeisterung des Dichters die Blume r, Jieses Buch als ein Vegweiser dient, der hinzeisr Erfahrung, die offensteht für unser Hören und Sehe: ''rnser emotionales Erlebnisvermögen, und wenn es .:. esse von einigen anregt und sie veranlaßt, die Sa;: riefer zu erfassen, dann hat es seinen Zweck ertu.. lieses Buch statt dessen nur zu dem schwindeie:: Stapel von'Worten über florte beiträgt, wenn der L rhm den Eindruck gewinnt, daß die Vahrheit in der. 1äge und daß das Gedruckte das Eigentliche sei. da: auf traurige Weise sein Ziel verfehlt. Und s'enr iußerste Erniedrigung erlitte, "Schulwissen" zu 'e:; lie toten'Süorte eines Autors seziert und in die Köpie Studenten gegossen werden, so daß lebendige Ilens; :oten, zerstückelten Fragmente einst lebendiger C' und Erfahrungen herumtragen und nicht einma- -t'erden, daß diese einst lebendig waren - dann n'a:, 'lesser, daß dieses Buch nie geschrieben worden r.:, Diese Sätze standen in der Einleitung zu dem Buc: Centered Therapy (nocrns, deutsch: Die klien:-i : hus: Operational Tbeories of Personality. Hrsg.: e. run::r lazel, New York 1974. Dieser Beitrag wurde von beiden Autoren gemeinsam lerla:,:. . ::sten Person singular geschrieben. "lch" repräsentiert mal dies:: ''erfasser. Der Gebrauch der ersten Person schien ihnen angeze.:' ias Material auf diese i(eise menschlicher darstellen läßt. D::, :eschlossene Theorie. Es sind die persönlichen Schlußfolge:-:: iIänner, die über reiche therapeutische Erfahrung verfügen u:.: : .rbeitsweise und den vorsichtigen Formulierungen, die sie au: .: :lleiten, kongenial sind. 130 &
  2. 2. G e spräcb st h erapie ), der ersren umfassenderen Formulierung der Theorie, die der klientenzentrierten Auffarr.rng lroi zwischenmenschlichen Beziehungen zugrunde liegt. " Seitdem hat die klientenzentrierte Thärapie weit über das von uns erwartete Maß hinaus an Bedeutung gewonnen. Von ihren Anfängen, in denen sie einen radikal irJrenZug ngru, Psychotherapie eröffnete, bis heute ist ihr Einfluß so !e*"a.h_ Tn, .dLß . ihre Prinzipien auch im Erziehungs*eie.,, im Geschäftsleben und allgemein in zwischenrienschlichen Beziehungen Anwendung finden, ja sogar in so außer_ gewöhnlichen Situationen wie beispielsweise einer Inrensiv_ _B_ruppe, die eigens zu dem Zweck gebilder wurde, um die Kommunikation zwischen verfeindeien nordirischen partei_ gängern zu verbessern. Ich fürchte jetzt tatsächlich, daß die klientenzentrierte Theorie allzu schnell und allzu leicht zu einem abgeschlosse_ nen Lehrgebäude geworden ist, obwohl ich imäer davor gewarnt habe. Sie ist zergliedert, analysiert und memoriert worden, bis sie tatsächlich zu bloßem lS.hul*irr.n" herab_ gewürdigr.wurde, zu einer Art Dogma. Im psychotherapeurischen Bereich gehören ihre prinzioien mittlerweile zu den Grundvoraussetz-ungen der psychotgi- schen Berarung - und wahrscheinlich jede"r wirksamenTheä_ pie. Dies beruht zumTeil auf derTatsache, daßvieleverschie_ dene Therapeuten mir vielen Arten von Klienten seit mehr als drei Jahrzehnten gearbeitet und dabei die nachweisliche Erfahrung gemacht haben, daß in einem klientenzentrierten therapeutischen Klima häufig schon nach relativ kurzer Zejt signifikante positive Verändirungen im Verhalten, in den Einstellungen, den Gefühlen und der Gesamtpersönlichkeit des Klienten einzutreren pflegen. Diese au{ Erfahrung beru- hende professionelle Anerkennung ist an sich begrüßeäswert. Doch da die kiientenzentrierten Grundsärze unierschiedslos auf alle möglichen Arren von zwischenmenschlichen Bezie- hungen in unserer Gesellschaft angewendet wurden - und das ist an. sich eine"gesunde Tendenz -, ist die Theorie enrspre_ chend oft oberflächiich vermittelt und ebenso oberflachlich verstanden worden. Und das ist es, wogegen ich etwas einzuwenden habe. Da Therapeuren, angehende Therapeuten und andere per- sonen diese Grundsätze häufig nur oberflächlich versranden r32 haben, wurden ihre tieferen Implikationen oft übersehen. Die Präzision der klientenzentrierten Therapie findet wenig .nerkennung. Dabei sind ihre theoretischen Grundlagen n'ahrscheinlich exakter formuliert worden als die aller ande- ren therapeutischen Theorien (nocens, 1959). Ebensowenig .nerkennung haben ihre radikalen und revolutionären philo- sophischen Folgerungen gefunden. Tatsächlich läßt sich die klientenzentrierte Philosophie richt bequem in eine technologisch orientierte Gesellschaft einpassen. Sogar in der Psychotherapie wird immer mehr auf ,Effektivität. Vert gelegt. Eine ordentliche Diagnose, Theo- :ien, die auf einem unmittelbaren Ursache-'Sflirkung-Zusam- :nenhang basieren, und andere lineare Konstrukte werden als lie Mittel betrachtet, mit deren Hilfe sich rascä "feststellen .rnd kurieren läßt, was nicht stimmtn. Daran gemessen :rscheint die kiientenzentrierte Therapie, die über keine so rlendenden Methoden und Techniken verfügt, die auf die lobilisierung der Kräfte des Klienten vertraut und den ilienten das Tempo der Entwicklung bestimmen läßt, vielen ils naiv und uneffektiv. Sie fügt sich nicht in eine Kultur, die schnelle Reparaturen verlangt. Ich hoffe, mit diesem Kapitel einen Beitrag zum besseren Verständnis der klientenzentriertenTheorie leisten zu können. ich möchte ,hinzeigen" auf das Geschehen, welches die ,,klientenzentrierte Therapie" ist. Ich wiil deshalb über einige Jer Kämpfe berichten, die ich durchgemacht habe, um zu den '.'orläufigen Schlüssen zu gelangen, welche die gegenwärtige Theorie ausmachen. Ich hof{e, Sie dadurch zu ermutigen, Ihre -'igene, auf Ihren persönlichen Erf ahrungen beruhendeThera- :ieauffassung hiermit zu integrieren- auf die gleiche7eise, auf ire diese Theorie entstanden ist. Außerdem hoffe ich, daß lhnen dieser Beitrag helf en wird, eineAntwort auf die Frage zu :inden: o(as hat die klientenzentrierte Therapie - in der Fiut jerTherapien - mir zu bieten, wenn ich meinem Klienten oder reinem problembeladenen Freund gegenüberstehe?" Stezifische Merbmale )ie klientenzentrierte Theorie ist noch immer im'Wachsen regriffen, und zwar nicht ais "Schule" oder ais Dogma, 'ondern als vorläufige Aufstellunq einer Reihe von Grundsät- IJJ
  3. 3. zen. Ich glaube tatsächlich, daß sich mit der Erweiterung unseres rVissens über den rherapeutischen Prozeß die soge- nannten psychotherapeutischen Schulen auflösen und vär- schmelzen werden zu einer einheitlichen Methode des Hei- lens. Dies sind einige der Merkmale, die die klienrenzenrrierte Orientierung gegenwärtig von anderen Auffassungen unter- scheiden: 1. Die fortdauernde überzeugung, daß der Klient selbsr verantwortlich und fähig ist, herauszufinden, welche Schritte ihn zu einer wirksamen Begegnung mit seiner Realität führen werden. Der Klient ist der einzige, dem es möglich ist, voll die Dynamik seines Verhaltens und seiner Realitätswahrnehmung zu erkennen und folglich für sich selbst geeignete Verhakensweisen zu finden. Es ist nichr das Ziel dieserTherapie, einer Person zurAnpassung an die "Gesellschaft" zu verhelfen. Tatsächlich laßr sich die Methode dazu nicht einmal benutzen, wie mir ein ange- hender Berater vor kurzem versichert hat. "Vährend meines Praktikums in einem Rehabilitationszentrum habe ich die klientenzentrierte Methode angewandto, berichtete er, ound meine Klienten haben sich nicht geändert; also ging ich auf Verhaltensmodifikarion über, und sie fingen an, den Erwartungen der Behörde zu entsprechen.o Die klientenzentrierte Therapie, deren Schwerpunkr auf der Förderung der Ziele des Klienten liegt, befand sich hier im lViderspruch zu den Bedürfnissen der Behörde, die diese Klienten mit bestimmren Erwarrungen in bezug auf das Behandlungsziel zur Therapie geschickt hatte. 2. Die phänomenale 7elt des Klienten steht fortwährend im Mittelpunkt - der Therapeut bemüht sich, die flelt des Klienten mit dessen Augen zu sehen. 3. Die Hypothese, daß die gleichen psychotherapeutischen Prinzipien für alle Personen gelten, ob sie nun mit dem Etikett'normal,,, >neurotisch< oder "psychotisch. verse- hen sind. 4. Die Auffassung, daß die Psychotherapie ein Sonderfall aller konstruktiven zwischenmenschlichen Beziehungen ist. Im Rahmen dieser Beziehung - in der eine andere Person dem Klienten dabei hilft, das zu tun. was ihm allein 134 nicht gelingt - erfährt der Klient psychotherapeutisches Vachstum. 5. Die in Entwicklung befindliche Hypothese, daß bestimmte Einstellungen der als "Therapeut< bezeichneten Person die notwendigen und ausreichenden Bedingungen dafür sind, daß sich bei der als "Klient" bezeichneten Person in Form von Veränderungen ein therapeutischer Erfolg einstellt. 5, Das unfertige Konzept, wonach die Funktion des Thera- Deuten darin besteht, für seinen Klienten unmittelbar gegenwärtig und zugänglich zu sein und den therapeu- tischen Prozeß zu fördern, indem er sich auf das Erleben stützt, das in der Beziehung von Augenblick zu Augen- blick abläuft. -. Eine sich entwickelnde Theorie, die den therapeutischen Prozeß begreift als eine fortwährende Veränderung in der Erlebensweise des Klienten - wobei seine Fähigkeit wächst, voller im unmittelbaren Augenblick zu leben. !. Größeres Interesse am 'Wie" des Prozesses der Persön- lichkeitsveränderung als am "Warum" der Persönlichkeits- struktur. 9. Die Betonung der Notwendigkeit, fortgesetzt Forschung zu betreiben, um wesentliche psychotherapeutische Erkenntnisse zu erlangen, und die Entschlossenheit, alle theoretischen Formulierungen aus der Erfahrung abzulei- ten statt die Erfahrungen in ein vorgeformtes theoretisches Schema zu pressen. Die klientenzentrierte Therapie läßt sich am besten charakte- :isieren als eine Einstellung, eine Haltung, eine Seinsweise, richt als eine Technik - mag sie nun nnicht-direktiv", "reflek- :ierend. oder wie auch immer heißen. Die wichtigsteVoraus- serzung für die therapeutische Betätigung ist nicht eine Theorie oder ein Dogma, sondern eine lifeise mit anderen lenschen zu sein, die für diese förderlich ist. Die Theorie :ntwickelt sich aus den Erfahrungen' die in Tausenden von Beratungs- und Beobachtungsstunden gesammelt werden, .rnd verändert sich, wenn neue Forschungen neues Licht auf unsere Formulierungen werfen. 135
  4. 4. Klientenzentrierte Lebensauff assung Nach Jahren therapeurischer Erfahrung bin ich tastend zu der Uberzeugung gelangr, daß dem Menschen eine Tendenz zur Entwicklung aller seiner Fähigkeiten innewohnt, die der Erhaltung oder Förderung seinJs Organismus _ seiner Geist und Körper umfassenden Gesamtperion dienen. Dies ist das einzige grundlegende postulat dei klientenzentrierten The_ raPle. In meinen .Aug.l ist dies eine zuverlässige Tendenz, die. wenn sie nicht behindert wird, das Indiviäuum zu Reife, Vachstum und einer Bereicherung seines Lebens führr. Die_ ses eine Konzept .chließt auch Bedürfnisreduktion, Span_ il1,*.1|:ru"*, Triebbef riedi gung und Vachstumsmotilration . Im Gegensatz zu der Auffassung, daß die riefsten Instinkte des Menschen destrukriv sind, bii ich zu der überzeugung gelangt, daß Menschen, denen (wie beispielsweise im sich"erei therapeutischen Klima) die Möglichkeii gegeben wird, wahr_ haft zt werden, was sie zutiefit sind, Jein sie die Freiheit haben, ihre eigentliche Natur zu entfalten, immer eine deut_ Iiche Entwicklung auf Ganzheir und Integrarion hin durch_ machen. So habe ich an anderer Stelle g"r.gf1*oc"ns, 1961a): "$üenn er (der.Mensch) aber am vollständigsten Mensch ist, wenn ersein ganzer Organismus ist, wenn die Bewußtheit des Erlebens, diese spezifi_ sche menschliche Eigenschaft, voll wirksam wird, dann kann man ihm vertrauen, dann ist sein verhalten konstruktiv: nicht immer konventio- ffiü:t konform, sondern individualisiert, aber immer auch soziali_ ,Sozialisiert" bedeutet in diesem Zusammenhang uin Zusam_ menwirken mit anderen und sich selbsr., nicht täbedingt,in Übereinsrimmung mit der Gesellschrft". I., einer -srark repressiven Gesellschaft kann eine lebensbejahende person sehr leicht als Außenseiter eingestuft werde.r. Es ist Verlaß darauf, daß das Verhalten einer person in Richtung auf Selbsrerhaltung, Selbsrsteigerung und Selbstre_ produktion hin zielt - hin zu Autonomie unjfo., von einer Kontrolle durch äußere Einflüsse. Das trifft in jedem Fall zu, ob der Anreiz nun von innen oder von außen kommr, ob die Umwelt diese Tendenz nun begünstigt oder nicht. Dies ist das eigentliche Vesen des Prozessis, den wir Leben nennen. 136 Ein biologisches Experiment mit Seeigeln gibt eine anschauliche Vorstellung meines Konzepts von dieser Vachs- tumstendenz. Die Vissenschaftler haben eine Methode, die beiden Zellen, die nach der ersten Teilung des befruchteten Seeigeleis entstehen, auseinanderzutrennen.'Wenn man diese beiden Zellen sich normal entwickeln läßt, wächst jede von ihnen zu einem Teil einer Seeigellarve heran - und beide zusammen bilden dann ein Ganzes. Man könnte nun anneh- men daß die beiden Zellen, nachdem sie behutsam getrennr worden sind, jeweils wieder zu einem Teil eines Seeigels heranreifen. Diese überlegung läßr jedoch die richtungswei- sende oder "aktualisierende Tendenz" außer acht. die für alles organische Vachstum kennzeichnend ist. Tatsächlich entwik- kelt sich jede der beiden Zellen, falls sie am Leben bleibt, zu einer ganzen Seeigellarve - die zwar kleiner als gewöhnlich, aber normal und vollständig ausgebildet ist. Diese Tendenz zur Ganzheit äußert sich bei Menschen durch ein breites Spektrum von Bedürfnissen. Die Tendenz kann den Organismus beispielsweise in einem Augenblick veranlassen, Nahrung oder sexuelle Befriedigung zu suchen. Doch solange diese Bedürfnisse nicht überwältigend srark sind, wird ihre Befriedigung auf eine Veise angestrebt, die z, B. das Verlangen nach Selbstachtung mehr steigert als es zu vermindern. Andere Möglichkeiten der Erfüllung - wie etwa das Bedürfnis zu expiorieren. zu schaffen. zu verändern oder zu spielen - sind ursprünglich ebenfalls durch die Aktualisie- rungstenoenz >motlvlert<. Die Aktualisierungstendenz, die sich im Gesamterleben der Einzelperson ausdrückt, bildet einen zuverlässigen Bezugspunkt für das Verhalten. Ich glaube, daß der Mensch klüger ist als sein Verstand allein und daß voll zur Entfaltung kommende Personen es lernen, ihrem Erleben als dem befrie- digendsten und klügsten Maßstab für geeignetes Verhalten zu vertrauen. Venn das Bewußtsein dieser Aktuaiisierungsren- denz nicht in rivalisierender, sondern in koordinierter Form zugeordnet ist, gestaltet sich die Begegnung der Person mit dem Leben und seinen Herausforderungen als eine aufre- gende, adaptive und wechselvolle Erfahrung. Eine solche Person macht zwar Fehler, aber ihr stehen auch die bestmög- lichen Mittel zur Verfügung, diese Fehler wieder zu berich- ügen. t37
  5. 5. AIs Therapeut richte ich mein Verhalten nach diesem Glauben an die natürlichen Prozesse aus, indem ich das Recht und die Fähigkeit meines Klienten, sich selbst zu lenken und zu wachsen, respektiere. Ich vertraue auf sein Vermögen, mit seiner psychologischen Situation und sich selbst zuÄchtzu_ kommen. Eine Therapeutin mit langjähriger praxis berichter zum Beispiel, daß sie ihr Verrrauen in ihrä Klienten als einen fortwährenden Lernprozeß erlebt.'$fenn sie bei einem Klien- ten nicht mehr weiß, welche Richtung sie einschlagen oder welche Methode sie anwenden soll, ,wartet" sie"auf ihn. ,Immer, wenn ich auf meinen Klienten warten kann und nicht glaube, ich müsse ihn sofort kurieren oder sein'Wachs_ tum voranrreiben, wenn ich seiner person selbst die Lenkung überlasse, dann beginnt er unausweichlich zu *achre., unä Fortschritte zu machen.. Der Anfang einer Theorie: Der prozeß im Klienten Ich wollte ja nichts als das zu leben versuchen, was von selber aus mir heraus wollte' lwarum war das so schwer? HERMANN ttr.ssr. (Demian Venn jedes Individuum die Fähigkeit besitzt, selbst darauf zu kommen, durch welche Schritte es zu einer reiferen und kraftvolleren Beziehung zu seiner Realirär gelangen kann, stellt sich die Frage, weshalb die Wirksamkei"t u"j eualirät des Lebens bei manchen Menschen so herabgemind'ert ist.'Warum suchen einige die Hilfe eines Theraperiten, und was kann er tun, um zu helfen? Aus meiner unmittelbaren Erfahrung, aus den therapeu- tischen Beziehungen mit meinen Klienien heraus, habä lch angefangen, eine Erklärung für den prozeß der Therapie zu erarbeiten. (Eine Persönlichkeitstheorie wurde ebenfalis enr_ wickelt, aber sie war immer von zweirrangigem Interesse.., Bei einer Theorie des therapeutischen prozesses ging es mir vor ailem um eine Beschreibung des oVieo von Väräiderun- gen und weniger des 'Warumo. Eine Theorie wird erst dann nötig, wenn beobachtbare Phänomene, Veränderungen, ein- getreren sind, die nach einer Erkiärung verlangen. Zue.st kommt die Erfahrung, dann bildet sich eine Theorie. Wenn wir uns auf diese Veise darum bemühen, das, was geschehen 138 ist, zu verstehen und zu erklären und überprüfbare Hypo- rhesen hinsichtlich künftiger Erfahrungen aufzustellen,'ge- winnt unsere therapeutische Arbeit an Virksamkeir. Eine einfache Form der Theorie Drei wesentliche Formulierungen des Therapieprozesses sind bis heute nacheinander entwickelt worden. In der frühesten Darstellung der klientenzentrierten Therapie wurde der therapeutische Prozeß als im wesentlichen aus drei Schritten bestehend beschrieben. Als erstes {indet der Klient in der Außerung seiner persönlichen Geiühle Erleichterung. Nach dieser emotionellen Katharsis entwickelt er gewöhnlich Ein- sicht in bezug auf die Ursache und Beschaffenheit seiner persönlichen Schwierigkeiten. Dieses Sich-bewußt-lVerden befähigt ihn dazu, positive Wahlen und Entscheidungen hinsichtlich der verschiedenen Probleme in seinem Leben zu treff en. Dadurch wächst sein Vermögen, sich selbst zu lenken. Diese Beschreibung des therapeutischen Prozesses wurde durch Forschungsstudien (sNvorn, 1)45; serneN, 1949) bestätigt und ist noch immer ein möglicher Veg der Interpre- !atron. Eine Tbeorie des Selbst Venn diese erste Beschreibung zwar einigermaßen angemes- sen erscheint, wurde ich doch durch meine Klienten zu einer andersartigen Sicht gezwungen. Sie haben ihre Probleme und ihren Fortschritt häufig in Form ihrer Beziehung zu ihrem Seibsr zum Ausdruck gebracht. "Ich habe das Gefühl, nicht mein wahres Selbst zu sein.. - oEs war eine Erleichterung, mich hier gehenzulassen und einfach ich selbst sein ztr können." Bei der Untersuchung des durch Tonbandaufnahmen von therapeutischen Sitzungen gewonnenen Materials ist mir aufgefallen, daß die Klienten im Lauf der Therapie eine Veränderung in der Wahrnehmung ihres Selbst durchgemacht haben. Es begann sich eine Theorie dieses Prozesses heraus- zubilden, die sich auf das Verhältnis zwischen Selbstkonzept und Aktualisierungstendenz bei einer Person bezog. Ich gelangte zu der Einsicht, daß das Selbstkonzepr des Klienten 139
  6. 6. in einer Veise strukturiert ist, die "inkongruent. (im Wider- spruch) mit seinem Gesamterleben ist. !üie kommt so erwas zustande? Das Kleinkind lebt in einem phänomenalen Feld - seinem Lebensraum -, das alles umfaßt, was sein Organismus bewußt oder unbewußr eriebt. (Selbst als Erwachsene nehmen wir nur einen Teil unserer vielfältigen sensorischen und viszeralen Reaktionen bewußt wahr oder fassen sie in Gedanken und Vorte.) Unter all den Vorgängen innerhalb seines Lebensraums unterscheidet das Kleinkind allmählich Erfahrungen, die sein oMich. betreffen. Langsam bildet sich eine zusammenhängende, srrukturierte Vorstellungsgestalt heraus. Die Wahrnehmunsen dieses "Mich" oder "Ich" sind dje Figur, und die Wahrriehmungen der Beziehung dieses ,Icho zur Außenwelt und zu andärn sind der Grund. Diese Vahrnehmungen des "Ich. sind mit Wertvorstellun- gen verbunden, die aber zum Teil von anderen übernommen wurden. Liebe seitens der Eltern oder einer anderen wich- tigen Bezugsperson isr an Bedingungen geknüpft. Um diesen P_ersonen.zu gefallen und ihre L;eb. rü e.langen, muß das Kleinkind einige ihrer Wertvorstellungen introjizieren und zu seinen eigenen machen. Da diese introjizierten Wertvorstel- lungen zu einemTeil seines Selbstkonzeprs werden, der nicht auf dem normalen Veg der _Auswertung von Erfahrungen gewonnen wurde, haben die daraus enrsrÄenden Konstru-kte rigiden und statischen Charakter - sie werden häufie in Form eines "Sollte" oder "Müßteo erfahren. Das Individrium neigt dazu, seinen eigenen Erfahrungspr ozeß zuignorieren, sobaid er mit diesen Konstrukten in Konflikt g.iät. Es versucht. anders gesagt, das Selbst zu sein, das andäre von ihm .r*r.- ten, ansrelle des Selbst, das es eigentlich ist. Aus diesem Grund scheinen die Familie '.rnd a"nde.e insrirutionalisierte Beziehungen in unserer Kultur häufie die Brutstärte für psychische "Krankheit- zu sein. Das Selbstkonzept isr nun ein Zusammenschluß vonlüfahr- nehmungsmusrern, die zur Begegnung mir dem Leben benutzt werden. Es kann zur Befriedigung der Bedürfnisse einer Person wirksam beitragen oder auch nicht. Die person reagiert auf ihre Realität sö, *ie sie diese aufgrund ihres Selbstkonzepts wahrnimmt und definiert. Eine plrson kann sich als stark oder schwach, als intelligent oder dumm, als ua schön oder reizlos sehen. Die Art, wie sie sich seibst sieht, beeinflußt wiederum ihre Tahrnehmuns von der Realität und damit ihr Verhalten. So kann der zuvärsichtliche, erfolg- reiche Student in einer Prüfung eine Gelegenheit sehen, seine Beherrschung des Stoffs unter Beweis zu stellen. Ein unsiche- rer Student mag der gleichen Erfahrung mitAngst gegenüber- stehen - als einem Beweis seiner Unzulänglichkeit. Alies Erleben dringt zwar nicht immer ins Bewußtsein vor, aber es manifestiert sich auf der leiblichen Ebene und beein- flußt das Verhalten. Geftlhlsmaßig ,,wisseno wir oft Dinge, die wir erkenntnismäßig nicht wissen. Der Student, der sich vor einer Prüfung fürchtet, wird sich seiner Angst vielleicht gar nicht bewußt, sondern bekommt plötzlich Kopfschmer- zen, so daß er nicht in der Lage ist, an der Prüfung teilzuneh- men. Wenn er von seinen Gefühlen noch mehr abgetrennt ist oder sie nicht ins Bewußtsein treren 1äßt, kann er die Prüfung unter Umständen völlig >vergessen< und an dem bestimmten Tag einfach vom Unterricht fernbleiben. Jeder Aspekt des Erlebens findet die Aufnahme, die seiner Beziehung zum Selbst entspricht. Einige Phänomene werden ignoriert, da sie für das Selbst ohne Bedeutung sind. Andere Phänomene werden bewußt wahrgenommen und in die Selbststruktur eingegliedert. Noch andere drängen sich offenbar von selhst ins Bewußtsein. Zum Beispiel hat sich ein Freund von mir ein ziemlich selten anzurreffendes auslän- disches Auto gekauft. Bevor er selbst Besitzer eines solchen Vagens wurde, hatte er nie einen gesehen. Jetzt kommen ihm diese Vagen andauernd zu Gesicht - sie springen anscheinend von selbst in den Blickpunkt. Sie sind für ihn von Bedeutung. Noch andere Phänomene werden geleugnet oder verzerit wahrgenommen, weil sie eine Bedrohung für die festgefügte rVahrnehmung vom Selbst darstellen - um sie zu akzeptieren, müßte eine Person ihre Vorstellung von sich selbst verändern. Solange die Selbstgestalt fest organisiert ist und im phäno- mentalen Feld kein zu ihr im Viderspruch srehendes Material wahrgenommen wird, können positive Selbstgefühle beste- hen, kann das Selbst als wertvoll und akzeptabel betrachtet werden und ist die ben'ußte Spannung minimal. Die Person nimmt sich als angemessen funktionierend wahr. rVenn die organisierte Selbststruktur den Bedürfnissen des Individuums nicht mehr gerecht wird oder wenn dieses in t41,
  7. 7. sich fidersprüche bemerkt, verliert es offenbar die Kontrolle über sein Verhalten. "Ich fühl' mich einfach nicht wie ich selbst", ist eine oft geäußerte Klage. Als einfaches Beispiel könnte man eine Mutter anführen, die sich als freundliche und liebevolle Bezugsperson betrachtet, zugleich aber auch ablehnende Gefühle gegenüber ihrem Kind f,at. Ihr Konzept von sich selbst als einer liebevollen Mutter ist inkoneruent mit ihrem Erleben. Sie ist einfach nicht osie selbst", wän sie sich als ablehnend erlebt. Bei starker Inkongruenz nimmt die Aktualisierungsren- denz einen wirren oder zwiespältigen Charakrer arr. A"uf der einen Seite unrersrürzr diese Tendenz das Selbstkonzepr der Person und deren Bemühen um eine Steigerung ihres Selbst- bildes. Andererseits strebt der Organismus n".h einer Befrie- digung seiner Bedürfnisse, die dÄ be-ußten Wünschen der Person ganz enrgegengeserzt sein können" Was gewöhnlich als neurorisches Verhalten bezeichnet wird, ist die Folge dieser Spaltung in der Aktuaiisierungsten- denz. Die Person bemüht sich um ein Verhalten, das mit ihrem Selbstkonzept übereinstimmt. Aber ihr neurotisches Verhalten - in welchem das gesamte Sein der person nach Er{üllung strebt - ist sogar für sie selbst unbegreiflich, da es im Widerspruch steht zu dem, was sie bewußt tun omöchte,, - nämlich ein Selbst verwirklichen, das mit ihrem Erleben nichr mehr übereinstimmt. "Was ich tun soilre oder tun möchte. das tue ich nicht.. So wurde beispielsweise ein junger Bur- sche, der sich in der Pubertär befand und den srarken organischen Bedürfnissen seiner sich entwickelnden Sexuali- tät und Neugierde ausgesetzr war, festgenommen, weil er zwei kleinen Mädchen unrer den Rock geschaut hatte. Durch seine Erziehung war ihm beigebracht Jorde.r, die ursprüng- lichen sexuellen Impulse als Teil seines Selbstkottzepts Ä verleugnen, und als man ihn über sein Verhalten beiragte. bestand er hartnäckig darauf, daß er so etwas nie getan ha6en könne. Als man ihn Zeugen gegenüberstellre, war--er sich ganz sicher: "Ich war nicht ich selbsr. o Sein Verhalten *urde *-ede. als seinem Selbst zugehörig wahrgenommen, noch war es das. Unter geeigneten Bedingungen, beispielsweise im sicheren therapeutischen Klima, kann eine Person diese Inkongruenz verringern, indem sie lernt, srärker auf ihr erlebendes"Selbst zu verrrauen. 'Wenn sie sich nicht bedroht fühlt und ihr 1,42 Selbstkonzept nicht unbedingt verreidigen muß, kann sie die rigiden Konstrukte, aus denen sich ihre Selbststruktur zusammensetzt. lockern. Indem sie derart "ihre Gefühle in Besitz nimmt" - und eine ganze Reihe von vormals verleug- neten Erfahrungen in ihre Selbstgestalt eingliedert -, bildet sich eine neue Gestalt, ein revidiertes Selbst heraus. Diese neue Struktur ist nicht so rigide und unflexibel, sondern wandelt sich öfter, wenn Gefühle im Bewußtsein Raum finden. Die Therapie ist eine Erfahrung unmirtelbar des Selbst und nicht über das Selbst. Intellektuelle Einsicht allein reicht nicht aus. Anderungen im Verhalten stellen sich f ast von selbst ein, wenn eine Reorganisation der Tahrnehmungsstruktur erlebt wird. Die neue Selbstgestalt ist eine fließende, veränderliche Struktur, wobei das eigene Erleben immer mehr zur Grund- lage der Selbstbewertung wird. Am Endpunkt der Therapie ,was nicht das Ende von Vachstum oderVeränderung bedeu- ret) erscheint die rVahrnehmung des Selbst radikal gewandelt. Sie ist fließender, nicht mehr so starr und statisch, das "Ich" hat sich fast im Vahrnehmungsfeld verloren. In mancherlei Hinsicht gleicht das Erleben der Person jetzt dem eines Kindes, nur daß die fließenden Erlebnisprozesse weitere Bereiche umfassen. Das reife Individuum-vertraut wie das Kind auf die Veisheit seines Gesamtorganismus, aber auf n'issende, auf bewußte Weise. Es gebraucht alle seine Fähig- keiten. Die Theorie des Selbst bietet ebenso wie die vorangegan- gene Theorie in ihrem Rahmen eine angemessene Beschrei- 'cung. Durch ihren heuristischen Charakter hat sie zu frucht- 'carer Forschungsarbeit angeregt. Man kann diese Beschrei- rung des Therapieprozesses noch immer als gültig be- :racnten. Das ProzelSkontinuum 1it dem lVandel der Selbstgestalt wurde ein einzelnerAspekt ier therapeutischen Veränderung beschrieben, und zwar wie nit Schnappschüssen, die vor und nach dem Ereignis erfoi- ien. Was ich nun brauchte, war gleichsam eine fortlau{ende ;ilmaufnahme der zahlreichen Dimensionen. Es ging mir um :ine Beschreibung, die der nnowNschen Bewegung - den 143
  8. 8. fortwährend wechselnden Aspekren - dieser Gestalren besser gerecht wurde und die auch andere, in Zusammenhang mit der therapeutischen Veränderung auftretende phänoäene detailliert erfaßte. _ Aufgrund der Untersuchung einer großen Zahl von Ton- bandaufnahmen bin ich zu einer neu..r Si.hr*eise des Verän- derungsprozesses in der Psychotherapie gelangt. Nach die- sem neuen Bild findet dieser Prozeß auf einör Reihe von Kontinuen srarr. Ein Klient beginnt die Therapie an irgend- einem Punkt des umfassenden Prozeßkontinuums, da-s der Handlichkeit halber in sieben Stufen unterteilt isr, und macht Vrcränderungen in Richtung auf den Endpunkt der Skala hin durch (nocrns, 1961a; 1961b). Während die Therapie ein Prozeß ist, läßt sich die Skala, unser Bild von diesem p.ozeß. mit sieben Ausschnitten aus einem Film vereleichen. die die Bewegung an diesen Punkten festhalten. KÄ Klient ue.an- dert sich von Stufe eins bis Stufe sieben, außer vielleicht irn Laufe vieler Jahre, aber die Skala isr dennoch ein sehr nützliches Mittel, um den Prozeß, der sich in der Theraoie vollzieht, zu beschreiben und zu unrersuchen. Die Skala beginnr am einen Ende mit der Beschreibung eines-. rigiden, srarischen, undifferenzierten, gefühlioseni oberflächlichen Typs der psychischen Funktion. "Sie schreite: stufenweise voran bis zum andern Ende, wo die psychischer: Funktionen gekennzeichnet sind durch Veränderlichkeir. Fließen, äußerst differenzierte Reaktionen, durch unmitrel- bares Erleben persönlicher Gefühle, die tief empfunden, als zugehörig erkannt und akzeptiert werden. Iih wage zu beh.aupten, daß sich bei jeder erfolgreichen Theraple in. Verhalten des Klienten Fortschritte in dieser Richtune ein- stellen, gleich, auf welcher Stufe er anfängt. Bei meinem Bemühen, dieses Prozeßkontinuum zu versre- hen, konnte ich eine Anzahl von mehr oder weniger geson- derten Strängen herauslösen, die allerdings im oberän Bereicl: der Skala konvergieren. Hier eine Beschreibung von ihnen 1. Veränderung,in der Beziehung zu den Gefühlen. Ar unteren Ende des Kontinuums sind dem Klienten seine Gefühle nicht bewußt oder sie werden von ihm nichr ai, zugehörig erkannr. Eine Anstaltsparienrin erklärr beisoiels- weise: 'lch werde dauernd von Stimmen belastigi d:, 144 schmutzige Sachen sagen, und ich kann sie nicht zum Schwei- gen bringen.o Sie erkennt die Beziehung zwischen sich und ihren Gefühlen nicht an. Venn sie wenigstens in der Lage wäre, zr sagen: "Meine sexuellen Gefühle quäien mich., wäre sie innerhalb des Kontinuums ein ganzes Stück weiter. Auf einer fortgeschritteneren Stufe beschreibt der Klient Gefühle vielleicht als Objekte, die in der Vergangenheit liegen, er intellektualisiert diese Gefühle, aber er vermag sie noch immer nicht in Besitz zu nehmen. Im mittleren Bereich der Skala, wo sich ein Großteil des therapeutischen Geschehens abspielt, beschreibt der Klient seine Gefühle als Objekte in der Gegenwart. Gelegentlich drücbt er seine Gefühle sogar in der Gegenwa rr aus, wenn sie gegen seinen Villen durchbrechen. Er fürchtet sich davor, Gefühle in unmittelbarer Gegenwart zu erleben. Auf den obersten Stufen der Skala kommt es dann zu -{ußerungen wie: olch habe die Empfindung, als ob ich - ich weiß nicht. Ich habe ein Geflihl von Stärke und zugleich auch ein Gefühl von - es ist irgendwie furchtbar, das wahrzuneh- men - von Angst." Diese Klientin äußert ihre Gefühle im Augenbiick, sie kann sie gleichzeitig erleben, empfinden, differenzieren, in Besitz nehmen und ausdrücken. 2. Veränderwng in der Art des Erlebens. Der therapeurische Prozeß läßt sich auch anders, nämlich unter Bezugnahme auf die Erlebnisweise des Kiienten formulieren - ein Konzept, das vor allem von cENDLTN entwickelt wurde (crrvor-rN, 1961; 1962; 1963). Der Klient bewegr sich auf eine Stufe zu, wo er seinem Erleben nahesteht, ihm verrraut und es als Bezugspunkt betrachtet, an dem er sein Verhalten ausrichten kann. Er ist nicht mehr gekennzeichnet durch Entferntheit des Erlebens und entdeckt dessen Sinn nicht erst aus großer zeitlicher Distanz. Bezeichnend für einen niedrigen Punkt innerhalb des Kontinuums ist die Art, wie ein Klient ein Problem zu beschreiben versuchr, aufgrund dessen er therapeutische Behandlung gesucht hatte: "Das Symptom war - q/ar einfach eine tiefe Depression." Er hatte offenbar irgendwann eine riefe Depression erlebt, aber er kommt diesem Erlebnis nicht näher, als daß er es begrifflich in der Vergangenheit faßt - und 145
  9. 9. damit von sich abrückr. Nicht er war deprimiert. Es war einfach ein .Symptom. _Er ist von seineÄ gegenwärtigen Erleben so abgetrennt, daß er es nichr wahrnimmt. Mit wachsenden Fortschritten in der Therapie kommen Klienten immer näher an ihr eigenes Erleben heran. Ihr Erleben ist für sie keine so große Bedrohung mehr, und sie merken, daß es vielleicht als Bezugspunkt unJ Grundlage für ihre persönliche Sinngebung dienen könnte. So sagt beispiels- weise ein Klient in bezug auf das, was in ihm vorgehti "Ichhab' es noch nicht so richtig erfaßt, ich kann es nurfrgendwie beschreiben." Er weiß, daß er nicht ganz in Flu[ seines Erlebens steht, aber er möchte es gern. Auf einer noch höheren Ebene iinerhalb des Kontinuums werder persönliche Bedeutungen (oder Gefühle), die von der Gewahrwerdung ausgeschlossen waren, nahezu voll erlebt - zuweilen allerdings mit Angst, Mißtrauen oder Verwunde- rung. Der Klient möchte nicht nur seine eisenen Gefühle in Besitz nehmen, sondern auch sein owahres l"ch. sein. Er wird sich in wachsendem Maß der Diskrepanzen zwischen seinem aufgebauten Selbst und seinem aktuellen Erleben bewußt und stellt sich ihnen. Vie ein Klient es ausdrückt: ,Man muß sich von seinem Erleben dessen eigene Bedeurung sagen lassen; in dem Moment, wo icb ihm die Bedeutung gebi, bin ich mit mir selbst zerstritten." Diese Art von Reaktion ist charakteri- stisch für jemanden, der sehr weit bis zum oberen Ende der Skala vorgedrungen ist. 3. Veränderung in den persönlichen Konstruhten. Ein weiterer Strang innerhalb des Prozeßkontinuums ist eine Veränderuns in der Art und rVeise, wie der Klient sein Erleben deutet. AÄ unteren Ende der Skala sind seine persönlichen Konstrukte in bezug auf sich selbst und seine $7elt srarr und werden als objektive Tatsachen betrachtet und nicht als Konstrukre erkannt. So sagt ein Klient beispielsweise: olch mache nie erwas richtig - bring' nichts zu E.,de." Das scheint für ihr: eine Tatsache zu sein - die Art und Veise, wie die Dinge nun einmal beschaffen sind. Im sicheren Klima der Therapiä fängr er dann vielleichr an, dieses Konstrukt in Frage zu stellenl In der Mitte der Prozeßskala wird das Erleben nicht mehr so rigide gedeuter, und die Gültigkeit solcher Konstrukte überhaupt wird angezweifeh. Es isr verständlich, daß sich 146 Klienten auf dieser Stufe von ihren Verankerungen losgeris- sen fühlen. Am oberen Ende des Kontinuums wird das Erleben nur noch versuchsweise strukturiert. Die Konstrukte, an denen das Individuum sein Leben ausgerichtet hat, lösen sich in einer Unmitteibarkeit des Erlebens auf. Deutungen werden als eigene Schöpfungen der Person betrachtet, nicht als die einer Situation innewohnende Qualität. Konstrukte werden ebenso leicht aufgesteilt wie fallengelassen. Bedeurung ist etwas, das einer Erfahrung zugemessen wird, und nicht elwas, das unausweichlich mit dieser Erfahrung verknüpft is t. 1. Veränderung in der Mitteilung des Selbrt. Am unteren Ende dieses Stranges besteht eine starke Abneigung dagegen, das Selbst mitzuteiien. Klienten geben häufig Außerungen von sich wie: "Vissen Sie, mir kommt es immer ein bißchen albern vor, über sein Selbst zu sprechen, außer wenn es einem sehr schlecht geht." Auf dieser Stufe werden nur Mitteilungen über äußere Vorgänge und nicht zum Selbst gehöriges Mate- rial gemacht. Allmählich lernt der Klient, daß es ungefährlich und sogar befriedigend ist, wenn er von sich als einem Objekt berichtet. Er kann sich freier über sein Selbst und über dinghaft gesehene Erfahrungen äußern, die dieses Selbst betreffen. Dann lernt er, seine Selbstgefühle in Besitz zu nehmen und auszudrücken. Am oberen Ende des Kontinuums wird das Selbst nichr mehr als Objekt wahrgenommen. Das Selbst lsr das Erleben, dieser fortschreitende Prozeß, der von Augenblick zu Augen- 'rlick wechselt. Die Person verliert ihr Bewußtsein vom Selbst. Das "Icho geht im Tahrnehmungsfeld auf . Die Person :indet Befriedigung darin, ihre komplexen augenblicklichen Gefühle zu sein und auszudrücken. Sie ist enger verbunden nit ihrem organischen, viszeralen Erleben, das ständig in :inem Prozeß begriffen ist. Sie ist sich ihrer selbst viel srärker 'cewußt und beginnt zu spüren, daß sie die Stimmigkeit ihres :ach außenhin sichtbar werdenden Selbst am Fluß des organi- schen Erlebens in ihr messen kann. 147
  10. 10. r i I 5. Veränderung in der Beziebung zu Problemen Am unreren Ende dieses Stranges erkennt der Klient probleme gar nich: oder nimmt sie als völlig außerhalb seiner selbst liegeid wahr. Ein Patient einer psychiatrischen Anstalt äußert: ,,Ich schlafe ein bißchen zuviel. Ich habe einen schiimm enZahnund nocl: einige ähnliche Probleme.. Er ist sich des Problems, das seine Funktionsfähigkeit beeinträchtigt, nicht bewußt und fühl: sich daran auch nicht beteiligt. 'Venn der Klient in derTheiapie zunehmend lockerer wird. nimmt er mehr Probleme wahr und gewinnt ein Gefühl seine: eigenen Verantwortlichkeit. Er kani allmählich der Tatsache ins Auge sehen, daß seine Gefühle in Beziehuneen zu anderei: das Hauptproblem darsrellen. Zunehmend hatir das Bedürf- nis, die inneren Reaktionen zu untersuchen, welche diese Schwierigkeit verursachen könnten, Er lernt diese problema- tischen Gefühle in der Beziehung mit dem Therapeute.. auszuleben, und indem er sie akleptiert, erlangt 'er dir Fähigkeit, sie auf konstrukrivere Veisi einzusetzen. 1. . .V. ey1i.nle1uyt i1 zzoiscbenmenscblicben Beziehungen Schließlich läßt sich aus dem Kontinuum noch der Stäns herauslösen, der die Beziehungen zu anderen betrifft. Arr. unteren Ende des Kontinuums scheut sich der Klient vo: einem engen persönlichen Kontakt und weiß ihn mit vielerle. Mitteln zu umgehen, unter anderem durch Intellektualisie- rung. Er stellt dem Therapeuten Fragen. Er möchre seine Rolle einwandfrei spielen, ein guter Klient sein. Er vermeide: es, sich als Person in das gefährliche und unbekannte Gebie: der zwischenmenschlichen Beziehung zu wagen. Allmählicl: lernt er es, seine Geftihle als eine sichere Basii zu betrachten. auf der er sich voranrrauen kann. So wagt beispielsweise eir: Klient, zu_ seiner Therapeutin zu sagen: ,Also gut, ich traue Ihnen nicht.o In wachsendem Maß"*rgr .. es,"in der thera- peutischen Beziehung als ein ständig *'echselnder, aber inte- grierter Fluß von Gefühlen offen in Erscheinuns zu treten. E: kann seine Gefühle gegenüber dem TherapeutÄ f.ei äußern Er erkennt, daß er fähig ist, eine Beziehung auf der Basis des Fühlens zu leben. 7. Das obere Ende des Kontinuums. Am oberen Ende de: Skala werden diese Srränge eins. Die siebte oder letzte Stufe 148 der Skala ist eher eine Richtung oder ernZrel als etwas, das vollständig erreicht wird. Es ist eine Beschreibung des "voll sich entfaltenden Menscheno (nocens, 1961a). Auf dieser Stufe fürchtet die Person sich nicht mehr davor, Gefühle unmittelbar und reich differenziert zu erleben. und zwar sowohl in der Therapie als auch in anderen zwischen- menschlichen Beziehungen. Dieses Aufwallen von augen- blicklichem Erleben stelh einen Bezugspunkt dar, dem die Person entnehmen kann, wer sie ist, was sie will und welche positive oder negative Einstellungen sie hat. Sie akzeptiert sich selbst und vertraut auf ihren organismischen Prozeß, der n eiser ist als ihr Verstand allein (oder ihr Körper allein). Jedes Erlebnis trägt seine eigene Bedeutung und wird nicht wie ein vergangenes Konsrrukt interpretiert. Das Selbst der Person ist ihr subjektives Bewußtsein von dem, was sie im Augen- blick er{ährt. Sie ist kongruenr geworden, kann ihr Erleben in ihrem Bewußtsein angemessen symbolisieren und vermag diese Einheit mitzuteilen. Damit ist das Prozeßkonrinuum kurz umrissen, das sich aus der Beobachtung an Klienren entwickelt hat, welche die Veränderung von einem starren zu einem fließenden Zustand erlebten. Es ist eine Beschreibung der Transformationen, die sowohl beobachtet wie erlebt werden können, wenn eine Person sich in einer förderlichen und therapeutischen Bezie- tung zur psychischen Reife hin entwickeli. Therapeutisches Klima: Der Prozeß im Therapeuten Velches sind nun die Bedingungen für ein solches therapeu- :isches Klima? Wie kann der Therapeut eine Entwickluns im Prozeßkontinuum am besten fördern? Forschungsarbeiten über die klientenzentrierte Psycho- :herapie legen die Annahme nahe, daß eine Persönlichkeits- i'eränderung - ein Voranschreiten auf der Prozeßskala - mehr iurch bestimmre Einstellungen des Therapeuten als durch sein Wissen, seine Theorien oder seine Techniken gefördert *'ird (nrocn, 1960; rnuax u. MrrcHELL,197l). Der zentrale Lehrsarz der klientenzenrrierren Psvcho- :herapie, der als "Prozeßgleichung" (nocans, 1961b) formu- -iert wurde, lautet: t49
  11. 11. 151 l'-- "Je_mehr der Klient den Therapeuten als real oder echt, als empathisc: und ihn bedingungsfrei akzeptierend wahrnimmt, desto mehr *ird ri.. der Klient von einem starischen, gefühlsarmen, fixierten, unpersönliche: Zustand psychischer Funktionen auf einen Zustand zu bewegen, de, durch ein fließendes, veränderliches, akzeptierendes Erleben d"iffere:, zierter persönlicher Gefühle gekennzeichnit ist." In einer Reihe von Forschungsarbeiten wurde die Beziehuni zwischen den Einstellungen des Therapeuten und der Virk- samkeir der Therapie unrersuchr. HALiTDES (195g) ließ Ton- bandprotokolle. von Therapiegesprächen durch objektir. Beurteiler einschätzen, um die Gühigkeit der "no1q7sn61r.- und ausreichenden Bedingungen< (nocrns, 1952) für eln. therapeutische Veränderung zu überprüfen. Ihre Unrersu- chung stützt die oben vorgerragene Hypothese. _.B.AllElr-LENNARD (1959) kam aufgrund eines papier_uni- Bleistift-Tests, den er an Klienten eines Berarungszenrrurn: durchführte, zu dem Ergebnis, daß das VorhanJensein de: genannren drei Einsrellungen auf seiten des Therapeute: Vorhersagen über den Erfolg einer Therapie erlaubt. - vAN DER vEEN (1970) fand heraus, daß schizophren. Anstaltspatienren, deren Therapeuten nach obiektiver Ein schätzung diese drei Bedingungen in stärkerem Maß erful.- ten, auf der Prozeßskala größere Fortschritte machren a.. Patienten, derenTherapeuten diese Bedingungen in geringr- rem Maße erfüllten. Das Ausmaß an Veränäeru"g" i., ä., Therapie srand in direktem Zusammenhang sowohfmit de:. wahrgenommenen als auch mir den tatsächl"ich vorhandene- therapeutischen Bedingungen. rnuex und MTTcHELL (1921) kommen aufgrund eine: Untersuchung des veröffentlichten Materials übär die firk samkeir von Psychorherapie zu dem Schluß, daß die thera- peutischen Bemühungen im Durchschnitt zwar ziemlic_ fruchtlos bleiben, daß aber Therapeuten, die die drei obe: erwähnten Eigenschaften mitbringen, tatsächlich Erfols. erzielen. Sie berichten über eine an der Universirät vo. Visconsin durchgeführte, einen Zeivaum von vier Tahre: umfassende lJntersuchung über die psychorherapeurisch- Behandlung von sechzehn schizophrenen Anstaltspatiente: Der Befund dieser Unrersuchung war, daß patienien, dere- Therapeuten in hohem Maß nichipossissive'Wärme. Echthe:: und präzises einfühlendes Verstehen besaßen, anhand ot: 150 verschiedensten Messungen signifikante positive Persönlich- keits- und Verhaltensänderungen aufwiesen, während bei Patienten, deren Therapeuten relativ wenig von diesen Eigen- schaften in die Therapie einbrachten, eine Persönlichkeits- und Verhaltensänderung zum Schlechteren hin einrrar. Diese Einstellungen, die dem Klienten (verbal oder'nicht- verbal, aber nicht erklärend) mitgeteilt und von ihm auch *'ahrgenommen werden müssen, sind offenbar die entschei- denden Voraussetzungen für einen therapeutischen Fort- schritt und konstruktive Persönlichkeitsveränderungen. Vegen der ausschlaggebenden Bedeutung der Einstellun- gen des Therapeuren für die Virksamkeit der Psychotherapie möchte ich ihre Merkmale hier qenauer definieren. Echtheit oder Kongruenz - reales Zugegensein Ein therapeutischer Erfolg stellt sich mit größterVahrschein- iichkeit dann ein, wenn ich in der Beziehung zu meinem Klienten ohne Maske oder Abwehr ich selbst bin. Vas ich zu meinem Klienten sage, steht nicht im Widerspruch zu dem, n'as ich ihm gegenüber fühle. Ich speise ihn nicht mit bewährten Phrasen, ausgeklügelten üendungen oder einer professionellen Haltung ab. Mein Mangel an Abwehr, meine Echtheit tragen wesentlich dazu bei, daß zwischen uns ein .'ertrauensvolles Verhältnis entsteht und aufrechterhalten .r'ird. Mein echtes Zugegensein wirkt sich in meinen therapeuti- schen Beziehungen auf vielerlei ü'eise aus. Es dient mir als Richtlinie für meine Reaktionen oder Eingriffe. (In diesem Zusammenhang soll an die von cENDLIN [1920] aufgestellte Formulierung erinnert werden, der zufolge .reagieren" sowohl >verstehen< wie auch "hinweisen" oder sogar "Genaueres darüber wissen wollen" bedeuten kann.) Ich bemerke, daß mein Klient häufig Erleichterung spürr, wenn :ch auf den von ihm "gefühlten Bedeutungsgehalt" reagiere. 'enn er sein viszerales Erleben mit einem zutreffenden Namen oder Etikett verbinden kann, fühlt er sich körperlich erleichtert. Und wenn ich wiederum sein Gefühl, uoianru- sommen, seinem eigenen Erleben näherzukommen, mitemp- :inde, dann weiß ich, daß ich auf der richtigen Spur bin. Mir geht es vor allem darum, meinen Klienten seinem
  12. 12. eigenen F,rlebensprozeß (nanr, 1970) näherzubringen - ihm zu ermöglichen, daß er seine Gefühle erkennr, akzeptiert und in Besitz nimmr und ihnen die für ihn gültige Bedeutung beimißt. '$üenn meine Reaktionen also wirksam sind. unter- stützen sie ihn bei seinem Bemühen, in seinem Erlebenspro- zeß über seine "Blockierungeno hinwegzukommen. Sein Kampf auf der Suche nach immer neuen gefühlten Bedeu- tungsgehalten soll durch meine ReaktionÄ geförderr wer- den. Ich empfinde es als natürlich und nürzliÄ, wenn ich in diesem Prozeß meine Gefühle zum Ausdruck bringe, Fragen beantworre, falls ich ein Bedürfnis danach habe, und unrrer- nünftige Gedanken oder Phantasien in bezug auf meinen Klienten oder unsere Beziehung mitteile, falls solche bei mir anhaltend bestehen. 'Wenn meine Reaktionen keine Veränderung und keinen Ansroß bewirken - wenn sie für den Kampf -Jin., Klienter: keine Bedeutung haben -, beziehe ich mich sofort wieder zurück auf seinen Erlebensfluß. üenn ich beispielsweise zu einer Außerung von ihm meinen Eindruck wieäergebe oder die Grenze dessen, was ihm bewußr ist, überschreiie, und er erwidert darauf etwas in der Art wie: oJa, das klingt so, als ob es srimmen würde", kann ich meine ihn ablenkende Bemer- kung korrigieren, indem ich zum Beispiel sage: 'Es klingt, als ob es stimmen würde, aber es trifft nicht ganz Ihre Geftihle Sie haben gerade davon gesprochen.. .. und ihn dadurch wieder zum Fluß seiner Gefühle - seines Erlebens zurück- führe. Dieser Prozeß ist vergleichbar mit dem Versuch, aus einem Labyrinth herauszufinden. Ich gehe einen Gang enr- lang, und wenn sich dieser als Sackgasse erweist, gehe ich zurück bis zur Kreuzung und probiere einen anderen Ves aus. In der therapeurischen Beziehung nicht echt oder nicht rea. zu sein bringt dagegen überhaupt keinen Nurzen. Unnatürli- che Ausdrucksformen - beispielsweise die Benutzung des Verhaltensstils oder der Technik einer anderen Person - können für die therapeutische Beziehung und für die persön- liche Entwicklung des Therapeuten schlimme Folgen haben. Ein Berater berichtete mir von einem Erlebnis aus seiner Ausbildungszeit. Er behandelte unter Aufsicht eine sehr schweigsame Klientin. Seine Ausbiider erklärten ihm, er würde zuviel reden (als er sich natürlich gab), und so wandte 152 er eine "nicht-direktive Technik" an. Er entschloß sich, zu warten, bis seine Klientin von sich aus zu sprechen begann. Er wartete, und die junge Dame wartete ebenfalls. Er quälte sich, sie quälte sich, beiden war äußerst unbehaglich zumute, und schließlich begannen sich gegen Ende der Sitzung auf ihrem Nacken große rote Flecken zu bilden. Er hatte seine echten Gefühle zurückgehaiten, und ihr Unbehagen brach buchstäb- lich durch die Haut. In dem Zeitraum zwischen dieser ersten, sehr unbehag- lichen Sitzung und der nächsten nahm der Therapeut zum erstenmal an einer Encounter-Gruppe teil. Im Klima einer Gruppe von Personen, die ihre Geftihle in einer Beziehung auszuleben versuchten, entdeckte er, daß er ungefährdet realen persönlichen Kontakt aufnehmen - anderen Menschen g.g..rüb". echt sein konnte. Dies war für ihn ein tiefgreifen- des Erlebnis, und als er wieder in die Ausbildung zurück- kehrte, hatte er eine vollkommen veränderte Auffassung von einer Beziehung zu einer anderen Person. Ihm lag stärker daran, real zu sein, er war akzeptierender, natürlicher und zufrieden damit, sich selbst in die Beziehung einbringen zu können und der natürlichen Wachstumstendenz des Indivi- Juums die Heilung zu überlassen. Bei der nächsten Sitzung mit der schweigsamen jungen Frau hatte er das Gefühl, *-irklich oda. zu sein, und die Veränderung in ihrer Bezie- hung und die Fortschritte, die sie machte, waren bemerkens- *-ert. Er brauchte sich nicht mehr direktiv zu verhalten und hatte es ebenfalls nicht mehr nötig, eine nicht-direktive Rolle zu spielen. Er war einfach er selbst. Seine Klientin konnte sich rhrem eigenen Erleben annähern, als er, der Therapeut, auf sein Erleben vertraute - als er real war. Der Bericht eines jungen angehenden Beraters über seine :rsten unbeholfenen Therapieversuche gibt ebenfalls die Erfahrung wieder, welcher 'Wert dem Realsein zukommt: ,Das erstemal, als eine Klientin mit einem schwierigen per- .önlichen Problem zu mir kam, mein erster "Fall<, traf mich Jie Frage: ,W'er bin ich, daß ich dieser Patientin helfen iönnte ?. Alle Theorien, die ich mir angeeignet hatte, zerbrök- <elten einfach. und ich hatte nichts Greifbares in der Hand. ich fühlte, wie ich in einem Meer versank, das ich selbst :eschaffen hatte. Ich hatte zahlreiche Therapieverläufe von iekannte.r und von mir selbst studiert, aber jetzt in den l)J
  13. 13. !Prozeß einer völlig fremden Person bezogen zu sein - icl: fühlte mich einfach verloren. Jetzt fühle ich" mich nicht mehi verloren. Ich bin über dieses Gefühl sogar schon in jene: ersten.sitzung hinweggekommen. . . Soba'id ich eingestiege,: war, damals in dieser ersten Sitzung, war meine Beratun"gs- theorie weg, und ich fiel zurück äuf ein We.tsystem. ja, sozusagen automarisch da war. Das war nicht geplant gewe- sen. Ich betrachtete mich nicht einmal als ,n"icht-diäkti, oder ,reflektierend., aber als ich Schwierigkeiten hatte. begann ich meiner Kiientin einfach zr'rruhö.e.rjuersuchte ich. ihre Gefühle zu versrehen und ihr dabei zu helfen, sie zu klären. Das waren Werte, die ich in meiner Kindheir erwor- ben hatte. In den ersren paar Minuten, als ich mich verlore:-. fühlte, dachte ich nur an mich - wie ich mich verhalten sollte. was ich tun sollte. Des einen war ich mir jedenfalls sicher, da:, es nicht das sein würde, was ich zu tun beabsichtigt hatte. Ici: begann mich auf das einzustellen, was meine Kli"entin sasre Das gelang mir zuerst nicht allzu gut, aber ich versicherte Ihr. daß ich mein Bestes tun wolle. Am Schluß der Sitzune fühlter. wir uns beide behaglicher, und jeder von uns hatie einig. Dinge, die ihn betrafen, richtiggestellt.. Er lernt, in eini, Beziehung real - er selbst - zu sein und darauf zu verrrauen. daß diese Haltung der Veränderung, die er und sein Klien: anstreben, förderlich ist. Echt sein bedeutet, in einer Beziehunq ich selbst zu seir:. die Person, die ich bin, ohne Fassade, unJder anderen perso:. meine gefühlsmäßigen Vahrnehmungen mitzureilen, aui meinem eigenen Erlebensprozeß heraus zu reagieren, ur, meinem Klienten die Suche nach gefühlten Bedeutungen z_ erleichtern. Wertscbätzung oder be dingungsfreies Akzeptieren Als Therapeut ermurige ich meinen Klienten nicht zu "Selbs:- mitleidu oder ,Vertrauen., und ich ,verstärke. bei ihm aucr- nicht irgendwelche bestimmten Gefühle oder Verhaitenss,ei- sen. Ich ermurige und akzeptiere den freien Ausdruck alle: Gefühle. Meine Haltung ist weder patriarchalisch noc:. gefühlvoll noch oberflächlich freundschaftlich oder liebens- würdig - ich schlüpfe nichr in eine Rolle. Meine Haltunq is: entgegenkommend, positiv, warm, aber nicht besitzere-rei- 154 fend, nicht einschränkend und nicht wertend. Ich akzeptiere das, was lst. 'Wenn ich in dieser Veise erlebe - dieses Klima schaffe -, höre ich von meinen Kiienten, daß sie in der Lage seien, über das zu sprechen, was ihnen wirklich Probleme Sereitet. Sie können die 'schrecklichen Orte" in sich erkun- Jen, nicht nur die an ihr Alltagserleben angrenzenden siche- :en Territorien. Es fällt schwer, nicht zu urteilen. Die Einstellung, die ich neine, umfaßt in gleicher Veise die Annahme defensiver, :eindseliger, negativer und schmerzlicher Gefühlsäußerun- gen des Klienten wie seiner liebevollen, reifen oder positiven Gefühlsäußerungen. Für viele Therapeuten ist es schwieriger, Jie positiven, freudigen Gefühle zu akzeptieren, denn Thera- )euten neigen dazu, diese mißtrauisch als Abwehr zu be- :racnten, Ich bin in vielerlei Hinsicht leichtgläubig und akzeptiere neinen Klienten als den, der er zu sein behauptet, ohne rntergründig zu argwöhnen, daß er vielleicht anders sein iönnte. Ich akzeptiere das, was in meinem Klienten lsr, nicht jas, was in ihm sein sollte.Einerhat es einmal so ausgedrückt: 'Hier bei Ihnen kann ich immer einfach ich selbst sein. Ich nache mir nie Gedanken darüber, ob ich mich richtig ver- :alte, Und wenn ich von hier fortgehe, fühle ich mich immer sehr viel kreativer - und dieses Ge{ühl dauert hinterher an.. Wenn ich eine Person auf der Stufe, wo sie zu sein meint, :kzeptiere, gebe ich ihr offenbar die Möglichkeit, sich selbst :refer zu erforschen. Ein Klient wollte beispielsweise über ,eine Schuldgefühle in bezug auf seine Kinder sprechen. Doch zuerst hatte er das Bedürfnis, mir mitzuteilen, daß er .ein Leben als erfolgreich betrachte und dieses Problem ihn richt besonders berühre. Ich akzeptierte die Gefühle, die er in jiesem Augenblick empfand. Kurze Zeit später, nachdem :hm erlaubt worden war, anderen Gefühlen nachzugeben ohne sich durch meinen Argwohn oder mein Mißtrauen redroht zu fühlen), war er imstande, seine komplexen Gefühie von Traurigkeit und Groll in bezug auf seine Kinder rewußt wahrzunehmen und anzuerkennen. Eine Frage, die in diesem Zusammenhang häu{ig auftaucht, :.t folgende: ,Angenommen, ich empfinde als Therapeut :egenüber meinem Klienten starke Ablehnung?" sEEMAN 1954) hat festgestellt, daß der Erfolg einer Therapie eng 155
  14. 14. t)/ T verbunden ist mit einem starken und wachsenden Gefül:. gegenseitiger Zuneigung und Achrung zwischen Klient unc Therapeut. Eine andere, von DrrrES (1952) durchgeführtl Untersuchung zeigr, daß es sich hierbei um eine"äußers: feinfühlige Beziehung handelt. DrrrES wies anhand der psr,- chogalvanischen Hautreaktion, mit derAngst, ein Gefühit.o: Bedrohung oder erhöhte Vachsamkeit beim Klienren gemes- sen werden können, nach, daß die Anzahl abrupter gäl,orn, scher Haurreaktionen signifikant anstieg, sobald die Einstel- lung desTherapeuren auch nur geringfügigeSchwankungen i: Richtung auf eine weniger akzeprierende Haltung hin aufwies Venn die therapeutische Beziehung als weniger akzeprierenr erlebt wird, stellt sich der Organismus sogar auf der physiolo- gischen Ebene auf eine Bedrohung ein. Dies weisr därauf hir.. daß in einer solchen Beziehung nicht nur eine akzeptierend. Haltung, sondern auch die Kongruenz des Thärapeute.-. wichtig ist. Da der Klient diese weniger akzeptieiende:. Gefühle spürt, sollten sie in der Beziehung offen zur Sprach. KOmmen. Venn derTherapeut nicht dazu in der Lage ist, den Klienre:. zu akzeptieren, ist die therapeutische Behandlung bedroh: Die einzige Mögiichkeit, dieses Problem zu bewältigen. besteht darin, daß er dem Klienten seine Reaktionen mitreil: Indem er diese wertenden Gefühle (die der Kiient vermutlici-. spürt) zugibt, können beide gemeinsam an dem Probler: arbeiten und den therapeutischen Prozeß unter Umstände:. wieder wirksam werden lassen und vielleicht sogar steigern Bei allzu häufig auftretenden urteilenden Reakrionen de, Therapeuten kann die Virksamkeit des rherapeutischen pro- zesses verlorengehen. In seinem Berichr über äie vorerwähnt. lJntersuchung über schizophrene Klienren kam rnu.Lx (1921 zu dem Schluß: oVenn Therapeuten besitzergreifend sind i.-. dem Sinn, daß sie häufig wertende Außerungen treffen, übe:. sie auf ihre Klienten eine desrruktive rVirkuns aus.u Ei: Therapeut, der entdeckt, daß er oft Urteile fällf muß sein. Gefühle vielieicht zusammen mir einem Kollegen exploriere:. oder selbst in therapeutische Behandlu.,g geh"i. Die Fahigke:: des-Therapeuten, seinem Klienten warme und akzeptiereni. Gefühle entgegenzubringen, ist wahrscheinlich davon abhän - gig, inwieweit er sich selbst akzeptierend und warm gegen- übersteht. 156 Eine weitere Dimension dieser Einstellung akzeptierender Zuwendung zum Klienten beinhaltet offenbar eine Bereit- ';haft auf seiten des Therapeuren. seinen Klienten in die liefen seiner Angst hinabzubegleiten und darauf zu ver- ::auen, daß sie beide zurückkehren werden. Ich waee die 3egegnung mit dem Unbekannten in meinem KlientÄ und :.rir selbst ohne die Gewißheit, aber doch im Vertrauen jarauf, daß es zu einem guren Ende kommen wird. Hier ein Beispiel für eine ungewöhnliche Art, einer ande- :en Person emotionale Zuwendung zu zeigen. Eine Freundin '. on mir, die durch eine schleichende Krankheit, durch welche ,re ans Bett gefesselt wurde, zermürbt war und das Gefühl :atte, niemand könnte ihre Verzweiflune verstehen oder :izeptieren, "gab schließlich auf". Sie la[ zwei Tage lang :e*.egungslos im Bett, sagte kein Wort, aß nichts und schlie{ ::ch nicht; sie war wie im Koma. Ich sagte ihr, daß ich :,aubte, ihre Gefühle nachempfinden zu können, daß mir an .:r liege und daß mich ihr Entichluß, nicht mehr weiterleben :u wollen traurig mache. Ich versuchte mir vorzusteilen, wie i:e sich in dem Augenblick fühlte, und gab versuchsweise .npathische Reaktionen. Meine Worte übten auf sie keinerlei 'I'irkung aus. Sie hörte mir nicht zu. Ich dachte nicht einmal ::rüber nach, was ich tun könnte, sondern war ganz bei :reiner Freundin. Ich wußte, daß ich ihr meine Gefühle :itteilen wollte. Ob sie lebte oder srarb, war mir ganz und gar :,:cht gleichgültig, aber zugleich achtete ich ihre Gefühle und ::lligte ihr die Veranrworrung ftlr ihr eigenes Leben zu. Ich ..qte ihre Lieblingsplarte auf und pflückte draußen in ihrem Sarten eine Blume, die ich in eine Schale mit Vasser legte. '.i'ortlos stellte ich die Schale unmittelbar neben ihren Koof . Zum erstenmal lockerte sich ihr srarrer Blick. Ihre Augen .turden feucht, als sie die Blume erblickte. Meine Freundin -:t an sich Freude am Essen, und wir hatten oft miteinander .:ne einfache Knäckebrotrnahlzeit eingenommen. Ich hohe :eshalb ihr Vitamin-C-Fläschen, ein Stück Knäckebrot und .rrs ihrer Liebiingsplätzchen herbei. Sie bewegte sich ein :.'enig und brach in leises Schluchzen aus. Daraufhin nahm :: die Morgenzeitung, schnitt daraus Bilder von spielenden lndern, jungen Mädchen, kleinen Tieren - das heißt: von - eben - aus und gestaltete eine Coilage, die meine Vorstellung ::r'on, wie sie das Leben normalerweise betrachtete, wieder-
  15. 15. gab. Als ich ihr diese Collage zeigte, brach sie in Tränen und heftiges Schluchzen aus, das nur ab und zu in Lache: umzuschlagen schien. Inzwischen weinte ich ebenfalls, unc zehn bis fünfzehn Minuten lang vergossen wir gemeinsan: unsere Tränen. Nachdem wir insgesamt fast zwei Stunde:. ohne verbale Kommunikation miteinander verbracht hatten. konnte sie über ihr Erlebnis sprechen, und wir konnte: gemeinsam ihren Gefühlen nachgehen. Vochen späre: äußerte meine Freundin: "Mich hat eine Person buchstäblic: vor dem Sterben bewahrt, indem sie sich um mich sorgte unc sich nicht scheure, mich in die Tiefen meiner Angst unc Verzweiflung hinab zu begleiten." Ich hoffe hierdurch niemanden zu der Schlußfolgerung z.; verleiten, daß das allerneueste Selbstmordverhütungsmitte. für eklektische Therapeuren aus einer Blume, einem Stüci Knäckebrot und einer Collage auf Filzpapier besreht. Ici-. hoffe vielmehr, daß dies als ein Sonderbeispiel der unend- lichen Vielfalt von Möglichkeiten aufgefaßt-wird, wie ma:. einer anderen Person seine Zuwendung mitteilen kann. Diese nichtbesitzergreifende Zuwendung - bei der ich e, nicht nötig habe, meinem Klienten zu sagen, was für ihn da, beste ist, oder ihn zu kontrollieren, bei der ich all seine gemischten Gefühle akzeptieren kann, ihn so akzeptiere:. kann, wie er gerade ist, diese Art von Zuwendung schafft eir sicheres Klima, in dem er die "schrecklichen" Ge{ühle, die e: erlebt, die verborgensten Elemente von sich explorieren, :: überhaupt erst zulassen kann. Präz is e s eint'ü b len de s Verste b e n Wenn ich die phänomenale Welt meines Klienten verstehe:: will, muß ich mehr als nur den einfachen Sinn seiner'Worre verstehen. Ich muß eintauchen in die Wek komplexer Sinnse- halte, die mein Klient durch seinen Tonfall und ebenso duicL seine Gesten zum Ausdruck bringt. Ein solches Versteher äußert sich im besten Fali durch Bemerkungen, die nicht nu: spiegeln, was dem Klienten voll bewußt ist, sondern auch die möglichen Zonen erfassen, die am Rande seiner Gewahrwer- dung auftauchen. Bei diesem Versuch, den Klienten seinen: eigenen Erleben näherzubringen, hilft es mir, wenn ich voll ir meinem eigenen Erleben drinstehe - wenn ich mit meinen 158 Gefühlen in Berührung bin. Indem ich in das Universum :reines Klienten eintauche und mein eigenes Erleben sensibel '.ahrnehme und mitteile, kann ich ihm zuweilen den gefühl- ::n Sinngehah vermitteln, dessen mein Klient sich nur vage :ewußt ist. Er ist in wachsendem Maß in der Lase, mehr von ,einem aktuellen organischen Erleben, das in lhm leibhaft ::läuft, ins Bewußtsein zuzulassen. Ein solches sondierendes Abtasten des Randes der Ge- . ahrwerdung erfordert sehr viel Feingefühl. Ein allzu gewag- ::r Vorstoß seitens des Therapeuten, mit dem er zu weit über :en Rand dessen, was dem Klienten bewußt ist, vordringt, -'rrd von diesem häufig als Bewertung oder Urteil empfun- :en. Bei seiner Selbstexploration isr der Klient wie ein Kind, ::s sich zum erstenmal hinaus in die Dunkelheir wagt. Er :rgstigt sich und schreckt leicht zurück, bis er mit dieser .:uen Welt vertraut wird. Andeutungen desTherapeuten, daß .: über diese Welt mehr wisse als der Klient, können diesen :edrohen in seinem zaghaften, gleichsam kindlichen Bestre- ::n, gefährliche Bereiche seiner selbst zu erforschen. Das folgende Beispiel aus einer Encounrergruppe illustriert : anschaulicher Weise den grundlegenden Unterschied zwi- ::iren einem klinisch sondierenden Verfahren und einer :ipathischen Reaktionsweise, die das befreiende Erlebnis :.it sich bringt, endlich verstanden zu werden. Doug, ein achtunddreißigjähriger Kaufmann, hat der l:uppe gerade davon erzählt, wie er sein Geschäft, seine i:au, seine Familie und seine Kreditwürdigkeit innerhalb der -emeinschaft, in der er lebte, verloren hatte und wie er sich ::rn in jahrelangen mühseligen Kämpfen allmählich sein -eschäft wieder aufgebaut und seine Kreditwürdigkeit :::ückgewonnen hatte. Gruppenmitglied: "Du hasr von deiner Scheidung gespro- ::en und davon, daß es dich traurig mach!, von deinen h:ndern getrennt zu sein. Es scheint so, als ob du Probleme -.:itest, von denen du uns nichts erzählst.n Dozg.' ,un, das war ein sehr schmerzliches Erlebnis in :einem Leben, und ich habe eben versucht, euch das mitzu- :.:len. Für mich war es sehr rraurig, und das wird es auch ::ner bleiben, aber ich hab' das Gefühl, daß ich diese _.*Tr"* durchsrehen konnte und dadurch gewonnen 159 i i'
  16. 16. 161 Mitglied: "Glaubst du, daß es durch einen Mangel an Stabilität zu diesem Bruch gekommen ist?. (Doug wird unruhig und runzelt die Srirn.) Mitglied: "Ich hab' das Gefühl, daß du eine Last mit dir herumschleppst, die mit diesem Ereignis zusammenhängt und dich behindert. Als ob du damit irgendwie nicht fertis geworden wärsr - eine Vunde, die nichiaufhörr zu schmerl zen. Mir scheinr, unter der Oberfläche bist zu sehr verletzt." (Doug kreuzt die Beine, verschränkt die Arme über de: Brust und zündet sich dann eine Zigaretre an. Er trägt dabe: eine gieichgültige, abwesende Miene zur Schau.) Doug: "ln gewisser Veise hast du wahrscheinlich recht. Ici-. bin ein ziemlich unbeständiger Charakter." (Mit sehr leise: Stimme.) "Ich komme aus einer puriranischen Familie, unc wegen meiner Kinder habe ich noch immer große Schuld- gefühle. " Mitglied: "lch frage mich, inwieweit du dir erlaubt hast. deinen Schmerz zu fühlen. . . ihn einfach voll zu fühlen?" (Die Gruppenmitglieder versuchen ihn mit sondierende: Bemerkungen dazu zu bringen, daß er seinen ooffenkun- digen" Schmerz oder seine Gefühle äußert. Doug steht seiner-. gefühlten Bedeutungsgehahen zu diesem Zeitpunkr nich: sehr nahe. Er schließt sich infolgedessen immer mehr ab unc verbirgt seine innersten Gefilhle vor der Gruppe.) Miglied: ,Hat deine Frau dich verlassen? Ist sie di: davongelaufen ?" Mitglied: "Vie hast du das empfunden?" Doug: (Unbeteiligt.) oNun, es gab Probleme." Mitglied: oVarum hat sie dich verlassen?" Doug: "lch hatte finanziell Ruin gemacht, und sie wolh. nicht länger in der Gemeinde bleiben und ständig Gläubiger: von mir gegenübertreren müssen, und so ging sie weg. . . Ic: blieb und bemühte mich darum, unsere Schulden zurückzu- zahlen - einen Neuanlang zu machen. Sie hatte bestimmre Vorstellungen in bezug auf unsern Lebensstii. Gesellschafr- tffl.#::U.rnung war für sie sehr wichtig - wichtiger, als ei Mitglied: "Du empfindest offenbar noch immer große:, Schmerz. Es scheint dir sehr nahezugehen. Du hast dic: davon noch nicht gelöst., Mitglied: 'Wann ist das passiert?" 160 Dowg: "Yor vier Jahren." .l(itglied: "Eine lange Zeit, wenn man so etwas (den ::hmerz) mit sich herumschleppt." ,litglied: "Hast du andere Beziehungen aufgenommen?o Doug: "Ja." .llitglied: "Wie lassen die sich an?. Doug: ,'Gtr.,, (Sehr abwehrend.) "Ich glaube, die Gruppe r:t recht mit dem, was sie über meine Wut und meinen !:hmerz sagt. Aber ich fühl' mich gut. Ich habe mir meiner : x-Frau und mit meiner'Wut abgeschlossen. Ich glaube nicht, ::11 es mir so schlecht geht, wie ihr zu glauben meint.* -n dieser Stelle führt der Therapeut den Erlebensfiuß -.rrück zu dem Punkt, wo Doug offenbar den Bezug zu ,.rnen gefühlten Bedeutungsgehalten verloren hatte, indem er ..rige dieser Gefühle empathisch erfaßt und bemerkt: oEs :uß unheimlich viel Mut und Kraft gekoster haben, den Weg ::rück zu finden und nach einem so niederschmetrernden ::lebnis noch einmal von vorn anzufangen.. Dozug.' ,Npn, weißt du, eswar aerdamhthart(seineAugen -- erden feucht), der psychische und der physische Schmerz. 1eine ganze Welt brach zusammen . . . aus der Gemeinschaft :-:sgeschlossen... nachdem sie mich verlassen hatte. Ver- :.:.mmt harte Jahre, während ich mich wieder aufgerappelt ::be... (schluchzt ietzt und berichtet noch einmal seine -eschichte. . .). Erst seit einem Jahr bin ich wieder in der -:ge, zu lachen und mir finanziell keine Sorgen mehr zu ::.achen. (Mit Zorn in der Stimme.) Und für meine Kinder r:oe ich die ganze Zeit gesorgt und tue es auch jetzt noch." Einfaches Verständnis für Dougs Gefühle brachte ihm die !:ieichterung, die die Gruppe trotz all ihrer wohlmeinenden -.rsichten ihm nicht hatte geben können. Ich möchte diesen Abschnitt mit einem Beisoiel abschlie- .,:n, das anschaulich zeigt, welche Uberraschung ein Thera- :-ut erleben kann, der die private lVeit eines anderen aus ::ssen Perspektive betrachtet. In ly'e?4' Directions in Client- -:ntered Therapy 097q berichter JoHN sHLiEN die leschichte eines Psychologen, der auf den lVunsch der r.sorgten Eltern hin einen ,schwierigen" Jungen zu beob- =:hten hatte. Der Junge war still, sensibel, einsam, nervös, ::rte Angst vor anderen Kindern und wurde durch sie sehr :-:igeregt. Das Kind storterre, wenn es mit Fremden sprach,
  17. 17. 163 i I : i i I I i I I I I I I i I I I t i i i i und zog sich immer mehr in sich zurück. Unbemerkt beob,- achtete der Therapeut das Kind, während es für sich allein ir, elterlichen Garten spiehe. Es saß versonnen da und lauschr. dem Gebrüll der Nachbarskinder. Der Junge runzelte dr. Stirn, rollte sich auf den Bauch und hämmerte mit seine: weißbeschuhten Füßen auf den Rasen. Er setzte sich wiede: auf und betrachtete seine schmutzigen Schuhe. Dan:. erbiickte er einen Regenwurm. Er legre ihn auf eine Stein- platte, suchte sich einen scharfkantigen Kieselstein un; begann den Wurm in der Mitte durchzutrennen. An diese: Punkt machte sich der Psychologe im Geist vorsichtis. Notizen des Inhalts: "Scheint isoliert und zornig zu sein, is: vielleicht übermäßig aggressiv oder sadistisch, sollte beob- achtet werden, wenn er mit anderen Kindern spielt, ma:. sollte ihm kein Messer in die Hand geben und ihm keir:t Haustiere anvertrauen.< Dann bemerkte er, daß der June. mit sich seibst sprach. Er beugte sich näher heran und spitzr. die Ohren, um zu verstehen, was der Junge sagte, als er de:. üurm durchtrennt harre. Er sagte, wobei sich seine Stir.-. glättete: oDa, jetzt hast du einen Freund." Der Unterschie: zwischen dem, was man von außen beobachtet, und de: inneren Welt ist manchmal verblüffend. Rangfolge der tberapeutiscben Einstellungen In bezug auf die Priorität der therapeutischen Einsrellunge- von Echtheit, Zuwendung und Empathie sind die Autore, unterschiedlicher Ansicht. Carl:lmAugenblick bin ich der Meinung, daß von den dr. Einsteilungen, die der Therapeut besitzen sollte, Echthe:: oder Kongruenz die grundlegende ist. Als Therapeut muß ic. sehr starkes Einfühlungsvermögen erwerben, um die thera- peutische "Arbeit" erfüllen zu können. Ein solches Gespu: für das augenblickliche ,Sein" einer anderen Person setzt abe: voraus, daß ich diese andere Person akzeptiere und ihr einis. Hochschätzung entgegenbringe. Diesä Haltungen sii: jedoch nur dann von Bedeutung, wenn sie wirklich sind, un: deshalb muß ich in der therapeutischen Begegnung zualle:- erst integriert und echt sein. Jobn: Lus der Perspektive des Klienten gesehen rsr mern.: Ansicht nach die wichtigste therapeurische Einstellun: 162 e!was, das ich in Freundscha{ten und anderen Beziehungen neistens nicht bekommen kann, das bedingungsfreie Akzip- :ieren. Diese Art von nichturteilender Zuwendung erlaubt nir, meine tiefsten und am meisten behüteten Gefühle zu :rforschen. Die drei therapeutischen Einstelluneen sind :achgewiesenermaßen eng miteinander verbunde.rl Es sind '.'ielleicht drei Dimensionen eines elemenraren Faktors. Ich :abe die Vermutung, daß dieser grundlegende Faktor darin resteht, daß der klientenzentrierte Therapeut sein Verrrauen .: die natürliche Selbswerwirklichungs- und Selbstbestim- nungstendenz des Klienten serzt und sie respektiert. Alle unsere spekulativen Vorstellungen bedürfen noch :ines empirischen Nachweises. Gesichert ist bis ietzt nur, daß :rne Therapie offenbar dann optimal wirksam ist, wen.r der Therapeut alle drei Einstellungen - Echtheit, Akzeptieren :nd präzises einfühlendes Versrehen - in hohem Maß ver- -r-irklicht. Um diesen Abschnitt zusammenzufassen: Indem der rlient jemanden findet, der ihm mit gleichbleibend akzeptie- :ender Haltung zuhört, während er seine Gedanken und Gefühle äußert, wird er nach und nach immer mehr fähig, litteilungen aus seinem Innern aufzunehmen; er nimmt rewußt wahr, daß er wütend ist; oder daß er verängstigt rir,. -.der daß er liebevolle Gefühle erlebt. Allmählich kommt er in :ie Lage, auf Gefühle in seinem Innern zu horchen, die ihm ::üher so absonderlich, so schrecklich und so bedrohlich :rschienen waren, daß sie völlig von der Gewahrwerdung :usgeschlossen waren. Während er diese verborgenen und schrecklichen" Aspekte von sich enthüllt, merkr er, daß die Zuwendung des Therapeuren ihm gegenüber nicht nachläßt. - nd allmählich übernimmt er die gleiche Einstellung gegen- :ber sich selbst, er beginnt sich so, wie er ist, anzunehmen :nd bereitet seinen weiteren !üerdeprozeß vor. Venn der rlient schließlich so weit ist, daß .r g.bß... Bereiche von sich ..ahrnehmen kann, entwickelt er immer mehr Kongruenz :nd nähert sich dem freien, offenen Ausdruck seiner selbst :n. Er ist zulerzt frei, sich zu verändern und in die Richtungen :u wachsen, die dem reifenden menschlichen Organismus '. on Natur eigen sind. Psychotherapie ist ein Prozeß, durch den der Mensch eins ..ird mit seinem Erleben, ohne Selbsttäuschung, ohneVerzer- t '.lt . j'
  18. 18. I rung. Er kehrt auf wissende Weise zu seinem ursprünglicher: sinnenhaften und leibhaften Erleben zurück. Psychotheraoie ist ein Prozeß der Erkundung der eigenen Perion, den r. s, ELIor in die Worte einfängt: ,Und am Ende all unseres Suchens werden wir dorthin gelangen, von wo wir ausgegan- gen sind, und wir werden den Ort zum erstenmal kennen." Literatur: BARRETT-LENNARD, c.r., "Dimensions of perceived therapist respons. related to therapeutic change", unveröffentlichte Dissertation, Un:- versity of Chicago, 1959. DITTEs, J. E., oGalvanic skin response as a measure of patient's reaction :: therapist's permissiveness.', in: J. abnorm. soc. Pit,chol., 1957, 55. GENDLINT r. r., "Experiencing: A variable in the process of therapeut:: changen, in Amer. J. Psychol.,1961, 15. cENDLIN, r.r., ,Expglisncing and rhe nature of concepts., in: fri, C h ristian S ch ciar, 1963, 46. cENDLIN, E. T., "A short summarv and some long prediction5", in: A'e:- Directions in Client-Centered Therapl', Hrsg.: y.r. HARr u. r. r.: ToMLrNsoN, Houghton Mifflin, Boston 1970. HALKIDES, c,, "An exPerimental study of four conditions necessary io: therapeutic change", unveröffentlichte Dissertation, Universin. ..: Chicago,1958. ! 'DER, v. c., 'An investigation of the nature of nondirective psychothe- :apy", in: J. genet. Psychol,1945,33. . i--A.X, C. B. u. MITCHELL, x. t"r., ,Research on certain theraoist inreroer- sonal skills in relation ro process and outcome", in: iiandbooh of Ps1,chotberapy and Behavior Cbanges, Hrsg.: .1. E. BERcTN u. s. L. cARFTELD John 7iley NewYork 1921. :. DER vEEN, r., "Client perception of therapist conditions as a factor in :svchotherapy", in: Neo Directions in Client-Centered Therapy, Hrsg.: ;. r. HART u. r. ru. rourrNsou, Houghton Mifflin, Boston 197ö. HART, J.r., "The development of ciient-centered therapy", in: l'c: Directions in Client-Centered Therapy, Hrsg.: 1.r. HART u. r, 1 ToMLTNSoN Houghton Mifflin, Boston 1920. RIocH, M. u., "NIMH Pilor Project in Training Mental Health Counse- lors: Summary of first year's work 1960-61.. Mimeographisch auige- zeichneter Bericht. Bethesda, Maryland: National Institute of l[enr;. Heahh Adult Psychiatrl, Branch, undatiert. RocERs, c. n. 'The necessarv and suf{icient conditions of therapeur: personality change-, in: J. tonsult, Psl'chol.. 1957,21,95. RocERs, c.R., 'A theory of therap,v, personality and inrerperson:., relationships as developed in the client-centered framew6l[", in P sy ch o lo gy : A St udy of S cie nce, Bd. III, Form ulations of th e P er son ar : the Social Context, Hrsg.: s. xocH, MrGraw Hill, New York 1959 RocERs, c.R., On Becoming.l Person. Houghton Mifflin, Boston 1961 Dt. Ausg.: Entuicklung der Persönlichkelr, Klett, Stuttgart 1923. RocERs, c.n., "The process equation of psychotherapy", in; Amer,.' Psycbotberapl,, 1961, 15, 27. sEEMAN-,.J., 'A study oi thc process of nondirective therapy", in: .' consuk Psycl:o1., 1949. 13 sEEMAN, J., "Counseior judgements of therapeutic process and ou:, c6r1g", in: Psychotherap,- and Personality Change,Hrsg: c. R. RocEi: u. R.F. DyMoND University of Chicago Press, Chicago 1954. 164 ß5

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