Herbert KubicekOpen Government Data und InformationsfreiheitZwei Wege zum selben Ziel? OGD DACHLI, Wien 4. Oktober 2012
Open Government und Open Government Data Sind offene Rohdaten eine Basis für mehr Transparenz?                            ...
1) Die Open-Data-Bewegung verspricht neben derFörderung von Innovationen und Wirtschafts-wachstumauch mehr Transparenz in ...
„Transparenz“ (Wikipedia)Transparenz ist in der Politik ein Zustand mit freier Information, Partizipation undRechenschaft ...
2) Bisher fehlt der Nachweis, dass durch die Bereitstellung vonRohdaten politische Entscheidungen und Entscheidungs-prozes...
3) Die Open Data Initiativen tun so, als hätten siedie erste und einzige Strategie zur Schaffung vonmehr Transparenz. Sie ...
4) Die bisher bereitgestellten Rohdaten stammen     überwiegend aus Verwaltungsbereichen, für die schon     seit langem ge...
5) Teilweise wird die Notwendigkeit gesetzlicher Regelungen verneint.Wo gesetzliche Initiativen ergriffen werden, nehmen s...
6) Die bestehenden gesetzlichen Regelungen für mehrTransparenz sind durchaus verbesserungswürdig.Insbesondere IFG´s in ihr...
7) Die bereitgestellten Rohdaten werden fastausschließlich von technisch versierten Menschennachgefragt. Bisher selten mit...
8) Open Data Prinzipien könnten in einerevolutionären Strategie zur Verbesserung vonTransparenz eine wichtige Rolle spiele...
9) Für einen primären Ansatz bei den Dokumentenspricht auch die unterschiedliche Suchmöglichkeit:Für die Auffindbarkeit vo...
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10) Dokumente bilden den für das Verständnisvon Daten notwendigen Kontext• Wenn man datengestützte Aussagen in einem Dokum...
11) Wenn es um die technische Plattform für die Bereitstellung vonRohdaten geht, sollte diese mit den bereits laufenden En...
12) Die Bremische Architektur und aktuelle Baustellen VerwVerfG             IFG                UIG              VIG       ...
Prof. Dr.                             Herbert Kubicek                             Am Fallturm 1                           ...
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  1. 1. Herbert KubicekOpen Government Data und InformationsfreiheitZwei Wege zum selben Ziel? OGD DACHLI, Wien 4. Oktober 2012
  2. 2. Open Government und Open Government Data Sind offene Rohdaten eine Basis für mehr Transparenz? ?Quelle: EU-Kommission (Malmö Ministererklärung zum E-Government (2009) + Digitale Agenda (2010) 2
  3. 3. 1) Die Open-Data-Bewegung verspricht neben derFörderung von Innovationen und Wirtschafts-wachstumauch mehr Transparenz in Politik undVerwaltung zu schaffen- durch die Bereitstellung von Rohdaten- in technisch offenen Formaten- zu Lizenzbedingungen, die eine unentgeltlicheWeiterverarbeitung erlauben. 3
  4. 4. „Transparenz“ (Wikipedia)Transparenz ist in der Politik ein Zustand mit freier Information, Partizipation undRechenschaft im Sinne einer offenen Kommunikation zwischen den Akteuren despolitischen Systems und den Bürgern. Damit eng verbunden ist die Forderung nachVerwaltungstransparenz und Öffentlichkeitsprinzip. Als Metapher dient die optischeTransparenz: Ein transparentes Objekt kann durchschaut werden...... ist Ziel verschiedener Initiativen. Sie wird wie folgt begründet:• Feedback-Funktion: Transparenz ermöglicht den Bürgern, Probleme wahrzunehmen, Beschwerden zu äußern und Verbesserungsvorschläge zu erfahren und zu erörtern und diese den politischen Repräsentanten mitzuteilen. Dadurch kann der Repräsentant die drängenden Probleme wahrnehmen und folglich effizienter arbeiten.• .....• Verhinderung von Machtmissbrauch: Machtmissbrauch soll dadurch unterbunden werden, dass jeder sich informieren kann, ggf. dagegen agitieren (am politischen Geschehen partizipieren) kann und der Politiker zur Rechenschaft verpflichtet ist. Verwaltungstransparenz: .... Gemeint ist, dass die Bürger Einblick und Durchblick in Entscheidungen und Vorgänge der Verwaltung erhalten. 4
  5. 5. 2) Bisher fehlt der Nachweis, dass durch die Bereitstellung vonRohdaten politische Entscheidungen und Entscheidungs-prozesse transparenter geworden sind. Dies wird m. E. auch sobleiben, weil der Ansatz bei den Rohdaten dafür ungeeignet ist.Transparenz ist kontextabhängig. Rohdaten sind de-kontextualisierteInformationenmit unvollständiger Semantikund weitgehend ohne Pragmatik. Sie müssen erst wieder re-kontextualisiertwerden, um zu mehr Transparenz beitragen zukönnen.Das erfordert technisches Wissen und inhaltliches Kontextwissen zugleich.Oder einfach ausgedrückt: Rohdaten sind keine gebrauchsfertigenProdukte ! 5
  6. 6. 3) Die Open Data Initiativen tun so, als hätten siedie erste und einzige Strategie zur Schaffung vonmehr Transparenz. Sie knüpft nicht an bestehenderechtliche, organisatorische und technischeRegelungen und Bedingungen zur Erreichung diesesZieles an, ist deswegen nicht alltagstauglichund wird ihre Ziele nicht erreichen(Anm.: Ein konkretes aktuelles Beispiel ist das HamburgerTransparenzgesetz (§ 10) mit der Forderung nach einem zentralenInformationsregister für alle zu veröffentlichenden Informationen,auch aufgrund anderer Rechtsvorschriften, in offenen Formaten undzur maschinellen Weiterverarbeitung) 6
  7. 7. 4) Die bisher bereitgestellten Rohdaten stammen überwiegend aus Verwaltungsbereichen, für die schon seit langem gesetzlich Veröffentlichungspflichten bestehen. (Open Data Initiativen ernten die Früchte, die andere gepflanzt haben) Bereitschaft Bremischer Behören, Daten für den Apps4Bremen-Wettbewerb zur Verfügung zu stellenStatistik Umwelt Verkehr Bau Wirtschaft Arbeit Soziales Finanzen Inneres Gesundh Bildung 7
  8. 8. 5) Teilweise wird die Notwendigkeit gesetzlicher Regelungen verneint.Wo gesetzliche Initiativen ergriffen werden, nehmen sie bestehende Bestimmungen nicht zur Kenntnis Informationsweiter- oder bemühen sich nicht um verwendungsgesetz Anschlussfähigkeit und Harmonisierung der großen Geodaten- gesetzlichen Unterschiede Informations- Datenschutz- Zugangs- freiheits- Gesetz in Bezug auf Veröffent- gesetzlichungspflichten, gesetz Verweigerungsgründe, Baugesetz /Nutzungsrechte, Planungs- Verbraucher-Gebühren u.a.m. informations- recht Umwelt- gesetz informations- gesetz (Beispiel HH Transparensgesetz und Bund-DE: E-Government-Gesetz-E) 8
  9. 9. 6) Die bestehenden gesetzlichen Regelungen für mehrTransparenz sind durchaus verbesserungswürdig.Insbesondere IFG´s in ihrer vorherrschenden Fassunghaben grundlegende Schwächen. Sie sind reaktiv auf dieBearbeitung von Anträgen ausgerichtet, die bei deninformationshaltenden Stelle gestellt werden müssen.Um diese zu finden, muss ein Interessent über gewissesVorwissen verfügen.IFGs beinhalten darüber hinaus eine Reihe vonVerweigerungsgründen, aber auch Strukturen undVerfahren zur Abwägung konfligierender Interessen. 9
  10. 10. 7) Die bereitgestellten Rohdaten werden fastausschließlich von technisch versierten Menschennachgefragt. Bisher selten mit dem Ziel von mehrTransparenz und noch seltener mit einementsprechenden Effekt.(Haushaltsposten grafisch in ihren Größenverhältnissenzueinander darzustellen, erhöht die Verständlichkeit,bringt jedoch keine Erweiterung des Informationsgehalts.Dazu wären Ausgaben, Verpflichtungen und Verträge zuanalysieren!) 10
  11. 11. 8) Open Data Prinzipien könnten in einerevolutionären Strategie zur Verbesserung vonTransparenz eine wichtige Rolle spielen.Diese sollte aber nicht bei den beschaffbaren Rohdatenansetzen, sondern an den Dokumenten, die politischenEntscheidungen zugrunde liegen. Für diese sollte, wie inBremen, eine pro-aktive Veröffentlichungspflicht geschaffenwerden, die auch die diesen Dokumenten zugrundeliegenden Rohdaten umfasst, um Selektion oderManipulation bei Tatsachenbehauptungen (Statistiken,Meßwerte etc.) überprüfen zu können. 11
  12. 12. 9) Für einen primären Ansatz bei den Dokumentenspricht auch die unterschiedliche Suchmöglichkeit:Für die Auffindbarkeit von Offenen Daten werden Datenkatalogeangeboten. Diese enthalten zumindest der Konzeption nachumfangreiche Metadaten. Für die Beurteilung der inhaltlichen undmethodischen Qualität der Daten reichen diese nicht aus. Und auchnicht für eine erfolgreiche Suche. Denn in den Datenkatalogen kann nurnach den Metadaten, insbes. Titel, Schlagwort, Themenfeld undKurzbezeichnung gesucht werden.Beim Bremischen Informationsregister hat sich eine reine indexbasierteSuche als wenig effektiv erwiesen. Nutzer sind inzwischen von Googlebessere Ergebnisse gewöhnt. Google führt eine Volltextsuche durch.Das geht bei Dokumenten gut, bei Daten nur in der Kurzbeschreibung,auf deren Aussagefähigkeit bisher wenig Wert gelegt wird. 12
  13. 13. Forts. Unterschied Daten - Dokumente• Daten müssen re-kontextualisiert werden, sollen in offenen Formaten bereitgestellt werden, können selbst nur über Metadaten erschlossen werden (Perspektive Data-Mining)• Dokumente, wie z.B. Verträge zur Daseinsvorsorge, sollen weiterverbreitet, aber nicht weiter verarbeitet werden. Eine Volltextsuche ist in der Regel effektiver als eine indexbasierte Suche. (Perspektive Dokumenten-Management-System / Google-Suche) 13
  14. 14. 10) Dokumente bilden den für das Verständnisvon Daten notwendigen Kontext• Wenn man datengestützte Aussagen in einem Dokument überprüfen will, kann man von diesem inhaltlichen Startpunkt aus gezielt nach den zugrunde liegenden Rohdaten suchen. Der Entstehungskontext der Daten wird in den Dokumenten meistens besser beschrieben als in Metadaten.• Wenn man aufgrund von Vorwissen an bestimmten Daten interessiert ist, kann manin Dokumenten, in denen ein diese Daten verwendet werden, mehr über den Entstehungszusammenhang erfahren als aufgrund von noch so guten Metadaten 14
  15. 15. 11) Wenn es um die technische Plattform für die Bereitstellung vonRohdaten geht, sollte diese mit den bereits laufenden Entwicklungeneiner Plattform für die Bereitstellung von Geo-bezogenen Datenund Diensten nachAnhang IIII derINSPIRE-Richtlinieabgestimmtwerden, umDoppelarbeiten-und –investitionenzu vermeiden 15
  16. 16. 12) Die Bremische Architektur und aktuelle Baustellen VerwVerfG IFG UIG VIG Stat G GeoZG Veröffentlichungspflichten - Lizenzbedingungen - Gebühren Erschließungsregeln für Dokumente und Daten Meta-Daten für Dokumente und Daten gemeinsam. Register/Katalog Pro-aktive Bereitstellung von Daten Pro-aktive Suche Plattform Bereitstellung von (Roh-)Daten Dokumenten Dokumente (Texte) Individuelle Bereitstellung Antrag auf Zugang 16
  17. 17. Prof. Dr. Herbert Kubicek Am Fallturm 1 28359 Bremen Tel.: 0421 218-56575 Fax: 0421 218-56599 E-Mail: kubicek@ifib.de www.ifib.deMehr aufhttp://www.ifib.deundhttp://www.daten.bremen.de 17

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