Nachhaltige Entwicklung und Lebensqualität –                            ´Gut und fair leben´                   Ein Zukunft...
Blue Marble / Whole Earth Ikone Erde: visuelle Metapher für Nachhaltigkeit                               „Wir brachen auf,...
Alles nur eine Frage der Perspektive?
Fahrplan zum Vortrag                            1. Forschungsansatz                            2. Nachhaltigkeit und Leben...
1. Forschungsansatz  ‐ Ideen und Fragen am AnfangFür Andrew Revkin (NY‐Times) ist sustainability „the story of our time“ –...
1. Forschungsansatz  ‐ Ein klassisches Beispiel                                                  (…)
1. Forschungsansatz  ‐ Ein klassisches BeispielTypische Geschichten dazu:•   Empörung an der Tankstelle•   Profitgierige Ö...
1. Forschungsansatz Leitende Frage/ Ziel         Welche Anforderungen müssen an Qualitätsjournalismus                     ...
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2. Nachhaltigkeitsbegriff  ‐ Verantwortungsebene                      Letztlich leben wir innerhalb und                   ...
2. Nachhaltigkeitsbegriff  ‐ Alltags‐ und Lebenswelt                 • intakte Natur und Umwelt als Lebensvoraussetzung   ...
2. Nachhaltigkeitsbegriff ‐ kommunikativ  verbrannt?
2. Nachhaltigkeitsbegriff  ‐ im JournalismusVorbehalte von Journalisten und Medien gegen den Nachhaltigkeitsbegriff:     „...
2. Nachhaltigkeitsbegriff  ‐ gesell. Auftrag und Innovationsdruck      Aber …      Massenmedien genießen gesellschaftliche...
2. Nachhaltigkeitsbegriff:  „Ist doch alles okay bei uns“Krisenphänomene einer nicht nachhaltigen Entwicklung sind zwar re...
2. Nachhaltigkeitsbegriff  ‐ Leitbild, integrativ, sperrig     Nachhaltigkeit ist zwar sperrig, bietet aber Orientierung a...
2. Nachhaltigkeitsbegriff  ‐ als Leitbild retten            Integrationsleistung              versus        inhaltliche un...
NEIN -                                                                                            IST NUR                 ...
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2. Nachhaltigkeitsbegriff  ‐ Lebensqualität und Gerechtigkeit                                           Kate Pickett u. Ri...
3. Öffentlichkeit und Demokratie Wie kann für das inhaltlich offene Nachhaltigkeitsleitbild eine gesamtgesellschaftliche Ö...
3. Öffentlichkeit und Demokratie       GESAMTGESELLSCHAFTLICHE ÖFFENTLICHKEIT(EN) / MASSENMEDIEN                     Peer‐...
4. Leitmedien und NutzungsmilieusLeitmedien:‐   hohe journalistische Standards‐   in der Regel überregionale Medien‐   gro...
4. Leitmedien und Nutzungsmilieus    Warum Qualitäts‐ und Leitmedien?    ‐   sie genießen die größte Glaubwürdigkeit aller...
4. Leitmedien und NutzungsmilieusEtablierte, Postmaterielle, Moderne Performer (ca. 30 %) ‐Merkmale (unterschiedliche Ausp...
5. Fallstudien:  taz, FAZ, DIE ZEIT            Haupteinflussfaktoren im Nachhaltigkeitsjournalismus:            ‐   Inhalt...
5. Fallstudien:  taz, FAZ, DIE ZEIT  taz  ‐   Genossenschaftsprinzip (12.000) und Gründung aus Umweltbewegung förderlich  ...
5. Fallstudien:  taz, FAZ, DIE ZEIT  FAZ  ‐   Dimensionen des Themas werden punktuell erkannt, aber ressortspezifisch sehr...
5. Fallstudien:  taz, FAZ, DIE ZEIT DIE ZEIT ‐   nutzt Spielräume als Wochenzeitung beim Thema sehr geschickt aus ‐   star...
6. QualitätsjournalismusElemente von Qualitätsjournalismus im Themenfeld ´Nachhaltige Entwicklung und Lebensqualität´‐   F...
7. Innovationsstrategien   Modell I   Innovationen durch Integration des Themas in bestehende redaktionelle und    publizi...
7. Innovationsstrategien  Modell II  Innovationen durch umfassende Neustrukturierungen – Varianten:   ‐   Errichtung eines...
7. InnovationsstrategienGlaubwürdigkeit als professionelle und nachhaltige Medienmarke‐   Kompetenz im Themenfeld, publizi...
8. ForschungsperspektivenAufbau eines unabhängigen journalistischen Fachportals im Internet:          forum_futura – gut u...
8. Forschungsperspektiven  – erste Weichenstellungen    Kooperationspartner             Prof. Dr. Gerd Michelsen          ...
Obwohl bei uns und global viele nachhaltigkeitsrelevante                 Weichen immer noch falsch gestellt sind und      ...
Schon in einigen Jahren werden immer mehr kopfschüttelnd zurückblicken:    ‐   auf das bis ins frühe 21. Jh. reichende (BI...
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Prof. Dr. Peter Seeger: Nachhaltige Entwicklung und Lebensqualität – „Gut und fair leben"

Weitere Informationen zum ScienceWednesday:
http://ikum.h-da.de/veranstaltungen/sciencewednesday/

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ScienceWednesday-Vortrag von Prof. Dr. Peter Seeger

  1. 1. Nachhaltige Entwicklung und Lebensqualität – ´Gut und fair leben´ Ein Zukunftsthema für Journalisten und Medien ScienceWednesday Mediencampus Dieburg 24.10.2012Prof. Dr. Peter Seeger
  2. 2. Blue Marble / Whole Earth Ikone Erde: visuelle Metapher für Nachhaltigkeit  „Wir brachen auf,  um den Mond zu erkunden,  aber tatsächlich entdeckten wir die Erde (…)  eine zerbrechliche blaue Kugel.“  [H.H. Schmitt, Astronaut von Apollo 17] [aufgenommen von H.H. Schmitt  kurz  nach dem Start von Apollo 17 am 7.12.1972 ‐ letzter bemannter Flug zum Mond]
  3. 3. Alles nur eine Frage der Perspektive?
  4. 4. Fahrplan zum Vortrag 1. Forschungsansatz 2. Nachhaltigkeit und Lebensqualität 3. Öffentlichkeit und Demokratie 4. Leitmedien und ihre Nutzungsmilieus 5. Fallstudien: taz, FAZ, DIE ZEIT 6. Qualitätsjournalismus 7. Innovationsstrategien 8. ForschungsperspektivenPeter Seeger:  Nachhaltige Entwicklung und Lebensqualität  ‐ ScienceWednesday
  5. 5. 1. Forschungsansatz  ‐ Ideen und Fragen am AnfangFür Andrew Revkin (NY‐Times) ist sustainability „the story of our time“ – ‐ ein Zukunfts‐ und Querschnittshema, mit dem sich Journalist_inn_en profilieren könn(t)en und sich  ‐ neue publizistische Märkte erschließen ließen.Aber warum tun sich Journalisten und Medien selbst in ´Öko‐Deutschland´ soschwer mit dem Thema Nachhaltigkeit? Ist es publizistisch nicht vermittelbar?Taugt der Nachhaltigkeitsbegriff noch als gesellschaftliches und publizistischesLeitbild – oder ist er durch Werbung und Marketing entstellt? Alternativen?Warum reagieren wir persönlich und die Gesellschaft so träge auf Klimawandel, Peak Oil, Artensterben, Generationen(un)gerechtigkeit, vermeintliche Wachstums‐und Beschleunigungszwänge, zunehmende Entfremdung, wachsende soziale  Ungleichheit bei uns und global… obwohl wir seit Jahren (fast) alles wissen?Und immer mehr Menschen fragen sich: „Was ist wichtig für ein gutes Leben?“
  6. 6. 1. Forschungsansatz  ‐ Ein klassisches Beispiel (…)
  7. 7. 1. Forschungsansatz  ‐ Ein klassisches BeispielTypische Geschichten dazu:• Empörung an der Tankstelle• Profitgierige Ölkonzerne• Politische Spannungen in Fördergebieten Geschichten hinter diesen Geschichten:Ja, aber … • Sprit immer noch zu billig • Umweltkosten zahlen unsere Enkelkinder • Unter 134 PS läuft nichts • Rücklagen für Ersatzressourcen? • Peak Oil ‐ Ende des billigen Öls • Einfach spritsparend und weniger fahren  • Tabu Tempolimit: Freie Fahrt für … • Autos teilen und gemeinsam fahren • Wo bleiben alternative Antriebe? • Räume und Städte nachhaltiger planen • Fahrräder + ÖPNV stärker fördern • (…) bis hin zu Klimawandel + Lebensqualität • und Mobilität global,  z.B. in Indien.
  8. 8. 1. Forschungsansatz Leitende Frage/ Ziel Welche Anforderungen müssen an Qualitätsjournalismus gestellt werden, um ein Zukunfts‐ und Querschnittsthema  wie ´Nachhaltige Entwicklung und Lebensqualität´ so zu  vermitteln, dass gesamtgesellschaftliche Öffentlichkeit(en)  hergestellt werden? Fokus Leitmedien und ihre Zielgruppen im Print‐ und Onlinebereich Methoden ‐ Literaturrecherche ‐ explorative Expertengespräche ‐ Fallstudien: FAZ, taz, DIE ZEIT (Strukturanalyse + Auswer‐ tung Print: 6.‐11. Woche 2012) Werkstattbericht http://journalismus.h‐da.de/dateien/Seeger_Nachhaltige‐Entwicklung.pdf (mit allen Quellennachweisen und weiterführenden Literaturhinweisen)Peter Seeger:  Nachhaltige Entwicklung und Lebensqualität  ‐ ScienceWednesday
  9. 9. Klärungsbedarf! Nachhaltigkeit und [Gesellschaftliche und Lebensqualität publizistische Relevanz: Öffentlichkeit und Werkstattbericht] Demokratie ? ? Qualitäts‐ journalismus [Relevanz in der Leitmedien, ? Lebenswelt der Zielgruppen: soziale Milieus Innovations‐ Werkstattbericht] ? potential [Wissensdimensionen des Themas: Werkstattbericht]Peter Seeger:  Nachhaltige Entwicklung und Lebensqualität  ‐ ScienceWednesday
  10. 10. 2. Nachhaltigkeitsbegriff  ‐ abstrakt definiert Eine Entwicklung ist nachhaltig,  wenn so verantwortungsvoll, sorgsam, effektiv und gerecht mit ökologischen,  ökonomischen und sozialen Ressourcen umgegangen wird, dass eine Gesellschaft  zukunftsfähig bleibt.  Lebensqualität ist ein multidimensionales Konstrukt, das für Wohlstand, Zufrieden‐ heit und Glück steht. Es basiert auf objektiven Daten und subjektiven Selbstein‐ schätzungen. Eine Entwicklung zu mehr Nachhaltigkeit und Lebensqualität ist ein Lernprozess,  bei dem es nach Grunwald und Kopfmüller (2012) im Kern um die Suche nach einem Zivilisations‐ und Wirtschaftsmodell geht, das der Verantwortung gegen‐ über heute und künftig lebenden Menschen gerecht wird.Peter Seeger:  Nachhaltige Entwicklung und Lebensqualität  ‐ ScienceWednesday
  11. 11. 2. Nachhaltigkeitsbegriff  ‐ abstrakt definiertNachhaltige Entwicklung bezieht sich auf:‐ die Integration von ökologischen, ökono‐ Ökologie mischen und sozialen Zielen‐ das Prinzip Verteilungsgerechtigkeit‐ das Partizipationsprinzip.Das Verhältnis von Ökologie, Ökonomie und sozialer Gerechtigkeit ist strittig,  Gerechtig‐ Ökonomie keit a b e r  … … die ökologischen Grenzen sind  n i c h t  veränderbar ! Peter Seeger:  Nachhaltige Entwicklung und Lebensqualität  ‐ ScienceWednesday
  12. 12. 2. Nachhaltigkeitsbegriff  ‐ Grundlagenliteratur Gerd Michelsen, Jasmin Godemann [2007]: „Um das Leitbild Nachhaltigkeit gesell‐Armin Grunwald, Jürgen Kopfmüller  schaftlich zu verankern, bedarf es pro‐[2012]: fessioneller und zeitgemäßer Kommuni‐„Nachhaltigkeit ist weltweit zu einem  kation.“zentralen Leitbild in Politik, Wirtschaft und Wissenschaft geworden.“ Peter Seeger:  Nachhaltige Entwicklung und Lebensqualität  ‐ ScienceWednesday
  13. 13. 2. Nachhaltigkeitsbegriff  ‐ Formelsammlungen Schöpfungs‐Formel Erde bebauen und gleichzeitig bewahren. Wald‐Formel Nicht mehr Holz fällen als nachwächst (Sachsen  und Weimar als Zentren europäischer Hochkultur ‐ 17. + 18. Jh.). Brundtland‐Formel Zukunftsfähigkeit: Bedürfnisse der gegenwärtigen  Generation so befriedigen, dass auch zukünftige Generationen noch ein selbstbestimmtes Leben führen können – 1987. Rio‐Formel Ökologie, Ökonomie und soziale Gerechtigkeit als  vernetztes Nachhaltigkeitsdreieck denken – 1992.Hippie‐/New Age‐Formel Whole Earth/ Ikone Erde – 1970. LOHAS‐Formel Nachhaltigkeit als Lifestyle of Health and Sustain‐ ability (im Kern auf Konsumverhalten reduziert). Reloaded‐Formel ´Gut und fair leben´ ?
  14. 14. 2. Nachhaltigkeitsbegriff  ‐ Weltkulturerbe Ulrich Grober [2010]: „Nachhaltig ist heutzutage alles,  von der Diät bis zum Ausbau der Kapitalkraft. Nachhaltigkeit ist aber unser ursprünglichstes Weltkulturerbe, ein Begriff, der tief in unserer Kultur verwurzelt ist und  den es vor seinem inflationären Gebrauch zu retten gilt. Das von Joachim Heinrich Campe 1807 herausgegebene  Wörterbuch der Deutschen Sprache definiert das Wort ´Nachhalt´ als das, ´woran man sich hält,  wenn alles andere nicht mehr hält´.“ Peter Seeger:  Nachhaltige Entwicklung und Lebensqualität  ‐ ScienceWednesday
  15. 15. 2. Nachhaltigkeitsbegriff  ‐ Verantwortungsebene Letztlich leben wir innerhalb und  zwischen den Generationen,  aber auch global  unter kollektiven Bedingungen und  tragen nach Tim Jackson [2011] im Sinne einer  Vision von zivilisiertem Fortschritt füreinander Verantwortung. • Jahrzehntelang haben 20 % der Menschen in den wohlhabenden Ländern 80 % aller  Ressourcen zu Spottpreisen und ohne Kompensation verbraucht und entsorgt. • Wir sind damit maßgeblich für viele Umweltprobleme und für den aktuellen globalen  Klimawandel verantwortlich. • Die aufstrebenden Schwellenländern bringen das Fass zum Überlaufen. • Der Rest der Welt geht weitgehend leer aus ‐ leidet aber massiv unter den Folgen.• Die UN erwartet bis 2050 mehr als 200 Mio. Flüchtlinge, die wegen des Klimawandels ihre Existenzgrundlage verlieren werden (stehen nicht unter dem Schutz der Flüchtlingskonvention). 
  16. 16. 2. Nachhaltigkeitsbegriff  ‐ Alltags‐ und Lebenswelt • intakte Natur und Umwelt als Lebensvoraussetzung • nachhaltige Bedürfnisökonomie und fairer Konsum • Bildung und gesellschaftliche Teilhabe • gesunde und nachhaltige Ernährung • zukunftsfähige Energieversorgung • neue und angepasste Mobilität • nachhaltig (um‐)bauen und wohnen • öffentliche Räume menschengerecht gestalten • Generationengerechtigkeit: Umwelt/Ressourcen, Ver‐ schuldung, Demographie (Erziehung, Renten, Pflege …) • ausgeglichene Work‐Life‐Balance • Zeitsouveränität und Entschleunigung • Eigen‐ statt Fremdbestimmung.Peter Seeger:  Nachhaltige Entwicklung und Lebensqualität  ‐ ScienceWednesday
  17. 17. 2. Nachhaltigkeitsbegriff ‐ kommunikativ  verbrannt?
  18. 18. 2. Nachhaltigkeitsbegriff  ‐ im JournalismusVorbehalte von Journalisten und Medien gegen den Nachhaltigkeitsbegriff: „… zu komplex, zu langsam, nicht hip …“    A T T R A K T I V I T Ä T   S T A T T R E L E V A N Z ?Professionelle Argumente von Journalisten und Medien:‐ generelle Bedenken bei Neuthematisierungen und Zukunftsthemen‐ passt nicht in Ressortstrukturen und Arbeitsabläufe‐ Journalismus verknüpft Themen nicht gerne, sondern selektiert und vereinfacht.Inhaltliche und persönliche Abwehrmechanismen:‐ große gesellschaftliche Sprengkraft des Themas, Konflikte mit etablierten Interessen‐ positionen und ökonomischen Verwertungsmustern, Druck von Lobbygruppen und‐ individuelle Sprengkraft, wenn Einstellung zum Thema (Problembewusstsein) und  eigenes Verhalten auseinanderdriften, weil z.B. die eigene Klimabilanz noch schlechter  ist als im Durchschnitt der Bevölkerung (in Deutschland ca. 10‐11 t CO2 p.a., global  gerecht wären 2,5‐3 t) „Es hat auch etwas mit mir selbst zu tun.“‐ Vorurteil: nachhaltiger Lebensstil  =  Entbehrungen und weniger Lebensqualität.
  19. 19. 2. Nachhaltigkeitsbegriff  ‐ gesell. Auftrag und Innovationsdruck Aber … Massenmedien genießen gesellschaftliche und ökonomische Privilegien und haben einen klaren Auftrag:  Journalist_inn_en und Massenmedien soll(t)en:  ‐ gesellschaftlich relevante Themen beobachten, erschließen, ‐ Fachkompetenz erlangen und ‐ kritisch kommentierend einordnen und ‐ mit journalistischem Handwerkszeug so präsentieren, ‐ dass gesamtgesellschaftlich funktionierende Öffentlichkeit(en) hergestellt und  ‐ Kontrolle ausgeübt werden.  Und … Warum soll ich für eine Qualitätszeitung mehr als 500 € pro Jahr bezahlen, wenn  relevante Querschnitts‐ und Zukunftsthemen dort nicht behandelt werden:  „Dann hole ich mir die Einzelinformationen gleich kostenlos aus dem Internet.“Peter Seeger:  Nachhaltige Entwicklung und Lebensqualität  ‐ ScienceWednesday
  20. 20. 2. Nachhaltigkeitsbegriff:  „Ist doch alles okay bei uns“Krisenphänomene einer nicht nachhaltigen Entwicklung sind zwar real, aber sachlich, räumlich, zeitlich und sozial häufig entkoppelt – ein Beispiel:‐ aktueller Klimawandel als Ergebnis zurückliegender Schadstoffeinbringung in Industrieregionen mit hohem Ressourcenverbrauch (20/80), die‐ bedrohlichen negativen Folgen werden aber zeitlich verzögert zuerst in  Eis‐ und Permafrostregionen oder in Inselregionen der Südsee deutlich und treffen damit auch ganz andere Menschen als die Hauptverursacher. http://www.sueddeutsche.de/wissen/artikel/425/93332/ SZ‐Print v. 28.2.2008Klimawandel und andere Krisenphänomene sind bei uns als gelebte Realität bisher kaum angekommen und bleiben in ihrer ganzen Dramatik häufig abstrakt, auch wenn uns und vor allem unsere Kinder die Folgen definitiv einholen werden.
  21. 21. 2. Nachhaltigkeitsbegriff  ‐ Leitbild, integrativ, sperrig Nachhaltigkeit ist zwar sperrig, bietet aber Orientierung als kommunikatives  L e i t b i l d : ‐ Leitbilder sind Voraussetzung für eine Kommunikation zwischen verschiedenen  Wissenskulturen. ‐ sie können unterschiedliche Wahrnehmungsmuster, Entscheidungslogiken,  Interessen und Zeithorizonte der Akteure aus diesen Wissenskulturen  synchronisieren. ‐ Als Leitbild hat Nachhaltigkeit das Potential, alte ideologische und politische  Grenzen zu sprengen, gemeinsamen Wertmaßstäben wieder Geltung zu ver‐ schaffen. Der Nachhaltigkeitsbegriff ist gerade in Deutschland kulturhistorisch tief verwurzelt,  was bis heute nachwirkt.Peter Seeger:  Nachhaltige Entwicklung und Lebensqualität  ‐ ScienceWednesday
  22. 22. 2. Nachhaltigkeitsbegriff  ‐ als Leitbild retten Integrationsleistung versus inhaltliche und metho‐ Nachhaltigkeitsbegriff dische Unschärfe Instrumentalisierungsgefahr: durch unter‐ schiedliche Akteure und ihre Interessen Desinformation und Desorientierung ? Besondere Herausforderung für publi‐ zistische Leitmedien  Peter Seeger:  Nachhaltige Entwicklung und Lebensqualität  ‐ ScienceWednesday
  23. 23. NEIN - IST NUR SPERRIG ! EINFACH ZERLEGEN ! ODER NEUE WEGE GEHEN ! http://www.pfuschi‐cartoon.ch/live_cartoons/Nachhaltigkeit.jpgPeter Seeger:  Nachhaltige Entwicklung und Lebensqualität  ‐ ScienceWednesday
  24. 24. 2. Nachhaltigkeitsbegriff  ‐ reloadedWir brauchen: ‐ ergänzend griffige Metaphern‐ neue Erzählstrukturen‐ schöne Geschichten,‐ also passende und positiv besetzte Narrative, die von glaubwürdigen Promotoren oder Pionieren gesellschaftsfähig gemacht werden. Im Sinne der Journalistik könnten auch neue Deutungsframes, die einfache Einordnungs‐muster bieten, hilfreich sein.Mein Vorschlag:1. Verknüpfung :  Nachhaltige Entwicklung  +  Lebensqualität2. Alltagsebene:  Lebensqualität =  gut leben3. Einschätzungen zur Lebensqualität hängen entscheidend von Gerechtigkeitsfragen ab: „Gut und fair leben“
  25. 25. 2. Nachhaltigkeitsbegriff  ‐ Lebensqualität und Gerechtigkeit Kate Pickett u. Richard Wilkinson ‐ The Spirit Level [2009]: „Ungleichheit zerstört Gesellschaften (…). Mehr Gleichheit ist die Voraussetzung für eine Verbesserung der sozialen Beziehungen, die wir für eine zukunftsfähige Gesellschaft brauchen.“ [P.S.: Hinter dem zugespitzten Titel verbergen sich wissenschaftlich gut belegte Studien!]Peter Seeger:  Nachhaltige Entwicklung und Lebensqualität  ‐ ScienceWednesday
  26. 26. 3. Öffentlichkeit und Demokratie Wie kann für das inhaltlich offene Nachhaltigkeitsleitbild eine gesamtgesellschaftliche Öffentlichkeit hergestellt werden, wenn die Massenmedien sich schwertun mit dem Thema und gleichzeitig im Internet viele Teilöffentlichkeiten entstanden sind? Gesamtgesellschaftliche Öffentlichkeite(n) zu relevanten Themen sind eine zentrale Voraussetzung für die demokratische Verfasstheit eines politischen Gemeinwesens und die Willensbildung aller Bürger_innen, unabhängig vom sozialen Status. Leitmedien und Qualitätsjournalismus haben daher eine besondere Verantwortung. Teil‐ und Gegenöffentlichkeiten im Internet sind ebenfalls wichtig für den Meinungs‐ bildungsprozess, können aber funktional die Massenmedien nicht ersetzen.  Ihre Stärken liegen in vor‐ und nachgelagerten Bereichen der Massenkommuni‐ kation und in horizontalen Kaskaden‐Effekten (Todd Gitlin). ausführlich im Werkstattbericht 2012, S. 15ffPeter Seeger:  Nachhaltige Entwicklung und Lebensqualität  ‐ ScienceWednesday
  27. 27. 3. Öffentlichkeit und Demokratie GESAMTGESELLSCHAFTLICHE ÖFFENTLICHKEIT(EN) / MASSENMEDIEN Peer‐Gruppen Peer‐Gruppen TEILÖFFENTLICHKEITEN TEILÖFFENTLICHKEITEN Bürgerschaftl. Lebens‐ und Arbeitswelt /NGOs Alltag / Lebensgemeinschaften Engagement TEILÖFFENTLICH‐ TEILÖFFENTLICHKEITEN KEITEN Peer‐Gruppen Peer‐Gruppen Gesellschaftliche Akteure und Interessengruppen: Wirtschaft, Politik, Lobbygruppen PS/h_da/2012
  28. 28. 4. Leitmedien und NutzungsmilieusLeitmedien:‐ hohe journalistische Standards‐ in der Regel überregionale Medien‐ große gesellschaftspolitische Aufmerksamkeit‐ Kompetenzzuweisung durch andere Medien (Selbstreferenz im Mediensystem)‐ können trotz begrenzter Nutzerzahlen gesamtgesellschaftliche Öffentlichkeiten zu einem Thema herstellen‐ liefern kommunikationsstiftenden Content auch für Teilöffentlichkeiten im Internet. Dazu zählen neben einzelnen Rundfunkmedien vor allem  Qualitätszeitungen und Nachrichtenmagazine wie  SZ, FAZ, taz …/ DIE ZEIT, derFreitag …/ Der Spiegel …,  die heute auch viele digitale Ausspielkanäle bedienen.Peter Seeger:  Nachhaltige Entwicklung und Lebensqualität  ‐ ScienceWednesday
  29. 29. 4. Leitmedien und Nutzungsmilieus Warum Qualitäts‐ und Leitmedien? ‐ sie genießen die größte Glaubwürdigkeit aller Medien (Print und im Internet;  Glaubwürdigkeit ist nach Neuberger [2012] für Nutzer die wichtigste Eigenschaft von Journalismus), ‐ sie haben eine klare Identität, ‐ sie haben mit Leitmilieus (Etablierte, Postmaterielle, Moderne Performer) anspruchsvolle und homogene Zielgruppen und ‐ stehen als Printmedien unter erheblichem Innovationsdruck, weil  • die Akzeptanz gerade bei jungen Zielgruppen bröckelt und  • die Ansprüche an Qualitätsjournalismus gewachsen sind. Peter Seeger:  Nachhaltige Entwicklung und Lebensqualität  ‐ ScienceWednesday
  30. 30. 4. Leitmedien und NutzungsmilieusEtablierte, Postmaterielle, Moderne Performer (ca. 30 %) ‐Merkmale (unterschiedliche Ausprägungen):‐ hohes (formales) Bildungsniveau‐ ökonomische Spielräume‐ relativ hohes Umweltbewusstsein‐ große Diskrepanz: Einstellungen vs. Verhalten zum Thema‐ besondere gesellschaftliche Verantwortung‐ politischer Gestaltungsanspruch‐ gesellschaftliche Vorbildfunktion‐ ähnliche Aufmerksamkeits‐, Aufnahme‐, Verstehens‐, Wissensschwellen.  Leitmedien und ihre Zielgruppen bieten am ehesten Spielräume  für guten und  kostenpflichtigen Nachhaltigkeitsjournalismus,  der in alle Mediensegmente und Nutzungsmilieus ausstrahlen kann. 
  31. 31. 5. Fallstudien:  taz, FAZ, DIE ZEIT Haupteinflussfaktoren im Nachhaltigkeitsjournalismus: ‐ Inhaltliche Fachkompetenz  ‐ Mut und Engagement  ‐ Blattlinie und Zielgruppen ‐ Arbeitsbedingungen und Produktionsspielräume ‐ redaktionelles Selbstverständnis u. ressortspezifische Muster ‐ Innovationsspielräume (Verlag + Redaktion) ‐ Diskursbereitschaft und –fähigkeit im Redaktionsteam.Peter Seeger:  Nachhaltige Entwicklung und Lebensqualität  ‐ ScienceWednesday
  32. 32. 5. Fallstudien:  taz, FAZ, DIE ZEIT taz ‐ Genossenschaftsprinzip (12.000) und Gründung aus Umweltbewegung förderlich ‐ ´alternatives´ redaktionelles Selbstverständnis und Engagement ‐ Innovationen: z.B. Erweiterung des Wirtschaftsressorts durch Umwelt (Print) und Zukunft (online) ‐ ausgeprägte Debattenkultur und Dialogoptionen beleben ‐ vielfältige journalistische Formate und unkonventionelle Zugänge ‐ Kompetenzvorsprung zeigt sich auch durch problemlose Integration des Magazins zeo2 ‐ Einzelaspekte des Themas häufig umfassender eingeordnet ‐ im Nachhaltigkeitsjournalismus besonders anregend auf der Ebene  Alltags‐ und Lebenswelt ‐ auch die taz tut sich schwer mit dem Nachhaltigkeitsbegriff (oder griffigen Metaphern).Peter Seeger:  Nachhaltige Entwicklung und Lebensqualität  ‐ ScienceWednesday
  33. 33. 5. Fallstudien:  taz, FAZ, DIE ZEIT FAZ ‐ Dimensionen des Themas werden punktuell erkannt, aber ressortspezifisch sehr unterschiedlich behandelt ‐ Offenheit gegenüber dem Thema nimmt von Politik‐ und Wirtschaft in Richtung  Feuilleton stark zu ‐ verdeutlicht Spielräume, die auch eine neoliberal und wirtschaftsfreundlich aus‐ gerichtete Medienmarke hat ‐ keine systematische, umfassende und einordnende Berichterstattung ‐ alte Distinktions‐ und Konfrontationsmuster (z.B. als naiv dargestellte ´Ökos´ als Abwehrversuch) ‐ in hochkarätigen Gastbeiträgen wird offener und kompetenter mit dem Thema  umgegangen, ohne die skeptische Blattlinie gegenüber dem Thema verlassen zu  müssen.Peter Seeger:  Nachhaltige Entwicklung und Lebensqualität  ‐ ScienceWednesday
  34. 34. 5. Fallstudien:  taz, FAZ, DIE ZEIT DIE ZEIT ‐ nutzt Spielräume als Wochenzeitung beim Thema sehr geschickt aus ‐ starke Konzentration entsprechender Themen im Wirtschaftsressort (Schwerpunkte: umweltökonomische, wachstumskritische und nachhaltigkeitstheoretische Beiträge), Rubrik ´grüner Leben´ im Wirtschaftsressort ‐ kein gezieltes Agenda Setting, sondern Fachkompetenz und Engagement einzelner Redakteure (im Wirtschaftsressort) ‐ fast alle Artikel auf einem journalistisch und fachlich sehr hohem Niveau,  aber gelegentlich oberlehrerhaft ‐ Grafik und Datenjournalismus als innovative Elemente ‐ keine ausgeprägte Debattenkultur (punktuell online).Peter Seeger:  Nachhaltige Entwicklung und Lebensqualität  ‐ ScienceWednesday
  35. 35. 6. QualitätsjournalismusElemente von Qualitätsjournalismus im Themenfeld ´Nachhaltige Entwicklung und Lebensqualität´‐ Fachkompetenz, Engagement und Verankerung im Wertekanon zum Themenfeld‐ Sensorium zur Einordnung wechselnder thematischer Bezugspunkte im Zeitverlauf‐ Fähigkeit, Bezüge zur Alltags‐ und Lebenswelt der Mediennutzer_innen herzustellen‐ Einordnung in das gesellschaftspolitische Bewusstsein der Zielgruppe(n)‐ Differenzierung von gesellschaftspolitischer, ökonomischer und individueller Verantwortung‐ inhaltliche Verknüpfung und Berücksichtigung von Zukunftsaspekten‐ Unsichtbares sichtbar machen, veranschaulichen, herunterbrechen, weiterdrehen‐ Glaubwürdigkeit und Sensibilität (z.B. bei Überforderung der Nutzer)‐ analytisch, kritisch und zugleich konstruktiv, lösungsorientiert und anregend kommunizieren‐ Orientierung geben und aktivieren.  Konkreter Kriterienkatalog in der Diskussion, z.B. im Blick über Deutschland hinaus Peter Seeger:  Nachhaltige Entwicklung und Lebensqualität  ‐ ScienceWednesday
  36. 36. 7. Innovationsstrategien Modell I Innovationen durch Integration des Themas in bestehende redaktionelle und  publizistische Strukturen einer Medienmarke (Print + Online) – Varianten: ‐ Positionierung durch Redaktionsleitung, Journalistenschulung, ggf. neue  Fachkompetenz einkaufen, verstärkt gute Gastbeiträge ‐ Neues Onlineressort (Experimentierraum), erste organisatorische und inhalt‐ liche Neuorientierung in Redaktion und für Leser_innen ‐ Etablierung als Querschnittsthema ‐ Ziel: Integration in allen Ressorts, z.B.  durch koordinierende Redaktionseinheit, klare Regeln notwendig, setzt Grundkompetenz bei allen voraus ‐ Orientierung? ‐ Zulieferung des Themas durch ein journalistisches Kompetenzbüro nach Bedarf, medienökonmisch interessant, journalistisch dann, wenn im eigenen Haus keine oder nur geringe Themenkompetenz vorhanden ist.Peter Seeger:  Nachhaltige Entwicklung und Lebensqualität  ‐ ScienceWednesday
  37. 37. 7. Innovationsstrategien Modell II Innovationen durch umfassende Neustrukturierungen – Varianten:  ‐ Errichtung eines neuen Ressorts für alle Ausspielkanäle (Print + Online) ‐ Vorteil: klarer organisatorischer und inhaltlicher Rahmen, größere Themenkon‐ tinuität, Orientierung für Nutzer_innen ‐ Nachteil: Schubladendenken; ‐ Auslagerung unter der Medienmarke in Wochenendausgabe oder in ein Special‐ Interest‐Produkt, z.B. in Form eines Monatsmagazins (siehe zeo2), ergänzend auch in journalistischen Fachbuchreihen der Medienmarke, entsprechend veränderter Nutzungsgewohnheiten könnten auch die Erscheinungsweise und Ausspielkanäle bzw. Vertriebswege angepasst werden; ‐ eigenständige Neugründungen zum Thema, z.B. als Themenmagazin, nach den schlechten Erfahrungen des Burda‐Verlags im Lifestyle‐ bzw. LOHAS‐Segment aber riskant ohne klare Zielgruppe (oft kurzlebige Modetrends) Lehren: anspruchsvoller, glaubwürdiger, zeitloser, gesellschaftspolitischer und alltagsnäher.Peter Seeger:  Nachhaltige Entwicklung und Lebensqualität  ‐ ScienceWednesday
  38. 38. 7. InnovationsstrategienGlaubwürdigkeit als professionelle und nachhaltige Medienmarke‐ Kompetenz im Themenfeld, publizistische Professionalität und Unabhängigkeit‐ Realisierung und Kommunikation der eigenen Klimaneutralität in allen operativen Bereichen‐ Anpassung der ökonomischen Geschäftsmodelle – Ziel: mehr publizistische und ökono‐ mische Unabhängigkeit und Markenauthentizität durch Mitarbeiter‐ und Nutzerbeteiligung,  z.B. in Form von Mediengenossenschaften‐ Differenzierung der Medienprodukte und Nutzungsformen nach CO2‐Bilanzen und weiteren Nachhaltigkeitskriterien: transparente, sozial differenzierte und faire Preisbildung (nach Ausspielkanälen, Nutzergruppen etc.)‐ Anpassung der Publikationsmodi an die Arbeits‐ und Lebensbedingungen, z.B. durch die  Integration von slow media‐ Etablierung eigener sozialer Nachhaltigkeitsprinzipien: faire Bezahlung, professionelle Spiel‐ räume, angepasste Redaktionsstatuten und Arbeitsbedingungen, Vereinbarkeit von Familie  und Beruf etc.‐ Förderung entsprechender globaler Medienprojekte. Peter Seeger:  Nachhaltige Entwicklung und Lebensqualität  ‐ ScienceWednesday
  39. 39. 8. ForschungsperspektivenAufbau eines unabhängigen journalistischen Fachportals im Internet: forum_futura – gut und fair leben.Arbeitstitel für ein Bildungsprojekt mit den Zielgruppen: Journalisten, Publizisten,Multiplikatoren – Profis und Nachwuchs (in Kooperation).Elemente: ‐ Datenbank ´journalistische Nachhaltigkeitskommunikation´:  Fachliteratur, Studien, Recherchestrategien, Experten, Akteure, Netzwerke, Institutionen, Best‐Practice, Themenlisten (jeweils kommentiert) … ‐ Diskussionsforum für die Zielgruppen.Vertiefte empirische Untersuchung zu journalistischen Innovationen im Bereichder Nachhaltigkeitskommunikation (mit internationalen Bezügen): Recherche, Fallstudien, Expertengespräche. Einbindung in das Fachportal.Vertiefung, Aktualisierung und Erweiterung der bereichsspezifischen Anforderungenan journalistische Nachhaltigkeitskommunikation: Leitmedien, (übrige) Massenmedien / Print, Online, Rundfunk.
  40. 40. 8. Forschungsperspektiven  – erste Weichenstellungen Kooperationspartner Prof. Dr. Gerd Michelsen ‐ Professur für Umwelt‐ und  Nachhaltigkeitskommunikation ‐ Journalistische Praxis, u.a.:   Dr. Torsten Schäfer (GEO International) Projektförderung Lfd. Antragsverfahren bei einer PrivatstiftungPeter Seeger:  Nachhaltige Entwicklung und Lebensqualität  ‐ ScienceWednesday
  41. 41. Obwohl bei uns und global viele nachhaltigkeitsrelevante  Weichen immer noch falsch gestellt sind und  alle Ökosysteme immer stärker überlastet werden,  sollten wir  p e r s ö n l i c h   o p t i m i s t i s c h  bleiben und  diesesZukunft‐ und Querschnittsthema  p r o f e s s i o n e l l schnell   b e s e t z e n !
  42. 42. Schon in einigen Jahren werden immer mehr kopfschüttelnd zurückblicken: ‐ auf das bis ins frühe 21. Jh. reichende (BIP)‐Wachstumsmantra, ‐ auf unsere selbstgebauten Hamsterräder, unsere Mangelmentalität,  Erreichbarkeitsstress, den kollektiven Burn‐Out und insgesamt ‐ auf die Selbstzerstörungsdynamik eines entfesselten Kapitalismus.Umgekehrt werden viele Menschen, deren Grundbedürfnisse erfüllt sind: ‐ die Respektierung der ökologischen Grenzen als befreiend empfinden und ‐ Gesundheit, Bildung, Zeitwohlstand, gute Beziehungen, sozialen Aus‐ gleich und Bürgersinn als Schlüssel für ein gutes Leben genießen. Und die besten Journalist_inn_en und Medien werden sich überbieten, dazu informative, anregende und schöne Geschichten zu erzählen –ohne die erschütternden Fakten und Katastrophen aus dem Blick zu verlieren. Sie zählen dann zu publizistischen Pionieren.

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