Nutzung vonSocial Media (SoMe)im ArbeitsumfeldRechtliche FallstrickeNils Güggiwww.nilsgueggi.com
Überblick SoMe – Screening – Reglemente – Entlassungsgründe – FragenNils Güggi• JuristLic. iur., MBA – Uni Bern, PHW• Stv....
Vorschau• Überblick SoMe• Bewerber-Screening• Nutzungsreglemente• Entlassungsgründe• FragerundeÜberblick SoMe – Screening ...
SocialMediaVielfaltÜberblick SoMe – Screening – Reglemente– Entlassungsgründe – Fragen4Nils Güggi - www.nilsgueggi.com
Für CH-Screeningu.a. relevantÜberblick SoMe– Screening – Reglemente– Entlassungsgründe – FragenXing Linkedin Google+ Twitt...
Überblick SoMe – Screening – Reglemente – Entlassungsgründe – FragenWohin als Arbeitgeber?6Nils Güggi - www.nilsgueggi.com...
Bewerber-ScreeningStudie zeigt:45 % der US-Chefs schauen SoMe-Daten derBewerber an und 1/3 fand dabei Infos, die dieAnstel...
Art. 328b OR(Pflichten des Arbeitgebers beiBearbeitung von Personendaten)Der Arbeitgeber darf Daten über denArbeitnehmernu...
Art. 4 DSG (Grundsätze)2 [...] Bearbeitung [von Personendaten] hat nachTreu und Glauben zu erfolgen und mussverhältnismäss...
Darf ich Bewerber screenen? – FaustregelXing/LinkedIn JA (beruflich)Facebook NEIN (privat)Google+ NEIN (eher privat)Twitte...
Das NutzungsreglementSie haben 2 Möglichkeiten1. Zugang zu SoMe technisch sperren2. Umgang mit SoMe regeln – mit Nutzungsr...
1 – Zweck- Regelung der Nutzung von SoMe- Interesse der Organisation definieren- Interesse der Arbeitnehmenden definierenW...
2 – Private Nutzung- private Nutzung von SoMeist während derArbeitszeit auf ein Minimum zu beschränken- sollte grundsätzli...
3 – Rechtswidriges- Rechtswidrige Inhalte dürfen weder konsumiert nochheruntergeladen oder weiterverbreitet werden- Handlu...
4 – Vertrauliches- vertrauliche Informationen dürfen online nichtgenannt werden- also nicht im Internet, nicht in SoMe etc...
5 – Respekt- alle Mitarbeitenden zeigen sich jederzeit respektvollgegenüber ihren Kommunikationspartnern- das gilt für all...
6 – Speichern betrieblicher Daten- es ist verboten betriebliche Daten ausserhalb derdafür vorgesehenen betrieblichenInform...
7 – Betriebliche Kommunikation- darf nur über ausdrücklich vorgesehene Infrastrukturstattfinden- via SoMe ist sie, sofern ...
8 – SoMe allgemein- Online-Präsenz beeinflusst Image der Organisation- Empfehlungen für Profile in Business-Netzwerken- Em...
9 – SoMe: Empfehlungen für Business-Tools- Ziel: transparente Kommunikation der Organisation- korrekte Bezeichnung der Pos...
10 – SoMe: Private Tools- es muss klar ersichtlich sein, dass Privatperson ihreeigene Meinung vertritt- allenfalls Verhalt...
11 – Überwachungsmassnahmen- Ziel: Missbrauch und techn. Schäden verhindern- Einsatz techn. Schutzmassnahmen- anonymisiert...
12 – Konsequenzen eines Missbrauchsarbeitsrechtliche Sanktionen benennen:- Abmahnung, Sperren des Internetzugangs,Schadene...
Abschliessend- Hinweis auf Auskunftspersonen bei Unklarheiten- Hinweis auf Verhältnis diesesNutzungsreglementszu allfällig...
Achtung: Konto Arbeitnehmer oder Arbeitgeberin?Möchte die Arbeitgeberin sichergehen, dass einKonto eines Sozialen Netzwerk...
EntlassungsgründeFür dieses Online-Verhalten wurden in der SchweizArbeitnehmende entlassen:1. Zu viele Sex-Seiten am Arbei...
Zu viele Sex-Seiten am Arbeitsplatz (2004)Der Ressortleiter einer kantonalen Dienststellebesuchte über mehrere Monate tägl...
Facebook-Besuch bei Migräne-Abwesenheit (2009)Eine Angestellte meldete sich krank. Sie müsse beiMigräne im Dunkeln liegen ...
Lehrerin beleidigt – Lehrstelle verloren (2011)Eine Schülerin machte sich auf Facebook (750Freunde) über ihre Lehrerin lus...
Journalist stiehlt Identität auf Facebook (2012)Ein Journalist recherchierte in einem Fall, in welchemdas Sexvideo einer j...
Lehrer konsumiert Erotikbilder(2013)Ein Lehrer konsumierte nach Unterrichtsschluss imSchulzimmer Erotikbilder und wurde da...
Zum Schluss noch dies: Spyware ist unzulässig- mit Spyware überwachen ist unzulässig (Art. 26 Abs.1 ArGV 3)- Informationen...
Fragen?Für alle FälleFragen Sie mich online über• Twitterwww.twitter.com/@Nils_Gueggi• Xingwww.xing.com/profile/Nils_Guegg...
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Die Nutzung von Social Media im Arbeitsumfeld

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Grundlage ist das Schweizer Recht. Eine Einführung zu den Slides findet sich unter http://nilsgueggi.com/2013/05/25/die-nutzung-von-social-media-im-arbeitsumfeld/

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  • Kurz die Abkürzung ansprechen, die nachfolgend immer verwendet wird
  • – Fakten und Chancen– Darf man das?– Was soll man regeln?– Geht das?– einige Beispiele
  • Zeit bis hier: 5 min:Unglaubliche VielfaltWächst täglich anFokus auf wenige notwendig bei - Positionierung als Arbeitgeber und - hier in meinem Vortrag?Wer von Ihnen nutzt SoMe? – privat / businessWelche nutzen Sie? Nutzen Sie sie auch im Recruiting?
  • Auf stetigeVeränderung der Statistiken hinweisen (Nutzer CH jeweils 0.5 – 1 PromilleXing und LInkedIn: beruflich orientiert – Businessplattform – CV online – Kontakte pflegen – Jobs ausschreibenXing eher noch im deutschsprachigen Raum – LInkedIn globaler, insb. auch Romandie - Auf der Gegenseite: FB: privates Netzwerk, Fotos teilen, Links teilen, Befindlichkeiten, Meinungen – vermehrt Firmen und Verwaltungsauftritte- Twitter und Google+: „Microblogging“, Links und Meinungen teilen – nicht ganz klar, ob privater oder beruflicher AproachNur Ausgangspunkt für weitere Infoquellen wie Blogs, Newsseiten, andere SoMe etc.Googeln ist hier nicht direkt erfasst, dafür gilts aber auch
  • Zeit bis hier: 10-15 min.SoMe sind kein Wundermittel. Sie sind lediglich Mittel zum Zweck.Was ist ihr Ziel? - Können SoMe unterstützen?Xing und LinkedIn:Direkt zukünftige Arbeitnehmer findenZusätzliche Informationen über Bewerbende erhaltenAlle SoMe:Firmenauftritt: Hier soll man arbeiten wollen
  • Oder anders: Isteszulässig, imBewerbungsverfahren in sozialenMediennachInformationenüber die Stellenbewerberzusuchen?Studie 2009 Langheinrich/Karjoth??? Wer von Ihnen hat schon mal Bewerber gegoogelt? Und, etwas spannendes gefunden?
  • Beispiele für Eignung: Darf sich der Arbeitgeber im Bewerbungsgespräch oder durch einen Fragebogen nach einer Schwangerschaft erkundigen? Müssen Fragen nach Vorstrafen, nach sexuellen Neigungen, Gesundheitszustand, politischen Ansichten oder Glaubensbekenntnissen beantwortet werden? Für die richtige Besetzung der Stelle ist der Arbeitgeber auf möglichst umfassende Informationen über die Interessenten angewiesen. Jedoch sind der Neugierde der Arbeitgeber durch das Recht Grenzen gesetzt.
  • Verhältnismässig: Geeignet und erforderlichAus Umständen ersichtlich = Vermerk im CV, Bewerbung bei Facebook, Bewerbung als SoMe-ManagerFür betroffene Person erkennbar
  • Öffentlich oder privat???? Siehe oben. Will jemand darauf antworten?
  • Technische Sperrung kommt je länger je weniger in Frage. Internetnutzung wird immer mehr analog Telefonnutzung betrachtet. Bald ein Menschenrecht?Wenn Verbot, dann technische Sperrung, alles andere ist gegenüber AN nicht fair.Aber: Smartphones erlauben auch Nutzung von SoMe. Kann in Pausen nicht eingeschränkt werden. Damit ist Kontrolle relativ schwierig. Besser sinnvoll regeln.Egli: DassderArbeitnehmer seine ArbeitszeitzurVerfügungstellt, bedeutetnicht, dasser in jederSekunde seiner Anwesenheitproduktivsein muss. Dabeigehtesnicht um die gemässArbeitsgesetzvorgeschriebenenPausen. SelbstwährendderArbeitszeitimengeren Sinn dürfen die Gedanken des Arbeitnehmersab und zuabschweifen und derArbeitnehmerdarfsichmitseinenArbeitskollegenunterhalten. DerArbeitnehmerdarfauch auf die Toilette gehenodererdarfeineZigaretterauchen.Nutzungsreglement Kurz muss es sein und verständlich: Unverständliche oder komplizierte Regeln werden idR nicht beachtet und man kennt sie gar nicht erst. Normal!??? Wer hat Reglement?
  • Das gilt auch für alle anderen RegelnBsp.: Dieses Reglement regelt für alle Mitarbeitenden der Organisation die Nutzung von E-Mail und Internet mit Informatikmitteln der Organisation. Es regelt auch allgemein die Nutzung von Sozialen Medien.Das Interesse der Organisation liegt dabei in einer möglichst wenig belasteten betrieblichen Informatikinfrastruktur (v.a. bezüglich Netzwerkbandbreite), der Datensicherheit, dem Datenschutz sowie finanziellen (der Arbeitnehmer schuldet dem Arbeitgeber seine Arbeitszeit) und idellen Interessen (z.B. Schutz vor Reputationsschäden). Dem steht das Informations- und Kommunikationsinteresse der Arbeitnehmenden gegenüber.
  • z.B. rassistischen, pornografischen, sexistischen, gewaltverherrlichenden Inhalten
  • Seien Sie konkret, bringen Sie Beispiele
  • Explizite Erwähnung lohnt sich, Positives verstärken
  • Lassen Sie nur zu, was Sie ausdrücklich erlauben!
  • Behalten Sie die Kontrolle über die Kommunikation(skanäle)
  • Die Organisation begrüsst grundsätzlich die Online-Aktivitäten ihrer Mitarbeitenden in Sozialen Medien. Sensibilisieren:Die Online-Präsenz der Mitarbeitenden beeinflusst auch das Image der Organisation. Aus Sicherheits- und Imagegründen ist aber eine Regelung der Nutzung angebracht. Deshalb regeln Sie die Mindestanforderungen der Profile von Mitarbeitenden in Business-Netzwerken und macht Empfehlungen bezüglich der Nutzung privater Sozialer Medien.- Art. 321 – 321e OR: Sorgfaltspflicht, Treuepflicht, Befolgen von Anordnungen und Weisungen, HaftungArt. 173 – 178 Ehrverletzungstatbestände: Üble Nachrede, Verleumdung, BeschimpfungBeispielsweise sind falsche Angaben über die eigene Position oder falsche, rufschädigende Angaben zur Organisation oder ihren Angehörigen zu unterlassen. Ein Verstoss kann arbeits- und/oder strafrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen.
  • Haben Sie keine Angst vor Abwerbungen. Ich kenne Firmen, die die MA auf der Website nicht nennen, weil sie Angst vor Abwerbung haben.Einträge auf Xing oder LinkedIN können Sie nicht verhindern. Gewinnen Sie Vertrauen, indem Sie zeigen, wer Sie sind und wer bei Ihnen arbeitet.Einträge ohne Foto verpönt. Wenig Vertrauen erweckend.Profile ihrer Mitarbeitenden in Business-Netzwerken wie z.B. Xing oder LinkedIN werden von der Organisation ausdrücklich begrüsst. Die Organisation möchte und darf hier keine Vorschriften machen, wie das Profil ihrer Mitarbeitenden zu gestalten ist. Dennoch empfiehlt die Organisation ihren Mitarbeitenden, gewisse Minimalanforderungen zu erfüllen: Zuerst ist es optimal, wenn das persönliche Profil der Mitarbeitenden die korrekte Bezeichnung der Position inkl. Departement/Amt/Abteilung o.ä. enthält, damit transparent ist, wofür die Person zuständig ist. Sodann ist es empfehlenswert ein gutes Foto der Person beizufügen sowie einen Link auf den Webauftritt der Organisation anzubringen. Damit tragen die Mitarbeitenden zu einer offenen und klaren Kommunikation der Organisation auch in Sozialen Business-Netzwerken bei.
  • In persönlichen Blogs oder Einträgen und Profilen in Sozialen Netzwerken wie z.B. Facebook ist es aus Sicht der Organisation wünschenswert, dass aus den Umständen klar ersichtlich wird, dass hier die Privatperson ihre eigene Meinung vertritt. Sofern das nicht sowieso aus den Umständen deutlich erkennbar ist, wird den Mitarbeitenden empfohlen, einen Hinweis darauf anzubringen, dass die geäusserten Meinungen alleine jene des Autors sind und nicht die Sicht der Organisation repräsentieren.
  • Techn. Schutzmassnahmen:z.B. Sperren bestimmter Webdienste, Installieren von Anti-Virensoftware etc.die anonymisierte technische Überwachung des Internetverkehrs ist zulässigAN muss wissen, was bei Missbrauch geschieht: Besteht der begründete Verdacht, dass trotz technischen Schutzmassnahmen gegen dieses Reglement verstossen wird, erfolgt eine personenbezogene Überwachung und Auswertung der Internet- und E-Mail-Protokollierungen. Achtung: Der Einsatz von Spionprogrammen ist dabei verboten. Zuständig für die Kontrolle und Auswertung der Überwachungsmassnahmen ist der Datenschutzbeauftragte der Organisation. [Die Überwachungsmassnahmen und Missbrauchskonsequenzen müssen allenfalls in einem separaten Reglement detaillierter geregelt werden.]
  • Diese Konsequenzen müssen den AN bewusst gemacht werden.
  • Für Fragen und Unklarheiten zum Datenschutz und zur Privatsphäre in Sozialen Medien dürfen sich die Mitarbeitenden jederzeit an ihre Vorgesetzten oder Kommunikationsverantwortlichen wenden.Was gilt, wenn in einem anderen Dokument eine davon abweichende Regel formuliert ist.]VORLAGE FINDEN SIE ONLINE ZUM KOPIEREN.??? Haben Sie SoMe-Verantwortliche?
  • Damit ist klar, wem das Konto am Ende gehört.
  • Spannendes, wenn auch heikles Thema. 1) Entlassungen sind heikel.2)Ausser beim ersten Fall keine Entscheide bekannt. Auch beim ersten Fall kein Gericht. Rechtslage unsicher. Thema ist normalerweise eine ordentliche Kündigung. Grundlage für diese Beispiele sind Medienartikel, Zeitungsbeiträge v.a. (Grundsätzlich gilt dasselbe wie in der analogen Welt. Beleidige Chef nicht und sei loyal zu Firma bspw.)??? Wer hat schon mal Kündigungen wegen SoMe-Missbrauch ausgesprochen?
  • Achtung: eigentlich kein SoMe-Fall.Entscheid PRK liegt vor. Findet sich online. Ist aber wiederum speziell, weil Verwaltung.
  • Kein Urteil. Hier stellen sich aufgrund der Meldung einige Zusatzfragen.Fragen:- Wie lange war sie nachweisbar auf FB? - Hat sie nur nach Arzt-Empfehlungen gefragt? War sie nur kurz mit dem Smartphone auf FB?- Wie hat der AG davon erfahren? Einschleichen? Friending mit Chef? Kollege verpfiffen?
  • Kein Urteil. Ordentl. Kündigung.Das Bild einer Holzkiste, garniert mit dem Satz «Frau H. passt mit ihrem Arsch sicher nicht in diese Kiste»Lehrling kann an sich nur fristlos entlassen werden. Fragt sich: Fristlose gerechtfertigt? Bei Lehrling eher nein. Im normalen Arbeitsverhältnis zulässig.
  • Kein Urteil. Ordentl. Kündigung.Wer sich den Namen oder den Spitznamen, unter welchem eine andere Person bekannt und erkennbar ist, zu eigenen macht, handelt bereits strafbar. Dabei spielt die eigentliche Verwendung dann keine Rolle. Die "bestohlene" Person ist in ihren Persönlichkeitsrechten verletzt. ErklärungderRechte und Pflichten von Journalisten (Presserat) 4. SiebedienensichbeiderBeschaffung von Informationen, Tönen, Bildern und DokumentenkeinerunlauterenMethoden.Richtlinie 4.1 – Verschleierung des Berufs Es istunlauter, beiderBeschaffung von Informationen, Tönen, Bildern und Dokumenten, die zurVeröffentlichungvorgesehensind, den BerufalsJournalistin / Journalist zuverschleiern.
  • Kein Urteil. Ordentl. Kündigung.
  • Das BundesgerichthattesichzurFragederRechtmässigkeiteinerfristlosenKündigungeinesAusbildungschefs und stellvertretendenKommandanteneinerregionalenZivil -schutzorganisationzuäussern. DiesewurdeaufgrundeinerInformatiküberwachungausgesprochen.DerArbeitgeberverdächtigteseinenArbeitnehmer, die ihmzurVerfügunggestellteInformatikanlagezuZweckenzuverwenden, welcheausserhalbderAmtspflichtenlagen. Um diesenVerdachtzubestätigen, liessderArbeitgebereinÜberwachungs-Programminstallieren, welchesüberdreiMonateimGeheimenalleüberdiesenGeschäftscomputergetätigtenOperationen (aufgerufeneWebseiten, E-Mail-Verkehr)aufzeichnenkonnte. AufgrunddieserAufzeichnungenkonntenachgewiesenwerden,dassderAngestellteeinenerheblichenTeil seiner Arbeitszeitfür private oderdochmindestensfürgeschäftsfremdeZweckeverwendete. Da das Programm in regel -mässigenAbständenBildschirmfotos (Screenshots) erstellte, erlaubtedieseKontrolledemArbeitgeberauch, vomInhaltderbesuchtenWebseiten und derelektronischenPost Kenntniszunehmen. DieseInhaltewarenteilweisestrengvertraulich (e-Banking),privatoder - soweitsieimZusammenhangmitdemMandat des ArbeitnehmersalsStadtrat (Exekutive) standen - demAmtsgeheimnisunterliegend.GemässdemUrteil des BundesgerichtsistderverdeckteEinsatzeinesÜberwachungs-Programmesunrechtmässig. DamitbestätigtesimWesentlichen den Entscheid desVerwaltungsgerichts des KantonsTessin. EinesolcheÜberwachungentsprichteinemKontrollsystem, welches das Verhalten des Arbeitnehmers am Arbeitsplatzüberwachensoll. Damitwidersprichtsie Art. 26 Abs. 1 derVerordnung 3 vom 18. August 1993 zumArbeitsgesetz. JedenfallswäreeinesolcheMassnahmeunverhältnismässig. ZwarstelltderKampfgegenMissbrauch und die KontrollederArbeitsleistungderAngestelltenohneZweifeleinlegitimesInteresse des Arbeitgebersdar. DieseZielekönnenindessenauchmittelswenigereingreifenderMittelerreichtwerden. Zudenkenwäre in diesemZusammenhangetwa an die präventiveSperregewisserWebseiten und die AnalysederWebnutzung und derelektronischen Post nach den Empfehlungen des EidgenössischenDatenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragten (www.edoeb.admin.ch ).AufgrundderlegalenMöglichkeiteneinesArbeitgebers, etwaigeMissbräuchederInformatikanlagefestzustellen und zuverfolgen, erklärte das Bundesgericht dasrechtswidrigerlangteBeweismittelfürimProzessnichtverwertbar. In derFolgestelltees fest, dasseineGrundlagefür die fristloseKündigungnichtmehrgegeben war.
  • Google IsYourFriend
  • Die Nutzung von Social Media im Arbeitsumfeld

    1. 1. Nutzung vonSocial Media (SoMe)im ArbeitsumfeldRechtliche FallstrickeNils Güggiwww.nilsgueggi.com
    2. 2. Überblick SoMe – Screening – Reglemente – Entlassungsgründe – FragenNils Güggi• JuristLic. iur., MBA – Uni Bern, PHW• Stv. Leiter Recht & ControllingSprecherDienst Überwachung Post- undFernmeldeverkehr EJPD• ehem. VerlagsleiterWeblaw AG – Jusletter – Online-Verlag• www.nilsgueggi.comBlog zu Recht und IT2Nils Güggi - www.nilsgueggi.com
    3. 3. Vorschau• Überblick SoMe• Bewerber-Screening• Nutzungsreglemente• Entlassungsgründe• FragerundeÜberblick SoMe – Screening – Reglemente –Entlassungsgründe – Fragen3Nils Güggi - www.nilsgueggi.com
    4. 4. SocialMediaVielfaltÜberblick SoMe – Screening – Reglemente– Entlassungsgründe – Fragen4Nils Güggi - www.nilsgueggi.com
    5. 5. Für CH-Screeningu.a. relevantÜberblick SoMe– Screening – Reglemente– Entlassungsgründe – FragenXing Linkedin Google+ Twitter Facebook5Nils Güggi - www.nilsgueggi.com
    6. 6. Überblick SoMe – Screening – Reglemente – Entlassungsgründe – FragenWohin als Arbeitgeber?6Nils Güggi - www.nilsgueggi.comwww.blogging4jobs.com
    7. 7. Bewerber-ScreeningStudie zeigt:45 % der US-Chefs schauen SoMe-Daten derBewerber an und 1/3 fand dabei Infos, die dieAnstellung verhinderten.Frage:Dürfen Sie SoMe-Aktivitäten von Stellenbewerbernüberprüfen und in die Bewertung mit einbeziehen?Überblick SoMe – Screening– Reglemente –Entlassungsgründe – Fragen7Nils Güggi - www.nilsgueggi.com
    8. 8. Art. 328b OR(Pflichten des Arbeitgebers beiBearbeitung von Personendaten)Der Arbeitgeber darf Daten über denArbeitnehmernur bearbeiten, soweit sie dessen Eignung für dasArbeitsverhältnis betreffen oder zur Durchführungdes Arbeitsvertrages erforderlich sind. [...]Überblick SoMe – Screening – Reglemente –Entlassungsgründe – Fragen8Nils Güggi - www.nilsgueggi.comAchtung: „Bearbeiten“= so ziemlich jederUmgang mitPersonendaten, bspw.Beschaffen,Aufbewahren,Verwenden, LöschenUnzulässige Fragen imVorstellungsgesprächsind z.B.: Sind Sieschwanger, schwul, linksoder katholisch?
    9. 9. Art. 4 DSG (Grundsätze)2 [...] Bearbeitung [von Personendaten] hat nachTreu und Glauben zu erfolgen und mussverhältnismässigsein.3 Personendaten dürfen nur zu dem Zweckbearbeitet werden, der bei der Beschaffungangegeben wurde, aus den Umständenersichtlich oder gesetzlich vorgesehen ist.4 Die Beschaffung von Personendaten und insb.der Zweck ihrer Bearbeitung müssen für diebetroffene Person erkennbar sein. [...]Überblick SoMe – Screening – Reglemente –Entlassungsgründe – Fragen9Nils Güggi - www.nilsgueggi.com
    10. 10. Darf ich Bewerber screenen? – FaustregelXing/LinkedIn JA (beruflich)Facebook NEIN (privat)Google+ NEIN (eher privat)Twitter JA (wenn öffentlich)Googeln JA, ABER (wäre die Frage erlaubt?)Überblick SoMe – Screening– Reglemente –Entlassungsgründe – Fragen10Nils Güggi - www.nilsgueggi.comWas ist derZweck desKontos? Berufoder privat?Aber: Fragen Sie sich selber, würden alle Fotosaus Ihrer Teenager- oder Studien-Zeit einfür den Arbeitgeber relevantes Bild vonIhnen zeichnen?Wert vonScreening istbeschränkt!Achtung:UnsichereRechtslage,keineUrteile!
    11. 11. Das NutzungsreglementSie haben 2 Möglichkeiten1. Zugang zu SoMe technisch sperren2. Umgang mit SoMe regeln – mit NutzungsreglementMeine Grundsätze: – Wohlwollend fördern– Risiken erklären– Kurz und einfach haltenWas kann und sollte ein Arbeitgeber folglich regeln?Überblick SoMe – Screening – Reglemente –Entlassungsgründe – Fragen11Nils Güggi - www.nilsgueggi.comSinn fraglichmit heutigerSmartphone-VerbreitungVorlage
    12. 12. 1 – Zweck- Regelung der Nutzung von SoMe- Interesse der Organisation definieren- Interesse der Arbeitnehmenden definierenWer den Sinn versteht, kann die Regeln interpretieren.Überblick SoMe – Screening – Reglemente –Entlassungsgründe – Fragen12Nils Güggi - www.nilsgueggi.comUnbelastetesNetzwerk,Datensicherheit,Datenschutz,Arbeitszeit zumArbeiten da
    13. 13. 2 – Private Nutzung- private Nutzung von SoMeist während derArbeitszeit auf ein Minimum zu beschränken- sollte grundsätzlich nur während Pausen erfolgenÜberblick SoMe – Screening – Reglemente –Entlassungsgründe – Fragen13Nils Güggi - www.nilsgueggi.com
    14. 14. 3 – Rechtswidriges- Rechtswidrige Inhalte dürfen weder konsumiert nochheruntergeladen oder weiterverbreitet werden- Handlungen, die nach SchweizerischemStrafgesetzbuch unter Strafe stehen, sind zuunterlassenÜberblick SoMe – Screening – Reglemente – Entlassungsgründe – Fragen14Nils Güggi - www.nilsgueggi.comEmpfehlung:auchKonsum vonPornografieverbieten
    15. 15. 4 – Vertrauliches- vertrauliche Informationen dürfen online nichtgenannt werden- also nicht im Internet, nicht in SoMe etc.Überblick SoMe – Screening – Reglemente –Entlassungsgründe – Fragen15Nils Güggi - www.nilsgueggi.com
    16. 16. 5 – Respekt- alle Mitarbeitenden zeigen sich jederzeit respektvollgegenüber ihren Kommunikationspartnern- das gilt für alle, über welche sie allenfalls onlineschreiben, wie Freunde, Arbeitskollegen, Chef,Kunden, Partner, Konkurrenten, Kritiker usw.- es gilt insb. gegenüber dem ArbeitgeberÜberblick SoMe – Screening – Reglemente –Entlassungsgründe – Fragen16Nils Güggi - www.nilsgueggi.com
    17. 17. 6 – Speichern betrieblicher Daten- es ist verboten betriebliche Daten ausserhalb derdafür vorgesehenen betrieblichenInformatikinfrastruktur zu speichern- nicht ausdrücklich zugelassene Plattformen undCollaboration Tools sind verbotenÜberblick SoMe – Screening – Reglemente –Entlassungsgründe – Fragen17Nils Güggi - www.nilsgueggi.com
    18. 18. 7 – Betriebliche Kommunikation- darf nur über ausdrücklich vorgesehene Infrastrukturstattfinden- via SoMe ist sie, sofern nicht ausdrücklich erlaubt,verbotenÜberblick SoMe – Screening – Reglemente –Entlassungsgründe – Fragen18Nils Güggi - www.nilsgueggi.com
    19. 19. 8 – SoMe allgemein- Online-Präsenz beeinflusst Image der Organisation- Empfehlungen für Profile in Business-Netzwerken- Empfehlungen zur Nutzung privater SoMe- Hinweis auf arbeitsrechtliche Pflichten (Art. 321–321e OR) sowie strafrechtliche Ehrverletzungs-tatbestände (Art. 173–178 StGB)- Konsequenzen eines Verstosses: arbeits- und/oderstrafrechtliche KonsequenzenÜberblick SoMe – Screening – Reglemente –Entlassungsgründe – Fragen19Nils Güggi - www.nilsgueggi.com
    20. 20. 9 – SoMe: Empfehlungen für Business-Tools- Ziel: transparente Kommunikation der Organisation- korrekte Bezeichnung der Position inkl.Departement/Amt/Abteilung- gutes Foto der Person- Link auf den Webauftritt der OrganisationÜberblick SoMe – Screening – Reglemente –Entlassungsgründe – Fragen20Nils Güggi - www.nilsgueggi.comPersönlicheSoMe-Kontosohne Foto sindwertlos
    21. 21. 10 – SoMe: Private Tools- es muss klar ersichtlich sein, dass Privatperson ihreeigene Meinung vertritt- allenfalls Verhaltensregeln bei Online-Aktivitäten mitexplizitem Bezug zur OrganisationÜberblick SoMe – Screening – Reglemente –Entlassungsgründe – Fragen21Nils Güggi - www.nilsgueggi.com
    22. 22. 11 – Überwachungsmassnahmen- Ziel: Missbrauch und techn. Schäden verhindern- Einsatz techn. Schutzmassnahmen- anonymisierte techn. Überwachung desInternetverkehrs (vgl. dazu Empfehlungen des EDÖB)- bei begründetem Verdacht, dass gegen diesesReglement verstossen wird, erfolgt personenbezogeneÜberwachung und Auswertung der Protokollierungen- zuständig für Auswertung ist z.B.DatenschutzverantwortlicherÜberblick SoMe – Screening – Reglemente –Entlassungsgründe – Fragen22Nils Güggi - www.nilsgueggi.com
    23. 23. 12 – Konsequenzen eines Missbrauchsarbeitsrechtliche Sanktionen benennen:- Abmahnung, Sperren des Internetzugangs,Schadenersatzforderung- bei wiederholtem Missbrauch trotz Abmahnung oderbei strafrechtlichen Vergehen: Entlassung möglich- in besonders schweren Fällen: fristlose EntlassungmöglichÜberblick SoMe – Screening – Reglemente –Entlassungsgründe – Fragen23Nils Güggi - www.nilsgueggi.com
    24. 24. Abschliessend- Hinweis auf Auskunftspersonen bei Unklarheiten- Hinweis auf Verhältnis diesesNutzungsreglementszu allfälligen anderenReglementen, Weisungen und insb. demArbeitsvertragÜberblick SoMe – Screening – Reglemente –Entlassungsgründe – Fragen24Nils Güggi - www.nilsgueggi.com
    25. 25. Achtung: Konto Arbeitnehmer oder Arbeitgeberin?Möchte die Arbeitgeberin sichergehen, dass einKonto eines Sozialen Netzwerks, welches derArbeitnehmer zu hauptsächlich beruflichen Zweckenführt, bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses ihrübertragen wird, ist es empfehlenswert, dies imArbeitsvertrag zu regeln.Überblick SoMe – Screening – Reglemente –Entlassungsgründe – Fragen25Nils Güggi - www.nilsgueggi.com
    26. 26. EntlassungsgründeFür dieses Online-Verhalten wurden in der SchweizArbeitnehmende entlassen:1. Zu viele Sex-Seiten am Arbeitsplatz2. Facebook-Besuch bei Migräne-Abwesenheit3. Lehrerin beleidigt – Lehrstelle verloren4. Identitätsdiebstahl auf Facebook als Journalist5. Erotikbilder im SchulzimmerAchtung: Keine Urteile bekannt, Rechtslage ist damitnicht abschliessend geklärt.Überblick SoMe – Screening – Reglemente –Entlassungsgründe– Fragen26Nils Güggi - www.nilsgueggi.com
    27. 27. Zu viele Sex-Seiten am Arbeitsplatz (2004)Der Ressortleiter einer kantonalen Dienststellebesuchte über mehrere Monate täglich 2-3 Stundenam Tag Sex-Seiten.Die Dauer der täglichen Internetnutzung sowie derVerstoss gegen eine Weisung, die den Konsumpornografischer Inhalte verbietet, hatten eine fristloseKündigung zur Folge.Dauer, Weisung, FührungspositionÜberblick SoMe – Screening – Reglemente – Entlassungsgründe – Fragen27Nils Güggi - www.nilsgueggi.com
    28. 28. Facebook-Besuch bei Migräne-Abwesenheit (2009)Eine Angestellte meldete sich krank. Sie müsse beiMigräne im Dunkeln liegen und könne nicht amBildschirm arbeiten. Die Arbeitgeberin stellte fest, dasssie an besagtem Tag auf Facebook aktiv war.Die Arbeitgeberin argumentierte dies widerspreche derKrankmeldung und das Verhalten habe das Vertrauenin die Arbeitnehmerin unwiderruflich zerstört, weshalbsie entlassen wurde.falsche KrankmeldungÜberblick SoMe – Screening – Reglemente –Entlassungsgründe – Fragen28Nils Güggi - www.nilsgueggi.com
    29. 29. Lehrerin beleidigt – Lehrstelle verloren (2011)Eine Schülerin machte sich auf Facebook (750Freunde) über ihre Lehrerin lustig.Die Gemeindeverwaltung, bei der sie eine Lehre hättemachen sollen, kündigte ihr den Lehrvertrag. Sie hätteals Lernende künftig Zugang zu sensiblen Daten undder Facebook-Eintrag habe das Vertrauensverhältnisstark beeinträchtigt. Dies auch, weil das Gespräch mitder Schülerin weitere Fälle hervorgebracht habe.Vertrauensverhältnis, Persönlichkeits-verletzung, kein EinzelfallÜberblick SoMe – Screening – Reglemente –Entlassungsgründe – Fragen29Nils Güggi - www.nilsgueggi.com
    30. 30. Journalist stiehlt Identität auf Facebook (2012)Ein Journalist recherchierte in einem Fall, in welchemdas Sexvideo einer jungen Frau ohne ihr Einverständ-nis online verbreitet wurde. Er hat dazu auf Facebookunter dem Namen der Frau ein Profil angelegt,um soKontakt zu Beteiligten aufnehmen zu können.Die Redaktionsleitung erfuhr davon, als Journalisten-kollegen, die ebenfalls in diesem Fall recherchierten,den Identitätsschwindel entdeckten. Sie hat daraufhindas Arbeitsverhältnis mit dem Mitarbeiter aufgelöst.Verstoss Berufsethos,PersönlichkeitsverletzungÜberblick SoMe – Screening – Reglemente –Entlassungsgründe – Fragen30Nils Güggi - www.nilsgueggi.com
    31. 31. Lehrer konsumiert Erotikbilder(2013)Ein Lehrer konsumierte nach Unterrichtsschluss imSchulzimmer Erotikbilder und wurde dabei vonSchülerinnen beobachtet und fotografiert. StrafbarerKonsum konnte ihm nicht nachgewiesen werden.Die Schulpflege kündigte ihm mit der Begründung,dass er die Treuepflicht gegenüber der Schule verletzthabe und dies von einem zugezogenenRechtsexperten auch so beurteilt worden sei.Treuepflicht, SchutzpflichtÜberblick SoMe – Screening – Reglemente –Entlassungsgründe – Fragen31Nils Güggi - www.nilsgueggi.com
    32. 32. Zum Schluss noch dies: Spyware ist unzulässig- mit Spyware überwachen ist unzulässig (Art. 26 Abs.1 ArGV 3)- Informationen nicht als Beweismittel verwertbar- Rechtfertigung für fristlose Entlassung entfälltUrteil des BGer 8C_448/2012 vom 17.01.2013Überblick SoMe – Screening – Reglemente –Entlassungsgründe – Fragen32Nils Güggi - www.nilsgueggi.com
    33. 33. Fragen?Für alle FälleFragen Sie mich online über• Twitterwww.twitter.com/@Nils_Gueggi• Xingwww.xing.com/profile/Nils_Gueggi• Blog www.nilsgueggi.comÜberblick SoMe – Screening – Reglemente – Entlassungsgründe – Fragen33Nils Güggi - www.nilsgueggi.com

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