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Spiegel 43/2014 über Willkommenskultur

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Warum schreiben linke Zeitungen solche gut recherchierten Artikel nicht? Dabei könnten hier noch eine Reihe von Willkommensinitiative aus Brandenburg angefügt werden: Hoyerswerda, Berlin-Westend, Berlin-Buch und nicht zuletzt Wandlitz und viele andere mehr. Die Essenz: die Gegner der Flüchtlinge sind die Bevölkerung-Minderheit. Und das Kunststück besteht darin, die Mehrheit zur Artikulation und zum vernetzten Arbeiten zu bewegen.

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Spiegel 43/2014 über Willkommenskultur

  1. 1. Anpacken statt jammern Flüchtlinge Tausende Freiwillige bügeln die Fehler der Politik aus. Ob Ärzte, Lehrer oder' Rentner: Sie schaffen, was der Staat nur verspricht - eine Willkommenskultur. Die Argumente waren ausgetauscht, beide Seiten empfanden Unbeha-gen, als Monika Maria Clouth das Wort ergriff und dem Bürgergespräch im Kölner Stadtteil Kalk eine überraschende Wende gab. Vertreter der Stadt hatten zu-vor erklärt, warum gerade hier 70 Asylbe-werber untergebracht werden sollen. Und manche Anwohner hatten protestiert: Kalk habe genügend eigene Probleme. Clouth aber stellte eine einfache, eine praktische Frage: "Was brauchen die Leute?" Clouth, 44, Projektmanagerin, erzählt,· derAbend im Bürgerhaus habe ihr die Au-gen geöffnet. Man dürfe nicht immer nur meckern und die Flüchtlinge ihrem Schick-sal überlassen, sagt sie, "Ich wollte ein Zei-chen setzen." Kurz nach dieser Sitzung im Sommer hat Clouth die Initiative "Miteinander Mensch sein" gegründet, um Asylbewer-bern die Ankunft in Kalk zu erleichtern. Sie kocht seither regelmäßig mit Flüchtlin-gen, sammelt Lebensmittel, Geschirr und Möbel für die neuen Nachbarn. Vor allem aber hört sie ihnen zu. Zwar beschäftige die Verwaltung eine Sozialarbeiterin in Kalk, doch diese müsse sich um mehrere Hundert Flüchtlinge kümmern, kritisiert Clouth. Am Mittwoch vergangener Woche kniet sie auf der Straße vor ihrer Wohnung und schraubt an einem von mehreren Fahr-rädern, die der Pfarrer aus der Nachbar-gemeinde für die Kinder im Flüchtlings- 'heim aufgetrieben hat. Drei Männer aus Syrien helfen ihr dabei. Clouth gestikuliert, ein Freund übersetzt für sie, denn wer , weiß schon, was Luftpumpe auf Arabisch heißt? ' Das Verhältnis zwischen den Anwohnern von Kalk und den Neuankömmlingen hat sich dank Clouths Einsatz verbessert. Meh-rere Dutzend Bürger engagieren sich inzwi-schen in ihrer Initiative. Ein Journalist aus Syrien, der lange Zeit für die Deutsche Wel-le gearbeitet hat, hilft den Flüchtlingen beim Übersetzen und Ausfüllen von Formularen. Der Hausmeister von gegenüber schwärmt: "Die neuen Nachbarn sind tipptopp." Die Kriege und Krisen im Nahen Osten und in afrikanischen Ländern haben dazu geführt, dass zurzeit so viele Menschen auf der Flucht sind wie seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr. In Deutschland wer-den 2014 zum ersten Mal seit den Neunzi-gerjahren rund 200000 Menschen Asyl be-antragen. Gegen die Aufnahme von Flüchtlingen gibt es in Deutschland vielerorts Wider-stand, der je nach Ortschaft von Protest-briefen an die Politik bis zu rechten Kra-wallen reicht. Die Flüchtlingsorganisation Pro Asyl und die Amadeu Antonio Stif-tung haben von Januar bis September 2014 fast 200 Demonstrationen gegen Asylbe-werberheime gezählt und 50 gewalttätige Angriffe, davon 23 Brandanschläge. Fotos von Wachleuten, die in Burbach Flüchtlin-ge misshandelten, gingen um die Welt; sie ließen das Bild vom hässlichen Deutschen wieder aufleben. Doch es gibt auch die anderen, zu Tau-senden. Die Freiwilligen bügeln die Fehler der Politik aus. Sie packen an, statt zu jam-mern. Vom Schüler bis zum Rentner, quer durch die Republik. Ob aus christlicher Nächstenliebe, politischer Gesinnung, Mit-leid oder weil im eigenen Viertel Chaos herrscht. Berlin: Was fehlt, ist rot markiert Rainer Sbrzesny ist die Anspannung der vergangenen Wochen anzumerken. Die Ringe unter den Augen, der Kontrollblick aufs Handy, das hohe Tempo beim Reden. Der Berliner Jurist hat 34 Flüchtlinge im Studienhaus der Evangelischen Gemeinde am Weinberg in Berlin-Mitte unterge-bracht, wo er selbst den Kirchenrat leitet. Die Männer waren vor zwei Jahren ge-meinsam mit weiteren Demonstranten aus verschiedenen Bundesländern nach Berlin marschiert. Sie zelteten am Brandenburger Tor' und besetzten den Oranienplatz in Kreuzberg, um gegen die Bedingungen für Asylbewerber in Deutschland zu protes-tieren, gegen die Unferbringung in Lagern und das Verbot zu arbeiten oder den Land-kreis zu verlassen. Ihr Protest löste eine Debatte über das deutsche Asylsystem aus. Der Berliner Se-nat versprach, den Gefluchteten zu helfen, bereitete hinter den Kulissen jedoch, ihre Abschiebung vor. Einige Betroffene fan-den Zuflucht in Kirchen. Für Rainer Sbrzesny ist die Situation da- ;;; durch doppelt kompliziert. Er koordiniert ~ die Hilfe vieler Freiwilliger aus der Evan- ~ gelischen Gemeinde. Aber er kann und ~ will den Schutzsuchenden nichts Falsches ~ versprechen oder Hoffnungen wecken, die : er nicht erfüllen kann. d Stattdessenlöst er praktische Probleme. ~ Er zahlt mithilfe von Spenden den Geflüch- * teten fünf Euro Taschengeld am Tag. Jeden ! Morgen um 9 Uhr öffnet sich die Tür zugv ~. Konvikt, dann werden Kisten mit Kleide. .._ :;i und Essensspenden reingeschoben. Auf S der Website der Gemeinde ist eine Art Dis",,3~ patcher-Liste verlinkt wie bei einem Lo 30 DER SPIEGEL4312014
  2. 2. Deutschland 'e:-- gistikunternehmen: Was fehlt, ist rot mar-kiert. Schwarz heißt erledigt. Sbrzesnys Unterstütz er arbeiten in drei Schichten und sind mit' einem Notfalltelefon ausge-stattet. Flucht, Vertreibung, Migration aus Not oder Hoffnung sind auch im satten und si-cheren Deutschland noch immer Teil des kollektiven Gedächtnisses. Die Kinder des Zweiten Weltkriegs sind jetzt im Renten-aIter, in vielen deutschen Familien gehören ihre Geschichten und Traumata zum Erbe. Der hohe Anteil von Rentnern unter den Helfern hat nicht nur damit zu tun, dass sie mehr Zeit haben: Sie haben direkt oder indirekt selbst die Erfahrung gemacht, was es bedeutet, um eine Tasse Milch oder war-me Schuhe zu betteln. Sie wissen, warum das Recht auf Asyl ins Grundgesetz -ge-schrieben wurde. Und jene Partei, die heu-te gern vor einem vermeintlichen Asyl-missbrauch warnt, warb nach dem Krieg noch mit folgendem Slogan: "Helft den Flüchtlingen. Wählt CDU." Die Bundesregierung und die Länder haben es versäumt, Unterkünfte für die Flüchtlinge bereitzustellen. Im Eilverfah-ren werden nun Menschen in Container gepfercht und in Militärbaracken. In etli-chen Heimen herrscht Chaos. Sbrzesny sagt, der Einsatz für' Flüchtlin-ge sei ein Gebot der Nächstenliebe: "Men-schen in Not brauchen erste Hilfe, ein Ob-dach." So einfach ist das. Und so schwer. München: Sprechstunde am Feierabend Michael Osang steuert seinen Geländewa-gen durch das Tor der Münchner Bayern-kaserne. Der Kinderarzt parkt vor dem, Pförtnerhaus des Erstaufnahmelagers für Flüchtlinge, bahnt sich den Weg durch ei-nen Pulk von Menschen in Richtung Be-handlungszimmer. Kinder schreien, Frau-en wiegen Babys im Arm. Bereits im Sommer 2013 warnten So-zialarbeiter der Inneren Mission Mün-chen die bayerische Staatsregierung vor einer Überfüllung des Lagers. Flüchtlinge wurden in Garagen und Werkstätten auf dem Gelände untergebracht. Diesen Mo-nat schließlich brach der Betrieb in der Bayernkaserne zusammen. Eine Einrich-tung, die für 1300 Asylsuchende geplant war, musste 2500 beherbergen. Etliche Flüchtlinge waren gezwungen, im Freien zu -schlafen - manche ohne Decke. Mün-chens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) sprach von "menschenunwürdigen Bedingungen". Seither gilt die Bayernka-serne als Symbol für das Versagen der deutschen, Politik im Umgang mit Flücht-lingen. ; Der Raum, in dem Osang seit fünf Mo- •..n..aten Kinder behandelt, ist Untersuchungs- : zimmer und Vorratslager zugleich. Unter .einem Tisch stehen Kartons mit Socken, .Strarnplern, Decken. Daneben stapeln sich Schachteln mit Milchpulver und Babybrei. Spenden von Bekannten. Ein junger Mann aus Afghanistan betritt das Zimmer. Er hat ein Baby auf dem Arm. "War das Kind schon einmal beim Arzt?", fragt Osang. "Ja, vor fünf Monaten", sagt der Vater. "Seitdem sind wir auf der Flucht." Osang impft den Jungen gegen Tetanus, Kinderlähmung, Keuchhusten. "Ich versuche, den Kindern eine angemes-sene Vorsorge zu bieten", sagt er. "Aber meist bleibt nur Zeit für das Nötigste." Der Mediziner, der für die FDP im Be-zirksausschuss Schwabing-Freimann sitzt, hatte im Winter erstmals von den drama-tischen Zuständen im Lager gehört. Im Mai besuchte er die Kaserne - und war er-schüttert: überfüllte Zimmer, 30 Menschen und mehr, Stockbetten, kein Raum für Pri-vatsphäre. Er fragte die Flüchtlinge, wer sich um die Kinder kümmere. Sie antwor-teten: niemand. Osang telefonierte mit der Verwaltung und bekam einen Raum zugesagt, zwar nur mündlich, aber immerhin. Drei Tage .später kaufte er einen großen Rollkoffer, packte Stethoskop, Spatel, Ohrtrichter ein, nahm eine Babywaage und Medikamente_ aus seinem Vorratsschrank, Impfstoff. Er organisierte ein gebrauchtes Ultraschallge-rät. Und fuhr mit einer Arzthelferin in die Bayernkaserne. Am ersten Abend behan-delte er zehn Familien. Seitdem ist er viermal die Woche dort - in der Mittagspause, am Feierabend. Die Schlange vor seinem Behandlungszimmer DERSPIEGEL43/2014 31 Dr. Christiane Strerath sorgt dafür, dass gute Ideen nicht unter den Tisch fallen - sondern haften bleiben. Als Post-it" Erfinder hat 3M gerne die Probleme von Kunden auf dem Zettel. Noch lieber haben wir aber die passende Lösung parat Darum können unsere Forscher und Entwickler 15% ihrer Arbeitszeit frei nutzen - egal wie. Wichtig ist, was dabei rauskommt: bisher über 25.000 Patente . Welches Problem können wir für Sie lösen? www.hallo.3M.de 3IVI
  3. 3. wird immer länger, teilweise stehen jetzt bis zu 100 Familien vor seiner Tür. An diesem Abend wird Osang 32 Kinder behandeln, sie haben Erkältungen, Krätze, Herpes, sie kommen aus Eritrea, Syrien, Ghana. Osang versucht immer wieder, auf Englisch mit den Eltern zu reden. Wenn das nicht klappt, öffnet er den Google-Übersetzer, gibt "Impfung" oder "Apothe-ke" ein, lässt es auf Arabisch übersetzen. Ein Vater erzählt ihm, wie schlimm sie untergebracht seien, mit 100 Leuten in ei-nem Raum. Ein anderer Vater fragt nach Windeln. "Die gibt es bei der Essensaus-gabe" , sagt Osang. Und Babybrei? "Auch dort. Aber Moment." Er kramt in einem Karton und reicht sechs Gläser "Früchte-allerlei mit Vollkorn", für die ersten Tage. "Mehr kann ich leider nicht tun", sagt Osang. Die Not der Flüchtlinge in der Bayern-kaserne hat eine große Spendenbereit-schaft bei den Münchner Bürgern ausge-löst. Kleider, Decken, Spielsachen werden zur Inneren Mission gebracht und müssen sortiert werden. Eine Gruppe Ehrenamtli-cher organisiert Eintrittskarten für Fußball-spiele, Theater und Musikabende. Günther Bauer, Vorstand der Inneren Mission München, sagt, die Politiker hätten es. vertrödelt, Hilfskräfte einzustellen. Ohne die Arbeit von Ehrenamtlichen wäre die Versorgung der Flüchtlinge längst voll-ends kollabiert. Kriftel: Am Anfang ist das Wort Man muss sich nur einmal überwinden, dachte Barbara Tambour, 44, als sie Ende August auf dem Weg nach Hause an der neuen Flüchtlingsunterkunft im hessischen Kriftel vorbeikam. Die ersten Bewohner waren dort gerade eingezogen. "Ich habe in unserem Garten eine Sonnenblume ab-geschnitten, bin damit zurückgekommen und habe an der Tür geklopft", sagt sie. Zakariye Mohamed Ahmed war über-rascht. "Das haben wir noch nicht erlebt", sagt der zs-jährige Somalier. Kriftel, eine kleine Gemeinde bei Frankfurt am Main, ist für ihn und seine Familie bereits das vier-te Flüchtlingsheim in Deutschland; bisher hatte er nur mit Beamten und Sozialarbei-tern zu tun. Nachbarn, gewöhnliche Bürger haben noch nie das Wort an ihn gerichtet. Barbara Tambour organisierte eine Heb-amme für Ahmeds hochschwangere Frau und einen Rollkoffer für den Aufenthalt in der Entbindungsstation. Nach der Ge-burt einer Tochter half sie im Umgang mit dem örtlichen Standesamt, das den Vor-namen Zakaria nicht akzeptieren wollte. "Willkommen in Kriftel" nennen Tam-bour und die anderen Helfer ihre infor-melle Unterstützergruppe. Ein "Team Sprache" gibt mehrmals pro Woche Deutschunterricht, das "Team Fahrten und Begleitung" organisiert den Transport zu Ärzten und Behörden - oder auch zu einer ehrenamtlichen Tafel im Nachbarort. "Un-ser Ziel ist, jeden Flüchtling, der hier an-kommt, persönlich zu begrüßen und ihm das Gefühl zu geben, dass er willkommen ist", sagt Tambour. Doch nicht überall werden die Helfer für ihr Engagement geschätzt. In manchen Gegenden schlägt Menschen, die sich für Asylsuchende einsetzen, Ablehnung ent-gegen, manchmal Hass. Rausch bestreitet nicht, aus finanzieller Not auf die Ausschreibung des Landkreises reagiert zu haben. Seinem Hotel fehlten seit einiger Zeit die Gäste. Doch sein En-gagement für Flüchtlinge, das bestätigen Organisationen vor Ort, ist vorbildlich. Rausch tut weit mehr für die Asylbewer-ber als von der Regierung vorgegeben. Er begleitet die Flüchtlinge auf Ämter und zum Arzt, erledigt Papierkram, schlichtet bei Streitigkeiten. In der Lobby des Hotels hängt eine mehrsprachige Einladung für Führungen im Stadtmuseum aus. Jede Wo-che unterrichten Bürger von der Initiative .Bautzen bleibt bunt" in einem Konferenz-raum des Hotels Flüchtlinge in Deutsch. Manja Richter, 32, Sozialarbeiterin an einer Realschule, hat die Initiative vor ei-nemJahr gegründet. Sie sagt, sie sei ent-setzt über die Proteste der Bürger gegen die rieuen Einwohner. Im Sommer hätten sich beinahe jeden Tag Neonazis vor dem Hotel zusammengerottet. Sie brüllten: "Ihr Drecksasylanten! Wir schneiden euch den Kopf ab!" Hassbriefe an sie seien mit "Heil Hitler" unterzeichnet gewesen. Im September hat Richter gemeinsam mit Hotelier Rausch ein Willkommensfest für die Asylbewerber im Spreehotel aus-gerichtet. Die Flüchtlinge kochten Gerichte aus ihren Heimatländern, Bautzener Bür- ; ger brachten Kuchen und Kartoffelsalat @ mit. Sorbische Rapper traten auf, der Ober- : bürgermeister hielt eine Rede. Manja Rich- ~ ter hat trotzdem nicht öffentlich für das ~ Fest geworben. Sie hatte Angst, Neonazis ! könnten die Gäste überfallen. ~ Ihr Engagement setzt sie trotz der An- d feindungen fort. Inzwischen hat ihre Ini- @ tiative rund drei Dutzend Mitglieder. "Die ei Flüchtlinge sollen das Gefühl haben, dass ~ sie in Bautzen erwünscht sind", sagt Rich- ~ ter, "dass die Rechten nicht für die Mehr-li heit der Menschen in der Stadt sprechen. "''!l Matthias Bartseh, Markus Deggerich; ~ Conny Neumann, Christopher Piltz, ~ Maximilian Popp, Barbara Schmid ~ Bautzen: Hilfe beim Papierkram Peter Rausch, 56, erzählt, er werde in Baut-zen auf der Straße von Fremden angepö-belt, Passanten spuckten vor ihm auf den Boden, zeigten ihm den Mittelfinger, in mehreren Läden sei ihm Hausverbot erteilt worden. Rausch hat sein "Spreehotel" am Rand der sächsischen Stadt für Flüchtlinge ge-öffnet. 150 Asylbewerber leben dort. Zwei bis drei Menschen teilen sich ein Zimmer. Rausch erhält vom Landkreis für jeden Be-wohner 13 Euro am Tag. Der Hotelier habe Fremde angeschleppt, um Geld zu verdienen, so sehen es manche Bürger in Bautzen. 32 DERSPIEGEL43/2014

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