MasterarbeitBlended Learning als Chance derWissensvermittlung und Verbesserungkollaborativer Zusammenarbeit von LehrerInne...
O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012IIEhrenwörtliche ErklärungIch habe diese Masterarbeit selbst...
O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012III“Knowledge is experience. Everything else is just informa...
O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012IVAbstractBlended Learning considered as a chance for knowle...
O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012VExecutive SummaryAusgehend von der Problemstellung, welche ...
O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012VIment wurde nach Meschenmoser als unverzichtbare Förderung ...
O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012VIIDie einzelnen Hypothesen und Wissensziele wurden bestätig...
O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012VIIIDankMein besonderer Dank gilt Prof. Dr. Paul Kral, der m...
O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012IXINHALTSVERZEICHNISABSTRACT IVEXECUTIVE SUMMARY VDANKSAGUNG...
O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012X2.4.2. Behaviorismus 292.4.3. Kognitivismus 302.4.4. Konstr...
O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012XIAbkürzungsverzeichnisAHS Allgemeinbildende Höhere Schulebm...
O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012XIIAbbildungsverzeichnisAbbildung 1: Beschreibung des Begrif...
O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012- 1 -EinleitungIm vorliegenden Kapitel soll genauer auf die ...
O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012- 2 -online.at) im Unterricht ein, und subjektiv gesehen ers...
O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012- 3 -1.3. Fragestellung und HypothesenMeine Forschungsfrage ...
O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012- 4 -Angst und mangelnde Ausbildung viele KollegInnen von de...
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O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012- 6 -sich dem Begriff von verschiedensten Seiten zu nähern, ...
O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012- 7 -anderer Stelle der Arbeit. Im Zusammenhang mit Kollabor...
O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012- 8 -Individuelles Wissen beschreibt dabei den Wissensbestan...
O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012- 9 -2.1.2. Explizites WissenExplizites Wissen ist das Wisse...
O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012- 10 -machen der Tätigkeiten und direktes Fragen bei Nicht-V...
O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012- 11 -Abbildung 2: Implizites und explizites Wissen nachWiat...
O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012- 12 -von Schulkonzepten bzw. Leitbildern und die Umstruktur...
O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012- 13 -Im ersten Schritt des Konzeptes werden Wissensziele in...
O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012- 14 -2.2.2. Anwendung des Konzeptes in der ArbeitWissen als...
O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012- 15 -einen Anstoß zu einem selbstgesteuerten Lernen durch E...
O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012- 16 -hin zu durch die Mithilfe von Individuen gestalteten S...
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O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012- 18 -2.3. State of the ArtDie rasche Entwicklung der heutig...
O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012- 19 -vorzukommen. (Rey, 2009, S. 15 f.) Trotz vieler Initia...
O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012- 20 -oder eLearning. In weiterer Folge sind auch Bezeichnun...
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O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012- 22 -zur Kooperation und Kollaboration über den Unterricht ...
O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012- 23 -Schwarzkopf, 2006, S. 1) angesehen. Dieser erscheint i...
O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012- 24 -Steigerung der beruflichen Professionalität der Kolleg...
O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012- 25 -Häuptle und Metscher auch wesentlich von der Medienkom...
O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012- 26 -Jugendlichen in Deutschland den Computer, kommuniziert...
O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012- 27 -WissenschaftlerInnen, die sich mit den Themen E-Learni...
O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012- 28 -Lernen zwischen den KollegInnen hat sich intensiviert,...
O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012- 29 -det in ihrer Herangehensweise an den Begriff Lernen zw...
O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012- 30 -Dem internen Lernprozess wird hier keine Bedeutung zu ...
O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012- 31 -Als wesentlicher Kritikpunkt kognitiver Lerntheorien w...
O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012- 32 -Kritisch erscheint der Lernprozess im Kognitivismus in...
O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012- 33 -Lernen wird als aktiver, situativer und sozialer Proze...
O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012- 34 -Beginn sollte der Begriff des Lernens definiert werden...
O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012- 35 -Liening und Mittelstädt betonen aber, dass von der Org...
O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012- 36 -The practice„They develop a shared repertoire of resou...
O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012- 37 -„…effective community design is built on the collectiv...
Blended Learning als Chance der Wissensver-mittlung und Verbesserung kollaborativer  Zusammenarbeit von LehrerInnen (Mittl...
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Blended Learning als Chance der Wissensver-mittlung und Verbesserung kollaborativer Zusammenarbeit von LehrerInnen (Mittl Oliver, 2012)

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Masterarbeit im Rahmen den Studiums für Angewandtes Wissensmanagement an der FH Eisenstadt, 2012

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Blended Learning als Chance der Wissensver-mittlung und Verbesserung kollaborativer Zusammenarbeit von LehrerInnen (Mittl Oliver, 2012)

  1. 1. MasterarbeitBlended Learning als Chance derWissensvermittlung und Verbesserungkollaborativer Zusammenarbeit von LehrerInnenvonOliver MITTL,betreut vonProf. Mag. Dr. Paul KralFachhochschul-Studiengang Angewandtes WissensmanagementEisenstadt 2012
  2. 2. O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012IIEhrenwörtliche ErklärungIch habe diese Masterarbeit selbstständig verfasst, alle meine Quellen und Hilfs-mittel angegeben, keine unerlaubten Hilfen eingesetzt und die Arbeit bisher inkeiner Form als Prüfungsarbeit vorgelegt.Ort, Datum Unterschrift
  3. 3. O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012III“Knowledge is experience. Everything else is just information.”Albert Einstein
  4. 4. O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012IVAbstractBlended Learning considered as a chance for knowledge transfer and increase ofcollaborative joint work of teachers. The term “eLearning” is part of nearly everycompany, organization or educational institution. Schools especially want to layclaim the factor eLearning and present it on their portfolios to show a forcedcompetency and skill to their customers - the parents and children. The purposeof this thesis is to examine to what extent the use of blended learning can affectthe collaboration within a team of school teachers, and if it is an alternative to aclassic knowledge transfer.First, a review of different terms and definitions about knowledge, knowledgemanagement and schools as a learning organization is described. Furthermorecurrent literature relating on e-learning and blended learning is addressed. Theresearch part is a mix of methods and combines both quantitative and qualitativeinvestigations. The first step of the empirical study is a quantitative questionnaireconducted on all the teachers of the organization being analyzed. To deepen theresearch, three interviews with knowledge carriers of the school are conducted tochallenge and evaluate the results of the survey. Finally the combination of thetwo methods and the analysis of the data are used to get a tangible result.The main outcome of this thesis is that blended learning is an important part ofthe researched organization and it can be a chance to increase the collaborativework of the teacher’s team. According to the results of the surveys the use ofblended learning and a more positive candidness depends on the IT competencesof every teacher and the not to underestimate role of the administration of theorganization.Key words: Blended Learning, collaboration, IT competences, Community ofPractice
  5. 5. O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012VExecutive SummaryAusgehend von der Problemstellung, welche sich in der nicht zufriedenstellen-den Zusammenarbeit und der Vernetzung in der zu betrachtenden Organisationder KMS-HS Güssing widerspiegelt, wurde in der vorliegenden Arbeit versucht,den Einfluss von Blended Learning auf die Steigerung des Wissensaustauschesund die Effektivität einer lernenden Organisation aufzuzeigen.Die Arbeit besteht aus zwei Teilen: der theoretische Teil einerseits und der empi-rische Teil, aufgeteilt in einen quantitativen und qualitativen Part, anderseits.Neben der Betrachtung unterschiedlicher Lerntheorien und deren Einfluss aufdie Thematik von Blended Learning in Bezug auf den Wissensaustausch inner-halb der vorliegenden Organisation wurde speziell die Theorie von EtienneWenger über Lernen in einer Community of Practice in Betracht gezogen. Dievon ihm geprägte Theorie dieser Community of Practice wurde als passend fürdas Lernverhalten innerhalb einer lernenden Organisation, wie sie die Schuledarstellt, eingestuft.Die Teilnahme an der Vernetzung und der Austausch innerhalb des Lehrkörpersdes Kollegiums können direkten Einfluss auf das Lernverhalten jedes Einzelnennehmen. Gerade der soziale Kontext einer Schulgemeinschaft bildet hier dieGrundlage für Zusammenarbeit und Wissensaustausch, auf der Basis einer ge-meinschaftlichen Community.In diesem Zusammenhang erschien auch die Klärung der Begriffe der Kooperati-on und der Kollaboration als grundlegend, da hier ein Zusammenhang zur Ar-beit mit Blended Learning Methoden angenommen wurde. Gerade der Zugangdes kollaborativen Lernens hat nicht nur für das Individuum, sondern auch fürdie Gruppe Auswirkungen, welche zu einer Erweiterung der wissensbasiertenHandlungskompetenz führen können.Als weiterer theoretischer Hintergrund wurden die Begriffe „Wissen“, „Lernen“und „Schule als lernende Organisation“ betrachtet, wobei auf die gesteigerte Pro-fessionalisierung im Lehrberuf an sich Bezug genommen wurde.Um auch die Sichtweise des Wissensmanagements zu integrieren, wurde dasKonzept von Probst, Raub und Romhardt als theoretischer Hintergrund gewählt.Wissensziele wurden formuliert, Hypothesen aufgestellt und Wissensmanage-
  6. 6. O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012VIment wurde nach Meschenmoser als unverzichtbare Förderung kommunikativerund interaktiver Prozesse in einer lernenden Organisation eingestuft.Um einen Einblick über die Bereiche Blended Learning, IT–Kompetenz und Wis-sensaustausch innerhalb der Schule zu bekommen, wurde im empirischen Teilein Methodenmix aus quantitativer und qualitativer Forschung gewählt. In ei-nem ersten Schritt wurde, nach Absprache mit der Leitung der Organisation, einFragebogen an die Kollegen ausgeteilt, welcher vom Großteil der KollegInnenauch sehr genau ausgefüllt wurde. Die Ergebnisse wurden analysiert und in Be-zug auf die Wissensziele und die aufgestellten Hypothesen hinterfragt.Um einen genaueren subjektiven Einblick in den Bereich Blended Learning, des-sen Einsatz im Unterricht und den Wissensaustausch bzw. die Kollaboration in-nerhalb der KollegInnen zu bekommen, wurden drei problemzentrierte Inter-views gemacht. Die Interviews wurden genau transkribiert und nach MayringsInhaltsanalyse ausgewertet. Als InterviewpartnerInnen dienten hier drei Kolle-gInnen aus unterschiedlichen Fachbereichen, welche auch als Experten und Wis-sensträger eingestuft werden können. Das Ziel war, einen objektiven Quer-schnitt durch das Kollegium der Organisation zu erhalten.Die Ergebnisse aus beiden Untersuchungen wurden verglichen und in Bezug aufdie Forschungsfrage untersucht.Wichtig erschien dabei der Zusammenhang zwischen Blended Learning, dermöglichen Steigerung des kollaborativen Wissensaustausches und der Rolle derIT - Kompetenz der KollegInnen.Die Forschungsfrage lautete: „Hat der Einsatz von Blended Learning als neue Unter-richtsform Auswirkungen auf die kollaborative Zusammenarbeit innerhalb eines Lehrer-Kollegiums wie dem der KMS-HS Güssing?“Mit der vorliegenden Arbeit konnte die Forschungsfrage positiv beantwortetwerden und damit ein Zusammenhang zwischen dem Einsatz von BlendedLearning, der damit verbundenen Möglichkeit der Steigerung des Wissensaus-tausches innerhalb der Organisation und dem wesentlichen Einflussfaktor derIT–Kompetenz der KollegInnen bewiesen werden.
  7. 7. O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012VIIDie einzelnen Hypothesen und Wissensziele wurden bestätigt und können da-mit, bei Bedarf, als Basis für eine zukünftige Strategie zur Weiterentwicklung derOrganisation herangezogen werden.Besonders die Rolle der Wissensträger scheint hier wesentlich für die Vernetzungund den Wissensaustausch zu sein. Mehrmals wurde in den Interviews daraufhingewiesen, dass auch die Leitung einer Organisation zu einer Steigerung desWissensmanagements Wesentliches beitragen kann und damit auf eine Weiter-entwicklung der gesamten Organisation in Richtung Professionalisierung Ein-fluss nimmt.Im Laufe der Arbeit hat sich immer mehr gezeigt, dass die Thematik der Zu-sammenarbeit und des Wissensaustausches ein reales Problem für viele Kolle-gInnen der Organisation darstellt. Die vorliegende Arbeit hat das Interesse aneiner Weiterentwicklung geweckt, wurde als sehr positiv eingeschätzt und be-sonders die Leitung ist an den Ergebnissen interessiert, um sie in zukünftigenKonzeptionen zur Weiterentwicklung der Organisation in eine Neue Mittelschu-le einzubauen.Bemerkenswert ist auch die freiwillige Bereitschaft einzelner Wissensträger, hierihre Erfahrungen im Rahmen von schulinternen Fortbildungen weiterzugeben.Damit kann ein wichtiger Beitrag zur Vernetzung und Steigerung der Kompe-tenz anderer KollegInnen eingeleitet werden.Es bestätigte sich damit der Zusammenhang zwischen dem Einsatz von BlendedLearning, der möglichen Steigerung des Wissensaustausches innerhalb der Or-ganisation und der Wichtigkeit der IT – Kompetenz jedes Einzelnen.Schlüsselwörter: Blended Learning, IT – Kompetenz, Wissensaustausch; Com-munity of Practice, Lernende Organisation, Professionalisierung im Lehrberuf
  8. 8. O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012VIIIDankMein besonderer Dank gilt Prof. Dr. Paul Kral, der mir durch seine motivieren-den Anregungen und fachlichen Korrekturen die Türen zu einer wissenschaftli-cheren Sicht der Dinge vermittelt hat. In unzähligen Mails und durch die Nut-zung von verschiedensten Vernetzungsplattformen haben wir gemeinsam einenroten Faden für die vorliegende Arbeit gefunden. Besonders im Ausdruck und inder Herangehensweisen hat er unterstützend eingegriffen und immer wieder zueiner Überarbeitung und Reflexion der Fakten angeregt. Bedanken möchte ichmich aber auch an seinem sehr persönlichen Interesse, an unserem gemeinsamenHobby – dem Ausdauersport.In weiterer Folge gilt der Dank meiner Frau Silvia. Sie hat mich mit ihrer ausge-glichenen Art immer wieder unterstützt und motiviert. Gerade in hektischenZeiten des Studiums waren ihre Zuwendung und Zusprache eine wesentlicheMotivation für die Arbeit. Des Weiteren hat die Rücksichtnahme meiner ganzenFamilie wesentlich zum Gelingen der Arbeit und zum erfolgreichen Abschlussdes Studiums beigetragen.Zum Abschluss möchte ich mich auch bei meinen KollegInnen der KMS-HS Güs-sing bedanken, welche durch ihr Interesse und ihre Teilnahme an den Untersu-chungen wesentlich zum Gelingen der Arbeit beigetragen haben.Last but not least gilt mein freundschaftlicher Dank besonders dem „Team 3“.Gerti und Günther sind verlässliche Wegbegleiter und Teampartner auch abseitsdes Studiums geworden. In diesem „Dreamteam“ durfte ich in den letzten zweiJahren erfahren, was gelebtes Wissensmanagement bedeutet und wie wichtigFreundschaft für die Bewältigung gemeinsamer Ziele ist.Danke!
  9. 9. O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012IXINHALTSVERZEICHNISABSTRACT IVEXECUTIVE SUMMARY VDANKSAGUNG VIIIINHALTSVERZEICHNIS IXABKÜRZUNGSVERZEICHNIS XIABBILDUNGSVERZEICHNIS XII1. EINLEITUNG 11.1. Problemstellung 11.2. Motivation 21.3. Fragestellung und Hypothesen 31.4. Aufbau 42. THEORETISCHER HINTERGRUND 52.1. Begriffsdefinitionen 52.1.1. Wissen 62.1.2. Explizites Wissen 92.1.3. Implizites Wissen 92.2. Wissensmanagement 112.2.1. Konzept von Probst, Raub und Romhardt 122.2.2. Anwendung des Konzeptes in der Arbeit 142.2.3. Schule als lernende Organisation 152.2.4. Individuelles Wissen 172.2.5. Kollektives Wissen 172.3. State of the Art 182.3.1. E-Learning 192.3.2. Blended Learning 202.3.3. Kompetenzbegriff, Medienkompetenz oderLehrerInnen als ExpertInnen 222.3.4. Ausblick in die Zukunft von E-Learning 252.4. Lerntheorien 282.4.1. Der Lernbegriff 28
  10. 10. O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012X2.4.2. Behaviorismus 292.4.3. Kognitivismus 302.4.4. Konstruktivismus 322.5. Communities of Practice 332.5.1. Kollaboration 392.5.2. Kooperation 422.6. Professionalisierung im Lehrberuf 443. EMPIRISCHER TEIL 453.1. Beschreibung des Feldes und Klärung relevanter Begriffe 453.2. KMS-HS Güssing 453.3. Entwicklungsprozess zur Mittelschule 473.4. Evaluation des Ist-Zustandes 483.4.1. Methodenauswahl und Alternativen 483.4.2. Definition der Methode 503.4.3. Durchführung der Befragungen 513.4.4. Ergebnisse der Befragung 513.4.5. Schlussfolgerung über die quantitativen Ergebnisse 643.5. Einzelinterviews 673.5.1. Grundlagen der qualitativen Sozialforschung 673.5.2. Die Methode 683.5.3. Das Problemzentrierte Interview 683.5.4. Leitfaden zu den Interviews 703.5.5. Ablauf der Interviews – eine Beschreibung 703.5.6. Auswertung und Interpretation der Interviewergebnisse 724. Zusammenfassung und Schlussfolgerungen – eine Bilanz 794.1. Wirkung für die Schule 804.2. Wirkung für die LehrerInnen 814.3. Wirkung für die Zukunft 825. QUELLEN UND LITERATUR 836. KURZLEBENSLAUF 91
  11. 11. O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012XIAbkürzungsverzeichnisAHS Allgemeinbildende Höhere Schulebm:uk Bundesministerium für Unterrichtund KunstCoP Community of PracticeECDL Europäischer ComputerführerscheinE-Learning electronic learning (elektronisch un-terstütztes Lernen)EPIK Entwicklung von Professionalität iminternationalen KontextIT InformationstechnikKMS-HS Güssing Kooperative Mittelschule – Haupt-schule GüssingLMS Lernen mit System
  12. 12. O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012XIIAbbildungsverzeichnisAbbildung 1: Beschreibung des Begriffes Wissen...................................................- 7 -Abbildung 2: Implizites und explizites Wissen.....................................................- 11 -Abbildung 3: Bausteine des Wissens.......................................................................- 12 -Abbildung 4: Basis für Wissensmanagement.........................................................- 13 -Abbildung 5: Ergebnisse kollaborativen Lernens ................................................- 42 -Abbildung 6: Anzahl der Dienstjahre der KMS - HS Güssing ............................- 52 -Abbildung 7: Seminare im Bereich Blended Learning und E-Learning.............- 52 -Abbildung 8: Seminare zu neuen Computerprogrammen ..................................- 53 -Abbildung 9: Methoden zur Verbesserung der Zusammenarbeit undKooperation ................................................................................................................- 54 -Abbildung 10: Teamfähigkeit und soziale Kompetenz ........................................- 54 -Abbildung 11: Zusammenarbeit in der KMS-HS Güssing...................................- 55 -Abbildung 12: Verbesserungsvorschläge aus dem Kollegium............................- 56 -Abbildung 13: Förderung systematischer Kollaboration undZusammenarbeit in der KMS-HS Güssing............................................................- 57 -Abbildung 14: Austausch von Best Practice und Unterrichtsmaterialien .........- 58 -Abbildung 15: Kommunikation und Informationsfluss.......................................- 58 -Abbildung 16: Vorschläge zur besseren Zusammenarbeit in derKMS-HS Güssing .......................................................................................................- 59 -Abbildung 17: Informationsquellen für den Unterricht.......................................- 60 -Abbildung 18: Einschätzung der eigenen IT-Kompetenzen................................- 61 -Abbildung 19: Zusammenhang zwischen Kompetenz undHäufigkeit des Einsatzes des Computers im Unterricht......................................- 62 -Abbildung 20: Vernetzung -oder Austauschplattform.........................................- 62 -Abbildung 21: Technische Ausstattung – Zufriedenheit......................................- 63 -Abbildung 22: Ablaufmodell des Problemzentrierten Interviews......................- 71 -Abbildung 23: Eigene Darstellung - Auszug aus der Tabellezur Auswertung der Interviews............................................................................- 73 -
  13. 13. O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012- 1 -EinleitungIm vorliegenden Kapitel soll genauer auf die Problemstellung, die Motivation fürdie Beschäftigung mit dem Thema eingegangen werden, aber auch die Fragestel-lung und die Hypothesen bzw. der Aufbau der Arbeit behandelt werden.1.1. Problemstellung„Zusammenkunft ist ein Anfang. Zusammenhalt ist ein Fortschritt. Zusammenarbeit istder Erfolg.“ (Henry Ford)Einem Artikel aus der „Zeitschrift für Pädagogen“ aus dem Jahr 2006 zufolgeherrscht in den Schulen nach wie vor ein Mangel an Kooperation undKollaboration zwischen LehrerInnen. Studien in Deutschland belegen (z.B.Esslinger 2002), dass Zusammenarbeit einen „untergeordneten Stellenwert derKooperation von Lehrkräften in Kollegien…“ (Gräsel, Fußangel, & Pröbstel, 2006,S. 205) darstellt. Ein Trend zu einem Mehr an Zusammenarbeit und Vernetzungsei laut den Autoren nicht zu erkennen. Ergebnisse derSchuleffektivitätsforschung dagegen zeigen aber recht deutlich auf, dasserfolgreiche Schulen „gemessen an den Leistungen bzw. Leistungszuwächsenihrer Schüler/-innen sich durch ein hohes Maß an Kooperation und Kohäsion imKollegium auszeichnen.“ (Gräsel, Fußangel, & Pröbstel, 2006, S. 205)Das praktische Problem der vorliegenden Arbeit stellt sich im Mangel an intensi-ver und qualitativ hochwertiger Zusammenarbeit bzw. Kollaboration innerhalbder Organisation der KMS-HS Güssing dar. Dieser notwendige Austausch wäreaber ein wesentlicher Ansatz, „sich wechselseitig über berufliche Inhalte undGegebenheiten zu informieren und mit Material zu versorgen.“ (Gräsel,Fußangel, & Pröbstel, 2006, S. 209)Durch Vernetzung, „joint work“ im Rahmen von Blended Learning undUnterrichtsplanung könnte es hier zu einer „Verbesserung der Schulqualität“(Gräsel, Fußangel, & Pröbstel, 2006, S. 209) und zur Steigerung der Effektivitätder Organisation kommen.Das Kollegium wurde in den letzten zwei Jahren durch Pensionierungen sehrstark verändert bzw. verjüngt. Viele der neuen KollegInnen setzen BlendedLearning in der Form von Lernplattformen oder Cyberhomework (www.more-
  14. 14. O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012- 2 -online.at) im Unterricht ein, und subjektiv gesehen erscheinen hier die Zusam-menarbeit und der Austausch von Wissen innerhalb dieser PädagogInnengruppewesentlich (Stangl, 2012) intensiver. Nach Breiter und Wellinger kann sich derErfolg von E-Learning in einer Organisation nur dann einstellen, wenn sein„Nutzen nicht auf einzelne Lehrkräfte beschränkt bleibt, sondern Schulen E-Learning als Angebot und Hilfe annehmen.“ (Breiter & Welling, 2009, S. 15) Da-bei wird der traditionelle Unterrichtsalltag hinterfragt und produktiv durch neueLehrformen weiterentwickelt. Reinmann, Florian, Häuptle und Metscher betonenin ihrer Arbeit zur wissenschaftlichen Begleitung von Blended Learning in derLehrerfortbildung den direkten Zusammenhang zwischen dem erfolgreichenEinsatz von digitalen Medien und Blended Learning mit der Medienkompetenzbzw. dem „mediendidaktischen Wissen und Können“ (Reinmann, Florian,Häuptle, & Metscher, 2009, S. 2) der PädagogInnen selbst.In weiterer Folge interessiert der Umstand, ob Weiterentwicklung und Kollabo-ration innerhalb des Kollegiums auch mit dem Einsatz von Blended Learning,dem Computer als Unterrichtsmittel und der offensichtlich mehr ausgeprägtenIT Kompetenz zusammenhängt.1.2. MotivationAls Lehrer und IT-Betreuer interessiert mich die Frage, ob der vermehrte Einsatzvon Blended Learning auch einen direkten Bezug auf die Zusammenarbeit zwi-schen den KollegInnen der Organisation hat. Damit wird der direkte Bezug zuWissensmanagement bzw. zur Kollaboration innerhalb der Schule hergestellt.Folgende Fragen sollten durch die Arbeit beantwortet werden:Gibt es spezielle Wissensträger im Bereich Blended Learning, und kommt es hier auchzu einem Wissenstransfer innerhalb des Kollegiums?Werden positive Erfahrungen über Blended Learning weitergegeben bzw. kommt esdadurch zu einer verstärkten Vernetzung zwischen den LehrerInnen?Beeinflusst die eigene Medienkompetenz der LehrerInnen den Einsatz von BlendedLearning?Gibt es auch einen Zusammenhang zu technischen Voraussetzungen, um BlendedLearning erfolgreich einzusetzen?
  15. 15. O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012- 3 -1.3. Fragestellung und HypothesenMeine Forschungsfrage konzentriert sich auf das kollaborative Arbeiten im Kol-legium der KMS-HS Güssing und auf seine fördernden bzw. hemmenden Be-dingungen bei der Verwendung von Blended Learning als neue Unterrichts-form im Schulalltag.„Hat der Einsatz von Blended Learning als neue Unterrichtsform Auswirkungenauf die kollaborative Zusammenarbeit innerhalb eines Lehrer-Kollegiums wiedem der KMS-HS Güssing?“Für die Arbeit selbst ergeben sich hier weitere Unterfragen:Was fördert bzw. hemmt die Kollaboration innerhalb des Kollegiums?Wird durch Blended Learning die LehrerInnenrolle neu definiert?Welche Rolle spielt dabei die IT Kompetenz der LehrerInnen?Gibt es einen Zusammenhang zwischen der IT Kompetenz der KollegInnen und demEinsatz von Blended Learning?Der Fokus der Arbeit richtet sich auf die Zusammenarbeit der LehrerInnen alsCommunity of Practice, aber auch auf die Rolle von Lehrpersonen bzw. die mög-liche Veränderung der Unterrichtsplanung im Blended Learning. In weitererFolge soll der Faktor Blended Learning und die dabei möglichen auftretendenVernetzungen und der Erfahrungsaustausch zwischen den LehrerInnen beson-ders beleuchtet werden, denn hier sollte es - wie auch in der Literatur beschrie-ben wird - zu einer Steigerung der Zusammenarbeit kommen. Der Schwerpunktliegt dabei auf dem Status Quo in der Organisation und auf der Frage, ob Zu-sammenarbeit bzw. kollaboratives Arbeiten praktiziert wird oder ob Einzel-kämpfertum die vorherrschende Arbeitsweise darstellt.Um einen Ansatz zu dem Thema zu finden, ergeben sich folgende Hypothesen:Ein regelmäßiger Erfahrungsaustausch über „Best Practice“ Beispiele im Bereich BlendedLearning innerhalb der KollegInnen zu einem breiteren Einsatz des Computers im Un-terricht führen könnte.KollegInnen, welche mit Blended Learning und Vernetzung arbeiten, auch wesentlich zueiner Verbesserung der Kollaboration innerhalb der Organisation beitragen können.
  16. 16. O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012- 4 -Angst und mangelnde Ausbildung viele KollegInnen von der Nutzung neuer Medienund IT-Techniken abhalten.Eine bessere Vernetzung der LehrerInnen, eine positive Auswirkung auf den Einsatzneuer Medien und die Motivation der LehrerInnen hat.Eine Steigerung der Zusammenarbeit und Kollaboration zu einer effektiveren Arbeitinnerhalb der Organisation führen kann.Reinmann weist in ihrer Arbeit über Wissensmanagement auf einen wesentlichenFaktor von kollaborativer Arbeit in Organisationen hin: „Best Practice-Sharingliefert die Grundlage dafür, dass die Mitglieder einer Organisation auf Wissenund Erfahrungen von anderen zur Lösung spezifischer Probleme gezielt zugrei-fen können. Doppelarbeiten sollen so vermieden oder reduziert werden.“ (Rein-mann, 2009, S. 78) Voraussetzung ist dabei ein „Geben und Nehmen“. DominikPetko unterstreicht hier im Gegensatz zu Reinmann die Problematik des Begrif-fes „Best Practice“ und hält es sinnvoller gerade im Schulbereich von „GoodPractice“ zu sprechen, da sich auf Grund unterschiedlicher Rahmenbedingungenin den verschiedenen Schulen eine „erfolgreiche Praxis nicht ohne weiteres voneiner Klasse bzw. einer Schule auf eine andere übertragen lässt.“ (Petko, 2009, S.65)1.4. AufbauDie vorliegende Arbeit gliedert sich grob in vier Bereiche. Das erste Kapitel be-schäftigt sich mit der Einleitung, der gegebenen Problemstellung, mit der Frage-stellung und den Hypothesen, der Motivation sich mit dem Problem zu beschäf-tigen und dem Aufbau der Arbeit. Im Kapitel zwei soll zuerst der theoretischeHintergrund zu den Themen Wissen, Kompetenz, Blended Learning, Kollabora-tion, und Wissensmanagement in der Schule als lerntheoretische Basis dargestelltwerden. Im Zuge dieser Beschäftigung werden auch Begriffe wie Lernen, Com-munity of Practice, unterschiedliche Lerntheorien, das Wissensmodell vonProbst, Raub und Romhardt und die Professionalisierung im Lehrberuf definiert.Im drittem Teil der Arbeit, der Empirie, steht auf der einen Seite die Befragung
  17. 17. O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012- 5 -der KollegInnen der Organisation mit Hilfe eines Fragenbogens, auf der anderenSeite stehen drei Interviews mit Wissensträgern der Schule zum Thema „BlendedLearning“ im Mittelpunkt der Auseinandersetzung.Das Hauptaugenmerk beider Befragungen liegt dabei auf der Fragestellung, obder Einsatz von Blended Learning als neue Unterrichtsform Auswirkungen aufdie Zusammenarbeit innerhalb des Kollegiums der KMS-HS Güssing hat bzw.welche Rolle dabei die IT Kompetenz der LehrerInnen spielt.Wesentlich erscheinen hierbei die individuellen Erfahrungen und Einschätzun-gen der LehrerInnen bzw. die Ergebnisse der Befragungen, welche dann mit denFragestellungen und Hypothesen verglichen werden.Das letzte Kapitel soll dazu dienen Bilanz zu ziehen. Ziele, Fragestellungen,Hypothesen und die Auswertung werden gegenübergestellt, und die Wirkungder Arbeit soll aufgezeigt werden. Im Zuge der empirischen Analyse wird auchdie Organisation selbst beschrieben, ebenso die aktuelle Entwicklung zu einerNeuen Mittelschule und relevante Begriffe werden definiert.2. Theoretischer HintergrundAls Einstieg in das folgende Kapitel soll an dieser Stelle Wiater zitiert werden,der sich in seinem Buch „Wissensmanagement – Eine Einführung für Pädago-gen“ intensiv mit den Zusammenhängen von Wissen und Schule beschäftigt. InBezug auf zukünftige Entwicklungen im Bildungsbereich stellt er zur Rolle derLehrerInnen folgendes fest: „Pädagogen können diese Aufgabe nur auf Dauererfolgreich bewältigen, wenn sie ihr Professionswissen weiterentwickeln.“(Wiater, 2007, S. 12) Damit soll auch der Zugang und der Blickwinkel dervorliegenden Arbeit beschrieben werden, wobei auf den Begriff der Professionbzw. Professionalisierung im Lehrberuf an anderer Stelle der Arbeit nochgenauer eingegangen wird.2.1. BegriffsdefinitionenIm folgenden Kapitel soll der Begriff des Wissens genauer durchleuchtet werden.Ausgehend vom theoretischen Ansatz und der wissenschaftlichen Sichtweise istes relativ schwer eine passende Definition zu finden. Es soll versucht werden,
  18. 18. O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012- 6 -sich dem Begriff von verschiedensten Seiten zu nähern, um ein besseres Ver-ständnis für den Terminus „Wissen“ herauszuarbeiten. Im Fokus der Herange-hensweise sollen aber die Schwerpunkte der Arbeit, „Kollaboration“ und „Wis-sensteilung“, nicht aus dem Blickwinkel der Betrachtung verloren gehen.2.1.1. Wissen“Knowledge is experience. Everything else is just information.“(Albert Einstein)Wissen im alltäglichen Gebrauch ist eng mit verschiedenen Fertigkeiten verbun-den. Situationsbedingt und intuitiv wird gehandelt und reagiert. Ändern sich dieRahmenbedingungen und herkömmliches Wissen, Wiater spricht von„Gebrauchswissen“ (Wiater, 2007, S. 19), reicht nicht mehr aus, so muss neuesWissen angeeignet werden. Hier erscheint es notwendig den Begriff desreflexiven Wissens oder anders ausgedrückt das „metakognitives Wissen“(Wiater, 2007, S. 21) genauer zu betrachten, denn das damit verbundendeBeurteilen und Einschätzen des eigenen Wissens, kann als Basis für dieindividuelle Weiterentwicklung angesehen werden. Besonders im Bereich deslebenslangen Lernens und der im Schulbereich so wesentlichen regelmäßigenFortbildung wird der Reflexion über den eigenen Wissensstand hohe Bedeutungzugemessen. Arbeiten mit Blended Learning und die Reflexion über dieLerntätigkeit setzt sowohl reflexives Wissen als auch konditionales Wissenvoraus und erscheint auch in der Weitergabe von Wissen und der Kollaborationmit KollegInnen als wesentlich. (Wiater, 2007, S. 19 f.)Wissen als Bindeglied zwischen Erfahrung und Werthaltung, wie von Reinmann-Rothmeier und Mandl propagiert, ist ein weiterer passender Ansatzpunkt für dasVerständnis des Begriffes „Wissen“. Die Schule an sich kann als Institution desWissens angesehen werden, doch erscheint „der Wissensbegriff ebenso viel-schichtig und facettenreich, wie dies beim Lernen der Fall ist.“ (Reinmann, 2008,S. 117). Wissen wird als Fertigkeit und Kenntnis über Abläufe beschrieben,ebenso aber auch als internalisierte und relflektierte Erfahrung oder als eine„ausgeprägte Handlungskompetenz“ (Reinmann, 2008, S. 117) der Lernenden.Der Begriff der „Kompetenz“ soll hier aber nicht genauer behandelt werden,denn eine Beschreibung und Integration im Kontext des Themas erfolgt an
  19. 19. O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012- 7 -anderer Stelle der Arbeit. Im Zusammenhang mit Kollaboration undZusammenarbeit kann aber Wissen auch als verbindendes Element angesehenwerden, denn in diesem Zusammenhang erscheint Wissen als „gemeinsamerGegenstand“ (Reinmann, 2008, S. 117) von Lehrenden, die ihr Wissen nicht nurweitergeben, sondern auch gemeinsam aufbauen und vertiefen wollen.Wird Wissen als Produkt von Lehren und Lernen eingestuft, dann hat dies nachReinmann auch eine verbindende Wirkung beider Aktivitäten und muss sowohlvon „kognitiver und sozialer Natur“ sein, als auch in „hohem Maße vonEmotionen und Motivation beeinflusst.“ (Reinmann, 2008, S. 177 f.)Besonders in der Zusammenarbeit zwischen PädagogInnen kommen diesenFaktoren eine wesentliche Bedeutung zu, denn die Aneignung von Wissen alsgemeinsamer Gegenstand, die Weitergabe von Erfahrungen als kollaborativeTätigkeit und die Reflexion auf eigene Erfahrungen und Wertvorstellungen kannals Basis für erfolgreiche Vernetzung angesehen werden. Um aber ausInformationen und Daten „Wissen“ zu entwickeln, muss der Lernende sie inseinen „Erfahrungskontext“ (Wiater, 2007, S. 15) einbauen, mit seinemabgespeicherten Wissen verbinden und bewusst in Problemlösungsstrategienumsetzen können.Kral beschreibt dazu sehr anschaulich, dass es bei der Beschreibung des BegriffesWissen auf die Erkenntnisse, auf Verknüpfungen und Prozesse ankommt, welchemit Erfahrungen des Individuums verbunden und reflektiert werden (Kral,2011). Wissen erweitert dabei die Handlungsmöglichkeiten des Empfängers undWissen gibt Antworten auf die folgenden Fragen:Was? Know what?Warum? Know why?Wie? Know how?Wer? Know who?Abbildung 1: Beschreibung des Begriffes Wissen nach Kral, 2011Bezugnehmend auf die Kollaboration innerhalb der Organisation Schule wird inweiterer Folge auch noch zwischen individuellem, kollektivem undorganisationalem Wissen unterschieden.
  20. 20. O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012- 8 -Individuelles Wissen beschreibt dabei den Wissensbestand des Einzelnen,kollektives Wissen dagegen ein „Konstrukt einer Gesamtmenge des zu einerbestimmten Zeit in einem bestimmten geografischen Raum vorfindlichenWissens.“ (Wiater, 2007, S. 21) Organisationales Wissen wird definiert als„Erfahrungs – und Reflexionswissen, das Abläufe, Regeln, Gewohnheiten oderStrukturen von Organisationen und Institutionen zugrunde liegt […]“ (Wiater,2007, S. 21) Dieser Wissensschatz ist den betroffenen Personen und Individuenleider oft nicht bewusst, und gerade hier kann ein Ansatz in der Vernetzunggemacht werden, um dieses Potential in Organisationen transparent zu machenund für die Weiterentwicklung bzw. Professionalisierung zu nutzen. Wiater stellthier den Bezug zum Begriff der Wissensgesellschaft her, und fordert, dass nichtnur „Indivuduen kontinuierlich lernen müssen, sondern auch die Organisationenmüssen sich den wandelnden gesellschaftlichen Gegebenheiten anpassen unddazulernen“. (Wiater, 2007, S. 33)Von der Sichtweise der Psychologie dagegen lässt sich Wissen nach dem„Bewusstheitsgrad“ (Wiater, 2007, S. 23) in vollbewusstes, unterbewusstes, nichtbewusstes und unbewusstes Wissen unterteilen. Diese Herangehensweiseerscheint als interessant, wird aber im gegebenen Zusammenhang nicht passendangewendet.Im wissenschaftlich anerkannten Zusammenhang erscheint die Unterteilung in„implizites Wissen“ (tacit knowledge) und „explizites Wissen“ (externalizedknowledge) interessanter, stellt den Bezug zu den Wissensbausteinen von Probst,Raub und Romhardt her und soll genauer durchleuchtet werden. Besonders inder Wissensvermittlung ist diese Unterscheidung von wesentlicher Bedeutung.Zusätzlich soll auch die Sichtweise der Wirtschaftswissenschaften angeführtwerden, denn aus diesem Blickwinkel erscheint der Begriff des implizitenWissens als Basis für die Steigerung von Potenzial und Produktion einerOrganisation zielführender, und kann auch in der Verbindung vonWissensmanagement und Schule wesentlich zu einer Steigerung der Effektivitäteiner Organisation beitragen.„Wissen ist der entscheidende Produktionsfaktor unserer Zeit.“ (Fredmund Malik)
  21. 21. O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012- 9 -2.1.2. Explizites WissenExplizites Wissen ist das Wissen, das von „Individuen relativ einfach zumAusdruck gebracht werden kann, entweder durch Sprache oder eine andere Artder Kommunikation.“ (Eschenbach & Geyer, 2004, S. 29)Explizites Wissen stellt demgegenüber das bewusste Wissen eines Individuumsdar. Es ist gebunden an intellektuelle Erfahrung des Einzelnen und kann in ver-schiedenen Medien gespeichert oder auch, und dies erscheint für Kollaborationund Zusammenarbeit wesentlich, weitergegeben werden. Wissen wird durchKommunikation geteilt oder kann anderen in dokumentierter Form zugängiggemacht werden.Nonaka und Takeuchi beschreiben in ihrer Wissensspirale auch den Begriff derInternalisierung, welcher die Umwandlung von explizitem Wissen in implizitesWissen beschreibt. Dieser Prozess entsteht, wenn Wissen verinnerlicht wird unddamit auch zu einer organisationalen Wissensentwicklung beitragen kann.(Mittelmann, 2001)In weiterer Folge kann explizites Wissen laut Wiater in: „abrufbares Experten-wissen, transparente Kompetenz und geäußerte Kenntnisse“ (Wiater, 2007, S. 22)unterteilt werden. Explizites Wissen ist „präsent, artikulierbar undkommunizierbar“. (Wiater, 2007, S. 22)2.1.3. Implizites WissenDiese Art von Wissen kann „eine Person nicht ausdrücken und in Informationumwandeln […]“. (Eschenbach & Geyer, 2004, S. 29)Im Gegensatz zu explizitem Wissen stellt das implizite Wissen laut PolanyisKlassifikation des Wissens aus dem Jahre 1966 das nicht vollständig in Wortenauszudrückende Wissen dar. Es ist schwer zu kommunizieren und umfasst ne-ben dem Wissen des Individuums auch den Faktor „Können“. Dieser Teil desWissens ist sehr komplex, von Intuition und langjährigen Erfahrungen bestimmtund kann nur schwer für andere zugängig gemacht werden. Neben den kogniti-ven Fähigkeiten beinhaltet es auch körperliche Fähigkeiten. Um dieses Wissensichtbar zu machen ist es laut Mandl, wesentlich, dass Wissensträger direkt zu-sammenarbeiten und unter anderem durch „Laut Denken“ (Mandl, 2011), Vor-
  22. 22. O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012- 10 -machen der Tätigkeiten und direktes Fragen bei Nicht-Verständnis voneinanderlernen und dadurch auch ihr Wissen weitergeben. Dieser Ansatz erscheint auchunter dem Fokus der Zusammenarbeit und des Austausches von Erfahrungenund Wissen in Bezug auf Blended Learning innerhalb des Lehrkörpers der zuuntersuchenden Organisation als wesentlich. Wenn LehrerInnen zu ExpertInnenauf unterschiedlichsten Gebieten werden, dann lernen sie auch implizites Wissenbewusst zu nutzen und können laut Polanyi bestimmte Sachverhalte und Zu-sammenhänge besser beurteilen. In Bezug auf Kollaboration und Wissensweiter-gabe scheint hier auch der Knackpunkt zu liegen, denn dieses Wissen zu kom-munizieren und mit anderen zu teilen erscheint als wesentliche Säule der Zu-sammenarbeit und des Austausches von miteinander arbeitenden Individuen.Implizites Wissen wird von Wiater in seinem Buch „Wissensmanagement – Ein-führung für Pädagogen“ als Faktor mit großem Potential eingestuft, welches vonOrganisationen besser genutzt werden könnte. Implizites oder auch „tacit know-ledge“ (Wiater, 2007, S. 25) kann organisationales Wissen steigern und dadurchzu „systemischer Expertise“ (Wiater, 2007, S. 25) führen. Diese Entwicklungunterstützen elektronische Medien, denn im Blended Learning, in derKonzeptualisierung und Vorbereitung von Blended Learning Einheiten kommtdem Faktor „Technik und Internet“ eine wesentliche Bedeutung zu. Soll derFaktor Professionalisierung und Wissensmanagment in der Schule zum Tragenkommen, so führt dieser Ansatz dazu, dass Wissen zu einer Ressource, zumHumankapital, als „Produktionsfaktor“ (Wiater, 2007, S. 25) zur Steigerung derEffektivität im Schulbereich beiträgt.Die Mitglieder solcher Gesellschaften lernen ständig weiter, bilden sich fort,besuchen Kurse und „das kontinuierliche Lernen“ (Wiater, 2007, S. 32) wird zueiner tragenden Disziplin jeder Organisation. „Lernen wird eine dauerhafteForderung an das Verhalten des Menschen und steht unter einem hohenInnovationsdruck“ (Wiater, 2007, S. 34), welcher besonders inBildungsorganisationen zu einem wesentlichen Entwicklungsfaktor werdenkann.
  23. 23. O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012- 11 -Abbildung 2: Implizites und explizites Wissen nachWiater, 2007, S. 222.2. Wissensmanagement“Communications is human nature; Knowledge sharing is human nurture." (AlisonTucker, Buckman Laboratories)Die Verbindung zum Wissensmanagement soll in der vorliegenden Arbeit überdas Konzept der Wissensbausteine von Probst, Raub und Romhardt hergestelltwerden. Probst sieht Wissensmanagement als ein integriertesInterventionskonzept, das sich mit den Möglichkeiten zur Gestaltung, Lenkungund Entwicklung der organisationalen Wissensbasis auseinandersetzt. (Probst,Raub, & Romhardt, 2003, S. 23) Dieser Ansatz bietet laut Eschenbach und Geyereine „Handlungsgrundlage für den systematischen Umgang mit Wissen inOrganisationen“. (Eschenbach & Geyer, 2004, S. 116)Die erste Verknüpfung zu diesem Konzept wurde schon im vorigen Kapitelangesprochen, denn die dort definierten Begriffe des expliziten und implizitenWissens von Nonaka und Takeuchi wurden auch von Probst, Raub undRomhardt als Grundlage für ihre Wissensbausteine herangezogen. Wie auch inWirtschaftorganisationen kann die Schulorganisation auf hochqualifizierteMitarbeiterInnen zurückgreifen, wobei hier die Unterscheidung von„individuellen und kollektiven Wissensbeständen“ (Wiater, 2007, S. 106)wesentlich ist. Einzelwissen von LehrerInnen kann durch die Vernetzung undKollaboration in Teams weitergegeben werden. Dadurch kann es zu einer„organisationalen Wissensbasis“ (Wiater, 2007, S. 106) kommen, welche durchWissensmanagement evaluiert und kontrolliert umgesetzt werden soll. Diegegenwärtige Entwicklung der Autonomie in den Schulen, die Herausarbeitung
  24. 24. O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012- 12 -von Schulkonzepten bzw. Leitbildern und die Umstrukturierungsprozesse zuunterschiedlichen Schultypen (Hauptschule wird zur Neuen Mittelschule) , kannauf die effektive Nutzung der Ressource Wissen nicht verzichten.In seiner Arbeit „Wie kommt das „Wissen“ in die Schule? Eine Einführung in dasWissensmanagement“ betont Kral die Zielsetzung von Wissensmanagement imSchulbereich und das notwendige Umdenken moderner Schulen. „Ziel desWissensmanagements in lernenden Organisationen ist es, Prozesse derWissensgenerierung, der Wissensspeicherung, des Wissenstransfers und derWissensanwendung zu initiieren und zu etablieren.“ (Kral, 2010, S. 21)2.2.1. Konzept von Probst, Raub und Romhardt„Wissen ist die einzige Ressource, welche sich durch Gebrauch vermehrt!" (Probst, Raub& Romhardt, 1999, S. 17)Nach Eschenbach und Geyer, kann das Konzept von Probst, Raub und Romhardtbzw. ihr Buch „Wissen Managen – Wie Unternehmen ihre wertvollste Ressourceoptimal nutzen“ als „Standardwerk für Wissensmanagement im deutschenSprachraum“ (Eschenbach & Geyer, 2004, S. 117) angesehen werden. Dienachfolgenden Grafik soll dem Leser einen Überblick über das Konzept bieten.Im Anschluss wird kurz auf die wesentlichen Inhalte der einzelnen„Wissensbausteine“ hingewiesen, wobei besonders auf Eschenbach und Geyermit ihrem Buch „Wissen & Management“ eingegangen wird.Abbildung 3: Bausteine des Wissens, nach Probst, Raub und Romhardt
  25. 25. O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012- 13 -Im ersten Schritt des Konzeptes werden Wissensziele in Bezug auf die Organisationherausgearbeitet. Auf diese Ziele soll aber genauer im Punkt 2.2.2. eingegangenwerden. Im Folgenden soll ein eher theoretischer Einblick in das Konzept vonProbst und seinen Mitautoren geboten werden.Baustein - WissenszieleWissensziele stellen dabei die Kompetenzen dar, welche für zukünftigeEntwicklungen der Organisation wesentlich erscheinen. (Eschenbach & Geyer,2004, S. 118 f.)Die Erarbeitung der Wissensziele wird von Eschenbach als „Pionierarbeit“(Eschenbach & Geyer, 2004, S. 120) in der Weiterentwicklung einer Organisationbezeichnet. Diese Ziele bilden dann die Basis für Wissensmanagement undControlling. Hier wird zwischen normativen, strategischen und operativenWissenszielen unterschieden.Normative Wissensziele stellen dabei das Leitbild der Organisation, imvorliegenden Fall das Leitbild der Schule dar. Hier wird das Umfeld fürWissensmanagment und Kollaboration gelegt.Strategische Wissensziele stellen im Gegensatz dazu „strategisch wichtiges Wissen– Kernwissen des Unternehmens „ (Probst, Raub & Romhardt, 1999, S. 78) dar,welches für die zukünftige Entwicklung wesentlich erscheint.Operative Wissensziele drücken aus, was konkret im Unternehmen geändert oderunternommen werden muss. Sie bilden die Basis für die Umsetztung dernormativen und strategischen Ziele.Abbildung 4: Basis für Wissensmanagement, nach Eschenbach & Geyer, 2004
  26. 26. O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012- 14 -2.2.2. Anwendung des Konzeptes in der ArbeitWissen als solches wird nicht von einer Person zur anderen unreflektiertweitergegeben, sondern es kommt zu einem Wechsel der Positionen bzw.Sichtweisen.Die Entwicklung von Wissen wird als dauernder und wachsender Prozessgesehen, und der Faktor Wissen an sich erschließt sich in den Kenntnissen undErfahrungen aller Beteiligten einer Organisation. Schule als lernendeOrganisation besitzt neben dem organisationalem Wissen (individuelles Wissen,kollektives Wissen, Daten und Informationen) auch organisationales Lernen.Dieser Bereich ist auch entscheidend für den Ansatz des Blended Learning.Eschenbach stellt fest, dass Veränderungen in diesem Bereich zu einer„Erhöhung der Problemlösungs- und Handlungskompetenz vonOrganisationen“ führen. (Eschenbach & Geyer, 2004, S. 118) Die Einführung vonE-Learning und Blended Learning führt nach Mayer, Resinger und Schratz zueiner fachlichen Weiterentwicklung, aber auch „zu einer Entwicklung der Schuleals Ganzes (Zielorientierung, Evaluation, Teamarbeit etc.)“. (Mayr, Resinger, &Schratz, 2009, S. 141)Um hier einen Ansatz für zukünftige Chancen in der Organisation zu finden,wurden folgende Wissensziele definiert.Die Auswahl des Bausteins „Wissensziele“ als strategisches Element in ihremModell (Eschenbach & Geyer, 2004) kann an der Schule bewirken, dassE-Learning und Blended Learning neue didaktische Türen öffnen undhöhere Kompetenzen durch Wissensnutzung vermitteltn.Blended Learning nicht nur den Unterricht abwechslungsreicher machenkann, sondern auch die Zusammenarbeit und Kollaboration im Lehrerteamsteigern kann.Schulungen ein Anstoß zu einem selbstgesteuerten Lernen sein können.In weiterer Folge kann die Auswahl der Bausteine der „Wissensnutzung“, der„Wissensidentifikation“ und des „Wissensaustausches“ in Bezug auf denStrukturwandel innerhalb der Organisation folgendes bewirken:eine quantitativ und qualitativ bessere Vernetzung innerhalb derKollegenschaft
  27. 27. O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012- 15 -einen Anstoß zu einem selbstgesteuerten Lernen durch E-Learning undBlended Learningdie Identifikation von Wissensträgern und potenziellen Multiplikatoren fürBlended Learning innerhalb der Kollegenschaftdie schrittweise Umwandlung von proprietärem Wissen in öffentlichesWissendie Bereitschaft für regelmäßige Fortbildung und Schulung im Bereich NeueMedien und Blended Learning.Gelungenes Wissensmanagement und E-Learning in einer Schule kann durchgezielte Organisation des Wissens zum Status einer Lernenden Organisationführen. „Erfolgreiches Wissensmanagement fordert deshalb unverzichtbardie Förderung kommunikativer und interaktiver Prozesse.“ (Meschenmoser,2001, S. 141)2.2.3. Schule als lernende Organisation„Die lernende Organisation nimmt Abschied von überholten und traditionellenDenkweisen.“ (Kral, 2010, S. 21) In weiterer Folge betont Kral den Wandel derOrganisation von einem maschinenähnlichen Konstrukt hin zu einem„lernfähigen System ähnlich dem menschlichen Gehirn“ (Kral, 2010, S. 21), wodas Lernen im Zentrum steht und Mitarbeiterinnen nicht nur als „Rädchen imGetriebe funktionieren müssen“. (Kral, 2010, S. 21)Um die Änderungen der Organisation Schule von einer institutionellenOrganisation zu einer lernenden Organisatoin aufzuzeigen, soll an dieser Stelleeiner der führenden Manager Europas zitiert werden – Fredmund Malik. Erbeschäftigt sich in seinem Buch „Führen, Leisten, Leben“ mit verschiedenenAufgaben modernen Managements, unterstreicht immer wieder den Faktor„Mensch“ mit seinen Stärken. In weiterer Folge betont Malik auch, dass inmodernen Gesellschaften „fast alle Menschen ihr Berufsleben innerhalb vonOrganisationen“ (Malik, 2006, S. 14) verbringen.Auch Wiater zeigt hier den Wandel von durch „Stabstellen mitLeitungsfunktion“ (Wiater, 2007, S. 90) geführten traditionellen Organisationen
  28. 28. O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012- 16 -hin zu durch die Mithilfe von Individuen gestalteten Systemen auf. Sein Ansatzberuht auf der Theorie des amerikanischen Wirtschaftswissenschaftler PeterSenge, welcher vom Journal of Business Strategy im Jahr 1990 als „Strategist ofthe century“ bezeichnet wurde.Bezugnehmend auf das Zitat von Senge aus demJahr 1990, „Organizations learn only through individuals who learn. Individualleraning does not guarantee organizational learning. But without it noorganizational learning occurs.“ (Wiater, 2007, S. 91), betont Wiater dieWichtigkeit jedes einzelnen Mitarbeiters für die organisationaleWeiterentwicklung.“Zentraler Aspekt dieses Lernens ist die direkte Mitwirkung aller Mitglieder derOrganisation und die Aktivierung ihrer praktischen Erfahrung.” (Wiater, 2007,S. 91)Reinmann weist in ihrem Studientext über Wissensmanagement auf denwesentlichen Faktor von kollaborativem Arbeiten in Organisationen hin. DerEinzelne wird als der Träger des Wissens angesehen, seine Erfahrung undFähigkeiten als Kapital, welcher der Organisation zu Gute kommt. Um diesesKapital für den gemeinsamen Lernprozess zu aktivieren, erscheint eineOrganisationsstruktur, welche einen Informationsaustausch und eineVernetzung fördert, als wesentlich. Die MitarbeiterInnen sollen nicht ihreEinstellungen und Verhaltenweisen ändern, sondern zu Kreativität, Intuitionund Reflexion ermuntert werden. (Wiater, 2007, S. 92 f.)In dem Artikel „The school as a learning organisation: Distant Dreams” in derZeitschrift „Theory into Practice“ hat Fullan schon 1995 darauf hingewiesen, dasserfolgreiche Schulen ihren Fokus auf „knowledge and skills and the acqusitionand examination of information“ (Fullan, 1995, S. 232) legen. Weiters spricht erschon damals von „knowledge and skills expansion…information sharing andprocessing“ (Fullan, 1995, S. 232). Diese Einschätzungen können alsBrückenschlag zur lernenden Organisation und des Weiteren zuWissensmanagment und Schule angesehen werden.Willke zu Folge kann hier abschließend gesagt werden, dass „nicht nur dasWissen von Personen die kritische Leistungsqualität trägt, sondern in gleicherWeise auch das Wissen des Systems“. (Willke, 2001, S. 105)
  29. 29. O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012- 17 -2.2.4. Individuelles WissenDiese Form des Wissens bezieht sich immer auf das Wissen von Einzelpersonen,sogenannten Wissensträgern, die in ganz bestimmten Situationen ihr Wissengezielt einsetzen, um Problemlösungsstrategien oder Problemlösungen zuentwickeln. Reinmann spricht in diesem Zusammenhang von „personalem oderidiosynkratischem Wissen“ (Reinmann, 2008, S. 120). Ihrer Arbeit zu Folge musshier des Weiteren zwischen Handlungswissen, intuitivem Wissen undbegrifflichem Wissen unterteilt werden, welche die Summe des individuellenWissens einer Person darstellt. Das Handlungswissen ist für die Person nichtgreifbar und kann sprachlich nicht ausgedrückt werden. Intuitives Wissendagegen bezieht sich auf Bilder und Vorstellungen, welche der Mensch inBeziehung setzen kann, doch diese in Worten auszudrücken gelingt nicht. Dieentscheidende Form des individuellen Wissens ist das begriffliche Wissen. Eskann in Worten ausgedrückt werden, ist bewusst einsetzbar und kann dadurchauch an andere weitergeben werden. (Reinmann, 2008, S. 119 f.)2.2.5. Kollektives WissenKollektives oder öffentliches Wissen wird als Wissen bezeichnet, welches inmaterialisierter Form gespeichert ist und somit nicht nur mehr dem Individuumzugängig ist. Kollektives Wissen setzt Zusammenarbeit und Vernetzung voraus.„Das kollektive Wissen, das durch gemeinsame Diskurse und Aushandelnverdichtet, vereinheitlicht, (durch Regeln) normiert und systematisch verbalisiertist.“ (Reinmann, 2008, S. 120)Kollektives Wissen entsteht Lehner zu Folge „laufend im Wechselspiel mit ihrenIdeen, Fähigkeiten und Erfahrungen, Systemen und Technologien und in ihnen„gefrorenem“ Wissen…“ (Lehner, 2009, S. 58 f.)Wissen wird dabei transparent gemacht, verändert und wieder in den Köpfender Organisationsmitglieder verankert. Lehner bezieht sich dabei auf Wahren1996 und dessen Begriff der „shared mental models“. (Lehner, 2009, S. 59)
  30. 30. O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012- 18 -2.3. State of the ArtDie rasche Entwicklung der heutige Informationsgesellschaft und dieherausragende Bedeutung des Faktors „Wissen“ führen zu einer raschenÄnderung in der Gesellschaft. E-Learning erlangt neben dem „traditionellenLehr- und Lernangeboten einen wachsenden Einfluss“. (Rey, 2009, S. 15)Wirtschaftlich gesehen kann der deutsche Markt für E-Learning eine enormeUmsatzsteigerung aufweisen, und „so stieg…der Gesamtumsatz der E-LearningBranche laut Erhebung des Essener MMB-Institutes für Medien- undKompetenzforschung im Jahr 2007 auf rund 139 Millionen Euro.“ (Rey, 2009, S.15)Im Bereich der Bildung zeigt die Entwicklungen der letzen Jahre dagegen, dassSchulpflicht in Normalfall Präsenzunterricht bedeutet. Eine Verlagerung derKommunikation und ein Austausch über das Internet erscheinen laut Petko inseinem Buch „Lernplattformen in Schulen“ als „nicht unbedingt nahe liegend“(Petko, 2009, S. 12)Besonders im deutschsprachigen Raum ist jedoch die Nutzung von Lernsoftwareund Onlinequellen im Unterricht stark verbreitet. In seinem Editorial „E-Learning in der Schule“ in der „Zeitschrift für e-learning“ (03/2009) beschreibtAufenanger dazu recht anschaulich, dass auch schon LehrerInnen aus demGrundschulbereich das Internet und E-Learning als Möglichkeit der Vermittlungvon Medienkompetenz ansehen und selbstbestimmte Lernaufgaben in ihrenUnterricht einbeziehen. (Aufenanger, 2009, S. 4 - 7) Initiativen, wie die inDeutschland geförderte „Schulen ans Netz“-Aktion, zeigen auch denschulpolitischen Ansatz und das Bemühen, das Internet stärker in den Unterrichtund die Vernetzung innerhalb der Schulen einzubinden, um nicht nur eineveränderte Lernkultur, sondern auch ein Umdenken in der schulischenOrganisationskultur zu implementieren.Dies kann in weiterer Folge zu einer Vernetzung im Schulbereich führen, unddadurch „können sich Schulen und andere Bildungsinstitutionen dort virtuelleLern- und Kommunikationsräume schaffen, an denen Lehrpersonen,SchülerInnen und manchmal sogar auch Eltern beteiligt werden.“ (Aufenanger,2009, S. 5)Das Internet als zusätzliche Möglichkeit der Kommunikation zu nutzen und sichüber das Interternet auszutauschen, erscheint dagegen eher seltener
  31. 31. O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012- 19 -vorzukommen. (Rey, 2009, S. 15 f.) Trotz vieler Initiativen haben noch vieleLehrerInnen Vorbehalte gegenüber dem Internet und E-Learning. Immer wiederwird hier die entscheidende Rolle der LehrerInnenausbildung an denHochschulen erwähnt (Breiter & Welling, 2009, Aufenanger, 2009). DieLehrenden selbst wehren sich gegen die „Chance zum selbstgesteuerten Lernen“(Aufenanger, 2009, S. 5) und dies wiederum hat zur Folge, dass sich bei „derEinstellung und Motivation von Lehramtsstudierenden wenig“ (Aufenanger,2009, S. 6) ändert. Breiter und Wellinger weisen hier auf die Wichtigkeit desEinsatzes von E-Learning in der Ausbildung und Fortbildung von PädagogInnenhin, denn damit können „angehende Lehrkräfte lernen, wie E-Learning sinnvollim Rahmen der verschiedenen Lehr- und Lernmethoden eingesetzt werdenkann.“ (Breiter & Welling, 2009, S. 11)„Eine erfolgreiche Nutzung von E-Learning in der Schule bedarf despädagogischen und technischen Supports.“ (Breiter & Welling, 2009, S. 11)2.3.1. E-Learning„Unter E-Learning (englisch electronic learning = „elektronisch unterstütztesLernen“, wörtlich: „elektronisches Lernen“), auch als E-Lernen (E-Didaktik) be-zeichnet, werden – nach einer Definition von Michael Kerres – alle Formen vonLernen verstanden, bei denen elektronische oder digitale Medien für die Präsen-tation und Distribution von Lernmaterialien und/oder zur Unterstützung zwi-schenmenschlicher Kommunikation zum Einsatz kommen.“ (Kerres, Hölterhof,& Nattland, 2011)„E-Learning findet statt, wenn Lernprozesse in Szenarien ablaufen, in denen ge-zielt multimediale und (tele)kommunikative Technologien integriert sind.“(Seufert, 2002, S. 45)Rey findet dazu in seinem Buch „E-Learning“ einen ähnlichen Ansatz undspricht von einem „Lehren und Lernen mittels verschiedener elektronischerMedien“. (Rey, 2009, S. 15)An dieser Stelle könnten noch viele Definitionen des Begriffes „E-Learning“angeführt werden, doch erscheinen die angeführten Beipiele als passend für denFokus der Arbeit.Neben den Definitionen existieren auch noch deckungsgleiche Bezeichnungenund Begrifflichkeiten zum Terminus „E-Learning“: E-Lernen, electronic learning
  32. 32. O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012- 20 -oder eLearning. In weiterer Folge sind auch Bezeichnungen wie„computerbasiertes Training, computergestützes Lernen, Online-Lernen oderauch multimediales Lernen“ (Rey, 2009, S. 15) in der Literatur zu finden. Diesewerden als Synomyme verwendet, denn es existiert kein allgemein akzeptierterBegriff. Bereits diese Tatsache zeigt die unterschiedlichen Zugänge und die Weitedes Feldes „E-Learning“ auf. Petko sieht in der „Herstellung von interaktivenund multimedialen Inhalten für das eigenständige Lernen“ (Petko, 2009, S. 9)das Hauptaugenmerk von E-Learning. Gleichzeitig sieht er aber eineWeiterentwicklung multimedialer Lerninhalte, welche „nicht mehr nurInformationsbausteine und Übungsprogramme, sondern auch Simulationen,Games und komplexe Lernwelten“ (Petko, 2009, S. 9) enthalten. In weitererFolge erscheinen auch das didaktische Design, die Interaktivität, die bildhafteAufbereitung und das transparente Feedback als wesentliche Eckpfeilerwirksamen E-Learnigs. (Petko, 2009, S. 9 f.)Hier lässt sich die Brücke zur Kooperation zwischen den LehrerInnen schlagen,denn Petko sieht im Bereich E-Learning die Chance „zur Kooperation undKollaboration über das Klassenzimmer hinaus, z.B….Lehrpersonenkooperation:Ressourcenaustausch, Schulorganisation […] gemeinsame Projekte […]“ (Petko,2009, S. 9 f.)2.3.2. Blended Learning„Blended Learning bezeichnet Lehr-/Lernkonzepte, die eine didaktische sinnvol-le Verknüpfung von „traditionellem Klassenzimmerlernen“ und virtuellem bzw.Online Lernen auf der Basis neuer Informations- und Kommunikationsmedienanstreben.“ (Seufert, 2002, S. 23) Blended Learning bedeutet aber auch, dass diezu vermittelnden Lerninhalte auf verschiedene Medien und Methoden verteiltwerden. (Arnold, 2004)“Blended learning, combining the best elements of online and face-to-face educa-tion, is likely to emerge as the predominant teaching model of the future.” (Wat-son, 2008, S. 4)Im Frühjahr 2011 hat das MMB Institut E-Learning Experten (aus Deutschland,Österreich und der Schweiz) zu einer Einschätzung der Entwicklung der zukünf-tigen Entwicklungen von digitalen Szenarien gebeten „92 Prozent der Befragten
  33. 33. O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012- 21 -[…] messen „Blended Learning“-Angeboten, also der Mischung aus traditionel-len Präsenzlernformen und digitalem Lernen, die größte Bedeutung bei.“ (Lutz,2011, S. 1) Gabi Reinmann spricht in ihrem Buch „Lernen mit digitalen Medien inder Lehrerbildung“ von einem nach wie vor zögerlichen Einsatz digitaler Medienbzw. E-Learning Konzepten in der LehrerInnenausbildung und bezieht diesenUmstand auf „mangelnde Kenntnisse seitens der Lehrenden“ (Reinmann, 2008,S. 30). In weiterer Folge bemängelt sie auch den Umstand, dass gerade in derLehrerfortbildung Blended Learning Angebote und der Einsatz von digitalenMedien kein verbreitetes Phänomen darstellen. Blended E-Learning Angebotesind selten und wenn dann nur als Bereicherung des Präsenzunterrichts zu se-hen. (Reinmann, 2008, S. 31f.) Der Einsatz von Lernplattformen kann eine Mög-lichkeit des Wissensaustausches im Kollegium sein, um Inhalte zu teilen bzw.eine gemeinsame Wissenssammlung zu erstellen. Schrack und Nárosy weisen inihrem Projekt „Individualisierung mit eLearning“ auf den Vorteil von Lernplatt-formen hin, welche neben dem Einsatz im Unterricht auch zu kooperativen Lern-und Wissensbasen“ für LehrerInnen werden können (Schrack, 2009, S. 24 f.). Pet-ko und Moser sprechen in ihrem Artikel von den vielfältigen Einsatzmöglichkei-ten von Lernplattformen in Präsenzschulen, wobei die Spannweite von einfachenDokumenten über die intensivere Kommunikation bis hin zu „kollektivem Wis-sensmanagement von learning communities“ (Moser, 2009, S. 22) reicht.Blended Learning und Kollaboration in Communities kann in weiterer Folge alsnachhaltig und erfolgreich angesehen werden, wenn es innerhalb der Kollegen-schaft zu Veränderungen und Vernetzung im Sinne einer Multiplikationswir-kung kommt. Nachhaltigkeit und „Transfererfolg“ (Reinmann, Florian, Häuptle,& Metscher, 2009, S. 6) in Bezug auf die Personalentwicklung zeigen sich dann,wenn Lehrkräfte durch Kollaboration und Weiterbildung ihre Kompetenzenverbessern, und es zu einem Teamlernen bzw. zu einem Austausch und zu ver-mehrter Kommunikation in der Organisation kommt.Petko (2010) sieht besonders im Blended Learning eine Chance für Schulen, inunterschiedlichen Situationen verschiedene mediale Kommunikationskanäleeinzusetzen:im Bereich der Unterrichtsvorbereitung durch kontinuierliche Dokumentati-on von Unterrichtsmaterialien und gemeinsamen Wissensressourcen.
  34. 34. O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012- 22 -zur Kooperation und Kollaboration über den Unterricht hinaus durch Klas-senkooperation (Klassen arbeiten und kooperieren via Internet), Lehrerko-operation (Unterrichtsmaterialien und Ressourcentausch, Schulorganisation)und externe Kooperation mit Experten, Eltern und anderen Schulen. (Petko,2009, S. 13 – 14)Dadurch kann es in weiterer Folge zu einem Aufbau von „individuellen oderkollektiven Wissensmanagement“ (Petko, 2009, S. 23) in Schulen oderOrganisationen kommen.2.3.3. Kompetenzbegriff, Medienkompetenz oder LehrerInnen alsExpertInnenZu Beginn dieses Kapitels soll auf den Kompetenzbegriff als Überbegriff kurzeingegangen werden. Seit PISA wurde der Begriff der „Kompetenz“ ins Zentrumpädagogischer Überlegungen gestellt und findet immer wieder Eingang inLehrpläne und fachliche pädagogische Schriften. Als Hintergrund derÜberlegungen und möglicher Definitionen gelten dabei alle Fertigkeiten,Fähigkeiten, Kenntnisse und Qualifikationen, welche SchülerInnen am Endeihrer Schullaufbahn haben sollen. (Hechenleitner & Schwarzkopf, 2006, S. 1 f.)Trotz Bildungsstandards und einheitlicher Prüfungsanforderungen „wird derKompetenzbegriff auf wissenschaftlicher Seite noch immer kontrovers diskutiertund in der Praxis äußert variantenreich verwendet.“ (Hechenleitner &Schwarzkopf, 2006, S. 1)Die Anwendung von Fertigkeiten und Wissen steht im Vordergrund derÜberlegungen, und von Deutschland ausgehend hat sich die im Jahr 2001 vonF.E. Weinert formulierte und auch meistzitierte Variante des Kompetenzbegriffesdurchgesetzt.„Die bei Individuen verfügbaren oder durch sie erlernbaren kognitivenFähigkeiten und Fertigkeiten, um bestimmte Probleme zu lösen, sowie die damitverbundenen motivationalen, volitionalen und sozialen Bereitschaften undFähigkeiten, um die Problemlösungen in variablen Situationen erfolgreich undverantwortungsvoll nutzen zu können.“ (Weinert, 2001, S. 27 f.) Abzugrenzen isthier der Begriff der „Qualifikation“, denn damit wird „eine konkrete,personenunabhängige Befähigung bzw. Eignung“ (Hechenleitner &
  35. 35. O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012- 23 -Schwarzkopf, 2006, S. 1) angesehen. Dieser erscheint im Zusammenhang mit demvorliegenden Problem in Bezug auf Blended Learning und Kollaboration alsnicht unwesentlich, denn auch in diesen Bereichen sind Qualifikationen undWissen kein Nachteil und als Basis für Weiterentwicklung nicht unwesentlich.Auch die von Hechenleitner und Schwarzkopf beschriebenen Begriffe der„Schlüsselkompetenz“ und „Fachkompetenz“ werden als durchaus zielführendeingestuft. In Bezug auf Fachkompetenz „wird häufig von Handlungskompetenzgesprochen, welche sich wiederum in die Dimensionen der „Fachkompetenz“selbst, „Humankompetenz“ und „Sozialkompetenz“ unterteilen lässt. Besonders„im berufs- und wirtschaftspädagogischen Bereich“ (Hechenleitner &Schwarzkopf, 2006, S. 2) stellt der Begriff der „Handlungskompetenz“ daswesentliche Leitziel beruflicher Bildung dar und findet durchaus auch in dervorliegenden Arbeit seine Berechtigung.Der Begriffes der Medienkompetenz, welcher besonders im Bereich BlendendLearning und E-Learning als wesentlich erscheint, wird in der Literatur oft ausverschiedenen Positionen beschrieben bzw. definiert. Für die Herangehensweisedieser Arbeit erscheint der Ansatz Mosers passend. Heinz Moser spricht voneinem Bündel von Fähigkeiten welche der Lernende in der Auseinandersetzungmit Medien selbst zu entwickeln hätte. Dies geschieht im Rahmen von geeignetenLernsituationen, mit denen die Schüler „kompetent und souverän“ umgehenkönnen. (Moser H. , 2006, S. 220). Bewusst soll hier nun die Überleitung von derSchülerInnenrolle zur eigentlichen Zielgruppe der Arbeit gesetzt werden, zu denPädagogInnen.Mayer, Resinger und Schratz beschreiben in ihrem Buch „E-Learning imSchulalltag“, wo die Umsetzung des Themas eLearning in verschiedenen eLSA –Schulen untersucht wurde, recht anschaulich, dass KollegInnen durchZusammenarbeit und Vernetzung zu ExpertInnen auf dem Gebiet des BlendedLearning wurden. Mit der Steigerung ihrer Kompetenz wurde deutlich, dass sieihr Können auch bereitwillig anderen KollegInnen zur Verfügungen gestellthaben. Nicht nur innerhalb der eigenen Schule wurden Netzwerke aufgebaut,sondern auch schulübergreifende Kollaborationen wurden eingerichtet. Auchvon den unterschiedlichen Schulleitungen wurde bestätigt, dass die Steigerungder Kompetenz und die „Professionalität im Umgang mit E-Learning“ eine
  36. 36. O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012- 24 -Steigerung der beruflichen Professionalität der KollegInnen zu Folge hat. (Mayr,Resinger, & Schratz, 2009, S. 43 f.)Dieses Beispiel zeigt anschaulich, dass Medienkompetenz und E-Learning auchAuswirkungen auf das Wissensmanagement innerhalb von Organisationenhaben, denn mit Hilfe von Informations- und Kommunikationstechnologienkommt es zu einer Flut von (Gruber-Rotheneder, 2011) Wissen, welches inNetzwerken verbreitet wird (Wiater, 2007), und auch anderen KollegInnen inihrer Vorbereitung helfen kann.Mandl und Kopp betonen in ihrem Forschungsbericht zu Blended Learning, dassKompetenz im Umgang mit neuen Medien wesentlich ist, denn „nicht nur einesichere technische Handhabung, sondern auch die Fähigkeit, Medien gezielt zurInformationssuche einzusetzen“ (Mandl & Kopp, 2006, S. 11) erscheintwesentlich für Zusammenarbeit und Kollaboration. Blended Learning setzt alsGrundlage digitale Medien voraus, welche in Organisationen auch zuInnovationen führen können, denn der Einsatz von Medien führt neben der„Organisation und Verwaltung von Bildungsprozessen“, auch zu einer„Kommunikation, zur Kooperation und zum persönlichen Wissensmanagement“in Schulen. (Reinmann, Florian, Häuptle, & Metscher, 2009, S. 4)In weiterer Folge kann diese Entwicklung zu „neuen Lerngemeinschaften unterLehrkräften einer Schule oder zu neuen Formen der Fortbildung von Lehrernführen.“ (Reinmann, Florian, Häuptle, & Metscher, 2009, S. 4)Im Rahmen ihrer Arbeit „Wissenschaftliche Begleitung von Blended Learning inder Lehrerfortbildung“ (2009) konnten Reinmann, Florian, Häuptle und Metscherweiters festellen, dass die KursTeilnehmerInnen des Forschungsprojektes derUniversität Augsburg im Rahmen des »Intel® Lehren – Aufbaukurs Online«,„ihre Methoden- und Medienkompetenzen“ (Reinmann, Florian, Häuptle, &Metscher, 2009, S. 110) gesteigert haben und Offenheit bzw. Zusammenarbeitzwischen den KollegInnen als wesentliche Faktoren für den Erfolg von BlendedLearning eingestuft wurden. „Offenheit und eine Reflexion des eigenenUnterrichts sowie die Zusammenarbeit mit Kollegen erwiesen sich hier alszentrale Punkte.“ (Reinmann, Florian, Häuptle, & Metscher, 2009, S. 110)Ob es aber zu einer erfolgreichen Umsetzung von Blended Learning Konzeptenan Schulen kommt und ob dies in weiterer Folge auch zu einer besserenZusammenarbeit zwischen Lehrkräften führt, ist nach Reinmann, Florian,
  37. 37. O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012- 25 -Häuptle und Metscher auch wesentlich von der Medienkompetenz derLehrerInnen abhängig. Auch das mediendidaktische Verständnis und dasWissen bzw. Können im Bereich der neuen Medien scheinen wesentlicheFaktoren für den erfolgreichen Einsatz von Blended Learning zu sein, dennUnsicherheit und Hemmungen sind oft der Grund für das Scheitern solcherVersuche. (Reinmann, Florian, Häuptle, & Metscher, 2009, S. 1-2)Wenn LehrerInnen zu ExpertInnen werden, und im Zuge der eigenenFortbildung Kompetenzen im Bereich neuer Medien entwickeln, dann führt diesnach Häuptle, Florian und Reinmann zu Transfererfolgen, denn „digitaleMedien können Motor von Innovationen sein“ (Häuptle, Florian, & Reinmann,2008, S. 4)Zusammenfassend kann hier gesagt werden, dass Medienkompetenz verstärktauf den Umgang mit neuen Medien abzielt. Die Vermittlung voninstrumentellem Wissen, der richtige Einsatz der Medien, aber auch die kritischeReflexion im Umgang mit den Medien erscheint als wesentlich und wird auch imHandbuch „Digitale Medien“ von Gruber-Rotheneder so definiert. (Gruber-Rotheneder, 2011)2.3.4. Ausblick in die Zukunft von E-LearningAls Abschluss dieses Kapitels soll nicht nur die Zukunft des E-Learnings imMittelpunkt der Betrachtungen stehen, sondern auch der Versuch einer kriti-schen Auseinandersetzung mit dem Thema dargestellt werden.Wernstedt und John-Ohnesorg streichen in ihrem Konferenzprotoll zumThema Neue Medien in der Bildung „die Hoffnung auf ein moderneres, indi-viduelleres, selbstbestimmteres Lernen mit digitalen Medien“ (Wernstedt &John-Ohnesorg, 2008, S. 5) hervor, weisen aber im nächsten Satz auf geboteneSkepsis hin, denn „zu häufig schon sind Bildungsrevolutionen durch neueTechniken ausgerufen worden“ (Wernstedt & John-Ohnesorg, 2008), welcheaber dann nie eingetreten sind. Diese kritische Betrachtung soll aber nichtdazu führen, sich Neuen Medien gegenüber zu verschließen, denn zeigensich weitreichende Chancen für die Bildung, welche schon durch denselbstverständlichen Umgang der SchülerInnen mit den Neuen Medienvorgezeichnet sind. Schon 2006 nutzten laut PISA 90 Prozent der
  38. 38. O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012- 26 -Jugendlichen in Deutschland den Computer, kommunizierten über sozialeMedien und nutzten alle ihnen zugänglichen Medien, um sich Informationenzu beschaffen.Als wesentlicher Einflussfaktor zum erfolgreichen Einsatz von E-Learningmuss aber auch die Technik bzw. die Ausstattung an den Schulen angesehenwerden. „Die Technik muss funktionieren – verbesserte Ausstattung undlangfristige Nutzungsmöglichkeiten sichern.“ (Wernstedt & John-Ohnesorg,2008, S. 8)Studien von Prof. Dr. Bardo Herzig und Sandra Aßmann von der UniversitätPaderborn zeigen recht deutlich, „der Zugang zu und die Nutzung vondigitalen Medien hängt in Deutschland nach wie vor vomsozioökonomischen Status ab.“ (Wernstedt & John-Ohnesorg, 2008, S. 41) DieSchule kann hier einen Ausgleich schaffen und allen SchülerInnen in gleicherWeise die Chance zu einem Zugang zum Computer bieten, unabhängig vonihrem sozialen Status. Initiativen wie „Schulen ans Netz“ versuchen inDeutschland die Computerausstattung, den Netzzugang in ihrer Qualitätund auch die Anzahl der Computer an Schulen zu steigern. ÄhnlicheProbleme finden sich auch in Österreich, und gerade hier kann einwesentlicher Ansatzpunkt für die Zukunft von E-Learning in der Schulegesetzt werden. Die Kompetenzvermittlung unserer SchülerInnen im Bereichdes E-Learnings muss in der Zukunft vermehrt von den Schulen getragenwerden, wobei aber als Voraussetzung eine fundierte Ausbildung derLehrkräfte notwendig erscheint. „Nimmt man das Ziel, neue Medien in derSchule verstärkt einzusetzen, ernst, dann ist die Fortbildung der Lehrerschaftin diesem Bereich unabdingbar.“ (Wernstedt & John-Ohnesorg, 2008, S. 8)„Lehrende wie Lernende, Schulleitungen und Bildungsexperten müssen je-doch selbst dazu beitragen, indem sie Erfahrungen mit den neuen Medien inder Schule weitergeben, evaluieren und kontinuierlich entwickeln und so zueiner Qualitätskontrolle des Lernens und Lehrens mit eLearning-Instrumentarien beitragen.“ (Revermann, 2008, S. 51)In einem Interview mit den Autoren des Buches „Digitale Lernwelten“ (2010)skizzieren Arnold und Reinmann die Zukunft digitaler Lernwelten. DieserAnsatz wird auch in Bezug auf die vorliegende Arbeit als passend angesehen,handelt es sich gerade bei Reinmann um eine der führenden
  39. 39. O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012- 27 -WissenschaftlerInnen, die sich mit den Themen E-Learning, Blended Learningund im Speziellen dem Bildungsbereich beschäftigen.Reinmann sieht enorme Chancen in Web 2.0 Anwendungen, aber auch in derAufgabe, die dafür notwendigen Kompetenzen in der Organisation Schuleaufzubauen. Die Chance diese Kompetenzen im Umgang mit neuen Medien zuerlernen und diese auch selbstständig zu nutzen, erscheint auch Arnold alswesentlich. Das Öffnen der Institution Bildung und die Wandlung zu einerflexiblen und lernenden Organisation kann sogar zu einer „Aufklärung 2.0“(Arnold & Reinmann, 2010, S. 292) führen.„Bildung muss sich entgrenzen, Bildungsinstitutionen müssen ihre Lernorteflexibilisieren, Mixed-Mode-Strukturen entwickeln…“ (Arnold & Reinmann,2010, S. 292).Hier schließt sich auch der Kreis zur Kollaboration innerhalb desLehrerkollegiums, zur Schule als lernender Organisation, zuWissensmanagement im Bildungsbereich und zum Blended Learning. DerLernende, egal ob Schülerin oder LehrerIn, soll eine eigenständige Entwicklungmachen können, gezielt Informationen aus dem Internet holen, „medialeKommunikations- und Kooperationswege im Alltag nutzen“ (Arnold &Reinmann, 2010, S. 292), differenziert und dynamisch mit Vernetzungenumgehen können, aber auch den Bezug zur realen Welt durch „klassische Zielewie Selbstorganisation, Relexion und Verantwortung“ (Arnold & Reinmann,2010, S. 292) nicht verlieren.Abschließend sei betont, dass beide Wissenschaftler den Wandel zu mehrProfessionalisierung im Lehrberuf als Voraussetzung sehen: „Dieser Prozesswird neuartige Professionalitätsmuster von uns verlangen.“ (Arnold &Reinmann, 2010, S. 293)Zu einer ähnlichen Schlussfolgerung kommen auch Mayer, Resinger und Schratzin ihrer Zusammenfassung der Ergebnisse aller teilnehmenden Schulen amösterreichischen eLSA-Projekt (eLearning im Schulalltag) desBundesministeriums. Durch Innovationen und die Einführung von BlendedLearning an den teilnehmenden Schulen hat es in vielen Schulen auch einenWandel der Strukturen gegeben. Viele LehrerInnen haben sich„ExpertenInnenwissen angeeignet, das vor allem über die Netzwerkarbeit“(Mayr, Resinger, & Schratz, 2009, S. 139) weitergegeben wurde. Das informelle
  40. 40. O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012- 28 -Lernen zwischen den KollegInnen hat sich intensiviert, Chancen für eineNeuorientierung im Unterricht wurden wahrgenommen, und „durch dieNotwendigkeit der Zusammenarbeit wurde an den Schulen in unterschiedlichenKonstellationen Teamarbeit gefördert.“ (Mayr, Resinger, & Schratz, 2009, S. 139)Diese Zusammenarbeit hat in weiterer Folge zu einer besseren und effektiverenVernetzung innerhalb der KollegInnen geführt, aber auch „einen bedeutendenBeitrag zur Unterrichts-, Personal- und Schulentwicklung gemacht.“ (Mayr,Resinger, & Schratz, 2009, S. 140)2.4. LerntheorienIm nächsten Abschnitt soll genauer auf die unterschiedlichen Lerntheorien ein-gegangen werden. In der Erforschung des Begriffes „Lernen“ und „Lehren“ gibtes drei entscheidende Theoriebegriffe: den Behaviorismus, den Kognitivismusund den Konstruktivismus. Wesentlich erscheint hier auch die Reihenfolge derAufzählung, denn dadurch wird die zeitliche Abfolge der Entstehung der Theo-rien dargestellt. Im Rahmen dieser Arbeit erscheint die in Punkt 2.5.beschriebene „Community of Practice“, welche auf der Theorie von EtienneWenger begründet ist, als wesentlich. Wenger versteht dabei Lernen als Tätigkeit„on the job“ (Meyer, 2005 S. 14) bzw. Lernen in Praxisgemeinschaften. Lernen,nach Wenger, hat immer etwas mit sozialen Prozessen zu tun. Lernen bedeutetnicht nur die Aneingung von Wissen, sondern ist geprägt durch Vernetzung undAustausch in Gruppierungen, wie es auch das Kollegium der in dieser Arbeituntersuchten Organisation darstellt. „Lernen ist Identitätsentwicklung und nichtnur Wissenserwerb“ (Meyer, 2005, S. 14).Um aber diese Theorien und Ansätze genauer zu durchleuchten, ist einetheoretischen Beschäftigung mit den klassischen Begriffen wesentlich, und diesesoll nach den Ansätzen von Reinmann auch in Bezug auf „Blended Learning“durchgeführt werden. (Reinmann, 2008, S. 148 f.)2.4.1. Der LernbegriffBevor auf die einzelnen Theorien genauer eingegangen wird, soll hier zuerst einHerantasten an den Begriff des Lernens versucht werden. Reinmann unterschei-
  41. 41. O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012- 29 -det in ihrer Herangehensweise an den Begriff Lernen zwischen: informellem undinstitutionalisiertem Lernen. Informelles Lernen beschreibt dabei „alle Lernakti-vitäten, die außerhalb von Bildungsinstitutionen bzw. außerhalb systematischorganisierter Bildungsveranstaltungen stattfinden.“ (Reinmann, 2008, S. 123) InReinmanns Ansätzen kann die Verbindung zu Wengers „Community ofPractice“ hergestellt werden, denn informelles Lernen findet alleine oder inGruppen statt. Es passiert situativ, kennt „kein Motivationsproblem“(Reinmann, 2008, S. 123), ist „selbstbestimmt und interessengeleitet“.(Reinmann, 2008, S. 123) Institutionalisiertes Lernen dagegen sind Lernprozesse,welche geplant bzw. organisiert sind, und sie finden oft inBildungseinrichtungen statt. Diese Form des Lernens kennt Motivationsproblemeund das persönliche Engagement erscheint geringer. Auf der anderen Seitewerden aber andere Perspektiven aufgezeigt, welche zu einem Zugang zuöffentlichem Wissen führen können. Reinmann sieht hier eine Entwicklung vonsituiertem Lernen hin zu einer Weiterentwicklung des Indiviuums mit Hilfe vonöffentlichem Wissen. Blended Learning und digitale Konzepte können dazubeitragen, dass „das informelle und institutionalisierte Lernen bessermiteinander verzahnt“ (Reinmann, 2008, S. 125) werden.2.4.2. BehaviorismusDas Modell des Behaviorismus ist als Reiz-Reaktionsmodell bekannt, und wirdauch als Black-Box-Denken bezeichnet. Im Zentrum dieser Theorie steht das Ge-hirn des Lernenden, welches als Organ auf Reize durch Gelerntes reagiert bzw.durch nachfolgende Konsequenzen weiterlernt. Die wichtigsten Ansätze stam-men hier von Pawlow aus dem Jahre 1928 mit der klassischen Konditionierung,von Skinner mit der operanten Konditionierung aus dem Jahr 1938 und das Ler-nen am Modell von Bandura (1970). Besonders berühmt ist der Versuch vonPawlow, wo es bei Experimenten mit Hunden zu Reiz –und Reaktionsreflexen(Speichelfluss) kommt. Begriffe wie positive und negative Verstärkung, die Lö-schung und Bestrafung von Verhalten werden als Säulen dieser Lerntheorie an-gesehen. Positive und negative Verstärkung soll zu richtigem Verhalten des Ler-nenden führen, Löschung oder Bestrafung dagegen soll nicht erwünschtes Ver-halten tilgen (Göhlich & Zirfas, 2007, S. 21)
  42. 42. O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012- 30 -Dem internen Lernprozess wird hier keine Bedeutung zu gemessen und Vorgän-ge im menschlichen Gehirn waren für diesen Ansatz nicht wesentlich. Als we-sentlich erscheint dem Behaviorismus, dass gelerntes Verhalten erfolgreich war,und es damit zu einer Verstärkung und Motivation für den Lernenden kommt.Vom einem kritisch - wissenschaftstheoretischen Blickwinkel wird das Men-schenbild des Behaviorismus als „eindimensional und wenig komplex“(Reinmann, 2008, S. 152) beschrieben.In Bezug auf die vorliegende Thematik des Blended Learning bzw. E-learingkönnen hier laut Rey nur wenige Rückschlüsse von den Tierexperimenten auf E-learning Umgebungen gemacht werden. Interne Lernprozesse, wie sie in spätererFolge als wesentlicher Faktor des Lernprozesses angesehen werden, werden indieser Lerntheorie nicht berücksichtigt. In Bezug auf die Fragestellung dervorliegenden Arbeit erscheint die Theorie des Behaviorismus nicht zielführend,denn Reiz und Reaktionslernen als Hintergrundtheorie von Kollaboration undVernetzung innerhalb der Organisation erscheinen als nicht passend, obwohlgerade persönliche Erfolge und Lernfortschritte des Einzelnen als möglicherErfolgsfaktor und Basis für Zusammenarbeit angesehen werden können.2.4.3. KognitivismusBereits parallel zum Behaviorismus entwickelte sich der Kognitivismus, in dem„auch mentale Prozesse beim Lernen wieder zu einem angesehenen Forschungs-gegenstand wurden.“ (Reinmann, 2008, S. 152)Göhlich und Zierfas sprechen hier von aktiven und mentalen„Informationsverarbeitungsprozessen“ (Göhlich & Zirfas, 2007, S. 24), diewährend des Lernvorganges im menschlichen Gehirn vor sich gehen. DerBlickwinkel fällt hier auf „kognitive Prozesse im Organismus“ (Rey, 2009, S. 32)und auch bei Arnold wird Lernen wird als „kognitiverInformationsverarbeitungsprozess verstanden“(Arnold P. ,2005, S. 3) bei demWahrnehmungs-, Denk- und Gedächtnisprozesse Berücksichtigung finden.„Lernende verfügen gemäß kognitivistischer Ansätze überAbstraktionsvermögen und die Fähigkeit zur Problemanalyse.“ (Arnold P. , 2005,S. 4)
  43. 43. O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012- 31 -Als wesentlicher Kritikpunkt kognitiver Lerntheorien wird die„Vernachlässigung sozialer, motivationaler und emotionaler Aspekte“ (Rey,2009, S. 33) ausgeführt, welche gerade im Lernprozess eine tragende Rolle spielt.Dieser Aspekt spielt laut Rey und Reinmann besonders in Blended Learning einewesentliche Rolle. (Reinmann, 2008, S. 152 ff.)Der Lernende reagiert auf äußere Reize und diese werden aktiv verarbeitet,verstanden und neues Wissen wird in Strukuren im Gehirn neu aufgebaut. „ImKognitivismus wird Lernen als Prozess der Aneignung von Wissen im Gedächt-nis eines Individuums aufgefasst. Dieses Wissen ist in der Person gespeichertund kann später aus dem Gedächtnis abgerufen bzw. rekonstruiert werden“(Kerres, 2001. S. 74). Lernen im Kontext des Kognitivismus wird nach Göhlichund Zierfas als Interaktion zwischen vorhandenem Wissen, das empfangen wird,und den inneren Strukturen des Individuums gesehen. Das Individuum wird alsEmpfänger gesehen, welcher Informationen verarbeitet und im passenden Kon-text das Gelernte einsetzt. Bei auftretenden Lernproblemen wurden falsche In-formationen aufgenommen, die Übertragung war fehlerhaft oder ungeeigneteMedien wurden zur Informationsübertragung verwendet. (Göhlich & Zirfas,2007, S. 24)Der Lernende soll selbständig Problemlösungsstrategien entwickeln und lautStangl kann man den Kognitivsmus mit drei Merkmalen genauer beschreiben:„Einsicht ist abhängig von der Anordnung der Problemsituation,Lernerfolg stellt sich plötzlich ein („Aha“-Erlebnis),die gewonnene Lösung kann auf andere Situationen angewendet werden.“(Stangl, 2012)In weiterer Folge seiner Arbeit geht Stangl genauer auf den Begriff des„Konzepterwerbs“ von Jerome Bruner ein. Demzufolge ist die Tätigkeit desLernens durch drei wesentliche Merkmale gekennzeichnet:die Aneignung neuer Informatiodie Umwandlung (Transformation), um das Wissen für eine neue Aufgabentauglich zu machendie Bewertung (Evaluation), also die Prüfung, ob die Art, wie wirInformationen angeeignet und angepasst haben, dem neuenAnwendungszweck adäquat ist. (Stangl, 2012)
  44. 44. O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012- 32 -Kritisch erscheint der Lernprozess im Kognitivismus in gänzlich neuenLernsituationen zu sein. Kerres zu Folge kann hier auch der Kritikpunkt amKongnitivismus angesetzt werden, denn Wissen scheint in unbekanntenSituationen nicht anwendbar (Kerres, 2001, S. 75).Bei der vorliegenden Arbeit erscheint die Aneigung von neuem Wissen, derAustausch von Wissen und dessen Weitergabe als wesentlich. Kollaboration unddas gemeinsame Lernen als Weg der Wissenserweiterung des Einzelnen könnendurch diesen Ansatz des Kognitivismus nicht erzielt werden, denn das Lernenvon anderen und das gemeinsame Arbeiten werden hier nicht berücksichtigt.Laut Reinmann kann das Ziel des Kognitivismus als „Suche nach möglichstberechenbaren…Beziehungen und Regeln innerhalb und zwischen kognitivenProzessen des Menschen“ (Reinmann, 2008, S. 154) angesehen werden.Erpenbeck und Sauters zählen hier besonders Web Based Trainings im Rahmenvon Blended Learning Arrangements zu den Einsatzgebieten und Vorteilen vonkognitivistischen Ansätzen, doch stellen sie fest, dass „mit diesen künstlichenÜbungsaufgaben oder Fallstudien … nur bedingt Dissonanzen erzeugt werden,so dass auch kaum ein Prozess der emotionalen Labilisierung erzeugt“(Erpenbeck & Sauter, 2007, S. 156) wird.Lernen und die Weitergabe von Wissen entsteht im Rahmen dieser Arbeit abernicht in künstlichen Situationen, sie passiert bewusst oder unbewusst, ist mitEmotionen verbunden und soll damit auch zu positven Vernetzungsprozessenbzw. Wissensaustausch führen.2.4.4. Konstruktivismus„Bei gleicher Umgebung lebt doch jeder in einer anderen Welt.“ Dieser Satz vonArthur Schopenhauer aus seinem Werk Aphorismen zur Lebensweisheit I, ver-anschaulicht recht deutlich die Grundtendenzen des Konstruktivismus. Wissenist an das Individuum gebunden und spiegelt „die erlebte Wirklichkeit wider.“(Erpenbeck & Sauter, 2007, S. 157) Stangl zu Folge lernt jeder Mensch in einemkonstruktiven Prozess. Er zeigt auf, „dass jeder Lerner auf der Grundlage seines"Experience" lernt, dabei eigene Werte, Überzeugungen, Muster und Vorerfah-rungen einsetzt.“ (Stangl, 2012)
  45. 45. O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012- 33 -Lernen wird als aktiver, situativer und sozialer Prozess definiert, und„menschliche Kognition wird dabei nicht nur als reine Informationsverarbeitunggesehen, sondern als Konstruktion von Wissen“ (Erpenbeck & Sauter, 2007, S.157) gesehen. Wissen wird individuell konstruiert und der Lernprozess ist durchsechs zentrale Merkmale beschrieben.Lernen ist einaktiver Prozess – Der Wissenserwerb erfolgt eigenständig und aktiv.konstruktiver Prozess – Wissen wird vom Lerner selbst konstruiert und miteigenen Wissensstrukturen in Verbindung gebracht.emotionaler Prozess – Neues Wissen wird auf der Basis positiver Emotionengeneriert. Lernen unter Stress bleibt träge und oberflächlich.selbstorganisierter Prozess – Lernen passiert mit individuellem Lerntempo.Der Lernende steuert den Lernprozess eigenverantwortlichsozialer Prozess – Wissenserwerb erfolgt durch Austausch mit Experten undanderen Lernenden – Kommunikation und Reflexion sind wesentlich.situativer Prozess – Wissen entwickelt sich im Kontext zur Lernsituation(Erpenbeck & Sauter, 2007, S. 157 f. )In Bezug auf Blended Learning wird hier eine Situation des „Lernenden“ unddes „Trainers“ angenommen, doch kann diese Tatsache nicht in die vorliegendeArbeit übernommen werden. Im Rahmen von Fortbildungsveranstaltungen undSeminaren ist dieser konstruktivistische Ansatz gut einsetzbar, kann zupassablen Lernerfolgen führen, doch sind solche Situationen im Lehrkörper eherseltener. Die Transferierung von Gelerntem und die Weitergabe von Wissen sollin Alltagssituationen entstehen und aus diesem Blickwinkel heraus scheint dieTheorie des Konstruktivismus für diese Arbeit nicht passend. Für direkteskollaboratives und kooperatives Lernen in Web 2.0 basierten Lernumgebungenkann aber die Theorie Erpenbecker und Sauter gut eingesetzt werden.(Erpenbeck & Sauter, 2007, S. 159)2.5. Communities of PracticeIm vorigen Kapitel wurde versucht mit Hilfe der Literatur einen geeigneten Zu-gang, mit dem Fokus auf das Thema Blended Learning und die eventuellen Zu-sammenhänge zu Wissensmanagement und Wissensaustausch, herzustellen. Am
  46. 46. O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012- 34 -Beginn sollte der Begriff des Lernens definiert werden und verschiedene Lern-theorien wurden beschrieben. Auf Grund der fehlenden Zusammenhänge zumThema der vorliegenden Arbeit wurden einzelnen Ansätze und Lerntheorien alsteilweise geeignet eingestuft, doch zum größeren Teil wieder verworfen.Im Folgenden soll nun der Begriff der „Community of Practice“, welcher vonEtienne Wenger und Jean Lave in den 1990er Jahren eingeführt wurde, genauerin Bezug auf Zusammenarbeit und Kollaboration in der vorliegenden Organisa-tion untersucht werden. Der Begriff ist im Zusammenhang mit „situated lear-ning“ entstanden und stellt nach Wenger und Lave die soziale Theorie des Ler-nens dar. Niemeyer beschreibt den Prozess des Lernens „als den sukzessivenEntwicklungsprozess vom Newcomer zu Experten innerhalb eines sozialen Ge-füges, einer Community of Practice.” (Niemeyer, 2005, S. 79)Das Lernen des Einzelnen wird dabei als “kontinuierliches Hineinwachsen”Niemeyer, 2005, S. 79) in die Gemeinschaft gesehen, wobei der Schwerpunkt desLernens aber nicht nur auf den Erwerb von Fachkompetenzen abzielt, sondernauch für die Ausbildung einer kulturellen Identität wesentlich erscheint. “Com-munities of Practice are groups of people who share a concern or a passion forsomething they do and learn how to do it better as they interact regularly.”(Wenger, 2006)Personen, die in solchen Gemeinschaften miteinander kommunizieren und zu-sammenarbeiten, bilden eine Community of Practice (CoP). Hinterhuber undRenzl finden einen ähnlichen Zugang in ihrer Definition: „Als Communities ofPractice (d.h. Gemeinschaften von Praktikern) werden informelle bereichsinterneoder bereichsübergreifende Personengruppen innerhalb einer Organisationverstanden, welche sich aufgrund ihrer Expertise und gemeinsamen Interessenzusammenschließen und über einen längeren Zeitraum Kenntnisse, Wissensowie Erfahrungen austauschen“. (Hinterhuber & Renzl, 2002, S. 30) In Bezug aufdie KMS – HS Güssing kann dies das gesamte Lehrerteam oder auch einzelneKleinteams, die fachlich miteinander verwoben arbeiten, betreffen. Der Ansatzvon Wenger zeigt eine Gemeinschaft von Lernenden, die miteinander eine„Passion“ für etwas teilen, und freiwillig mit und voneinander lernen. Lernenwird hier als situativ und sozial verstanden, kann nicht von außen bestimmtwerden, und der Lernprozess ist ein selbstbestimmter Prozess. (Liening &Mittelstädt, 2010)
  47. 47. O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012- 35 -Liening und Mittelstädt betonen aber, dass von der Organisation ein Rahmengeschaffen werden kann, welcher für die Entstehung und die Weiterentwicklungvon Communities of Practice förderlich ist. (Liening & Mittelstädt, 2010)Hier sehe ich auch die Chance, durch förderliche Rahmenbedingungen in dervorliegenden Organisation diese Form des „Miteinander - Lernens“ zu fördernbzw. eine fruchtbare Basis für Zusammenarbeit und Kollaboration zu schaffen.Wenger betont aber auch , dass nicht alle Gemeinschaften als Community ofPractice einzustufen sind.„Not everything called a community is a community of practice. A neighborhoodfor instance, is often called a community, but is usually not a community ofpractice.” (Wenger, 2006)Wenger zu Folge müssen drei Faktoren erfüllt werden, um von einer Communityof Practice zu sprechen: the domain, the community and the practice. In weiterFolge soll hier kurz auf die drei Faktoren eingegangen werden. Bettoni spricht indiesen Zusammenhang von Wissensbereich (domain), Gemeinschaft (communi-ty) und Praxis (practice). (Liening & Mittelstädt, 2010)„...the combination of these three elements that constitutes a community of prac-tice.” (Wenger, 2006)The domain„They value their collective competence and learn from each other…“ (Wenger,2006)In der Community kommt es zu einer klaren Abgrenzung zu anderen Gruppenund gemeinsame Kompetenzen definieren die Inhalte und Interessen der Grup-pe. Neues Wissen, Erfahrungen und Kompetenzen werden in Zusammenhangmit bereits gemachtem Erfahrungswissen gebracht. Lernen spielt sich in authen-tischen Zusammenhängen ab, denn die Lernumgebungen sind nicht künstlichkonstruiert.The community“...members engage in joint activities and discussions, help each other, and shareinformation.” (Wenger, 2006) Individuelle und kollektive Handlungen sind aufein gemeinsames Ziel gerichtet. Der Lernprozess wird wesentlich durch dieKommunikation und Interaktion zwischen den Mitgliedern bestimmt.
  48. 48. O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012- 36 -The practice„They develop a shared repertoire of resources: experiences, stories, tools...”(Wenger, 2006)Der Lernprozess in der Community ist bestimmt durch praktisches Handeln.Erfahrungen werden geteilt und der Austausch bzw. die Kommunikation sindwesentliche Merkmale einer Community of Practice.Um eine Community of Practice weiterzuentwickeln, beschreiben Wenger,McDermott und Snyder in ihrem Buch „Cultivating communities of practice: aguide to managing knowledge“ (Wenger, McDermot, & Snyder, 2002, S. 51) sie-ben Prinzipien, welche den Autoren zu Folge die Erreichung des Zieles einerCommunity „…own internal direction, character and energy“ (Wenger,McDermot, & Snyder, 2002, S. 51) unterstützen können.Gestaltung durch Evolution (design for evolution)Weiterentwicklung der Community ist möglich durch die Aufnahme von neuenMitgliedern und die Offenheit für Veränderungen in den Strukturen der Ge-meinschaft. Wenger stellt hier die Verbindung zum Begriff des LebenslangenLernen her, welcher sich in der Selbstreflexion der Community widerspiegelt.Die Dynamik in den Strukturen der Community kann Interessen und Foki derGemeinschaft in unterschiedliche Richtungen verschieben.„…new members bring new interests and may pull the focus of the communityin different directions.” (Wenger, McDermot, & Snyder, 2002, S. 53)Um die Verbindung zu der vorliegenden Arbeit herzustellen, kann gerade dielaufende Umstrukturierung im Kollegium der Organisation durchPensionierungen und Versetzungen als Chance und Richtungswechsel in derCommuity angesehen werden.Eröffnung eines Dialogs zwischen inneren und äußeren Perspektiven (open a dialoguebetween inside and outside perspectives)Gewohnte Strukturen werden hinterfragt, persönliche Netzwerke werden offen-gelegt und neue Perspektiven können in Vernetzung bzw. Weiterentwicklungeingebaut werden.
  49. 49. O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012- 37 -„…effective community design is built on the collective experience of the mem-bers.” (Wenger, McDermot, & Snyder, 2002, S. 54) Gerade im Bereich E-Learningund Blended Learning kommt es immer wieder zu Vernetzungen einzelnerMitglieder mit anderen Netzwerken. In Seminaren und Fortbildungen wirdneues Wissen gelernt, neue Sichtweisen und Erfahrungen aus anderenCommunties kennengelernt. Diese neuen Ansätze werden in die Schulezurückgebracht und können als Basis für Richtungsänderungen und ständigeWeiterentwicklung angesehen werden.Verschiedene Stufen der Teilnahme ermöglichen (invite different levels of participation)Communities sind im Wesentlichen in drei große Gruppen einzuteilen. DasKernteam übernimmt organisatorische Aufgaben, initiiert neue Themen, setztSchwerpunkte und regt Diskussionen an. Wenger spricht hier von der „coregroup“ oder auch von den „community coordinator“. Es handelt sich hier umeine prozentuelle Größenordnung von 10 – 15 Prozent. Außerhalb dieser Kern-gruppe beschreibt Wenger die Gruppe „active group“, welche er mit einer Grö-ßenordnung von 15 – 20 Prozent beziffert. Diese Gruppe nimmt regelmäßig anTreffen teil, beteiligt sich an Gruppenaktivitäten, arbeitet aber nicht mit der In-tensität der Kerngruppe. Die größte Gruppe der Community sind Mitglieder, diesich nicht regelmäßig an Treffen beteiligen, aber die anderen zwei Gruppen beo-bachten. Es kommt zur Kommunikation und zum Austausch mit einzelnen Mit-gliedern, und Wenger vergleich diese Gruppe recht anschaulich mit „…peoplesitting in a cafe watching the activity on the street.“ (Wenger, McDermot, &Snyder, 2002, S. 56)Die Mitgliedschaft in den jeweiligen Gruppen ist aber nicht fix, sondern wechseltje nach persönlichen Interessen oder Schwerpunkt der Mitglieder. Wenger be-tont, dass erfolgreiche Commuities dadurch gekennzeichnet sind, dass die Fluk-tuation aller Mitglieder auf allen Ebenen möglich ist.„The key to good community participation…allows participants at all levels tofeel like full members. “(Wenger, McDermot, & Snyder, 2002, S. 56)

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