Einleitung
In der Physiotherapie existiert wissenschaftliche Forschung in
umfangreicherem Ausmaß erst seit Ende der 70er J...
Regel auch der zeitliche und finanzielle Aufwand die Möglichkei-
ten des in der Praxis arbeitenden Physiotherapeuten [48]....
In dieser Arbeit werden folgende Tests näher beschrieben und ihr
klinischer Nutzen anhand der Literatur beurteilt, bei den...
Hyytiaenen et al. [14] erzielten in einer Studie mit 3 erfahrenen
Physiotherapeuten und 30 männlichen Probanden von 35–44
...
liefert relevante Informationen über die Beweglichkeit bei der
Rumpfbeuge aus dem Stand (Perret et al. [35]).
Schober-Test...
gesetzt (Abb. 6– 8). Das scheint sinnvoll, da die durchschnittliche
Länge der LWS beim Erwachsenen etwa 15 cm beträgt [25]...
disierung beim „Aufwärmen“ vor dem Test, Schmerzen) die
Messergebnisse beeinflussen können [30].
Mit dem Schober-Test und ...
cken ergibt sich, indem die Werte der 2. Messung von denen der
3. Messung subtrahiert werden. Die Beweglichkeit des Becken...
bar. Die einfacher zu messende Gesamtbeweglichkeit korrelierte
nach dem Therapieprogramm sogar etwas stärker mit der Dis-
...
Bei der manualtherapeutischen Untersuchung werden passive
Tests benutzt, um das passive Bewegungsverhalten benachbarter
Wi...
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Schomacher J. Systematische und dokumentierte Arbeitsweise in der
Manuellen Therapie. Manuelle Therapie 1998; 2: 95–103...
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  1. 1. Einleitung In der Physiotherapie existiert wissenschaftliche Forschung in umfangreicherem Ausmaß erst seit Ende der 70er Jahre [31], in Deutschland hat sie noch heute einen geringen Stellenwert [22]. Die Kostenträger ebenso wie die verordnenden ¾rzte fordern Be- weise für die Wirksamkeit physiotherapeutischer Methoden [48]. Was können Physiotherapeuten in der täglichen Praxis tun, um dem Ruf nach mehr Evidence-based Practice zu folgen? In der Hierarchie wissenschaftlicher Beweise stehen randomi- sierte klinische Studien (RCT) und systematische Reviews an oberster Stelle [5, 10, 23, 42, 43] und stellen im Prinzip den Gold- standard klinischer Forschung dar. Ursprünglich für die Prüfung einzelner Medikamente entwickelt, lassen sie sich aber nicht im- mer sinnvoll auf die oft komplexen Fragestellungen der Physio- therapie übertragen [31]. Es ist einfach nachzuweisen, aber kli- nisch nicht bedeutsam, dass ein 1-achsiges Krafttraining zu vermehrter Kraft in den entsprechenden Muskeln führt [42]. Scherfer meint, es sei zwar sinnvoll, aber ungleich schwerer, da viele Variablen zu berücksichtigen sind, um den Beweis für die langfristige Wirksamkeit einer standardisierten Physiotherapie bei Gonarthrose mittels RCT zu erbringen [42]. Neben den methodologischen Schwierigkeiten der RCT übersteigen in der Finger-Boden-Abstand und Schober-Test – Genügen diese Tests wissenschaftlichen Kriterien?T. Horre Fingertip floor distance and Schober test – Do these tests meet scientific standards? Danksagung Ich danke meiner Tutorin Trisha Davies-Knorr für die perfekte Betreuung der Arbeit. Korrespondenzadresse Thomas Horre · Wilhelmstraße 7 · 49078 Osnabrück · E-mail: T.Horre@gmx.de · www.t-horre.de Manuskript eingetroffen: 7.4.2003 · Manuskript akzeptiert: 18.5.2003 Bibliografie Manuelle Therapie 2004; 8: 55–65 Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York DOI 10.1055/s-2004-813142 ISSN 1433-2671 Zusammenfassung In der Physiotherapie und Manuellen Therapie werden zuneh- mend Tests gefordert, die wissenschaftlichen Kriterien genügen. Der Finger-Boden-Abstand und der Schober-Test sind einfach durchzuführende Tests mit guter Reliabilität, anhand derer sich die Ergebnisse dokumentieren lassen und zu mehr Evidence- based Practise beitragen. Der Schober-Test misst selektiv die Bewegung der lumbalen Wir- belsäule. Genaue Daten für die lumbale Flexion liefert ein Gonio- meter, das ebenfalls gute Werte für die Reliabilität und die Vali- dität aufweist. Schlüsselwörter Reliabilität · Validität · Finger-Boden-Abstand · Schober-Test · Sit-and-reach-Test · Inklinometertechnik Abstract In Physiotherapy and Manual therapy tests which meet scientific standards are increasingly required. Finger floor distance and Schober test are easily performed tests with high reliablitiy which can be used to document results an which can therefore contribute to more evidence based practice. The Schober test selectively measures the movement of the lum- bar vertebral column. A goniometer delivers exact lumbar flex- ion data and also shows high reliability and validity. Key words Reliability · validity · finger floor distance · Schober test · sit and reach test · inclinometer technique Originalarbeit 55 Heruntergeladenvon:FHCampusWien.Urheberrechtlichgeschützt.
  2. 2. Regel auch der zeitliche und finanzielle Aufwand die Möglichkei- ten des in der Praxis arbeitenden Physiotherapeuten [48]. Weiter unten auf der Evidenz-Pyramide [42] stehen Fallstudien einzelner Patienten, die eine wichtige Ergänzung zu RCT oder so- gar deren Ersatz darstellen [31]. Auch Sackett et al. [38] erwäh- nen, dass Wirksamkeitsnachweise nicht auf RCT begrenzt sein müssen. Insbesondere wenn für spezifische Fragestellungen keine RCT vorliegen, ist auf das nächste rangniedere Verfahren zurückzugreifen. Hier können Physiotherapeuten in der täglichen Praxis ihren Bei- trag zu mehr Evidence-based Practice leisten, indem sie die Un- tersuchung und Behandlung des individuellen Patienten doku- mentieren und eventuell eine Einzelfallanalyse entwickeln [43]. Schewe [44] und Schomacher [47] stellen die Dokumentation und Standardisierung einzelner Tests und des Untersuchungs- ablaufs als essentielle Voraussetzung für die Überprüfbarkeit physiotherapeutischen Handelns dar. Auch in einer Informa- tionsbroschüre der Chartered Society Of Physiotherapy (CSP) zum Thema „Outcome Measures“ wird die Wichtigkeit der Über- prüfung der Effektivität physiotherapeutischen Handelns postu- liert [52]. Dies kann unter anderem durch das Messen des Bewe- gungsausmaßes geschehen. Outcome Measures dienen nicht primär der Diagnosenstellung, sondern eher dem Messen gewählter Parameter zur Verlaufs- kontrolle. Messen kann als eine Zuordnung von Zahlen oder Klassifizierung eines bestimmten Sachverhalts definiert werden [2]. In der Physiotherapie kann dies beispielsweise das Messen bestimmter Bewegungen mithilfe eines Winkelmessers sein. Outcome Measures können die Resultate medizinischer Inter- ventionen zeigen, wenn die verwendeten Tests genau genug sind und relevante Funktionen messen, die durch Physiotherapie veränderbar sind [27]. Mit dem Messen verbundene Ziele dienen nicht nur dem Beweis, dass Physiotherapie effektiv ist, sondern können auch als Verstärker bzw. Motivation des Patienten gese- hen werden [52] und zur Planung bei schwierigen klinischen Problemen eingesetzt werden [2]. Im Maitland-Konzept wird – wenn möglich – während der kli- nischen Untersuchung die Quantität der aktiven Bewegungen gemessen [57]. Dies sollte m.E. schon im Basisunterricht an den Physiotherapieschulen so unterrichtet werden. Als einfaches Beispiel ist der unten beschriebene Flexionstest im Stand zu nennen. Kool und de Bie [20] weisen auf den scheinbaren Widerspruch zwischen einer ganzheitlichen Sichtweise und dem Messen ein- zelner Parameter am Patienten hin, da dies die Gefahr mitbringt, den Patienten als Ganzes aus den Augen zu verlieren. Aber auch das Fragen des ganzheitlich ausgerichteten Therapeuten nach dem allgemeinen Befinden des Patienten beinhaltet bereits eine Quantifizierung. Die ICF (International Classification of Function and Disability; [58]) benötigt ebenfalls Messungen, um die Folgen von Krank- heiten zu klassifizieren bzw. in Relation zur Persönlichkeit des individuellen Patienten zu setzen. Sowohl die verschiedenen Pa- rameter der Körper- und Aktivitätsebene als auch die der Partizi- pation (Teilnahme) lassen sich mit verschiedenen Instrumenten (z.B. Fragebögen) messen. Die Einteilung der ICF berücksichtigt die sozialen und gesellschaftlichen Faktoren [46] und nähert sich damit einer ganzheitlichen Sichtweise bzw. dem biopsycho- sozialen Modell an [13]. Damit ein klinischer Test wissenschaftlichen Kriterien genügt, müssen minimal die 3 Hauptgütekriterien Objektivität, Reliabili- tät und Validität erfüllt sein [4, 44]. Objektivität bedeutet, dass ein Test unabhängig von der die Mes- sung durchführenden Person ist [44]. Verschiedene Untersucher kommen also unabhängig von ihrer persönlichen Meinung und momentanen Stimmung zu gleichen Ergebnissen [20]. Die Ob- jektivität hängt stark davon ab, wie genau der Therapeut und die zu untersuchende Person die Testanweisungen einhalten [2]. Obwohl mehrere Autoren die Objektivität als wichtiges Kri- terium beschreiben, stellt sie für mich persönlich einen eher schwammigen Begriff dar, der nichts zur Wissenschaftlichkeit beiträgt. Die Reliabilität (Zuverlässigkeit) eines Tests ist perfekt, wenn die Ergebnisse mit denen eines Goldstandards übereinstimmen. Ist kein Goldstandard verfügbar, kann die Reliabilität als hoch ein- gestuft werden, wenn wiederholte Messungen zu gleichen Re- sultaten führen [19]. Es wird zwischen der Intertester- und Intra- testerreliabilität unterschieden. Bei der Intertesterreliabilität geht es um die Übereinstimmung der Messergebnisse mehrerer Untersucher [41], bei der Intratesterreliabilität werden wieder- holte Messungen eines Untersuchers miteinander verglichen. Ein Test hat eine gute Validität (Gültigkeit), wenn er das misst, was er messen soll [20] und die Messergebnisse eine sinnvolle Interpretation zulassen. Ein weiteres wichtiges Kriterium eines Testinstruments ist seine Sensitivität. Je sensitiver ein Test ist, desto kleinere Veränderun- gen (z.B. durch die Behandlung hervorgerufen) kann er aufspü- ren. Sensitivität wird weiterhin als die Fähigkeit eines Tests defi- niert, kranke Personen als solche zu diagnostizieren [20]. Kelemen et al. [17] haben verschiedene Möglichkeiten für Funk- tionsmessungen an der Wirbelsäule aufgelistet (Tab.1). Tab. 1 Möglichkeiten zur Funktionsmessung an der Wirbelsäule (aus: [16]) Art der Messung Beispiel Endpunktmessungen – Finger-Boden-Abstand – Schober Test Radiologische Messungen Funktionsaufnahmen Geräte, die Winkelunterschiede in einer Ebene dokumentieren – Goniometer – Kyphometer Pantographie Mehrere Punkte einzelner Profile werden mit photometrischen Geräten abgeglichen Optimetrische Messungen Dynamische Messungen Verschieden Ultraschalltechniken Horre T. Finger-Boden-Abstand und Schober-Test … Manuelle Therapie 2004; 8: 55–65 Originalarbeit 56 Heruntergeladenvon:FHCampusWien.Urheberrechtlichgeschützt.
  3. 3. In dieser Arbeit werden folgende Tests näher beschrieben und ihr klinischer Nutzen anhand der Literatur beurteilt, bei denen eine Bewegung des Rumpfes nach vorne als Hauptbewegung vor- kommt: – Finger-Boden-Abstand; – Schober-Test; – Sit-and-reach-Test; – Inklinometertechnik für die Flexion der LWS und des Beckens. Finger-Boden-Abstand (Fingertip-to-floor test) Beim Finger-Boden-Abstand (FBA) wird das Ausmaß einer Rumpfbeuge vorwärts aus dem Stand mit einem Bandmaß ge- messen. Die Patientin steht ohne Schuhe die Beine hüftbreit aus- einander und mit extendierten Knie (Abb.1). Sie wird aufgefor- dert, sich maximal nach vorne zu bücken, wobei sie versuchen soll, mit den Fingerspitzen den Boden zu berühren. Gemessen wird die Distanz in cm zwischen einem Mittelfinger und dem Bo- den (Abb. 2; [8, 25]). Als Variante kann bei mobilen Patienten die Ausgangsposition im Stand auf einer Kiste gewählt werden, so- dass die Arme tiefer als die Fußsohlen gebracht werden können (Abb. 3). Dieser Test ist in vielen Variationen durchführbar. Merritt et al. [29] forderten die Patienten beim FBA auf, in der Endposition 15 Sekunden zu verharren. Beim anschließenden 2. Versuch wurde gemessen. Hyytiaenen et al. [14] befestigten auf der Vorderseite einer Kiste ein senkrecht stehendes Brett, an dem der Patient mit den Handflächen hinunter gleitet. Verschiedene Studien zeigten, dass der FBA eine gute Reliabilität aufweist [12, 25, 33, 40, 41]. Frost et al. [11] ermittelten in einer Versuchsreihe mit 24 gesunden Probanden eine sehr gute Intra- testerreliabilität (r = 0,98), wenn die Messungen am gleichen Tag stattfanden. Die Intertesterreliabilität (Messungen an 1 Person durch 3 Physiotherapeuten an verschiedenen Tagen) fiel mit r = 0,82 etwas weniger gut aus. Gauvin et al. [12] stellten fest, dass unterschiedliche Untersucher mit einer Berufserfahrung zwischen 6 Monaten und 30 Jahren bei der Durchführung des FBA auch dann eine gute Reliabilität er- reichten, wenn sie das Testmanöver in ihrem klinischen Alltag bis- her nicht nutzen und keine standardisierten Instruktionen bezüglich der Art und Weise der Testausführung und der Aus- gangsposition erhielten. 73 Patienten (47 männliche, 26 weibli- che), die zum Zeitpunkt der Studie wegen lumbaler Rücken- schmerzen in physiotherapeutischer Behandlung waren, wurden 2-mal vom gleichen Therapeuten und 1-mal von einem anderen Therapeuten untersucht. Die 6 zur Verfügung stehenden Thera- peuten wurden nach dem Zufallsprinzip den einzelnen Patienten zugeordnet. Sie ermittelten eine Intratesterreliabilität von r = 0,98 und eine Intertesterreliabilität von r = 0,95. Beide Werte stellen ein hervorragendes Ergebnis dar. Das Bedeutende an der Studie von Gauvin et al. [12] gegenüber der von Frost et al. [11] liegt in der Auswahl der Probanden bzw. Patienten. Während bei Frost et al. [11] die Reliabilität nicht durch den Faktor Schmerz beeinflusst ist, geben bei Gauvin et al. [12] 22 der 73 Teilnehmer Schmerz beim FBA an. Es konnte gezeigt werden, dass Schmerzen beim Nach-vorne-Beugen zwar das Bewegungsausmaß, nicht jedoch die Intertesterreliabilität beeinflussen. Die Autoren empfehlen den Test als ein einfaches, sicheres und reliables Messinstrument, das durch Schmerzen der Patienten oder unerfahrene Untersucher nicht an Qualität verliert [11]. Merritt et al. [29] überprüften ebenfalls die Inter- und Intrates- terreliabilität des FBA. Dabei wurden 25 Probanden an 3 Tagen innerhalb einer Woche jeweils von ein und demselben Thera- peuten getestet. Sie erhielten eine Korrelationsvarianz von 48,6%. Für die Intertesterreliabilität wurde der FBA an 25 ande- ren Probanden von jeweils 3 verschiedenen Therapeuten aus- geführt, wobei sich eine Korrelationsvarianz von 61,0% ergab. Diese Werte spiegeln keine gute Reliabilität des Tests wider. Abb. 1 Ausgangs- stellung der Patien- tin. Abb. 2 Messen der Distanz Mittelfinger – Boden. Horre T. Finger-Boden-Abstand und Schober-Test … Manuelle Therapie 2004; 8: 55–65 Originalarbeit 57 Heruntergeladenvon:FHCampusWien.Urheberrechtlichgeschützt.
  4. 4. Hyytiaenen et al. [14] erzielten in einer Studie mit 3 erfahrenen Physiotherapeuten und 30 männlichen Probanden von 35–44 Jahren einen Korrelationskoeffizienten von r = 0,93 für die Intra- testerreliabilität und von r = 0,96 für die Intratesterreliabilität. Trotz dieser hervorragenden Ergebnisse weisen die Autoren da- rauf hin, dass die Messbefunde von der Motivation und eventuel- len Schmerzen der Patienten abhängig sind. Den Einfluss der Tageszeit auf den Test untersuchten Ensink et al. [8], indem sie die Patienten morgens zwischen 8.00 und 9.00 Uhr, mittags zwischen 12.00 und 13.00 Uhr und abends zwi- schen 16.00 und 17.00 Uhr testeten. Der Durchschnittswert der 29 Patienten betrug am Morgen 13,2 cm. Mittags war die Beweg- lichkeit mit durchschnittlich 10,3 cm größer, und die letzte Mes- sung am Abend zeigte mit 11,1 cm wieder einen kleineren Wert. Erklärungen für die veränderten Werte können eventuell in der zum Abend hin verringerten Diskushöhe (bis zu 3 cm) gesehen werden [1, 50]. Auch wenn die Differenzen nicht groß erschei- nen, kommen die Autoren doch zu dem Schluss, dass der Test nur dann als reliabel eingestuft werden kann, wenn er immer zur gleichen Tageszeit durchgeführt wird [8]. Der FBA ist kein Test zur isolierten Messung der lumbalen Be- weglichkeit in Richtung Flexion, sondern vermittelt dem Unter- sucher einen Eindruck über die Gesamtbeweglichkeit der lumba- len und thorakalen Wirbelsäule, des Beckens, der Hüftgelenke und der Arme [25, 41]. Kippers und Parker [18] führten in einer Untersuchung den FBA an 16 Männern und 17 Frauen durch und verglichen dabei zu- sätzlich das Verhältnis zwischen dem Anteil der LWS an der Ge- samtbewegung mit dem der Hüfte. Dabei stellten sie fest, dass der FBA stark von der Beweglichkeit der Hüfte abhängt, aber kei- ne signifikante Korrelation zwischen dem FBA und dem Bewe- gungsvermögen der LWS besteht [18]. Esola et al. [9] untersuchten das Verhältnis der Beweglichkeit von Hüfte und LWS mit einem 3-dimensionalen optoelektri- schen System. Im Gesamtbewegungsausmaß konnte kein Unter- schied zwischen Patienten mit lumbalen Rückenschmerzen und einer Kontrollgruppe festgestellt werden. Die Gruppe mit den LBP-Patienten unterschied sich von der Kontrollgruppe, indem sie die Bewegung in der Anfangs- und Mittelphase der Vorwärts- beugung stärker aus der LWS als aus den Hüften generierte. Die Validität des Tests bezüglich einer Aussage über die lumbale Beweglichkeit ist denkbar schlecht. Wird der Test jedoch bei lumbalem Rückenschmerz als Instrument zur Verlaufskontrolle eingesetzt, ist er sehr nützlich. Sowohl Rainville et al. [37] als auch Waddell et al. [56] konnten zeigen, dass Einschränkungen beim FBA eher mit der Disability (Unvermögen, gewisse Aktivitä- ten auszuführen; Beeinträchtigung) der Patienten korrelieren als die isolierte lumbale Flexion. Zur Ermittlung der Disability be- nutzten Rainville et al. [37] die Million Visual Analogue Scale (MVAS) und Waddell et al. [56] die Roland Morris Scale. Die Au- toren schlussfolgerten, dass der FBA einen größeren Wert bezüg- lich der Prädiktabilität von Disability hat als die isolierte lumbale Flexion. Thomas et al. [53] und Saur et al. [41] halten den prädiktiven Wert des FBA im Zusammenhang mit 19 anderen Tests für frag- würdig. Im Gegensatz dazu stehen die Untersuchungen von Kor- pi et al. [21], die den FBA als eingeschränkt bewerten, wenn der Abstand der Fingerspitzen zum Boden mehr als 10 cm beträgt. Sie maßen mit radiologischen Funktionsaufnahmen die interver- tebralen Bewegungen zwischen L4 und L5 und zwischen L5 und S1 in der Sagittalebene zwischen endgradiger Flexion und Exten- sion an einer Gruppe von 194 Personen, die etwa 1 Jahr vor der Untersuchung unter Rückenschmerzen litten. Bei den männ- lichen Testpersonen (n = 77) korrelierte eine Einschränkung beim FBA mit intervertebralen Bewegungseinschränkungen, bei den weiblichen Testpersonen (n = 117) konnte keine Korrelation zwischen radiologisch ermittelter Restriktion und dem FBA fest- gestellt werden. Die Autoren schließen daraus eine geschlechts- spezifische Pathogenese von Rückenschmerzen [21]. Perret et al. [35] untersuchten den FBA auf seine Validität, Relia- bilität und Verlaufssensitivität hin. Für die Validität verglichen sie bei 10 Patienten mit lumbalen Rückenschmerzen den FBA mit radiologischen Aufnahmen und ermittelten einen hervor- ragenden Korrelationskoeffizienten von r = 0,96. Die Reliabilität des FBA wurde an 32 Patienten mit lumbalen Rückenschmerzen überprüft. Den Test führten 2-mal je 2 Therapeuten „blind“ durch. Die statistische Analyse mittels des Intraclass Korrela- tionskoeffizienten ergab einen hervorragenden Wert von r = 0,99. In einer Untersuchung von 72 Patienten mit lumbalen Rücken- schmerzen wurden am Anfang und nach Absolvieren eines 5-wöchigen intensiven Rehabilitationsprogramms der FBA und der Schober Test durchgeführt (Perret et al. [35]). Dabei erwies sich der FBA als einfacheres und sensitiveres Verlaufsinstrument als der Schober-Test. Die Autoren schlussfolgerten, dass der FBA ein exzellentes Messinstrument für Patienten mit lumbalen Rü- ckenschmerzen ist. Der Test lässt sich einfach durchführen und Abb. 3 Veränderte Ausgangsstellung bei mobilen Patien- ten. Horre T. Finger-Boden-Abstand und Schober-Test … Manuelle Therapie 2004; 8: 55–65 Originalarbeit 58 Heruntergeladenvon:FHCampusWien.Urheberrechtlichgeschützt.
  5. 5. liefert relevante Informationen über die Beweglichkeit bei der Rumpfbeuge aus dem Stand (Perret et al. [35]). Schober-Test Die Durchführung dieses Tests wurde von P. Schober erstmals 1937 beschrieben [45]. Exkurs: Originalbeschreibung der Durchführung des Tests von P. Schober im Jahr 1937 Dieser Test ermöglicht die objektive Beurteilung der Bewe- gungsverminderung der LWS, dem 4. und sich zuletzt einstel- lenden Symptom bei Spondylosis lumbalis (Spondylosis defor- mans) nach Schmerz, Stütz- und Schonungsbedürfnis der Wirbelsäule und Muskelkontraktionen zu beiden Seiten der LWS. Zum besseren Verständnis des sehr einfachen Messverfahrens sind einige anatomische Vorkenntnisse erforderlich: Von den 24 Wirbeln der menschlichen Wirbelsäule besitzt außer dem 1. und letzten Wirbel jeder an seiner Ober- und Unterseite je 2 Procc. articulares (knöcherne Fortsätze) als gelenkige Verbin- dung. Bei der Vorwärtsbewegung des Rumpfes müssen sich die Dornfortsätze auseinander spreizen, sodass die Entfernung von je 2 Dornfortsätzen bei der maximalen Rumpfbeugung größer wird. Der Normwert liegt bei ca. 6–9 cm für die gesam- te BWS und LWS. Während in aufrechter Haltung die Länge der Dornfortsatzreihe der LWS nur die Hälfte der der BWS umfasst, beträgt die Längenzunahme der LWS bei der maximalen Vor- wärtsbeugung mehr als das Doppelte der BWS. Die Feststellung der BWS-Länge gestaltet sich leichter als bei der LWS, da bei Letzterer die Dornfortsätze zu sehr überdeckt sind: – BWS: Ausgehend vom Dornfortsatz der Vertebra prominens (7. Halswirbel) werden die 12 folgenden Fortsätze abgetas- tet und sowohl der 7. als auch 12. Halswirbel durch Striche markiert und anschließend der Abstand zwischen den mar- kierten Stellen abgemessen (unter Vernachlässigung der Dorsalkyphose). – LWS: Zur Konstruktion des gesuchten Punktes dient das aus den beiden Fossae lumbales laterales und der Rima ani ge- bildete gleichschenklige Lateraldreieck (Abb. 4, Punkte R, M u. N), das das Kreuzbein und den oberen Teil des Steißbeins umschreibt. Der Schnittpunkt der Basis des Dreiecks (Gera- de zwischen den beiden Fossae lumbales laterales) mit der Rückenmittellinie entspricht dem Dornfortsatz des 5. Len- denwirbels. An diesem Punkt werden der Daumen und etwa eine Handbreit (10 cm) darüber der Zeigefinger auf- gelegt (Abb. 4, Punkte a u. b). Bei der maximalen Rumpfbeuge des Patienten entfernt sich der auf die Dornfortsatzlinie aufgedrückte Zeigefinger deutlich vom Daumen, der sich bei der Bewegung nicht verschiebt (Abb. 4, punktierte Fingerzeichnung). Beim Gesunden beträgt diese Entfernung (Abb. 4, zwischen Punkt a u. c) durchschnitt- lich ca. 4–6 cm (bzw. 3–4 Fingerbreiten). Ist sie geringer, be- deutet dies eine mehr oder weniger deutliche Verringerung der LWS-Beweglichkeit, je nach der Distanz, um die sich Dau- men und Zeigefinger voneinander verschoben haben. Bei der aufrecht und mit etwa schulterbreit gespreizten Beinen stehenden Patientin werden der Mittelpunkt der Verbindungs- linie der rechten und linken Spina iliaca posterior superior (SIPS) als unterer Fixpunkt markiert (Abb. 5) und von dort ein weiterer Punkt genau 10 cm oberhalb der 1. Markierung festgelegt. Die Pa- tientin erhält die Aufforderung, sich maximal nach vorne zu beu- gen. Mit einem Bandmaß wird die Entfernung (in mm) zwischen oberer und unterer Markierung gemessen. Da sich die Messung auf der konvexen Seite der Krümmung befindet, ist davon aus- zugehen, dass sich die Strecke bei der Rumpfbeuge vergrößert. Das Maß der lumbalen Flexion ergibt sich durch Subtrahieren von 10 cm von der gemessenen Strecke [25]. Ensink et al. [8] nahmen eine Längenzunahme von durchschnitt- lich mehr als 5 cm und Thomas et al. [53] von mehr als 3,5 cm an, begründen diese Angaben jedoch beide nicht [8, 53]. Moll und Wright [30] verschoben den unteren Fixpunkt 5 cm nach kaudal, sodass sich eine Ausgangsstrecke von 15 cm ergibt. Dies wird als modifizierter Schober Test bezeichnet [8, 25, 32]. Der Sinn der tieferen Markierung ist fraglich, da das Ziel des Tests eine Beweglichkeitsprüfung der LWS ist, und sich die ursprüng- liche Markierung schon unterhalb der LWS am Sakrum befindet. Eine weitere Veränderung des Tests führte zum modifizierten modifizierten Schober-Test [25]. Dabei wird wieder der ursprüng- liche untere Fixpunkt auf Höhe der SIPS gewählt, die obere Mar- kierung aber nicht 10 cm, sondern 15 cm kranial dieses Punktes a b c m n R Abb. 4 Originalabbildung zum Schober-Test 1937 [45]. Horre T. Finger-Boden-Abstand und Schober-Test … Manuelle Therapie 2004; 8: 55–65 Originalarbeit 59 Heruntergeladenvon:FHCampusWien.Urheberrechtlichgeschützt.
  6. 6. gesetzt (Abb. 6– 8). Das scheint sinnvoll, da die durchschnittliche Länge der LWS beim Erwachsenen etwa 15 cm beträgt [25]. Merritt et al. [29] ermittelten bei der Durchführung des modifi- zierten Schober-Tests in einer Gruppe mit 50 gesunden Proban- den (25 Frauen, 25 Männer) im Alter von 18–65 Jahren einen Durchschnittswert von 7,2 cm. Sie erzielten sowohl für die Inter- als auch für die Intratesterreliabilität gute Ergebnisse (CV = 4,9% bzw. 5,4%). Als Konsequenz empfehlen die Autoren, den modifi- zierten Schober-Test mit in die Standarduntersuchung für den Rücken aufzunehmen. Sie folgern, die gute Reproduzierbarkeit des Tests der Studie ermögliche, dass Therapeuten über ihre Messergebnisse miteinander kommunizieren können [29]. Hyytiaenen et al. [14] überprüften in der bereits zitierten Studie ebenfalls den modifizierten Schober-Test auf seine Reliabilität. Sie geben die Intertesterreliabilität mit r = 0,87 und die Intrates- terreliabilität mit r = 0,88 an und bewerten den Test als leicht und schnell durchführbar sowie mit guter Reproduzierbarkeit. Die Autoren unterstellen, dass sich die Intertesterergebnisse bei genauer bzw. einheitlicher Bestimmung der Fixpunkte noch ver- bessern ließen. O’Haire und Gibbons [34] berichten über die Schwierigkeit beim Auffinden anatomischer Punkte. 10 fortgeschrittene Studenten der Osteopathie (Senior students) sollten Aussagen über die Lage der SIPS machen. Dabei wurde ein mittlerer Kappa-Wert von k = 0,55 errechnet. Laut Kool und Pescioli [19] ist dieser Wert nur als mäßig zu betrachten. In einer Studie zur Intertesterreliabilität von 22 verschiedenen klinischen Tests bei 10 Patienten mit Spondylitis ankylosans er- wiesen sich der modifizierte Schober-Test (r = 0,78) und der FBA (r = 0,83) als gute Instrumente [36]. Als Untersucher nahmen 3 Physiotherapeuten und 2 Rheumatologen teil. Miller et al. [30] orientierten sich nicht an den SIPS, sondern an den 2 knapp oberhalb der SIPS befindlichen Venusgrübchen. Bei ihrer Untersuchung mit 50 normalen Probanden (21 Männer, 29 Frauen) fanden sie bei 50% der untersuchten Personen Grüb- chen, die zwischen 1,0 und 2,5 cm groß waren, also keine exakte Bestimmung zuließen. Bei 26% der Teilnehmer waren gar keine Grübchen vorhanden. Das bedeutet, der Test ist nicht auf jede Person anwendbar bzw. das Auffinden der unteren Markierung beruht auf Vermutungen. Trotzdem erreichten die Autoren eine Intertesterreliabilität von r = 0,71. Sie hypothetisieren, dass wei- tere Faktoren (z.B. unerfahrene Therapeuten, schlechte Standar- Abb. 5 Markieren des unteren Fixpunktes. Abb. 8 Messen der Distanz nach der Flexion. Abb. 6 Markierung 15 cm kranial des Fixpunktes. Abb. 7 Alle Markie- rungen eingezeich- net. Horre T. Finger-Boden-Abstand und Schober-Test … Manuelle Therapie 2004; 8: 55–65 Originalarbeit 60 Heruntergeladenvon:FHCampusWien.Urheberrechtlichgeschützt.
  7. 7. disierung beim „Aufwärmen“ vor dem Test, Schmerzen) die Messergebnisse beeinflussen können [30]. Mit dem Schober-Test und dem modifizierten Schober-Test wird in der Regel nicht die gesamte LWS gemessen. Gemäß Miller et al. [30] lag die obere Markierung im Durchschnitt auf Höhe des Diskus des Segments von L2/3. Wird davon ausgegangen, dass der Schober-Test ein Instrument zur Messung der LWS-Flexion darstellt, ist seine diesbezügliche Validität schlecht, da nicht die komplette LWS mit ihren 6 Segmenten von T12 bis S1 gemessen wird. Sit-and-reach-Test Bei diesem Test sitzt die Patientin mit dem Becken, dem aufrech- tem Rücken und dem Kopf an eine Wand gelehnt (Abb. 9). Die Knie sind extendiert. Mit übereinander gelegten Händen soll sie versuchen, einen Punkt möglichst weit vorne zu erreichen, wo- bei Kopf und Rücken an der Wand bleiben. Gemessen wird der Abstand zwischen Fingerspitzen und Fußsohlen, projiziert auf eine Transversalebene. Zum Abschluss beugt sich die Patientin langsam maximal nach vorne (Lösen des Oberkörpers von der Wand; Abb.10). Reichen ihre Fingerspitzen über die Fußsohlen hinaus, wird dieses Maß zu dem zuerst gemessenen Wert ad- diert. Erreicht die Patient die Ebene ihrer Fußsohlen nicht, wird der gemessene vom 1. Wert subtrahiert. Bei der Ausführung ist darauf zu achten, dass die Knie extendiert bleiben. Jackson et al. [15] sowie Chung und Yuen [3] nutzten hierzu eine an die Fuß- sohlen gestellte Box. Jackson et al. [15] führten den Sit-and-reach-Test von 1980–1990 an 2747 Personen durch. Von den Testpersonen litten 54% zeitwei- se unter lumbalen Rückenschmerzen. Die Autoren geben eine In- tratesterreliabilität von r 0,9 an, was einen sehr guten Wert wi- derspiegelt. Der Test konnte jedoch nicht zur Differenzierung zwischen Testpersonen mit und ohne lumbale Rückenschmerzen beitragen, weshalb er nicht als valider Test für das Erkennen von lumbalen Rückenschmerzen gelten kann [15]. Chung und Yuen [3] unterzogen in Hongkong 52 männliche Stu- denten von 18–25 Jahren mehreren Tests. Sie ermittelten keine signifikante Korrelation zwischen den Ergebnissen aus dem Sit- and-reach-Test und dem modifizierten Schober-Test, fanden aber eine Übereinstimmung des Sit-and-reach-Tests mit der Flexibili- tät der Mm. ischiocrurales. Daraus schlossen sie, dass der Sit- and-reach-Test nicht von der Beweglichkeit der LWS abhängt und folglich auch nicht valide bezüglich einer die LWS betreffen- den Fragestellung ist [3]. Jones et al. [16] führten 1998 eine Studie mit einem für ältere Menschen modifizierten Chair-sit-and-reach-Test an 76 Männern und Frauen mit einem Durchschnittsalter von 70,5 Jahren durch. Ihr Ziel war die Überprüfung der Intertesterreliabilität und der Validität bezüglich der Länge der ischiokruralen Muskeln. Bei dem Test sitzt die Patientin aufrecht auf dem vorderen Teil der Sitzfläche eines ca. 43 cm hohen Stuhls, wobei eine Fußsohle Kontakt zum Boden hat. Sie wird aufgefordert, ihr anderes Bein nach vorne strecken, ohne die Ferse vom Boden abzuheben. Das Sprunggelenk wird in 908 gehalten. In dieser Position soll die Pa- tientin mit aufeinander gelegten Händen versuchen, sich mög- lichst weit aus der Hüfte nach vorne in Richtung der Fußspitze ihres gestreckten Beines zu beugen. Gemessen wird der Abstand zwischen Mittelfinger- und Fußspitze, auf eine Parallele zum Bein projiziert. Die Autoren ermittelten eine sehr gute Intertes- terreliabilität von r = 0,96 für Frauen und r = 0,92 für Männer. Die Kriteriumsvalidität hinsichtlich der Muskellänge lag bei al- len Patienten r 0,9 [16]. Inklinometertechnik Die Beweglichkeit der LWS in der Sagittalebene lässt sich mit ei- nem handelsüblichen Goniometer in Grad messen. Maher et al. [25] beschreiben folgendes Vorgehen: Die Testperson steht bar- füßig mit entkleidetem Oberkörper die Füße etwa schulterbreit auseinander in aufrechter Haltung. Der Dornfortsatz von S2 wird markiert, indem die Strecke zwischen den beiden SIPS ge- teilt wird. Die 2. Markierung zwischen T12 und L1 erfolgt durch Nach-oben-Zählen von der 1. Markierung entlang der Dornfort- sätze. Als weitere Orientierungshilfe kann der Beckenkamm (L4) dienen. Mit dem an einer vertikalen Wand geeichten (auf null gestellten) Goniometer erfolgt die 1. Messung auf S2, die 2. Messung auf T12–L1. Dann wird die Patientin gebeten, sich ma- ximal nach vorne zu beugen und mit den Fingerspitzen mög- lichst nah an ihre Zehen zu gelangen. In dieser Position werden eine 3. Messung an T12–L1 und eine 4. Messung wieder an S2 durchgeführt. Der Wert für die gesamte Flexion von LWS und Be- Abb. 9 Sit-and-reach-Test. Abb. 10 Die Patientin beugt sich langsam maximal nach vorne. Horre T. Finger-Boden-Abstand und Schober-Test … Manuelle Therapie 2004; 8: 55–65 Originalarbeit 61 Heruntergeladenvon:FHCampusWien.Urheberrechtlichgeschützt.
  8. 8. cken ergibt sich, indem die Werte der 2. Messung von denen der 3. Messung subtrahiert werden. Die Beweglichkeit des Beckens wird durch Subtraktion der Werte der 1. Messung von denen der 4. Messung erzielt. Die Subtraktion des Wertes der Becken- bewegung von dem der Gesamtbeweglichkeit ergibt die lumbale Beweglichkeit für die Flexion. Newton und Waddell [33] ermittelten mit dieser Methode bei Patienten mit lumbalen Rückenschmerzen und einer asympto- matischen Kontrollgruppe eine Intertesterreliabilität von r = 0,87 für die lumbale Flexion, r = 0,89 für die Beckenflexion und r = 0,94 für die gesamte Flexion von Becken und LWS. Merritt et al. [29] fanden in der bereits zitierten Studie ebenfalls eine gute Inter- und Intratesterreliabilität für die Inklinometer- technik (CV = 10,6% bzw. 12,5%). Mayer et al. [28] benutzten für ihre Studie zur Inklinometertech- nik bezüglich der LWS- und der Beckenbeweglichkeit in der Sagit- talebene ein elektronisches Goniometer, das Daten speichert. Ziel der Studie war herauszufinden, welche möglichen Fehlerquellen den Test negativ beeinflussen können. Dazu ermittelten die Auto- ren an 34 gesunden Probanden mit den bei Maher et al. [25] be- schriebenen Referenzpunkten die LWS-, die Becken- und die Ge- samtflexion. Die Tests wurden sowohl von geübten als auch unerfahrenen Therapeuten durchgeführt. Ein Großteil der gefun- denen potenziellen Fehlerquellen (Tab. 2, nach ihrer Schwere ge- ordnet) lässt sich bei mit dem Test vertrauten Therapeuten ver- meiden. Saur et al. [40, 41] führten bei 54 an einer Rehabilitation für chro- nischen Rückenschmerz teilnehmenden Patienten eine Reliabili- täts- und Validitätsstudie zur Inklinometertechnik durch. Als Re- ferenzpunkte wählten sie die obere Kante des Kreuzbeins und die unterer Kante des 12. Brustwirbels. In einem Versuchsgang wurden diese Referenzpunkte durch Palpation der Dornfortsätze von T12 und S1 und in einem weiteren mit einem fluoroskopi- schen Verfahren ermittelt. Zusätzlich erfolgte die Messung der Beweglichkeit anhand funktioneller Röntgenaufnahmen. Die ra- diologischen Werte gelten als Referenzstandard. Die Messungen mit der Inklinometertechnik ergaben für die LWS-Flexion ein durchschnittliches Bewegungsausmaß von 38,78 mit manueller Bestimmung der Referenzpunkte und 40,98 für die fluorosko- pisch ermittelten Punkte. Daraus folgt eine hervorragende Korre- lation von r = 0,95 beider Verfahren für die Messung der LWS- Flexion. In einer Untergruppe mit 48 Patienten wurde die Intertesterreliabilität zwischen einem Arzt und einem Physio- therapeuten bestimmt. Der Durchschnittswert des Arztes lag bei 438, der des Physiotherapeuten bei 44,18. Die Intertesterrelia- bilität ist mit r = 0,88 als gut einzustufen. Der Vergleich der kli- nischen Messungen zwischen Goniometer und röntgenologi- schen Funktionsaufnahmen ergab r = 0,8 [40, 41]. Die Autoren [40, 41] folgerten, dass die Inklinometertechnik mit manuellem Auffinden der Referenzpunkte ein genaues Instru- ment zur Bestimmung der lumbalen Flexion darstellt. Die Inkli- nometertechnik erlaubt unabhängig von Hüftbewegungen. ein isoliertes Messen der lumbalen Flexion in Grad. Dillard et al. [6] bewerteten die Intertesterreliabilität mit einem Flüssigkeitsgoniometer mit r = 0,8. Sie führten an 20 gesunden Probanden jeweils 2-mal den Test mit minimal 1 Woche Abstand (durchschnittlich 17 Tage) durch. Mayer et al. [27] ermittelten die LWS-Flexion bei 9 weiblichen und 9 männlichen gesunden Probanden durch 14 Therapeuten mit 3 verschiedenen Geräten (mechanisches und elektronisches Goniometer, Kyphometer). Die Intratesterreliabilität war für die 3 unterschiedlichen Geräte etwa gleich gut (r = 0,89). Die schwa- che Intertesterreliabilität (im Durchschnitt betrug die Abwei- chung zwischen 2 Untersuchern bei der Messung der endgradi- gen Flexion unabhängig mit welchem Gerät 7,98) führen die Autoren auf das schwierige Auffinden der Referenzpunkte (T12/L1, Sakrum) und auf das Anlegen der Messgeräte zurück. Die Intertesterunterschiede sind umso größer, je fettleibiger der untersuchte Proband bzw. je kleiner ausgeprägt die Dornfortsät- ze sind [27]. Das Ergebnis der Studie zwingt zur vorsichtigen In- terpretation von Messergebnissen bezüglich der LWS-Flexion. Eine bessere Intertesterreliabilität lässt sich eventuell mit geüb- teren Therapeuten erreichen. Lumbale Rückenschmerzen und LWS-Beweglichkeit Von den 4 vorgestellten Testinstrumenten sagen der FBA und der Sit-and-reach-Test nichts über die isolierte Bewegung der LWS aus. Der Schober-Test in seinen Variationen und die Inklino- metertechnik bieten quantifizierbare Ergebnisse über die Be- weglichkeit der LWS in Flexion. Rainville et al. [37] maßen in ihrer Untersuchung an 75 Patienten mit chronischen lumbalen Rückenschmerzen sowohl die Ge- samtbeweglichkeit (LWS und Becken) als auch die isolierte LWS- Flexion vor und nach einem Therapieprogramm mittels Inklino- metertechnik. Zusätzlich wurde am Anfang und am Ende der Intervention die Disability der Patienten mittels der MVAS be- stimmt. Beide Messungen der Flexion korrelieren stark mit der Disability. Vor dem Beginn der Therapie wurde der Korrelations- koeffizient mit r = 0,88, nach der Therapie mit r = 0,84 berechnet. Somit sind beide Tests gleichberechtigt nebeneinander anwend- Tab. 2 Fehlerquellen bei der Inklinometertechnik (aus [27]) Kausaler Faktor Potenzielle Folgen Fehler des Therapeuten – Auffinden von T12 – Wackeln des Inklinometers auf T12 – Wiederfinden von T12 – Zu hohe (L5) Platzierung des Goniometers auf dem Sakrum Menschliche und Gerätefehler Fehler beim Platzieren des Goniometers auf den Referenzpunkten (bei z.B. Adipositas, Kleinwüchsigkeit) Sehr steife Patienten Kleine Bewegungsamplitude Gerätedefekte Ungenaues Goniometer Persönlichkeit des Patienten – Motivation – Stimmung – Geschlecht Horre T. Finger-Boden-Abstand und Schober-Test … Manuelle Therapie 2004; 8: 55–65 Originalarbeit 62 Heruntergeladenvon:FHCampusWien.Urheberrechtlichgeschützt.
  9. 9. bar. Die einfacher zu messende Gesamtbeweglichkeit korrelierte nach dem Therapieprogramm sogar etwas stärker mit der Dis- ability als die isolierte LWS-Flexion [37]. Newton und Waddell [33] berichten ebenfalls, dass die Gesamt- beweglichkeit von Becken und LWS stärker als die isolierte LWS- Flexion mit der Disability der Patienten mit lumbalen Rücken- schmerzen korreliert. Perret et al. [35] zeigten in einer Studie zur Verlaufssensitivität des FBA bei Patienten mit lumbalen Rückenschmerzen die Über- legenheit des FBA gegenüber dem Schober-Test. Die Autoren stellten fest, dass eine eingeschränkte Beweglichkeit der Wirbel- säule nicht mit der Disability von Patienten mit lumbalen Rü- ckenschmerzen korreliert, eine eingeschränkte Beweglichkeit je- doch als negativer Parameter für eine erfolgreiche Rehabilitation angesehen werden kann. Thomas et al. [53] unterzogen 344 Patienten mit chronischen lumbalen Rückenschmerzen und 118 asymptomatische Proban- den verschiedenen Tests, um einen möglichen Zusammenhang zwischen Bewegungseinschränkungen und lumbalen Rücken- schmerzen zu finden. Sie bewerteten den modifizierten Schober- Test als positiv, wenn sich die Distanz zwischen den Markierun- gen um weniger als 3,5 cm vergrößert. Daraus ergibt sich eine Sensitivität von 25,3%. Von 100 Patienten mit lumbalen Rücken- schmerzen werden also ca. 25 mithilfe des modifiziertem Scho- ber-Tests als krank erkannt [53]. Eine bessere Sensitivität erhielten die Autoren für den FBA [53]. Als positives Testergebnis betrachteten sie alle Werte, die größer als 17 cm sind. Die Sensitivität beträgt 45,3%. Auch hier wird deutlich, dass die Messung der Gesamtbeweglichkeit mit dem FBA einen größeren – wenn auch nicht signifikanten – prädikti- ven Wert als die hier durch den modifizierten Schober-Test er- mittelte isolierte LWS-Flexion hat [53]. Sullivan et al. [51] ermittelten mit der Inklinometertechnik das Ausmaß der lumbalen Flexion bei 81 Patienten mit lumbalen Rü- ckenschmerzen. Aufgrund von Normdaten sollten die Therapeu- ten beurteilen, ob bei den Testpatienten eine Bewegungsein- schränkung und damit ein Impairment vorliegt oder nicht. Anschließend wurden die anhand des Roland-Morris-Back-Pain- Questionnaire erhobenen Bewegungseinschränkungen zur Dis- ability in Relation gesetzt. Es fanden sich nur geringe Korrelatio- nen zwischen einer eingeschränkten lumbalen Flexion und einer entsprechenden Disability. Als Schlussfolgerung postulieren die Autoren, dass die Messung der lumbalen Flexion keine Aus- sagekraft bezüglich der Disability bei Patienten mit lumbalen Rü- ckenschmerzen hat und die Vergrößerung der lumbalen Flexion kein vorrangiges Ziel bei diesen Patienten darstellen kann [51]. Um zu erforschen, ob lumbale Rückenschmerzen mit einer ein- geschränkten lumbalen Beweglichkeit korrelieren, unterzogen Schreiber et al. [49] 52 männliche Personen (36 mit lumbalen Rückenschmerzen und 16 asymptomatische) einer dreidimen- sionalen Messung mit dem CMS 50/4 unterzogen. Die Disability der Patienten wurde mit der visuellen Analogskala (VAS) und dem Oswestry-Low-Back-Pain-Disability-Questionnaire (ODQ) er- mittelt. Die durchschnittliche lumbale Flexion betrug bei dieser Testklientel 448. Es waren keine Unterschiede in der Beweglich- keit zwischen Patienten und Probanden eruierbar, weshalb die Autoren die Aussage unterstützen, dass eine eingeschränkte lumbale Flexion kein Indikator für lumbale Rückenschmerzen ist [49]. Diskussion Der FBA ist ein einfaches, kostengünstiges und schnell durch- zuführendes Instrument zur Quantifizierung der Rumpfbeuge aus dem Stand. Mehrere Studien bestätigten dem Test eine gute bis sehr gute Inter- und Intratesterreliabilität [8, 11, 14, 25, 33, 35, 37]. Daneben wurde deutlich, dass selbst unerfahrene und in der Methode ungeübte Therapeuten gute Ergebnisse erzielten [12]. Zwar verändern Schmerzen beim Test das Bewegungsaus- maß, beeinflussen aber nicht die Reliabilität [12]. Da die Tageszeit den Test verändern kann, sollte möglichst immer zur gleichen Zeit gemessen werden, um Vergleiche zu gestatten bzw. Verände- rungen im Behandlungsverlauf objektiv darzustellen [8] und die Verlaufssensitivität zu erhöhen. Die Tatsache, dass der FBA keine Aussage über die isolierte LWS-Flexion zulässt, muss kein Nach- teil sein, da eher das Gesamtbewegungsausmaß als die lumbale Flexion mit der Disability korreliert [25, 33, 49, 51, 53]. Zur isolierten Messung der Flexion der LWS eignen sich der mo- difizierte Schober-Test und die Inklinometertechnik. Gute bis sehr gute Werte der Inter- und Intratesterreliabilität wurden so- wohl für den modifizierten Schober-Test [14, 29, 30, 36] als auch für die Inklinometertechnik [6, 29, 33, 40, 41] ermittelt. Die Inkli- nometertechnik ist dem Schober-Test insofern überlegen, als sie die Beweglichkeit in Grad und nicht in cm angibt und somit die übliche Maßeinheit für Winkel benutzt. Als Nachteil kann even- tuell der höhere Anschaffungspreis eines Goniometers gegen- über dem beim Schober-Test verwendetem Maßband geltend ge- macht werden. Es ist verwunderlich, dass die meisten Studien nicht den modifi- zierten modifizierten Schober-Test, sondern den modifizierten Schober-Test wählten. Da es hierbei um das Messen der lumba- len Beweglichkeit geht, sollten die Markierungen die LWS kom- plett erfassen. Dies ist beim klassischen Schober Test nicht der Fall, weil die obere Markierung aufgrund der durchschnittlichen Länge der LWS von 15 cm in der Regel nicht oberhalb von L1 liegt [25]. Der modifizierte Schober Test ändert daran nichts, da nur die untere Markierung, die schon beim Standardtest unterhalb von L5 liegt, weitere 5 cm nach distal verschoben wird. Nur der modifizierte modifizierte Schober-Test erfasst die Bewegung der gesamten LWS, weil die obere Markierung nicht 10 cm, sondern 15 cm oberhalb der 1. Markierung gesetzt wird. Aus diesem Grund wären weitere Studien mit dem modifizierten modifizier- ten Schober-Test wünschenswert. Ein weiteres Problem des Schober-Tests liegt im Anlegen des Bandmaßes. Bei Patienten mit starker lumbaler Lordose ist es nicht immer einfach, das Bandmaß wie von Maher et al. [25] vor- gegeben an der Haut entlang anzulegen. Andere Autoren lassen in ihren Veröffentlichungen unerwähnt, ob das Bandmaß der Körperkontur folgen oder den direkten Weg nehmen soll. Horre T. Finger-Boden-Abstand und Schober-Test … Manuelle Therapie 2004; 8: 55–65 Originalarbeit 63 Heruntergeladenvon:FHCampusWien.Urheberrechtlichgeschützt.
  10. 10. Bei der manualtherapeutischen Untersuchung werden passive Tests benutzt, um das passive Bewegungsverhalten benachbarter Wirbel zu beurteilen [26]. Es scheint mir interessant, das palpa- torische Untersuchungsergebnis mit einer Messung zu verglei- chen. Dafür könnte der Schober-Test dahingehend modifiziert werden, die Distanzveränderung zwischen 2 Wirbeln bzw. ihren Dornfortsätzen zu messen. Der Patient liegt dabei auf der Seite und führt die Bewegung passiv aus, und die Markierungen befin- den sich auf 2 benachbarten Dornfortsätzen. Der Sit-and-reach-Test ist m.E. als Messinstrument für Patienten mit lumbalen Rückenschmerzen überflüssig, weil er nur Aus- sagen über die Länge der Mm. ischiocrurales zulässt [3]. Zur Be- stimmung der Länge dieser Muskeln gibt es aber einfachere Ver- fahren [39]. Da im Vergleich zum FBA weniger Forschungen für den Sit-and-reach-Test existieren, lässt sich sein möglicher Wert jedoch nicht abschließend beurteilen. Aktive Tests werden in der Manuellen Therapie hinsichtlich ihrer Bewegungsqualität und -quantität und möglicherweise auftre- tender Schmerzen oder anderer Reaktionen beurteilt. Die vor- gestellten Tests – insbesondere der FBA – sind hervorragende In- strumente für die Messung der Quantität einer Bewegung. Im Rahmen einer Behandlungsserie dienen sie der objektiven Ver- laufskontrolle und stellen Parameter dar, die ein ständiges An- passen der Dosierung der gewählten Behandlungstechnik im Sinne einer Progression oder Regression ermöglichen. Literatur 1 Bogduk N. Clinical Anatomy of the Lumbar Spine and Sacrum. 3rd ed. New York: Churchill Livingstone, 1997 2 Cabri J. Testverfahren am Bewegungsapparat. In: In: van den Berg F (Hrsg). Angewandte Physiologie Bd. 3. Stuttgart: Thieme, 2001 3 Chung PK, Yuen CK. Criterion-Related Validitiy of Sit-and-reach Tests in University Men in Hong Kong. Perceptual and Motor Skills 1999; 88: 304–316 4 Davies-Knorr T. Editorial. 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