International Migration Outlook 2015

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Präsentation von Thomas Liebig, Abteilung für Internationale Migration, OECD. 22. September 2015, Berlin.

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  • German data refer to formal asylum registrations. Given the large increase, there is an additional significant and growing number of asylum seekers who are still waiting for their request to be formally filed.

    The vast majority of refugees in Turkey do not apply for asylum. In Turkey, 2 Million Syrians have temporary protection; in addition there are about 300’000 Afghans and Iraqis in Turkey without formal status.
  • Keine Migrations- sondern Flüchtlingskrise

    Nicht nur Flüchtlinge aus Syrien, sondern auch hohe Anzahl an Afghanen, Irakern, Eritreern – in diesen Ländern, aber auch in Herkunfts- und Transitländern besteht wenig Hoffnung, dass die Situation sich verbessert

    IV. Und oft ist die Faktenlage unklar
  • International Migration Outlook 2015

    1. 1. OECD INTERNATIONALER MIGRATIONSAUSBLICK UND HERAUSFORDERUNGEN DER FLÜCHTLINGSKRISE Dr. Thomas Liebig Leitender Ökonom Abteilung für internationale Migration 22. September 2015
    2. 2. I. OECD Internationaler Migrationsausblick 2015  Trends in der dauerhaften Migration  Migration im Gesundheitssektor II. Flüchtlingsmigration 2015  Asylanträge in Deutschland, Österreich und der Schweiz im internationalen Vergleich  Herausforderungen  Integration von Flüchtlingen Übersicht
    3. 3. I. OECD Internationaler Migrationsausblick 2015
    4. 4. Dauerhafte Zuwanderung in OECD Staaten war bereits vor der Flüchtlingskrise im Anstieg 4.1 4.7 4.4 4.1 4.0 4.0 4.0 4.1 4.3 3.5 4.0 4.5 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 (e) Millionen 14% 8% 35%8% 5% 30% Arbeit Mitreisende Angehörige von Arbeits- migranten Familien- nachzug Humanitäre Migration Sonstige Freizügigkeit EU Entwicklung der Zuwanderung in den OECD-Raum Zuwanderung nach Migrationskategorien in 2013 76% Freizügigkeit 0,5% Sonstige 6,5% Humanitäre Migration 12% Familiennachzug Deutschland Gesamt = 468 000 5% Arbeit OECD Gesamt = 4,1 Mio
    5. 5.  Deutschland bleibt mit deutlichem Abstand das zweitwichtigste Einwanderungsland in der OECD (in absoluten Zahlen) nach den USA  Weiterer kräftiger Anstieg - vor allem auf Intra-EU- Mobilität zurückzuführen  Voraussichtlich mehr als 500 000 dauerhafte Zuwanderer, Anstieg in allen Kategorien erwartet (intra-EU, Familie, Arbeit, Humanitär).  Voraussichtlich wiederum rund drei Viertel der dauerhaften Neuzuwanderung kamen aus der erweiterten EU Trends – Dauerhafte Einwanderung nach Deutschland – vorläufige Zahlen 2014
    6. 6.  Personenfreizügigkeit im ersten Quartal nicht weiter gestiegen  Anstieg in der Arbeitsmigration aus Drittstaaten  Anstieg in der humanitären Migration hat auch einen Anstieg in der Familienmigration zur Folge  Ca. 300 000 – 350 000 dauerhafte Zuwanderer aus dem Asylsystem (Annahme: 800 000 Asylsuchende, Anerkennungsquote ca. 40%) – in absoluten Zahlen wird humanitäre Zuwanderung voraussichtlich auch 2015 unter der Zuwanderung aus der EU liegen  Pro Kopf hatten viele kleine OECD-Länder in der Vergangenheit eine größere dauerhafte Migration => keine Migrations-, sondern eine Flüchtlingskrise! Trends – Dauerhafte Einwanderung nach Deutschland - erste Trends 2015
    7. 7. • Bei den Männern ist die Beschäftigungsquote von Migranten mittlerweile fast so hoch wie von in Deutschland geborenen Personen (77% vs. 78%) – das ist höher als in Kanada • Bei den Frauen ist der Abstand nach wie vor erheblich (60% vs. 71%). Allerdings hat sich die Beschäftigungsquote für zugewanderte Frauen in Deutschland in den letzten Jahren deutlich verbessert • Dies gilt auch für die Schweiz und, in einem geringeren Maße, für Österreich Stand 4.Quartal 2014 Die Arbeitsmarktintegration der Zuwanderer hat sich in den letzten Jahren deutlich verbessert…
    8. 8. • Deutschland ist das drittgrößte Herkunftsland für Ärzte, die im OECD- Ausland arbeiten – und das viertgrößte für Krankenschwestern Trends – Migration im Gesundheitssektor Top 10 Herkunftsländer für im Ausland geborene Ärzte Krankenschwestern in der OECD 0 10 000 20 000 30 000 40 000 2000/01 2010/11 86 680 (2010/11) 55 794 (200/01) 0 20 000 40 000 60 000 80 000 2000/01 2010/11 221 344 (2010/11) 110 774 2000/01)
    9. 9. • Allerdings wandert auch verstärkt Gesundheitspersonal nach Deutschland ein • 2010/11 waren 16% (57 210) der in Deutschland tätigen Ärzte im Ausland geboren; in Österreich 17% und in der Schweiz sogar fast 42% • Hauptherkunftsländer in Deutschland: Rumänien, Griechenland, Österreich, Russische Föderation, Polen • Häusliche Altenpflege: 11% der Pflegekräfte sind im Ausland geboren (im Vergleich: Österreich 30%, Schweiz 20%, Italien 90%) Trends – Migration im Gesundheitssektor
    10. 10. • Kanada hat zum 1. Januar 2015 sein Arbeitsmigrationssystem komplett reformiert und auf ein zweistufiges Verfahren umgestellt • Kandidatenpool, aus dem Arbeitgeber rekrutieren können. Bei Arbeitsangebot erhalten Kandidaten praktisch automatisch eine Aufenthaltsberechtigung • Australien und Neuseeland haben ähnliche Verfahren • Evtl. von Interesse für Diskussion in Deutschland zu einer Reform der Zuwanderungsgesetzgebung? Trends – Migrationspolitik
    11. 11. II. Flüchtlingsmigration 2015
    12. 12. 2015 wird ein Rekordjahr für die Asylmigration 0 200 400 600 800 1980 1981 1982 1983 1984 1985 1986 1987 1988 1989 1990 1991 1992 1993 1994 1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 Thousands OECD EU GermanyDeutschland 401 652 269 476 85 173 Jan-Jul 2014 Jan-Jul 2015 OECD EU GermanyDeutsch- land Zahl der Asylanträge in 1 000 1980-2014 2014 vs. 2015: Januar bis Juli
    13. 13. Anträge von syrischen und afghanischen Asylsuchenden sind 2015 stark angestiegen 0 5 10 15 20 2013M01 2013M02 2013M03 2013M04 2013M05 2013M06 2013M07 2013M08 2013M09 2013M10 2013M11 2013M12 2014M01 2014M02 2014M03 2014M04 2014M05 2014M06 2014M07 2014M08 2014M09 2014M10 2014M11 2014M12 2015M01 2015M02 2015M03 2015M04 2015M05 2015M06 InTausenden Syria Afghanistan Albania Eritrea Iraq Kosovo Albanien OECD Syrien Irak
    14. 14. Besonders Asylbewerber aus der Balkanregion sind stark in Deutschland konzentriert Ungarn 22% Frankreich 4% Schweden 3% Österreich 2% Sonstige 4% Deutschland 65% Antragsteller aus der Balkanregion 1. Halbjahr 2015 Gesamt = 106 440 Deutschland 83% Frankreich 4% Schweden 3% Vereinigtes Königreich 2% Belgien 1% Norwegen 1% Sonstige 6% Antragsteller aus Albanien 1. Halbjahr 2015 Gesamt = 25 710
    15. 15. Deutliche Unterschiede in der Zusammensetzung der Herkunftsländer 22% Sonstige 23% Syrien 16% Albanien 13% Kosovo 6% Serbien 6% Afghanistan 5% Irak 3% Mazedonien 3% Eritrea 2% Pakistan 1% Nigeria Deutschland Jan-Aug 2015 Gesamt = 231 302 Österreich Jan-Juli 2015 Gesamt = 35 604 Schweiz Jan-Aug 2015 Gesamt = 19 668 31% Sonstige 28% Syrien 23% Afghanistan 14% Irak 6 % Kosovo 40% Sonstige 18% Syrien EU Jan-Juni 2015 Gesamt = 399 165 10% Afghanistan 6% Albanien 5% Irak 15% Kosovo 3% Serbien 3% Eritrea 46% Sonstige 38% Eritrea 2% Kosovo 5% Somalia 6% Sri Lanka 6% Afghanistan 7% Syrien
    16. 16. Rund jeder dritte Asylbewerber in 2015 kam nach Deutschland 1. Halbjahr 2013 OECD gesamt =250 000 1. Halbjahr 2014 OECD gesamt =300 000 1. Halbjahr 2015 OECD gesamt =500 000 17% 13% 25% DeutschlandSonstige OECD Staaten USA 7% Türkei 6% Vereinigtes Königreich 5% Ungarn 3% Österreich 4% Italien 12% Frankreich 8% Schweden 22% 1% Ungarn 3% 8% Italien 10% Frankreich 9% Schweden 5% Vereinigtes Königreich 14% USA 9% Türkei 19% Sonstige OECD Staaten Deutschland Österreich 31% Deutschland 13% Ungarn3% GB 11% USA 9% Türkei 11% Sonstige OECD Staaten 5% Österreich6% Italien 6% Frankreich 5% Schweden
    17. 17. • Pro Kopf gerechnet haben Ungarn, Österreich und Schweden die meisten Asylanträge zu verzeichnen Asylanträge im Verhältnis zur Einwohnerzahl verdeutlichen die Konzentration auf wenige Länder 7 714 0 1 000 2 000 3 000 4 000 Jan-Jul 2014 Jan-Jul 2015 Erstanträge pro eine Million Einwohner im ersten Halbjahr 2014 und 2015
    18. 18. • In Deutschland: 32% aller Asylbewerber sind unter 18 und 71% sind Männer • Zum Vergleich in der Türkei: 55% aller temporär aufgenommenen Syrer sind unter 18 (Stand März 2015), knapp unter 50% sind Frauen => Familiennachzug wird in Zukunft an Bedeutung gewinnen! Asylsuchende nach Alter und Geschlecht
    19. 19. Zeitraum Verfahrensdauer in Monaten 2013 7,2 2014 7,1 – 30.06.2015 5,3 Asylverfahren haben sich verkürzt Verfahrensdauer (Erst- und Folgeverfahren) Quelle: Daten des BAMF
    20. 20. • Hinweise auf besseren Ausbildungsstand der Flüchtlinge, aber große Unterschiede • Die öffentliche Meinung zu Flüchtlingen ist positiver • Deutschland ist besser vorbereitet: effizientere Asylinfrastruktur und bessere Integrationspolitik • Besserer Arbeitsmarktzugang: Zwischen Januar und Juni 2015 erhielten beinahe 11 000 Asylbewerber mit weniger als 15 Monaten Aufenthalt eine Arbeitserlaubnis, ca. 6 000 Ablehnungen • Günstigere Arbeitsmarktlage, veränderte Demographie • Nicht-humanitäre Immigration ist größtenteils Arbeitsmigration aus EU Ländern (in den 1990ern v.a. Immigration von Aussiedlern, die ebenfalls niedrige Beschäftigungsquote hatten) • Die Mehrheit der Asylbewerber kommt nicht aus Europa • Geringere Rückkehraussichten Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen der Situation Anfang der 1990er und heute - Deutschland
    21. 21. I. Viele Krisen zur gleichen Zeit in der Umgebung von Europa mit geringen Aussichten auf Besserung – nicht nur Syrien, sondern auch Afghanistan, Eritrea und Irak II. Verschlechterung der Situation in Transitländern bzw. Ländern, die vorübergehend Schutz gewähren III. Vielzahl an Herkunftsländern und Migrationsmotiven IV. Qualifikations- und Bildungsstand von Asylsuchenden ist breit gestreut V. Asylsuchende verteilen sich überwiegend auf wenige Länder; Konzentration auch bei den Einreisepunkten VI. Situation verändert sich schnell (Kommunikationstechnologie und neue Schlepper-Routen) VII. In vielen europ. Ländern stellt sich die Öffentlichkeit gegen weitere Migration – auch weite Divergenz in der wirtschaftlichen Lage Die derzeitige Situation birgt einige spezifische Besonderheiten und Herausforderungen
    22. 22. • Integrationskurse für Flüchtlinge in Skandinavien dauern i.d.R. 2-3 Jahre; Niedrigqualifizierte brauchen länger als andere Flüchtlinge • Die Integrationsbedürfnisse von Flüchtlingen hängen von ihren Qualifikationen ab – Universallösungen kann es deshalb nicht geben • Der Integrationsprozess sollte mit einer Bestandsaufnahme der Fähigkeiten beginnen, um Qualifikationen richtig einzuschätzen und zu fördern • Im Durchschnitt dauerte es in der Vergangenheit in den europäischen Ländern 5-6 Jahre, bis die Mehrheit in Beschäftigung ist. Diese Zeit schwankt jedoch mit Arbeitsmarktlage und Integrationspolitik • Schnelles Handeln nach der Ankunft: Frühzeitige Integration in Schulsysteme und den Arbeitsmarkt ist für langfristige Integration unabdingbar • Das Erlernen der Sprache sollte möglichst berufsbezogen sein • Flüchtlinge sollten in Regionen mit guten Jobaussichten angesiedelt werden – und nicht dort, wo günstiger Wohnraum zur Verfügung steht Zentrale Erkenntnisse zur Integration von Flüchtlingen aus OECD-Studien
    23. 23. Für weitere Informationen zur Arbeit der OECD im Bereich Migration und Integration: www.oecd.org/migration Thomas.Liebig@oecd.org

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