#feintalk - Nathloses

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#feintalk - Nathloses

  1. 1. agile Kommunikation NAHTLOSES CAMPAIGNING Das ist mein Anliegen und so kommt es unter die Leute 1. Juli 2015
  2. 2. MARTINA HEEB Alpeninitiative Studium Anglistik/Geschichte/Türkisch Junge Grüne/Grüne Feinheit Leitung Campaiging NPO/NGO Mein Anliegen unter die Leute Mein Team kommt voran
  3. 3. Intro: Campaigning-Entscheidungen zum Erfolg Einblick 1: Erbschaftssteuer-Initiative Einblick 2: Glücksspielsucht-Kampagne Fragen & Diskussion INHALT HASHTAGS: #FEINTALK #NAHTLOS
  4. 4. CAMPAIGNING- ENTSCHEIDUNGEN ZUM ERFOLG
  5. 5. WAS IST CAMPAIGNING Konzentrierter und konzertierter Einsatz von Massnahmen zur Erreichung einer Veränderung
  6. 6. WESHALB CAMPAIGNING Weil es funktioniert
  7. 7. INTERN UND EXTERN Was können wir intern am besten selber machen? Was geben wir Experten ab? Was wollen wir gemeinsam erarbeiten? In welcher Phase brauchen wir Unterstützung? Analyse - Konzept - Produktion - Umsetzung - Evaluation 4 Erfahrungen aus unserem Alltag Quick-Wins für die Kampagne und die Zusammenarbeit
  8. 8. WEBSITE ALS HUB Zusammenspiel aller Massnahmen ist zentral
  9. 9. MOBILE FIRST Auch dein Publikum ist mobil unterwegs
  10. 10. ONLINE-MARKETING IST CHEFSACHE Eigene Reichweite und Unterstützung durch Online-Marketing
  11. 11. VISUALISIEREN Gegen komplex hilft visuell
  12. 12. FEINHEIT: 
 INTEGRIERTES CAMPAIGING Informierte Entscheide treffen Analyse statt Gefühl Rahmenbedingungen beachten Strategie festhalten Lohnende Zusammenarbeit Massnahmen abstimmen Spass an der Freude Evaluation erlauben
  13. 13. FEINHEIT: WIR INVOLVIEREN UND MOBILISIEREN ONLINE UND OFFLINE VON ANFANG BIS ENDE
  14. 14. 1. SENSIBILSIERUNGSKAMPAGNE Ein Anliegen in der Öffentlichkeit thematisieren Die Diskussion in der Gesellschaft prägen. Den Boden bereiten Beispiel: Glücksspielsucht-Kampagne Sucht Schweiz
  15. 15. 2. MITMACHKAMPAGNE Animieren zum Engagement Schritt für Schritt zu mehr Aufmerksamkeit und nachhaltiger Bindung Eine gute Mitmachkampagne begeistert, aktiviert und involviert Interaktive und spannende Elementen für die Zielgruppe Beispiel: Wunschkerze Caritas Zürich
  16. 16. 3. FUNDRAISING-KAMPAGNE Die nötigen Mittel beschaffen Vom Direct Mailing bis zur Crowdfunding-Kampagne Commitment der Stakeholder ausbauen Langfristig die finanzielle Basis der Organisation sichern. Knowhow ausgebaut! Beispiel: Crowdfunding MV Zürich
  17. 17. 4. IMAGE-KAMPAGEN Die Wahrnehmung prägen Werte kommunizieren Die Organisation in der Öffentlichkeit positionieren Beispiel: Plakatkampagne Tierpark Goldau
  18. 18. 5. ABSTIMMUNGSKAMPAGNE Stimmen für Personen und Vorlagen gewinnen Von der Wahl ins Gemeindeparlament bis zur eidgenössischen Abstimmung Wirkungsvolle Strategien für den Erfolg eines politischen Anliegens entwickeln …auf der Basis fundierter Analysen Knowhow ausgebaut! Beispiel: Nationale Abstimmung Lungenliga
  19. 19. EINBLICK 1: ERBSCHAFTSSTEUER- INITIATIVE
  20. 20. 2.1 EINFÜHRUNG 
 UND ANALYSE
  21. 21. DIE GEBRÜDER MEILI Drei Erben engagieren sich FÜR die Erbschaftssteuer
  22. 22. DIE GEBRÜDER MEILI 0 Bekanntheit 0 Community 0 Owned Media
  23. 23. DIE INITIATIVE Lanciert von EVP, SP und 
 Grünen mit dem SGB Nationale Erbschafts- und 
 Schenkungssteuer Abstimmung am 14. Juni: 
 29% Ja-Stimmen. Aber der
 Reihe nach..
  24. 24. ANALYSE Analyse der Landscape Referenzabstimmungen Rahmenbedingungen Forschungsergebnisse
 Analyse der Initiative Befürworter/Gegner Argumentarium Stärken und Schwächen Schweizerische Eidgenossenschaft Confédération suisse Confederazione Svizzera Confederaziun svizra Eidgenössisches Departement des Innern EDI Département fédéral de l’intérieur DFI Bundesamt für Statistik BFS Office fédéral de la statistique OFS Volksinitiative «Schluss mit den Steuerprivilegien für Millionäre (Abschaffung der Pauschalbesteuerung)», Abstimmung vom 30.11.2014 Karten-ID: 17574 Politischer Atlas der Schweiz Quelle(n): BFS – Statistik der Wahlen und Abstimmungen © Bundesamt für Statistik, ThemaKart, Neuchâtel 2010–2014 Raumgliederung: Bezirke 0 27,5 55 km Ja-Stimmenanteil, in % ≥ 90,0 80,0 – 89,9 70,0 – 79,9 60,0 – 69,9 50,0 – 59,9 40,0 – 49,9 30,0 – 39,9 20,0 – 29,9 10,0 – 19,9 < 10,0 Schweiz: 40,8 Provisorische Ergebnisse vom Abstimmungssonntag. Die definitiven Ergebnisse werden nach Erwahrung durch den Bundesrat – jeweils gut 2 Monate nach der Abstimmung – aufgeschaltet und können leicht von den provisorischen Ergebnissen abweichen.
  25. 25. ANALYSE Repräsentative Telefonbefragung 
 beim Forschungsinstitut Demoscope Fragebogen/Auswertung bei FEINHEIT Die Sonntagsfrage Test von Pro/Contra-Argumenten 21.38 25.11 22.42 26.46 4.63 21.38 32.88 18.83 18.68 8.22 25.11 31.69 20.33 16.29 6.58 62.18 18.83 7.62 8.97 2.39 0 20 40 60 80 100 Prozent Voll einverst. Eher einverst. Eher nicht einverst. Überhaupt nicht einverst. w.n./k.A. Erbschaftssteuern sollten überall gleich sein Wichtiger Beitrag zur Sicherung der AHV Initiative bringt mehr Chancengleichheit Erbschaftssteuer ist gerechte Steuer
  26. 26. FAZIT: ANALYSE Initiative hat schweren Stand Nur die politische Linke sagt überzeugt JA Bei der CVP am ehesten zu punkten mit dem Argument der Chancengleichheit, bei der FDP mit dem Argument einer gerechten Steuer Kurzfristiger Erfolg nicht möglich, was tun?
  27. 27. 2.2 STRATEGIE 
 UND ABLAUF
  28. 28. ZIELE DER KAMPAGNE Primäres Ziel Den Diskurs über die Ungleichverteilung von Vermögen und dem Instrument der Erbschaftssteuer anstossen. Längerfristig Feld für neue politische Vorstösse öffnen. Sekundäres Ziel Das Abstimmungsergebnis zur Erbschaftssteuer-Initiative positiv beeinflussen.
  29. 29. ZIELGRUPPEN In welchen Zielgruppen soll ein Diskurs angestossen werden? Das linke Lager ist bereits vom Anliegen überzeugt, zudem abgedeckt durch Komitee CVP- und das FDP-Umfeld werden als zwei unabhängige Zielgruppen definiert, die für zukünftige politische Mehrheiten entscheidend sind
 In welchen Zielgruppen soll für die Initiative mobilisiert werden? Klassisch im linken Lager Über die aufgebauten Diskurs-Kanäle
  30. 30. MEDIALE STORY Die Medienstory nutzen: Die Meilis und ihre Geschichte als Erben wird zum Dach der Kampagne Überraschung zu Beginn der heissen Phase muss gewährleistet sein Tages-Anzeiger – Donnerstag, 4. Juni 2015 13 Zürich & Region «Kurt» EinneuesMagazin beschäftigtsichmit demScheitern. 22 Wiesenplage DerKlappertopf entziehtGräsern dasWasser. 18 Beat Metzler Zürich – Die Gebrüder Meili, Erben eines Millionenvermögens, tun, was sich für Menschen ihrer Herkunft nicht gehört: Sie reden über Geld, ihr Geld. Die drei Brüder, geboren zwischen 1952 und 1956, sind in Küsnacht aufge- sich die Brüder einiges anhören. Verlo- gen seien sie, Heuchler, Nestbeschmut- zer. Als ob sich Reiche nicht für die Erb- schaftssteuer einsetzen dürften. Die Schweiz ist ein Erbenparadies. Bis zu 76 Milliarden Franken pro Jahr fliessen von einer Generation zur nächs- ten. Doch ausser den Meilis setzen sich Schweiz die meisten Kantonsregierun- gen und der Bundesrat stets bürgerlich, also liberal dominiert gewesen. Für Martin Meili gibt es zwei Arten von Liberalismus: jenen, bei dem der Ei- gennutz immer auch dem Gemeinwohl dienen müsse. Und den «hedonisti- schen» Liberalismus, in dem jeder nur e die Ansprüche ihrer Familie – Häuser, Ferien, Privatschulen, Autos – möglichst früh zu erfüllen. «Oft bleibt da nicht viel übrig zum Spenden. Es reicht gerade für Charity-Anlässe, wo auch das Spenden ein Statussymbol ist», sagt Ringier. Auch Stolz trieb sie an Im Gegensatz zu anderen Millionen- Die Nestbeschmutzer Das Grossbürgertum habe sich vom Staat abgewandt und schaue vor allem für sich, finden die Gebrüder Meili. Mit ihren geerbten Millionen wollen sie dagegenhalten. Wegen ihres Einsatzes für die Erbschaftssteuer mussten sie sich einiges anhören: Die Brüder Martin, Daniel und Marcel Meili. Foto: Pascal Gertschen Thaibox-Meister trainierte Jihad-Reisende Drei Jihad-Reisende aus Winterthur sollen in einem islamischen Sportcenter bei einem Weltmeister im Thaiboxen trainiert haben. Marisa Eggli Winterthur – In den letzten sechs Mona- ten sind aus Winterthur drei junge Män- ner und eine Teenagerin in Richtung Syrien verschwunden. Sie sollen sich dort der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) angeschlossen haben. Es wird ver- mutet, dass einer inzwischen tot ist. Nun macht die «Rundschau» publik, dass die drei Männer in einem speziellen Kampfsportcenter in Winterthur trai- niert haben. Dessen Leiter ist ein 28-jäh- riger Familienvater aus Süddeutschland. Inzwischen ist er ebenfalls nach Syrien in den Heiligen Krieg gereist. Beim Mann handelt es sich um den zweifachen Thaibox-Weltmeister Valdet Gashi. Er geriet Anfang März 2015 in die Schlagzeilen, weil er auf Facebook ein Bild postete, auf dem er vor der Flagge des Islamischen Staates posiert. Gashi hatte in Winterthur das Kampf- sportcenter MMA Sunna gegründet, in dem Muslime trainieren konnten, ohne die Regeln des Islam zu verletzen. Sprich: Es durften dort nur Männer ein und aus gehen. Sie fluchten nicht, trai- nierten ohne Musik. Dass der Süddeut- sche ausgerechnet in Winterthur dieses Zentrum eröffnen wollte, erklärte der «Landbote» im Frühling mit einem Ein- trag auf Gashis Facebook-Profil: «Als Standort hatten wir Winterthur ausge- macht, da dort viel Interesse war.» Die «Rundschau» hat den Thaibox- Champion in Syrien aufgespürt und konnte mit ihm ein langes Gespräch füh- ren. Natürlich würde er gerne seine Kin- der im Arm halten, sagt er: «Aber wenn ich Gutes tue und dabei sterbe, wäre ich natürlich froh darüber.» Gashi ist verhei- ratet und hat zwei kleine Töchter. In Sy- rien unterstütze er den Aufbau des soge- nannten Kalifats. Konkret patrouilliere er entlang des Euphrats, spüre Schmugg- ler und Spione auf. Meistens halte er sich in der Stadt Membij auf. Dort soll er auch den 25-jährigen Winterthurer ge- troffen haben, der kürzlich neben dem Kopf eines Hingerichteten posierte und
  31. 31. WIESO DIGITALE KAMPAGNE? Ausgangslage: 10- bis 15-mal finanzstärkere Gegenkampagne Gründe für digitale Kampagne Targeting: Zielgruppen Retargeting zur Mobilisierung Interaktionsmöglichkeiten Basis aufbauen für Zukunft Effizienz der Online Werbung gegenüber Print oder Aussenwerbung Kreative Crowdfunding-Aktion zur Involvierung Schlussmobilisierung im linken Lager
  32. 32. DEZENTRALE STRATEGIE DachseiteArgumente Actionpage CVP FDP Call to Action Argumente Call to Action Gebrüder Meili
  33. 33. 2.3 ELEMENTE DER KAMPAGNE
  34. 34. MEDIALE STORY Die Brüder Meili sind präsent in Zeitungen, Fernsehsendungen, Radiobeiträgen, Onlinemagazinen etc. 3 SMI 9105.1(–1.7%) DOWJONES 18039.1(–0.4%) EURO/CHF 1.05 USD/CHF 0.94 GOLD 36463Fr./kg ERDÖL 66.15$/Fass Börse & Devisen POLITIK & WIRTSCHAFT Widmer-Schlumpfals ExpertininÖsterreich Wien – Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf ist gestern auf Einladung ihres österreichi- schen Amtskollegen Hans Jörg Schelling nach Wien gereist. Dort nahm sie an einer Diskus- sionsveranstaltung teil, welche der laufenden Steuerreform gewidmet war. Erörtert wurden die «Chancen und Risiken von Steuerhoheit für Bundesländer». Widmer-Schlumpf war eingela- den, um ihre Erfahrungen mit der kantonalen Steuerhoheit und dem schweizerischen Finanzaus- gleich beizusteuern. Bundesratoptimiert Medipreis-Festsetzung Bern – Der Bundesrat ändert das System zur Festsetzung der Medikamentenpreise. Ab Juni hat der Vergleich mit den Preisen im Ausland mehr Gewicht als der Vergleich mit ähnlichen Arznei- mitteln. Bisher war das Verhält- nis nicht geregelt. Von Christoph Lenz S ie sind reich. Sie könnten ein sorgloses Leben füh- ren. Doch das tun sie nicht. Sie sorgen sich. Um die Chancengleichheit, um den so- zialen Frieden, um die Schweiz. Und jetzt handeln sie. Sie, das sind die Zürcher Brü- der Daniel, Marcel und Martin Meili. Multimillionäre.Alle drei. Reich geworden, wie viele Schweizer,durch Erbschaft. Der 2006 verstorbene Vater war Erfinder der Cerberus-Brand- melder. Man würde erwarten, dass die Meili-Brüder im Juni bei der Abstimmung über die nationale Erbschaftssteuer ein besonders überzeugtes Nein in die Urne legen. Das Gegenteil ist der Fall. Die Meilis sagen Ja zur Initiative von EVP und Linken. Und nicht nur das: Gestern starteten sie Millionärs-Brüder setzenihrGeldaufsSpiel Globuswirft Swatchraus Idee. «Wir haben das Haus überschrieben. Den möglichen Nachzahlungsbetrag setzen wir jetzt für unsere Erbschafts- steuer-Kampagne ein.» Doch warum kämpfen Mil- lionäre überhaupt für höhere Steuern? Meili: «Das Vermögen ist in der Schweiz sehr ungleich verteilt. Das reichste Prozent der Bevölkerung besitzt 40 Pro- zent des Volksvermögens. Und dieSchereöffnetsich. Das beun- ruhigt uns. Das wollen wir the- matisieren.» Die Erbschafts- steuer setze am richtigen Ort an, sagt Meili, nur beim reichs- ten Prozent der Bevölkerung. den Freibetrag hoch genug an setzen, bei 50 Millionen Fran ken, so dass Familien-KMU nichts zu be fürchten haben.» Doch was, wenn die Initia tive scheitert? Daniel Meili lä chelt. «Das wäre keine Katastro phe, wir wollen mit dem Geld etwas bewirken.» Schon der Vater habe sie Bescheidenheit gelehrt. «Er sagte immer wie der: Man kann nicht zwei Kote letts aufs Mal essen.» Zudem sei ihr Engagement für mehr Gerechtigkeit langfris tig angelegt. Eskämenneuepo liti- sche Projekte, die sie – auchfinanziell–un KampagnefürErbschaftssteuer Meili-Erbenfinanzieren Kämpfenmiteinerhalben MillionFrankenfürdie Erbschaftssteuer:DieZürcher GrosserbenDaniel,Marcel undMartinMeili(v.l.). Es wird mit Sicherheit ein toller Grillsom- mer ohne neue Fleischskan- dale. Und die Wiekrankist IhreBranche, HerrBüttiker? tees. Das sei für ihn «sonnen- klar».Von einer Rückerstattung hält der Bündner Medienpoliti- ker aber nichts. Das würde «nur viel bürokratischen Aufwand auslösen», glaubt er. Zu spät kommt das Bundes- gerichtsurteil für das Abstim- mungsbüchlein. Dieses ist näm- lich bereits «gedruckt und an die Kantone verschickt», sagt Bundeskanzlei-Sprecher René Lenzin. Bundesgerichtgibtder BillagdenTarifdurch Foto:PascalGertschen Tages-Anzeiger – Donnerstag, 4. Juni 2015 13 Zürich & Region «Kurt» EinneuesMagazin beschäftigtsichmit demScheitern. 22 Wiesenplage DerKlappertopf entziehtGräsern dasWasser. 18 Beat Metzler Zürich – Die Gebrüder Meili, Erben eines Millionenvermögens, tun, was sich für Menschen ihrer Herkunft nicht gehört: Sie reden über Geld, ihr Geld. Die drei Brüder, geboren zwischen 1952 und 1956, sind in Küsnacht aufge- wachsen, an der Sonnenseite des Lebens. Ihr Vater, Ernst Meili, erfand 1941 den au- tomatischen Feuermelder. Seine Firma Cerberus beschäftigte bis zu 3000 Mitar- beiter, viele von ihnen in Männedorf. Die Brüder, schwerreich dank väterli- chem Unternehmererfolg, sorgten für die Überraschung im Wahlkampf um die Erbschaftssteuerinitiative: Sie unterstüt- zen die Befürworter mit mehr als einer halben Million Franken. Neben dem Geld zählt auch die Geste. Die Meilis stehen hin und sagen: Erben verpflichtet, Reichtum soll man teilen. «So entkräften wir den Neidvorwurf», sagt Daniel Meili. Die Gegner hätten die Befürworter gerne als arme Linke verun- glimpft, die den Reichen das Geld nicht gönnten. Das funktioniere nun nicht mehr. «Wir können nicht neidisch sein. Wir haben selber Geld.» Ausserdem seien sie keine Linken, sie verträten «klassisch liberale Werte». Keiner von ihnen gehört einer Partei an. Der Geist der Diskretion Fürs Interview wählen sie das Restau- rant Volkshaus am Helvetiaplatz. Ver- trautes Terrain. Schon vor Jahrzehnten sind sie von der Goldküste in die Kreise 4 und 5 gezogen. Einer der Brüder, Ar- chitekt Marcel, hat keine Zeit. Alle sind beruflich eingebunden, was sie nicht daran hindert, ein Interview nach dem anderen zu geben. Psychiater Daniel und Arzt Martin haben sich gewissen- haft vorbereitet, vor ihnen liegen Statis- tiken, Aufsätze, Gottfried-Keller-Zitate. Beim Sprechen wechseln sie sich ab, lä- cheln nachsichtig, wenn einer den ande- ren unterbricht. Ein eingespieltes Team. Die Offenheit der Meilis ist nicht überall gut angekommen. Seit ihrem «Outing» vor gut einem Monat mussten sich die Brüder einiges anhören. Verlo- gen seien sie, Heuchler, Nestbeschmut- zer. Als ob sich Reiche nicht für die Erb- schaftssteuer einsetzen dürften. Die Schweiz ist ein Erbenparadies. Bis zu 76 Milliarden Franken pro Jahr fliessen von einer Generation zur nächs- ten. Doch ausser den Meilis setzen sich keine anderen Grosserben für ihre Be- steuerung ein. Aus der Liga der Super- reichen hat sich einzig Investor Hansjörg Wyss für die Abgabe ausgesprochen. Sonst herrscht Stille. Oder Widerstand. In den USA läuft das anders. Dort gibt es die Tax-Me-Bewegung. Sie besteht aus Milliardären und Millionären, die hö- here Staatsabgaben für ihre Klasse for- dern. Er wolle prozentual nicht weniger Steuern abliefern als seine Putzfrau, sagt der Milliardär Warren Buffett. «Die Schweizer Reichen kommen aus einer anderen Tradition. Zurückhaltung steht zuoberst», sagt Martin Meili. «Pri- vate spenden Millionen für das neue Kunsthaus. Niemand von ihnen gibt sich zu erkennen.» In den USA gelte: Tue Gu- tes, und sprich darüber. In der Schweiz: Tue Gutes, und schweig. «Einige Men- schen mit grossen Vermögen haben uns ermuntert, weiterzumachen», sagt Da- niel. Diese würden aber niemals persön- lich in der Öffentlichkeit auftreten. Selbst die Meilis sind geformt vom Geist der Diskretion. Fragt man nach ih- rem Vermögen, sprechen sie von einem «zweistelligen Millionenbetrag». Zwi- schen 10 und 99 Millionen also. Genauer werden sie nicht. Auch über sich selber reden sie nicht so gern. Höflich lenken sie das Gespräch zum Thema zurück, das sie antreibt: die «sich öffnende Schere zwischen Arm und Reich». Bürgerliche Staatsfeindlichkeit Das Schweigen der Reichen habe auch mit einem «Mentalitätswandel» zu tun, sagen die Meili-Brüder. «Seit den 80er- Jahren hat das Bürgertum eine zuneh- mend feindliche Einstellung dem Staat gegenüber eingenommen. Liberal sein hiess plötzlich: gegen den Staat sein», sagt Martin Meili. Dabei seien in der Schweiz die meisten Kantonsregierun- gen und der Bundesrat stets bürgerlich, also liberal dominiert gewesen. Für Martin Meili gibt es zwei Arten von Liberalismus: jenen, bei dem der Ei- gennutz immer auch dem Gemeinwohl dienen müsse. Und den «hedonisti- schen» Liberalismus, in dem jeder nur für sich schaue. «Leider setzt sich die zweite Variante immer stärker durch.» Ähnlich sieht es Jacqueline Badran, SP-Nationalrätin und Mitentwicklerin der Erbschaftssteuerinitiative. Sie ist während der 60er- und 70er-Jahre am Zürichberg aufgewachsen. Damals habe gegolten: Von nichts gibts nichts. Leis- tung zählt, nicht Herkunft. «Fast alle wa- ren sich ihres Glücks der privilegierten Geburt bewusst. Sie engagierten sich so- zial und auferlegten sich eine gewisse Bescheidenheit», sagt Badran. Eine sol- che «paternalistische Gönner-Ethik» funktioniere nur, wenn sich alle freiwil- lig daran hielten. «Doch die Selbstver- ständlichkeit, etwas zurückzugeben, ist verschwunden.» Früher hätten die Rei- chen gedacht: «Ich muss dankbar sein für meinen Reichtum.» Heute heisse es: «Die Gesellschaft muss dankbar sein für meinen Reichtum.» Dem widerspricht die Publizistin und Dozentin Esther Girsberger. Auch sie ist am Zürichberg aufgewachsen, wo sie bis heute wohnt. «Viele hier unterstützen Stiftungen und soziale Projekte. Das ent- spricht einem echten Bedürfnis.» Dass sich unter Reichen der Egoismus ausge- breitet habe, stimme zumindest am Zü- richberg in dieser Absolutheit nicht. «Viele Familien fühlen sich hier verwur- zelt. Sie wollen der Stadt etwas zurück- geben und setzen sich mit anderen so- zialen Verhältnissen auseinander.» Ein Profi in Sachen Grosszügigkeit ist Ellen Ringier. Die Gattin von Verleger Michael Ringier hat in den letzten 25 Jah- ren «einen guten Teil» ihres persönli- chen Vermögens in soziale Anliegen ge- steckt, wie sie sagt. Zusätzlich sammelt sie regelmässig selber Geld. Dabei beob- achtet Ellen Ringier Folgendes: Jüngere Reiche stünden vermehrt unter Druck, die Ansprüche ihrer Familie – Häuser, Ferien, Privatschulen, Autos – möglichst früh zu erfüllen. «Oft bleibt da nicht viel übrig zum Spenden. Es reicht gerade für Charity-Anlässe, wo auch das Spenden ein Statussymbol ist», sagt Ringier. Auch Stolz trieb sie an Im Gegensatz zu anderen Millionen- erben haben sich die Gebrüder Meili nie auf dem väterlichen Vermögen ausge- ruht. Daniel Meili sagt: «Ich war zu neu- gierig, zu aktiv. Nur die Beine hochzu- lagern, hätte mich gelangweilt.» Martin: «Es hat auch mit Stolz zu tun. Ich wollte etwas Eigenes erreichen.» Das ist allen drei gelungen. Daniel, der Psychiater, gehörte in den 90er-Jah- ren zu den Wegbereitern einer fort- schrittlichen Drogenpolitik. Martin, der Arzt, arbeitet in einer Gruppenpraxis in Schwamendingen, wo er ein Quartierge- sundheitszentrum aufbaut. Marcel Meili gründete mit Markus Peter das interna- tional angesehene Architekturbüro Meili & Peter und ist Professor an der ETH. Keiner der drei war finanziell je vom Vermögen des Vaters abhängig. Schon lange vor dessen Tod im Jahr 2006 überlegten sich die Brüder, was sie mit den Millionen Sinnvolles anstellen könnten. Sie gründeten Datuma, eine Firma, die Geld in kulturelle, soziale und technologische Initiativen steckt. Ohne Datuma gäbe es weder das Kino Riffraff noch das Hotel Rothaus. «Unserem Vater gefiel das», sagt Martin. Ihm sei es nie al- lein ums Geldverdienen gegangen. «Er wollte die Welt positiv beeinflussen. Das führen wir weiter.» Dabei haben sie erst angefangen. «In den nächsten 25 Jahren entscheidet sich, wohin die Schweiz geht», sagt Da- niel Meili. Vieles weise darauf hin, dass sich die Gesellschaft stärker aufspalte. «Staatliche Leistungen wie Schule, Ge- sundheitswesen oder Infrastruktur wer- den dadurch unter Druck geraten.» Ein solches «Auseinanderdriften» wollen die drei Meilis unbedingt verhin- dern. Auch wenn sie dafür als Heuchler beschimpft werden. Die Nestbeschmutzer Das Grossbürgertum habe sich vom Staat abgewandt und schaue vor allem für sich, finden die Gebrüder Meili. Mit ihren geerbten Millionen wollen sie dagegenhalten. Wegen ihres Einsatzes für die Erbschaftssteuer mussten sie sich einiges anhören: Die Brüder Martin, Daniel und Marcel Meili. Foto: Pascal Gertschen Thaibox-Meister trainierte Jihad-Reisende Drei Jihad-Reisende aus Winterthur sollen in einem islamischen Sportcenter bei einem Weltmeister im Thaiboxen trainiert haben. Marisa Eggli Winterthur – In den letzten sechs Mona- ten sind aus Winterthur drei junge Män- ner und eine Teenagerin in Richtung Syrien verschwunden. Sie sollen sich dort der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) angeschlossen haben. Es wird ver- mutet, dass einer inzwischen tot ist. Nun macht die «Rundschau» publik, dass die drei Männer in einem speziellen Kampfsportcenter in Winterthur trai- niert haben. Dessen Leiter ist ein 28-jäh- riger Familienvater aus Süddeutschland. Inzwischen ist er ebenfalls nach Syrien in den Heiligen Krieg gereist. Beim Mann handelt es sich um den zweifachen Thaibox-Weltmeister Valdet Gashi. Er geriet Anfang März 2015 in die Schlagzeilen, weil er auf Facebook ein Bild postete, auf dem er vor der Flagge des Islamischen Staates posiert. Gashi hatte in Winterthur das Kampf- sportcenter MMA Sunna gegründet, in dem Muslime trainieren konnten, ohne die Regeln des Islam zu verletzen. Sprich: Es durften dort nur Männer ein und aus gehen. Sie fluchten nicht, trai- nierten ohne Musik. Dass der Süddeut- sche ausgerechnet in Winterthur dieses Zentrum eröffnen wollte, erklärte der «Landbote» im Frühling mit einem Ein- trag auf Gashis Facebook-Profil: «Als Standort hatten wir Winterthur ausge- macht, da dort viel Interesse war.» Die «Rundschau» hat den Thaibox- Champion in Syrien aufgespürt und konnte mit ihm ein langes Gespräch füh- ren. Natürlich würde er gerne seine Kin- der im Arm halten, sagt er: «Aber wenn ich Gutes tue und dabei sterbe, wäre ich natürlich froh darüber.» Gashi ist verhei- ratet und hat zwei kleine Töchter. In Sy- rien unterstütze er den Aufbau des soge- nannten Kalifats. Konkret patrouilliere er entlang des Euphrats, spüre Schmugg- ler und Spione auf. Meistens halte er sich in der Stadt Membij auf. Dort soll er auch den 25-jährigen Winterthurer ge- troffen haben, der kürzlich neben dem Kopf eines Hingerichteten posierte und diese Bilder über die sozialen Netzwerke in Umlauf brachte. Gashi ist auch mit jenem jungen Win- terthurer befreundet gewesen, der die- sen Frühling in Syrien getötet worden sein soll. Hinweise darauf finden sich ebenfalls auf Facebook, wo Gashi um seinen gefallenen Freund trauert. Verbindungen zu Verteilaktion Obwohl die Winterthurer Jihad-Reisen- den einander gekannt haben, bleibt wei- terhin unklar, woher sie ihr radikales Gedankengut tatsächlich haben. Be- kannt ist inzwischen, dass sie in der Winterthurer Moschee An’Nur verkehr- ten. Deren Präsident Atef Shanoun sagt jedoch, die Radikalisierung habe dort nicht stattfinden können. In diesem Zusammenhang könnte eine andere Organisation eine Rolle spie- len: die europaweite Koran-Verteilaktion «Lies!». Auch in Winterthur und Zürich geben junge Männer den Koran an Passanten gratis ab. Verschiedene sala- fistische Prediger haben Verbindungen zu ihr. Gegründet worden ist «Lies!» vom Kölner Ibrahim Abou-Nagie, der in Deutschland als «Hassprediger» betitelt wird und dem die Einreise in die Schweiz vor zwei Jahren verboten wurde. Thaibo- xer Gashi hat sich in Deutschland eben- falls an Aktionen von «Lies!» beteiligt. Diese Organisation wird von deut- schen und Schweizer Behörden beson- ders beobachtet. Nicoletta della Valle, die Chefin des Bundesamts für Polizei, sagte kürzlich in einem Interview mit der «NZZ am Sonntag»: «Aktivitäten von extremistischen Gruppierungen, die zum Beispiel Leute auf der Strasse an- sprechen, um sie für ihre Ideen zu ge- winnen, bereiten uns Sorgen.» 8.Mai 2015 work 3 Mehr Lohn- dumping BERN. Dumpinglöhne und Ver- stösse gegen Gesamtarbeits- verträge (GAV) nehmen zu. Dies zeigt der jüngste Bericht des Staatssekretariats für Wirt- schaft (Seco). In GAV-Branchen geht das Seco davon aus, dass 29 Prozent der 9500 kontrol- lierten Schweizer Betriebe zu tiefe Löhne bezahlen. Das sind 4 Prozent mehr als im Vorjahr. Mehr Verstösse gibt es insbe- sondere im Gartenbau, im Han- del sowie im Gesundheits- und Sozialwesen, wo keine verbind- lichen Mindestlöhne existieren.In Branchen, die keinem GAV unterstehen, bezahlt jedes zehnte der insgesamt 8900 überprüften Unternehmen zu tiefe Löhne. Bundespersonal imVisier BERN. SVP und FDP haben in der Sondersession des Natio- nalrats einen Angriff auf die An- gestellten des Bundes gestar- tet. Sie reichten kurzfristig einen Antrag ein, der das Budget 2016 des Bundes um 5 Milliar- den Franken kürzen will. Leidtra- gende wären die Bundesange- stellten, denn die Kürzung ginge zur Hauptsache auf ihre Kosten. Doch die Hardliner kamen nicht durch: Der Nationalrat lehnte den Antrag ab. Frankenkrise trifftLehrlinge ST.GALLEN. Wegen des über- bewerteten Frankens baut die St.Galler Traditionsfirma Ferd.Rüesch AG 26 Arbeits- plätze ab, darunter auch 14 Lehrstellen. Dagegen hat die Unia protestiert: Die Franken- krise dürfe nicht auf dem Buckel von Lehrlingen bewältigt wer- den. Laut eigenen Angaben muss die Firma für acht Stifte neue Ausbildungsplätze suchen, die anderen haben bereits eine neue Lehrstelle. Die Unia for- dert zudem einen guten Sozial- plan. Die Mittel dazu seien vor- handen. Das Unternehmen stellt Etikettierdruckmaschinen her und beschäftigt in der Ost- schweiz 256 Mitarbeitende. Letztes Jahr wurde es von der deutschen Heidelberger-Gruppe übernommen. Diese machte letztes Jahr einen Umsatz von 188 Millionen Franken. NeuerGAVfür dieFlugbegleiterZÜRICH. Die Flight-Attendants der Swiss haben einen neuen Gesamtarbeitsvertrag. Die Ge- werkschaft Kapers hat einen halben 13.Monatslohn, Entlas- tungen bei Kurzstreckeneinsät- zen und einen besseren Kündi- gungsschutz für langjährige Flight-Attendants herausgeholt. Dafür musste sie Konzessionen bei der Lohnentwicklung und beim Rentenalter machen. Die- ses wird von heute 58 auf 60 Jahre erhöht. Kapers zeigt sich zufrieden, auch wenn die Ver- tragssituation kompliziert bleibt. Der neue Vertrag gilt nämlich nur für langjährige Mitarbeitende und für Freelancer, nicht jedoch für Neueinsteiger. Die Swiss hat immerhin versprochen, die Ver- tragssituation für die Crews in Genf zu verbessern, die gerin- gere Löhne haben. Auch sie sind nicht dem GAV unterstellt. Erbschwemme: Und das ist erst der Anfang2015 werden in der Schweiz 76 Milliarden Franken vererbt. Das könnte 4 Milliarden in die Kassen der AHV spülen. Pro Jahr! MARCO GEISSBÜHLER Reiche Schweizerinnen und Schweizer vererben immer mehr. 30 bis 50 Milliarden pro Jahr, dachte man. Jetzt zeigt eine Studie der Volkswirt- schafter Marius Brülhart und Elodie Moreau von der Uni Lausanne: 2011 waren es 61 Milliarden Franken. 2015, also vier Jahre später, werden es bereits 76 Milliarden Fran- ken sein. Tendenz weiter stei- gend. Diese exorbitante Zahl wirft ein neues Licht auf die Erbschaftssteuerinitiative. Würde sie angenommen, flös- sen 4 Milliarden Franken in die Kassen der AHV. Und das jährlich. Das würde unsere Altersversicherung auf sehr lange Zeit garantieren. Stimmen die Lausan- ner Zahlen, müssen auch diverse volks- wirtschaftliche Grundlagen neu be- rechnet werden: Immer we- niger Geld wird verdient, immer mehr kommt aus Ver- mögenseinkommen, Spekula- tion und Erbe. Jedenfalls für die 235000 Millionäre des Landes, die mehr besitzen als alle anderen zusammen. Allein die Erberei macht jetzt schon 13 Prozent des Volks- einkommens aus. DYNASTIEN. Gemäss dem Va- ter der Erbschaftssteuerinitia- tive, Hans Kissling, dürfte in den nächsten Jahren so gar eine eigentliche Erb- schwemme anrollen. Der ehe- malige Chefstatistiker des Kantons Zürich sagt: «Von den 120 Milliardären in der Schweiz kommen viele in ein Alter, in dem sie ihr Vermö- gen vererben.» Eltern geben in eigentli- chen Familiendynastien ihre Vermögen an ihren Nach- wuchs weiter. Das ist einer der Gründe, wieso die Schere zwischen Arm und Reich sich immer weiter öffnet. Kissling: «Die reichsten Schweizer ver- dienen ihr Geld vor allem durch Renditen aus Vermö- gen, die sie geerbt haben.» Die Erberei macht 13 Prozent des Volks- einkommens aus. Biberli meint: «Alles Gute kommt von oben!» Marcel Meili und seine beiden Brüder haben viel geerbt. Gerade deshalb setzen sie sich für eine Erbschafts- steuer ein. Zum Miss- fallen ihrer Gegner. RAMONA THOMMEN Der «Gipfel der Verlogenheit» sei dasEngagement der Multimillionärsbrü-der Marcel (62), Martin (63) und DanielMeili (59) für die Erbschaftssteuerinitia-tive. So höhnte dieser Tage FDP-Präsi- dent Philipp Müller im «Blick». SeineEntrüstung verrät, wie sehr sich dieGegner einer nationalen Erbschafts-steuer über die Meili-Brüder aufregen.Plötzlich sind es nicht nur Linke undKleinverdienende, die eine gerechtere Besteuerung von Erbschaften fordern.Plötzlich machen da auch drei Multi-millionäre mit. Gegen sie kann FDP-Müller nicht mit dem Totschlag-Argu-ment vom «Sozialneid» kommen. DieMeili-Brüder haben viel geerbt, sehrviel. Und setzen jetzt 500000 bis700000 Franken von ihrem Privatver-mögen für eine eigene Ja-Kampagnezur Initiative ein (www.meili-erben.ch). CERBERUS-GELDER Zürich, Trendquartier Kreis 4: MarcelMeili lädt work in seinem Architektur-büro zum Gespräch. Sein Name fällt oftim gleichen Atemzug wie die der Bas-ler Stararchitekten Jacques Herzog undPierre de Meuron. Marcel Meili ist eineKoryphäe. Sein Büro hat sich unter an-derem den Auftrag für den Neubau desWaldhaus-Hotels beim altehrwürdigenHotel Dolder in Zürich gesichert. Und:Der Vater der Meili-Brüder, Ernst Meili, hat den Cerberus-Brandmelder erfun-den. 2011 wandte sich sein Treuhänderan Marcel, Martin und Daniel und meinte, dass man das Familienhaus ander Zürcher Goldküste nun überschrei-ben müsse. Sonst würden bei einerallfälligen Annahme der Erbschafts-steuerinitiative Nachzahlungen fällig. Marcel Meili erzählt: «Das war unsnicht recht. So eine Erbschaft zu ver-steuern ist ja wohl das mindeste.» DieMeili-Brüder liessen sich das Haus zwarüberschreiben, aber sie beschlossen da-mals schon, jenen Betrag für ein Jazur Erbschaftssteuerinitiative einzuset-zen, den diese für eine solche Erb-summe vorsieht. Marcel Meili begründet den Ent-schluss so: «Zwei Prozent unserer Bevöl-kerung besitzen die Hälfte des gesam-ten Vermögens. Dieser Missstand geht uns alle etwas an.» Die Kluft zwischenArm und Reich werde immer grösser.Das sei gefährlich. Marcel Meili: «Des-halb kämpfen wir für gleiche Chancenfür alle. In der Erbschaftssteuer sehenwir eine Massnahme für eine gerech-tere Schweiz.» Denn auch künftig sol-len alle gleichen Zugang zu Gesund-heit und Bildung haben, unabhängigvon den finanziellen Mitteln. LIBERALE WERTE Es sind die Eltern, die ihren Söhnen so-ziales Denken vermittelt haben. Einbürgerlich-liberales Elternhaus. Archi-tekt Meili: «Unser Vater hat uns selb-ständiges Denken und Handeln beige-bracht.» Umso mehr verwundert die Meili-Brüder nun die heftige Verurteilung ih-res sozialen Engagements ausgerech-net durch den Freisinn. Jener Parteialso, die den Liberalismus sozusagen erfunden hat. Marcel Meili schütteltden Kopf und sagt: «Es ist doch in unseraller Interesse, dass wir in einem Staatleben, in dem es allen gutgeht. Oderetwa nicht?» Die Initiative: Darum geht’s Der Reichtum in der Schweiz ver- teilt sich zunehmend ungerecht. Die Erbschaftssteuerinitiative will dieser Entwicklung entgegenwir- ken. Sie sieht vor, dass grosse Vermögen über 2 Millionen Fran- ken, wenn sie vererbt werden, künftig mit 20 Prozent besteuert werden. Zwei Drittel der Erträge sollen an die AHV gehen, ein Drit- tel an die Kantone. GROSSZÜGIG. Entgegen der Be- hauptungen der Initiativgegner wären KMU davon nicht betrof- fen: Die Initianten wollen Firmen mit einem Verkehrswert von bis zu 50 Millionen Franken von der Erbschaftssteuer befreien. Die genaue Höhe des Freibetrags kann das bürgerliche Parlament selber festlegen. Das dürfte aber kein Problem sein. Selbst die BDP-Finanzministerin Eveline Widmer-Schlumpf meinte in einem Interview mit der NZZ zu den Freibeträgen: «Wie ich das Parlament kenne, würde es sich relativ grosszügig zeigen.» (mot) «Gleiche Chancen füralle» «So eine Erbschaft zu versteuern ist ja wohl das mindeste.» MARCEL MEILI, ARCHITEKT UND MULTIMILLIONÄR DIE GEBRÜDER MEILI: Arzt Martin, Psychiater Daniel und Architekt Marcel (von links). MARCEL MEILI: «Es ist doch in unser aller Interesse, dass wir in einem Staat leben, in dem es allen gutgeht.» FOTO: FLORIAN AICHER Darum will Architekt Marcel Meili eine Erbschaftssteuer. FOTO:PASCALGERTSCHEN
  35. 35. Produktion von zielgruppenspezifischen 
 Websites Unterschiedliche Designs und Argumentationslinien Integration von interaktiven Elementen: Steuerrechner für Privatpersonen und KMUs Actionpage: Blog, Spendenfunktion, Crowdfunding, Newsletter-System WEBSITES
  36. 36. BESUCHERINNENZAHLEN 0 500 1000 1500 2000 2500 3000 3500 4000 4500 14.6.8.6.25.5.19.5.12.5.29.4. Rundschau Start PublicitasStart Crowdfunding Start Display Kampagne Offener Brief NZZ Start Schluss Kampagne gleiche-startchancen.ch fairste-steuer.ch machmit-meili-erben.ch meili-erben.ch
  37. 37. SOCIAL MEDIA Bespielung mit spezifischem Content: Infografiken, Videos, Verlinkungen auf Blogposts und Zeitungsartikel, Kommentare etc.
  38. 38. SOCIAL MEDIA Der Aufbau der Community
  39. 39. DIGITALE WERBUNG Google AdWords (Such/Displaynetzwerk) Publicitas: Werbenetzwerk Youtube Facebook Twitter
  40. 40. DIGITALE WERBUNG 28’958’639 
 IMPRESSIONS 16’195’771 Google Werbenetzwerk 6’013’577 Youtube (inkl. Masthead) 3’578’474 Facebook 567’590 Twitter 2’603’227 Netzwerk von Publicitas 9% 56% 2% 12% 21% Youtube Facebook Twitter Google Publicitas
  41. 41. CROWDFUNDING Ausgangslage: NZZ als Liberalismus-Institution verweigert ernsthafte Debatte zur Erbschaftssteuer Story: Offener Brief an den NZZ-Chefredaktor Gujer Crowdfunding-Plattform: Wir kaufen uns Platz in der NZZ!
  42. 42. CROWDFUNDING Die Aktion in Zahlen 110 UnterstützerInnen 11’400 CHF in 3 Tagen erreicht Total: 13’630 CHF gesammelt Durchschnittsbetrag: 124 CHF Inserat erschien am Samstag, 
 30. Mai in der NZZ Zudem: 37 Spenden per Kreditkarte mit 
 mit Durchschnittsbetrag von 59.50 CHF
  43. 43. GAME OF FEAR Actionthriller von Feinheit zur Mobilisierung des linken Lagers Provokant, schnell, packend Verbreitung auf unterschiedlichen
 Kanälen Feinheit-Blog: Die Superreichen beherrschen das Spiel mit der Angst
  44. 44. RETARGETING Verschiedene Engagement Levels fürs Remarketing Wie funktionierts? Personen, die Kampagne-Kanäle besuchen, werden markiert. Mit Retargeting ist es möglich, diese Leute später gezielt mit Werbung anzusprechen. Was bringts? Eine höhere Effizienz, da gezielt Personen angesprochen werden, die sich für die Thematik der Erbschaftssteuer resp. die Kampagne interessieren.
  45. 45. RETARGETING Spezifische Werbebotschaften Spezifische Landing Pages
  46. 46. 2.4 FAZIT UND LEARNINGS
  47. 47. LEARNINGS Vorbereitungszeit war angesichts Kampagnengrösse (zu) kurz (Daten-)Analyse: Essentiell zu wissen, wo man steht – Next Step digitaler Werbe-Test Dezentraler Strategie: Eine aufwändige Geschichte Einmischung in den medialen Diskurs auch möglich nur mit Online- Kampagne
  48. 48. LEARNINGS DIE ZWEITE Crowdfunding: Viel Potenzial auch für Abstimmungs-Kampagnen (mit der richtigen Idee und Story) Community Building braucht Zeit, besteht jetzt Grundlage für Zukunft. Digitale Kampagne/Werbung: Tolle Möglichkeiten, gute Reichweite. Retargeting: Noch viel Potenzial, Engagements Levels können weiter verfeinert werden. Breite Öffentlichkeit ist noch nicht ganz erreichbar mit reinen Online- Kampagnen
  49. 49. FAZIT Primäres Ziel: Diskurs prägen/anstossen Medienpräsenz war sehr gut Viele positive Stimmen für die Kampagne Reichweite war auch gut Diskussion wäre definitiv anders verlaufen ohne Meilis Kanäle für die Zukunft aufgebaut Meilis als glaubwürdigen Akteur etabliert Sekundäres Ziel: Für die Initiative mobilisieren Minimalziel von 30% Ja wurde verfehlt (29% Ja-Stimmen) Diverse Gründe.. Offene Frage: Wie wäre das Resultat ohne Engagement ausgefallen?
  50. 50. EINBLICK 2: GLÜCKSSPIELSUCHT- KAMPAGNE
  51. 51. AUFTRAG Auftraggeber: Sucht Schweiz Kampagne: Glücksspielsucht bekannt machen Beteiligt: 10 Kantone Problembeschreibung: Niemand kennt Glücksspielsucht Bisher: Plakatkampagnen Wunsch: Weitere Zielgruppen, neue Kanäle
  52. 52. ZIELE UND RAHMEN Ziel 1: Mehr Menschen wissen um Glücksspielsucht Ziel 2: Mehr Besucher auf www.sos-spielsucht.ch Ziel 3: Mehr Beratungen für risikoreich Spielende Ziel 4: Mehr Infos für Umfeld von Spielenden für Unterstützung Rahmen: Direkte Ansprechperson: Nadia Rimann (Sucht Schweiz) Rahmen: Steuergruppe Rahmen: Budget ca. CHF 300’000 Rahmen: Wenig Eigenleistung möglich
  53. 53. FEINHEIT: MASSNAHMENMIX Starkes Visual, Umsetzung als Plakat, Kleinplakat,Bierdeckel Zusammenarbeit Joiz für Streetgame und Social Media Online-Marketing Klassische Medienarbeit Website-Anpassungen
  54. 54. CAMPAIGNING-MIX: VISUAL Markantes Visual, 3 Varianten Hauptumsetzung als Plakat Ballungszentren/Casinonähe Weitere Umsetzung als Kleinplakat und Bierdeckel in Restaurants in allen Kantonen
  55. 55. CAMPAIGNING-MIX: JOIZ Zusammenarbeit mit Joiz: Gemeinsame Konzeption eines Streetgames Umsetzung und Ausstrahlung 3x bei Joiz (Sendung Noiz) [Sendungen vom 17./18./19.06.2015] Talkshow mit Experte 1x bei Joiz (Joizone) [Sendung vom 29.06.2015 anschauen] Social Media-Kampagne via Joiz (keine eigenen Kanäle) Test, News, Werbung auf joiz.ch
  56. 56. CAMPAIGNING-MIX: ONLINE- MARKETING UND MEDIENARBEIT Online-Marketing-Kampagne mit 
 statischen und animierten Banner Medienarbeit klassisch Kleine Anpassungen an Website
  57. 57. OUTCOME Viele Rückmeldungen auf Plakate (keine Umfrage) Gute Verankerung intern Über Joiz grosse Reichweite Über Joiz neues Publikum Medienreichweite erstaunlich gut GoogleDisplay-Network gut Komplexes Projekt gut geklappt Wenig Rückmeldungen auf Kleinplakate/Bierdeckel Banner-Performance mittel Hinweis: Diese ist eine erste Einschätzung sehr kurz nach dem Projektende. Nach den ausführlichen Reportings und Debriefings werden die Outcomes und Learnings allenfalls angepasst.
  58. 58. LEARNINGS Guter Massnahmen-Mix Starkes Visual macht grossen Unterschied Internes Interesse an Produkten grösser als erwartet Frühes Involvieren aller Beteiligten lohnt sich Online-Zusammenarbeits-Tool als Hub für Kommunikation Diskussion über Website früher führen Mehr Zeit für Organisation der Verbreitung einplanen (Geschichte von Betroffenen) Online-Marketing früh planen Einschätzung über Art der Kampagne und Haltung Hinweis: Diese ist eine erste Einschätzung sehr kurz nach dem Projektende. Nach den ausführlichen Reportings und Debriefings werden die Outcomes und Learnings allenfalls angepasst.
  59. 59. 4 FRAGEN & DISKUSSION
  60. 60. HERZLICHEN DANK FÜR DIE AUFMERKSAMKEIT
  61. 61. CAMPAIGNING-EXPERTINNEN Simon Hugi Martina Heeb Nicole Kayser Patrick McEvily Moritz Zumbühl Patrik Schmid Martin Schweizer Daten, Analyse, Strategie Strategie, Crowdfunding, Beratung Fundraising PR, Medien Strategie, Beratung Online-Marketing Video

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